Wie«. 4. Januar. Die „Polit. Corresp." bezeichnet bas Gerücht, es würden in Galizien Wintermanöver abgehalten, für vollständig unbegründet und bemerkt, zur ; Durchführung solcher Manöver sei bei der österreichischen Armee nichts vorgesehen.
Wien, 4. Januar, vr. Ballutscheck, der General- commissar der österreichischen Abtheilung auf der Chicagoer Weltausstellung, welcher gestern hier eintraf, erklärte, daß Deutschland unter allen ausstellcnden Staaten der am meisten hervorragende gewesen sei und daß den Deutschen die Siegespalme zuzuerkennen sei. Der gefährlichen Concurrenz Frankreichs habe Deutschland in jeder Hinsicht die Spitze geboten.
Prag, 4. Januar. Der Proceß gegen die Om- lad in ist en beginnt am 15. Januar. Bon Seiten der Behörden sind alle möglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.
Prag, 4. Januar. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung beantragte Skarda, die jährlich für den deutschen Sprachunterricht ausgegebenen 19000 fl. durch Abschaffung des deutschen Sprachunterrichts zur Erhöhung der Wohnungsgeldbeiträge an czechische Lehrer zu verwenden. Der Stadtverordnete Breznowsky bezeichnete die deutschen Schulen als Germanisirungsyerde, welche mit allen Mitteln zu unterdrücken wären, deshalb müßte den Lehrern dieser Schulen die Theuerungszulage gestrichen werden. Beide Anträge wurden abgelehnt.
Triest, 4. Januar. In der Stadt und der weiteren Umgebung wüthet seit gestern eine orkanartige Bora. Alle Theater wurden geschlossen. Auf den Straßen kamen zahllose Unfälle vor. 40 Personen erlitten schwere Arm- und Beinbrüche. Wegen der coloffalen Kälte wurde die Hofjagd in Neuberg abgesagt. Der Kaiser kehrt heute noch mit seinen Gästen nach Wien zurück.
Paris, 4. Januar. Wegen Verraths militärischer Geheimnisse wurde gestern Madame Millecamps zu fünf Jahren Gefängniß und 1000 Frcs. Geldbuße verurtheilt.
Paris, 4. Januar. Im Departement Doubs wurden drei Anarchisten verhaftet. Bei den Haussuchungen wurden große Mengen Material zur Fabrikation von Dynamitpatronen vorgefunden.
Bukarest, 4., Januar. Seit zwei Tagen herrscht hier ein furchtbarer Schneefturm. Der Verkehr mit den Provinzen ist durch die Schneeverwehungen vollständig gestört.
Athen, 4. Januar. Das griechische Budget weist eine bedeutende Herabsetzung der Ausgaben für öffentliche Bauten, sowie für Heer und Marine auf.
Moskau, 4. Januar. Die Regierung bewilligte 200,000 Rubel jährlich für U e b e r s i e d e l u n g r u s s i s ch efr Bauern nach Sibirien und Mittelasien, 150 Rl. für die Familie, sowie 20,000 Rubel für Errichtung von Klbitken für dieselben.
Petersburg, 4. Januar. Daß Finanzministerium beschäftigt sich mit Maßregeln zur Hebung des russischen Handels mitChina und mit GrÜndung einerBank in Teheran, ferner mit Einrichtung von landwirth- schafrlichen Creditinstituten mit gegenseitiger Haftbarkeit.
Petersburg, 4. Januar. Auf landwirthschaftliche Geräthe aus dem Auslande ist ein Zoll von 70 Kopeken das Pud festgesetzt worden.
Lodz, 4. Januar. Hier wurde eine ganze Bande Brandstifter verhaftet.
Cecele» und provinzielles.
Gieße», 5. Januar 1894.
