war, auch Jntriguen der Pekinger Hospartei mit beigetragen hätten. _____________________________
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphischrÄ Eorresponbenr-Bureau.
Berlin, 7. August. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Das Uebereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und der Schweiz, betreffend den gegenseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz vom 13. April 1892, ist ratificirt worden. Die Auswechselung der Ratificationsurkunden ist am 2. August erfolgt. Das heutige Gesetzblatt enthält das Uebereinkommen.
Berlin, 7. August. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen aus Luxemburg nach oder durch Elsaß-Lothringen ist verboten. Die Verordnung tritt am 5. August in Kraft.
Berlin, 7. August. Das „Marineverordnungsblatt" veröffentlicht eine Allerhöchste Ordre, wonach zwölf von Theilen der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika 1893 gelieferte Gefechte gemäß § 23 des Penstontrungsgesetzes für Militär- personen als Feldzug gelten, wofür den Betheiligten ein Kriegsjahr anzurechnen ist.
Breslau, 7. August. Rach der „Kattowitzer Zeitung" wurden bei dem Crawall in Bielschowitz am 5. August acht Personen durch Schüsse getroffen. Eine Frau wurde getödtet, sechs Männer und ein Kind schwer verwundet.
München, 7. August. Der Minister des Innern hat eine Verordnung erlaffen, in der die Zulassung der Feuerbestattung in Bayern ohne Ergänzung der einschlägigen Gesetzgebung für unmöglich erklärt wird. Ein diesbezügliches Bedürfniß bestehe in Bayern nicht.
Cowes, 7. August. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm wohnt an Bord der „Hohenzollern". Er begab sich heute früh an Bord des „Meteor", der beim Wettrennen um den Queenschallenge Cup concurrirt. Zu den concurrirenden Dachten gehört auch die „Britannia" des Prinzen von Wales mit dem Herzog von Dort an Bord.
Depeichen des Bure«u »Herold".
Berlin, 7. August. Der „Reichsanzeiger" publicirt den Bericht der Commission für Arbeiterstatistik über die Frage der Regelung der Arbeitszeit in Bäckereien und Conditoreien. — Nach einer Mittheilung der „Milit.- Polit. Correspondenz" aus Frankfurt a. M. soll Finanz - m in ist er Dr. Miquel dortigen Freunden gegenüber wiederholt den Wunsch ausgesprochen haben, sich ins Privatleben zurückzuziehen. — Wie die „Kreuzztg." aus Rom berichtet, sucht man dort die Vorfälle in der Armee ihres Zusammenhangs mit dem Umsichgreifen der anarchistischen Ideen zu entkleiden. Begreiflicher Weise wolle man nicht gelten lassen, daß die Anhänger der anarchistischen Propaganda in der Armee Eingang gefunden haben.
Berlin, 7. August. Die Abendblätter veröffentlichen die Unterredung eines Berichterstatters mit dem Fürsten Bismarck in Varzin, in welcher sich Letzterer über die Anarchistengefahr äußerte. Aus seinen Aeußerungen ging hervor, daß der Fürst von internationalen Maßregeln und Vereinbarungen gegen die Anarchisten nicht besonders viel hält, da man in dieser Beziehung viel zu versprechen, aber wenig zu halten pflege. Wenn nur jeder Staat innerhalb seiner Grenzen gehörig dafür Sorge trüge, daß keine anarchistischen Complote ausgeheckt würden, dann würde bald wieder Ruhe und Ordnung in das Land zurückgekehrt sein.
Berlin, 7. August. Wie der „B. B. Z." aus Hamburg geschrieben wird, hat der Reichskanzler angeordnet, daß weder die großen Privat-Marine-Etabliffements in Kiel und Wilhelmshaven noch die Engros-Handlungshäuser in Hamburg und Bremen Waffen, Munition und solche Artikel, die als Kriegscontrebande gelten, nach Japan oder China verladen dürfen.
Kiel, 7. August. Der Kaiser wird Mitte December die gesammte Herbstmanöverflotte besichtigen.
