Ausgabe 
13.12.1894 Erstes Blatt
 
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soeialistischen Abgeordneten Liebknecht und dessen Genossen im Reichstage erwartet.

Berlin, 11. December. Die Fraction der deutschen Reich spartet hat einstimmig beschlossen, für die Ge­nehmigung der Strafverfolgung wegen Majestätsbeleidigung gegen die socialdemokratischen Abgeordneten zu stimmen.

Frankfurt a. M., 11. December. Der russische Unterthaneneid wurde heute hier in der Hauptsynagoge von den jüdischen Angehörigen des russischen Reiches aus dem Frankfurter Generalconsulatsbezirk, etwa 80 an der Zahl, für Kaiser Nikolaus II. und dessen Nachfolger geleistet.

Budapest, 11. December. Die gestern erfolgte kaiser­liche Sanction der Ktrchenvorlage erregt in ganz Ungarn großen Beifall. Aus fast allen Städten treffen diesbezügliche Meldungen ein. Gestern Abend hat die liberale Partei eine Confereuz abgehalten. In derselben wurde beschlossen, eine Dankeskundgebung an den Monarchen zn richten. Für Donnerstag ist ein großer Fackelzug in Aussicht genommen, zu welchem die ganze hauptstädtische Bürgerschaft e-ngeladen wird. Die radicale Partei beabsichtigt, eine Gegendemonstration in Scene zu fetzen.

Kafchau, 11. December. Die städtischen Polizisten str iken, weil ein Theil derselben wegen vorgekommener Un­regelmäßigkeiten entlassen worden ist. Der Pöbel, welcher sich der Plünderung hingab, ist von den Genödarmen ver­haftet worden.

Antwerpen, 11. December. Der deutsche Dampfer Sommerfeld" ist gestern mit 300,000 Kilo Dynamit nach Australien abgegangen. Die größte Vorsicht war im Hasen getroffen worden. Die Hafencommission begleitete das Schiff bis Vlissingen.

Brüssel, 11. December. In der heutigen Sitzung des Repräsentantenhauses interpellirte der proqressistische Abgeordnete Lorand die Regierung über die Maßregeln, welche sie bezüglich der von der Schweiz einberufenen inter­nationalen Versammlung für die Arbeitsschutz Gesetzgebung zu treffen gedenke. Der Redner sprach dem deutschen Kaiser ungeiheiltes Lob aus über die vor mehreren Jahren von ihm zusammenberufene Conferenz in Berlin. Der Redner führte ferner aus, er hoffe, daß die auf Anregung des christlich- socialen Professors de Curttn nach Genf berufene Versamm­lung sowohl von den Katholiken, als auch von den Socialisten gut ausgenommen werde,- Deutschland und Holland hätten bereits ihre Vertretung zugesagt. Der Ackerbaumin'ster ant­wortete, tue osficielle Einladung sei noch nicht erfolgt und müsse er sich deßhalb seinen Bescheid noch Vorbehalten.

Paris, 11. December. Da das Urtheil von dem Assisen- hofe in Paris in der Panama-Affaire wegen des hohen Alters und wegen der großen Verdienste Ferdinand de Leffeps gegen denselben nicht in Kraft getreten ist, war derselbe auch nicht auS der Ehrenlegion ausgestoßen worden. Somit werden dem Verstorbenen bei feinem Begräbntffe alle militärischen Ehren erwiesen werden.

Paris, 11. December. In der letzten Nummer des ,/Flgaro" befindet sich ein scharfer Artikel gegen den Kriegs­minister. Es wäre traurig, wenn die Affatre Dreysuß dazu benutzt werde, um den General Mercier im Ministe­rium zu belassen. Die Armeeverwaltung Merciers hat zu Bedenken Anlaß gegeben und der Rücktritt desselben sei auf den Rath vieler hohen Militärs beschlossen gewesen.

Paris, 11. December. DaSEcho de Paris" meldet, daß die Abhaltung des nächstjährigen großen Manövers in Bourgogne unter General Negrier stattfindet.

London, 11. December. Nach einer Meldung aus Shanghai sind die Japaner jetzt gezwungen, die Ver­waltung Koreas zu übernehmen.

