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barische Mißhandlungen verschuldet zu haben. Kürzlich hat das Ehepaar für seine Freilassung als Caution die summe von 60,000 Mk. angeboten, daS Anerbieten wurde aber vom Amtsgericht zu Sondershausen wie vom Landgericht Erfurt .urückgewtti^^^^ (Westpr.) starb im 100. Lebensjahre der pensiontrre Lehrer Christian Dombrowski.
• Leipzig, 5. August. Der 21jährige Instrumentenmacher Heinze hatte erfahren, daß seine gleichalterige Geliebte, die Fabrikarbeiterin Louise Zimmer, es angeblich noch mit einem Zweiten hielte. Er beredete das Mädchen am Sonnabend Abend, mit in seine Wohnung zu gehen und schoß ihr dort gegen 5 Uhr früh eine Kugel durch die Brust. Unter gräßlichen Schmerzen verstarb daS Mädchen, der Mörder aber tödtete sich durch einen Schuß in den Kopf.
♦ Mannheim, 4. August. Der Director der Mannheimer Portlandcementsabrik, Herr Riehm, gab heute aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit dem Arbeiterpersonal einen Imbiß. Leider fand die Festlichkeit einen schmerzlichen Abschluß. Ein junger, erst seit einigen Wochen verheiratheter Arbeiter hatte einige Gläser über den Durst getrunken. Er taumelte in eine Waschküche und fiel rückwärts in einen Kessel kochenden Wassers. Auf sein gräßliches Geschrei eilten Mitarbeiter herbei, die den vollständig Verblühten ins Krankenhaus verbrachten. Er dürfte kaum mit dem Leben davon kommen.
* Als Schutz der Pferde vor Fliegen gab ein Landwirth mit Erfolg in ein Gefäß einen halben Liter Wasser, mischte hiermit ungefähr 20 Gramm Carbolsäure, ließ damit dem Thiere die zerstochenen Stellen auswaschen und fand, trotzdem daS Thier den ganzen Nachmittag angestrengt wurde und schwitzte, daß die Fliegen nunmehr fern blieben. Dieses einfache Mittel kann deshalb, als erprobt, Pferdebesitzern bei ähnlichen Anlässen bestens empfohlen werden.
* Rauchlose Lokomotiven. In hiesigen eisenbahntechnischen Kreisen, schreibt das „Berl. Tagebl.", widmet man der neuerdings gemachten hochwichtigen Ersindung einer rauchlosen Locomotive gegenwärtig die größte Aufmerksamkeit. Der Rauchverzehrer besteht im Wesentlichen darin, daß oberhalb des Rostes atmosphärische Luft in den Heizraum geführt wird und hier die vollständige Verbrennung der Rauchgase bewirkt. Ein Kreisschieber, desien Spalten sich beim Oeffnen der Heiz, thüre automatisch und fächerförmig ausbreiten und desien allmäliche Schließung durch einen „Cataract" ebenfalls selbst- thätig erfolgt, gestattet der Luft den Eintritt in den Heiz- raum. Die Strahlen des Dampfschleierrohres zwingen die Rauchgase zur Heizthüre zurückzuströmen, wo sie, durcheinander- gewirbelt, sich mit der eingesogenen Luft mengen und verbrennen, und zwar so vollständig, daß man bereits erfolg« reiche Versuche unternehmen konnte, bet Benutzung dieses Rauchverzehrers alle Funkenfangapparate zu beseitigen. Der Kreisschieber bleibt je nach der Beschaffenheit der verwendeten Kohle längere oder kürzere Zeit geöffnet. Je geringwerthiger die Kohle, desto größer ist die Ersparniß an Brennmaterial.
Im Durchschnitt beläuft sich der hierdurch gewonnene Vor- theil auf ein Zehntel des Kohlenverbrauchs. Die Bedienung des Rauchverzehrers verursacht dem Maschinenpersonal nicht die geringste Mühe, denn der Apparat arbeitet selbstthätig - er kann in zwei Tagen an jeder Maschine ohne Unterschied angebracht werden. Die rauchlose Locomotive dürfte nament« lich für die Stadtbahnen eine große Bedeutung erlangen. Aber auch für den Staatssäckel hat der Rauchverzehrer den Vortheil, daß die enormen Summen, welche alljährlich für den durch Auswürfe von Funken angerichteten Schaden gezahlt werden müsien, in Wegfall kommen. ES ist Aussicht vorhanden, daß die rauchlosen Locomotiven in nicht allzu ferner Zeit bei den preußischen Staatsbahnen allgemein zur Einsührung kommen roerben.
Citeratur und Itanft
— Zur Feier des 200jährigen Bestehens der Universität Halle- Wittenberg hat die Saale Zeitung eine Fest-AuSgave veranstaltet. Diese Fest-Ausgabe in textlich wie illustrativ höchst interessant; sie bietet einen trefflichen Einblick In die Geschichte und Entwickelung der Univelsität und hat somit sür auck außerhalb Wohnende Interesse. Die Festschrift ist zum Preise von 75 Pf. von Hendels Verlag in Halle zu beziehen.
Verkehr, Land, nnd volkswirtkjchaft.
