gegen das Bauspeculantenthum, indem den Handwerkern das Pfandrecht an Baugrundstücken gewährt wird. Bei Zwangsversteigerungen soll der von den Bauhandwerkern zu beanspruchende Lohn gleichberechtigt mit dem reellen Werthe der Baustelle sein. Bei Vergebung öffentlicher Arbeiten sollen nur Jnnungsmitglteder berücksichtigt werden und die Cautionen der Unternehmer nicht mehr als fünf Procent betragen. Ein Antrag auf Anschluß an den Allgemeinen Deutschen Handwerkerbund wurde nach längerer heftiger Debatte angenommen.
Stuttgart, 11. September. Der dritte Verbandstag des Freien Deutschen Bäcker-Verbandes nahm in seiner gestrigen Sitzung als Ort für den nächsten Verbandstag (1896) Wiesbaden, Mannheim und in dritter Linie Heilbronn in Aussicht. Als ersten Vorsitzenden wählte die Versammlung Fr. Schlatterer-Stuttgart; die Wahl der übrigen vier Vorstandsmitglieder bleibt dem zukünftigen Vorort Stuttgart überlassen. Dem Kasfirer wurde Entlastung ertheilt.
Loudon, 11. September. „Times", „Daily Telegraph" und „Standard" bezeichnen die Gerüchte, wonach die chinesischen und japanesischen Befehlshaber auf Korea in Unterhandlungen zur Herbeiführung eines Waffenstillstandes eingetreten wären, für unbegründet.
Loudon, 11. September. Nachrichten aus Shanghai besagen, daß die chinesische Armee im Norden Koreas in bedauernswerther Lage ist. Die Generäle seien unfähig, die Offiziere unzufrieden und die Soldaten dtsciplinlos. Ueberschwemmungen haben die Positionen zerstört. Lebensmittel fehlen. Die chinesischen Positionen seien unhaltbar. Die Dampfschiffe transportiren die Maaren unter britischer Flagge, weil sie kein Vertrauen in die chinesische Flotte haben. Mehrere Kaufleute wurden verhaftet, weil'sie gezögert haben, die von der Regierung geforderten Geldmittel zu liefern.
London, 11. September. Heute wurde in der Notre- Dame-Ktrche eine Trauermesse für den Grafen von Parts abgehalten. Alle regierenden europäischen Fürsten sandten Condolenz-Telegramme.
Belgrad, 11. September. Wie festgestellt wurde, entbehrt die sensationelle Meldung, auf den König Alexander sei auf der Fahrt im Eisenbahnzuge ein Attentat durch Steinwürfe ausgeführt worden, der Begründung, da sich herausstellte, daß Kinder längs des Bahngeletses sich mit Steinen bewarfen, wobei sie zufällig zwei Fenster eines Waggons trafen, die zertrümmert wurden.
Washington, 11. September. Die amtliche Statistik stellt das diesjährige Ernteergebniß der Vereinigten Staaten von Nordamerika wie folgt fest: Mats 63,4, Hafer 77,8, Gerste 71,5, Roggen 86,9, Getreide überhaupt 83,3, Baumwolle 85,9.
Gießen, den 12. September 1894.
* * Aus dem Gerichtsdieust. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters beauftragt: 1) der Gerichtsassessor Dörr in Offenbach bei dem Amtsgericht Darmstadt I, 2) der Gerichtsaffessor Dr. Ackermann in Darmstadt bet dem Amtsgericht Langen, 3) der Gerichtsassessor Eckstein in Darmstadt bet dem Amtsgericht Nidda, 4) der Gerichtsaffessor Dr. Langsdorf in Darmstadt bet dem Amtsgericht^Vtlbel, 5) der Gerichtsaffeffor Dr. Messer in Mainz bei dem Amtsgericht Worms. — Ferner wurden beauftragt: 1) der Hilfsgerichtsschreiber Kalt in Groß-Umstadt mit Wahr- nehmung der Dienftverrichtungen eines Gerichtsschreibers bei dem Amtsgericht Altenstadt, 2) der Gerichtsschreiber-Aspirant Werner in Langen mit Wahrnehmung der Djenstver- richtungen eines Hilfsgerichtsschreibers bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt.
