lichen Zeit so häufig von den RedactionStischen aufflattern. Offenbar denkt Herr Dr. Miquel gar nicht daran, freiwillig die Flinte ins Korn zu werfen.
— Fürst Bismarck hat in Varzin einen Vertreter der „Magdeburger Zeitung" empfangen. Das genannte Blatt veröffentlicht über diese Unterredung wie überhaupt über den gesammten Besuch ihres Mitarbeiters in Varzin einen längeren Bericht, der aber in seinem politischen Inhalte nichts Sonderliches enthält. In der erwähnten Unterredung selber hat die Politik nur ein, untergeordnete Rolle gespielt, dem Altreichskanzler ist von den Aerzten streng untersagt worden, sich mit Politik oder sonst irgend etwas, das seine Ruhe stören könnte, zu befaffen. Der Berichterstatter der „Magdeb. Ztg." hält daher für ausgemacht, daß Fürst Bismarck unter keinen Umständen als Politiker je wieder in Activität treten würde. Hervorzuheben ist aus der betreffenden Unterredung lediglich eine Aeußerung des Fürsten Bismarck über die Anarchistengefahr. Er meinte, daß ein internationales Vorgehen gegen die Anarchisten nicht viel nützen würde, jeder Staat solle vielmehr innerhalb seiner eigenen Grenzen geeignete Vorkehrungen gegen den Anarchismus treffen.
— Die amtliche Mitteilung, daß das preußische Weichselgebiet jetzt als wieder cholerafrei bezeichnet werden könne, stellt sich als übereilt heraus. Es find nämlich inzwischen in diesem Gebiete eine ganze Reihe neuer Cholerafülle vorgekommen.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Buremr.
Breslau, 8. August. Der frühere Chefredacteur der „Bresl. Morgen-Ztg.", Stadtverordneter Moritz Elsner, ist, 85 Jahre alt, gestorben.
Loudon, 8. August. Einer Llohddepesche zufolge löschte die chinesische Regierung die Leuchtfeuer auf den Leucht- thürmen von Anpeng und Takao auf Formosa aus.
Cowes, 8. August. Der Kaiser verließ das Banket erst nach Mitternacht. In vorgerückter Stunde hielt der Kaiser eine Rede, in der er nach humoristischen Anspielungen auf die Dacht des Prinzen Wales unter lautem Beifall die Hoffnung aussprach, Britannia werde fortfahren, über die Wogen zu herrschen. Trotz des anhaltenden Regens war der Kaiser heute früh auf, befuhr in seiner Pinasse die Rhede, landete später und besuchte den Club des Dachtgeschwaders.
Stockholm, 8. August. Der Amerikanisten-Con- greß wurde heute geschloffen. Der nächste Congreß findet 1895 in den Niederlanden statt.
Newyork, 8. August. Nach einer Depesche aus Valparaiso ist Trujillo (Peru) von dem Jnsurgentenchef Semeimario eingenommen worden. Die RegierungStruppen, welche abgeschickt waren, um die Rebellen anzugreifen, erklärten sich für dieselben.
Yokohama, 6. August. Meldung des Bureau Reuter. Eine weitere Depesche aus Korea meldet, die Japaner waren wiederum siegreich, sie nahmen Setkwan mit geringen Verlusten ein. Die Chinesen wurden geschlagen und flohen in der Richtung nach Roshit. Die Verluste der Chinesen werden auf 500 Todte und Verwundete geschätzt. Die Japaner sind jetzt im Besitze Asans.
Zokohama, 6. August. Meldung des Bureau Reuter. Die Siege der Japaner riefen große Freude in Tokio und Sanda hervor und erhöhten die Kriegsstimmung. Ein Erlaß des Mikado gestattet den Chinesen, weiter in Japan zu wohnen, wofern sie sich friedlich verhalten. — Es laufen Gerüchte um, die japanische Flotte habe eine Niederlage erlitten; doch fehlen Orts- und Datumsangabe und sonstige Details.
