Ausgabe 
16.9.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tribution von 200,000 Drachmen belegt hatte, wurden zwei Soldaten und zahlreiche Briganten getödtet und mehrere ver­wundet. Dte Räuberbande ist geflüchtet.

Chicago, 14. September. Die Waldbrände dauern fort. Die große Pulverfabrik der Gesellschaft Bessemer ist stark bedroht.

Coeofcs unb ProvkirzKelles

Gießen, bett 15. September 1894.

** Au Wechselstempelsteuer wurden im Oberpostdirections- bezirk Darmstadt im August d. I. 13 411,30 Mk., zusammen mit der Einnahme in den Vormonaten (ab 1. April 1894) 34521,10 Mk. oder 3 728,50 Mk. mehr als im entspre­chenden Zeiträume von 1893 vereinnahmt.

** Unfall. Gestern Abend brachte ein Bauersmann mit Hülfe eines Arbeiters einen Ochsen in das Schlachthaus. An der Westanlage wurde das Thier scheu und drückte den Arbeiter gegen einen Baum, sodaß derselbe infolge der hier­durch erhaltenen inneren schweren Verletzungen in dte Klinik gefahren werden mußte.

** Unreifes Obst. Heute Morgen wurden wiederholt durch die Polizei mehrere Körbe unreifes Obst auf dem Markte beschlagnahmt.

** Kaufmännische Fachschule. Der Sommercursus in Schön- und Rechtschreiben wurde am Donnerstag geschlossen und waren am Freitag dte Arbeiten in dem Unterrichtslocale ausgelegt. Die Fortschritte der jungen Leute in diesen beiden, für den kaufmännischen Beruf so sehr wichtigen Fächern waren durchweg als gut zu bezeichnen. Die ausgelegten Probe­schriften lieferten nur zu deutlich den Beweis, wie noth- wendig dieser Unterricht für manchen Thetlnehmer war. Der Wintercursus in einfacher und doppelter Buchführung, kaufm. Rechnen, Wechsellehre, Englisch und Französisch für Anfänger und Vorgeschrittene beginnt am 15. October.

** Gewiß ein schöner Zug. Der Kaufmännische Verein hat unter seinen Mitgliedern für einen seit 7 Jahren in einem hiesigen Fabrikgeschäft thätigen und seit 34 Wochen schwer erkrankten Collegen eine Sammlung veranstaltet nachdem die kaufmännische Krankenkasie ihn 13 Wochen lang mit täglich Mk. 3 unterstützt hatte der zu Folge der Vorstand demselben gestern einstweilen Mk. 280,50 über­senden konnte. Wir wollen wünschen, daß diese Gabe dazu beitragen möge, daß der Betreffende die vollständige Gesund­heit wieder erlangt. Zu wünschen wäre es aber auch, daß die edlen Bestrebungen des Kaufmännischen Vereins ins­besondere auch von den jungen Kaufleuten noch mehr aner­kannt würden,- der Zweck desselben ist: a) Fortbildung und Hebung allgemeinen, jedoch vorzugsweise kaufmännischenWiffens- b) Förderung genossenschaftlichen Sinnes und der Gesellig­keit- c) Vertretung und Förderung von kaufmännischen Be­rufs- und Handelsintereffen.

** Der Herbstausflug des Vogelsberger Höhen-Elubs aus den Hoherodskopf findet morgen Sonntag den 16. Septem« ber statt.

** DaS nächste deutsche Säugerfest findet 1896 in Stutt­gart statt.

** Cholera. Aus Bürgeln wird amtlich gemeldet: Die fortgesetzten bacteriologischen Untersuchungen der Per­sonen, welche mit den an der Cholera Erkrankten gemein­schaftliche Wohnung hatten, haben abermals dazu geführt, bei einer Frau, der Wittwe eines an der Cholera Verstor­benen, Cholerabazillen nachzuweisen. Die Frau, übrigens ganz gesund und ohne äußere Krankheitserscheinungen, ist zur Vorsicht gestern in die Baracke ausgenommen worden. In letzterer befinden sich jetzt 13 Personen in ärztlicher Be­handlung. Das Befinden aller Kranken ist sehr günstig- voraussichtlich werden schon in den nächsten Tagen mehrere Personen als gesund zur Entlastung kommen.

