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9.1.1894 Erstes Blatt
 
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vnen. Man löst in einem r Eimer voll) zwei Hande id gießt dieses Salzwasser ilte Person den Brunnen- irhältnitzmähig kurzer Zeil liefern. - DieFund- Irunnen nie tut der Nord- üdseite anlegen soll. Fw bei leichtem Frost zu, ter her gatt ift. fiiijtnii geeigneter als eisern,

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gewöhnliche Butter, welche gesalzen war und auch ranzig schmeckte,- ferner waren es keine 5 Kilo, sondern nach dem zollamtlichen Ausweise nur 3,65 Kilo sammt der Umhüllung und dann kam die Butter auch nicht franco, es mutzten die Empfänger vielmehr sämmtliche Post- und Zollgebühren be­zahlen, nebst der Nachnahmegebühr. ES sei deshalb Jeder­mann vor dem Bezüge derartiger Butter gewarnt.

♦♦ Viehzählung im Deutschen Reich. Nach vorläufiger Ermittelung hat die Viehzählung vom 1. December 1893 für das Deutsche Reich folgende Zahlen ergeben: Pferde 3 836 346 gegen 3 522 545 am 10. Januar 1893, Rinder 17 555 818 gegen 15 780 764, Schafe 13 589 759 gegen 19 189 715, Schweine 12 174 513 gegen 9 206 195. Der yerkaufswerth betrug in 1000 Mark bei den Pferden 1 880 865 gegen 1 678 661, bei dem Rindvieh 3 545 555 gegen 3 074 264, den Schafen 217 749 gegen 306 582, den Schweinen 684 653 gegen 476 698. Das Lebendgewicht betrug in Tonnen beim Rindvieh 5 986 085 gegen 5 062 038 bei über ein Jahr alten 3 332 531 gegen 239 531.

Ruppertenrod, 7. Januar. Eine ebenso seltene wie eigenartige Naturerscheinung hatten wir Gelegenheit, gestern Abend um 8 Uhr zu beobachten. Um diese Zeit entstand im Ort plötzlich eine so intensive Helle, daß manche Hausbewohner in dem Glauben, es brenne, an die Fenster eilten. Der starke Lichtschein war bläulich weiß, ähnlich dem electrischen Lichte und hatte eine Dauer von ca. 5 Secunden. Fuhrleute, welche sich um diese Zeit auf der Landstraße befanden, sahen stch plötzlich in hellem Lichte und glaubten an eine Explosion ihrer Laterne. Unmittelbar nach dem Phänomen vernahm man ein dumpfes, donnerartiges Rollen, welches in der Richtung von Westen nach Osten am nördlichen Himmel ver- lief. Öb dieselbe eine eigenartige electrische Entladung oder ein Niedergehen eines größeren Meteors gewesen, bleibt dahin lefifllt. Jedenfalls ist die Erscheinung auch anderwärts bemerkt worben und es wäre gewiß interessant, auch andere Beobach­tungen hierüber zu erfahren. (Die Erscheinung wurde auch hier bemerkt, desgleichen ging uns aus Alsfeld eine ähnliche Mittheilung zu. Red.)

Worms, 6. Januar. In den drei größten hiesigen Fabriken von Hehl, Dörr & Reinhard und Valkenberg sind Mass en quartiere hergerichtet worden für die durch den Eisgang auf dem Rheine von ihren rechtsrheinisch gelegenen Ortschaften abgeschnittenen Arbeiter und Arbeiter­innen, deren Anzahl sich auf einige Hundert beläuft. Die dr-i Schiffsjoche der Schiffbrücke, die gestern und vor­gestern im Eise standen, sind heute mit vieler Mühe freige- macht und in den Hafen geschleppt worden, die Landungsbrücken sind ebensalls heute sämmtlich abgeschlagen worden.

