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Nr 106 Erstes Blatt. Mittwoch den 9. Mai 1894
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Gießmer Anzeiger
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Rebachon. l.T><H*er und Druckern: ,4» Etz XA
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Zlints« und Anzeigeblatt für den Areis Gieszen.
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Amtliche»« Theil.
Straßen Sperre.
Tie Krei»straße Ttaufenberg Nlainzlar wird von Mittwoch, den 16. Mai ds. Js. ab
■wegen Vornahme von Bauarbeiten an derselben im Ort Mainzlar ftzr den Fuhrwerk-verkehr bis auf Weitere» gesperrt.
Gießen, den 5. Mai 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
3. SB.: Dr. Melior.
Gießen, am 7. Mai 1894.
Vetr.: Verminderung der Herbstzeitlose.
Da» Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
sm die Grptzl». vürgermttfterete« de» «reife».
Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung rubri- drten Betreffs vom 11. v. Di. machen wir Sie darauf auf» merksam, daß die jetzige Witterung sehr geeignet erscheint, um das Ausrupfen der Herbstzeitlosen mit gutem Erfolg vornehmen zu lasten.
__________v. Gagern.___________________
Nro. 18 des Reichs-GefetzblattS, ausgegeben den 1. d. M., enthält:
(Nr. 2167.) Bekanntmachung, betreffend die dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beigefügte Liste. Vom 27. April 1894.
(Nro. 2168.) Bekanntmachung betreffend Vereinbarung erleichternder Vorschriften für den internationalen Eisenbahnfrachtverkehr. Vom 30. April 1894.
Gießen, den 7. Mai 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Tie Lage der amerikanischen Landwirth- schaft und ihre Lehren für die deutschen Landwirthe.
Eine Reihe statistischer, zumal vom Censusbureau in Washington vorgenommener Untersuchungen, sowie mehrfache Berichte bestätigen, daß die Landwirthschaft in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika nach Jahren großen Aufschwungs in der letzten Zeit ganz bedeutend in ihren Reinerträgen zurückgegangen ist, und zwar auS dem zwingenden Grunde, weil für den amerikanischen Farmer die Getreidepreise noch 20 bis 25% niedriger stehen als für den deutschen Land- wirth, und außerdem der Farmer oft noch sehr schwer Absatz für seine Produkte findet, da daS Massenangebot an Getreide u. s. w. in Amerika daS Geschäft oft für längere Zeit lahm legt. Trotzdem find europäische wie amerikanische Beurtheiler der Landwirthschaft jenseits deS Oeeans der Meinung, daß die große Mehrheit der Farmer stch nicht gerade schlecht stehen, weil circa 70 Procent der Landgüter Amerikas nicht mit Hypotheken belastet sind und die übrigen 30 Procent nur eine Hypothekenlast von durchschnittlich 35 Procent des WertheS der Guter zu tragen haben. Verhältnißmäßig sehr hoch find aber die Zinsen, welche für diese Hypotheken in Amerika bezahlt werden müssen, nämlich im Durchschnitt 7 Procent. Sobald also der amerikanische Farmer, sei eS wegen Erbregulirung, sei es wegen Meliorationen und Land- zukauf Hypotheken aufnehmen muß, so steht er sich nicht besser, sondern viel schlechter als der deutsche Landwirth, welcher im Durchschnitt feine soliden Hypotheken mit 4% verzinst, also für 1000 Mark Eapitalschuld 30 Mark weniger Zinsen zu zahlen hat, alS der amerikanische Farmer. Wirklich gut oder leidlich stehen sich in Amerika also nur diejenigen Landwirthe, welche schuldenfreie Güter haben, was ja in Deutschland in solchem Falle auch gesagt werden kann. Das Ideal einer rationellen landwirthschastlichen Politik ist also daS hypothekenfreie Gut. Am schwersten ist dieses Ziel allerdings in Deutschland zu erreichen, wo die meisten Güter belastet sind. *
Verglichen mit den schlechten "finanziellen Verhältnissen Amerikas erscheint cs aber in Deutschland leicht, durch 5 procentige Amortisationshypotheken die Güter allmählich von der Schuldenlast zu befreien, und sollte in dieser Hinsicht von StaatSwegen eine energische und vortheilhaste Reform angebahnt werden. Im Uebrigen fei von der amerikanischen Landwirthschaft erwähnt, daß die Großbetriebe in Amerika verhältnißmäßig am schlechtesten rentiren, daß aber die große Mehrzahl der kleineren Farmen, zumal wenn sie mit Gemüse-, Obst- oder Hopsenbau verbunden sind, verhältnißmäßig noch eine gute Rente abwerfen.
Deutsche» Reich.
