Ausgabe 
6.11.1894 Erstes Blatt
 
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Neueste Nachrichten.

Wolff» telegraphische» Eorrespörrdenz-Burttm.

Petersburg, 4. November. Nach einer Meldung aus löivadia werden an der Leiche des verewigten Kaisers täglich zweimal feierliche Seelenmessen gelesen, welchen der Kaiser Nikolaus, die Kaiserin-Wittwe und andere Mitglieder des Kaiserlichen Hauses beiwohnen. Sobald der Sarg aus Petersburg in Livadia eingetroffen ist, wird die Leiche aufgebahrt werden und alsdann Jeder­mann zu Ehrfurchtsbezeugungen zugänglich sein.

Petersburg, 4. November. Der gestern erfolgte Schluß des internationalen Pomologen-Congresses, welcher hier tagte, gab den auswärtigen Congreßmitgliedern Gelegenheit, ihre Sympathie sürg.Rußland zu beweisen. Die­selben wohnten einer für den verewigten Kaiser abgehaltenen Seelenmesse bei.

Coostautiuopel, 4. November. Der Sultan sandte auf die Nachricht vom Tode des Kaisers von Pußland sofort den Minister des Auswärtigen, Said Pascha, nach der russischen Botschaft mit dem Auftrage, dem Botschafter sein tiefstes Beileid auszusprechen.

Depesche» des Bure«Herold".

Berlin, 4. November. Eine auf heute Vormittag ein­berufene Anarchistenversammlung, die sich mit dem Frankfurter Parteitag der Socialdemokraten zu beschäftigen gedachte, wurde vor der Eröffnung polizeilich auf­gelöst wegen Ueberschrettung der zwischen der Anmeldung und Eröffnung gelegenen Frist.

Paris, 4. November. Zur Entsendung der 15,000 Mann nach Madagaskar werden am Dienstag in der Kammer nicht 30, sondern 50 Millionen verlanget werden. Die Debatte wird von der Jury persönlich eröffnet. Man erwartet einstimmige Bewilligung des verlangten Credits.

Petersburg, 4. November. Laut Kaiserlichem Manifest hat gestern die Salbung der Prinzessin Alix statt­gefunden. Anläßlich der Salbung wurde heute ein feier­liches Tedeum in der JsaakSkirche abgehalten, welchem die Notabilitäten, Generalität und Offiziercorps beiwohnten.

CoeoU« ttnö KeovLitzKeUes.

Gießen, den 5. November 1894. i

* * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Grotz- herzog empfingen am 3. November u. A. den Oberst­lieutenant a. D. Winter aus Gießen, eine Deputation der Kreis- und Land-Gemeinden, bestehend aus dem Provinzial­director Geheimerath v. Marquard, dem Provinzialdirector Geheimerath Rothe, dem Bürgermeister Steinhäuser von Friedberg, dem Bürgermeister Allmann von Bingen und dem Bürgermeister van Gries von BenSheim.

* WB. Das große Loos der preußischen Klaffeulotterie ist auf Nr. 158086 gefallen.

* * Studenten Versammlung. Dem in unserer Nummer vom 1. November abgedruckten Aufrufe des Gießener D. C. Einladung der Gießener Studentenschaft zu einer auf den 2. November festgesetzten Studentenversammlung im Cafe Leib zwecks Beschlußfassung über den Antrag der Bonner Commilitonen, dem Fürsten Bismarck zu deffen achtzigsten? Geburtstage eine Ehrengabe der gesammten akademischen Jugend zu überreichen hatten fast sämmtliche Corporationen und Vereine der Universität Folge geleistet. Nicht erschienen waren die katholische Studentenverbindung Haffo-Rhenania und die Corps. Nachdem eine Anfrage des v. C.ob sich die Versammlung zur Beschlußfassung im Namen der Gießener Studentenschaft für competent erachte" bejaht war, entwickelte sich eine kurze Debatte über die auf der Tagesordnung stehenden Anträge, deren Resultat war, daß sich die Versammlung prinzipiell mit der Bonner Idee vollkommen einverstanden erklärte und zwecks Regelung der weiter zu treffenden Maßnahmen einen Ausschuß wählte. . Der Vertreter 6e8V. d. St. (Vereins deutscher Studenten) sprach zum Schluffe der Versammlung dem D. C. für dessen Mühewaltung bei Anregung der Sache den Dank der Ver­sammlung aus.

