Ausgabe 
15.11.1894 Erstes Blatt
 
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der Trauerschmuck der Laternen, würdig war die Ausstattung vieler öffentlicher und privater Gebäude. Namentlich machte tiefen Eindruck die Trauerdecoration an der Außenseite des Gemaches des verewigten Kaisers im Anitschkow PalaiS.

NeworleanS, 13. November. In der vorigen Nacht brach auf der Werft der TexaS-Pacific-Eilenbahn Feuer aus, burd) welches 28000 Ballen Baumwolle vernichtet wurden. Ein großer Thetl derselben war für eine Liverpooler Firma bestimmt. Es liegt zweifellos Brandstiftung vor.

WB. Elberfeld, 14. November. DieElberfelder Ztg." meldet: In vergangener Nacht sind bei einem schweren Brandunglück in der Ktpdorfstraße sieben Hausbewohner und ein rettender Schutzmann verbrannt bezw. erstickt.

WB. Berlin, 14. November. Der Kaiser genehmigte die erbetene Enthebung Schellings vom Amte als Justiz- Minister unter Verleihung der Brillanten zum Großkreuz des Rothen Adler-OrdenS und ernannte den OberlandeSgerichtS* Präsident Schönstadt zum Justizmtnister. Gerüchte über weitere Ministerveränderungen sind sämmtlich unbegründet.

Depeschen des Bureau »Herold".

Berlin, 13. November. Der Kaiser empfing heute Bormittag den Präsidenten deS OberlandeSgerichtS in Celle, Schoen st e b t; danach ist anzunehmen, daß die Ernennung desselben zum Justizminister bevorsteht.

Berlin, 13. November. Der chinesische Gesandte am Berliner Hofe hat nunmehr beim Auswärtigen Amte die Aufforderung Chinas an Deutschland, sich der Action der übrigen Mächte zur Friedensvermittelung im Streite mit Japan anzuschlteßen, formell überreicht.

Berlin, 13. November. Wie dieKreuz-Ztg." aus best- unterrichteter Quelle vernimmt, wird die Hochzeit des Kaisers Nicolaus II. mit der Prinzessin Alix von Hessen am 22. November stattfinden.

Berlin, 13. November. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat die Kundgebung, welche ihm zu Ehren von den Vereinen und der Bevölkerung Straßburgs geplant ist, angenommen und den Wunsch ausgesprochen, dieselbe möge in der Art eines Lampionzuges am kommenden Sonntag, den 18. November, Abends gegen 6 Uhr, stattfinden.

Berlin, 13. November. Das StaatSministerium trat heute Mittag zu einer Sitzung zusammen. Den,Vorsitz führte in Abwesenheit des Fürsten zu Hohenlohe der Vice- Präsident von Bötticher.

Berlin, 13. November. DieKreuzztg." beharrt dabei, daß bisher von keiner Sette der CultuSminister Dr. Bosse aufgefordert worden ist, daS Justizministerium zu über­nehmen.

Berlin, 13. November. Die auf heute festgesetzte Truppenvereidtgung ist auf Donnerstag verschoben worden, weil die Sternwarte für heute Sturm und Regen angekündigt hat.

Berlin, 13. November. DerPost" zufolge gilt es in gutunterrichteten Kreisen für wahrscheinlich, daß dem Land­tage in seiner kommenden Tagung eine Vorlage betreffend die Ausdehnung des Anerbenrechts auf die Renten­güter und Ansiedelungen gemacht werden dürfte.

Karlsruhe, 13. November. In mehreren Gemeinden des Amtsbezirks Waldshut sind einige 30 Personen, wahr­scheinlich infolge Genuffeö von verdorbenen Wurstwaaren, erkrankt.

Troppau, 13. November. 320 Arbeiter deS Albrecht- schachte- Peterswald stellten gestern die Arbeit ein. Der Betrieb ist unterbrochen worden.

Triest, 13. November. Zwischen Italienern und Slovenen kam es hier gestern zu blutigen Ausschreitungen.

