Kaisers bildet noch immer das intereffanteste Moment des Tages. Welch' ein lebhaftes und freudiges Echo der unerwartete Gnadenact des deutschen Herrschers in Frankreich hervorgerufen hat, davon zeugen schier zahllose Meldungen, sie laffen sämmtlich erkennen, daß diese Handlung des deutschen Kaisers, namentlich da sie am nationalen Trauertage der Beisetzung Carnots erfolgte, einen ganz gewaltigen Eindruck auf alle Kreise der französischen Nation gemacht hat. Es ist daher nur begreiflich, wenn vielfach die Meinung auftaucht, die großmüthige That Kaiser Wilhelms werde sich zum Ausgangspunkte eines neuen, freundschaftlicheren Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich gestalten, und die Brücke zur Wiederherstellung besserer Beziehungen zwischen der deutschen und der französischen Nation bilden helfen. Gewiß wäre dies eine herrliche Folge des kaiserlichen Gnadenactes, aber der Sinn unserer westlichen Nachbarn ist recht wandelbar, und wenn heute die Begnadigung der beiden genannten Offiziere überall in Frankreich freundlichere Empfindungen gegenüber Deutschland hervorgerufen hat, so schließt dies nicht aus, daß vielleicht schon morgen durch irgendein zufälliges Ereigniß der alte Haß, den die Franzosen seit 1870/71 gegen ihre Besieger im Herzen getragen und auch oft laut genug bekundet haben, wiederum hervorbricht. Inzwischen sind die Herren Degony und Delguey von Glatz in Paris eingetroffen, wo sie am Bahnhofe von ihren Familien empfangen und von einer großen Volksmenge sympathisch begrüßt wurden. Wiederholt haben die Herren ihrer Genug- thuung über die aufmerksame Behandlung, deren sie sich während ihr 192tägigen Strafhaft auf der Festung Glatz zu erfreuen hatten, Ausdruck verliehen. Wie aus Glatz gemeldet wird, bewarf das Publikum die beiden französischen Offiziere mit Blumen, eine Ovation, die jedenfalls eine scharfe Rüge verdient. Denn wenn auch die Herren Degony und Delguey persönlich von durchaus ehrenwerrhem Character sein mögen, so ändert dies doch durchaus nichts daran, daß sie Deutschland durch ihren Sptonageversuch nach besten Kräften haben schaden wollen, — Feinden des Vaterlandes aber streut man keine Blumen!
— Ein bemerkensw erther Gedenktag in der socialpolitischen Gesetzgebung Deutschlands ist mit diesem Freitag herangekommen. Denn am 6. Juli ds. Js. erfüllt sich ein Jahrzehnt, daß das erste Unfallversicherungsgesetz erlassen wurde, welchem dann in längeren oder kürzeren Zeiträumen die übrigen Unsallver- ficherungsgesetze nachfolgten. Wie segensreich die staatliche Unfallversicherung schon in diesem ersten Jahrzehnt ihres Bestehens gewirkt hat, geht u. A. daraus hervor, daß die im Jahre 1893 gezahlten Entschädigungssummen an die Arbeiterschaft sich im Ganzen auf 38,1 Millionen Mark beliefen, gegen 1,9 Millionen Mark im Jahre 1886, und daß im Jahre 1893 nicht weniger als 278 777 Personen Entschädigungen ausgezahlt erhielten.
— Der Berliner „Bierkrieg" hat jetzt zu ernsten Differenzen in der socialdemokratischen Boycott-Commtssion geführt. Ein Theil der Commission, mit dem bisherigen Vorsitzenden, Reichstagsabgeordneten Auer, an der Spitze, will den Boycott mit allen Mitteln fortsetzen, ein anderer Theil der Commission, hinter welchem die Autorität Bebels steht, will dagegen einen „ehrenvollen Frieden" mit den Brauereien schließen. Zunächst hat die Sache zur Niederlegung des Vorsitzes in der Commission Seitens des Herrn Auer geführt.
