Ausgabe 
11.7.1894
 
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bisher über 60 Millionen Dollars gekostet. Die Gesellschaft der Pennsylvanischen Eisenbahnen erklärte, daß die Aus­ständigen ihr 667 Güterwagen, darunter 100 vollbeladene, verbrannt haben, ebenso 70 Stations- und kleinere Gebäude.

Chicago, 9. Juli. Präsident Cleveland verhängte über Chicago den Belagerungszustand. In den meisten Eisenwerken der Vereinigten Staaten wurde General- ausstand beschlossen.

Aus der neuenMilitär-Beschwerdeordnung

heben wir die wichtigsten Paragraphen hervor:

Beschwerdeordnung.

I. Für den Beschwerdeführer.

1) Jedem Soldaten, welcher glaubt, daß ihm durch unwürdige Behandlung, durch Vorenthaltung geldwerther Gebührnisse oder aus einem anderen Grunde von Vorge­setzten oder Kameraden Unrecht zugefügt sei, ist es gestattet, sich zu beschweren.

2) Jede Beschwerde ist dem Compagnie- u. s. w. Chef unmittelbar und mündlich vorzutragen. Richtet die Beschwerde sich gegen diesen selbst, so ist sie bei dem nächst ältesten Offi' zier der Compagnie u. f. w. anzubringen.

3) Der Soldat darf niemals während oder unmittelbar nach Beendigung des Dienstes, sondern erst am folgenden Tage seine Beschwerde anbringen. Richtet sich die Be­schwerde gegen eine über den Soldaten verhängte Dis- ciplinarstrafe, so darf er sich erst nach der Verbüßung be­schweren.

4) Jede Beschwerde muß innerhalb einer Frist^von fünf Tagen angebracht werden.

5) Wer leichtfertig oder wider besseres Wissen eine auf unwahre Behauptungen gestützte Beschwerde anbringt, wird streng bestraft. Ebenso ist der Soldat strafbar, welcher eine Beschwerde unter Abweichung von dem vorgeschriebenen Dienstwege oder unter Nichteinhaltung der festgesetzten Frist anbringr.

7) Der Soldat hat das Recht, gegen die über seine Beschwerde getroffene Entscheidung innerhalb einer Frist von fünf Tagen an den nächsthöheren Vorgesetzten und so sort bis zur Allerhöchsten Stelle eine weitere Beschwerde ein­zulegen.

II. Für den entscheidenden Vorgesetzten.

3) Jede Beschwerde ist gleichviel, ob sie auf dem vorgeschriebenen Dienstwege und bei Innehaltung der ver­ordneten Fristen angebracht ist oder nicht sachlich zu untersuchen und zu erledigen. Die Entscheidung muß so schnell getroffen werden, als die für Beurtheilung der Be­schwerde unerläßliche Sorgfalt es gestattet. Eine Einwirkung auf den Untergebenen behufs Zurückziehung der Beschwerde ist untersagt und gegen Personen des Soldatenstandes nach Maßgabe des § 117 des Militärstrafgesetzbuchs strafbar. Hierdurch wird indeß die Pflicht des Vorgesetzten nicht be­rührt, den Beschwerdeführer über etwaige unrichtige Rechts­auffassung oder unrichtige dienstliche Anschauung zu belehren. Beharrt in solchem Falle der Beschwerdeführer auf feiner Klage, so hat der Vorgesetzte Entscheidung zu treffen, bezw. herbeizuführen.

5) Die Entscheidung über eine Beschwerde ist dem Beschwerdeführer und dem Verklagten ihrem wesentlichen Inhalte nach mitzutheilen, in jedem Falle schriftlich nieder­zulegen und Seitens des Bataillons u. s. w. aufzubewahren.

8) Sind Beschwerden als unbegründet zurückzuweisen, io wird, soweit nicht §, 152 des Militärstrafgesetzbuchs ent­scheidend ist, im Einzelfalle zu erwägen fein, ob die Auf­rechterhaltung der Manneszucht ein Einschreiten gegen den Beschwerdeführer erfordert. Eine unrichtige dienstliche An- I schauung ist an sich nicht strafbar. Nichteinhaltung der für # bie Anbringung der Beschwerden vorgeschriebenen Frist (fünf j Tage) ist auf Grund des § 1,1 der Diseiplinarstrafordnung j disciplinarisch zu ahnden.

