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Nr. 183
1894
Mittwoch den 8. August
Der Hteiheuer Anzciger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener Aamitienbtätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
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Deutsches Reich.
Berlin, 6. August. Der Kaiser trat am Sonntag früh 8 Uhr an Bord der „Hohenzollern" die Ueberfahrt nach England von WilhelmShafen aus an. Die Kreuzerfregatte „Prinzeß Wilhelm" folgte der „Hohenzollern".
— Eine Abänderung des Vereinsrechts behufs Bekämpfung der socialrevolutionären Agitation ist Seitens der preußischen Regierung geplant, wie sich einer Mittheilung der „Nordd. Allg. Ztg." entnehmen läßt. Ueber den Inhalt einer in dieser Hinsicht etwa zu erwartenden Vorlage macht daS Blatt indessen noch keine weiteren Angaben, es begnügt sich vielmehr, im Allgemeinen auf die entsprechenden scharfen Bestimmungen des sächsischen und des Hamburgischen Versammlungsrechts hinzuweisen.
— Es bestätigt sich, daß zwischen dem kaiserlichen Landeshauptmann für Deutsch-Südwestafrika, Major Leutwem, und dem rebellischen Hottentotten-Häuptling Hendrick Witboi Friedensunterhandlungen eingeleitet worden sind. Major Leutwein verlangt die freiwillige Stellung Witbois in dem deutschen Hauptquartiere Windhoek, wo der Häuptling einstweilen in ehrenvoller Haft gehalten werden würde; außerdem soll er seine Waffen und seine Munition ausliefern. Bis zum 1. August war ihm vom Major Leurwein Bedenkzeit gewährt worden, sodaß die nächste Post aus Deutsch-Südweft- afrtka wohl die Mittheilung über die Entschließungen Witbois bringen dürfte.
Berlin, 5. August. Ein amtlicher Bericht aus Tokio an die hiesige japanische Gesandtschaft bestätigt den Sieg der Japaner bei Asan. Darnach wurden am 2. Juli die chinesischen Verschanzungen bet Chanho in der Nähe von Asan erstürmt. Von 2800 Chinesen sind 500 gefallen. Die Japaner verloren 5 Offiziere, 70 Mann und eroberten 4 Kanonen und viel Material. Sie besetzten daS chinesische Hauptquartier.
Posen, 5. August. Nach amtlicher Mittheilung aus Russisch-Polen wüther daselbst die Cholera noch sehr stark, besonders in den Gouvernements Kjelzy und Radom.
Karlsruhe, 5. August. Der Bund der Ritter des Eisernen Kreuzes hielt heute im großen Rathhaussaale seine Delegirtenversammlung ab, die von dem Bürgermeister Siegrist begrüßt wurde. Es waren 41 Vereine mit 7000 Mitgliedern vertreten. In der Frage des Ehrensoldes für die Ritter des Eisernen Kreuzes beschloß die Versammlung, ein Immediatgesuch an den Kaiser zu richten, worin die Regelung der Frage Sr. Majestät überlassen wird, und sich mit einer Petition an den Reichstag zu wenden, daß die in
das Ermessen Sr. Majestät gestellte Summe aus Reichs- Mitteln bewilligt werde. Der Jahresbeitrag wurde auf 25 Pfg. für das Mitglied festgesetzt. Die Gründung eines Vereinsorgans wurde abgelehnt. Ueber die Veröffentlichung der Angriffe des Kyffhäuser-Denkmals-Ausschuffes in der „Parole" drückte die Versammlung ihr Bedauern aus. Darnach wurde eine Reihe von Beschlüssen über innere Bundesangelegenheiten gefaßt. Die Versammlung richtete Begrüßungstelegramme an den Kaiser, den Großherzog von Baden und den Fürsten Bismarck. An die Verhandlungen schloß sich heute Nachmittag ein Festmahl in der Festhalle und Abends ein Banket an.
Ausland.
Bafel, 5. August. Der dritte internationale Tabak- und Cigarrenarbeiter-Congreß wurde heute durch einen Demonstrationszug der hiesigen Arbeitervereine eröffnet. In der Burgvogtei fand die Begrüßung der Delegirten durch mehrere Ansprachen statt. Aus Deutschland find drei, der Schweiz fünf, Belgien fünf, Holland zwei, Luxemburg und Dänemark je ein Delegirter angekommen, vereinzelte folgen noch. Eine Festvorftellung schloß den Eröffnungstag.
Venedig, 5. August. Der „Gazette" zufolge sind bereits 300 Anarchisten zur Deportation nach Maffaua bestimmt.