Breslau, 7. August. In der hiesigen Köntgl. Klinik ist ein Arbeiter aus Memel, der zur Behandlung hierhergebracht war, an Lepra gestorben.
München, 7. August. Der „Bayer. Curier" erklärt die Nachricht, der Bischof von Passau habe verboten, Söhne von Mitgliedern des bayerischen Lehrervereins in das bischöfliche Seminar für Metten aufzunehmen, für falsch.
Rom, 8. August. Die italienische Regierung beabsichtigt in Affab eine Strafcolonie zu errichten und ein Gefängniß für 2000 Personen zu erbauen.
Paris, 7. August. In der heutigen Verhandlung des großen Anarchistenprozesses erklärte der angeklagte Ministerialbeamte Fönöon, er habe als Mitarbeiter eines Anarchistenblattes nur Artikel über Kunst und Literatur veröffentlicht. Das in seinem Schreibtisch vorgefundene Material zur Bombenansertigung habe ihm sein Vater hinterlassen. FLneon sowohl, als auch Matta und Ortiz leugneten beharrlich, mit Emile Henry in irgend welchen Beziehungen gestanden zu haben.
Lyon, 7. August. Caserio hat die Frist für eine Berufung gegen seine Verurtheilung zum Tode verstreichen lassen, ohne einen Berufungsantrag zu unterzeichnen.
Toulon, 7. August. Der Polizeidirector erhielt einen Drohbrief, worin mitgetheilt wird, sein Haus werde in die Lust gesprengt werden, well er in den letzten Tagen fünf Anarchisten habe verhaften lassen.
London, 7. August. Die „Times" meldet aus Shanghai, der Dicekönig Li-Hung-Tschang habe die Meinung ausgedrückr, England werde für die Opfer vom „Kowshing", sowie für die Eigentümer des Schiffes eine hohe Entschädigungssumme von Japan verlangen.
Washington, 7. August. Die amerikanischen Blätter besprechen die anarchistische Bewegung in Europa und drücken die Hoffnung aus, daß die Repräsentantenkammer
die vom Senate gegen die Einwanderung von Anarchisten aus Europa beschlossenen Maßregeln voll und ganz genehmigen werde.
Chicago, 7. August. Die Strikenden aus den Viehdepots beschloßen die Wiederaufnahme der Arbeit, ebenso die Beamten und Arbeiter der Pacificbahn. Die strikenden Bahnarbeiter in Südcarolina und Neumexiko wollen die Arbeit unter jeder Bedingung wieder aufnehmen.
Localer und provinzielle».
Gießen, den 8. August 1894.
* * Technische Hochschule Darmstadt. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 3. August den Privatdocenten Dr. Hermann Wiener zu Halle a. S. zum ordentlichen Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. October 1894 an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen.
* * Metzger-Versammlung. In der gestern Abend von 30 Metzgern besuchten Versammlung wurde beschlossen, dem Stadtvorstand ein dringliches Bittgesuch unter Angabe der Fleischbeschau-Zu st ände im hiesigen Schlacht-^ haus und deren Folgen zu unterbreiten, und denselben zu bitten, Abhilfe zu schaffen, andernfalls die Fleischversorgung der Stadt Gießen in Frage stehe, da weder Händler, Landwtrthe noch Viehversich-rungs-Gesellschaften eine Währschaft für das hiesige Schlachthaus mehr übernehmen wollen. Eine zu diesem Zweck ernannte Deputation soll dem Herrn Oberbürgermeister die Bittschrift persönlich überbringen.