Czernowitz, 13. November. Gegen dieGazetta Polska" und dieBukowtnaer Rundschau" wurde wegen Veröffent­lichung der unwahren Meldung, daß ein hoher General für eine Million Gulden einer auswärtigen Macht Festungspläne verkauft habe, die strafgerichtliche Untersuchung ein­geleitet.

Rom, 13. November. In San Remo erfolgte die Verhaftung eines angeblichen Anarchisten, der gegen den dort weilenden Großfürsten Michael ein Attentat geplant hatte.

Bruffel, 13. November. Heute Nachmittag fand gleich­zeitig die Eröffnung des Senats und der Kammer statt. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich vor der Kammer postirt, den socialistischen Abgeordneten Ovationen darbringend. Nach der Constituirung deS Bureaus forderte der Präsident die Mitglieder auf, sich zur Beileidsbezeugung für den Czaren Alexander von den Sitzen zu erheben. Die socialistischen Abgeordneten kamen der Aufforderung nicht nach. Alle Socialtsten haben den Eid geleistet.

Bruffel, 13. November. In der verflossenen Nacht wüthete über ganz Belgien ein heftiger Stu rm, welcher große Verheerungen anrtchtete. Viele Schornsteine wurden umgerissen, große Bäume entwurzelt, Häuser abgedeckt. Mehrere Personen wurden durch herabsallende Dachziegel verwundet. Zahlreiche Fischcrbarken sind mit Insassen um* gekommen.

Paris, 13. November. Durch den hier gestern wüthenden Sturm sind, neben erheblichem Materialschaden, drei Per* sonen getödtet und mehrere schwer verletzt worden.

Madrid, 13. November. An der ganzen spanischen Küste herrscht ein heftiger Sturm. 17 Schiffe haben sich schwer beschädigt nach St. Johann de Luzbai geflüchtet. Die meisten telegraphischen Verbindungen mit Madrid sind zerstört.

Loudo», 13. November. Im Gerichtsgebäude wurde gestern eine eiserne Bombe, welche mit einem Zündfaden versehen war, aufgesunden.

Loudon, 13. November. Die im Justizpalaste aus* gefundene eiserne Bombe hat 12 Zoll Durchmeffer und ist 5 Pfund schwer. Sic wurde sofort In Wasser gelegt und zur Untersuchung zum Polizeisecretariat gesandt.

Belgrad, 13 November. Neuerdings treten hier wieder Gerüchte über CabinetSkrisen auf; nähere Miltheilungen entziehen sich vorläufig noch der Oeffentlichkeit.

jCoeafcs unb provLitzteller.

Gießen, bett 14. November 1884.

** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 10. November den seitherigen provisorischen dritten Arzt bei der LandeSirrenanftalt Dr. med. Heinrich Konrad Kratz aus Lich zum dritten Arzt bei der LandeSirrenanftalt zu ernennen.

♦♦ Oberhesfifcher Gefchichtsverein. Den Patronen deS Oberhessischen Geschichtsvereins ist in diesen Tagen nunmehr auch die Stadt Schlitz mit einem ansehnlichen Jahresbeitrag beigetreten. Außer Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog Ernst Ludwig zählt der Verein jetzt die Städte Gießen, Alsfeld und Schlitz zu seinen Patronen. Die erste Wintersitzung, welche einen für die Geschichte des geistigen Lebens in Gießen im vergangenen Jahrhundert recht interes­santen Vortrag bringen wird, soll zu Ende dieses Monats stattfinden.

** Panorama. Eine ganz neue SerieParis und CarnotS Trauerzug" wird morgen Donnerstag im Panorama zum ersten Male dem Publikum gezeigt werden. Der neue ' Präsident der Republik, Casimir Perier, wird am Katafalk sowie im Trauerzuge zu sehen sein. Sodann das Cafe Terminus, wo das viel besprochene Bombenattentat stattfand, eine Vorstellung im Hippodrom, Ball in der Salpetriere, die großartigen Bauten, Sehenswürdigkeiten u. A. Von Monu­menten find vertreten Gambetta, Statue der Republik, Statue von Straßburg und die in letzter Zeit soviel ge­nannte Jeanne d'Arc.