** Theatervereiu. Der vorliegende Januar bringt den Gießener Theaterfreunden zwei bedeutsame Abende. Der Vorstand, jedenfalls von dem Grundsatz ausgehend „variatio delectat“, hat für diesmal nicht mit unseren alten Frankfurter Freunden abgeschlossen, sondern das Hoftheater in Kassel ist nach schwierigem Werben gewonnen worden und zwar für Freitag den 12. Januar. Am Mittwoch den 31. Januar folgt dann das Hoftheater in Darmstadt. Beide Körperschaften werden sich uns im Lustspiel präsentiren, wir werden also in der Lage sein, Vergleiche anzustellen, die sich noch interessanter gestalten werden, da ja auch kürzlich Frankfurt uns seine besten Lustspielkräfte sandte. „Hie Königlich"/ //Hie Großherzoglich" und „Hie Städtisch" wird der Urtheilsruf lauten. Ganz abgesehen von diesem hochinteressanten Zusammentreffen dürften sich die vorliegenden Theaterabende zu höchst gelungenen gestalten. Die Kasseler Gäste bringen uns als Hauptstück Kleists poesievolles Lustspiel „Der zerbrochene Krug"; das prächtige Werk füllt den Abend nicht ganz, es kommen daher noch zwei kleine Einacter hinzu: „Im Civil" und „Er ist stumm", beide reizende Bluetten, die die Kasseler mit besonderer Verve spielen sollen. Auch für den 31. Januar ist das Programm so gut wie sicher; um aber unliebsame Collisionen mit anderen Spielplänen zu vermelden, wollen wir uns heute darüber noch in Schweigen hüllen.
** Die Gießener Ruder-Gesellschaft hält ihre diesjährige 27. Stiftungsfeier am Sonnabend den 20. Januar in „Steins Saalbau" ab. — Wie uns mitgetheilt wird hat der Vorstand der Gesellschaft beschlossen, sowohl für die Damen als auch für die Herren — Sommercostüme für den betr. Abend vorzuschreiben. Ohne Zweifel werden die Damen in aparten, bequemen Sommertoiletten eine nicht weniger hervorragende Zier des Festes bilden, als in den gewohnten Ball- roiletten und das Fernbleiben der langweiligen schwarzen Fracks der Herren, an deren Stelle hellfarbige, abwechslungsreiche Sommeranzüge, vielleicht sportlichen Characters, treten werden, wird wohl Niemand bedauern. An Stelle des immerhin etwas steifen Ballceremonielles wird in Folge dessen ohne Zweifel gemüthliches Amüsement treten und wenn wir noch mittheilen, daß zur Erhöhung desselben eine ganze Anzahl
Ueberraschungen und Sehenswürdigkeiten in Vorbereitung begriffen sind, so glauben wir nicht zu viel zu verrathen, sondern im Gegentbeil der großen Zahl der Interessenten einige willkommene Andeutungen für die eigenen Vorbereitungen zu dem Feste gegeben zu haben. — Der Vorstand der Ruder- Gesellschaft, welcher stets bestrebt ist, seinen Mitgliedern etwas Neues und Außergewöhnliches in den beliebten Winterfesten zu bieten, scheint uns mit der Wahl des diesjährigen Programms wieder einen guten Griff gethan zu haben und wünschen wir dem Feste besten Verlauf.
** Zn viel getrunken? Ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann wurde gestern Abend gegen 7 Uhr au der Krofdorfer Straße in bewußtlosem Zustande aufgefunden. Allem Anschein nach batte derselbe etwas viel getrunken und war dann infolge der Kälte erstarrt. In die Klinik verbracht, kehrte das Bewußtsein zurück und wird er bald wieder entlassen werden können.'
** Verhaftet. Ein Arbeiter von hier, welcher von auswärts wegen Betrugs verfolgt wird, wurde verhaftet.
** Aus einer Bekanntmachung des Vereins des Landes- Lehrer-Vereins geht hervor, daß über das in der Kaffe des L.-L.-V. (durch die Unterschlagung des bisherigen Rechners, Taubstummenlehrers B i l l a s ch zu Friedberg) entstandene Defizit erst nach genauer Prüfung der Acten und Belege etwas Sicheres angegeben werden kann. Das Vermögen des Unterstützungsvereins sei vollständig gesichert. Damit die Geschäftssührung keine Unterbrechung erleidet, wurde Herr Lehrer Heck-Zwingenberg mit der provisorischen Rechnungsführung betraut.