** Eislauf. Dor Beginn des Winters mit seinem fröhlichen Schlittschuhlaufen auf unserer Eisbahn dürsten die folgenden Angaben über Beginn, Ende und Dauer des Eislaufs in den letzten 7 Jahren von allgemeinem Interesse sein und unserem thätigen Eisverein neue Freunde und Mit­glieder zuführen:

Winter 1887/88 (18. Novbr. bis 27. Febr.): 27 Eistage, 1888/89 (10. , 4. März): 49

1889/90 ( 3. Dec. 2. März): 55

1890/91 (28. Novbr. 21. Jan.): 45

1891/92 (20. Dec. 21. Febr.: 24

1892/93 (27. Novbr. 7. Febr.: 38

1893/94 ( 9. Dec. 23. Febr.: 23

* * Freisinniger Verein. Die auf Dienstag Abend an­beraumte außerordentliche Generalversammlung, in welcher die Herren Dr. Gutfleisch und Rechtsanwalt Grüne­wald weiteren ausführlichen Bericht über den Eisenacher Parteitag erstatten wollten, kann wegen unvorhergesehener Hinderniffe erst am Dienstag den 20. lf. Mts. stattfinden.

* * Wiener Concert. Die gestern imGießener Fest- faale" (Cafe Leib) unter Leitung des Herrn Gothov Grü­necke abgehaltenenzwei lustigen Wiener Con­cert e" fanden vor fast ausverkauftem Hause statt. Das äußerst gewandte und fesche Auftreten der Damen, sowie ihre graziösen Bewegungen im Verein mit den gut geübten und mit Präzision zu Gehör gebrachten Liedern trugen wesentlich zu dem in jeder Beziehung durchschlagenden Erfolge bei.

* * Gesangverein Harmonie. Vergangenen Samstag feierte der Gesangverein Harmonie im Saale des Cafe Leib sein 48jährigeS Stiftungsfest. Ein schön ausgeführtes '

, Programm, bestehend in den Gesangsvorträgen des Vereins und einem von den Mitgliedern aufgeführten Theaterstück, wurde mit großem Beifall ausgenommen. Der sich hieran anschließende Ball hielt Mitglieder und Gäste noch bis zu frühester Stunde beisammen.

**. Dem Staatsexamen für Kreisveteriuarärzle, welches am Donnerstag voriger Woche in Darmstadt stattfand, unter» zog sich diesmal nur ein einziger Examinand, nämlich Herr Veterinärarzt Menger aus Guntersblum. Am gleichzeitig stattfindenden Examen für Kreisärzte betheiligten sich dagegen 6 practische Mediziner.

** Zur Erbauung von Nebenbahnen im Großherzogthum Hesieu wurden bereits 26 450 000, Mk. bewilligt. Nun ver­langt die Großh. Regierung zur Ergänzung bezw. theilweisen Abänderung des Gesetzes vom 15. November 1890, die Her­stellung von Nebenbahnen betr., von den Landständen weitere 5 050000 Mk., so daß insgesammt 31500000 Mk. zur Erbauung von .Nebenbahnen vorgesehen sind. In der Provinz Oberhessen sollen folgende Nebenbahnen zur Ausführung gelangen: von Nieder-Gemünden bis Nieder - Osleioen bezw. bis zur Laudesgrenze bei Nieder - Ofleiden (900 000 Mk.), von Laubach nach Station Mücke (1 325000 Mk.), von Lauterbach nach Grebenhain-Crainfeld (2100000 Mk.), von Grebenhain - Crainfeld nach Gedern (1208000 Mk.), von Friedberg über Beienheim nach Hungen (2 400000 Mk.), von Beienheim über Salzhaufen nach Nidda (1 700 000 Mk.).

