bilden das Panzerschiff „Die 12 Apostel" und die Dampfer der freiwilligen Flotte von Orel. Sobald sich der Dampfer der Rhede von Sebastopol nähert, wird vom Ufer salutirt. Bei der Landung wird der Sarg von einer Ehrenwache, der gesammten Geistlichkeit, der Kriegsmarine, den bürgerlichen Honoratioren, den Deputirten des Adels und der Stadtverwaltung und den Schülern der Lehranstalten empfangen. Der Kaiser, die Mitglieder der kaiserlichen Familie und der Hofminister Graf Woronzow heben den Sarg auf und setzen ihn auf einen dazu vorbereiteten Platz auf der Dampferstation. Hierauf wird Gottesdienst abgehalten und der Sarg unter Artilleriefalut in den Trauerwaggon gebracht. Während des ganzen Aufenthalts in Sebastopol läuten die Glocken. Die Fahrt des Trauerzuges geht über Simferopol, Charkow, Kursk, Orel, Tula, Moskau und von dort über Twer nach Petersburg. In Moskau wird der Sarg mit besonderem Ceremoniell nach der Archangekks Kathedrale gebracht und von dort zur Nlkolaibahn überführt. Das Ceremonial für die Leichenfeier in Moskau und Petersburg, sowie der für die Beisetzung festgesetzte Tag ist noch nicht veröffentlicht.
Yokohama, 6. November. Reuter-Meldung. Eine Ab- theilung der ersten japanischen Armee traf in dem Hafen oberhalb der Talienwan-Bai, wo die zweite japanische Armee gelandet ist, ein. Somit ist die Verbindung zwischen beiden Armeen hergestellt.
Chefoo, 6. November. Reuter-Meldung. Einige japanische Torpedoboote versuchten gestern sich Port Arthur zu nähern, um die Befestigungen zu recognosctren. Die im Hafen befindliche chinesische Flotte zwang jedoch die Torpedoboote, fernzubleiben. Die Japaner dürften die Cernirung von Port Arthur vor Ende der Woche beginnen.
Dep eichen bei Bure«» »Herold*.
Darmstadt, 6. November. Prinz Heinrich wird am Freitag nach Petersburg fahren.
Berlin, 6. November. Nach den bisherigen Dispositionen begibt sich der Botschafter Graf Schuwaloff zu den Betsetzungsfeierlichketten nach Petersburg. — Im Laufe des heutigen Nachmittags fand in der Botschastscapelle die feierliche EideSabnahme der russischen Colonte für den Czaren statt.
Berlin, 6. November. Die „Nationalzeitung" meldet, daß der Präsident der Reichsbank, Koch, zum Justizmintster ausersehen ist. Derselbe soll zur Annahme des Postens bereit sein.
Berlin, 6. November. Die römische „Agencia Stefani" läßt sich aus Peking melden, daß C h i n a den F r t e d e n s - schluß unter folgenden Bedingungen herbeisehne: Unab- hängigkeit Koreas, Festsetzung einer Krlegsentschädigung von den Mächten.
Berlin, 6. November. Die gerichtliche Beschlagnahme des dem Bankdirector Sternberg gehörenden Vermögens ist aufgehoben worden, weil er sich selbst der Staatsanwaltschaft gestellt hat.
Berlin, 6. November. Fürst Bismarck wird am Abend des 10. d. M. in Friedrichsruh erwartet.
Berlin, 6. November. ®er' Botschafter der Nord- amerikanischen Republik am hiesigen Hofe hat der deutschen Regierung die officielle Einladung zur Betheiligung an der großen internationalen Welt-Ausstellung zu Atlanta (Georgien) im Jahre 1895 überreicht.