WB. Kopenhagen, 9. August. Ein Feuer zerstörte die Maschinenwerkstätten der großen Schiffswerft von Burmeister u. Main. Der naheliegende Dampfer „Knutenborg" gerieth ebenfalls in Brand. Der Schaden ist sehr bedeutend.
WB. Korfu, 9. August. Im Judenviertel exp lo dirte eine Bombe und tödtete sieben Personen. Die Explosion wird auf einen Zufall zurückgesührt.
Depeschen befc Bureau .tzrrald'.
Berlin, 8. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt mit, nach einem Telegramm des Hauptmanns Estorff aus San Paolo de Loanda sei die letzte für Südwestafrika bestimmte Verstärkungsmannschaft am 17. Juli an der Tsoachaubmündung glücklich gelandet. Major v. Francois und Premierlieutenant v. Francois treffen auf der Reise von Capstadt hierher in den nächste» Tagen in Liverpool ein. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreib: Auf der im Februar abgehaltenen Versammlung des deutschen HerbergevereinS wurde Klage geführt, daß den Herbergen zur Aufrechterhaltung der Ordnung der nöthtge polizeiliche Schutz nicht oder nicht mit dem nöthigen Nachdruck gewährt werde. Die Polizeibehörden sind nun angewiesen, den Herbergen zur Heimath volle Unterstützung zu Theil werden zu lassen. — Das Sch utzcomitv von Besitzern griechischer Werthpapiere hat in seiner heutigen Berathung die neuesten Vorschläge der griechischen Regierung einstimmig sür unannehmbar erklärt und darüber der deutschen Reichsregierung eine Denkschrift eingereicht. Das Schutz- comits von Paris hat sich ähnlich erklärt und von dem Londoner wird dasselbe erwartet. Sobald auch diese Comitös ihren Regierungen die nöthige Kenntniß von ihrer Stellungnahme gegeben haben werden, dürften die Verhandlungen zwischen den einzelnen Staaten über gemeinsames Vorgehen gegen Griechenland beginnen.
Berlin, 8. August. Die Kaiserin dürfte, wie verlautet, am 14. d. Mts. von Wilhelmshöhe nach dem Neuen Palais zurückkehren. Voraussichtlich werden dann auch die kaiserlichen Kinder Schloß Wilhelmshöhe wieder verlassen.
Berlin, 8. August. Die socialdemokratischen Brauereiarbeiter hielten gestern Abend eine öffentliche Versammlung ab, die von etwa 400 Personen besucht war. Der Referent zum Vortrage, Genoffe Zubetl, war nicht erschienen. Herr Pfannkuch sprach über den Bierkrieg und versicherte, die Brauereien würden bald nachgeben, ebenso die Saalverweigerer. Den Brauern, Böttchern und Hilfsarbeitern legte der Redner dringend ans Herz, den Brauereien, die sich mit der Arbeiterschaft solidarisch erklärt haben, mit Forderungen keine Hinderntffe zu bereiten, damit sie sich in ihren Betrieben entwickeln könnten.
Köln, 8. August. Der „Köln. Ztg." zufolge wollte eine anläßlich des Jahrestages des Donauüberganges der russischen Truppen bet Ststowa in Sistowa stattgehabte Versammlung ein diesen Tag verherrlichendes Telegramm an Rußland entsenden. Die bulgarische Regierung beschlagnahmte jedoch die Depesche und antwortete auf eine diesbezügliche Beschwerde, die bulgarische Regierung halte den Ausdruck so ruffenfreundlicher Gefühle nicht für zeitgemäß,- außerdem könne ein derartiger Ausdruck die von der Regierung in Aussicht genommenen Maßnahmen für die Einigung mit Rußland nur schädigen.
Würzburg, 8. August. Die Regierung forderte Gutachten ein über Errichtung von Schifferschulen in Würzburg und Aschaffenburg.
Marseille, 8. August. Heute wurde hier ein Italiener verhaftet, der mehrere Dynamitbomben bei sich trug.