* * Eisenbahnbeirath. Am Montag sand in Darmstadt unter Vorsitz des Großh. Ministerialraths Michell die siebenundwanzigste Sitzung des Eisenbahnbeirathes statt, in welcher die Entwürfe zum Winterfahrplan berathen wurden. Im Fahrplan der Oberhessischen Eisenbahn ist die wesentliche Verbesserung vorgesehen, daß der Zug 4 von Fulda nach Gießen aus einem gemischten Zug in einen Personenzug umgewandelt werden soll. Seine Fahrzeit wird dadurch um Vf2 Stunden abgekürzt und er kommt schon vor 12 Uhr Mittags in Gießen an, wo er günstige Anschlüsse nach allen Richtungen, insbesondere auch nach Gelnhausen erhält. — Seitens des Eisenbahnbeirathes wurde der vorliegende Entwurf für den Winterfahrplan nicht beanstandet - dagegen gab ein Antrag der Großh. Handelskammer Gießen, in den nächsten Sommerfahrplan Frühzüge von Gießen mindestens bis Hungen und Grünberg aufzunehmen, zu lebhafter Verhandlung Anlaß. Von den Vertretern der Großh. Regierung wurde erklärt, daß die finanziellen Verhältnisse die Einlage neuer Züge nicht wohl zulassen, daß aber eingehend untersucht werden solle, ob durch eine Umgestaltung deö bisherigen Fahrplans den geäußerten Wünschen entsprochen werden könne. Darmst. Ztg.
* * Der 11. Delegiertenlag des süddeutschen Gastwirth- verbandes hat gestern Vormittag 11 Uhr im „Schützenhof" zu Darmstadt seinen Anfang genommen. Die Regierung ist durch Herrn Regierungsrath Hesse, das Kreisamt durch Herrn Amtmann Neff, die Stadt Darmstadt durch Herrn Oberbürgermeister Morueweg vertreten. Als Vertreter der Stadt im Landtag ist Herr Otto W olfskeh l anwesend. Der württembergische, badische und pfälzische Verband find besonders stark vertreten. Der Vorsitzende des Ortsvereins begrüßte die Vertreter der Behörden und die auswärtigen Gäste, die Herren Regierungsrath Hesse und Oberbürgermeister Morneweg hielten Ansprachen. Den Vorsitz der Verbandsverhandlungen führte Herr Hetding er-Stuttgart. Es werden zahlreiche Schreiben und Telegramme bekannt gegeben, die sämmtlich den Bestrebungen des Verbands gegenüber ihre Sympathieen zum Ausdruck bringen.
* * Der Wald im Großherzogthum Heffeu. Die Forsten des Großherzogthnms nehmen eine Fläche von 240,706 Hectar ein oder 31 J/3 Procent der Gesammtfläche des Landes. In 1 Starkenburg finden sich 127,247 Hectar Wald oder 42 pCt. der Gesammtfläche dieser Provinz- auf Oberheffen kommen 107,063 Hectar oder 321/2 pCt. der Gesammtfläche,- auf Rheinhessen 6396 Hectar oder 4% pCt. der Gesammtfläche. Der Wald ist also in Rheinhessen fast verschwindend, aber um so bedeutender in den beiden rechtsrheinischen Provinzen. Was die einzelnen Holzarten angeht, so ist der Bestand folgender: 1. Eichenschälwald 22,821 Hectar, 2. Weiden- heege 2017 Hectar, 3. sonstiger Stockausschlag ohne Oberbäume 2062 Hectar, 4. Stockausschlag mit Oberbäume 1717 Hectar, 5. Eichen 15,726 Hectar, 6. Birken, Erlen, Aspen 899 Hectar, 7. Buchen 99,652 Hectar, 8. Kiefern 81,486 Hectar, 9. Lärchen 794 Hectar, 10. Fichten, Tannen 13,532 Hectar; also 144,894 Hectar Laubholz und 95,812 Hectar Nadelholz. Von diesem Gesammtwaldbestand kamen auf 1. Kron- und Staatsforsten 70,416 Hectar, 2. Gemeindeforsten 87,308 Hectar, 3. Stiftungsforsten 601 Hectar, 4. Genossenschaftsforsten 2258 Hectar, 5. Privatforsten 80,123 Hectar. — Zu den Stiftungsforsten gehören die Forsten der Kirchen, Schulen, milden Stiftungen- zu den Genossenschaftsforsten die Privatwaldungen von althergebrachten deutschrechtlichen oder von andern gesetzlich gebildeten Genossenschaften mit Gemeinsamkeit des Waldeigen- thums - zu den Privatforsten die Waldungen im Besitz von Mitgliedern regierender Häuser, die Forste der Standesherrn, wie auch des grundbesitzenden Adels, uud aller übrige Waldbefitz, der nicht zu den unter 1 bis 4 genannten Forsten zu zählen ist.