** Vor hundert Fahren! DieDarmst. Ztg." schreibt: Die hundertjährige Wiederkehr des Jahrestags des Gefechts bei Boxtel, in welchem am 14. September 1794 die da­malige landgräflich heffen-darmstädtische 2. Brigade, von ihrer Hauptarmee im Stiche gelassen, nach tapferster Gegenwehr der weit mehr als 10 fachen Ueberlegenheit der französischen Nord-Armee unter General Pichegru erlag, dürfte es recht­fertigen, die Erinnerung an jenes Ereigniß uns ins Ge- dächtniß zu rufen. War auch der Tag ein höchst Unglück- licher für die vaterländische Truppe und sind dte Verluste, die sie erlitt insbesondere für die Infanterie und Artillerie fast gleichbedeutend mit Vernichtung gewesen, so ist die Truppe doch ehrenvoll unterlegen. Ihre Haltung hat damals nur allgemeine und warme Theilnahme und anerkennendste Be- urtheilung in der eigenen Armee und selbst beim Feinde ge­funden, und es ist weder damals noch später irgend ein Vorwurf gegen sie erhoben worden. So dürften denn die trefflichen Führer und dte tapferen Mannschaften der da­maligen 2. Brigade es wohl verdient haben, daß wir ihrer heute ehrend und anerkennend gedenken.

* Der Getreidemarkt. Der Getreidemarkt zeigte gegen­über dem Charakter, den er in der Vorwoche aufwies, während der abgelaufenen Berichtswoche keine wesentlich ver­änderte Physiognomie. Im Weizen wie im Roggen war das Geschäft im Allgemeinen fortdauernd schwach- für letzteren Artikel bekundete sich allerdings auf manchen Plätzen eine etwas günstigere Disposition, im Großen und Ganzen blieb jedoch auch in Roggen die matte Tendenz schließlich vor­herrschend. Von wesentlichem Einfluste auf die weitere Ge­staltung des Getreidemarktes dürften erfahrungsgemäß die ^wartenden Berichte über die Kartoffelernte werden, Vor*

?? der Ausfall der letzteren allerdings noch nicht Übersehen. In Hafer erhielt sich die bestere Stimmung der Vorwoche. Preisnotirungen vom Berliner Productenmarkte: Weizen per 1000 Kilogramm 126 140 Mk., Roggen 111121 Mk., Gerste 95180 Mk., Hafer 115146 Mk.

V Aus der Rabenau, 13. September. Am 11. d. Mts. wurde in Allendorf an der Lumda, wie seit einer Reihe von

Jahren, so auch in diesem Jahre wieder ein Missionsfest abgehalten. Obwohl befürchtet werden konnte, daß das schöne Wetter Manchen mit Rücksicht auf die Grummeternte vom Besuche des Festes abhalten werde, war trotzdem die Theilnahme eine sehr große. Vormittags predigte Pfarrer Nies von Melbach, der Ktrchenchor wirkte an drei Stellen der Liturgie mit. Am Nachmittag berichtete der Leipziger Missionsinspector v. Schwartz über das Arbeitsgebiet der Leipziger Mission. Er empfahl das Halten des Leipziger Mtssionsblattes, das denWerdauer Blätter" vorzuziehen ist. Es.erscheint alle 14 Tage und kostet jährlich Mk. 1.20 im Buchhandel. Darauf betonte Pfarrer Nies in einer An­sprache, daß jeder Mission ihre Eigenart zu laffen sei, und empfahl der Mlssionsversammlung, auch ferner treu zur lutherischen Mission zu stehen. Der Ortsgeistliche schloß mit einer Ansprache an die große, zum Theil aus der Umgegend, besonders aus Kurhessen, gekommene Mtssionsgemeinde. Der Kirchengesangverein wirkte auch im Nachmittagsgottesdienst mit. Die Collecte betrug 124 Mk.

I sehr mißlichen Verhältnissen. Er wandte sich damals an einem i Wucherer und entlehnte von demselben die Summe von

70 Fr. In dem Schuldschein verpflichtete sich Caragiale zu 14 Franken Verzugszinsen pro Tag. Er konnte die Schuld am Verfalltage nicht begleichen, gab einige Zeit nachher dem Wucherer, ohne viel zu verhandeln, 140 Frauken und glaubte so die Angelegenheit geregelt zu haben. Doch der Wuchers strengte den Proceß an und Caragiale wurde zur Zahlung des Capitals und der vereinbarten Verzugszinsen verurtheilt. Der Dichter kümmerte sich gar nicht um das Urtheil, ebenso wenig ließ der Gläubiger seither etwas von sich hören. Da erschienen, nach 19 Jahren, dieser Tage die Gerichtsexecutoren bei Caragiale und legten auf dessen Hab und Gut Beschlag auf Grund jenes Unheils aus dem Jahre 1875. Der Wucherer begehrt nun im Ganzen dte Summe von 160000 Fr. für das Darlehen von 70 Fr. Caragiale hat dagegen gericht­lichen Einwand erhoben und oie Verhandlung über diese Angelegenheit wird demnächst stattfinden.