* * Ernannt wurde der Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Altenstadt Josef Streu der zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Fürth.
* * Die Kronprinzessin von Schweden passirte heute Morgen i 8 Uhr 7 Min. auf der Reise nach Frankfurt und Karlsruhe die hiesige Station.
* * Feuer. Gestern Abend gegen 7 Uhr brach in der bei der Badenburg gelegenen Ockermühle der Firma Cohn Feuer aus, welches die Mühle zum größten Theil zerstörte.
* • Cholera. Aus Bürgeln wird amtlich gemeldet, daß keine neuen Erkrankungen vorgekommen seien. Den bisher Erkrankten geht es gut.
W. Fahueu für die vierten Bataillone. Heute am 12. September 915 Uhr Vormittags hat zum ehrenden Ge- dächtniß an des Hochseligen Großherzogs Ludwig IV. Kgl. Hoheit auf dem Felde nordwestlich Bahnhof Ober-Ramstadt Seine Königl. Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig den vierten Bataillonen Seiner Infanterie-Regimenter Fahnen verliehen. Mit der Uebergabe der Fahnen durch Seine Königl. Hoheit persönlich war eine militärische Feier nebst Feldgottesdienst verbunden. Außer dem Dtvisionscommandeur, dem Stadtcommandanten von Darmstadt, sämmtlichen Brigade-, Regiments-, Bataillons- und Abtheilungscommandeuren nebst Stäben waren zur Fahnenverleihung das erste und vierte Bataillon Regiments Nr. 115 (letzteres zur Zeit auf volle Friedensstärke formtet)/ sowie von den Regimentern Nr. 116, 117 und 118 je eine Fahnensection mit Fahnenträger und einem Lieutenant befohlen. — Somit rückt unser Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm bei Schluß des Manövers am 19. d. M. mit vier Fahnen ein.
W. Uebuugscompaguie. Heute ist aus dem Manöver- gelände bei Rewheim Herr Hauptmann Weimer vom diesseitigen Regiment nebst zwei Offizieren, acht Unteroffizieren, sieben Gefreiten urb zwei Spielleuten, die zur Hälfte der 50. Infanterie-Brigade entnommen sind, hier eingetroffen, um morgen eine hier zu formirende Uebungscompagnie von 107 Volksschullehrern aus dem Bereiche des 11. Armee- cvrps auf die Dauer von sechs Wochen zu übernehmen. Die
Unterbringung der Compagnie erfolgt in der Zeughauskaserne und wird dafür bei Rückkehr des Regiments für die Nacht vom 19. bis 20. (dem Entlassungstag der Reserven) vom zweiten Bataillon eine entsprechende Anzahl von Unteroffizieren und Mannschaften in Bürgerquartiere verlegt.
* * Die Mauovertruppen nuferer hessischen Division, welche in der Gegend um die Tromm und Neunkircher Höhe im Odenwalde concentriert sind, haben durch das beinahe winterliche Wetter, das dort herrscht, viel zu leiden. Unmöglich können die Truppen biwakieren,- denn seit Freitag hat es an verschiedenen Orten geschneit. Am Samstag fiel auf der Tromm so starker Hagel, daß mehrere Touristen an den Abhängen der Tromm sich kräftig mit Schneeballen bombardierten.
* * Erhöhung der Unteroffizier-Besoldungen. Wie verlautet, wird der nächste Voranschlag der Heeresverwaltung für die laufenden Ausgaben eine nicht unerhebliche Steigerung aufweisen. Veranlaßt wird diese durch Mehrforderungen sein, die durch eine wesentliche Erhöhung der Besoldung der Unteroffiziere, Sergeanten und Feldwebel entstehen werden. An den maßgebenden Stellen ist man zu der Ueberzeugung gelangt, daß es nur auf diesem Wege möglich sein werde, die drohenden Lücken im Ausbildungspersonal des deutschen Heeres rechtzeitig auszusüllen.