Loudon, 8. August. Das Amtsblatt veröffentlicht eine königliche Proclamation bezüglich des koreanischen Krieges. Den britischen Untertanen wird Neutralität befohlen und verboten, bei den Kriegführenden Dienste zu nehmen. Die Kriegsschiffe beider kriegführenden Mächte werden aufgefordert, innerhalb 24 Stunden die englischen Häfen zu verlaffen.
Loudon, 8. August. Die „Times" meldet aus Washington, daß der Senat das Gesetz gegen den Zuzug ausländischer Anarchisten angenommen hat. Jeder Anarchist, der zum zweiten Male landen 'rottt, erhält vier Jahre Gefängniß.
Cowes, 8. August. Den Pokal der Königin, um den auch der deutsche Kaiser mit der Dacht „Meteor" con-- currirte, gewann die Dacht des Admirals Montague. Nach einer Zeitungsmeldung hat Kaiser Wilhelm die Königin Victoria auf nächstes Frühjahr zu einem Besuch eingeladen. Die Königin willigte ein unter der Bedingung, daß der Besuch nicht in Berlin, sondern in Coblenz oder auf Schloß Stolzenfels stattfinde.
Quebeck, 8. August. Gestern zerstörte eine aufgeregte Volksmenge ein französisches Trappistenhaus, beschädigte das Versammlungsgebäude der Heilsarmee und bedrohte das Pfarrhaus der Gemeinde St. Roche. Mehrere französische Gemeindemitglieder wurden verletzt. Um die Ruhe wieder herzustellen, mußten Truppen einschreiten. Die Ausschreitungen waren durch Zeitungsartikel veranlaßt, welche verschiedene religiöse Gemeinden anklagten, mit Uebereifer Proselytenmacherei zu betreiben.
Newyork, 8. August. Infolge der Weigerung des Senats, den freihändlerischen Tendenzen der Repräsentantenkammer nachzugeben, wirb in der Presse ein energischer Kampf gegen das Verhalten des Senats geführt, welchem die Verantwortlichkeit für die jetzige trostlose wirthschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten zugeschoben wird. Die demokratischen Blätter hoffen jedoch, der verhängnißvollen Schutzzollpolitik des Senats werde dadurch ein Ende bereitet, daß die neuen Staaten Utah, Neu-Mexiko, Arizona demokratische Vertreter in den Senat wählen.
Cocafcs «nd provinzieller
Gießen, den 9. August 1894.
* * Unsere neu errichteten Omnibuslinieu werden auch in auswärtigen Blättern lebhaft besprochen; in Darmstadt bringt man die bisher in Gießen erzielten Erfolge sogar mit der Person des dort noch zu wählenden bezahlten Beigeordneten oder zweiten Bürgermeisters in Zusammenhang. Wir lassen nachstehend einen, allerdings etwas überschwänglich gehaltenen Artikel des „Darmst. Tgl. Anz." hier folgen: „Die Klagen über Mangel an billigen Fahrgelegenheiten hier sind nun nachgerade stehend geworden, und daß dieselben berechtigt sind, hat sich kürzlich beim Musikfest wieder eclatant gezeigt. Merkwürdig ist, daß hier trotz aller Anregungen, die vom Mathildenhöh - Verein und ähnlichen Vereinen ausgingen, bis jetzt noch gar nichts verlautet, ob hierin etwas geschehen soll oder nicht. Ein schwacher Hoffnungsschimmer