Berlin, 7. Mai. Ein sehr herzlicher Correspondenz» wechsel ist zwischen Kaiser Wilhelm und dem Czaren anläßlich der Verlobung deS Großsürsten-ThronsolgerS Nicolaus mit der Prinzessin Alix von Hessen gepflogen worden. So wissen wenigstens die „Berl. Reuest. Rachr." zu berichten, und eS liegt zunächst kein Grund vor, diese Meldung deS genannten Blattes zu bezweifeln, da sie mit der eingetretenen freundlicheren Gestaltung der deutsch-russischen Beziehungen nur im Einklänge stehen würde. Ob bei dem erwähnten Meinungsaustausch zwischen den beiden Herrschern vielleicht auch das Thema einer beiderseitigen Begegnung im laufenden Jahre berührt worden ist, entzieht sich natürlich noch der öffentlichen Kenntniß, wie denn überhaupt alle bisherigen Meldungen über eine Zusammenkunft Kaiser Wilhelm- mit dem Czaren in diesem Jahre bis auf Weiteres als „Zukunftsmusik" zu betrachten sind.
2fa»lanfc.
— Der Urheber des jüngsten grausigen Dynamit- anschlageS^in Lüttich ist dem Namen nach ermittelt. ES ist ein französischer Anarchist, auf welchen die Beschreibung des Individuums, welches unmittelbar nach der Explosion dem Bahnhöfe zueilte, genau paßt- vorerst scheint sich der Attentäter nach England geflüchtet zu haben. Die Verhaftungen von Anarchisten Seitens der Lütticher Polizei werden energisch weiterbetrieben. Am Samstag Abend wurde in einer Vorstadt von Lüttich ein förmliches Nest von Anarchisten aufgehoben, wodurch die Zahl der infolge des Anschlages gegen Dr. Renson hinter Schloß und Riegel gebrachten Anarchisten auf 70 gestiegen ist.
Paris, 7. Mai. General Ferron, Generalinspecteur der französischen Armee, ist den Folgen eines Sturzes mit dem Pferde, den er in Lyon bei einer Truppenbesichtigung gethan, erlegen. Der begabte Offizier, welcher vor feiner Ernennung zum Armeeinfpecteur bekanntlich daS KriegS- ministerium eine Zeit lang bekleidete, Hal ein Alter von 64 Jahren erreicht. Er galt allgemein als zum Oberbefehls- Haber der französischen Alpenarmee bestimmt, welche im Kriegsfälle gegen Italien operiren soll.
Prolog znr Diezfeier
am 5. Mai 1894.
Non Rudolf PreSber.
Nun blüht«, nun büffel’« rings an allen Hecken, Froh singt der Vogel flatternd im Geäst, Die hohen Stämme der Kastanien stecken Die weißen Kerzen auf zum Frühlingsfest;
Weich weht der Wind und kost um junge Blüthen Und tausend Lichter sprüht im Kelch der Thau . . . Der Lenz, der Lenz, das Ltchtkind aus dem Süden ließt segenspendend über Wald und Au.
Und wo er naht, will ihm von Lust erzählen, Non Hoffnungen die Erde wett und breit, Und für ein Weilchen in der Menschen Seelen Verstummt die Sorge, flüchtet sich das Leid . . . Wie aus des Winters els'ger Decke lugend Blauäugig Veilchen sich ans Licht verlor, So ringt ein heißer Wunsch nach Glück und Jugend Im Menschenherzen sich zum Lenz empor.
Vom Mund deS Höchsterhob'nen wie Geringsten Durchbebl ein einzig still Gebet die Welt: ,C daß e« käme dieses Völkerpnngsten ,An dem die Liebe ihren Einzug halt;
,An dem der Stern, der mit uns durch die Wolken „'-Jlacb ew'ger Satzung feine Bahnen zieht, ,Dte ganze Menschheit trüg' zu einem Volke, ,DaS reif zur Friedensherrschaft, aufgeblühl. Roch kam es nicht! Roch starret selbst im Lenze, Dem Alloersöhmr, jedes Volk im Trutz Der grimmen Waffen, die allein der Grenze Gewähren vor der Gier deS Nachbars Schutz.
-Jiod) tarn es nicht! Wenn heiliges Vertrauen Uns flüstert auch: ES kommt, von Gott gesandt: Dir wissen wohl, wir werden eS nur schauen Von fern, wie Mose daS gelobte Land. ~ Noch kam es nicht! Glückauf den fernen -tagen Da etz unS kommt und uns zusammenhält: Als ein Symbol dafür ist aufgefchlagen Ein Reich schon heut, doch nicht von dieser Welt. Ein sttlleS Reich, die Götter selbst beschteden's, Betretbar nur durch Geistes Flügelkraft, Ein Reich der Arbeit, doch ein Reich deS Frieden«: DaS Schwesterreich von Kunst und Wissenschaft! Tragt auch der Zeitsturm wild vorüberbrausend Die Eintagsverke mit dem Staube fort, Hu diesem FriedenSretch hat ein Jahrtausend «Gespeichert seinen unermeßnen Hort.
Dort sind wir Brüder, einer Mutter Kinder, Das Große wird dort neidlos: groß genannt; Im Ruhme höchster Weisheit steht der Inder, Und ew'ge Schönheit lehrt uns Griechenland. Ein Andrer mag zu andern Göttern beten, Als Mensch willkommen Jeder nahen darf, Der in die düst ren Nächte des Planeten Erleuchtend je des Geistes Fackel warf.