Stuttgart, 6. November. Im königlichen Hoftheater galt der gestrige Abend dem vortrefflichen Schuhmacher und Poeten Hans Sachs. Den Mittelpunkt der würdigen Feier bildete die Aufführung zweier Fastnachtsspiele aus der eigenen Feder des Gefeierten: „Das heiß Eysen" und „Der Bauer im Fegfeuer". Die Wiedergabe war eine vorzügliche. Im Uebrtgen wurde der Abend ausgefüllt durch die Darstellung von lebenden Bildern, sowie durch declamatorische und musikalische Darbietungen (Goethe, Bach, Wagner). Es besteht die lobenSwerthe Absicht, am Donnerstag die Hans Sachs-Feier zu wiederholen.
Wien, 6. November. Bei den gestrigen Tumulten in Dalle bei Roviguo bombardirte die erregte Volksmenge die Gensdarmeriekaserne mit Steinen. Drei Personen wurden durch Steinwürfe schwer verletzt. Aus Pola wurde Gensdarmerie-Verstärkung requirirt. In Pirano wurden die Trauerdecorationen an den Häusern behördlich entfernt- die Geschäfte bleiben aber geschloffen und die Einwohner gehen in Trauerkleidern. In Rovtgno herrschen ähnliche Verhältnisse.
Mahrssch Ostrau, 6. November. Der Strtke der Bergarbeiter hat wiederum größere Ausdehnung gewonnen. Die Zahl der Ausständigen beträgt jetzt über fünftausend.
Budapest, 6. November. Jn HuSzt fand ein blutiger Zusammenstoß der Gensdarmerte mit der fanatischen Menge anläßlich des Begräbniffes eines Choleratodten statt. Die Gensdarmen, von der Menge angegriffen, mußten Feuer geben. Vier Bauern wurden getödtet, zwanzig schwer verwundet. Lie Gährung unter dem Volke ist so groß, daß Militär requirirt werden mußte.
Budapest, 6. November. Eine Trauerkundgebung für den verstorbenen Czaren findet morgen im Abgeordneten- Hause statt. Die ablehnende Haltung der äußersten Linken wird einfach ignorirt.
Rom, 6. November. Das katholische Blatt „Voce della Derita" meldet, daß der Czar Nicolaus dem Papste durch ein herzliches Telegramm seine Thronbesteigung an- gezeigt habe. Der Papst habe mit einem überaus herzlichen Glückwunschtelegramm geantwortet.
Brüffel, 6. November. Heute wurden in allen Provinzen die Provinzialräthe eröffnet. Hier haben zwanzig Mitglieder den Eid in vlämtscher Sprache geleistet. Die soctaltfttschen Mitglieder Ramus und Leroy haben bei der Eidesleistung bezüglich der KönigStreue und des Gehorsams zur Verfassung und den Gesetzen Vorbehalte gemacht, weil auch, wie sie behaupten, das belgische Volk bisher noch nicht bet der Ausarbeitung der Gesetze zugelaffen worden sei.
Die Rechte nahm diese Erklärung mit dem Rufe auf: „Es lebe der König!" Die Soctaltsten erwiderten: „Es lebe das Volk!"
Paris, 6. November. Einer telegraphischen Meldung aus Petersburg zufolge wird Herr v. Giers im auswärtigen Amte durch Lobanow, den Botschafter in Wien, ersetzt werden. Für den Posten des Kriegsministers soll Obrontschew ausersehen sein, der mit einer Französin ber* heirathet ist.
Paris, 6. November. Oberstlieutenant Vtllemet, der Attache des Generalstabs des 11. Armeecorps in Nantes, wurde, als er sich auf der Fahrt in dem zwischen Bordeaux und Nantes verkehrenden Expreßzuge befand, von einem Mitreisenden mit einem Rasirmeffer ermordet.
Paris, 6. November. Die Blätter fordern immer energischer die Eroberung von Madagascar.
Marseille, 6. November. "Dem Seepräfecten ging der Befehl zu, sofort alle Vorbereitungen für die Einschiffung einer Expedition nach Madagascar zu treffen.
Loudon, 6. November. Nach einer osfictellen Meldung des „Daily NewS" hat der hiesige chinesische Gesandte der englischen und französischen Regierung mitgetheilt, daß China die Einmischung der europäischen Großmächte erbitte.
