laufen aus Italien fortgesetzt fHiobsposten über furchtbare Kälte und Schneestürme ein.
— Die Anarchiftenjagd in Frankreich geht flott weiter. In Paris wie in zahlreichen Provmzialstädten fanden abermals viele Verhaftungen von Anarchisten statt. Speciell in Marseille wurden gegen fünfzig Anarchisten verhaftet und entdeckte die Polizei bei der Gelegenheit einen großen italienischen Anarchisten-Club. In Grenoble fand die Polizei bei der Frau eines Anarchisten ein förmliches Dhnamitlager auf. In dem Städtchen Rive-de-Gier wurde die Verhaftung eines Polizeibeamten vorgenommen, deffen Zugehörigkeit zur anarchistischen Partei über allen Zweifel feststehen soll- ein Polizist als Anarchist — das wäre allerdings auch etwas ,fin de siede!“
Rom, 6. Januar. Auch in Sangiovanni (Cosenza) kamen, wie die „Riforma" meldet, öffentliche Tumulte vor, welche jedoch rasch von der Polizei unterdrückt werden konnten. Ein in Mailand auf den Straßen auSgebrochener Streit, bei dem es sich wieder um Sicilien handelte, wurde ebenfalls bald beigelegt.
Paris, 6. Januar. Die Verhandlungen im Prozeß V aillant werden nunmehr am Montag oder Dienstag ihren Anfang nehmen.
Kopenhagen, 6. Januar. Wie es heißt, werden Kaiser Wilhelm und das Czarenpaar anläßlich der silbernen Hochzeit deS Kronprinzen von Dänemark Mitte Mai hier eintreffen.
Chicago, 5. Januar. Die hiesigen Arbeitslosen beabsichtigen, am Sonntag eine große Kundgebung zu veranstalten, um durch dieselbe die Staatsbehörde zu bestimmen, bedeutende öffentliche Arbeiten sofort ausführen zu laffen.
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Wolffs telegraphisches Korrespondenz- Bureau.
Berlin, 7. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Meldung mehrerer Blätter auf Grund englischer und amerikanischer Berichte von einem Angriff auf ein Mitglied der deutschen Gesandtschaft in Tokio reducirt sich nach de» inzwischen aus Japan eingetroffenen zuverlässigen telegraphischen Informationen auf Unfug, welcher durch einen betrunkenen Japanesen verübt wurde. Der Betreffende wurde inzwischen bereits bestraft. Auch die angebliche Mißhandlung des englischen Gesandtschaftspredigers Sheew ,durch den Pöbel beschränkt sich auf eine Anrempelung durch zwei Jn- dtviduen. Auch dieser Zwischenfall ist inzwischen beigelegt. Der britische Vertreter in Tokio hat sich mit der Seitens der japanischen Regierung gewährten Satisfaction vollständig befriedigt erklärt.
Rom, 7. Januar. Nach einer Meldung der „Agencia Stefans" aus Neapel vom heutigen Tage wurde gestern Abend dort ein Corporal des 69. Infanterie Regiments von einer etwa 100 Personen zählenden Menge zu Boden geworfen, entwaffnet und durch Stockschläge verwundet, weil er sich geweigert hatte, in die aufrührerischen Rufe der Menge einzustimmen. Bei dem Zusammenstoß mit der zu Hilfe gerufenen Polizei wurden der Quartiermeister der Gensdarmen und ein Munizipalwächter verwundet- fünf Personen wurden verhaftet.
Modena, 7. Januar. Die socialistischen Deputirten Agnini, Badaloni, Berenini, Ferri und Prampoltni veröffentlichen ein Manifest an das Land, in welchem sie sagen, daß zwei von chnen sich nach Sicilien begeben, um die Action der Regierung zu controlireu. In weiteren Manifesten werden die Bürger aufgefordert, in Volksversammlungen gegen das geplante gewaltthätige Vorgehen der Regierung zu protestiren,
alten Miffethäter am Ende noch bei diesem geringen Anlaß seine Strafe ereilt und scheint so mit Rücksicht auch auf ihn sagen zu wollen: der Krug geht so lange zu Waffer, bis er bricht.
