Ausgabe 
6.11.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

9014 rstand. tc Sonntag Wvfik teilst entlobet Leyerer.

iey

'M

izenbah-Siktzen. tückkalk.

^n:hhdraol. BerfiuflfaH), 2376

ntt Klinker).

n Wit.

$ Wen wat- irputzwclke ganz i|jg und ßemcnt. erfügung. für den k Hellen »gerbiere inen ft> en Sufi' an uns

891T

1894

Dienstag den 6. November

Der

Anitr- niid Zlnzeigeblatt für den Urei» Gieren.

chratisöeikage: Gießener Jamilienötätier.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den jolgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.

Bismarck abgelehnt worden fei, dann erst sei der kaiserliche Rus an den Fürsten Hohenlohe ergangen. Vielfach wird gemuthmaßt, daß der Kriegsminister Bronsart von Schellen-. dorff diese Persönlichkeit gewesen sei- indessen dementirt jetzt derReichsanzeiger" die letztere Vermuthung.

Exkanzler Leist hat für seineKameruniaden" nun auch von der preußischen Generalsynode einen gehörigen Rüffel erhalten. Diese hochansehnltche Versammlung genehmigte in ihrer Freitagssitzung eine Resolution, welche >te Vorgänge in Kamerun, wie sie sich durch den Proceß Leist darstellen, scharf tadelte, da dieselben den christlichen Namen schädigten und die Erfolge der christlichen Mission erschwerten. irr

Berlin, 3. November. DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, .nach welcher der für den Zu­sammentritt des Reichstags bestimmt gewesene Termin aufgehoben und der Reichstag auf den 5. December d. I. etnberufen wird. Ä :-l lÄÖi

Berlin, 3. November. Der Minister des Innern v. Köller, der sich am 31. v. Mts. nach Straßburg i. E. zurückbegeben hat, um dort seine früheren dienstlichen Ver- lältnisse zu ordnen, wird voraussichtlich in etwa acht Tagen nach Berlin zurückkehren.

Berlin, 3. November. Die zum Zweck der Verstärkung der staatlichen Machtmittel gegen die Umfturzpropaganda ausgearbeitete Vorlage ist in der letzten Staatsministerial- rtzung in ihren wesentlichsten Punkten gutgeheißen worden. Nachdem sie noch im Einzelnen überarbeitet ist, wird, wie die Nordd. Allg. Ztg." hört, die Ermächtigung des Kaisers zur Einbringung des Gesetzentwurfs als Präsidtalvorlage im Bundeörath eingeholt werden.

Berlin, 3. November. In der Capelle der Kaiserlich Russischen Botschaft fand heute Vormittag 11 Uhr aus Anlaß der Thronbesteigung Sr. Majestät des Kaisers Nikolaus II. ein feierliches Te Deum für die Mitglieder der Kaiser­lichen Botschaft und der hiesigen russischen Kolonie statt. Da für heute im gelammten russischen Reiche die Landestrauer für weiland Kaiser Alexander III. aufgehoben war, so wehte die Kaiserlich russische Flagge auf der Botschaft auch nicht Halbmast, sondern war Ganzstock gehißt.

Berlin, 3. November. Als muthmaßlicher Nachfolger des Justizministers Dr. v. Schelling werden von einem Berichterstatter der Präsident der Reichsbank, Dr. Koch, und der Ober-Reichsanwalt Tessend orff genannt.^ Gleich- zeitig wird gemeldet, daß für die künftige Leitung der Reichs­kanzlei an Stelle des Geh. Raths Dr. Göring der Staats- secretär v. Putt kam er aus Straßburg i. E. in Frage komme. t

ftiel, 3. November. Heute im Laufe des Vormittags feuerten sämmtliche Kriegsschiffe den Trauersalut für den verstorbenen Czaren als Admiral der deutschen Flotte ab.

München, 3. November. Der Prinzregent von Boyern hat anläßlich deS Todes des russischen Kaisers eine vier­wöchige Hoftrauer angeordnet.

Dresden, 3. November. Anläßlich deS Todes des russischen Kaisers legt der Hof auf drei Wochen Trauer an.

Schwerin i. Mecklenb., 3. November. Der Hof legt wegen des Todes des russischen Kaisers auf sechs Wochen Trauer an. _____

Nr. 260 Erstes Blatt

Biertegähriger Avonnementspretsr 2 Mart 20 Psg. mit Bringcrlohn.

Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Schutstrahe;Hr.7.

Fernsprecher 51.

Rußlands. Die beiden großen Nationen erinnern sich,?daß gestern vor einem Jahre Kaiser Alexander III. jencS Tele« gramm an den Präsidenten Carnot richtete, welches die Bande zwischen den beiden Völkern noch mehr festigte. Ich bin gewiß, im Namen Frankreichs zu sprechen, wenn ich den Gefühlen der Achtung und des Schmerzes Ausdruck gebe, tue Aller Herzen beleben. ES ist mir ein Bedürfniß, Ew. Majestät die erneute Versicherung zu geben, daß ich lebhaften Antheil nehme an dem Verluste, der Sie betroffen hat.

