Ausgabe 
8.8.1894
 
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hat heute Nachmittag 2 Uhr nach dem festgesetzten keremoniell stattgefunden.

Depeschen bei Bureau .Herold".

Berlin, 6. August. DieNordd. Allgem. Zeitung" dementirt die Blättermeldung, wonach Reichskanzler Graf Capriv-i auf der Rückreise von Wilhelmshaven auf dem Bahnhofe zu Stendal ein längeres Gespräch mit dem Grafen Herbert Bismarck gehabt haben sollte. DerReichs­anzeiger" empfiehlt der deutschen Geschäftswelt, Waaren auf Credit nur an solche ausländische Firmen zu liefern, über deren Zuverlässigkeit und Zahlungsfähigkeit sie zuvor sorgfältige Erkundigungen bei vertrauenswerthen Auskunfts- ftellen eingezogen haben. Mehrere seit einiger Zeit in Berlin weilende japanische Offiziere, welche sich hier aufhielten, um die deutschen Armeeverhältnisie kennen zu lernen, haben Befehl erhalten, fofort in die Heimath ab­zureisen, um im Kriege gegen China die in Deutschland er­worbenen militärischen Kenntnisie zu verwerthen. Fünf Osfi« ziere sind bereits abgereist.

Berlin, 6. August. Die Besserung in dem Befinden des Geheimen Raths von Helmholtz ist andauernd so fort- schreitend, daß der Patient heute zum ersten Male eine halbe Stunde das Bett verlasien konnte. Das Gesammtbefinden ist befriedigend.

Leipzig, 6. August. Der sächsische General-Staats­anwalt Held dehnte, wie der hiesigeGeneralanzeiger" meldet, die Verfügung vom Jahre 1891, wonach den Subaltern­beamten der sächsischen Staatsanwaltschaften die Betheiligung an politischen Vereinen untersagt wird, auch auf die Krt e g e r - vereine aus.

München, 6. August. Nach einer Mittheilung der M. N. N." hat der Bischof von Passau angeordnet, daß in das bischöfliche Knabenseminar in Metten kein Zögling mehr ausgenommen werden darf, dessen Vater Mitglied des baye­rischen Lehrervereins ist.

Budapest, 6. August. Unter den Feldarbeitern im Alföld bei Vasarhelh macht sich wieder eine starke Gährung bemerkbar. Es ist daher von Szegedin nach der bedrohten Gegend Militär abgegangen.

Paris, 5. August. Heute begannen vor dem Seine- assisenhof die Verhandlungen in dem großen Anarchisten- prozeß. Derselbe wird die ganze Woche beanspruchen. Fünfzig Zeugen find vorgeladen. Die Angeklagten befinden sich in der Conciergerie und zwar in Einzelhaft, um jeder anarchistischen Propaganda im Innern des Gefängnisses vor­zubeugen.

Paris, 6. August. Gegen die ausländischen Blätter, welche die Erklärungen Casertos veröffentlicht haben, werden in Frankreich keine Specialmaßregeln getroffen.

Paris, 6. August. Der französische Forschungsreisende Dutreuil ist in Tibet ermordet worden. Frankreich sandte infolge dessen eine energische Reclamationsnote an die chinesische Regierung in Peking.

Rimes, 6. August. Eine Compagnie des 163. In­fanterieregiments ist gestern Abend nach Aigues-Mortes abgegangen, wo wieder Unruhen zwischen den französischen und italienischen Arbeitern ausgebrochen sind.

Loudon, 6. August. DerStandard" glaubt, daß der Krieg zwischenJapan und China lange dauern werde, da entscheidende Kämpfe erst im Frühjahr ftattfinden könnten. Das Blatt fügt hinzu, daß China mit England und Rußland Schwierigkeiten bekommen würde und daß diese beiden Mächte gemeinsam vorgehen sollten, um die Feindseligkeiten zu hin­dern- sonst müßte England seine Flotte in den coreanischen Gewässern bedeutend verstärken. DieMorning Post" schreibt, England werde Japan nie gestatten, sich Koreas zu bemächtigen.