** Nachrechueu! In der verflossenen Sylvesternacht um 12 Uhr beim letzten Glockenschlag sind, wie ein Zahlenliebhaber ausgerechnet hat, seit 1893 Jahren verflossen'. 22 716 Monate oder 98 436 Wochen oder 691418 Tage | oder 16 594 032 Stunden oder 1 015 641 920 Minuten.
** Reue Briefmarken! In Frankreich sollen neue Briefmarken erscheinen. Das französische Amtsblatt wird in einigen Tagen ein Concurrenzausschreiben für den Entwurf der neuen Vignette veröffentlichen. Der erste Preis beträgt 3000 Fr., zwei weitere Preise 1500 und 1000 Fr.
** Kinderschuh. Wie häufig liest man nicht in den Gerichtsberichten von unglaublich rohen Eltern, die ihre Kinder oft Jahre hindurch in haarsträubender Weise mißhandeln durften, ehe durch einen Zufall die Behörde davon Kenntniß erhielt und dem unmenschlichen Treiben ein Ziel setzte, indem sie die Scheusale von Eltern der Bestrafung zuführte und ein geeignetes Unterkommen für die kleinen Märtyrer beschaffte? Erschüttert fragte man sich, so oft wieder einmal ein solcher Fall zur öffentlichen Kenntniß gelangt, wie es denn nur menschenmöglich war, daß derartige Rohheiten so lange unentdeckt und ungeahndet bleiben konnten. Die beschämende Antwort auf diese berechtigte Frage, so schreibt die Berliner „Volkszeitung", liegt so nahe, daß die meisten Leute sie ganz und gar übersehen. Unser Aller Schuld ist es gewesen, wenn die bemitleidenswerthen Kleinen nicht früher ihren Peinigern entzogen wurden — unsere Schuld war es, wenn sie in Furcht und Zittern vor roher Gewaltthat ständig ein gar elendes Leben führten. Wir waren eben anderweitig zu sehr beschäftigt. Wir mußten Vereine gründen zur Hebung der Sittlichkeit unter den Sioux-Indianern, oder wir hatten alle Hände voll zu thun mit den gemeinnützigen Bestrebungen, die auf eine „Säuberung" der deutschen Sprache nicht nur von den entbehrlichen, sondern auch von den unentbehrlichen Fremdwörtern abzielen. An die mißhandelten Kleinen zu denken, zum Schutze der Unmündigen uns zu verbünden, dazu gebrach es uns wirklich an Zeit. Wie viel Schönes und Gutes könnte nicht auch geschaffen werden, wenn die Frauen und Jungfrauen der besser situirten Klassen ihre Liebe und Fürsorge den verlaffenen und der Verwahrlosung anheimfallenden Kleinen in ausgedehnterem Maße zuwenden wollten, als dies bis jetzt geschieht! Wie manches arme, von liebloien Menschen hin- und hergestoßene Kind würde nicht glücklich sein, wenn ihm auch nur die Hälfte jener Liebe und Zärtlichkeit entgegengebracht würde, die manche Dame ihrem Schooßhündchen oder ihrem Papagei angedeihen läßt. Man sollte meinen, daß ein derartiger Hinweis genügen würde, um auf breitester Basis ein Vorgehen mit vereinten Kräften zu Zwecken eines wirksamen Kinderschutzes anzuregen, der aber mehr müßte sein, als eine bloße Spielerei, als ein leerer Zeitvertreib für müßige Stunden. Ein großes, weitausgedehntes Arbeitsfeld gilt cs mit Mühe und Hingebung zu bebauen. Als unlängst Gerhart Hauptmann, der im Grunde seines Wesens mehr Lyriker ist als Dramatiker, in dem glänzenden Rahmen einer Schauspielhaus - Aufführung uns das unsagbare Elend eines von einem rohen Peiniger unmenschlich behandelten Kindes vor die Sinnen und vor die Seele führte, da perlten befruchtenden Thautropfen gleich demantklare Thränen in schönen Augen. Und in den weichen Polstersesseln des Parquets saßen Männer mit skeptischen Mienen, denen mit einem Male der ätzende Witz versagte und die mit Mühe nur ihre Erregung zu meistern vermochten. Sollten alle diese gefühlvollen Leute sich wirklich nicht aufraffen können zu dem hochherzigen Entschluß, den vielen Leidensgenossen des armen Hannele nach Kräften zu helfen?