Diese Neuordnung ist ein Fortschritt gegen früher- am meisten sticht gegen früher die Vorschrift ab, daß die Be­schwerde unmittelbar beim Compagnie-, resp. Escadronschef eingereicht werden muß.

Zwölftes Mittelrheinisches Mnfikfest in Darmstadt.

Originalbericht für denGießener Anzeiger".

Dr. M. Darmstadt, 9. Juli 1894.

Das sich an den ersten Concerttag anschließende Garten- f e st fiel in eine milde, mondhelle Sommernacht, die schon in sich eine Fülle von Schönheit trägt und den Aufenthalt im Freien zu einem doppelten Genuß macht. Trotz des großen Menschenandrangs gab es noch Raum und Luft, in den schmalen Promenadenwegen bewegten sich die Gäste unter den Klängen einer Militärcapelle in bester Ordnung auf und ab. Die Illumination war einfach. Lichter in imprägnierten farbigen Papierlaternchen waren in langen Reihen durch die Rondels und Tcppichbeete gezogen worden und nahmen sich auf dem grünen Rasen wie eingesetzte Edelsteine aus.

Lampions hingen in großer Z^hl umher, konnten aber neben dem electrischen Bogenlicht schwer zur Geltung kommen. Von einem Feuerwerk hatte man aus Gründen der Feuer­gefährlichkeit Abstand genommen. Die Vormittagsstunden des Montag (9. Juli.) gehörten einer nicht öffentlichen Probe zum zweiten Concert, zu welcher aber die Ehrengäste und die Vertreter der Presse zugelassen wurden. Hauptsächlich that es Noth, noch einige der so überaus schwierigen Chor- sätze der dramatischen SinfonieRomeo und Julie" durchzu­nehmen. Auch probte Fräulein Nathan, accompagniert vom Capellmeister die Lieder, welche sie am Nachmittag vor größerem Auditorium zu wiederholen hatte.

Der Schwerpunkt des Concerts ruhte auf der dramatischen Sinfonie vo« Hektor Berlioz, zu deren Gelingen Capellmeister de Haan fein redlichstes Streben und seinen besten Künstlerfleiß aufgeboten hatte.

Das Werk, welches zu einem Theil Sinfonie, zum anderen Melodram, zum dritten Oper ist, verlangt ein Orchester, welches sich an modernen Größen geschult hat, Chöre, die des öfteren zu umfassenderen Aufgaben herange­zogen werden, und endlich auch einen Hörerkreis, der durch keine ästhetischen Vorurtheile an der willigen und freudigen Ausnahme des Neuen behindert ist.

Ehedem legte man Berlioz die Mischung der Formen, in welcher dieser geniale Kopf sich besonders gefiel, als Mangel künstlerisch einheitlicher Gestaltung aus. Heute weiß man so ziemlich auf der ganzen Linie der gebildeten Musiker, daß der Schöpfer derSinfonie fantastique und derFaust­legende" unmittelbar nach Beethoven kommt.

Wie viel unser Richard Wagner, vielleicht unbewußt, von dem großen französischen Antipoden und Widersacher gelernt und angenommen hat, läßt sich garnicht so ins Einzelne verfolgen.

Das reiche, blühende Kolorit der Instrumentation ist beiden Meistern gemein. Auch das, was bei Wagner alsLeitmotiv" auftritt, das Anklingen eines musikalischen Gedankens, der dann zur Characterisirung der nämlichen Situation später wieder ausgenommen und weiter geführt wird, findet sich schon bei Berlioz und zwar in der Weise, daß eine Phrase, die zuerst in vocaler Form erscheint, dann in instrumentalem Gewände wiederkehrt.

Nicht hoch genug anzuschlagen ist die Arbeit, welche die Herren vom O r ch e st e r leisteten. Fein, scharf und temperament­voll wurde selbst der kleinste Zug herausgearbeitet.