* * Schuldienst-Nachrichten. Am 9. October wurde dem Schulamtsaspiranten Franz Heil aus Mainz die zweite Lehrerstelle an der Geuicindeschule zu Oppershofen, Kreis Friedberg, am 16. October wurde dem Schulamts-? aspiranten Georg Hubertus aus Horchheim, Kr. Worms, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen- am 17. October wurde der von dem katholischen Pfarrer und dem Ortsoorstand zu Oppershofen, Kr. Friedberg, auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst prüfen- tirte Schullehrer Johannes Kempf zu Nieder-Mörlen für diese Stelle, an demselben Tgge wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg Birftein auf eine Lehrerftelle an der Volksschule zu Offenbach präsentirte Schulamtsaspirant Friedrich Schläger aus Wendelsheim für diese Stelle be­stätigt, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Lud­wig Kömpf zu Heblos eine Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Lauterbach übertragen.

** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Commis Hermann Fellenberg aus Elberfeld, zuletzt in Mainz, wegen Unterschlagung- Ladnerin Maria Johanna Brixner aus Dünkelsbühl, zuletzt in Worms, wegen Unter­schlagung- Taglöhner Gg. W. Karl Schmidt aus Bieden­kopf, zuletzt in Mainz, wegen Unterschlagung- die drei Ge­nannten von der Staatsanwaltschaft zu Mainz- Taglöhner Konrad Böcher aus Rudingshain von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit - Maurer Konrad Busch III. aus Groß-Karben von derselben Behörde wegen des gleichen Delictes: Sackträger Julius Fernkorn aus Offenbach a. M. vom Amtsanwalt in Friedberg wegen Unterschlagung- Arbeiter August Handrich aus Heinrichfeld vom Polizeiamt Gießen wegen Unterschlagung - Maschinen­führer Peter M oh rhar dt aus Stockstadt a. Rh. vom Amts­gericht Offenbach wegen Strafvollzugs- die Dirne Johanna Schwab aus Mühlheim vom Arbeitshause in Dieburg- Maurer Georg Ludwig Weber aus Frankfurt a. M. vom Polizeiamt Darmstadt und Polizeipräsidium Frankfurt a. M. wegen Diebstahles.

Friedberg, 2. November. Auf Einladung des Großh. Bürgermeisters Steinhäuser waren gestern Abend die Kaufleute und Großindustriellen der hiesigen Stadt zu einer Besprechung wegen Errichtung einer Handelskammer am hiesigen Platze auf dem hiesigen Rathhause ver­sammelt. Herr Steinhäuser, der die Versammlung leitete, führte in der ihm eigenen practischen Weise aus, wie der blühende Handel und die leistungsfähige Industrie der Stadt bloß durch eine Vertretung der Interessenten aus eigenem Kreise die gewünschte Anregung und Förderung finden könne, wobei er auch auf die gesetzlichen Erfordernisse zu sprechen kam. Herr Kaufmann Fertsch führte diesen Gedanken durch Bekanntgabe von Material aus den Geschäftsberichten verschiedener hessischer Handelskammern weiter aus. Dabei wurden die Verdienste der Handelskammer zu Gießen, die die ganze Provinz Oberhessen vertritt, besonders auch von Friedberg, in vollem Umfange anerkannt und gewürdigt. Man sprach zugleich die Hoffnung aus, daß die Großherzogl. Regierung, gleichwie in Bingen, das Project durch eine Jahressubvention von 1000 Mark unterstützen werde. Unsere Kreishauptstadt, die Metropole und zugleich der geschäftliche Mittelpunkt der reichen Wetterau und der Sitz einer blühen­den Industrie (Biere, Lacke, Zucker, Bettstellen, Photo- graphienpapiere u. s. w.) wäre in der That zum Sitze einer ihre geschäftlichen Interessen aus eigener Anschauung ver­tretenden Handelskammer ganz besonders geeignet. Der Schlußantrag, bei der Großherzogl. Regierung um Errich­tung einer Handelskammer in Friedberg für den gleich­namigen Kreis vorstellig zu werden, fand die ungetheilte Zustimmung der zahlreichen Versammlung. Zum Schluffe wurde auch noch eine Eingabe an die Kaiserliche Oberpost- direction in Darmstadt um Anschluß an die links - mainifche Telephonverbindung für Friedberg be­schlossen und sollen die Städte Butzbach und Bad-Nauheim um Anschluß ersucht werden. Mehrere Firmen und Be­hörden meldeten sich sofort als Abonnenten. Darmst. Ztg.