Petersburg, 6. November. Der Uebertritt der Prinzessin Alix zur orthodoxen Kirche hat in allen Orten Rußlands den allerbesten Eindruck gemacht. Unter der niederen Bevölkerung namentlich ist die Braut des Czaren dadurch populär geworden.
Moskau, 6. November. Die Stadtverordneten bewilligten 50,000 Rubel zur Ausschmückung der Stadt beim Leichenbegängnisse. Am Sarge des Verewigten wird ein feierlicher Gottesdienst abgehalten werden.
Belgrad, 6. November. Der Ministerpräsident Christic befahl allen Präfecten, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln das Räuberunwesen zu unterdrücken.
Belgrad, 6. November. Die auswärtigen Correspond ent en sollen unter Polizeiaufsicht gestellt werden. Ferner ist ihnen die Ausweisung angekündigt worden, falls sie sensationelle, unwahre oder Milan beleidigende Depeschen verbreiten.
Cocalt« nttö proohtjtclXe*.
Gießen, den 7. November 1894.
H. Neues Theater. An Stelle des angekündigten Stückes „Cornelius Boß" mußte gestern Abend wegen eines Krankheitsfalles „Der Herr Senator" wiederholt werden. Die Besetzung war nur in den Rollen des Dr. Gehring, des Mittelbach, der Stefanie und des Hausarztes dieselbe geblieben. Herr Reiners spielte den Senator, Fräulein Gerl ach deffen Frau, Fräulein Egger die Agatbe und eine neuengagirte Pame, deren Namen der Zettel nicht nannte, die Sophie Pätzold. Auch die beiden Dienerrollen waren anderweitig besetzt. Durch die ganze Aufführung ging gestern ein vornehmerer Ton, als es bet den früheren der Fall war. Dies hatte darin seinen Grund, daß Herr Reiners, dem die Partie des Senators übrigens keineswegs liegt, seine Rolle viel ruhiger auffaßte, als sein Vorgänger. Fräulein Egger konnte als Agathe befriedigen, während Fräulein Ger lach mit ihrer Darstellung der Frau Senator entschieden Erfolg hatte. Die Darstellerin der Sophie Pätzold hat uns in Erscheinung und Spiel ganz gut gefallen. Frau Reiners hat gegen ihr erstes Auftreten als Stefanie gewonnen. Wir waren gestern Abend hocherfreut über ihr lebensvolles Spiel - aus Damenmund hörten wir hierfür den diesmal treffenden Ausdruck „goldig". Daß sich Herr Otto, Herr Hacker und Herr Heyne wiederum vorzüglich bewährt haben, brauchen wir nicht erst zu versichern.
* * Panorama. Diese Woche bietet das Panorama „Eine Fahrt mit dem Schnelldampfer „Auguste Victoria" nach New Aork. Dieser großartig ausgestattete Dampfer, welcher von Hamburg in 6—7 Tagen die Fluthen des Oceans nach New-York durchschneidet, ist ein wahrer Prachtbau. Wir sehen die Commandobrücke, die verschiedenen Salons und Kajüten. Auch eine Landung des Dampfers in Cuxhaven sehen wir im Bilde. Dann bringt uns der Dampfer glücklich im Hafen von New York an, wir besichtigen die Riesenstadt, namentlich die Verkehrsader „den Broadway". Von New-York aus machen wir verschiedene Abstecher nach den Hudson-Landschaften, wo wir auch die großartigen Brücken bewundern können. Am großartigsten sind die Niagarafälle, welche sich uns im Sommer und im Eise präsentiren. Wir kommen nach Washington, wo uns namentlich das weiße Haus des Präsidenten auffällt. Jetzt gehtö zur See nach Westindten, Jamaika und Cuba. Wir sehen die Stadt Kingston, den Hafen mit großen Dampfern und Viermastern, Straßen, Cacteen, Palmen, Pflanzungen, Negergruppen, Vollen, Flußlandschaften, Gebirgsparthieen rc. Diese Serie ist wirklich einzig schön und der Besuch besonders zu empfehlen.