Paris, 3. November. Man erwartet am nächsten Mon­tag sehr stürmische Sitzungen in der Kammer an- äßlich der Berathung deS socialtstischen Antrags. Der An- trag, welcher eine Million Franken Credtt für die ArbeitS- ofen im Norddepartement fordert, hat wenig ^Aussicht auf Bewilligung.

Noch immer stehen die Ereignisse in Rußland vor- wiegend im Mittelpunkt des europäischen TageSinteresseS. Verhältnißmäßig rasch haben sich die mit der Thron­besteigung des Czaren Nikolaus II. verbundenen Formalitäten abgespielt, wie die Vereidigung der Truppen, her Marine, der Beamten u. s. w. Alsbald nach der

Thronbesteigung des neuen Czaren ist auch daS schon an- gekündigte Manifest deffelben erschienen. Die Bei- etzung der Leiche des verewigten Czaren in Petersburg lürfte nicht vor dem 20. November erfolgen. Zu derselben >at sich von auswärtigen Monarchen König Alexander von Serbien angesagt, dessen Taufpathe Kaiser Alexander war. Ueber das Befinden der infolge der Sorgen der letzten Zett schon leidend gewesenen und nun durch das Hinschetden ihres Gemahls aufs Tiefste erschütterten Kaiserin-Wittwe Maria Feodorowna kommen bedenkliche Nachrichten aus Ltvadia, es heißt, die Kaiserin liege ernstlich krank darnieder. Im Uebrigen wird die weitere Entwickelung der Dinge in Rußland infolge des Thronwechsels und dessen Wirkung nach außen noch völlig abzuwarten sein, denn so lange noch keine scharf erkennbaren Eigenschaften deS jugendlichen Czaren Nikolaus als Herrscher und Politiker hervortreten, so lange wird man nur auf Vermuthungen über den ferneren Ent- wickelungsgang der Gesammtpolitik Rußlands angewiesen sein.

Petersburg, 3. November. Hinsichtlich des Tages des Leichenbegängnisses des Czaren sind bis jetzt feste Bestimmungen noch nicht vorhanden. Der neue Katser trifft bereits nächste Woche hier ein, alsdann dürften erst end- giltige Verfügungen getroffen werden. In eingeweihten Kreisen herrscht vielfach die Ansicht, Pobjedonoszew werde seine dowinirende Stellung bei Hofe aufgeben und nach Moskau übersiedeln müssen. r, ir

Petersburg, 3. November. In hiesigen Hofkreisen wtrd daS Eintreffen des Deutschen Kaisers zur Beisetzung als wahrscheinlich bezeichnet. Nachdem das Begräbniß am 20. November stattgefunden hat, wird die Vermählung Nikolaus II. am 26. November vollzogen werden, welcher bestimmt Katser Wilhelm beiwohnen wird.

Petersburg, 3. November. Wie aus Ltvadia gemeldet wird, wurde gestern den ganzen Tag über in der dortigen Capelle Gottesdienst abgehalten. Anläßlich der Thron- besteigung des Kaisers Nikolaus II. fand ein be­sonderes ^6 Dsum statt, dem der Czar, die Czarin-Mutter und die übrigen Mitglieder der kaiserlichen Familie bewohnten. Gestern Abend wüthete in Livadia ein schrecklicher Orkan, der die Wellen des Meeres haushoch emportrieb. Es herrscht winterliche Kälte.

Petersburg, 3. November. Finanzmimster Witte hat beschloffen, zur Förderung des russischen Getreide-ExportS in Odeffa, Kiew, Moskau, Orel, Riga, Libau und Warschau Getreidebörsen zu errichten.

Zwischen Peru und England droht ein ernster Conflict auszubrechen und zwar infolge eines gewalt- thätigen Angriffs der peruanischen Insurgenten auf das eng­lische Viceconsulat in Chidayo. Fünf britische Kriegssch ffe gingen nach Callar ab, um auf jeden Fall Genugthuung für diesen Vorgang zu fordern.

- Vom ostafiatischeu Kriegsschauplätze wtrd abermals ein bedeutender Waffenerfolg der Japaner gemeldet. Dtt- selben haben nach einer Meldung auS Uokohama die chinesische Seefestung Port Arthur genommen, womit die Japaner einen starken Stützpunkt für ihre weiteren Operationen auf chine­sischem Boden gewonnen haben werden. Zwar kommt zur gleichen Zeit eine Nachricht von chinesischer Seite, wonach die Chinesen Kin lien-Cheng wieder erobert und den Japanern hierbei einen Verlust von 3000 Mann beigebracht haben sollen. Das wird aber wohl bloS eine der Üblichen chinesischen Enten" sein.

Gießen, den 2. November 1894.

Betr.: Die Fleischbeschauordnung und die Instruction für Fleischbeschauer vom 10. April 1880 (Reg.-Bl. Nr. 11 und 12 von 1880.)

