Ausgabe 
11.7.1894
 
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-noch die kleine Ausstellung von Bildern von Alt - Butzbach von Dillich, Meißner und Merian, sowie von Versteinerungen, besonders Triboliten aus Botenrod, Halbopal von Butzbach und anderen Mineralien, sowie eine Sammlung von lebenden, seltenen Pflanzen des Gebietes. Nach gemeinsamem Abend­essen von bekannter Vorzüglichkeit blieb die Gesellschaft noch im Garten vereinigt, bis die auswärtigen Gäste durch die Bahn entführt wurden.

Sich, 9. Juli. Der junge Mensch, welcher einen der Knaben in die Tiefe gestoben hat, wurde in dem Rettungs­haus Hühnlein erzogen. Nachdem er hierher zurückgekehrt war, wurde er zu einem hiesigen Landwirth gegeben, der ihn zur Arbeit verwenden und in strenge Zucht nehmen sollte. Die Früchte der Zucht waren leider keine befriedigenden. Er versuchte, sich bei einem hiesigen Kaufmann durch Fälschung eines Briefes, den er angeblich im Auftrag seines Herrn überbrachte, 10 Cigarren und einen Kragen zu verschaffen. Der Kaufmann ahnte jedoch eine Fälschung und als er den Dienstherrn fragte, erfuhr er die Richtigkeit seiner Annahme. In der Frühe des Tages, an dem er die gräßliche Thal an den Kindern beging, stach er seinem Dienstherrn auf dem Hofe eine Gans tobt und warf diese in den Pferdestall. Seine Verhaftung erfolgte Nachmittags am Orte seiner schrecklichen That, die er vor dem Untersuchungsrichter von Gießen bereits eingestanden hat.

Ruppertenrod, 9. Juli. Die Kirschen sind reif geworden. Obwohl nur sogenannte Vogelkirschen, erfreut sich doch Jung und Alt an ihrem Genuß, zumal sie im Geschmack süßer als die edlen sind. Besonders ist es ein Vergnügen für die Knaben, auf die Kirschbäume zu steigen und Kirschen

zu pflücken und zwar je höher, desto lieber. Wie gefährlich aber dieses Kirschenpflücken immerhin ist, lehrt das nicht seltene Abstürzen. So verlor gestern ein hiesiger, im neunten Jahr befindlicher Knabe auf einem Kirschbaum das Gleich­gewicht, stürzte herab und brach das Bein.

Ober-Florstadt, 7. Juli. Von einem eigenthümlichen Unfall wurde ein junger hiesiger Landwirth betroffen. Als er nämlich gestern das Futter in der Krippe seines einen Pferdes zusammenraffen wollte, biß ihm dasselbe die eine Ohrmuschel bis auf einen kleinen Stumpf vollständig ab.

Darmst. Ztg.

Büdingen, 9. Juli. Eine scheußliche Mordthat wurde gestern Nacht zwischen 11 und 12 Uhr auf dem Wege von Vonhausen nach dem Thiergarten an einem in Frankfurt beschäftigten Arbeiter Namens Heinrich Krist, aus dem Kreise Biedenkopf, verübt. Derselbe war mit einem Freunde hier zu Besuch und gingen diese gestern zur Tanzbelustigung nach Vonhausen. Auf dem Heimwege ist es wahrscheinlich zwischen dem Getödteten und einem dazu gesellten Dritten zu Streitig­keiten gekommen, die denn damit endeten, daß von Letzterem dem Krist mehrere tödtliche Stiche in den Kopf versetzt wurden, und dieser nach Angabe von Augenzeugen bei der Auffindung heute früh geradezu einen ganz entsetzlichen Anblick gewährte. Als muthmaßlicher Thäter ist der Maurer Konrad Gasche aus Langenselbold ins Gefängniß hier eingeliefert worden.

vermischtes.

Ms. Kassel, 9. Juli. Das Opfer seiner Ver­wegenheit wurde ein unbekannter fremder Rad­fahrer, welcher gestern Morgen mit dem ersten Personen­zuge der Marburg-Cölbe-LaaspherSecundärbahn

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eine Wettfahrt machen wollte. Der Sportsmann, zweifellos ein tüchtiger Fahrer, fuhr mir großer Sicherheit und Eleganz mit seiner Maschine nebenher aus der Landstraße und hielt mit dem Eisenbahnzuge, der ja unterwegs häufig anhalren und noch dazu auf den meisten Stationen längere Zeit warten muß, auch tapfer aus. Bei der Station Erndtebrück gewann er sogar infolge günstiger Terrainverhältnisse einen Vorsprung vor dem Eisenbahnzuge und das wurde ihm zum Verhängniß. Er wollte an einer offenen Uebergangsstelle, wo die Chaussee das Bahngeleise kreuzt, noch vor dem ankommenden Zuge hinweg über das Geleise setzen, hatte aber die Entfernung falsch geschätzt, wurde von der Locomotive erfaßt und Nor­den Augen der entsetzten Passagiere in das Geleise geschleudert und in Stücke zermalmt. __________________ _

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Crnteversteigerung

Donnerstag den 12. ds. Mts., Vormittags 9 Uhr, zu Großen-Linden auf dem Gemeindehause werden aus der PH. Velten-

chen Concursmasse folgende Crescentien öffentlich versteigert:

5757

Bekanntmachung

5527

Die Stelle des Schuldieners

Gnauth.