Dorfrichter Adam, der ergötzlichste Sünder der deutschen Bühne, hat sein letztes Delict vor dem Beginn des Lustspiels begangen- und wie dieses früher Begangene sich enthüllt, ist der Inhalt der Dichtung. Sie gibt die Lösung, nicht die Schürzung des Knotens, sie stellt eine Katastrophe dar, ähnlich dem „Tod Guiskards des Normannen". Die Spannung des Stückes ist so nicht groß, man sieht bald, was kommen muß, und für die unmittelbare Theaterwirkung erweist sich das vom Uebel.
Aber mit welcher Lebendigkeit der Dichter das Geschehene sich vor uns enthüllen läßt, ist bewunderungswürdig: wie der Dorfrichter von Huisum sich immer tiefer hinein verhört in sein Unglück, bis vor Aller Augen zu Tage liegt, wer den Krug zerbrochen und die schmucke Eve am Abend besucht hat- wie sich in dieser denkwürdigen Gerichtsverhandlung, deren gleichen zehn Meilen um Utrecht nie gesehen worden, mit dem Character des Helden zugleich auch die der andern Personen entfalten- und wie so zuletzt doch ein bewegtes Stück Welt dargeftellt ist und volles menschliches Interesse sich erzeugt hat.
Nicht Zufall war es, daß Kleist dem Freunde gerade drei ©eenen dictirte. Es sind die drei ©eenen des Anfanges, die ein Ganzes für sich bilden können und schon im Keime das Folgende und alle Besonderheiten von Kleists reichlich detaillirender Kunst enthalten: das Muster einer Exposition in der brillanten Leichtigkeit, mit welcher zugleich die Handlung und die Charactere sich auseinanderwtckelu. In dem gleichzeitigen „Guiökard" hatten wir den nämlichen Vorzug gefunden- späterhin hat Kleist in dieser Kunst, der Kunst der Exposition, keineswegs Fortschritte gemacht. Versuchen wir, zugleich mit dem Inhalt jener drei ©eenen ihre besondere Art unS gegenwärtig zu machen.
(Fortsetzung folgt.)
den gegenwärtig vergeblichen Widerstand aufzugeben und ihre Kräfte für die Zukunft zu sparen.
Paris, 7. Januar. Die inbirecten Staatseinnahmen im abgelaufenen Jahre ergaben 31 Millionen weniger als veranschlagt war. Der Ertrag der Zölle beläuft sich auf 28 Millionen.
Petersburg, 7. Januar. Dem Vernehmen nach beabsichtigt man im Kriegsministerium einen Gesetzantrag, wonach die jungen Leute, welche die Universität beziehen wollen, vorher ihrer Militärpflicht genügen miiffen.
Paris, 8. Januar. Die ©enatorenwahlen sind überall zu Gunsten der Republik ausgefallen. Von 94 zu wählenden Senatoren sind 88 Republikaner und 6 Con- servative gewählt. Die Conservativen verloren 8 Sitze.
Bordeaux, 8. Januar. Gestern wurden hier an der Börse und am Archivgebäude Dynamitpatronen gefunden. Die Polizei beförderte sie ins Laboratorium.
totale* ttitö provinzieller.
