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Leuten vom Platze getragen werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Der jugendliche Attentäter, welcher entflohen war und sich ins Heu versteckt hatte, wurde vom Gendarmen festgenommen und In das Untersuchungsgefängniß abgeführt.
♦ eint Berficherungs Gesellschast gegen Einbruchs-Diebstahl soll in B e r l i n gebiloet werden. Im ersten Augenblick könnte man geneigt sein, die Sache sür einen Neujahrs- Scherz zu halten, aber die Aufforderung geht von durchaus ernfthasten Männern aus. Unter den Unterzeichnern befinden sich drei Vertreter der Unternehmungen, welche die Einbrecher ganz besonders in ihr Herz geschloffen haben: von Gold- und Juwelengeschäften. In der That ist nicht recht ersichtlich, warum eine Versicherung gegen Einbruch nicht einem Bedürfniß entgegenkommt. Mit wie viel größerer Ruhe wird man in die Sommerfrische gehen können, wenn man einen Ersatz sür das AnSräumen der Wohnung bei der Rückkehr beanspruchen kann? Uebngens ist die Zahl der Einbruchs.Diebstähle in Sudin bei Weitem nicht so groß, wie man vielfach annimmt. Nach polizeilicher Feststellung beträgt die Zahl solcher Diebstähle durchschnittlich 700 und der unwiederbringliche Verlust aus ihnen rund 200000 Mk. Unter Zugrundelegung der erwähnten Zahlen wird in dem Prospect auSgesührt, daß die Gesellschaft 267 000 Mk. jährlich ausbringen muß, um die Verluste, die Verwaltungsunkosten und die Verzinsung des etngezahlten Actiencapitales zu decken. Diese 267 000 Mk. sollen sich zusammensetzen aus den Prämien von 5000 Wohnungen zu 15 000 M. Versicherungssumme, 5000 zu 5000 M., 1000 zu 30000 M., alle diese zu J/8 Procent Prämie, ferner 2000 Geschäfte zu 24000 Mk. zu ’/6 Procenr und 200 Villen zu 50000 Mk. zu 1 * * * *]4 Procent Prämie. Das Unternehmen ist für das preußische Staatsgebiet vom Minister des Innern im Grundsatz genehmigt. Aehnliche Versicherungsgesellschaften bestehen, wie im Prospect mitgeiheilt wird, in Amerika, England und Frankreich, dort sollen sie sich bewährt haben.
• Berlin, 2. Januar. Ein krasses Beispiel des Formalismus in unserer heutigen Rechtsprechung bietet folgender, von der „Germania" mitgetheilte Fall: Eine böse Stiefmutter war wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges unter Anklage gestellt worden, weil sie ihre 5jährige Stieftochter mit dem bloßen Gesäß auf einen in der Stube befindlichen erhitzten Kochherd gesetzt hatte. Die Strafkammer, welche diesen Fall abzuurtheilen hatte, versagte dem Kochherde die Quallfication eines gesährlichen Werkzeuges im Sinne des § 223a, „da der frei auf den Füßen stehende Herd ein feststehender Gegenstand gewesen, während zum Kriterium des gefährlichen Werkzeuges gehöre, daß das betreffende Object beweglich und mit ihm auf den Körper eingewirkt worden fei." Die Straikammer erkannte, da ein rechtsgültiger Strafantrag wegen einfacher Körperverletzung nicht vorlag, auf Einstellung des Verfahrens. Die von der Staatsanwaltschaft hiergegen eingelegte Revision hat das Reichsgericht verworfen. Auch das Reichsgericht hält daran fest, daß das im § 223a bezeichnete Werkzeug an sich ein beweglicher Gegenstand fein muß.
♦ Neukirchen (Kreis Ziegenhain), 3. Januar. Ein. Überaus practisches Weihnachtsgeschenk hat der von hier gebürtige Herr Fabrikant Stumpf in Newyork den hiesigen Armen vermacht, indem er denselben einen Waggon Weizenmehl spendete. Sämmtliche arme Leute hiesiger Stadt sind nun auf einige Wochen mit Mehl versorgt.