für eine Straßenbahn ist nur darin zu erblicken, daß einer der Herren Stadtverordneten kürzlich, gelegentlich der Verhandlung über Anlage einer Straße, geäußert haben soll, er stimme nur noch für gerade Straßen, da die Anlage einer electrischen Stadtbahn eine Frage der nächsten Zeit sein dürfte. Einsender glaubt daher den Lesern dieses Blattes mittheilen zu sollen, wie sich eine hessische Provinzialstadt in dieser Hinsicht einstweilen kürzlich zu Helsen gewußt hat. In Gießen, das nicht die Hälfte der Einwohnerzahl Darmstadts besitzt, haben einige rührige Bürger 15J000 Mark zusammengeschossen, die Stadtverwaltung hat 5000 Mark zugelegt und dafür wurden 4 elegante und geräumige Omnibusse, 12 Pferde rc. angeschafft, einige geeignete Leute gedingt und durch die ganze Stadt ein regelmäßiger Omnibusdienst eingerichtet. Die Fahrgelegenheit, a 10 Pf., rotrb stark benutzt, der Reingewinn soll täglich 100 bis 200 Mark betragen und schon genügen diese 4 Wagen nicht mehr und sind sehr oft mit dem Placat „Voll besetzt" versehen. Ist nun der Omnibus auch ein ganz veraltetes, schon seit Jahrzehnten durch die Pferdebahnen verdrängtes Verkehrsmittel, wie ja auch die Pferdebahnen gerade jetzt und schon seit ca. 5 Jahren wieder durch die electrischen Stadtbahnen verdrängt werden, so zeigt doch obig-s Beispiel, was thatkräftiger Wille zu leisten vermag. Einsender und
viele mit ihm geben sich nun der Hoffnung hin, daß zum bezahlten Beigeordneten ober zweiten Bürgermeister unserer Stabt ein Techniker gewählt wirb, dessen erste That die Schaffung einer electrischen Straßenbahn sein möge, hiermit könnte sich derselbe am besten einführen."
* * Kunstnotiz. Es darf nicht versäumt werden, auf ein Kunstwerk aus dem 17. Jahrhundert, einen im Rococco- Styl gearbeiteten Schrank aufmerksam zu machen, welcher in den Schaufenstern der Brück'schen Möbelfabrik hier, nachdem er zuvor von Letzterer der aufgetragenen Lackfarben rc. entledigt und renootrt wurde, ausgestellt ist. — Gleichzeitig stehen daselbst zwei vollständige Rococco- einrichtungen moderner Technik und ist es interessant, zwischen beiden Ausführungen Vergleiche zu ziehen. An letzteren sieht man, daß an unserem Platze auch den weitgehendsten Ansprüchen Genüge geleistet werden kann.
* * Neber das Vorkommen der epidemischen Genickstarre, welcher Krankheit im 1. Quartal b. I. im Großherzogthum den Tobeszeugniffen zufolge 17 Personen unb zwar in Starkenburg 10, in Oberhessen 2 und in Rheinhessen 5 erlegen finb, würbe berichtet aus Leeheim im Kreis Groß Gerau (3 Erkrankungen), aus Berstabt, Kreis Bübingen (5 Erkrankungen), unb aus Mainz, wo außer angeblich mehreren bei ber Garnison vorgekommenen Fällen 4 Erkrankungen bei ber Civilbevölkerung zur Anzeige gelangten,- außerbem sind aus einigen wenigen Gemeinben ber Kreise Erbach, Schotten unb Bensheim einzelne Erkrankungen unb Sterbefälle bekannt geworben.