W. Au8 der Wetterau, 1. November. Unsere Wetterauer Kleinbauern suchen und wissen den ungünstigen Getreide- conjuncruren die beste Seite dadurch abzugewinnen, daß sie die weniger guten Getreidesortimente nicht bloß zur Schweine­mast benutzen (was ja anderwärts auch geschieht), sie ver­legen sich auch mit Eifer auf die Geflügelmast. Be­kanntlich gibt Deutschland noch viele Millionen für Geflügel, vorzugsweise an Frankreich und Italien ab. Hier kann der

, kleine Landwirlh etwas daöon profitiren und der Gesammtheld- nutzen. Einsender kennt tu seinem Wohnorte eine Parthie kleine Landwtrthe, welche nicht bloß eine größere Anzahl Gänse onÖ ?nten ? gezüchtet haben, sie kauften diefer Tage noch 2U' mehr Gänse und Enten dazu und mästen diese nun mit ihren unverkäuflichen Körnerfrüchten. Eine derartige Mast gibt bessere Braten, als wenn die Gänse künstlich ge­stopft würden, und fette Gänse sind immer gesucht.

qi/ nT Darmstadt, 3. November. Gestern Morgen um 8/2 Uhr fand in dem Gebäude der Landesbaugewerkschule in Anwesenheit sämmtOcher Schüler die Eröffnung des 19. Jahrescurses dieser Schule durch den Director Pros. Müller statt. Hierzu hatte sich der Präsident der Großh. Centralstelle für die Gewerbe, Reg.-Rath Dr. Hesse, Bau- ratt) Wies sei, Secretär Reuter, Landtagsabgeordneter Dr. Schröder, sowie die Lehrer der Anstalt eingefunden. Director Prof. Müller gedachte in einer trefflichen Eröff­nungsrede zunächst der Verdienste des verst. früheren Präsi- denten der Centralstelle, Herrn Geh.-Rath Fink, indem er dessen Pflichttreue und Schaffensfreudigkeit den Schülern als leuchtendes Beispiel vor Augen führte. Jederzeit gezieme eS sich, dieses hoch verdienten Mannes mit warmem Dank zu gedenken, dem jeder hohle Schein ein Greuel gewesen sei und dem Nichts höher gestanden Hobe, als das Ziel, recht­schaffene und tüchtige Handwerker zu erziehen. Zum Schluß seiner Rede ermahnte er die Schüler zu Fleiß und Anstand innerhalb und außerhalb der Schule, gab denselben aber auch bekannt, daß Jeder, der gegen diese Gesetze verstoße, unnach- sichtlich aus der Schule entfernt werde. Das Lehrerperso­nal ist auch in diesem Jahr dasselbe geblieben. Als neue Lehrer sind in den Lehrkörper eingetreten. Herr Architect W e b e r und Architect Silber sowie Herr Lehrer S ch as f n i t. Zum Neueintritt tu die Schule hatten sich 212 Schüler an­gemeldet, von welchen jedoch nur 192 wegen Raummangel Berücksichtigung finden konnten. Außerdem waren noch nach dem Meldetermin 32 Anfragen eingelaufen, welche keine Berücksichtigung finden konnten. Von den Schülern sind 159 aus Starkenburg, davon 60 aus Darmstadt, aus Rheinhessen 12, Oberhessen 13, Baden 1, Bayern 1, Preußen 6. Hier­auf wurde mit dem Unterricht sofort begonnen.