* München, 2. Januar. In die Klinik wurde heute ein junger Grieche eingeliefert, der am Sylvesterabend aus Nebecrnuth zwölf Zwanzigmarkstücke verschluckt hatte. Der Zustand des jungen Mannes ist nicht unbedenklich.
♦ Newyork, 1. Januar. Nathanicl Wheeler, Präsident der Wheeler and Wilson Manufacturing Company, ist gestern gestorben. Wheeler war in Watertown, Sonn., am 7. September 1820 geboren, erhielt Unterricht in einer öffentlichen Schule und war bann bis 1848 Wagenbauer. Im Jahre 1850 machte er die Bekanntschaft Allan B. Wilsons, welcher sich mit der Verbesserung einer Nähmaschine beschäftigte, aber Jemanden brauchte, der dieselbe im Publikum einführte. So tijaten sich beide zusammen und 1852 wurde die Näh
maschine unter der Firma Wheeler and Wilson patentirt. Im Jahre daraus erfolgte die Gründung der Gesellschaft, in deren Fabrik Anfangs nur eine Maschine täglich hergeftellt wurde — jetzt kann dieselbe deren 600 täglich fabriciren. Im Ganzen sollen bis jetzt 1200000 Stück hergestellt worden sein.
* Grad' heraus! In der Oststeiermark, so erzählt die „Ostdeutsche Rundschau", waren heftige Niederschläge niedergegangen und die Ueberschwemmung richtete bedeutenden Schaden an, sodaß zu deffen Prüfung sich eines schönen Tages in einem Dorfe genannler Gegend auch der Herr Landeshauptmann, Graf W., einsand. Dieser sandte sofort einen Boten zum Gemeindevorsteher mit dem Befehle, er — der Gemeindevorsteher — habe sich auf der Stelle in das näher bezeichnete Gasthaus zu verfügen, da Se. Excellenz ihn zu sprechen wünsche. Der Gemeindevorsteher — ein Bauer von altem Schrot — warf sich in seinen Sonntagsstaat und ging eilenden Fußes dem Gasthause zu. Dort angekommen, trat der gute Mann sofort auf den Landeshauptmann zu mit den jovialen Worten: „Hob wuhl's Vergnügen, den Herrn Grofen za sprech'n?" — „Nein" — meinte der Angesprochene, das harmlos dreinblickende Bäuerlein mit wüthenden Blicken durchbohrend und jedes Wort scharf betonend — „Sie haben nicht das „Vergnügen", den Herrn Grasen .zu sprechen, sondern Sie haben die „Ehre", vor „Sr. Excellenz dem Herrn Landeshauptmann" zu stehen !" — Allein unser Bauer ließ sich nicht einschüchtern: „Wenns ka Vergnüg'n is, nacha is a kaEhr'!" . . . 'mpsehl mi Jhna!" — Sprach's, drehte sich auf dem Absatz um und fort war er, die verdutzt drein- blickende Excellenz allein lassend.
* Prinzesfiu Vseuburg-Pullman. Aus Newyork wird gemeldet: Fräulein Florence Pullman, deren Vater Besitzer der weltbekannten Luxuswaggonsabrik, ein fechzigfacher Dollar- Millionär ist, dürste schon Anfangs dieses Jahres als Prinzessin Isenburg in Europa erscheinen, da sie, mit dem Erbprinzen Leopold von Nsenburg-Birstein verlobt, demnächst vor den Traualtar treten wird.
Schiffsirachrichten.
Hamburg-Amerikanische Packetfabrt Actien-Gesellschaft.