Mainz, 6. Januar. In dem ausgedehnten Civil- EasinoZum Gutenberg", dessen Hof ein Denkmal des Er­finders der Buchdruckerkunst ziert, brach heute Morgen gegen 5 Uhr Großfeuer aus, das sich alsbald mit rasender Schnelligkeit über das ganze umfangreiche Gebäude ausbreitete nab in kurzer Zett Alles bis auf die Umfassungsmauern zer­störte. Die großen prachtvollen Ballsäle, rote auch die Nestaurationsräume und die gefammten Casinolocalitäten sind e in Raub der Flammen geworden bezw. total zerstört. Un­mittelbar an das Casino grenzt auf der einen Seite die

ChristophSkirche unbuauf ber anderen Seite das bürgerliche Jnvalidenhaus, das eine große Anzahl alter gebrechlicher Leute beherbergt. Beide Gebäude standen in großer Gefahr, von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen zu werden und war ihre Erhaltung nur dem Umstande zu verdanken, daß die Wmdströmung die Flammen nach der anderen Richtung trieb. Ebenso waren die gegenüberliegenden Privatgebäude in größter Gefahr, da die Löscharbeiteu und insbesondere die Herbeischaffung des Waffers infolge der Kälte mit großen Schwierigkeiten verbunden waren. Das Feuer soll in der Mansarde eines Dienstmädchens ausgebrochen sein. So weit bis jetzt bekannt, ist kein Menschenleben durch den Brand gefährdet worden. Gegen >/,8 Uhr war man des Feuers Herr geworden.

* Eintragung in die Gebrauchsmuster Rolle. Nr. 20 211, Nietkopfreiniger, bestehend aus einem vierzackigen, quadratischen Schaber, dessen Diagonalen die arbeitenden Kanten sind. Karl Stroh, Maschinist, Gießen. 20. November 1893.

Vermischtes.

* Eine schauerliche Thal wurde in einer der jüngsten Nächte in Halle von einer Frau verübt. Dieselbe warf ihr drei Monate altes Kind aus dem dritten Stock in den Hof hinab und legte sich dann wieder zur Ruhe. Als Früh der erwachende Ehemann das Bett des Kindchens leer erblickte und fragte, wo denn das Kind sei, antwortete die Frau, das Kind müsse doch im Bette liegen. Während nun die bestürzten Eltern im Zimmer suchten, brachten bereits Nachbarn den Leichnam des Kindes. Die Frau soll in einem Anfall von Geistesstörung die schreckliche That verübt haben.

* Vom Berliner Hofe. Heber die Confectionsbe- stellungen für ben kaiserlichen Hof schreibt ber Confeet.": In ben meisten Fällen gehen bie Bestellungen nicht von ben Herrschaften selbst aus, sonbern bie Oberhofmeisterin wirb mit ber Besorgung ber besonderen Toilettengegenstänbe beauftragt. Der betreffende Lieferant sendet alsdann eine Auswahl in den gewünschten Artikeln, die alsbald einer engeren Wahl unterzogen werden. Bei dieser Wahl sind weder Verkäufer noch Verkäuferinnen zugegen. Selbst Be­stellungen nach Maß werden nicht von den betreffenden Ver­käufern ober Verkäuferinnen anprobirt; meistens wirb nach einer gutsitzenben Taille gearbeitet. Die Kaiserin Augusta hat eine Büste von sich unfertigen lassen, nach der anprobirt wurde. Wenn irgend etwas abzuändern ist, so wirb bies gewöhnlich burch eine Kammerfrau besorgt. Die Damen wünschen ferner, baß bie Lieferanten sie darauf aufmerksam machen, wenn ein Modell, das ihnen gefällt, schon einmal irgendwo anders hin verkauft worden ist, denn sie sehen es nicht gern, daß z. B. bei größeren Gesellschaften oder anderen Gelegenheiten Damen in denselben Mänteln ober Kleibern erscheinen wie die Fürstinnen. Für kleine Abänderungen und Veränderungen auch für Herstellung von Kleidungsstücken für die königlichen Prinzen befindet sich im königlichen Schlosse ein eigenes Atel'er.

Spulplatt Der vereinigtet Irankfurte Kladttheate

Opernhaus.

Dienstag ben 9. Januar: Fra Diavolo. Cavalleria

rueticana. Mittwoch den 10. Januar: Viertes Abonnemmts- Concert, unter Mtiwiikung bee Herrn Staven Hagen. Donnerstag den 11. Januar: FtgaroS Hochzeit. Freitag ben. 12 Januar geschloffen. SamStag den 13. Januar: Götterdämmerung. Sonntag den 14. Januar, Nachmittags 3*/> Uhr: Dornröschen. Abends 7 Uhr: Teil.

Echauspielhans.

Dienstag den 9. Januar: Kaufmann von Venedig. Mittwoch den 10. Januar: Gyges und fein Ring. Donnerstag d'N 11. Januar: Hannele. Vorher: Gringotre. Freitag ben 12. Januar: Ghorleys Tante. Vo'her: Millionär a D. Samstag den 12. Januar: Zum ersten Mole: Der ungläubige Thomas. Voiher: Am Scheidewege. Sonntag den 14.Januar, Nachmittags 3VS Uhr: Cbarleys Tante. Abends 7 Uhr: Der ungläubige Tbomatz. Vorher: Am Scheidewege.