Localer nn6 provinzielle»

Gießen, den 7. August 1894.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Ver- sammlung Donnerstag den 9. August 1894, Nach­mittags 4 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Gastwirths Albold um Erlaubniß zur Entnahme von Wasser aus dem Stadtbach. 2. Gesuch der Gebr. Schwan und Genossen um Erlaubniß zur Wasserabführung aus ihren Häusern in der Wallthorstraße. 3. Reinhaltung der Straßen; hier: Kehricht- absuhr. 4. Gesuch der Obsthändlerin Jung von Großen- Linden wegen Errichtung eines Verkaufsstandes an der Bahnhofstraße. 5. Desgleichen der Heinrich Köhler Wittwe zur Errichtung eines Wafferhäudchens. 6. Anlage der Senckenbergftraße - hier: Einfriedigungen. 7. Ausführung der Ortsfeuerlöschordnung - hier: Telephonanlage für die Wohnung des städtischen Zeugwarts. 8. Erbauung von Marktlauben; hier: eines Bedürfnißhäuschens. 9. Das am 18., 19. und 20. August stattfindende 16. Feuerwehrfest- hier: Vertheilung der Festschrift. 10. Umbau des Bahnhofs Gießen- hier: Weguntersührung und Ueberlassung einer städtischen Wiese als Lagerplatz. 11. Gesuch des Theodor Geilsuß um Erlaubniß zum Bauen in der Marktstraße. 12. Errichtung einer kaufmännischen Fortbildungsschule- hier: Gesuch um Verwilligung eines städtischen Zuschusses 13. Gesuch des Johannes Häuser um Concessionsertheilung zum Gastwirthschaftsbetrieb im Hause Liebigstraße.

** Der Präsident derHasfia", Herr Oberstlieutenant Caspary, hat an die Kriegervereine des Landesverbandes folgende Bekanntmachung erlassen:Nachdem Se.Königl. Hoheit der Großherzog die auf mich gefallene Wahl zum Präsidenten derHassia" Allergnädigst zu bestätigen geruht haben, habe ich heute den Dienst übernommen und entbiete den alten Kameraden meinen herzlichen Gruß! Unsere Parole fei auch fernerhin für alle Zeit: Hoch unser Kaiser und

f Großherzog! Mit Gott fürs deutsche und hessische Vaterland. ; gez. Caspary."

** Gut abgelaufen. Am Neubau der Jrrenklinik stürzte gestern Nachmittag ein Weißbinder aus dem zweiten Stockwerk herab in den Keller. Derselbe kam glücklicherweise mit einer geringfügigen Verletzung davon.

** Ueber ein interessantes Urtheil des ReichsverficherungT' ondeS wird derKl. Pr." aus Berlin berichtet: Ein Maurer war damit beschäftigt, auf einem Dache die Fugen eines Schornsteins auszuschmieren- gleichzeitig waren auch Klempner auf dem Dache thätig. Der Maurer hatte sich eine Flasche Branntwein mitgebracht und in seine Nähe ge­stellt. Als er trinken wollte, vergriff er sich, trank aus einer Flasche, die den Klempnern gehörte und mit Salzsäure gefüllt war, und starb bald darauf. Die Baugewerks-Beruss- genossenschaft wies die Ansprüche der Hinterbliebenen zurück- das Schiedsgericht entschied sodann zu Gunsten der Kläger. Den Recurs der Berussgenossenschaft verwarf das Reichs­versicherungsamt. In der Motivirung heißt es u. A.:Liegt der Fall so wie hier, daß der Arbeiter bei der Ausführung der Absicht, sein von ihm mitgebrachtes Getränk zu genießen, sehlgreift und statt der dieses enthaltenden Flasche eine andere durch den Betrieb in unmittelbare Nähe seines Arbeitsplatzes gebrachte Flasche erfaßt, die eine lediglich für Betriebszwecke bestimmte Flüssigkeit enthält, aus dieser etwas zu sich nimmt und sich dadurch schadet, so sind alle Voraussetzungen für den Betriebsunfall erfüllt.