* * In Amerika verstorbene Heffen. Newyork City: Andreas Ewald aus Rheinhessen. Belleville, Jll.: Margaretha Ortlcpp, Ehefrau von E. Ortlepp, 68 Jahre alt, aus Biberau. Chillicothe, £).: John Jacobs, 66 Jahre alt, aus Lampertheim. Cincinnati, O.: Georg Grün, 61 Jahre alt, aus Heffen-Darmstadt. Evansville, Jnd.: John Friedhof, 55 Jahre alt, aus Nieder-Jngelheim. Harden Co., O.: Adam Trautmann, 72 Jahre alt, aus Klein-Gumpen. Jenera, O.: Michael Heldmann, 84 Jahre alt, auS Lautern. Johnstown, Pa.: Georg S. Schäfer,
65 Jahre alt, aus Echzell. Lawrenceburg, Jnd.: Philipp D e x h e i m e r, 69 Jahre alt, aus Osthofen. Pittsburgh, Pa.: Jacob Vogel, 60 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. Woolwichs, Ontario: Reinhard Kalbfleisch, 82Jahre alt, aus Kirtorf.
** Das Fahrperfonal der preußischen Bahnen ist erneut angewiesen worden, alle unnötigen Störungen der Reisenden, namentlich zur Nachtzeit, zu unterlaßen, jeden überflüssigen Lärm zu vermeiden und insbesondere Coupethüren niemals heftig ins Schloß zu werfen, sondern thunlichst leise einzuklinken. Die Schaffner sollen Reisende mit Rundreiseheften möglichst in Ruhe lassen und die Fahrscheine sofort bis zu der Station durchlochen, an welcher ein Wechsel deS Begleitungspersonals eintritt.
t Lich, 7. August. Nicht nur Gießen, sondern auch Lich besitzt nunmehr seinen „Steins Garten." In nächster Nähe des hiesigen Bahnhofes ist nämlich eine Restauration eröffnet worden, welche bereits im Volksmunde obigen Namen führt, weil der Besitzer derselben „Stein" heißt.
Friedberg, 7. August. Welche Bedeutung den hiesigen römischen Ausgrabungen in Gelehrtenkreisen beigemessen wird, erhellt wohl aus dem Umstande, daß Profeffor Mommsen heute Nachmittag hier eintrifft. Die Ausgrabungen werden noch einige Wochen dauern.
Darmstadt, 7. August. Der Süddeutsche Gast- wirth stag wählte Landau als nächsten Versammlungsort.
A Mainz, 7. August. Der Fremdenverkehr am Rhein ist in den letzten drei Wochen ein außerordentlicher. Die großen Rheindampser sind stromauf- wie stromabwärts fast immer vollständig besetzt, ebenso hat sich der Bahnverkehr gegenüber dem Monat Juli bedeutend gehoben. Erfreulicher Weise trifft man unter den Fremden wieder häufiger Franzosen, die in den letzten Jahren fast ganz den Rhein gemieden hatten. Im Allgemeinen macht man die Wahrnehmung, daß viel feineres Reisepublikum unterwegs ist, das hauptsächlich die größeren Hotels in den rheinischen Städte» frequentirt. Trotz dieser gesteigerten Frequenz sind die Hoteliers nicht recht zufrieden, indem, wie sie behaupten, die Fremden viel weniger consumirten und sich zu kurz aufhielten. — Aus Liebeskummer hat sich gestern Abend hier ein 19jahriger junger Mann erschossen. Seine angebliche Braut wollte er vorher überreden, den Tod in den Wellen des Rheines zu suchen, doch war dieselbe klug genug, diesen Rath nicht zu befolgen.