Jahre sind verflossen nun, seitdem

CarlRetter'sHaarwasser erfunden wurde. Dieser Zeitraum genügte^ voll­auf, um es auf seiner Reise durch die Welt ben ersten Platz unter allen Mitteln zur Erhaltung der schönsten Zierde des Menschen, eines gesunden, üppigen Haupthaares erobern zu lassen. Jetzt, nach einem Vierteljahrhundert, bat es viele Con-

currenten überdauert und behauptet feinen Platz fester als je, denn es ist nach ben übereinstimmenden Gutachten ber berühmtesten Aerzte und Chemiker vollständig nnschLdltch, nach Hunderten von Zeugnissen unverglerchlich wirksam und obendrein infolge der Massenfabrikation 8B~ spottbillig. "MU Zu beziehen per Flacon L 40 H und 1 10 bet 3 H. Auhr, Sonnenstraße 25. 271

61441 Vogelfreunde. Schiffers Vogelfutter, nur echt in oer- stegelten Packetenmit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke) ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Oriqinalpreifen bei A- u. G Wallenfels, Gießen, Marktplatz 21

Schiffsnachrichten.

(Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.)

Bremen, 4. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capitän R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. December von Bremen und am 27. December von Southampton abgegangen war, ist heute, 9 Uhr Vormittag«, wohlbehalten in Newyork angekommm.

Bremen, 4. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weimar, Capitän Ad. Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. December von Bremen abgegangen war, ist heute 9 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork an- gekommen.

kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde.

Bibelstunde am Montag den 8. Januar, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaale der JohanneSkirche: Markus Cap. 9, von Vers 35 an: weites Herz und enges Gewiffen. Pfarrer Dr. Naumann. , _

Mifsionsstunde am Mittwoch ben 10. Januar, im Con- firmandenfaale, Abenbs 8 Uhr. Pfarrer Dingeldey

Am Sonntag den 14. Januar findet im Abendgottes- dienst Beichte und heiliges Abendmahl für dieJohannes- gemeinde statt. _______

Die von der Firma Carl Gentner in Göppingen in den Handel gebrachte Gentner'S Wichse i« rothen Dose« erzeugt thatsächlich mit wenig Bürstenstrtchen prachtvollen tteischwarzen, dauerhaften Ganz. Wer blankes Schuhwerk liebt, der benutze Gentners Wichse. Die schöne Verpackung elegante rote Dosen hebt dieses vorzügliche Fabrikat schon an und für sich vortheilbaft hervor. Wir verweisen auf die erscheinenden Annoncen.

Holzversteigerung

im Gießener Stadtwalde.

Montag ben 15. ^anttor 1894 soll im Fernewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

1) im Diftrict Steinertswald,

Vormittags 9V2 Uhr beginnend:

135 Ftchtenstämme mit 122,31 fm, darunter staikes Schnittholz, 9 rm Eichen-Nutzscheitholz.

2) daselbst,

Vormittags IOV2 Uhr beginnend: 74,4 rm Eichen-Scheitholz, 18 Birken-

85 Eichen-Knüppelholz,

8 Birken-

17 Nadel-

91,5 ,, Eichen-Stockholz,

61 Nadel-

4740 Wellen Eichen-Reisig, 2250 Nadel-

Die Zusammenkunft ift am Müller«

»eg.

Gießen, den 6. Januar 1894.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 261

Bekanntmachung.

In das Genoffenfchastsregister unterzeichneten Gerichts wurde bei bem landwirthschaftlichen Confumoer ein, eingetr. Genossenschaft mit un- beschr. Haftpflicht, zu Alten-Buseck, freute eingetragen:

Für das Vorstandsmitglied Otto Philipp Rabenau von Alten. Buseck ist Wilhelm Rupp, Landwirth, von Alten-Buseck als solches durch Beschluß der Gene­ralversammlung vom 20. Decem« 6er 1893 gewählt worden.

Gießen, 5. Januar 1894. Äroßherzogliches Amtsgericht.

Gebhardt. 259

Holzversteigerung

in der Ireiherrlichen Oberförstern Rabenau.