** Nordlicht. Gestern Abend zwischen neun und zehn Uhr wurde am nördlichen Himmel ein prachtvol les N ordlicht, eine in unseren Breiten ziemlich seltene Natur­erscheinung, beobachtet. Ein dunkeles Segment war durch einen rothen Lichtschein abgegrenzt, und aus dem leuchtenden Kreis ragten drei Helle Strahlenbänder bis beinahe ins Zenith hervor. Eines dieser Bänder ging durch das Sternbild des großen Bären. Aeußerst intensiv roth gefärbt war zuweilen der nördliche Himmel und rasch der Wechsel in der Stärke der Erscheinung. Kurz nach zehn Uhr verblaßte das Nord­licht, daS an Glanz und Schönheit früher hier beobachtete weit übertraf.

** Kinderhort und Spielrafeu. Wir erhielten nach­stehende Zuschrift: Mit Kinderhort und Spielrasen haben sich unsere Stadtverordneten in jüngster Zeit beschäftigt und durch ihr Votum gezeigt, daß sie den Kinderhort für dringender erachten, al« den Spielrasen. Es ist allerdings unbestreitbar, daß ein gewisser Theil der Kinder infolge der Beschäftigung der Eltern nach der Schule ohne jegliche Auf­sicht ist, wodurch erziehliche Schäden mancher Art entstehen. Auch die körperliche Pflege leidet Noth, und es kann von Seiten der Eltern nur freudig begrüßt und dankbar an­genommen werden, wenn ihre S?lnber in der schulfreien Zeit sich in schützender Obhut befinden und ihnen geistige und leibliche Nahrung verabreicht wird. Die wesentlichsten Er­folge deS Kinderhortes hängen in erster Richtung von der Art der Beaufsichtigung der Kinder, von der Beschäftigung derselben und von dem Aufenthaltsort selbst ab. Die Be­aufsichtigung darf keine streng schulgemäße sein, weil sie familiär sein soll, die Beschäftigung wird dieselbe sein müssen, wie sie den Kindern in der Familie zukommt und der Aufenthaltsort soll oder sollte ein solcher sein, der einer Schule möglichst wenig ähnlich sieht, ein Ort, an dem nicht der Schulunterricht fortgesetzt wird, sondern an dem sich das Kind als freies Kind bewegen kann. Wenn ein Kind täglich 5 bis 6 Stunden in der Schule nach Vorschrift stillgesessen, so fühlt es das Bedürfniß, ohne Zwang und strenge Aufsicht sich unterhalten zu könne«, zu springen und zu spielen und seinem kindlichen Drang nach Freude und körperliche Be- thätigung in seiner Weise Ausdruck zu geben. Gehen wir diesem natürlichen und allein richtigen Verlangen nach, so führt uns der Weg zum Spielrasen, zum frohen freudigen Spiel in Gottes schöner Natur, in der das Kind sich wohl fühlt, frei von den beengenden Fesseln der Schulzucht und glücklich, wie ein Kind es nur sein kann. Hierin liegt der große Werth unserer Spielplätze, hierin liegt die erziehliche Bedeutung derselben, für die man noch so wenig Verständniß zu haben scheint, weil die Einrichtung eine Abweichung vom Althergebrachten ist und doch in gewisser Beziehung wieder eine Rückkehr zu früheren Zeiten, in denen die Jugend in Wiesen, Feld und Wald sich tummelte. Heute springt sie in den Gassen umher und auch dort ist das Spiel nicht gerade polizeilich erlaubt. ES darf ja kein eingehegter Platz in den öffentlichen Anlagen betreten, der Verkehr in den Straßen durch das Spiel der Kinder nicht gestört werden im Interesse ihrer eigenen Sicherheit. So ein Rattenfänger von Hameln müßte sie aus allen Straßen hinauslocken auf den Spielrasen, dort aber auch mit ihnen zu spielen ver­stehen, und es verstehen, ein Kind unter Kindern zu sein. Welch' großen Werth für die sittliche Erziehung der Kinder hat diese unbefangene Fröhlichkeit, dieser fröhliche Verkehr mit anderen Kindern im Spiele im Freien, mehr alö die schönsten Moralpredigten in dumpfer, staubiger Stube. Draußen, im frohen, ruhigen oder auch tollen Spiel mit den Kameraden, da offenbart sich das innere Wesen deS Kindes, da strahlt daS Auge vor Freude, da hebt sich auch die Hand, um eine kleine vermeintliche Unbill zu rächen, der Zorn wallt auf, doch spielend wird sofort wieder alles ver- geffen. Der Spielrasen, den Kindern in richtiger Weise zu- gänglich gemache, ist für die körperliche und geistige Gesun­dung unserer Jugend ungleich werthvoller, als eine Behütung derselben in den Schulräumen. Kinderhort und Spielrasen gehören zusammen, der erstere ist verfehlt, wenn der letztere nicht vorhanden ist. Jaaber als der Winter kam"?