A Mainz, 7. August. In der letzten Sitzung der Strafkammer des hiesigen Landgerichtes wurde eine Diebesband e abgeurtheilt, die hier ein ganzes Schuhmagazin ausgeplündert und mit den gestohlenen Maaren in Düsseldorf ein Schuhgeschäft etablirt hatte. Die aus Düsseldorf stammenden Angeschuldigten, Schuhhändler F. Helnerus, dessen Stiefsohn Winkenbach und ein Bruder des Ersteren, H- He!' nerus, von welchen zwei in der Schuhwaarenfabrik von Altschnl hier bedienstet waren, hatten, nach der Anklage, nächtlicher Weile aus der genannten Fabrik ganze Kisten voll Maaren im Werthe von über 7000 Mk. sortgeschafft und später auS einem sicheren Versteck nach Düsseldorf tranSportirt, wo Heinrich Helnerus sie in einem dorten gernietheteu Laden zum Verkauf brachte. Eines Nachts, als die Diebe von einem Raubzug aus der Fabrik heimkehrten, wurden sie, mit viel Maaren beloben, von der Polizei auf der Straße angehalten und nun hatte die Herrlichkeit ihr Ende. Die gestohlenen Maaren wurden confiscirt und förderte die einge- iettete Untersuchung alsbald das ganze Treiben der Diebesbande zu Tag. Trotzdem alle Anzeichen dafür sprachen, daß Winkenbach und F. Helnerus bei den Diebstählen actio beteiligt, sprach das Gericht die Beiden frei, indem eine geachtete Dame aus Düsseldorf eidlich aussagte, sie am Tag, vor und an dem Tag nach der kritischen Nacht, in welcher: die Polizei hier die letzte Beute aus dem Raubzug bei Altschuk confiscirte, in Düsseldorf gesehen zu haben, wodurch der sichere Beweis der Mitthäterschaft der Beiden hinfällig geworden war. Heinrich Helnerus wurde zu 3 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurtheilt und ihm außerdem die Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt und die Polizeiaufsicht für die gleiche Dauer ausgesprochen.
A Aus Rhemhefseu, 7. August. In dem bekannten Weinort Boden heim brach in verflossener Nacht Feuer aus, das in kurzer Zeit eine Reihe großer Wohngebäude und fast ein Dutzend gefüllte Scheuern in Asche legte.
Vermischte»
* Wetzlar, 4. August Am 29. und 30. September d. J^ findet im Schützengarten Hierselbst eine Saatgutausstellung (Saatmarkt), verbunden mit einer Molkereiausstellung statt. Der Zweck der Saatausstellung soll sein, eine Uebersicht über die in hiesiger Gegend verwendeten, klimasicheren, widerstandsfähigen und ertragsreichsten Sämereien zu gewinnen, neue anbauwürdige Varietäten bewährtester auswärtiger Züchter vorzuführen, zur eigenen Saatgutzüchtung anzuregen und den Bezug von Saatgut in richtige Bahnen zu leiten. Um diese Ziele zu erreichen, ist es erforderlich, daß den auSgeftefltei^ Proben Seitens der Aussteller Mittheilungen und Angaben beigefügt werden über Varietät, Düngung, Anbau, Ertrag und abzugebendes Quantum mit Angabe des Preises. Zur Erleichterung dessen und der besseren Uebersicht wegen sind Anmeldebogen resp. Fragebogen entworfen, welche von A. Rhode, Director der landwirthschaftlichen Winterschule, zu beziehen sind. — Die Molkereiausstellung soll die Landwirthe mit den besten Geräthen, Maschinen und den Erzeugnissen im Molkereibetrieb bekannt machen und zu Verbesserungen im eigenen Betrieb anregen. Zu diesem Zwecke werde» außer Milchsatten, Milchkühlern, Butterfässern, Knetmaschinen und Milchcentrifugen rc., auch Molkereiproducte wie Käse, Butter u. s. w. in bester Qualität ausgestellt werden. Da im Kreise Wetzlar bis jetzt keine Molkerei existirt und auch keine Milchcentrifuge arbeitet, dürste diese Abteilung der Aus-"