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grosth. Bürgermeistereien der Land­gemeinden des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung un­serer Versügung vom 12. October d. Js. Anzeiger Nr. 241 im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 3 Tagen erinnert.

v. Gagern.

Deutsches Reich.

Darmstadt,2. November. Czar Nicolaus II. sandte auf das Beleidstelegramm des hiesigen Oberbürgermeisters seinen tiefgefühltesten Dank.

Berlin, 3. November. DieNationalztg." widerspricht der gestrigen Meldung, wonach Prinz Heinrich den Kaiser bei der Leichenfeier vertreten werde. Sie meint, der Kaiser werde höchstwahrscheinlich selbst nach Petersburg IC^Cn®erlin, 3. November. DaS Armee- und daS Marine­verordnungsblatt veröffentlichen CabinetsordreS, wonach Trauer für den verewigten Czaren anzulegen ist.

Berlin, 3. November. Das Wohnhaus Sacharjins wird polizeilich vor dem Moskauer Pöbel geschützt.

Berlin, 3. November. Mit begreiflichem Jntereffe wird den ersten wichtigeren Kundgebungen und Acten desneuesten C urs es" entgegengesehen, man möchte doch überall gern wissen, wie der Regierungswind unter dem Regime Hohenlohe eigentlich wehen wird. Doch liegt in dieser Hinsicht zuvörderst noch nichts Erwähnenswertheres vor- allerdings soll das preußische Staatsministerium in seiner vorige Woche unter Borsitz deS Fürsten Hohenlohe abgehaltenen Sitzung endgiltige Beschlüsse über Gestaltung und Inhalt der zur Bekämpfung der Umsturzbestrebungen bestimmten Reichstagsvorlage gefaßt haben, aber Authentisches ist hierüber noch nicht bekannt. So wird man wohl die vor der Thür stehende Eröffnung der Reichstagssession abzuwarten haben, ehe man über die Richtung desneuesten Curs" eine erste Aufklärung erfährt. Inzwischen laufen noch mancherlei Glossen und Gerüchte über die jüngste Kanzlercrisis um. U. A. heißt es, der Kaiser habe den vacant gewordenen Reichskanzler- und Minister­präsidentenposten ursprünglich einer jüngeren politischen Persön­lichkeit angeboten, von welcher aber die ehrenvolle Berufung in sehr offenherziger Weise unter Hinweis auf die noch immer ihre Rolle spielende gewaltige Persönlichkeit des Fürsten

Ausland.

Wien, 3. November. Das Manifest deS Czaren hat in den hiesigen officiellen und finanziellen Kreisen, so- wie in der gesammten Presse lebhafte Befriedigung hervor­gerufen. Man betrachtet das Manifest als besonders feier­liche Friedenskundgebung.

Brüssel, 3. November. Telegramme auS Madrid, Nom, London, Paris besagen, daß das Manifest deS Czaren Nikolaus Garantie für die Aufrechterhaltung des euro­päischen Friedens biete. Italienische Blätter bemerken noch, daß der Dreibund unter Nikolaus ebenso wie unter Alexander sein Friedenswerk fortsetzen kann.

Paris, 2. November. Kaiser Nikolaus hat an den Präsidenten Casimir Perier folgende Depesche gerichtet: Ich habe die schmerzliche Pflicht, Ihnen von dem grausamen Verluste Mittheilung zu machen, den ich und Rußland in der Person meines geliebten Vaters, welcher heute verschieden ist, erlitten habe. Ich bin sicher, daß daS gesammte sran- zöfische Volk lebhaften Antheil an unserer nationalen Trauer nimmt" Der Präsident Casimir Perier hat dem Kaiser Nikolaus geantwortet:Ew. Majestät lassen in der Mit- theilung von dem grausamen Verluste, denjSie erlitten haben, daS französische Volk Theil nehmen an der nationalen Trauer

Lehm-Conferenz

des Conserenzbezirks Grüuberg.

Montag den 12. November, Vormittags 10 Uhr, in Grünberg.

Lieder 190, 175, 59.

Des Conserenz-Bezirks Gießen.

Mittwoch den 14. November, Vormittags 10 Uhr, in Gießen.

Lieder 163, 194.

Gießen, den 5. November 1894.

. Büchner, Schulrath.

Amtlicher Theil.

Gießen, den 2. November 1894.

Betr.: Vertilgung des Frostnachtspanners.

DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen

ew die »rotzh. Bürgermeistereien de» «reise».

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Erledigung unserer Verfügung vom 2. October l. Js. Anzeiger 232 im Rückstände sind, werden hieran erinnert.

v. Gagern.

Gießen, 2. November 1894.

Betr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen.

DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 2. October l. Jrs. Anzeiger Nr. 232 im Rückstände sind, werden hieran erinnert.

v. Gagern.

x Gießener Anzeiger

5$i55rs$ Amera^-Mnzeiger.