Neueste Nachpichteir.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 4. Juli. Unter Führung des Staatssecretärs v. Bötticher begab sich eine große Anzahl von Bundesrathsmitgliedern zur Besichtigung der Anlagen des Nordostseecanals nach Kiel.
Berlin, 4. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz der Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894 und des Gesetzes betreffend den Schutz der Gebrauchsmuster vom 1. Juni 1891.
Karwin, 4. Juli. Heute wurde der Tiefbauschacht wieder geöffnet und nach dreistündiger Ventilation ließ man unter gleicher Vorsicht wie bet der ersten Befahrung eine Parthie Arbeiter einfahren, die die am Montag begonnenen Absperrungsarbeiten fortsetzten. Einige verbrochene Stellen wurden freigemacht, bis zu den Leichen konnte man jedoch nicht Vordringen, was man erst in den nächsten Tagen vom Franziskaschacht aus versuchen wird. Wegen der maffen- haft angesammelten Schlagwetter mußte die äußerste Vorsicht beobachtet und die Arbeiten bald abgebrochen werden.
Kopenhagen, 4. Juli. Der Jufttzminifter erließ heute eine Verfügung, wonach Provenienzen, einschließlich Reisegüter, aus dem russischen Gouvernement Petersburg einer ärztlichen Beobachtung vor der Landung, sowie einer Des- insection unterworfen werden. Die Einfuhr von Lumpen aus Petersburg ist verboten.
Stavanger, 4. Juli. Das Deutsche Kaiserpaar traf gestern Abend um 10 Uhr au Bord der „Hohenzollern" hier ein. Die Stadt war glänzend erleuchtet und in den Straßen befand sich eine dichtgedrängte Volksmenge. Mehrere Dampfer mit zahlreichen Passagieren waren der „Hohenzollern" entgegengefahren. Der Hafen war von Booten an- gesüllt und festlich geschmückt. Bet der Ankunft des Katser- paares spielten die auf Bord der Dampfschiffe befindlichen Musikcorps die „Wacht am Rhein".
Rom, 4. Julr. Aus Mailand wird gemeldet: Auf Ersuchen der französischen Polizei ordnete die Gerichtsbehörde eine Haussuchung bei der Familie Caseriös in Motta- Visconti an. Die Mutter übergab der Behörde alle Papiere ihres Sohnes mit seiner Photographie und das letzte Schreiben vom Februar, worin er Geld verlangt. Die Mutter schickte ihm damals 80 Lire mit wohlgemeinten Rathschlägen. Die
beschlagnahmten Papiere wurden den französischen Behörden übersendet.
Rom, 4. Juli. Der Kammer ist eine Vorlage zugegangen, wonach die Maßregel eines zwangsweisen Aufenthalts eventuell gegen Angeklagte gestattet werden soll, die eines Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Sicherheit oder des Mißbrauches von Explosivstoffen beschuldigt, aber wegen mangelnder Beweise fretgelaffen worden sind. Dieser Gesetzentwurf, sowie der gestern eingebrachte in Betreff der Anstiftung und Vertheidigung der Verbrechen durch die Presse ist in der Commission günstig ausgenommen und ein bezüglicher Bericht wird heute der Kammer vorgelegt werden.
Paris, 4. Juli. Ein Comits von Damen erläßt einen Aufruf zur Zeichnung von Beiträgen behufs Gründung eines philanthropischen Unternehmens zum Gedächtnisse Carnots.
Lyo«, 4. Juli. Das Verhör Caserios wurde gestern beendet. Caserio, welcher die Enthüllungen des Soldaten Leblanc über seine Mitschuldigen noch nicht kennt, beharrte bet seiner Erklärung, er habe allein gehandelt und werde seine Beweggründe nur vor den Geschworenen eingestehen.
Nizza, 4. Juli. Hier sind fünf italienische Anarchisten verhaftet worden.
Bukarest, 4. Juli. Der im Bau begriffene Ausstellungs-Pavillon in dem öffentlichen Ctsmegiugarten ist etngestürzt. 28 Arbeiter wurden verschüttet,- 18 derselben sind verwundet, davon vier schwer.