* * Kirchliche Dienstnachrichten. Der von dem Fürsten zu Jsenburg-Birftein auf die evangelische Pfarrstelle zu Offenthal präsentirte Pfarrassistent August Wolf zu Offenbach, der von dem Fürsten zu Hohensolms-Lich auf die evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen präsentirte Pfarrverwalter Philipp Ritter daselbst, die durch die Decanatssynode des Decanats Schotten für die Zeit bis Herbst 1898 vollzogene Wahl des evangelischen Pfarrers Emil Münch zu Ulfa zum Decan und des Pfarrers Georg Bayer zu Ulrichsteim zum Stellvertreter des Decans des Decanats Schotten, der von dem Grafen von Solms Laubach auf die evangelische Pfarrstelle zu Laubach präsentirte Pfarrer Theodor Nebel von Höchst wurde bestätigt,- der evangelische Oberpfarrer Georg Adam Wagner zu Michelstadt wurde auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt. Ernannt wurde: Pfarrverwalter Zaubttz zu Bischofsheim zum Hilfsgeistlichen an der unirten Gemeinde zu Offenbach. — Zur Wiederbesetzung find ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Dexheim, die evangelische Pfarrstelle zu Wieseck.
* * Bei der' Znvaliditäts- und Altersverficheruugsanstalt für das Großherzogthum Hessen in Darmstadt gingen im Laufe des Jahres 1893 149 418 Quittungskarten ein- hierunter befanden sich 136839 Quittungskarten der eigenen Anstalt und 12579 Quittungskarten fremder Versicherungsanstalten. Altersrenten-Anträge wurden als unerledigt aus dem Jahre 1892 15 übernommen, neu im Jahre 1893 wurden 483 erhoben- von diesen 498 Anträgen wurden 413 durch Rentenfestsetzung, 64 durch Ablehnung des Anspruchs und 5 auf andere Art (Tod des Bewerbers, Zurücknahme des Antrags) erledigt, so daß 16 Anträge unerledigt blieben. Jnvalidenrenten-Anträge wurden als unerledigt aus dem Jahre 1892 13 überommen, neu erhoben wurden im Jahre 1893 600 Anträge - von diesen 613 Anträgen wurden durch Rentenfestsetzung 472, durch Ablehnung des Anspruchs 116 und auf weitere Art (Tod, Zurücknahme des Antrags)' 8 Anträge erledigt, und es blieben demnach 17 Anträge unerledigt. Im Ganzen wurden bis jetzt seit Inkrafttreten des Gesetzes 675 Invalidenrenten bewilligt, von denen durch Tod des Berechtigten oder aus sonstigen Gründen im Jahre 1892 27 und im Jahre 1893 135 Renten in Wegfall kamen, so daß am Schluffe des Jahres 1893 513 Jnvalidenrentner vorhanden waren.
§ Aus dem Ohmthal, 10. September. Die letzten Regenfälle waren wieder so stark, daß die Ohm über ihre Ufer trat und die im Thal gelegenen Wiesen unter Wasser setzte. Dem hier auf Kegeln sitzenden Grummetgras vermochten gestern die Leute sich nicht zu nähern, erst heute, nachdem das Wasser sich etwas verlaufen, können dieselben das meist nasse Grummet an trocken gelegene Stellen schaffen. Das ohnehin nasse Land ist durch die abermaligen starken Niederschläge so mit Feuchtigkeit, recte Wasser durchdrängt, daß man überall auf dem Boden tief einsinkt. Die Kornsaat verspätet sich hierdurch um Wochen.