Es werden versteigert Dienstag ben 16. Januar 1894, Bormittags 9 Uhr, in der WirthschaftZur Germania" in Beuern: Stämme: Eiche 8 Stück 2,84 fm, Buche 1 Stück 0,54 fm, Scheiter: Buche 297 I. El., 4 II. El., Eiche 14 I. CI., 2 II. Cl., Knüppel: Buche 16, Eiche 4, Reisig: Buche 370, Eiche 76, Stöcke: Buche 75, Eiche 11.

Nähere Auskunft ertheilt Freih. Forstwart Leyerer zu Climbach. Papiermühle, den 5. Januar 1894.

Freiherrliche Oberförsterei Rabenau.

Schlotterer. 262

Bekanntmachung.

In das Genoffenfchaftsregister unterzeichneten Gerichts ist bei dem landwirths chaftlichen Consumverein, eingetr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht, zu Großen-Buseck heute eingetragen worden:

Durch Beschluß der Generalver- sammlung vom 9. Juli 1893 ist für das ausscheidende Vorstands­mitglied Wilhelm Rühl von Großen-Buseck AntonHenßvon Großen-Buseck gewählt worden.

Gießen, 5. Januar 1894. Großherzogliches Amtsgericht.

Gebhardt. 257

Mittwoch den IV.Januar werden versteigert:

1. Rachm. 2 Nhr in dem Bieker- fchttr Saale: MSbel aller Arten, 1 Pianino, 3 Wagen, 1 Sommer» wagen, 1 Pferd, 1 Schleudermafchine, Wirths tische und -Stühle, 1 kupf Kessel, 1 gr Spielwerk, 1 Stoßkarren, 1 gr. cuivre-poli-Spiefld, 1 ovaler Spiegel, 2 gr. Stücke Betttuchleinen, 1 Chaisenpferd, 1 Damenkleid u. a- m.

2 Nach«. 3 Uhr in meiner Amts­stube (Westantage 11): 35 BLnde Lettfferls Archiv.

Versteigerung eab H bestimmt, eub I theilweise bestimmt.

«tttzlrr,

276 Gerichtsvollzieher.

Das Concursverfahren über das Vermögen des Conditors Heinrich Kinkel in Gießen wird aufgehoben.

Gießen, den 5. Januar 1894. Großherzogliches Amtsgericht. _________Gebhardt.______258

Brennholz- Versteigerung in ben Waldungen der Stabt fidj.

Zur Versteigerung kommen:

Mittwoch ben 17. Januar l. I., Bormittags 9 Uhr anfangeub, im Diftrict Eifenkaute:

542,4 rm Buchen- u. Eichen-Scheiter,

164,6 Buchen-Knüppel,

3189 Wellen Buchen-Reisig, 182,2 rm Buchen- und Eichen-

Stöcke.

Zusammenkunft im Burkhards- selderweg beim Floß.

Anfang in der Eifenkaute bei Abth. Nummer 1.

Lich, am 6. Januar 1894.

Großh. Bürgermeisterei Lich.

Walz. 260

Jeitgeöoienes.

112] Gut erhalt. Da«e«-MaSken> «rtzag billig zu oerk. Rodheimerftr. 12.

Giessen, 5. Januar 1894.

Hierdurch beehre ich mich, ergebens! mitzutheilen, das» ich mein seit 1822 bestehendes Sortimentsgeschäft unter der Firma:

Ferbersche Uoiv.-BochhandlODg (W. Feite)

heute an Herrn

Carl Koch aus Freiburg i. B.

käuflich abgegeben habe. Ich bitte, das mir bisher geschenkte Vertrauen auf meinen Herrn Nachfolger zu übertragen, der dasselbe in jeder Beziehung rechtfertigen wird.

Hochachtungsvoll

Wilh. Ferber.

Auf Vorstehendes bezugnehmend erlaube mir einem ge­ehrten hiesigen Publikum die ergebene Mittheilung zu machen, dass ich heute die Buchhandlung des Herrn Ferber käuflich übernommen habe und solche unter der Firma:

Ferbersche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch)

weiter führen werde.

Mit der Versicherung, dass es stets mein eifrigstes Be­streben sein wird, den Wünschen des hochgeehrten Publikum« entgegenzukommen, verbinde ich die ergebene Bitte, mir Ihr geschätztes Wohlwollen zuzuwenden und dauernd zu erhalten. 190 Hochachtungsvoll

C. Koch, Ferbersche Universitätsbuchhandlung.