Wenn es regnet und schneit, bann kann auch der Alltags-- läufer nicht hinaus, allein ein im Sommer und Herbst in frischer Luft gestählter Körper ist widerstandsfähiger gegen die un­günstigen Einflüsse des Winters, und da- fiinb, baS im Sommer sich auf dem Spielrasen herumgetummelt, wird un­zweifelhaft besser die Unbilden des Winters ertragen, als das nach der Schule im Kinderhort eingefperrte. Der Kinderhort ist nur ein schwacher Nothbehelf für die fehlende häusliche Erziehung und eS würde besser fein, wenn man gar nicht an derartige Ersatzmittel hätte denken müssen und wenn es möglich wäre, die betreffenden Familien derartig zu haben, daß die Mütter ihren natürlichen Beruf erfüllen und im eigenen Heim ihre Kinder nähren und erziehen könnten. Ist es zur Zeit unmöglich, diesen wichtigen Theil der socialen Frage radical zu lösen, muß man zu Noth- behelfen greifen, um die socialen Mißstände wenigstens zu mildern, so sollte man dieselben wenigstens so zweckmäßig als irgend möglich einrichten. Deshalb unterlaffe man es nicht, als unerläßliches Requisit des Kinderhorts einen Sptel- rafen zu schaffen, und die Schaffung eines solchen mit den für den Kinderhort bewilligten Mitteln zu ermöglichen, jedenfalls zu erleichtern.

Lich, 13. November. Dem feit einigen Monaten im Amt befindlichen neu gewählten Herrn Bürgermeister Heller ist in Anerkennung seiner vielen Verdienste, die sich derselbe während des Einzugs und bei den Empfangsfeierlichkeiten des jungen fürstlichen Erbprinzenpaares erworben hat, von Seiner Durchlaucht dem Fürsten von Hohensolms-Lich dessen Portroit verliehen worden.

AlSseld, 10. November. Dem durch seine altdeutschen Webereien rühmlich bekannten AuSstattungs- und Wäsche- Geschäft von H. L. Berck, Hoflieferant, wurde auf der Frankfurter Ausstellung für Kochkunst rc. die silberne Medaille für hervorragende Leistungen in Tifchzeugen für Hotels und Restaurants, sowie altdeutschen Gedecken verliehen. L. A.

Nieder Gemünden, 10. November. Die in der hiesigen Gemarkung gelegene sogenannteDickn elsmühle" wurde vor mehreren Jahren in eine Schneidemühle umgebaut. Seit vorigem Jahr hat die FirmaDeutsche Mannagesellschaft" darin einen Betrieb errichtet, tn welchem Buchenreisig in Futtermittel verarbeitet werden soll. Dieser Betrieb hat jedoch wegen Unrentabilität nach kurzem Bestehen aufgehört; denn die Firma ist bereits im Firmenregister gelöscht. Auch hat die Gesellschaft ihre Holzvorräthe bereits verkauft.