Paris, 5. August. Herrn Turpin geht es in Frankreich mit seiner neuersundenen Kugelspritze wie Herrn Dowe in Deutschland mit seinem „kugelsicheren" Panzer — die Regierung und die maßgebenden Kreise verhalten sich zweifelnd gegen die Erfindung. Dem französischen Kriegsminifter ist soeben von der zur Begutachtung von Erfindungen bestehenden Commission Bericht über die erwähnte Erfindung Turpins erstattet worden. Der Bericht spricht sich über letztere ziemlich abfällig aus, erkennt zwar die hierbei vorwaltende „geistreiche Idee" an, meint aber, dieselbe verbürge noch keinen Erfolg und kommt zu dem Schluffe, Turpin solle zunächst practische Versuche mit seiner Erfindung anstellen. Ob dieselben derart aussallen werden, daß dann die französische Regierung Herrn Turpin die famose Kugelspritze — dieselbe soll bekanntlich im Stande sein, gleich ganze Bataillone zu vernichten — schleunigst abkauft, das bleibt also noch sehr abzuwarten.
Marseille, 5. August. Einer der gefährlichsten Anarchisten Namens Auguste wurde nebst seiner Frau verhaftet. Es wurde bei ihm eine umfangreiche Correspondenz und Sprengstoffe beschlagnahmt.
Feuilleton.
Wetterpropheten aus dem Thierrrichk.
Von Friedrich Thieme-Jena.
(Nachdruck verboten.)
Die Vorherbestimmung des Wetters ist das Schmerzenskind der Wissenschaft. Trotz aller Beobachtungen will es sich noch immer in keine wissenschaftliche Regeln fügen und die Wetterprognosen in den Zeitungen fordern, wenn auch höchst ungerechter Weise, sehr oft den billigen Spott des Publikums heraus, das sich über Werth und Zweck derselben in den meisten Fällen unklar ist. „Es regnet, wenn es regnen will" — dieses Wort des Altmeisters Goethe hat eben immer noch seine Geltung, wir suchen hinsichtlich der Witterungserscheinungen bisher ebenso vergeblich nach dem „Warum" als nach dem „Wann" und müssen alles von der Zeit hoffen, da die Meteorologie eine verhälrnißmäßtg junge Wissenschaft ist.
Und doch bildet gerade die Entdeckung deren Möglichkeit einer einigermaßen zutreffenden Wettervorherbestimmung eine der wichtigsten Aufgaben der Cultur. Schon frühzeitig hat der Mensch die Nothwendigkeit, im Jntereffe seiner Thätigkeit einige Zeit vorher auf den Zustand der Witterung schließen zu können, erkannt, schon früh hat er auf Grund seiner Beobachtungen der Natur das Wetter mit mehr oder weniger Glück zu bestimmen versucht, und zwar hat er, da er nicht in das Wesen der Sache etnzudringen vermochte, aus den äußeren Erscheinungen zu lesen versucht und sich eine Art Symptomencomplex auS der sichtbaren Natur gebildet, der sich mit wenig Ausnahmen an die nähere Umgebung des Beobachters anlehnt und deffen Symptome je nach der Gegend wechseln.
Aus den LebenSoorgängen der Thiere und Pflanzen, aus den Erscheinungsformen der Gestirne, auS den Wolken-
und Nebelbildungen, sowie aus zahlreichen anderen Dingen sucht der Mensch gutes oder schlechtes Wetter, einen zeitigen oder späteren Frühling, einen milden oder harten Winter, Ueppigkeit oder Dürre zu prophezeien, eine Methode, in welcher sich besonders scharfe oder erfahrene Beobachter, wie z. B. die fast immer im Freien befindlichen Schäfer, eine außerordentliche Fertigkeit und durch dieselbe hohes Ansehen erworben haben. Freilich haben sich auch Aberglaube und Charlanterie der Sache bemächtigt und zwar in so höherem Grade, als die Wettervorherbestimmung schwierig und wichtig zugleich ist, besonders wichtig für den von dem Welter, dem Typus des Unbeständigen, so völlig abhängigen Landmann - wer daher seine Prognosen auf Grund der auf jenen Symptomenbeobachtungen beruhenden Volksregeln aufstellen will, der muß scharf zwischen denjenigen unterscheiden, welche bloßem Aberglauben entsprossen, oder denen, welche auf wirklicher Erfahrung begründet sind.
Eine große Rolle spielte von Anfang an bet der Volks- thümlichen Wetterbestimmung die Thier weit. Schwalben, Bienen, Mücken, Spinnen, Frösche, Raben, Regenwürmer, Maulwürfe, Käser, Fledermäuse, Kröten, Störche, alle er- sreueu sich als Wetterpropheten größeren oder geringeren Ansehens, ja, der Laubfrosch und der Egel machen heutzutage noch sogar dem Barometer und den Zeitungsprognosen Con- currenz. Die Gebildeten lachen allerdings über den grün- befrackten, quakenden Wetterkundigen im schmutzigen Wasser- glase und verweisen die ganze Art und Weise der Welterbestimmung seitens des Volkes ohne Weiteres auf das Gebiet des Aberglaubens. Nicht ganz mit Recht, denn ein gewiffer Werth ist derselben nicht abzusprechen, wenn sie an sich auch ebensowenig untrüglich ist, als zur Zeit noch diejenige der Meteorologen, die natürlich aus ganz anderen Gesichtspunkten heraus betrachtet und gewürdigt werden muß. Die Erfahrung und Beobachtung hat die meisten der noch jetzt giltigen Wetterregeln geschaffen, ohne sich der Ursache ter beobachteten Erscheinungen bewußt zu sein —
London, 5. August. Wie Reuters Bureau erfährt, findet zwischen Beamten der chinesischen Gesandtschaft und den Vertretern einer bekannten Geschützfabrik ein reger Verkehr statt. Es werden Contracte für große Lieferungen von Kriegsmaterial für China abgeschloffen.