* * Der Laudesausschuß der uatioualliberaleu Partei im Großherzogthum Hessen wird noch vor dem Beginn der Verhandlungen im Reichstag und Landtag zur Berathung über eine Reihe höchst wichtiger Angelegenheiten und zwar am 11. November in der Restauration „Zur Stadt Pfungstadt" in Darmstadt zusammentreten. Abgesehen von der neuesten Entwickelung der politischen Lage, die zur eingehenden Besprechung veranlaßt, werden nachfolgende Gegenstände zur Berathung kommen: 1) Die Verhandlungen und Beschlüsse des jüngsten nationalliberalen DelegirtentageS in Frankfurt a. M.- 2) der Gesetzentwurf über die Einkommensteuer im Großherzogthum Hessen- 3) die Organisation der höchsten Staatsbehörden im Großherzogthum Hessen- 4) Antrag der Herren Abgg. Pennrich und Genossen, die Einführung einer Klassenlotierie in Hessen betr. lieber die Punkte 1 und 3 wird der Vorsitzende Bericht erstatten. Die Herren Otto Wolfskehl und Oberbürgermeister Küchler von Worms werden
über Punkt 2, die Herren Landtagsabgeordneten Dr. Schröder: und Vogt über Punkt 4 zu berichten ersucht werden.
* * Postpersoual Nachrichten. Es sind versetzt: Der Post- secretär Briegleb von Offenbach (Main) nach Mainz, die Postassistenten Geißler von Alzey nach Lauterbach (Hessen) und Kumpf von Forst (Lausitz) nach Alzey.
* * Schlafwagen dritter Klaffe find auf deutschen Bahnen noch nicht geführt. In Rußland, dem man gewöhnlich nur den langsamsten Fortschritt zugesteht, ist das Bedürsniß für solche Wagen anerkannt worden. Auf der Strecke Moskau—Jaroslaw hat man jetzt sechs Schlafwagen dritter Klasse in Schnellzüge eingestellt, und binnen wenigen Tagen wird die Zahl dieser Schlafwagen noch um 4 vermehrt werden. Hoffentlich wird man in Deutschland diesem an- erkennenswerthen Vorgehen folgen, da es unter den Fahrgästen dritter Klaffe doch auch Menschen giebt, die auf langer Bahnfahrt ermüden und das Bedürsniß nach einer Ruhestatt fühlen.
Butzbach, 6. November. Das vom 14. bis 16. Juli hier abgehaltene 20. Lahjnthalsängerfeft hat nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung einen Ueberschuß von 546 Mk. 75 Pf. ergeben.
K. Nidda, 3. November. Gute Jagdverhältnisfe. Am Heutigen hielt die Niddaer Jagdgesellschaft die erste Herbstjagd in dem ca. 325 Morgen großen Großh. District Hain ab, wobei innerhalb 3 Stunden 2 Böcke, 7 Stück weibliches Rehwild und 10 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Daß die Rehe in diesem kleinen Wäldchen hier zahlreich Vorkommen, zeigt obiges Resultat und die noch vielen unbeschossenen Rehe, welche theils zurückgingen, oder in die ebenfalls ausgezeichnet mit Rehwild besetzten Nachbarwaldungen vorübergehend auswechselten.