△ AuS dem Kreise Alsfeld, 9. September. Nachdem die Zw et sch en sich zu bläuen begonnen, läßt sich erst die ungewöhnlich reiche Tracht der Zwetschenbäume übersehen. So reich beladen, erblickt man dieselben hier nur selten. Die Pflaumen, die gleichfalls in großer Menge gediehen, sind hier noch nicht alle geworden- die späten Arten beginnen jetzt erst zu reifen. So löst die eine Obstsorte in diesem reich gesegneten Obstjahre die andere ab. Die Birnen sind inzwischen mit Ausnahme der Spätsorten reif geworden und die Honigbereitung hat ihren Anfang genommen. Auch dem ärmsten Manne ist es dies Jahr vergönnt, Honig zu kochen, indem er das Obst hierzu bei Versteigerungen billig erwerben kann. Die Aepfelbäume hängen hier gleichfalls sehr voll, nach unserer Beobachtung voller wie in der Wetterau. Bemerkenswerth bleibt die reiche Tracht der noch jungen Obstpflanzungen an den Staatsstraßen. Sind auch die Bäumchen meist noch klein, so sind sie doch vielfach mit den schönsten Früchten reich beladen. Daraus läßt sich jetzt schon ein Schluß auf die Rentabilität dieser Musterpflanzungen ziehen, wenn dieselben einmal völlig erwachsen sind- sie müssen als ein Segen für unsere früher nichts weniger als obstreiche Gegend angesehen werden. Nachdem auch das vorausgehende Jahr schon als ein Obstjahr sich erwiesen, ist es klar, daß alle Obstbäume nach der diesjährigen reichen Ernte in einem erschöpften Zustande sich befinden. Wenn ohnehin eine Düngung der Obstbäume in jedem Jahre erforderlich, so ist dieselbe jetzt doch unbedingt geboten, sollen anders nicht die Bäume wieder mehrere Jahre unfruchtbar bleiben. Da gerade um diese Zeit die Obstbäume die Tragknospen für das kommende
Jahr bilden, so jift diese Düngung jetzt am zweckmäßigsten.. Man mache zu diesem Zwecke in einiger Entfernung von den Stämmen Löcher in die Erde und gieße sie voll mit Jauche. Verdünnt braucht dieselbe in diesem Jahre nicht zu werden, da der Boden Waffer genug besitzt. Wer so seinen Obstbäumen die nöthige Pflege angedeihen läßt, wird auch im nächsten Jahre nicht ganz ohne Obst bleiben, das hierfür die Kalenderregel: donnerts im September, so gibts im nächsten Jahre viel Obst — und gedonnert hats schon in diesem Monate — verheißend in Aussicht stellt.
M Au8 dem Vogelsberg, 11. September. Innerhalb einer Woche haben zwei Menschenleben durch Selbstmord geendet. Während vor einigen Tagen der 73 Jahre alte Johannes Schneider III. von Steinfurt seinem Leben durch Erhängen ein Ziel setzte, erhängte sich heute in Gunzenau der 83 jährige Heinrich Herchenröder in einem Zustande geistiger Umnachtung.
Darmstadt, 11. September. Heute Vormittag 12*/, Uhr fand in öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten Versammlung die Wahl eines besoldeten Beigeordneten statt. Sie fiel, mit allen Stimmen (33 Herren waren anwesend) auf Herrn Rechtsanwalt Köhler hier. Dem Wahlacte vorher ging eine etwa einstündige Besprechung in geheimer Sitzung^ Vor Eintritt in die Wahlhandlung gab Herr Oberbürgermeister Morneweg die Namen sämmtlicher Bewerber bekannt. Es sind dies die Herrn Rechtsanwalt Meiser in Köln, Gerichtsassessor Lombrink in Rheine, Rechtsanwalt König in Barmen, Rechtsanwalt Willmann in Suhl, Rechtsanwalt Köhler in Darmstadt, Regierungsbaumeister Wtßmann in Gießen, Baumeister Merz in Barmen, Bürgermeister Ziethen in Naugard und Gerichtsaffeffor Nau in Marburg. Die Wahl Köhlers erfolgte auf 12 Jahre mit einem Gehalt von 6000 Mk. für die ersten 6 Jahre, von da ab beträgt das Gehalt 7000 Mk.
A Mainz, 11. September. Heute wurde die Tochter eines höheren richterlichen Beamten aus der Provinz gefänglich hier eingebracht. Dieselbe ist des Diebstahls von Schmuckgegenständen beschuldigt. Da das Mädchen schon mehrfach Selbstmordversuche gemacht hat, so findet eine strenge Ueberwachung desselben statt.