Auch die mächtigen Chore thaten ihre Schuldigkeit, wennschon es dabei ohne einige Schwankungen nicht abging.

Sehr vertraut mit dem Stile Berlioz' erwiesen sich die drei Solisten. Fräulein Charlotte Huhn interpretierte das tief durchdachte Altsolo wahrhaft ergreifend, Herr Willy Birrenkoven war in dem gleichsam aus Nebeltau ge­wobenenMärchen von der Fee Mab" von ent­zückender Feinheit, und Herr Johannes Meschaert als Pater Lorenzo" beherrschte mit Würde und Nachdruck die Schlußstimmung.

Auf die Sinfonie folgten Solovorträge der Damen Huhn, Nathan und des Herrn Birrenkoven, welche vom Publikum mit herzlicher Freude und ehrendem Applaus begrüßt wurden.

Dann kam Brahms'Triumphlied", das zwar an die Tiefe desSchicksalsliedes" und derNänie" nicht heranreicht, aber immerhin dem Dankgefühl über denSieg der deutschen Waffen" im Jahre 70 und 71 einen macht­vollen, in die Hohe führenden Ausdruck giebt. Schon der Anschluß an den Text der Offenbarung Johannes (Capitel 19) zeigt zur Genüge, daß es dem Componisten um mehr als um einen musikalischen Gelegenheitstoast aufs Vaterland zu thun war.

Seit der ersten Aufführung des Triumphliedes in Karls­ruhe unter Levis Leitung sind 22 Jahre verstrichen. Das Werk wird immer nur da in Erscheinung treten können, wo sich zu seiner Bewältigung ein enormer Orchester- und Chor­apparat bietet.

Auf unserem Darmstädter Musikfest war solches der Fall, und so gelangte denn die Tonschöpfung zu ihrem vollen Recht. Das Concert dauerte mit Pause von 4 bis 8 Uhr. Vor Beginn brachte der Präsident Professor Dr. Klingel- hoeffer ein Hoch auf Großherzog und Großherzogin aus, die beide nebst Gefolge in ihrer Loge dem Concert beiwohnten.

Herr de Haan empfing heute zwei mächtige Lorbeer­kränze.

Ctcalts rrirö KrovLitziette».

Gießen, den 10. Juli 1894.

** Provmzialausschuß-Sitzung. Samstag den 14. Juli d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungs­gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschufses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Gesuch des Heinrich Fabel III. zu Londorf um Erlaubniß zur Erbauung eines neuen Stalles mit Heubühne. 2. Gelände-Enteignung zum Zwecke der Er­weiterung des Gießener Bahnhofs, hier Ausspruch der Ent­eignung. 3. Beitrag der Gemeinde Pohl-Göns zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichts daselbst. 4. Beigeord­netenwahl zu Griedel, hier Recurs wegen Festsetzung der Kosten. 5. Wirthschafts-Concessionsgesuch des Andreas Hedrich von Hopfgarten. 6. Desgl. der Val. Pfeffers Ehefrau von Liederbach.

Auszeichnungen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt: Durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 16. Juni l. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuer­wehr zu Bensheim: 1) Philipp Lulei, Oberbrandmeister, 2) Heinrich Schon, Hornist, 3) Hermann Joseph Deppert, Feuerwehrmann.

** Ernennungen. Ernannt wurden: 1) der Gerichts­vollzieher mit dem Amtssitze in Bingen Wilhelm Popper- lin g zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Alzey, 2) der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Mainz Johann Adam Weiß'zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgerichte Lauterbach, 3) der HilfsgerichtSschreiber bei dem Amtgerichte Gießen Karl Seitz zum HilfsgerichtSschreiber bei dem Amtsgerichte Butzbach- zu Hllssgerichtsschreibern 1) bei dem Amtsgerichte Mainz der Gerichtsschreiberaspirant Wilhelm Hetterich in Mainz, 2) bet demselben Gerichte ber Gerichtsschreiberaspirant Adam Deichelmannin Oppen­heim, 3) bei demselben Gerichte der Gerichtsschreiberaspirant Johann Peter Philipp Müller in Ober-Ingelheim, 4) bei dem Amtsgerichte Schotten der Gerichtsschreiberaspirant Anton Bopf in Offenbach, 5) bei dem Amtsgerichte Wald- Michelbach der Gerichtsschreiberaspirant Adam Weimar , in Darmstadt, 6) bei dem Amtsgerichte Gernsheim der Gerichts- ' schreiberaspirant Nicolaus Distel in Mainz, 7) bei dem