Warschau, 11. December. Der Zar gewährte das an ihn gerichtete Gesuch mehrerer jüdischen Familien aus Galizien und Deutschland, auf unbestimmte Zeit in Warschau Aufenthalt nehmen zu dürfen. Derartige Gesuche wies der Generalgouverneur Gurko bisher stets zurück.

H. Frankfurt a. M., 12. December. Heute Morgen verschied die Baronin Louise von Rothschild, Gattin des verstorbenen Barons Mayer Carl von Rothschild, im Alter von 75 Jahren.

totale» nnö provinzielle*

Gießen, den 12. December 1894.

* Reichsgerichtsralh Dr. Gilmer f. Wie derFrkf. Ztg." und derKöln. Ztg." übereinstimmend gemeldet wird, ist der neu ernannte Reichsgerichtsrath Dr. Gilmer gestern in Leipzig gestorben. (Herr Dr. Gilmer ist, wie wir erfahren, einem Schlaganfall erlegen. Er war, wie sich unsere Leser gewiß noch erinnern, eine Reihe von Jahren hier als Stadtgerichtsaffeffor wie später als Amtsrichter thätig, wurde dann als LandgerichtSrath nach Darmstadt und vor Kurzem an Stelle des Herrn Dr. Buff ans Reichsgericht nach Leipzig berufen. Red.)

** Parlamentarisches. Der Vierte Ausschuß der Zweiten Kammer hält am Mittwoch den 19. December, Vormittags lO1/^ Uhr, eine Sitzung ab zur Berathung über: 1) Antrag des Abg. Freiherrn Dael v. Köth, Schulunterricht betr.; 2) Antrag des Abg. Muth, die Errichtung eines Amts­gerichts im Bezirk Herbstein, sowie die Gesuche der Orts­vorstände von Crainfeld rc., die Errichtung von Amtsgerichten in Freiensteinau und Nieder-Moos betreffend- 3) Antrag des Abg. Metz (Darmstadt), den Exercier- und Schießplatz für Worms betreffend.

* Zweite Handelskammer in Oberhessen? Die Bemüh­ungen der Bürgermeisterei zu Friedberg sowie der dortigen Handels- und Verkehrsinteressenten, in Friedberg eine Handelskammer ins Leben zu rufen, haben, wie der Franks. Ztg." geschrieben wird, neuerdings den Erfolg gehabt, daß die Großh. Regierung in den Städten und größeren Ortschaften des Kreises eingehende Erhebungen ver­

anstalten und die Jntereffenten zu persönlicher Besprechung einladen ließ, um die Bedürsnißsrage zu erörtern. Nachdem bk Ergebnisse dieser Erhebungen günstig ausgefallen sind, erwartet man, daß die Großh. Regierung die Bedürfntßfrage bejahen und der neu zu gründenden Handelskammer einen jährlichen Zuschuß bewilligen werde. Die Handelskammer Friedberg soll zunächst den Kreis Friedberg umfassen, doch werden späterhin auch die Kreise Schotten und Büdingen ein­bezogen werden.