Postdampser „Albingia", von St. Thomas nach Hamburg zurückkehrend, ist am 1. Januar, 12 Ubr Nachts, iu Havre angekommen. Postdampfer „Rmfia" ist am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Hamburg via Havre in Newyork angekommen. Postdampfer „Rhaetia", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, ist am 3. Januar, 5 Uhr Morgens, Lizard passirt. Postdampser „Wieland", von Hamburg nach Newyork vestimmt, hat am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Havre die Reise fortgesetzt. P stdampfer „Bavaria", von Westindien kommend, hat am 2. Januar, 8 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Postdampfer „Saxonia", von Hamburg nach Westindien bestimmt, hat am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Havre die Reise nach St. Thomas fortgesetzt.
Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 2. Januar wohlbehalten in New- york angekommen. _________
Verkehr, CattO» rrrrd Volkswirthschaft.
- Die neue« amerikanischen Schnelldampfer. Bekanntlich ist es der Ehrgeiz der amerikanischen Schiffbauer, die Schnelldampfer europäischen Baues zu übertrtffen und gegenwärtig sind zwei solche Schiffe der Red Star Linie für den Postdienst zwischen New-?)ork und Antwerpen im Bau, welche im nächsten Frühjahr vom Stapel laufen und Ende kommenden Jahres in Dienst gestellt werden sollen. Außerdem ist es in Aussicht genommen, die Erfahrungen, die bei Entwurf, Bau und Betrieb dieser Schiffe gewonnen werden, zu benutzen für zwei weitere Dampfer, die dann, wie sich Herr Eramp, der Inhaber der großen amerikanischen Schiffswerft ausdrückt, keinen Verglich zu scheuen und keine Concurrenz zu fürchten hätten. Während er sich der Voraussagen über die zu erwartenden Resultate der im Bau begriffenen Schiffe enthält, flieht Herr Cramp in einem vor der „Society of Naval Architects and Marine in America" gehaltenen Vortrag über dieselben einige Einzelheiten, welche darauf schließen lassen, daß keine Anstrengung gescheut wird, um diese Fahrzeuge den jetzigen Greyhounds ebenbürtig an die Seite zu stellen. — Die beiden Dampfer werden in Größe etwa zwischen den neuesten Eunardern und „New York", „Paris" und „Majestic" sein. Ihre Länge in der Wasserlinie beträgt 536 englische Foß, (554 Fuß überall), ihre äußerste Breite 63 Fuß, Tiefe (moulbeb depth) 42 Fuß. Es ist bernerkenswerth, daß die Amerikaner das breite Modell der „Paris" dem scharfen von Harland u. Wolff vor- ziehen, denn das Verhältniß zwischen Länge und Breite ist 8.5 zu 1, bei „Paris" 8,37, „Eampania" 9,23, „Teutonic" 9,82. Der Brutto-
Raumgehalt wirb 11,000 tonnen, also etwas mehr als bei „Teutonic" und „Paris" betragen. Die neuen Sch'ffe sollen 320 Passagiere öfter, 300 zweiter Klaffe und 900 Zorschendecker führen. Ihre Doppelschrauben werden durch vierfach .xpandirende Maschinen von zusammen 20 000 inbtehten Pferdekrästen getrieben. Der Dampfdruck robb 200 Pfund per □" betragen. Man hoff' daher, daß die neuen amerikanischen Sch ffe, wenn nicht die „Campania" und „ßueania* übertreffen, so doch ihnen nicht viel nachstehen werden.
Engineering.
kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag den 7. Januar, 1 nach Epiphanias:
Landes-Missionsfest
I« der Ltadikirche.
Vormittags 9*/t Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Ubr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein.
Beichte und heiliges Abendmahl im AbendgotteS- dienst für die Markus gemeinde- Anmeldungen hierru beim Plärrer der MarkuSgemeinde am besten SamStag den 6. Januar, Vormittags zwischen 11 und 1 Uhr in der Pfarrwohnung ober vor dem Gottesdienst von 4V, Uhr an in der Sacristei
Kinderkirche Nachmittags 272 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Die Kinderkirche für die Matthäus > und Markusgemeinde wird vorerst zusammen gehalten und zwar abwechselnd von den beiden Geistlichen-
In den Gottesdiensten: Collecte für die Heidenmission.