** Gedenket der hungernden Vögel. Auch an dieser Stelle wollen wir unsere Leser auf die armen gefiederten Bewohner des Landes aufmerksam machen, welche unter den Unbilden der schnell hereingebrochenen rauhen Witterung zu leiden haben. Möge jeder an seinem Theil dazu beitragen, daß die muntere Vögelschaar, welche uns im Frühling durch ihren fröhlichen Gesang erfreut und die durch ihre unersetzliche Beihülfe bei der Vertilgung schädlicher Insekten für das Gedeihen unserer Obst- und anderer Bäume sorgt, über die bösen Wintertage glücklich hinwegkommt.
O Aus dem Ohmthal, 4. Januar. Konnte ma« mit Recht bis zum Jahreswechsel von einem gelinden Winter reden, so kann seit dem Eintritt des neuen Jahres nicht mehr die Rede davon sein. Der Winter tritt auf einmal mit einer ganz ungewöhnlichen Strenge auf- denn 15—16 Grad Kälte nach 6, wie wir sie heute Nacht gehabt, sind eben in jedem Winter nicht zu verzeichnen. Dazu weht eine so eisige Nordluft, daß der Aufenthalt im Freien nicht lange möglich ist. Die Arbeiten im Freien mußten darum eingestellt werden. Die Ohm ist mit einer geschloffenen Eisdecke überzogen, eine Erscheinung, die nur bei strengster Winterkälte einzutreten pflegt. In den Wohnzimmern war es heute nicht möglich, die Fenster eisfrei zu bekommen. Bei einer solch sibirischen Kälte dürfte es sicher am Platze sein, die Schulen auf dem Lande zu schließen, da vielfach hier sich ganz ungenügende Heizvorrichtungen noch vorfinden. Die Kinder leiden dann durch die Kälte viel empfindlicher, wie im Sommer bei 20 Grad Hitze. Das Land bedeckt nur eine ganz leichte Schneehülle, die zudem der starke Nordostwind säst weggefegt. Mit Recht befürchtet man darum, daß die Wintersaat bei dieser Kälte Schaden nehmen könnte. Bienenstände und Keller wolle man gut verwahren, sollen nicht schädliche Folgen sich anders einstellen. Hoffentlich bewährt sich auch diesmal die Wahrheit des Worts bei der plötzlich allz«- strengen Herrschaft des Winters: „Gestrenge Herren regieren nicht lange."
Ortender^, 1. Januar. Die Neujahrsnacht hat zwei Familien hier und in der Nachbarschaft in große Trauer versetzt. Der 29jährige Sohn des Apothekers Alefeld hier, der einige Tage an der Influenza erkrankt und wieder aus dem Wege der Besserung war, ist in der Neujahrsnacht verschieden. Ein Herzschlag hatte dem jungen Leben ein Ende bereitet. — Die Familie Holtzmann, Gutspächter auf dem Leustädter Hof, beklagt (wie wir bereits berichteten, Red.) den Verlust ihres 17jährigen SohneS. Derselbe ist von einem auf dem Hofe bediensteten Gärtner, welcher das Neujahr anschießen wollte, aus Unvorsichtigkeit erschossen worden. Der Schuß drang dem jungen Holtzmann in den Unterleib und tödtlich getroffen gab der Bedauernswerthe bald darauf seinen Geist auf. Während am Sterbe- und Todesbette des Unglücklichen die hier wohnhaften Schwager und Schwester, Herr und Frau Vr. msä. H a h n verweilten, wurde in deren Wohnung hier eingebrochen und Geld und Schmucksachen im Werthe von ca. 600 Mk. gestohlen. Den Thätern ist man auf der Spur.