** Nationalliberaler Verein. In der gestrigen MonatS- veriammlung hielt Herr Schl en ke einen Vortrag über den Bund der Landwilthe und die nationalliberale Partei. Herr Schlenke erörterte zunächst die Ursachen, die zur Gründung des Bundes der Landwirthe geführt, beleuchtete und erklärte die bei Beginn der Bewegung mehrfach hervorgetretene Exaltation der Agitation und der Beschwerden und besprach zum Schluß die zur Abstellung des Nothstandeö einzuschla« genden Wege und die Stellung, welche die nationalliberale Partei hierbei einzunehmen habe. Aus dem interessanten Vortrage und der sich daran anschließenden Discussion können wir hier nur Einzelnes herausheben und mittheilen. Redner findet den Nothftand in der feststehenden Thatsache, daß die Getreidepreise im Laufe des letzten Jahrzehntes um 50 Proc. gesunken, während die Arbeitslöhne, die Belastung des Grund­besitzes mit Steuern, Arbeiterversicherungsbeilräge u. s. w. guuz erheblich gestiegen sind, sodaß der gegenwärtige Preis des Weizens z. B. mit 6^/z Mk. pro Gentner nicht mehr bie auf 79 Mk. sich beltrusenben Productionskosten beckt. Die Ursachen für dieses Sinken der Getreidepreise sind mancherlei Art: Eröffnung neuer und Verbilligung der vor- handenen Verkehrswege aus den bereits billiger producirenden Ländern, Rußland und Amerika insbesondere. Die fortge­setzte Unterstützung, die die russische Regierung durch Anlage großer Getreidesilos und durch Beleihung derselben, durch den Bast neuer Eisenbahnen und Canäle der russischen Land wirthschaft zu Theil werden läßt, und Hand in Hand hiermit gehend die Beseitigung der Schutzzölle und der Abschluß der Handelsverträge, von welch letzteren heute nur feststeht, daß fte dem Reich eine Einnahmequelle von vielen Millionen ge­nommen, der Industrie nicht wesentlich genützt und der Land- wirthschast nur geschadet haben. Von der nalionalliberalen Partei verlangt Redner nicht, baß fie nun allen von agra­rischer Seite ausgehenben Anträgen unb Vorschlägen ihre Zustimmung ertheilt, ist Redner doch selbst bee Ansicht, baß 8- B. ber Antrag Kanitz auf Festsetzung eines Minimalpreises practisch undurchführbar ist, sondern die Partei soll nur rückhaltlos den vorhandenen Nothftand anerkennen und, wie es auf dem Frankfurter Partei-Tage bereits geschehen, aus eigener Initiative die Klinke der Gesetzgebung zur Besserung der landwirthschastlichen Verhältnisse in Be­wegung setzen. Herr Schlenke erEenntQ im Laufe ber Debatte an, baß bie nationalliberale Partei .unseres Wahl­kreises in ben letzten Jahren fortgesetzt bemüht gewesen sei und es als ihre erste Aufgabe betrachtet habe, bie Interessen ber Lanbwirthschaft zu unterstützen und zu förbern, wie bies äußeren AuSbruck in der Aufstellung eines Landwirths als Candidaten für den Reichstag im vorigen Jahre gefunden habe unb er ist überzeugt, baß dies in unserem Kreise auch in Hinkunft der Fall sein werde. Die Ausführungen des Vortragenden fanden nur insoweit Widerspruch, als bemerkt wurde, daß es zunächst Pflicht ber Landwirthe gewesen sei, Anträge und Vorschläge zur Hebung ber Lanbwirthschaft vor bie gesetzgebenben Körperschaften zu bringen unb es ihr bis jetzt leider nicht gelungen sei, gangbare Wege zu zeigen. Wie der Antrag Kanitz, so sei eine ganze Reihe, die meisten der übrigen vorgeschlagenen gesetzgeberischen Maßnahmen ent­weder practisch undurchführbar, ober von schäblichen Neben­wirkungen begleitet, bie ihre Verwirklichung unmöglich machen, so z. B. bie Beschränkung ber Belastung bes Grunbdesitzes mit Hypothekschulden, bie Verwandlung ber Hypothek- in Rentenschulden, ber Ersatz der baaren Abfindung, das An­erben durch Renten, das Heimstättengesetz u. A. m. Es sei deshalb der nationalliberalen Fraction im Reichstage bei allem Wohlwollen für bie Lanbwirthschaft teiber nicht möglich ge­wesen, solchen Vorschlägen ihre Zustimmung zu ertheilen. Man hoffe, daß es in reger Mitarbeit ber Partei nun gelingen werde, taugliche Maßregeln zu finden. Als solche wurden im Laufe der Debatte allseitig anerkannt: Regelung und Herabsetzung ber Grundsteuer, Beseitigung des Ein­flusses ber Börse auf die Getreidepreise, Einrichtung einer genossenschaftlichen Lagerung unb Verwerthnng bes Ge­treides u. a. m. im Sinne der Vorschläge des Frankfurter Parteitages. Die sehr animhte Discussion hielt die Ver­sammlung bis zur späten Stunde zusammen. In ber nächsten am 8. Januar ftattfinbenben Versammlung wird Herr Pro­fessor Dr. Wimmenauer über bie lanbwirthschaftliche Alters- unb Jnvalibitäts-Versicherung sprechen.