Bibelstunde im Turnsaale der Stadlknabenschule Donnerstag den 11. Januar, Abends 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Sonntag den 7. Januar, 1. nach Epiphanias:
Landes-Missionsfest.
3« der Joharme-kirche.
Vormittags 9Vi Ubr: Pfarrer Dr. Naumann
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der JohanneS- gemeinde. Die Kinder der Johannesgemeinde werden iur Xheib nähme eingeladen und die Eltern werden gebeten, ihre Kinder in den Kindergottesdienst schicken zu wollen.
Die in der Johanne^ gemeinde wohnenden Helfer un» Helferinnen, die bereit sind, im Kindergottesdienst per Johannesgemeinde mitzuwirken, werden freundlichst zu einer Besprechung und ersten Vorbereitung eingeladen auf morgen Samstag, Nachmittags 3 Uhr, im Confirmandensaal der Johannes- kirche Pfarrer Dr. Naumann.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. n 3
Beichte Üunb heiliges Abendmahl sür die Lukas- gemeinde- Anmeldungen hierm am Tage vorher zwischen 11 und 1 Uhr in der Wohnung des Pfarrers.
Collecte für die Heidenmission.
Bibelftunde am Montag den 8. Januar, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaale der JohanneSkirche: Markus Cap. 9, von Vers 3v an: weites Herz und enges Gewißen. Pfarrer Dr. Naumann. n „
Missionsstunde am Mittwoch den 10. Januar, un Con-> strmandensaale, Abends 8 Uhr. Pfarrer Dingeldey
Am Sonntag den 14. Januar findet im Abendgottes dienst Beichte und heiliges Abendmahl sür dieJohanneS- 0 An demselben Sonntag wird Vormittags 11 Uhr Kinder- tirche der Lukasgemeinde abgehalten.
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 7. Januar:
Fest der Erscheinung des Herrn.
SamStag: Nachmittags von 3 Uhr bis Abends um 9 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/, Uhr erste hl. Messe; gemeinschaftliche hl. Com- munion; um 7«/r Uhr Austheilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite hl- Messe; um 9-3 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 51 lt Uhr Christenlehre; darauf Festandacht.
Gottesdienst tu der Synagoge.
Samstag den 6. Januar:
Vorabend 4o-> Uhr, Morgens 9« Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, Sabbathausgang 580 Uhr
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Bekanntmachung, betreffend die Mathildenstistung für Oberheffen.
Nach dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Oberhessen sind für das Jahr 1894 etwa 1150 JL vorhanden, welche zu wohlthätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Klein- kinderfchulen bedacht werden sollen.
Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 10. Februar l. I an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen zu lassen.
Gießen, den 3. Januar 1894.
Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen.
__________________v. Gagern, Provinzial Director. _________________
Bekanntmachung
Unter Bezugnahme aus § 10 der Bedingungen für den Bezug von Wasser aus der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür. Sorge tragen zu «ollen, daß die Wassermesser für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. bergt möglich zu machen. — Unsere Monteure sind ^gegenwärtig mit der Aufnahme der Wassermesser beschäftigt.
Gießen, 4. Januar 1894.
Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen.
Otto Bergen. 182
Brennholz- Versteigerung in den Waldunzen der Stobt fidj.
Freitag den 12. Januar l. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, werden im District Rotherbusch versteigert :
513,5 rm Buchen-Scheiter,
213 „ Buchen- und Weichholz-
Knüppel,
10388 Wellen Buchen-, Eichen- und Weichholz-Reisig,
401,7 rm Buchen, und Weichholz- Stöcke.
Zusammenkunft im Rotherbufch, auf der Pflanzgartenschneise.
Lich, am 4. Januar 1894.
Großh. Bürgermeisterei Lich.
Walz. 158
Aeikgeöotenes.
Hasen
frisch geschossen, per Stück 3 Mark.
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Der Vorstand.
Zuschlagsftist: 4 Wochen. Butzbach, den 4. Januar 1894.
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Gießen, den 2. Januar 1894.
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