Dieburg, 3. Januar. Vorige Woche fand der Sohn des Herrn Pflästerer Otto beim Umgraben des Gartens im „Neuen Viertel" einen Topf mit Münzen. Dieselbe« tragen die Jahreszahl 1570 und bilden einen recht werthvollen Fund.
Egelsbach, 3. Januar. Gleich wie den Langener Wirthen wurde den hiesigen sämmtlichen Wirthen bei hoher Strafe aufgegeben, daß dieselben in ihren Wirthschaften erwachsene Mädchen ohne Begleitung ihrer Eltern nicht mehr verkehren lassen dürfen, auch nicht mehr, wie es seither vielfach üblich war, in Begleitung ihrer Liebhaber.
A Mainz, 4. Januar. In der letzten Nacht hat die Kälte hier im Freien eine Höhe von nahezu 15 Grad erreicht. Der Rhein geht in seiner ganzen.Breite schwer mit Eis, durch welches sich die kleinen Trajectboote, die den Verkehr zwischen hier und Kastel vermitteln, mühsam durcharbeiten. Ab und zu sieht man auch einen Dampfer, der sich abmüht, noch das eine oder andere Schiff nach den hiesigen oder Gustavsburger Sicherheitshäfen zu bugsiren. Mit Ausnahme des Dampfers „Ludwig, Großherzog von Heffen" — der Firma Stenz u. Bruckwiller gehörig —, welcher heute Mittag in dem Mund des Gustavsburger Hafens aus einer Eislehne auffuhr, Leckage erhielt und sank, verlautet bis jetzt aus hiesiger Gegend nichts, daß der plötzliche Eisgang ernste Schiffs^nsälle hervorgerufen, wie es auch gelungen, die zahlreichen hiesigen Landungsbrücken der verschiedenen Dampfschifffahrts Gesellschaften noch rechtzeitig zu bergen. — Gegen die geplante Reichsfrachtbrief- und Quittungssteuer har sich die hiesige Handelskammer in ihrer letzten Sitzung principiell ausgesprochen. Für den Fall aber, daß an eine Abwendung der Steuer überhaupt nicht zu denken, sprach man sich für eine wesentliche Erweiterung der Werthgrenze sowohl bet der Quittungs- als auch bei der Frachtbriefsteuer aus. Als eine Besteuerung der Quittung wurden 100 Mark, nicht aber 20 Mark als zulässig erachtet. Die hiesige Handelskammer wird bei dem am 12. d. Mts. zusammentretenden deutschen Handelskammertag diesen Standpunkt vertreten. — Während die Katholiken hier bis jetzt keinerlei Kirchensteuer zu entrichten hatten, wird, da die vorhandenen Geldmittel zur Bestreitung der nothwendigen Bedürfnisse der hiesigen katholischen Pfarreien nicht mehr ausreichen, gemäß gestern erfolgtem Stadtverordnetenbeschluß eine Parochial-Umlage von 7500 Mark in das städtische Budget eingestellt und von den Kathollken erhoben.
Vermischtes.
Ms. Von der Weser, 4. Januar. Liebestragödie. Nicht geringes Aufsehen erregt wegen der großen Jugend der berheiligten Burschen eine Liebestragödie, welche sich in dem Dorfe Vake bei Veckerhagen a. d. Weser dieser Tage zutrug. Der erst 16 Jahre alte Formerlehrling R. war in heißer Liebe zu einer jugendlichen Dorfschönen entbrannt, indessen auch der um ein Jahr ältere Bergmann B. hatte seine Herzensgefühle demselben Mädchen zugewandt und so nährten die beiden jungen Leute, welche früher die besten Freunde waren, eine starke Eifersucht aufeinander. Eines Abends bei einer Mondschein - Serenade unter Liebchens Fenster geriethen die beiden Nebenbuhler aneinander und R., der heißblütige Eisenformer, stieß dabei seinem Gegner sein dolchartiges Meffer mit voller Wucht in die linke. Seite, sodaß der Bergmann mit lautem Aufschrei blutüberströmt zusammenbrach und von der herbeigeeilten Liebsten und anderen