Petersburg, 4. Juli. Wie verlautet, wird der „Regierungs-Anzeiger" morgen bekannt geben, daß die Cholera in Petersburg ausgebrochen ist.
Chicago, 4.Juli. Der Anführer der Ausständigen, Debs, erklärte, am Samstag werde eine alle Betheiligten befriedigende Regelung des Streites erzielt werden. Am Donnerstag fände nämlich eine Zusammenkunft von Vertretern der Strikenden und der Gesellschaften statt.
Depeschm der Bureau .Herold".
Berlin, 4. Juli. Die „Kreuzztg." vernimmt, die Meld- ungen über eine durchgreifende Umgestaltung der Kriegsakademie seien nicht richtig, die daran geknüpften weiteren Betrachtungen deshalb belanglos.
München, 4. Juli. In dem Proceß wegen der Lenbach'schen Bilder wurde Wagner wegen fortgesetzten Diebstahls zu iy2 Jahren Gefängniß, wegen Hehlerei Zankl zu 2i/3, Deininger zu l*/8 und Bubenicek zu V/4 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Bei den drei Letzteren werden vier Monate Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht.
Wien, 4. Juli. Fast sämmtliche Blätter bezeichnen die Botschaft Casimir Periers als vornehmes, inhaltreiches Programm, welches geeignet sei, bei allen Freunden des Völkerfriedens und des Völkerfortschritts sympathische Aufnahme zu finden. Mit der Botschaft könne Frankreich wie ganz Europa einverstanden sein.
Wien, 4. Juli. Professor Nothnagel nahm heute seine Vorlesungen ohne jede Störung auf. Einlaß fanden nur inscribirte Hörer, antisemitische blieben fern.
Budapest, 4. Juli. Bei Mid in der Nähe von Nhtre- gyhaza kippte bei großem Sturm auf der Theiß eine Fähre um. Es befanden sich etwa 200 Personen auf derselben, die sämmtlich ins Wasser fielen. Die große Mehrzahl derselben soll ertrunken sein, doch ist Genaues noch nicht festgestellt.
Budapest, 4. Juli. Die Verhandlungen gegen die Socialtsten in Vasarhely finden im August statt- es sind 250 Personen angeklagt, von denen sich 12 in Haft befinden.
Rom, 4. Juli. Hier wurden insgesammt 145 Anarchisten eingekerkert. Zum Schutze Crispts ^wurde ein neuer ausgedehnter Sicherheitsdienst eingerichtet. Aus Genua wird die Verhaftung von zwei gefährlichen Anarchisten gemeldet, die als Genossen Caserios gelten.
Paris, 4. Juli. Der „Soleil" schreibt in einer Besprechung der Botschaft des Präsidenten, Casimir Perier habe dem Lande selbst mttgetheilt, daß er nicht glücklich war an dem Tage, wo er sein Oberhaupt wurde. Sicher aber sei, daß er keiner auf ihm lastenden Verantwortlichkeit aus dem Wege gehen werde. Der „Figaro" legt besonders dem Umstand Werthschätzung bet, daß der Präsident nicht verspricht, alle schwierigen Probleme zu lösen, an denen noch zahlreiche Generationen zu arbeiten hätten. Die „Petite Republique" schreibt, da das Elysve künftig persönliche Politik habe, müsse den Abgeordneten auch das Recht zuerkannt werden, diese persönliche Politik zu discutiren. Der „Radical" schreibt, wenn Casimir Perier so fortfahre, werde er, nicht die Minister, verantwortlich sein. Die „Libre Parole" nennt die Botschaft „weder gut noch schlecht", sie sei die Umänderung des Ausspruches: „Die orleanistische Monarchie ist die beste der Republiken" in: „Die orleanistische Republik ist die beste der Monarchien."
Paris, 4. Juli. „Figaro" bestätigt heute die Meldung, daß auf persönliches Ansuchen des Bürgermeisters von Lyon Casimir Perier diesem versprochen habe, im September Lyon zu besuchen.