Friedberg, 14. September. Vor dem Rumpf'schen Hause in der Kirchgaste ist eines der hier so oft vorkommenden, nicht unterwölbten, berüchtigtenLehmlöcher" eingestürzt. Das Haus mußte abgeipriest werden, die Passage ist gesperrt.

Bad Rauheim, 12. September. In der vorigen Woche find 381 Kur fremde, im Ganzen jetzt 11,292 Personen hier angekommen.

B. Reichelsheim i. d. W., 14. September. Bei der hiesigen Beigeordnetenwahl wurden von 183 stimmberech­tigten Bürgern 102 Stimmen abgegeben. Es waren vier Candidaten ausgestellt, von denen zwei vor der Wahl zurück­traten. Gewählt wurde Candidat Vogt mit 52 Stimmen, der aber gar nicht gewählt sein wollte, sonst hätte er viel mehr Stimmen erhalten. Der Gegencandidat erhielt 45 Stim­men, zersplittert waren 5 Stimmen. Der Gewählte erhielt glücklicherweise eine Stimme über die absolute Majorität, sonst hätte noch einmal gewählt werden müffen.

-ä- Staden, 14. September. Das schöne Anwesen im hiesigen Städtchen, der erloschenen Familie von Stein ge­hörig, stand seither leer und drohte zu zerfallen, weil es weder Käufer noch Miether finden konnte. Jetzt wird sich eine geeignete Verwendung dafür ergeben, denn aus guter Quelle erfahren wir, daß das schöne Schlößchen mit dazu gehörigem Parke als Siechenhaus und Heimstätte für Heimath- lose in Aussicht genommen ist. Staden liegt in dem frucht­baren Niddathale und hat eine sehr niedrige Sterblichkeits­ziffer. Bleichsucht und Blutarmuth sind hier noch niemals vorgekommen, was jedensalls darin seinen Grund hat, daß der hiesige Sauerbrunnen zugleich eisenhaltig ist. Das von Stein'sche Anwesen ist wahrscheinlich billig zu erhalten, weil anderweite Liebhaber nicht vorhanden sind, wie bereits an­gedeutet wurde.

A Aus dem Kreise AlSfeld, 14. September. Der B eere nreichthum der Wälder war in diesem Jahre eine recht mäßiger. Abgesehen von den Heidelbeeren, die immerhin ein zufriedenstellendes Ergebniß geliefert, gab es nur wenig Erdbeeren und noch weniger Himbeeren. Die Ursache der verminderten Beerenerträge liegt zweifellos in dem vorjährigen Futternothstand, während dessen die Wälder für die Viehweide freigegeben wurden. Dte letzten Beeren des Waldes, dte Brombeeren, sind dagegen besser gediehen- die Sträucher hängen voll recht gut entwickelter Beeren. Leider gestattet die durch die zweite Regenperiode zurückgedrängte, nun sich häufende Arbeit nicht ein fleißiges Holen der Brom­beeren, dte unter allen Waldbeeren den besten und der Ge­sundheit zuträglichsten Gelee liefern. Völlig unbenützt bleiben meist noch die Hollunderbeeren- man verwendet sie höchstens zum Färben des Obsthonigs. Es ist eben noch zu wenig be­kannt, daß man auch aus Hollunderbeeren einen recht guten Tischwein bereiten kann.

B. Mainz, 15. September. (Telegramm.) Die allge­meine deutsche Gartenbauausstellung wurde heute Vormittag 11 Uhr durch Herrn Provinzialdirector Rothe eröffnet. Die Ausstellung ist ganz vollendet und macht einen prächtigen Gesammteindruck.

Vermischtes.