Seligenstadt, 2. November. Dem Viehhändler und Metzger Abraham Bacharach IV. hier entsprang, wie s. Zt. berichtet, am 22. October er. aus der Hofraithe eine werthvolle Mastkuh. Das rasende Thier inte seitdem in verschiedenen Waldungen unserer Gegend umher- erst heute Vormittag gelang es Herrn Förster Kunkel zu Froschhausen, die entflohene Kuh, die vielfach Menschen ge­fährdete, im dortigen Walde zu erschießen.

Lampertheim, 1. November. Eine verhängnißvolle Störung erlitt heute Morgen die Hochzeitsfahrt eines jungen Brautpaares aus Hüttenfeld, das behufs Eheschließung in Begleitung zweier Trauzeugen hierher fuhr. Ein 17jähriger Bursche von hier, der dem ihm bekannten Paarezur Hochzeit schießen" wollte, führte seinen mit scharfen Patronen geladenen Revolver derart ungeschickt, daß die Kugel einen der Zeugen, den Feldschützen Ehret von Hüttenfeld, in die Brust traf. Dem Vernehmen nach soll die Lunge verletzt und der Zustand des E., der bei hiesigen Verwandten Unterkunft fand, bedenklich sein. Darmst. Ztg.

Alzey, 1. November. Dieser Tage wurde hier ein Diebstahl vollführt, wie er in unserer Stadt noch nicht vorgekommen ist, indem von dem am hiesigen Stadthause ausgehängten Publicationsbrett die sämmtlichen daselbst an­geschlagenenAufgebote" fortgenommen wurden und mußten dieselben, damit die heirathslustigen Paare in den Hafen der Ehe einlaufen können, neu angefertigt werden.

Vermischtes.

* Herbora, Bez. Wiesbaden, 4. November. Gebildeten Damen in der Krankenpflege einen für das Ganze werthvollen, sie persönlich befriedigenden und ihren Unterhalt sichernden Beruf zu gewähren, dieses Programm desEv. Diaconievereins" hat die lebhafteste Sympathie der gebildeten Frauenwelt, sowie größerer Krankenanstalten gefunden. Nach halbjährigem Bestehen hat der Verein bereits mehr als 30 Damen zur Ausbildung in der Krankenpflege in seinem Diaconie-Seminar", einem Organismus von gegenwärtig fünf, in vier Norddeutschen Städten bestehenden Anstalten, die theils in her allgemeinen Krankenpflege unterrichten, theils eine Specialausbildung (psychische Kranken-,Frauenkranken', Wochen­pflege) gewähren. Die Curse find größtentheils unentgeltlich - die durch dieselben gebotene Ausbildung schließt keinerlei Ver­pflichtung in sich, während denjenigen vom Verein ausgebildeten Pflegerinnen, die die Krankenpflege zum Beruf machen, aber nicht in eines der bestehenden Mutterhäuser eintreten wollen, ein genossenschaftlicher, ihre Tüchtigerhaltung und materielle Sicherstellung gewährleistender Verband geboten wird. Der Vorstand des Ev. Diaconievereins in Herborn (Bez. Wies­baden) giebt gegen Erstattung des Portos gern Auskunft. ZurDiaconie an der Frauenwelt" hat der Verein in Kassel im October ein Töchterheim ins Leben gerufen. Geleitet nach dem GrundsätzeMädchen müssen so erzogen werden, daß sie tüchtige Hausfrauen und Mütter sein können, aber auch zu selbständigem Erwerbsleben befähigt sind" will die den Vereinsmitgliedern zum Selbstkostenpreis dargebotene Anstalt ihre Zöglinge zu sittlicher und wirthschaftlicher Selbst­ständigkeit erziehen, indem sie die erziehlichen Vortheile von Familie, Pensionat und Haushaltungs- und wiffenschastlicher Schule zu verbinden sucht.

* Wiesbaden, 3. November. In der verflossenen Nacht wurde hier ein großer Uhrendieb st ahl verübt. DaS Schaufenster einer an der Kirchgasse gelegenen Uhrenhandlung wurde erbrochen und vollständig außgerüumt. Der Werth der gestohlenen Uhren soll 5000 Mk. übersteigen.

* Berlin, 30. October. Eine Prob ebeleuchtung des Reichstagsgebäudes durch electrif che s Licht