Paris, 4. Juli. Dem Präsidenten Perier gehen fortgesetzt Drohbriefe zu. Einer derselben enthält die Worte: „Ehe 14 Tage verstrichen sind, sind Sie getödtet!"
Loudon, 4. Juli. Die „Times" meldet aus Rom: Der Papst habe in Rücksicht auf seinen ungünstigen Gesunb- heitszustand einem Cardinal ein versiegeltes Document überreicht, das seine letztenWillenskundgebungen enthalte. Das Document soll erst nach dem Tode des Papstes geöffnet werden.
Belgrad, 4. Juli. König Alexander, welcher heute von Konstantinopel abreiste, wird Freitag Abend in Nisch eintreffen, wo ihn sämmtliche Minister erwarten. — König Milan hat an den Sultan ein herzliches Dankschreiben ' gerichtet für den warmen Empfang, der seinem Sohne zu
Theil wurde. — Ueber die Abreise Milans ins Ausland verlautet noch nichts Bestimmtes.
Konstantinopel, 4. Juli. General von Hobe preußischer Offizier in türkischen Diensten, ist auf Ansuchen des deutschen Kaisers vom Sultan entlassen worden. Hobe hatte sich in Briefen an die Pforte und den Kaiser über den Fürsten Radolin in sehr gehässigen Ausdrücken darüber beschwert, daß dieser ihm als erstem Adjutanten des Sultan« nicht die gehörige Rücksicht gezollt habe. Trotz der Fürbitte des Fürsten Radolin hat der Kaiser die Zurückziehung des an den Sultan gerichteten Ersuchens abgelehnt.
Koustautinopel, 4. Juli. König Alexander reist heute Nachmittag nach Belgrad zurück.
Washington, 4. Juli. Mehrere Infanterie-, Cavallerie» und Artillerie-Regimenter, eine kleine Armee darstellend, erhielten den Befehl, von Fort Sheridan nach Chicago abzumarschiren, um die Aus ständig en an der Belästigung der Eisenbahnzüge zu hindern. Der Eisenbahnverkehr mußte vollständig eingestellt werden- der Ausstand wächst.
Cocalt* und prwittslcttes»
Gießen, den 5. Juli 1894.
** Feuerwehrübuug. Gestern Abend fand auf Oswalds Garten die erste Uebung des aus beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren zusammengesetzten „Bataillons" unter dem Commando des Herrn Branddirector Schmandt, welcher in seiner neuen Dienst-Uniform erschienen war, statt. Die verschiedenen Exercitien verliefen im Ganzen gut, nur schien der Raum für eine derartige Massen-Uebung etwas zu klein zu sein. Nach Beendigung der Uebung marschirten beide Feuerwehren, mit ihren Tambour-Corps an der Spitze, nach dem Garten des Restaurants Busch am Seltersweg, um sich dort nach den unvermeidlichen Anstrengungen zu erholen.
** Täuschung. Gestern Nachmittag wurde vom Thürmer ein Waldbrand gemeldet. Die alsbald abgeschickten Beamten mit Arbeitern vermochten im Walde kein Feuer zu entdecken und kehrten zurück. Die Sache klärte sich bald auf. Der Friedhofsaufseher hatte auf dem Hinteren Theile des Friedhofs alte Kränze und Gesträuch verbrennen lassen, ohne die- dem Polizeiamt erst mitgetheilt zu haben.
** Glasmalerei. Anknüpfend an die unter dieser Spitzmarke gebrachte Notiz in unserer Nr. 149 vom 29. Juni, können wir jetzt ergänzend mittheilen, daß das von Fr. Endner in Darmstadt gemalte Treppenfenster nun an seinem Bestimmungsort im „Hotel Victoria" dahier angebracht ist. Die in der Notiz erwähnten altdeutschen Figuren befinden sich in den beiden Hauptfeldern, links der Landsknecht, rechts das Edelfräulein, in den beiden Oberfenstern links das hessische Wappen und rechts das Gießener Stadtwappen. Die Ausführung ist tadellos, das Ganze bildet eine Zierde des inneren Aufgangs.