* Berlin, 14. September. Der Scbeunenbrand in Ri eßen, wobei zwei Soldaten des 4. Garderegiments z. F. daS Leben etnbüßten, ist, demKl. Journ." zufolge, von dem Scheunenbefitzer selbst angelegt worden. Der Besitzer ist ver­haftet und hat die That eingestanden.

* Leipzig, 14.September. Bei dem gestrigen Revanche- Match des Amerikaners Cody gegen den Radfahrer Josef Fischer aus München legte ersterer, welcher wechselweise acht Pferde benutzte, in 2 ,Stunden 65 Km. 107 Mtr. 119^6 Runden zurück, während der Radfahrer in der­selben Zett in 1033/s Runden 65 Km. 310 Mtr. fuhr.

In Karlsruhe fand Ende Juni eine Gasfachaus­stellung statt. Bei den vom Vorstande angestellten Ver­suchen mit Bade-Oefen wurde constatirt, daß der Aachener Badeofen von der Firma I. G. Houben Sohn Carl in Aachen sämmtliche ausgestellten 13 Oefen in Schnelligkeit der Heizung bedeutend, theilweise um das Dreifache übertrifft.

* Einer der längsten Männer Deutschlands dürfte der 19 jährige Kellner Paul Grebbin aus Wismar sein, der seit wenigen Tagen im Centralhotel zu Nordhausen beschäftigt ist. Grebbin steht genau 2i/i Meter hoch in den Schuhen und ist in all seinen Gliedmaßen normal gebildet. Seine Eltern sind gewöhnlicher Größe. Der größte Soldat der Armee, Flügelmann eines Garde-Regiments mißt nur 2,06 Meter. Grebbin ist überdies noch im Wachsthum begriffen - tm letzten Jahre fügte er seiner Körperlänge weitere l1 /2 Ctmtr. hinzu.

* 160000 Frauken Ziufeu für 70 Frauken Capital. Ein unerhörter Fall von Bewucherung macht in Bukarest viel von sich reden. Joan Caragiale, derzeit dramatischer Schriftsteller und Besitzer einer Bterhalle, befand sich im Jahre 1875, als er sich noch ausschließlich mit der Literatur befaßte, in

Literatur unb Keinft

Gebhardt, A., DaS Obst alS NabrrrriaSrrrittel. Seine Conservtrung in fachem Zustande und Weraibatung aus Dauerwaare im bürgerlichen Haushalte. Leipzig, Th. Grieb ens Verlag (L. Fernau). Preis gebunden 1.20 Mk. Im Allgemeinen findet die Odstverwerthung im bürgerlichen Haushalte noch eine weit geringere Beachtung, als dies bei der großen Bedeutung dieses Nahrungsmittels der Fall sein sollte. Der Grund hierfür wird zum Theil darin liegen, daß es seither an einem practischen Buche feh le, welches iede Hausfrau in den Stand setzte, sich die verschiedenen **rten der Obstconseroen rc. selbst auf eine einfache und vor allem billige Weise herzustellen. Da ist die Herausgabe des vorstehenden, offenbar aus reicher Erfahrung hervorgegangenen Buches mit Freuden ju begrüßen und nur zu wünschen, daß die in demselben gegebenen Anweisungen und Recepte recht große Verbreitung finden möchten. Das Buch behandelt das Aufbewahren frischen Obstes, das Einmachen und Einsieden, Dörren und Trocknen, Bearbeitung zu Muß und Marmeladen, zu Obstwein, Obstsaft rc. und schließlich zu Liqueuren und Branntwein. Es sind stets die billigen, für den täglichen Be­darf verwendbaren Obstgattungen besonders berücksichtigt und die sehr klaren, leicht verständlichen Recepte auf jene bürgerlichen Familie» berechnet worden, welche Ersparnisse in ihrem Haushalte anstreben.

Die Toiletten der deutschen Kaiserin behandelt ei» überaus anstehender Artikel der Familien - Zeitschrift ,Z«r G«te« Stunde" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.). Es wird sicher nicht nur die Frauen, sondern Jedermann interessiren, zu erfahren, wie die Toiletten der Kaiserin ausgewählt und hergestellt werden, wie viele Hauskleider und große Hoftoilktten die hohe Frau braucht, was diese kosten, wie oft sie ge­tragen werden, was nach ihrer Benutzung mit ihnen geschieht rc. Das Kostbarste an den großen Hoftoiletten sind, um nur ein Detail aus dem Artikel herauszugreifen, die Silber- und Goldstickereien, sowie die Stickereien in Seide, und der Preis beispielsweise einer gestickten Schleppe für große Hoffestlichketten stellt sich auf zwanzig- bis vierzigtausend Mark.