Darmstadt, 7. August. Aus den Verhandlungen des 9. Verbandstags des südddeutschen Gastwirthe- verbandes ist zu entnehmen, daß die seit einigen Jahren bestehende Verbandsfterbekasse gute Fortschritte macht, nahezu 7800 Mitglieder zählt und seit ihrem Bestehen rund 225 000 Mark vereinnahmte. An Sterberenten sind bereit- 105 000 Mark zur Auszahlung gelangt. Das Vereinsvermögen beziffert sich auf rund 100 000 Mark. Ein Antrag deS Pfälzer Verbandes, beim 2. deutschen Bundestage der Gast- wirthe eine Petition an den Reichstag, an die Reichs- und Bundesregierungen zu veranlassen, damit die BedÜrfnißfrage bei ber Concessionsertheilung in allen Stäbten ohne Unterschieb ber Einwohnerzahl eingesührt werbe, warb zum Beschluß erhoben. Eine Anregung bes naffauischen Gastwirthe- verbanbes, es möge ber sübbeutsche Verbanb an maßgebender Stelle gegen den Kleinhandel von Privaten und Geschäftsleuten mit Branntwein, Wein unb Bier, sowie gegen Verabreichung von Mitttagessen mit Getränken (Kostgebereien) und unerlaubter Beherbergung cv. Gleichstellung bei Heranziehung zur Steuer vorstellig werden, wurde dem Central- ausschuß zur Erledigung überwiesen. — Eine weitere Anregung des nassauischen Verbandes wünscht, daß die wegen unrichtiger Aichung confiscirten Gläser nicht verkauft, sondern vernichtet werden, daß ferner sämmtliche Fässer einer regelmäßigen Nachaichung unterzogen und die betreffenden Fabriken durch Beifügen eines Stempels auf die Gläser für die nicht stimmende Aiche haftbar gemacht werden. — Ob „Der Gast- wirth", das Organ des Verbands, auf dessen Rechnung fortan hergestellt werden soll, wird nach vorangehender Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse durch eine dazu gewählte besondere Commission zu entscheiden sein. Man erwartet vielfach aus dem Organ, dessen Auflage bereits über die Zahl 10 000 gestiegen ist, einen namhaften Ueberschuß zu erzielen, der am Jahresschluß den Unteroerbänden überwiesen werden soll. Einstweilen behält der seitherige Leiter des Blattes, Herr Re in em er-Darmstadt, die Redaction. Auf Antrag des Main Rhein-Verbandes wird eine Eingabe an das Reichspostamt wegen Herabsetzung der Telephongebühren von 150 auf 100 Mark beschloßen. — Der Mitteldeutsche Verband stellt Antrag auf Beseitigung der preußischen Schankbetriebssteuern. Es wird hierzu mitgetheilt, daß ein preußischer Landesausschuß für diesen Zweck angeregt, beziehungsweise in der Bildung begriffen ist, dessen Bestrebungen auf Beseitigung genannter Steuer der Verband beim Bunde deutscher Gastwirthe kräftigst zu unterstützen beschließt. Die weiteren Beschlüsse beziehen sich vornehmlich auf weitere VerbandL- angelegenheiten.
Vermißtes»
* Frankfurt a. M., 8. August. Die Dinka-Neger im Zoologischen Garten sind fortgesetzt der Anziehungspunkt für Einheimische und Fremde. Am Sonntag verschafften sie dem Zoologischen Garten am 20 Pf. Vormittag die noch selten dagewesene Besucherzahl von 15 000. Das Gedränge am Eingang war oft nicht mehr schon. Auch am Nachmittag waren Tausende im Garten und bei den „Schwarzen", die unermüdlich in ihren Productionen waren. Wenn man die Kerle stockfechten sieht, wundert man sich, daß nicht mehr Finger dabei zerschlagen werden- man sieht ja wohl einmal einen mit einer verbundenen Hand, aber meist geht es doch ohne Verletzungen ab, was ein Beweis für die große Geschicklichkeit der Leute ist. Nach Schluß einer jeden Vorstellung eilen die Menschen an ihre Lagerplätze oder Arbeitsstätten. Ebenso einfach wie ingeniös ist ihre Koch' unb Bratvorrichtung- ein viereckiges Loch, bas auf drei Seiten — zwei längeren unb einer kürzeren — von einem aus Steinen unb Lehm hergestellten Wall umgeben ist, das ist ihr Heerd, der Wall ist in seinen Maaßen nach ber Größe ber Töpfe unb Pfannen bemessen, bte, alle rund, das Loch von oben anschließen, so, daß nur die offene Vorderseite und in jeder Ecke hinten ein Zugloch frei bleibt. Vorn wirb das Holz eingeschoben und nach Bedürfniß dichter oder weiter geschichtet- so entsteht eine ruhige, von den Seitenwällen geschützte Flamme, die nach oben brennt unb beweist, baß bie Zuglöcher hinten als gut angelegter Schornstein wirken. Das Kochen besorgen bie Weiber, währenb die Männer meist plaudernd herumstehen und warten, bis an den drei ober vier Kochstätten etwas für sie fertig wird.