«Leben, 8. Januar 1894
L.G. Daß dritte Coucert des hiesigen ConcertvereiuS war ein Kammermusikabend der Münchener Quartett Vereinigung Walter Ziegler-VollenhalS-Bennat. Das Programm brachte als Einleitung Haydn's heiteres L-äur-Quartett, Op. 64, Nr. 3, als Schluß Schuberts liebliches a-moll-Quartett, Op. 29, zwischen beiden das ernst-leidenschaftliche, tief religiöse a-moll-Quartett von Beethoven, Op. 132. Sämmtliche Kompositionen gelangten in ihren einzelnen Theilen zu durchaus anerkennenswerther Wiedergabe. Einheitlichkeit der Auffassung, Reinheit der Intonation, gleichmäßige, dynamische Nüancirung, Präcision in den Einsätzen — alle diese Vorzüge müssen erwähnt werden und laffen aus eine eingehende Vorbereitung schließe». Während uns der Schlußsatz des Haydn'schen Quartetts zu sehr con spirito genommen schien, müssen wir vor Allem das Adagio lobend herausheben, das so von recht künstlerischem Geist beseelt und von tiefster Innigkeit getragen schien. Mit verständnißvoller Phrafirung und besonders großer Gefühlswärme wurde aus dem Beethoven'schen Opus der „Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit", mit Warmblütigkeit und Leidenschaftlichkeit der Anfangs- und Schlußsatz zu Gehör gebracht. Das Publikum, das Anfangs mit seinem Beifall etwas kargte, lohnte nach der zweiten Nummer die Künstler durch reichenApplaus und wohloerdienteuHervorruf. In dem Schubert'schen Werke wurde der erste Theil des ersten Satzes, sowie der zweite Theil des Menuetto nicht wiederholt. Die fünf, bezw. sieben ersten Tacte der Themagruppe im letztgenannten Satze etwas im Zeitmaß langsamer zu nehmen und bann erst in daS eigentliche Allegretto-Tempo überzugehen, war eine für uns neue, aber wohlangebrachte Auffassung. Wir schließen unfern Bericht, inbem wir ber Hoffnung Ausbruck geben, die geschätzten Künstler noch häufiger als Gäste in unserer Stadt begrüßen zu können.
** EiSvereiu. Bet anhaltender günstiger Witterung wirb morgen Dienstag Nachmittag, von zwei Uhr ab bie ganze Capelle des 2. Großh. Hess. Jnf.-Rgts. Nr. 116 (Kaiser Wilhelm) auf ber Eisbahn des Eisverems concertiren. Der Vorstand des Etsvereins ersucht uns im Interesse unserer Leser, den § 9 der Eisorbnung, welchem in letzterer Zeit wenig Folge geleistet wirb, ncchmals in Erinnerung zu bringen. Derselbe lautet: „Auf ber Eisbahn wirb bie Kopfbedeckung zum Gruß nicht abgenommen, sondern durch Handanlegen an die Kopfbedeckung gegrüßt." — Beitrittserklärungen nimmt der Vereinsdiener am Eingang zur Eisbahn stets entgegen.
** Die große Kälte der letzten Tage hat fast alle deutschen Ströme und Flüsse zum Erstarren gebracht. Aus allen Gegenden laufen Nachrichten über Eisgang, Einfrieren von Schiffen, leider auch von Unglücksfällen durch Einbrechen der Eisdecken ein. — Der Eisbahn in den Eichgärten macht jetzt die Lahn erfolgreich Concurrenz, indem der Woog seit Samstag betreten werden darf. Infolgedessen entwickelte sich gestern ein reges Leben auf der Lahn. Wie fast überall, so ist auch hier der Wosserstand ein sehr niedriger.
** Postpersonalnachrichten. Dem Ober - Postbirections- secretär Jordan in Darmstadt ist ber Character als Rechnungsrath verliehen worben. Der Ober - Poftsecretär ©erhöbe in Gießen tritt auf feinen Antrag in den Ruhestand. Versetzt sind: Der Ober-Postsecretär Fischer von Offenburg (Baden) nach Gießen, ber Poftsecretär Schweiger von Worms nach Bad Oeynhausen und der Ober-Postassistent Schneider von Gießen nach Darmstadt.
*♦ Die Errichtung eines DienstgebändeS für das Großh. KreiSbauamt Gießen ist im Staatsbudget 1894/97 vorgesehen. Die Bausumme ist veranschlagt auf 53 700 Mark. Die Erbauung eines Dienstgebäudes ohne Wohnung für den Kreis- baumeifter erscheint mit Rücksicht auf die Beschaffenheit der derzeitigen Diensträume dringend geboten. Dieses bisher als Bureau benutzte frühere Thorgebäude am ©eltersweg entspricht dem angewachsenen Gefchäftsumfang ber Dienststelle in keiner Weise und ^s ist zugleich das alte, nicht unterkellerte, feuchte und nicht genügend beleuchtete Gebäude zu einem Umbau nicht geeignet.