Grünberg, 5. August. Gestern brachte man hier die sterblichen Ueberreste des practischen Arztes Dr. A. Hille, eines Mannes von einfachem Wesen und reichem Gemüths- leben, zur letzten Ruhe. Er hinterläßt eine Wittwe mit drei unerwachsenen Kindern. Damit ist eine begehrenswerthe Stelle für einen tüchtigen Arzt frei geworden. Die hiesige Sparkasse zahlt jedem unserer beiden Aerzte 1000 Mark für Behandlung hiesiger und auswärtiger Ortsarmen.

Darmst. Tgl. Anz.

Darmstadt, 5. August. An der hiesigen festlich ge­schmückten Militärschwimmschule fand gestern Nachmittag um 5 Uhr das Abschwimmen der Schwimmschüler der ge- sammten Garnison statt. Hierzu hatten sich der Commandeur des 115. Infanterie-Regiments, eine große Anzahl Offiziere sämmtlicher Truppentheile, sowie ein äußerst zahlreiches Publikum eingefunden, welche den dargebotenen Leistungen mit großem Interesse folgten. Unter den Klängen der ge­summten Kapelle des 115. Regiments fand zunächst innerhalb des Schwimmbassins Preistauchen nach geworfenen Geld­stücken und werthvollen Gegenständen statt und blieben die Taucher im Besitz der gefundenen Stücke. Hierauf folgte Schwimmen mit Gepäck, Hechtschwimmen und Springen in verschiedenen Stellungen von dem etwa 10 Mtr. hohen Sprungbrett innerhalb und außerhalb des Bassins. Sämmt- liche Uebungen erfolgten mit großer Präcision und legten Zeugniß davon ab, daß sämmtltche Mannschaften zu vorzüg­lichen und unerschrockenen Schwimmern durch die Schwimm­lehrer herangebildet waren. Den Schluß des Abschwimmens bildete ein großes Wettschwimmen durch den ganzen Woog, Strecke ca. 200 Mtr., wobei der Sieger, Gardist Stern, eine Remontoir-Uhr erhielt. Nach dem Schwimmen sand die Vertheilung der Preise, bestehend aus Pfeifen, Biergläsern, Koffern rc., statt, und wurden die Mannschaften noch mit Essen und T'inken bewirthet, wobei die Kapelle concertirte. An dem Schwimmunterricht nahmen ca. 200 Mann sämmt­licher Truppen im Laufe des Sommers Theil.

Schönnen i. Odenwald, 5. August. Die auf Anregung des Directors der Landw. Winterschule zu Michelstadt i. O., Herrn Landwirthschastslehrer Spieß, mit dem Sitz zu Schönnen ins L-ben gerufene Maschinengenossenschaft bezweckt gemeinschaftliche Beschaffung und Benutzung landw. Maschinen und Geräthe, sowie Ablaß solcher an die Genossen. In der constituirenden Versammlung wurde auf Empfehlung des anwesenden Geschäftsführers des Verbandes der hessischen landw.Genossenschaften, Herrn Oberrevisor I hrig, beschlossen, keine freie Vereinigung zu bilden, sondern eine Genossenschaft und diese in das Genoffenschafts-Register eintragen zu lassen, um dadurch die bevorzugte Stellung, die besonderen Rechte einer eingetragenen Genossenschaft zu erlangen. Jedes Mit­glied hat sofort bei seinem Eintritt 50 Mark auf seinen Ge- schästsantheil einzuzahlen. Die Mitgliedschaft ist vorerst auf die Gemeinden Schönnen, Lauerbach und Ebersberg beschränkt. Zum Director wurde Herr Peter Walther III. aus Schönnen gewählt.