A Mainz, 11. September. In Bezug auf die im Reichsjustizamt ausgearbeiteten Vorschläge zur Abänderung der Concursordnung hat die hiesige Handelskammer auf das Rundschreiben der Regierung hin in folgender Weise Stellung genommen: 1) Den Erlaß einer reichsgefetzlichen Gebührenordnung für den Concursverwalter und den Gläubigerausschuß hält die Kammer für unzweckmäßig- 2) Die Ausgestaltung des Gläubigerausschusses zu einem nothwen- digen Beftandtheil des Concursverfahrens befürwortet die Kammer insoweit, als sie dem Richter die Pflicht auferlegd sehen will, bis zur ersten Gläubigerversammlung einen oder mehrere Gläubiger dem Concursverwalter als provisorischen: Gläubigerausschuß beizugeben- 3) Einer Erweiterung der Gläubigerausschusses stimmt die Kammer ebenfalls zu- 4) Die Kammer erkennt es ferner als wünschenswerth an, daß neben der Zahlungsunfähigkeit auch die Uederschuldung als Voraus« setzung zur Concurseröffnung gelten soll- 5) Die Kammer spricht sich dagegen aus, chaß bei fehlender Masse die Kostew des Concurses vom Staate übernommen werden - 6) Die vorgesehene Aufnahme von Vorschriften, um den Gläubigern eine bessere Uebersicht der Sachlage zu ermöglichen, findet den Beifall der Kammer- 7) Die in Aussicht genom* mene Erschwerung des Zwangsvergleichs hält die Kammer im Ganzen für eine falsche Maßregel- 8) Auch von der Ausdehnung der Einwirkung des Concurses auf die persönliche Rechtsstellung des Gemeinschuldners durch Ausschluß von der Uebernahme von Ehrenämtern u. s. w. verspricht sich die Kammer keinen Erfolg - 9) Die beabsichtigte Ausdehnung, der Strafvorschriften befürwortet die Kammer gleichfalls nicht.
Dermtfdytes»
* Wetzlar, 10. September. Gestern Nachmittag Has unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung, namentlich aus den Landorten des Kreises, die Einweihung des neuen' VereinShauses der Evangelischen Gesellschaft- an der Promenade Hierselbst in feierlicher Weise stattgefunden.
* Rheinbrohl, 8. September. Heute Morgen wurden hier im Rheine die Leichen dreier weiblicher Personen geländet. Die Leichen, die anscheinend nur wenige- Tage im Waffer gelegen haben, waren mit dem abgetrennten Saum eines Kleides zusammengebunden. — Die Leichen find die von drei Schwestern Namens Laun, die in Geschäften in Düsseldorf, Duisburg und Dortmund angestellt und 18, 20 und 22 Jahre alt waren. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt.
* Effen, 7. September. In Altendorf a. d. Ruhr stürzten auf Zeche Altendorf südliche Mulde 6 Bergleute in einen Bremsberg: 3 blieben sofort tobt, bie anbcrn 3 sinb so schwer verletzt, baß an ihrem Aufkommen gezweifelt wirb.
* Verben, 10. September. Heute Morgen 7 Uhr wurde der Raubmörder Seidel hier durch den Scharfrichter Reindel hingerichtet.
* Altona, 8. September. Beim 1. thüringischen Infanterie - Regiment Nr. 31 sind umfangreiche Maaren- diedstähle in der Kammer entdeckt worden. Gestohlen sind zahlreiche Commisstiefel, Militärtuch, leinene Hemden, Unterbeinkleider rc. Der Gesammtwenh des gestohlenen Gutes ist ein erheblicher. Der Dieb wurde in der Person des Capitain d'Armes beim 31. Regiment, Peters, ermittelt und zu drei Jahren Festung verurtheilt. Heute wurde der Händler Weiland in Altona, welcher die gestohlenen Sachen zu Spottpreisen angekauft hat, von der Strafkammer I des Landgerichts wegen gewohnheits« und gewerbsmäßiger Hehlerei zu 18 Monaten Zuchthaus verurtheilt. Auch wurde aufr 3 Jahre Ehrverlust erkannt.