♦* Bitte um Schlittschuhe. Die Lehrer des Knabenharts möchten sehr gerne ihren Zöglingen die Freude desSchlitt- schuhlaufens bereiten. Da aber die meisten dieser Knaben keine Schlittschuhe besitzen, gewiß aber in vielen Familien ber Stadt sich welche vorfinben, die nicht mehr gebraucht werden, so bittet man ergebens!, solche dem Knabenhort überlassen und im Knabenschulhause an der Nordanlage gefälligst abgeben zu wollen.
** Die Privatdozenten der Zahuheilkunde haben eine Petition an bie Reichsregierung unb ben Reichstag eingereicht, in welcher sie sechssemestriges Stubium unb akabemisches Stubieren überhaupt verlangen.
** Ernannt wurde am 3. Januar der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gießen Karl Bauer zum
Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Schotten mit Wirkung vom 1. Januar 1894 an.
** Für die Erweiterung von 24 WLrterhäufern an den Oberheffischen Bahnen sind in das Staatsbudget 1894/97 31200 Mark eingestellt. In den Erläuterungen zu diese« Posten heißt es: Die allmähliche, planmäßige Erweiterung der Bahnwärter-Wohnhäuser der Oberhessischen Eisenbahnen behufs Gewinnung eines Zimmers im Obergeschoß unb Einrichtung einer Küche im Erbgeschoß ist in der Finanzperiode 1888—91 mit 12 Häusern begonnen und in ber letzten Periobe mit 10 Häusern fortgeführt worben. Es sinb nunmehr noch 48 nichterweiterte Wärterhäuser vor- hanben. Um die Erweiterung derselben, welche als ein dringendes BedÜrfniß anerkannt ist, rascher durchzuführen, sind diesmal die Mittel zum Umbau von 24 Häusern vorgesehen worden. Die seitherigen Erfahrungen lassen jedoch eine etwas ausgedehntere Vergrößerung der Wohnräume in ben Wärterhäusern als nothwenbig erscheinen, bamit auch bei stärkerer Familie ber Wärter die gesundheitsschädliche Verwendung der Küche als ©chlafraum ausgeschlossen wird. Es soll deshalb bie vorhandene ©chlaskammer im Erdgeschoß erhalten und an ihrer Stelle ber Vorraum zur Küche eingerichtet werden. Dies bedingt die Verlegung des Abtritts und der Kellertreppe aus diesem Vorraum, sowie die Herstellung einer neuen Treppe zum Obergeschoß unb die Versetzung einer Scheidewand. Außerdem hat sich eine dichtere Decke des Zimmers im Obergeschoß zum Schutz gegen die Kälte als erforderlich erwiesen. Durch alle diese Verbesserungen entstehen 560 Mk. Mehrkosten gegenüber dem im Budget vor- vorgesehenen Betrage. Die meist in abgelegener Gegend, entfernt von den Ortschaften wohnenden Bahnwärter sind darauf angewiesen, ein Stück Vieh zu halten, weshalb fast überall ein Stall als nothwendiges Zubehör eines Bahnwärterhauses gilt. Um auch den Bahnwärtern ber Oberhessischen Eisenbahnen die Möglichkeit bazu zu gewähren, ist beabsichtigt, gleichzeitig mit ber Erweiterung ber Bahnwärterhäuser neben denselben kleine ©taflgebäube zu erbauen. Mit dem Stalle soll der aus dem Wohnhause zu verlegende Abort verbunden werden. Darüber ist ein genügender Raum zur Unterbringung des Futters ober sonstiger Vorräthe vorgesehen, welcher um so nöthiger ist, als durch die Einrichtung eines Zimmers im oberen Geschoß ber Wärterhäuser der bisherige Speicher- raum sehr eingeschränkt wird.