Mainz, 6. August. Der Redacteur derMainzer Volksstimme" wurde vorgestern Abend, als er sich nach seiner Wohnung begab, auf der Straße überfallen und mit Stock­schlägen tractirt. Angreifer war der frühere Criminal- Commissär Lämmersdorf, der vor längerer Zeit wegen schwerer dienstlicher Vergehen entlassen und alsdann auf Grund eines ärztlichen Gutachtens für geistesgestört erklärt und pensiontrt wurde. Da Lämmersdorf in dem vor sechs Jahren hier spielenden großen Socialistenproceß bei den Belastungszeugen die Hauptrolle spielte, war dieVolksstimme" demselben nie gewogen, worin wohl der Grund zu dem thät- lichen Angriff zu suchen ist. Wegen Mangel an Aufträgen sah sich die berühmte Waggonfabrik von Gebrüder Ga stell hier am verflossenen Samstag gezwungen, ca. 50 Arbeitern zu kündigen. So wenig Bestellungen wie gegenwärtig hatte die einen Weltruf genießende Firma noch selten. Dowe, der vielgenannte Erfinder des kugelsicheren Panzers, unter­handelt gegenwärtig um Ueberlassung der hiesigen Stadthalle, zum Zwecke, um Schießproben in derselben zu geben. Die Schießproben sollen in Verbindung mit Concerten stattfinden, um auch das größere Publikum anzllziehen. #

R. Aus Rheinhessen, 6. August. Die seuchtwarme Wit­terung der letzten vierzehn Tage hat das Wachsthum der Trauben wesentlich gefördert, so daß sie beinahe ausge­wachsen sind. Die Stöcke sind weniger schwer behangen, als im Vorjahre, denn bei der Blüthe fielen viele Träubchen

durch. Späte Lagen, welche im Juli erst blühten, kamen besser durch. Die gute Belaubung der Stöcke schützte die kleinen Beeren vor der heftigen Hitze in den drei heißen Juli­tagen, 23., 24. und 25. Juli. Wie die Sachen jetzt, zu Anfang August stehen, ist es sicher, daß wir weder in Menge noch in Güte an den 1893er heranreichen werden. Wenn sich aber von jetzt an die Witterung wieder zum Warmen, Besseren wenden wollte, können wir, da genügende Feuchtig­keit vorhanden ist, immer noch einen annehmbaren Herbst erwarten. Der August ist der sogenannteKochmonat", der sich durch sonniges, beständiges Wetter auszeichnen muß. Thut er es nicht und läßt er uns im Stiche, dann dürfen wir uns auf ein bescheidenes 1894er Resultat gefaßt machen. Hoffen wir das Beste!

Verurischtes.

* Frankfurt a. M., 6. August. Die hiesige Oberpost- direction beabsichtigt zur Erleichterung des Verkehrs der Post mit der Börse im Herbst die Herstellung einer Rohr­postverbindung zwischen dem Telegraphen- und dem Börsen­gebäude. Der Verkehr auf dem Telephonamt hat sich so gesteigert, daß anschließend an die Räume in dem Telephonthurm eben ein neues Gebäude im nördlichen Theil des Posthofes erbaut wird, in dem die weiter noth- wendig werdenden Apparate aufgestellt werden sollen. Das Gebäude, das im Juni begonnen wurde, soll bis zum October fertiggestellt werden.

* Frankfurt a. M., 3. August. Die socialdemokratische Frankfurter Volks stimme" veröffentlicht folgendes ihrdurch einen günstigen Wind auf den Redactionstisch gewehte", im Original autographirte Formular:

Bezirk der Verhandelt

Kaiser!. Ober Postdirection im Amtszimmer des Kaiser- Frankfurt (Main). lichen Postamts I in

Frankfurt (Main).

Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß von Post­hilfsboten vorzeitig und übereilt Heirathen geschlossen werden, welche nach den gemachten Erfahrungen geeignet sind, später die Quelle wirthschaftlicher Verlegenheiten zu werden, zumal auch die Tagegelder der Posthilfsboten auf die Bestreitung der Kosten für die Begründung und Unterhaltung eines eigenen Hausstandes nicht berechnet find. Dem.....

wird deshalb hiermit eröffnet, daß sein Ausscheiden aus dem Postdtenste u. U. in Frage kommen müsse, wenn er sich vor­zeitig als Posthilfsbote verheirathen sollte.

Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben:

Geschehen wie oben.

* Wiesbaden, 6. August. Ein militärpflichtiger Liliputaner, so schreibt derRhein. Kur.", das ist doch einmal etwas Nicht-Alltägliches! Dieser Tage erhielt die hiesige Militär-Behörde von dem Bezirkscommando in Altona die Aufforderung, einem Mitgliede der hier im Circus Corty- Althoff auftretenden Liliputaner - Truppe, gebürtig aus der Gegend von Gießen, begreiflich zu machen, daß er sich vor der Ersatzcommission zu stellen habe. Letztere wird jedenfalls finden, daß dieser Militärpflichtige selbst hinter dem im vorigen Jahre bedeutend herabgesetzeten Militärmaße gehörig zurückbleibt.

* Köln, 6. August. Unter den hier in letzter Zeit in Gebrauch gekommenenScherzartikeln" befindet sich auch ein aus ganz dünner Kautschukmasse gefertigter Käfer, der einem befreundeten Nachbar in das Bterglas geworfen wird, so daß dieser zu der Annahme gelangt, das Glas Bier .sei ihm mit dem Thiere credenzt worden. Vor wenigen Tagen nun beging in einer hiesigen Wirthschast ein Gast die Unvorsichtigkeit, seinem Nachbar ein solches Thier in den Bterkrug zu werfen. Dieser bemerkte das nicht, er trank in vollen Zügen aus dem Kruge, wobei die Kautschukmaffe sich ihm im Halse festsetzte und nicht zurück, noch weiter zw bringen war. Ein sofort zu Hilfe gezogener Arzt ordnete die Ueberführung des Mannes in das Hospital an, wo nur durch eine sofortige Operation der Mann dem Leben er* halten blieb.

* Lennep, 4. August. Bei der Feier des Schützenfestes' brach am Dienstag Nachmittag in dem Augenblicke die Musiktribüne zusammen, als die Musikcapelle des 39. Infanterie-Regiments sie besteigen wollte. Unter den zahlreichen Verunglückten befindet sich ein 6 Jahre alter Knabe, dem durch einen Balken der Kopf zerschmettert, wurde, so daß er augenblicklich tobt war. Die Militär- musiker sind mit geringen Verletzungen davon gekommen.. Die Inhaber des anbulanten Festzeltes wurden gerichtlich fixirt, da das Balkengerüst vollständig morsch gewesen sein soll. Im Laufe des heutigen Tages war eine Commission des Elberfelder Landgerichts hier behufs Inaugenscheinnahme, des Unglücksortes und Einleitung der Untersuchung.

* Berlin, 6. August. Der Buchhalter Schmidt und der Kellner Zenner, die von der Familie des Herrn von Kotze 300 Mark erschwin d elten, weil sie vorgaben, den Schreiber der anonymen Briefe zu kennen, wurden vom Amtsgericht I wegen Betruges zu 18 bezw. 6 Monaten Gefängniß verurtheilt.

* Berlin, 6. August. Heute Mittag fand in der Mathieustraße ein Zusammenstoß zwischen den bei den dortigen ASphaltirungsarbeiten beschäftigten Arbeitern und der Polizei statt. Die Arbeiter hatten Plötzlich ihre Thätig- keit eingestellt und versuchten, einige weiterarbeitende Ge- noffen ebenfalls zur Arbeitseinstellung zu bewegen. Da eS zu tumultuarischen Ruhestörungen kam, schritten mehrere Polizisten ein, die schließlich blank ziehen mußten. Ernst­liche Verletzungen kamen nicht vor- vier Personen wurden verhaftet.

* Erfurt, 4. August. Vor einiger Zeit wurde bekannt­lich in Sondershausen der dortige Oberförster Gerlach sammt feiner Frau verhaftet, weil beide dringend verdächtig waren, den Tod ihres Dienstmädchens durch fortgesetzte bar--