Wir schau'n zu ernstem, doch erhabnem Reigen In Sonnenklarheit au8 dem Nebeldunst Die großen Todten aus den Gräbern steigen Durchs Zauberwort von Wissenschaft und Kunst. Erobert liegt vom Reiche der Gedanken Bi4 zu der Quelle alles Lebens Lauf.
Vor'm Äug' des Künstler« sinken letzte Schranken Und ahnungsvoll schließt sich der Himmel auf . . . Und was den Sinn der Thoren noch umnachtet, Scheucht dort des Genius starke» Flügelwehn, Und wer vom Volk gekreuzigt und verachtet, Darf hier am dritten Tage auferstehn . . - Wie lockend auch die trd'fchen Kronen blitzen, Wie bleicht ihr Glanz vor ew'ger Sterne Schein: Die Welt verstehen heißt: die Welt besitzen, Und sie erleuchten heißt: ihr König sein!
Und solchen Fürsten auf dem Schwesterretche. Besaßt auch Ihr und habt ihm gern gelauscht, Ihm dürft Ihr'« danken, daß die deutsche Eiche Im Tempelhain der ew'gen Weisheit rauscht. Er war es, der mit seines Geistes Feuern Erleuchtend zu den fremden Völkern drang, Mit feinem Namen gab er bann bem Euern, Dem deutschen Namen bohettSvollen Klang. Ein Geistesfürst und ein Gedankenlenker, Wie da« Jahrhundert roen'ge Söhne kennt, Wie stolz bas „93olt der Dichter und der Denier* Ihn mit den Ersten, mit den Besten nennt. Dem fremden Wissen wies er deutsche Bahnen: Was sorgsam er gesät nun sproßt's und blüht's. Ehrfurchtsvoll klingt vom Munde deS Romanen Der gute deutsche Name: Friedrich Diez.
Ein guter deutscher Name! Nicht von Schreiern Ins Land posaunt, bet mit der Mode fällt; Ein Name, den die Wisienschaft wird feiern So lang sie lebt und herrscht in dieser Welt; Ein Name, den dem Schüler stolz der Lehrer Zur Ehrung künft'ger Zeiten weilergiebt: Und wer ihn nicht gekannt, wird sein Verehrer, Doch wer ihn tannie noch, hat ihn geliebt.
Wie bat in rauhen arbeitSoollen Tagen Der Heimgegangne ohne Stolz und Prunken Den großen Namen doch so schlicht getragen, Bis müb' der Greis ins stille Grab gesunken. Wie hat im Bulen unverwelkt geblüht Sein warmes Herz, sein kindliches Gemüth, Das Hellen Auges mühelos verstand. Was bildend Wort und Sang ein Volk empfand. AuS jeder Dichtung sprach's ihm hell und klar, Weil et im Herzen selbst ein Dichter war. Weil ihm gehorchte jeder Geist der Worte, Und längst Vergangnes aus dem Schutt ei stand, Trum legte er uns zu der rechten Pforte Den rechten Schlüsiel in die Hand
Nun winkt der ©arten, euerm Aug erschlossen. Betretet ihn! Wenn Ernte Euch beglückt, Vergeßt es nicht, was hier dem Land entsprossen Er zeigt c5 Euch und lehrte, wie Ihr s pftückt. Er schaut' in Blü he diese Felder stehen, Als er ein Greis den theuren Boden ließ, Hat Eure Arbeit schon im Geist gesehen Mit den Entdeckeraugen deS Genie« Er hat den Grund gefunden und gesegnet, Auf dem Ihr Enkel rüstig weiter baut;
Und sein verklärter Geist ist Euch begegnet, Wenn Ihr der Sprache recht inS Herz geschaut!
Ja, wahrt sein Bild. Auf born'aem Pfad der Pflichten, Der durch Gestrüpp wohl führt, doch stet« bergan, Kann keine« Sängers hohe Kunst Euch dichten Ein Vorbild würdiger, als diesen Mann, Wie nenn ich ibn T Mag Euch das Wort gefallen, Das ein Gewalt'ger prägte schlicht und schön: „Es war ein Mann, nehmt Alles nur in Allem „Ich werde nimmer seines Gleichen sehn!"
Mag noch Jahrhundert um Jahrhundert gehen, Mit Ehrfurcht nennt die Muse eine Stadt, Die eines großen Sohnes Ruhm gesehen, Die ihn geboren und erzogen hat.
Dich laß mich, Mutter solchen Sohne», grüßen! Ten vollsten Kranz von Lorbeer in Dein Haar! Sei stolz auf ihn, Du darfst es, schöne« Gießen: Er liebte Dich, wie er Dir tbeuer war.
Die Zukunft wird auf feinem Grabstein lesen In goldnen Lettern, die. im Lichte loh'n: Er ist ein Fürst im Reich des Geist s gewesen Und blieb ein schlichter deutscher BürgerSsohn.