1100 Mk. nebst freier Wohnung und

Gnauth.

5696

Gnauth.

5718

bezogen werden

Lich, den 9. Juli 1894.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

5676]

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Arbeitsvergebung.

Die zum Neubau eines Cokes-

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Thierarzt A. Liebe von Borna-Leipzig zum Schlachthausthierarztund ersten Fleisch­beschauer der Stadt Gießen ernannt, verpflichtet und in seinen Dienst ein­gewiesen worden ist.

Gießen, den 7. Juli 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Bekanntmachung.

Einschränkung der Wasserabgabe betreffend.

Mit Rücksicht auf die erhebliche Zunahme des Wasserverbrauchs find wir genöthigt, den Wasserzuflufi zur Stadt für die nächste Zeit einzuschränken, um dadurch das Quellwasser vorzugs­weise sür Genufizwecke zur Verfügung zu stellen.

' Unter Hinweis auf § 7 derBedingungen für den Bezug von Waffer aus dem Wasserwerk", sowie auf diePolizeiverordnung, betref­fend die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der städtischen Quell­wasserleitung der Stadt Gießen vom 25. Mai 1893" bringen wir deshalb zur öffentlichen Kenntniß, datz bis auf Weiteres auf Bezug von Wasser aus der Quellwasserleitung voraussichtlich nur in den

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.

Heizung, sowie Pensionsberechtigung und Wittwenversorgung nach Maß­gabe der für die widerruflich an- gestellten Civilstaatsdiener geltenden Bestimmungen verbunden ist, soll neu resetzt werden. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche bis späte- kens 20. d. Mts. bei der unterzeich­neten Behörde einzureichen und den- elben einen Lebenslauf, Zeugniffe über seitherige Beschäftigung, Füh- rung und Gesundheit, sowie Angabe über ihre Familienverhältnisse und )en beanspruchten Anfangsgehalt bei­zufügen.

Gießen, 7. Juli 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

am Wetzlarer Weg, im Schmuckenthal, am Johannisrain, bei der neuen Brücke, stößt durch die Lach, stößt auf den Hörnsheimerpfad, am Kirschrain, die Weingärten, auf dem Luh, in den Steinäcker, stößt auf den Mahrweg, die bloße Berg.

Stunden von

6 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags gerechnet werden kann. Diese Zeit der Abgabe werden wir, je nachdem es der Vorrath gestattet, ausdehnen, erforderlichen Falls aber auch abkürzen.

Da bei anhaltendem trockenen Wetter eine Verminderung des Er­gusses unserer Quellen zu erwarten ist und in diesem Falle eine weitere Einschränkung der Wasserabgabe in Aussicht siebt, so empfehlen wir im Interesse des Gemeinwohls allen Betheiligten den rück­sichtsvollsten Gebrauch des Quellwafsers, insbesondere jeder Verschwendung desselben vorzubeugen.

Gießen, den 18. Mai 1894.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

Bekanntmachung.

Damit die zum weiteren Ausbau der Stadtfernsprecheinrichtung in Gießen erforderlichen Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig in Angriff genommen werden können, werden diejenigen Personen, welche ihre Wohnungen bz. Geschäftsräume rc. im Laufe dieses Jahres mit der vor­bezeichneten Stadtfernsprecheinrichtung verbinden lassen wollen, ersucht, ihre Anmeldungen recht bald, spätestens bis zum 1. August d. I an das Kaiserliche Postamt in Gießen einzusenden. Nur für die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Anmeldungen kann die Her­stellung der Anschlüsse für den zweiten Bauabschnitt des laufenden Jahres in Aussicht gestellt werden. Verspätet angemeldete Anschlüsse können erst im 1. Bauabschnitt des nächsten Jahres zur Ausführung gelangen.

Darmstadt, 5. Juli 1894.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

Clavel.

Bekanntmachung.

Zufolge Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung wird hier­durch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in der Zeit vom 15. August bis 15. September d. I. voraussichtlich keine Sitzungen der Stadtverordneten-Bersammlung abgehalten werden.

Dringliche, die Beschlußfassung der Stadtverordneten-Versammlung erfordernde Angelegenheiten sind daher behufs vorgängiger Erledigung bis spätestens 29. d. M. bei uns vorzubringen.

Gießen, den 7. Juli 1894.

Erweiterung -es Wasserwerks der Stadt Gießen.

Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Dampfkessel-Ein­mauerung und des Dampfschornsteins für die Erweiterung des Wasser­werks der Stadt Gießen sind zu vergeben.

Die allgemeinen und die besonderen Bedingungen sowie der Ver­dingungsanschlag sind gegen Entrichtung von 2 Mark von der ,unter­zeichneten Bürgermeisterei erhältlich.

Die Zeichnungen können auf dem Bureau für die Erweiterung des Wasserwerks eingesehen und nähere Erläuterungen an Werktagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags eingeholt werden.

Angebote sind unter Verwendung des vorschriftsmäßigen Verdingungs­anschlags bis zum 18. Juli L I., Vormittags 11 Uhr, an die unter­zeichnete Bürgermeisterei einzusenden.

Gießen, den 9. Juli 1894. 5702

Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

Versteigerung findet bestimmt statt.

Gießen, den 9. Juli 1894.

________Engel, Großh. Gerichtsvollzieher.

5732] Ein kl. Haus u. Nebenhäuschen, Dorgärtchen und Obstgarten, nebst Hof- nicht berückstchttgt. raum, an der Grünbergerstraße zu ver- Znf^l^ss^st a kauten. Offerten beliebe man unter Königliches GifenbahmBetriebS» FH an die Sxped. d- Bl zu richten-S1 Amt zu Gaffel (Mam-Weferbahn.)

Gemarkung Großen-Linden Gewann

Acker, stößt durch den Bilgersh. Weg,

sollen im Wege des öffentlichen An­gebots vergeben werden.

Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht auf.

Verschloss ene Angebote mit hierauf bezüglicher Aufschrift sind bis spätestens 18. Juli d. I., Abends 6 Uhr, daselbst einzureichen.

Gießen, 10. Juli 1894.

Städtisches Gas- u. Wasserwerk Gießen. 5731] Otto Bergen.

Berdiug

zur Ausführung der Erd» und Maurer­arbeiten ausschl. Materiallieferung, sowie Steinhauer- [unb Asphalt-Arbeiten ein­schließlich Materiallieferung in Loos I, der Zimmer- und Rammarbeiten ein­schließlich Materiallieferung in Loos II, sowie Lieferung von Bruchsteinen und Kleinschlag in Loos III, desgleichen von 170000 kg. Gement in Loos IV zum Neubau einer Straßenbrücke über die Wieseck auf Bahnhof Gießen und zur Ausführung der Erd- und Scküttungs- arbeiten zum Bau eines Güterschuppens ebendaselb't in Loos V. Die Bedingungen und die Zeichnungen können während der Dienflstundm in unsermtechnischenBüreau, Zimmer Nr. 14, eingesehen, oder gegen kostenfreie Einsendung von 2,00 Mk. für Loos I, je 1,5 Mk. für die Loose II u. V und je 60 Pfg. für die Loose HI u. IV nebst den Zustellungskosten in baarem (Selbe durch unseren Büreau-Vorsteher

an der höheren und erweiterten schuppens erforderlichen Mädchenschule, mit welcher ein, mit insgesammt veranschlagt zu dem Dienstalter des Angestellten Maurerarbeiten . . «X 306.4o

steigender, baarer Gehalt von 600 bis 'Zimmerarbeiten . . 4ol.l0

1100 Mk. nebst freier Wohnung und Dachdeckerarbetten . . 116.00

Mrsteigerungs-Anreige.

Donnerstag den 12. l. M.» VWflVttV1. .......

Nachm. 2V2 Uhr, wird im hiesigen Die versiegeln und mit der Aufschrift Äen Wlocal ein no

sehr gut erhaltenes Blllarv , Zimmer- und Rammarbeiten zum Neubau mit allem Zubehör öffentlich einer Straßenbrücke über die Wieseck usw. meistbietend versteigert. Dasselbe kann versehenen Angebote find bis zum 17. Jul: bis d-hin jederzeit-ingesehen werden -,n bi, gt,

Lich, den 9. Julr 1894. 5730 Öffnung derselben stattfinden wird.

= Später eingehende Angebote werden _ 5734

Ord. Ernte

Flur

von Nr.

Meter

1. Korn

I.

777

1219

2. Klee

IX.

400

1006

3. Ew. Klee

XII.

347

919

4. Korn

VII.

65

788

5. Klee

VII.

1018

1950

6. do.

X.

200

1400

7. Erbsen

X.

266

1925

8. Korn

XI.

$3/io

2572

9. Grasfutt

er VI.

448

956

10. Korn

VII.

50

475

11. Futter

VIII.

104

1069

12. Korn

XI.

276

1044

13. Korn

XII.

712

2788

Bekanntmachung.

Das Wasser im Stadtbach ist wegen Vornahme von Arbeiten an demselben von Dienstag, den 10. bis Samstag, den 14. b, M., jedesmal von Morgens 4 bis Abends 8 Uhr abgestellt.

Gießen, den 9. Juli 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen. 5717 Gnauth.

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