H. Neues Theater. Zum zweiten Mal sahen wir gestern Abend bas Blumenthal-Kabelburg'sche LustspielGroßstadt- lüft." Das Stück, von Herrn Otto in Scene gesetzt, hatte auch biesmal einen großen Lachersolg. Neu waren uns Herr Nie meier in ber Rolle bes Fabrikanten Schröter unb Fräulein Ger lach als Frau Dr. Crusius. Beibe sind tüchtige Schauspieler unb burch ihre Vertretung tiefer Rollen konnte bie Gesammtbarstellung nur gewinnen. Besonbers Herr Niemeier bot eine prächtige Leistung, inbem er bem engherzigen Kleinstädter doch stets einen vornehmen Zug zu verleihen wußte. Auf weitere Einzelheiten brauchen wir nicht einzugehen, da wir schon in ber Besprechung ber ersten Aufführung des Stückes ausführlich gewesen sind. Wir wollen nur Herrn Heyne hervorheben, der den in Lubwigs- walde eingeeiften und nun zahm geworbenen ehemaligen flotten Burschen mit packenber Lebenswahrheit darzustellen verstaub. Die Gesammtaufführung war frisch und flott unb ber Beifall bes Publikums, bas selbst von einem Hauche Großstabtluft" angeweht zu sein schien, steigerte sich von Act zu Act. Wie wir hören, soll am Freitag d. 21. d. M. SudermannsSchmetterlingsschlacht" gegeben werden. Möge

das neueste Stück des berühmten Dichters Herrn ReinerS' ein volles Haus machen.

** Panorama. Von morgen Donnerstag ab gelaugt im Panorama eine ganz neue, hochinteressante Abtheilung zur ?o6Jo?Un9: "Die Russenfeste in Parts und Toulon 189 3 . Die Momentaufnahmen sind eigens für das Pano­rama angefertigt. Es sind sämmtlich vorzügliche plastische Bilder. Ein ganz besonderes Interesse werden die umfang­reichen Panzerschiffe (französische und russische) mit ihre« Panzerthürmen und Geschützen namentlich beim Militär erregen. Nicht weniger unterhaltend dürfte der Volksverkehr, beflaggte Straßen, Blumen-Corso der russischen Offiziere, französische und russische Matrosen Arm in Arm gehend sein, ferner die Auffahrten der Offiziere rc., bas Leichenbegängniß von Mac Mahon mit den französischen Truppen, bie französischen und russischen Offiziere, der deutsche Botschafter Graf Münster und Gefolge rc.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer- wehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Groß Herz o gs vom 6. October den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Alsfeld: Werner Müller III., Jacob K l t u g e l h ö f f e r , Georg Ludwig Schneider, Ferdinand Berk, Jakob Müller V., Konrad Klin g elhö f fer V. unb Wilhelm Marten.

** Freisprechung. Die vor einigen Tagen erfolgte Ver­haftung bes Einjährigen B. im hiesigen Regiment wurde heute nach erfolgter Untersuchung aufgehoben und derselbe vollständig freigesprochen. Es stellte sich heraus, baß lediglich bie Denunciation wegen Majestätsbeleibigung eine grunblose, wohl mehr ein Racheact war. (Anm. b. Red. Da mir gerüchtweise auftauchende Nachrichten nicht veröffentlichen, sahen wir von jeder Mittheilung bis zur genauen Feststellung des Thatdestandes ab.)

* * Wasserwerk betr. Wir machen hiermit unsere Leser auf die heutige Bekanntmachung des Gas- und Wasserwerks betr.Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasserleitungen" aufmerksam.

* * Der erhöhte Druck der Wasserleitung machte sich heute Vormittag wieder geltend durch einen Röhrenbruch am Asterweg. Der Schaden konnte sofort beseitigt werden.

* * Die Eisbahn des Eisvereins konnte heute infolge des in voriger Nacht eingetretenen Frostes eröffnet werden.