A Aus dem Ohmthal, 6. November. Wenn das lieber- maß von Niederschlägen in diesem Herbste einen Vottheil gehabt hat, so ist es der gewesen, daß die fast alle Herbst fühlbare Mäuseplage so gut wie verschwunden ist. Die Mäuseröhren im Boden wurden vollständig vom Wasser durchfließt und bildeten Wasserrinnen. Da das Wasser auch selbst auf sonst trockenen Lagen in Pfützen stand, so mußten eben die Mäuse meistens zu Grunde gehen. Auch die Maulwurfsgänge in den Thalwiesen standen beständig unter Wasser, so daß ihre Bewohner herausgetrieben wurden. Die sonst im Herbste in den Wiesen bemerkbaren massenhaften Maulwurfshügel sind deshalb stark decimirt, so daß die Maulwurfsjäger wenig zu thun haben. — Nach dem letzten wolkenbruch- artigen Regen ist das Wetter erheblich besser geworden, sogar auffallend mild und oft auch schön zu dieser Jahreszeit. Dem Landmann wird dadurch die Beendigung der Herbstausstellung ermöglicht. Nun hat man endlich die letzten Kartoffeln aus der Erde gebracht. Auch Weizen ist noch vielfach gesäet worden, im Durchschnitt aber doch nicht die Hälfte der früher üblichen Aussaat. Diese beschränkte Weizenaussaat geschah aber nicht bloß des verspäteten Zeitpunktes wegen — denn Weizen läßt sich eben noch recht gut säen —, sondern aus dem Grunde, weil der Preis des Weizens so herabgegangen ist, daß für den Landwirth in der Weizensaat am allerwenigsten von allen Fruchtgattungen steckt. Die Kornsaat hat nicht in dem erwünschten Umfange ausgeführt werden können- es dürste deshalb sich wohl empfehlen, tm Frühlinge Sommerroggen auszusäen, mit dem man in anderen Gegenden die befriedigendsten Resultate erzielt hat.
Vermischtes.
* Breslau, 6. November. Der „Bresl. Generalanz." meldet: In der sechsten Abendstunde wurde hier in dem Hause Poststraße 9 ein Mord verübt. Man fand die unverehelichte Elsa Groß in ihrem Blute schwimmend vor. Die Polizei war sofort zu Stelle. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur.
* Eine hübsche Idee ist nach einer Mittheilung deS Patentbureaus von O. Wolff in Dresd en dem geistvollen Köpfchen einer Bostoner Dame entsprungen. In ihrer zahlreichen Familie machte jedes Mitglied individuelle Rechte auf eine bestimmte Tasse, einen eigenen Teller usw. geltend. Die Dame wußte sich zu helfen, indem sie auf jedem Stück des Porzellanservice ein photographisches Bildniß des EigenthümerS anbrtngen liefe. Die Dienstboten konnten nun mit Leichtigkeit jedem seine eigene Tasse usw. präsentiren, und der Streit war ein für alle Male geschlichtet. Es ist vorgeschlagen worden, die hübsche Idee noch weiter und zwar in der Weise auszubeuten, daß man lieben Gästen beim fröhlichen Mahl statt durch eine Tischkarte durch das ihr Bildnife tragende Geschirr ihren Platz anweist, — eine Aufmerksamkeit, die gewiß dankbar begrüßt werden würde.
* Eine echte Amatigeige ist der „Dudweiler Ztg." zufolge in einem Trödlerladen in Dudwei ler, im Kreise Saarbrücken, entdeckt worden. Der 22jährige Sohn eines dortigen Graveurs hatte vor etwa fünf Jahren dem Inhaber des Trödlerladens für 100 Mk. eine alte Geige abgekauft. Vor Kurzem übergab er das Instrument einem Geigenmacher zur Ausbesserung und dieser erkannte in demselben sofort ein Kunstwerk des Cremonesers Nicola Amati aus dem 16. Jahrhundert. Die Geige wurde nun für 6000 Mark von einem Kammermusiker erworben, der den Weiterverkauf trotz eines Gebotes von 10000 Mk. ablehnte.
* Ein „Wunderkind", eine kleine vierjährige Böhmin, Namens Schö bl, würbe in der letzten Sitzung der Medtcini- scheu Gesellschaft in Leipzig vorgeführt und erregte allgemeines Staunen. Die Kleine ist sehr niedlich und hat ein hübsches Gesichtchen, wenigstens auf der einen Seite. Die andere Hälfte ist indessen völlig anders- sie ist graubraun und mit langen weißen Haaren besetzt. Die Ursache dieser Mifebildung, die bereits seit der Geburt des Kindes vorhanden ist, mußte als „nicht erforschbar" bezeichnet werden.