$»tttt«, 7. August. Marktbericht. Hut dem heutigen Wochrnmartt kostete: Butter pr. Md. X 0,95—1,10, Hühnereier 1 Stück 0 A. 2 Stück 11-00 Käsepr. St. 5—8 Ermatte pt. St. 3 H, Erbsen pr- Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pt. Paar X 0,70-1,00, Hühner pr. Stück X 0,90—1,10, Habnen pr. St- X 0,50—1,10, Enten pr. St- X 1,50 bis 2 00, Ochsevslesich pr. Md- 74—78 H, Kuh- u. Rindfleisch pr. Md.--70 H, Schweine,
fleisch pr. Md. 60—70 H, Kalbfleisch pr. Md. 60—66 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 58—68 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00—10,00 X Weißkraut pr. Stück--A, Zwiebeln pr. Eentner 9,00—10,00 X,
Milch pt. 8tier 16 20 A, Enteneier 2 St. 11 A, GLnseeier 10 A Kirschen pr. Pfd. 8—12 A-
E. Echzell, 6. August. Der heutige Schweinemarkt war sehr schlecht mit Verkäusern besucht, während die Kauflustigen ver- hältnißinäßtg viel zahlreicher erschienen waren. Die Folge davon kann sich jeder Leser sehr leicht ausdenken, nämlich: Die Preise stiegen flott in die Höhe und was aufgetrieben war, verschwand im Handumdrehen. Während bei dem letzten Friedberger Markte die Ferkelpreise aus 39 bis 40 Mk. pro Paar zurückgewichen waren, stiegen sic heute bei uns auf 48 bis 49 Mk. So etwas ist lange nicht dagewesen. Die Dinger sind lhatsächlich nicht größer als Stallhasen und kosten einen Sack voll Geld. Bei den übrigen Sortimenten ist die Preissteigerung weniger bemerklich, was darin seinen Grund bat, daß es immer noch sehr an Baargeld auf dem Lande fehlt. Die kleinen Landwtrthe bringen leichter 45 dis 50 Mk. für ein Paar Ferkel als 100 bis 120 Mk. für ältere Thiere zusammen. — Seit gestern haben wir endlich das lang ersehnte trockene, sonnige Wetter erhalten. Die ganze vorige Woche gab es jeden Vormittag einige Regenschauer, welche die Erntearbeiten schwer beeinträchtigten. Heute wird mit Aufwendung aller Kräfte gebunden und eingefahren. Man kann jetzt mit Bedauern sehen, welch enormer Schaden an den Weizen- und Gerstenäckern durch die Spatzen angerichtet wird. Dieser freche Vogel zieht sich in Schwärmen von 200 bis 300 Stück zusammen und wehe dem Getreideacker, wo die Schwärme etnfallen. Es könnten sich viele Menschen von dem sättigen, was die Tausende von Spatzen gegenwärtig vertilgen. Die Erntezeit beweist, daß der Spatz west mehr schadet als er nützt.
— Ärtotrt Hafermehl. Knorr« Hafermehl ist, wie die 25iäbriae Erfahrung lehrt, das beste Kindernabrungsintttel der Gegenwart, da Hafermehl für die Verdauung de« Kindes günstiger ist als andere stärkemehlhatttge Kindermehle, zumal demselben das zur Knochenbildung nöthige Material an phosphorsaurem Kalk, foule meßbare Mengen von Eisen innewohnt. Dazu kommt, daß gerade Knorrs Hafermehl dem Verhältntß der stickstoffhaltigen zu dm stickstoffftetm Bestandtheilen, wie eS in der Frauenmilch (1.0 . 3,5) besteht und wie eS demnach dem Säugt ng am zuträglichsten ist, mit 1,0 : 3,8 sehr nahe kommt. Es dürften letzt wohl alle Aerz^c darüber einig sein, daß ein Schletmzusatz, wo eS.sich um künstliche Ernährung mit Kuhmilch handelt, absolut nöthtg ist und soll e daher in diesem Falle stets Knorrs Hafermehl, allerdings nur in r chtigem Verhältntß, - siehe Knorrs Regeln zur Ernährung der Säuglinge verwendet werden. Selbstverständlich dient Knorrs vasermchl aber auch tn den Fällen als Zusatz zur Kuhmilch, wo da-Kind zwar Muttermilch, aber nicht tn genügender Menge erhält. Gegen den so gefährlichen Brechdurchsall der Kinder ist, selbst in wett oorge- geschrt,lenen Fällen Knorrs Hafermehl da« beste Mittel, bei Kindern, die beständig mit diesem Präparat ernährt werden, diese Erkrankung überhaupt nicht zum AuSbruch kommenl kann. Außerdem wird in allen Fällen von Englischer Krankbeit, schlechter Blutzusammensetzung und deren Folge-Erscheinungen -«non« Wy- mehl wegen seiner knochenblldenden Bestandtbeile an p osphorsaurcm Kalk und feines E«mg-h°ttS m„ SrfoU Wwaniii. Sr«
wiesenermaßen werden mehrere 100 000 Kinder lahrlich mit Knorrs Hafermehl ausgezogen, gewiß der beste Beweis für dessen Vortreftlichkeit.
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Bremen, 5. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Mer, Capttän H. Burosse, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern, 2 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Temperatur der Lahn und der
nach Reaumur gemessen am 7. August, zwischen 11 und 12 Uhr;
Wasser 16' -, Luft 17».
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Gerichtsvollzieher.
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Groß-Nechtenbach, 6. Aug. 1894. 6502] Das Bürgermeister-Amt.
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