-Die drei Musketiere" von Alexander Dumas, diese Perle in der Erzählungsliteratur aller Zeiten und aller Zungen, hat sich schon zu Lebzeiten des Verfassers, des älteren Dumas, einer außerordentlichen Beliebtheit erfreut. In Millionen von Exemplare» ist die reizvolle Dichtung in fast allen Ländern der Welt verbreitet worden, und immer wieder machten sich Neuauflagen nöthig. Eines aber hat bisher vollkommen gefehlt, eine würdige, künstlerisch aus- fleftattete Ausgabe des allbeliebten Romanes. Für Deutschland hat sich die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart»der dankeuswerthen, aber auch dankbaren Aufgabe unterzogen, diese empfindliche Lücke auszufüllen. Für diese Ausgabe Haden zwei Meister der bildende» Kunst, Maur.ce Leloir, der geniale Zeichner, und M. Huyot, der hervorragende Holzschneider, einen küunlertschen Schmuck geschaffen, wie er nach den ersten beiden vorliegenden Lieferungen zu urthetlea bisher wohl kaum einem Werke der Weltliteratur zu Theil wurde, und es ist eine wahre Augenweide, diese keck erfundenen, von prickelndem Leben erfüllten, flott cornponirten Zeichnungen zu betrachten. Der Text des Romanes ist in rnustergilttger Weise übertragen und damit ein illustrirtes Prachtwerk allerersten Ranges geschaffen worden, das wir unseren Lesern um so angelegentlicher zur Anschaffung empfehlen können, als der Preis für eine 3 bis 4 Bogen starke, reich illustrirte und elegant broschirte Lieferung nur 50 Pf. betragt

Verkehr, Land, «nd volk»wirrt,jchaft.

ä Gießer«, 15. Sept. Marktbericht. Aut dem heutig»

Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. Jt 1,101,20, HLhnertter 1 Stück 6-7 4, 2 Stück - 4. Käse pr. St. 4-8 4, MsemE pr. St. 3 Erbsen vr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Baar 0,50-0,75, Hühner pr. Stück 0,901,20, Hahn« pr. Lt- A. 0,500,85, Enten pr. St. 1,60 bis 1,93, OchseMisch pr. Pfd 7478 H, Kuh- u. Rindfleisch pr. Pfd.--70 H, Schwein»!

fleisch pr. Pfd. 6676 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 6870 Hammel­fleisch pr. Md. 5868 Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,006,50 Weißkraut pr. Stück--A, Zwiebeln pr. Eentner 7,00- 8,00

Milch vr. Liter 16-20 Enteneier 2 St 11 4, Gänseeier 10 4.

F. Friedberg, 14. September. Der Schweinemarkt, welcher hier abgehalten wurde, zeigte dieselben Erscheinungen, wie sie in Ihrer Zeitung von dem Reichelsheimer Markte geschildert worden sind: weichende Preise in Folge auftretender Kartoffelfäule. Man ist dabei der Ansicht, daß die Schweinezucht trotzdem noch recht gut rentirt, wie dies in der Reichelsheimer Correspondenz betont worden ist.

- Let»euSverficher««gS-Gesellschaft r« Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende August 1894 4218 Versicherungen über 29620000 Mk. bean­tragt worden, 342 Versicherungen über 2 829 400 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 521 Mitglieder, die mit 3195 800 Mk. versichert waren. Der Verstcherungsbestand stellte sich Ende August 1894 auf 60 700 Personen mit 421 Millionen Mark Versicherungs­summe. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherte» wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Ver­sicherungen außerdem l'/zpCt. der Summe der gezahlten Zuscch- ptamien, was mit Rücksicht auf anderweite Auslastungen über diese» Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre ber Dioi- dmd-nsatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher alS 42 pEt.

Unterhaltungen in Bad-Nauheim

von Sonntag den 16. September bis Samstag den 22. September.

Sonntag den 16. September, Nachmittags von 3 bis 7 und »0» 8 bis 9 Uhr auf der Terrasse: Concert von der Capelle deS Füsilier-Regiments von Gersdorff (Hessisches) Nr. 80 aus Homburg. Montag den 17. September, Nachmittags von 3 bis 6*/a Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Raub der Sabinerinnen. Dienstag den 18. Sep-