Amtsgerichte Ulrichstein der Gerichtsschreiberaspirant Georg- Peter Knopf in Darmstadt, 8) bei dem Amtsgerichte Orten­berg der Gerichtsschreiberaspirant Daniel Jullmann in Mainz, 9) bei dem Amtsgerichte Gießen der Gerichtsschreiber­aspirant Karl Walbrach in Gießen, 10) bei dem Amts­gerichte Bingen der Gerichtsschreiberaspirant Heinrich Kaiser in Darmstadt, 11) bei dem Amtsgerichte Homberg der Ge- richtsschreiberaspirant Conrad Fleischhauer in Hombergs 12) bei dem Amtsgerichte Nidda der Gerichtsschreiberaspirant Adolf Bodensohn in Seligenstadt.

* * Radfahren. Am Sonntag unternahmen 20 Mitglieder des Gießener Radfahrer-Vereins eine Tour über Londorf HombergAlsfeld zu dem dortselbst stattfindenden Bezirksfeste, und machte hierbei Herr Wilhelm Seipp hier die erstaun­liche Leistung, diese Strecke von ca. 70 km in der Zeit von 41/2 Stunden auf dem Dreirade zurückzulegen.

* * Volksschulen im Großherzogthum Heffen. Nach den neuesten Ermittelungen kommen im Großherzogthum Hessen durchschnittlich auf 1000 Einwohner 157 Volksschulkinder, nämlich in Starkenburg auf 1000 Einwohner 162, in Ober­hessen 161 und tn Rheinhessen nur 147.

* * Eine schöne Handschrift ist eine schöne Empfehlung- ein altes, wahres Wort. Diese zu erlangen bietet sich für alle Diejenigen Gelegenheit, welche nicht über eine solche ver­fügen, in den nächsten Tagen, da der in unserer Stadt be­sonders gut bekannte Kalligraph Herr Gottlieb voraus­sichtlich am 14. d. M. wieder einen Cursus zu eröffnen ge­denkt. Herr Gottlieb darf sich auch hierorts der besten Er­folge bet seinen zahlreichen Schülern rühmen. (Siehe Anzeige.)

* * In Amerika verstorbene Hessen und Hessen-Nassauer. New-Aork City, N. 3).: Jacob Best, 62 Jahre alt, aus Osthofen. Allegheny, Pa.: Frau Isaac Kaufs mann, 37 Jahre alt, aus Beienheim. Nashville, Tennesse.: Georg, Adam Dickel, 76 Jahre alt, aus Grünberg. Sheboygan,, Wis.: Heinrich Erb, 64 Jahre alt,, aus Gießen.