Ulrichstein, 11. November. Ein Landwirth in Helpers­hain stieß beim Pflügen eines Ackers auf einen harten Gegen­stand, der sich bet näherer Betrachtung als ein irdener Topf erwies, gefüllt mit 33 meistISp ezi es-Th a ler n. Dieselben, von 1560 bis 1591 reichend, zeigen tn theil- weiser prachtvoll erhaltener Prägung verschiedene Kurfürsten von Sachsen und Philipp II. von Spanien. Der Topf wurde leider zertrümmert; die Münzen gingen in den Besitz dc- Herrn Dr. N. in Ulrichstein über.

Ilbeshausen, 11. November. Dem Sohn des hiesigen Müllers Johs. Jost ging gestern Mittag, als er von Greben­hain kam und den Berg hinunter fuhr, das Pferd durch, er verunglückte dabei, indem er einen Beinbruch davon trug. Der Verunglückte wurde alsbald tn das Krankenhaus nach Lauterbach gebracht.

V. AuS dem Vogelsberge, 12. November. Welcher Beliebtheit sich unsere Vogelsberger Hölzer bis weit hinaus erfreuen, geht daraus hervor, daß bedeutende Holzquantitäten nach Freiburg im Breisgau und nach Ruhrort am Niederrhein abgegeben worden sind und zwar aus der 1894/95er Holz- erntc auf dem Submissionswege. Die alljährlich wieder- kehrenden großen Holzversteigerungen beginnen erst nach i Neujahr. Die Hölzer für Ruhrort sind Eichen-Grubenholz [ und diejenigen für Freiburg im Breisgau sind Buchen- Stammholz und Eichen-Schwellenholz. Obgleich die Stadt Freiburg den holzreichen Schwarzwald viel näher hat als den Vogelsberg, werden die Hölzer, welche der Schwarzwald nicht erzeugt, bei uns aber in trefflicher Qualität gedeihen, gerne gekauft und verhältnißmäßig gut bezahlt. Dem Vogels- berge mit feinem Holz- und Steinreichthum steht also noch eine günstige Zukunft bevor, wenn er durch die verschiedenen Nebenbahnen dem großen Weltverkehre angeschlossen sein wird..

W. Darmstadt, 13. November. Der Ausschuß der zweiten Hessischen Kammer, welcher sich mit der Neuregelung der Wildschadensfrage im Großherzogthum zu beschäf­tigen hat, war vor kurzer Zeit in Darmstadt zusammen. Die Provinz Rheinhessen, welche bis jetzt Mangels eines Be­dürfnisses überhaupt kein Gesetz hatte, welches diese Frage regelt, wird nach den Vorschlägen des AusschuffeS nun eben­falls unter das in den Provinzen Oberhessen und Starken­burg gültige Wildschadengefetz fallen. Allerdings schlägt der Ausschuß vor, im alten Gesetz die Kostenvertheilung in Wild- schadenprozeffen neu zu regeln, auch wird eine veränderte Bestimmung darüber gewünscht, welche Behörden im Streit- verfahren zuständig fein sollen. Ob aber die zweite Kammer diesen Vorschlägen ihres Ausschusses ihre Zustimmung ertheilt, darüber sind die Meinungen getbetlt. Vielfach hält man in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen die oorgeschlagene veränderte Neuregelung des Kostenwesens im Streitverfahren bei Wildschäden für eine Verschlechterung des bisher bei un­gültigen Wildschadengesetzes.

Au8 dem Nodgan, 12. November. Ein interessanter Betrugsfall, der ob der Plumpheit seiner Ausführung einem Bauern aus H. eine tüchtige Tracht Prügel eintrug, ereignete sich am verflossenen Donnerstag in Offenbach. Der­selbe hatte eine Strohlieferung an einen Offenbacher Fuhr- werksbcsitzer. Der hochgeladene Wagen wurde gewogen und mit dem ordnungsmäßig ausgefertigten Wiegescheiu behufs Ablieferung an Ort und Stelle gebracht. Der Käufer beob­achtete das Abladen von feinem Fenster au« und bemerkte, wie der Bauer blitzschnell ein Wagentuch über mehrere große unten im Wagen liegende Gegenstände ausbreitete. Man