* * Rückgang des Sparfinus? Aus dem Kreise Schotten wird berichtet, daß dort die Pfennigsparkassen im Verfall begriffen seien. Nach einer soeben veröffentlichten Übersicht sind von 22 im Sparkaffebezirk Schotten im Jahre 1883 vorhandenen Pfennigsparkaffen 12 wieder eingegangen. 3u ben 10 noch bestehenden beläuft sich ber Capitalbestand Ende 1893 auf 30813 Mk. Diesen beklagenswerthen Nieder­gang haben, so wird angenommen, verschiedene Ursachen herbeigeführt, bie hauptsächlichste ist aber barin zu suchen, bafc es innerhalb ber einzelnen Gemeinben an Männern fehlte, welche nicht blos bas Interesse an ben Kaffen lebenbig er­hielten, sondern auch uneigennützig ein Opfer an Zeit und Mühe für bie gute Sache nicht scheuten. Wie wir bereits berichteten, hat auch die Gießener Pfennigiparkaffe im letzten Geschäftsjahre eine Mindereinnahme von über 700 Mk.

** Schulstatistisches. Nach einer soeben ausgegebenen Schulstatistik kommen lt.Darmst. Tägl. Anz." gegenwärtig durchschnittlich in Mainz 55, in Gießen 56. in Worms 57, in Darmstadt 59 unb in Offenbach 70 Kinder auf eine Schulklasse.

-f-. Zu bem Artikel aus Illnhausen in Nr. 291, erstes SBlatt, des Gießener Anzeigers erhalten wir folgende Zu­schrift: Das Project, bie Brachtq uellen bei Illnhausen unb Kirchbracht nach Frankfurt a. M. behufs ber Wasser­versorgung zu leiten, ist noch nicht befinitiv genehmigt. Es unter­liegt zunächst ber Prüfung ber Regierungen bes Königreichs Preußen und des Großherzogthums Hessen, da die Bracht in den Gemarkungen Jllnhauien, Bös - Gesäß, Burgbracht und Hitzkirchen die Grenze zwischen beiden Staaten bildet. Be­dingung der Genehmigung des Projects ist aber vor Allem, daß ber Bracht minbestens so viel Wasser, als ben Quellen entnommen wirb, wieder zugeführt werden muß. Diese Wiederzuführung soll auö einem oberhalb Illnhausen anzu­legenden Sammelweiher erfolgen. Nach dem Project soll mehr Wasser zugeführt als entnommen werden. Deshalb kann von Entziehung einer Wafftrmenge für bie dortige Gegend nicht bie Rebe sein. Dieselbe wird vielmehr niemals mehr einem eigentlichen Wassermangel ausgesetzt fein, falls bas Project zur Verwirklichung gelangt.

-o- Schotten, 11. December. Bei uns haben die Holz. Versteigerungen begonnen. Es kamen Bau-, Brenn- unb Nutzhölzer zum Ausgebote. Die Preise sinb mäßig und gehen nicht über die Tarifsätze hinaus. Die Bau- und Nutz­hölzer lagern etwa 5 bis 10 Kilometer von ben Eisenbahn­stationen Schotten, Gedern und Rainrod an ben Nebenbahn­linien SchottenNidda unb GebernStockheim.

Mainz, 11. December. Der Bataillonstambour bei 87. Infanterie-Regiments, Knaus, hat sich von hier auf drei Jahre nach Afrika unb zwar nach Dar- es- Sal aam, begeben, um in ber afrikanischen Schutztruppe die Stelle eine# Musikdirigenten zu übernehmen.

Vermischtes.

* Lieguitz, 9. December. Ein weiblicher KriegS- Jnvalide im wahren Sinne des Wortes ist die hier wohn­hafte Wittwe Grauer. Dieselbe war vom Jahre 1860 a* beim 2. Bataillon des hiesigen Grenadier-Regiments Nr. 7 König Wilhelm I." bei allen Manövern als Marketenderin tbätig und machte als solche die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit. Bei Belfort ging es ihr schlecht- hier hatte sie das Unglück, vom Wagen zu fallen, während sie in der Nähe von Versailles von ber Cavallerie Übetritten wurde; in beiben Fällen trug sie schwere Verletzungen davon, welche