- r. Die Oberhesfische Gesellschaft für Natur- und Heil- künde hielt am 7. Juli ihre Sommer-Generalversammlung in Butzbach ab. Durch besondere unliebsame Gründe war der Besuch von Gießen schwach, besser der von Friedberg und Butzbach. Im Gartensaal des Hessischen Hofes (Joutz) wurden die Sitzung durch Herrn Prof. Dr. Sievers-Gießen er­öffnet. Herr Realschul Director Jäger- Butzbach hielt zuerst einen Vortrag über den Landgrafen Philipp von Butzbach als Freund der Naturwissenschaften. Derselbe hatte bei seinem Schlosse (jetzt Kaserne) einen prachtvollen Lustgarten, vor Allem berühmt war aber seine Sammlung astronomischer In­strumente von hohem wissenschaftlichen Werth, der selbst von Kepler, der sie in Butzbach selbst kennen lernte, anerkannt wurde. Herr Prof. Buchner-Gießen erwähnte dann noch den kläglichen Tod des Landgrafen in Folge der damaligen unvollkommenen Heilmittel, sowie das noch kläglichere Ende: der astronomischen Sammlung, die durch Erbschaft an die Hoch­schule Gießen kam und Mitte unseres Jahrhunderts als altes Messing vertrödelt wurde. Herr Dr. Jh ne-Friedberg sprach dann überVegetationskonstanten". Anknüpfend atr die Arbeiten Hoffmanns auf diesem Gebiete führte er einer­seits die vielen und schwerwiegenden theoretischen Einwände an, die sich gegen alle Versuche, die Vegetationsentwicklung.- in ursächliche, zahlenmäßige Beziehung mit thermometrischen Werthen zu bringen, geltend machen lassen. Andererseits hob er hervor, daß die in manchen Fällen thatsächlich vorhandene Uebereinftimmung der Wärmesummen (zunächst nur für die­selben Species an einem und demselben Orte) doch auf eine bestehende Gesetzmäßigkeit zwischen ihnen und den Vegetations­phasen hindeuten. Deshalb meinte er, daß man den Wärme­summen vielleicht eine andere Auslegung geben müsse als bisher. Die für eine Pflanzenphase an einem Ort ermittelte Wärmesumme ist nicht anzusehen als ein Maß für die Wärme­menge, die diese Pflanzenphase braucht, sondern sie ist anzu- sehen als ein Maß dafür, was dieser Pslanzenphase an Wärme an dem betreffenden Orte zur Verfügung steht, dem sie sich angepaßt hat. Es ist also nicht das Verhältniß von Ursache und Wirkung, sondern das der Akkomodation, welches zwischen Wärmesummen und Vegetationsphasen herrscht. Der Vortragende gab dann noch etliche Punkte an, die für zu­künftige Untersuchungen auf diesem Gebiete zu berücksichtigen sein würden. Hierauf gab Herr Landwirthschaftslehrer Reiche l t-Friedberg ein Bild von der Entwickelungsgefchichte der Blutlaus, in welchem er auf die Beobachtungen von Keßler, Keller, Göthe, Goldi und feine eigenen bezüglich der Lebensgeschlchte dieses Obstbauschädlings näher einging. Daran anschließend, berichtete er über seine Methode zur Conservirung von kleinen Raupen für biologische Zusammen­stellungen. Die Methode besteht darin, daß er behaarte Raupen auf stark erhitztem Kupfer oder Nickelblech schnell trocknet, während er kleine haarlose Raupen in bis zur Siede­temperatur erhitztem Paraffin trocknet, dann mit Benzol das Paraffin lost und mit entsprechend gefärbtem Weingeist die ursprüngliche Farbe wieder regeneriert. Schließlich zeigte derselbe noch Rohseide von Bombyx mori und Saturnia pernis nebst den Cocons der verschiedenen Seidenraupen vor. Erstere^hatte er durch die Güte des deutschen Consulats in Shangai birect von China erhalten. Herr Director Jäger-Butzbach erzählte dann noch über seine kürzlich vor­genommene Untersuchung der Höhle von Oberkleen. Dieselbe liegt nahe dem Dorfe auf einem Berg und führen von da schlotartige Spalten von einer Kammer zu einer tiefer­liegenden. Die Kammern sind eng und niedrig, noch enger die Spalten. Eine Masse Lehm ist hineingeschwemmt und auch Steine. Tropfsteinbildungen kommen kaum vor. Im Lehm fanden sich einige Knochen, aber nur von noch jetzt lebenden Thieren. Herr Prof. Dr. Buchner erwähnte noch, daß er vor vielen Jahren auch in der Höhle war und tiefer kam, als Herr Jäger, dann aber versperrte ein Felsblock die noch tiefer führende Spalte und dieser war nicht bei Seite zu schieben. Er glaubt nicht, daß eine Untersuchung der Höhle mit größeren Geldmitteln entsprechenden wissenschaft- I kichen Erfolg haben werde. Rühmliche Erwähnung verdient