** Aufthauen zugefrorener Brunnen. Man löst in einem Gefäß mit heißem Wasser (etwa y3 Eimer voll) zwei Hände voll Kochsalz unter Umrühren auf und gießt dieses Salzwaffer in den Brunnen, während eine zweite Person den Brunnenschwengel zu bewegen sucht. In verhältnißmäßig kurzer Zeit wird ber Brunnen wieder Wasser liefern. — Die „Fundgrube" giebt ben Rath, daß man Brunnen nie an der Nordseite, sondern stets nur an der Südseite anlegen soll. Im ersteren Falle frieren sie bereits bei leichtem Frost zu, während auf der Südseite dies weniger ber Fall ist. Hölzerne Brunnen sind in dieser Hinsicht viel geeigneter als eiserne, weil sie nur selten einfrieren.
** Fenster gegen Winlerkätte luftdicht zu machen. Um sechs Fenster luftdicht zu machen, genügt für fünf Pfennig Gyps, den jeder Droguist liefert. Da der Gyps schnell erhärtet, so empfiehlt es sich, stets nur einen Eßlöffel voll davon mit Wasser zu einem Brei anzurühren und diesen in die Ritzen der Fenster ober Doppelfenster zu streichen. Sollte hierbei Gypsbrei auf bie Fensterbretter ober Rahmen fallen, so wäscht man benselben sofort mit einem feuchten Tuche ab. Mit Gyps verbichtete Fenster halten sich den ganzen Winter hindurch und ist dieses Verfahren viel billiger als das Verdichten ber gen ft er durch Mjo o s.
** Die im Monat Decernber v. I. Seitens ber Jn- valibitäts- unb Altersversicherungs - Anstalt Großh. Hessen vorgenommene Revision der QuittongSkarten der unständigen Arbeiter und Arbeiterinnen hat, wie das „D. Tagbl." vernimmt, obwohl sich diese Revision nur auf einen kleineren Theil dieser Arbeiter erstrecken konnte, doch das Resultat zu Tage gefördert, daß ben gesetzlichen Vorschriften nur höchst mangelhaft nachgekommen wirb. Es bürste für manchen Arbeitgeber, bei dem ein Verfehlen vorliegt, bie Strafe nicht ausbleiben, ebenso steht zu erwarten, baß Revisionen gebachter Art sich für die Folge regelmäßig und stets eingehender wiederholen werden. Es kann deshalb allen Denen, welche derartige unständige Arbeitskräfte, sei es als Kleibermacherinnen, Büglerinnen oder als Lauffrauen u. bgl. m. verwenden, nicht oft genug anempfohlen weroen, daß genannten unständigen Arbeitern und Arbeiterinnen die Selbstverficherung wohl gestattet ist, baß aber die Arbeitgeber für die Erfüllung der gesetzlichen Versicherungspflicht haftbar bleiben. Es sollte ebenso von den Arbeitgebern sich immer nach dem richtigen Einkleben^ ber Marken erfunbigt unb bie Erstattung der Beitragshälste nicht verabsäumt werden, wie die arbeitenden Personen sich vorzunehmen hätten, bei ihren Arbeitsgängen bie Quittungskarten immer bei sich zu führen.
•* Wählbarkeit zu Bürgermeister Beigeordneten. In ber Zweiten Ständekammer wurde von den socialdemokratischen Abgeordneten für Mainz der Antrag eingebracht, die Regierung um eine Gesetzesvorlage dahin zu ersuchen, daß die Wählbarkeit zu Bürgermeister-Beigeordneten keiner anderen Beschränkung unterliege, als dies für Bürgermeisterwahlen der Fall ist. Der jetzige Art. 33 der Städteorbnung für Hessen bestimmt, baß zu Beigeordneten nur solche Personen wählbar sind, welche bie hessische Staatsangehörigkeit besitzen unb in ber ©tabtgemeinbe stimmberechtigt bezw. zu Stabt- berorbneten wählbar sinb.
** Schwindel mit ausländischer Butter. Mehrere Mainzer Familien bestellten auf Inserate in ben Blättern Butter von einer Firma in Galizien, welche biefe per fünf Kilo zum Preise von 6,90 Mk. empfohlen hatte unb franco an bie Besteller in Deutschlanb fenben wollte. Als die Butter ankam, war es erstens keine Süßrahmbutter, sondern ganz