Nerreste Nachrichten»
Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bnrearr.
Breslau, 6. August. Die „Schlesische Zeitung" meldet aus Bielschowitz (Kreis Zabrze): „Gestern fand anläßlich einer Versammlung socialdemokratischer polnischer Arbeiter ein arger Exceß statt. Die Gendarmerie feuerte und verwundete eine Frau tödtlich. Die Menge zerstörte ein Haus- Infanterie aus Beuthen stellte die Ordnung her. Jetzt ist Alles ruhig, das Militär zurückgezogen.
Leipzig, 6. August. Der Verbandstag der deutschen Buchbinderinnungen beschloß, den nächstjährigen Verbandstag in Berlin abzuhalten, weil die Berliner Buchbinderinnung im künftigen Jahre ihr 300jähriges Jubiläum feiern wird.
Worth, 6. August. Die Ritter des Eisernen Kreuzes besuchten heute die Schlachtfelder von Wörth. Leitner-München legte am Bayerndenkmal unter einer ergreifenden Rede einen Strauß Alpenrosen und Edelweiß nieder. Auf den Wörther Höhen entwarf Rittmeister Wesener ein interessantes Bild der heute vor 24 Jahren gewonnenen Schlacht.
Maastricht, 6. August. In den letzten 48 Stunden sind hier fünf Erkrankungen und drei Todesfälle an Cholera vorgekommen. Seit dem 29. Juli sind im Ganzen 44 Personen erkrankt und 18 gestorben.
Cowes, 6. August. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm ist heute Nachmittag um 3 Uhr an Bord der „Hohenzollern" Hierselbst eingetroffen. Am Eingänge des (Solent wurde Se. Majestät von dem Chefcommandeur von Portsmouth, Sir Nowell Salmon, empfangen, welcher in seiner Dienstyacht die „Hohenzollern" an dem festlich geschmückten Portsmouth vorüber nach Cowes geleitete. In Spithead gaben das Wachtschiff „Pallas" und die Salutbatterie Ehrensalven ab. Von Cowes, aus waren der Herzog von Connaught, Prinz Heinrich von Battenberg und Prinz Christian von Schleswig-Holstein in einer Königlichen Schaluppe Seiner Majestät entgegengefahren. Se. Majestät begab sich nach der Landung alsbald zur Begrüßung der Königin nach Osborne.
Petersburg, 6. August. Die Hochzeit der Großfürst t n L e n i a mit dem Großfürsten Alexander Mtchajlowisch
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soweit die Thierwelt in Frage kam, wurde, falls nicht abergläubische Vorstellungen vorherrschten, die Warnehmung einfach auf Rechnung des Jnstincts der Thiere gesetzt.
Damit allein ist die eigenartige Erscheinung der Vorher- verkündigung atmosphärischer Veränderungen durch manche Thiere und Pflanzen aber noch nicht erklärt. Wir müffen dieselbe vielmehr einer besonderen Empfindlichkeit zuschreiben, welche die betreffenden Thiere schon auf Erscheinungen reagiren läßt, die wir überhaupt noch nicht wahrnehmen oder die für uns erst nach einer gewiffen Zeit, vielleicht erst nach Stunden, wahrnehmbar werden. Empfindet doch schon der Mensch den Eintritt atmosphärischer Ereignisse in zahlreichen Fällen vorher, ich erinnere nur an die Schwere und Mattigkeit, welche manche Menschen oft stundenlang vor Ausbruch eines Gewitters infolge der Schwüle der Luft in den Gliedern fühlen, — warum sollte nicht das Thier, dessen Sinne in vieler Hinsicht weit reicher ausgestattet sind als die des Menschen, auch im Hinblick aus die doch so gewaltigen Naturerscheinungen eine größere Empfindungs- oder Wahrnehmungsfähig, feit besitzen?
Wenn man nun auch die Existenz einer solchen Fähigkeit zugibt, so bleibt doch die Frage offen, ob sie insonderheit bei den Thieren vorhanden ist, welchen der Volksmund seit alten Zeiten die Gabe der Wetterprophezeiung zuspricht.
Die Beantwortung dieser Frage ist sehr schwer, da nachgewiesenermaßen der „Instinkt" der Thiere in vielen Fällen täuscht. Sv treffen nicht selten Schwalben und (Staare, von der herrschenden milden Witterung betrogen, ungewöhnlich zeitig ein, woraus Optimisten ebenfalls auf einen zeitigen Frühling schließen, während in Wahrheit noch ein sehr kalter Nachwinter eintrat, unter dessen Wirkungen die armen Vögel außerordentlich zu leiden haben.
(Fortsetzung folgt.)