* * Verunglückter Radfahrer. Am vergangenen Montag stürzte ein Radfahrer mit seinem Rad eine Böschung in der Nähe der „Schönen Aussicht" herunter, ohne jedoch besonderen Schaden zu nehmen. Nur das Rad soll etwas gelitten haben.
* * Technische Hochschule Darmstadt. Der Professor Dr. Lepsius wurde für dir Zeit vom 1. September 1894 bis zum 31. August 1895 — auf Vorschlag des Lehrerraths — zum Director der Technischen Hochschule ernannt.
* * Eruauut wurde: am 23. Juni l. I. Johannes Klein aus Ockstadt zum Werkführer des Electricitätswerks bet der Badeanstalt zu Bad-Nauheim.
* * Lahnthal-Säugerbund. Am vorigen Sonntag Vormittag fand in Steins Garten" dahier eine erste Vorprobe der Gesammtchöre für das diesjährige Bundesfeft deS Lahnthal-Sängerbun^es, das am 14. und 15. Juli in unserer Nachbarstadt Butzbach abgehalten wird, unter zahlreicher Betheiligung Seitens der Sänger und unter gütiger Mitwirkung der Capelle des hiesigen Regiments statt. Von Vereinen waren erschienen: 1. Männergesangveretn Wetzlar, 2. Orpheus-Butzbach, 3. Gesangverein Grünberg, 4. Gesangverein Lich, 5. Bauer'scher Gesangverein und 6. Harmonie-Gießen. Es gelangten bet dieser Probe zum Vorrrag: 1. Frau Musika von Wetnwurm, 2. Hymne von Herzog Ernst S.-C.-G., 3. Das deutsche Lied von Schneider, 4. Brüder weihet, von Abt, und 5. Bundeslted von W. Schmidt- Wetzlar. Nr. 1, 2 und 3 werden vom Orchester begleitet, Nr. 4 und 5 sind Chöre a capella. Nr. 1 ist eine im großen Style angelegte Composition, reich an orchestralen und vocalen Klangfarben. Ueber Nr. 2, 3 und 4 etwas zu sagen, ist unnöthig, da dieselben jeder einigermaßen Gesanges- kundige kennen dürfte. Nr. 5 dagegen ist vollständig neu und gelangt zum ersten Male zur Aufführung. Wie es um den musikalischen Werth desselben bestellt ist, schreibt Herr Th. Kewitsch in der Hannoverschen Musikerzeitung folgendermaßen: „So kernig wie der Text, so kräftig packend ist auch die Musik in diesem Liede, das für den Vortrag Seiten- eines großen Chores bestimmt ist. Der Inhalt ist deutschpatriotisch, daher für jeden deutschen Gesangverein zur Aufführung bei größeren Festlichkeiten geeignet. Zugegriffen!" Im „Chorgesang" Leipzig ist darüber folgende Kritik enthalten: „Ein prächtiger Chor, der sowohl infolge seine- patriotischen Textes, wie seiner äußerst glücklichen musikalischen Interpretation weiteste Verbreitung verdient." Die Probe verlief im Allgemeinen zur Zufriedenheit des Festdirigenten, Herrn I. Gröninger, und können wir somit den Besuch des Sängerfestes in Butzbach einem kunstsinnigen Publikum bestens empfehlen.
* Jubiläum des Lügeutisch. Wir erhielten nachstehende Zuschrift, für deren Glaubwürdigkeit bei dem ominösen Namen „Lügentisch" wir vorerst nicht die ganze Verantwortung übernehmen wollen. Wir glaubten aber immerhin, da die fragt Tischgesellschaft bei diversen Sammlungen sich sehr wohlthätig erwiesen, von einer Aufnahmeverweigerung dieser Zeilen absehen zu sollen: Der „Lügentisch", der im Jahre 1844 in der Wirthschaft des damaligen Brauereibesitzers H. Lotz am


