Ausgabe 
6.1.1894 Erstes Blatt
 
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1894

Erstes Matt.

Gießener Anzeig er

Kenerat-Mnzeiger.

Zlints- und Zlnzeigeblatt für den Urei« Gieren

Samstag den 6. Januar

Redaction, Expedition und Druckerei:

Kchutftrahe Ar.7.

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Vierteljähriger LöonnemeulspreiS: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

Die Gießener

Aamikieuvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Der

Kietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags.

Hratisöeitage: Hießener AamikienöMter

Amtlichem Theil

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haben.

v. Gagern.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.

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Der kreptrten oder getodteten Thiere

Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thier- arzt sestgeftellt ist, so­wie über die Art der Beseitigung der Ca- daoer.

haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirth- schaftSbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, L.chrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder ihn ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres

Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren

Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Deutscher

Berlin, 3. Januar. Die Reibungen und Diffe-

Gießen, am 2. Januar 1894.

Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen tn die Gr-bhmoglichm Bürgermeistereien M-nd°rs a.d.Lahn, Bellersheim, Bettenhaufen, Birklar, Dorf GM, Eberstadt, GroßeN'Lindeu, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, SleiwLinden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Sich, Mufchenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabetts. Haufen, Rodheim, Steinheim, Trars-Horloff und Utphe.

Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 Anzeiger Nr. 201 vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der SpalteBemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Eadavers nicht zu Vergessen ist.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

betreffend das Ersatz-Geschäft für 1894.

Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- , Ordnung werden alle im Jahre 1874 geborenen Militär­pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hin­sichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt

Ueuefte Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 4. Januar. Wie verlautet, steht es fest, daß dem Reichstage eine Vorlage betreffend die Aufhebung des Identitätsnachweises zugehen wird. Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf betreffend die Feststellung des Landes Haushaltsetats von Elsaß-Lothringen für das Ersatzjahr 1894/95 zur Beschlußnahme zugegangen. Dem Vernehmen nach hat sich das S r a a t s m i n i st e r i u m mit der Einbringung der Novelle zur Strasproceßordnung nunmehr einverstanden erklärt. Die Novelle dürfte demnächst dem Bundesrath zu­gehen. Professor Bergmann ist nach Warschau an das Krankenlager des Generals Gurko berufen und bereits dahin abgereist. Die deutsch-russischen Zollverhand­lungen wurden von Neuem ausgenommen. In maßgebenden Kreisen glaubt man, daß dieselben im Laufe des Januar zu einem gedeihlichen Abschluß gebracht werden. Es wird ver­sichert, sämmtliche preußischen Minister,' insbesondere der Ministerpräsident, hielten das Zustandekommen eines besseren handelspolitischen Verhältnisses mir Rußland für erwünscht. Der Ministerpräsident und derFinanzministerhalten einen Zollbeschluß im Interesse dec Industrie für sehr nothwendig. Der Kaiser hat bei dem gestrigen Empfange des Reichskanzlers und des Staatssecretärs v. Marschall, als er sich über die auswärtige Politik Vortrag halten ließ, dabei den deutsch-russischen Handelsvertrag besprochen. Der Kaiser billigte die Haltung beider Staatsmänner. Nach der Wiederaufnahme der Sitzungen des Reichstags wird wahrscheinlich schon in der ersten Woche die erste Lesung der Wein- und Tabaksteuer­vorlagen vorgenommen. Für die erste Lesung der Weinsteuer- Vorlage ist der 11. Januar in Aussicht genommen. In unterrichteten Kreisen wird die Frage erwogen, ob und wie weit es erwünscht wäre, die Einrichtung des gutbewährten Zollbeiraths bei den deutsch-russischen Zollverhandlungen zu einer ständigen zu machen.

Berlin, 4. Januar. In einer heute Nachmittag im Kaiserhof" abgehaltenen von etwa 1200 Personen besuchten Versammlung erklärten die Besitzer griechischer Staatspapiere aller Kategorien die Acte der griechischen Staaksregierung für schwere Verstöße gegen Recht und Billig­keit, gegen Treue und Glauben. Die Versammlung protestirte gegen solche Vergewaltigungen und ernannte ein aus 15 Per­sonen bestehendes Schutzcomite, welches aus je drei Vertretern der 5pCt. 1881/84er griechischen Anleihen, 4pCt. Monopol Goldanlethe von 1887, 5 pCt. Goldanleihe von 1890, 4pCt. Griechische Goldrente von 1889 und den Vertretern der deutschen Emissionshäuser Nationalbank für Deutschland, S. Bleichröder und von Erlanger & Söhne besteht, zur Wahrung ihrer Ansprüche an die griechische Regierung. Dieses Comite wird die Beschlüsse zur Kenntniß der griechischen Re­gierung bringen. t

Breslau, 4. Januar. Sämmtliche anläßlich der Cholera­epidemie in Ungarn und Galizien bestimmten Verkehrs - einschränkungen wurden durch die am 2. Januar erfolgte Aufhebung der Bestimmungen der am 1. September 1893 erlassenen Polizeiverordnung Seitens der Oppelner Regierung aufgehoben.

Bunzlau, 4. Januar. Hier wurde ein Eisenbahn­fahrkartenschwindel von bedeutendem Umfange entdeckt. Die Unterschleife wurden auf der Strecke KohlfurtBerlin begangen. Es steht auch hier ein Schaffnerproceß bevor.

Köln, 4. Januar. Der Rheinftrom steht sestgeschlossen von Caub bis St. Goar- die Nahe und der Neckar sind vollständia zugefroren. Bei Duisburg bedeckt das Eis die ganze" Breite des Stromes. In Ruhrort befinden sich die meisten Kohlenschiffe in Sicherheit.

Köln, 4. Januar. Das Treibeis hat sich in ver­gangener Nacht bis Boppard gestellt. Auf der ganzen Länge des Rheines treiben sehr starke Eisschollen, so daß die Ver­bindung zwischen beiden Usern nur mühsam aufrecht erhalten werden kann.

Köln, 4. Januar. DieKöln. Ztg." erfährt, an den Oberkirchenrath sei eine in allen preußischen Provinzen unter­zeichnete Eingabe abgegangen, worin die Kirchenbehörde gebeten wird, dem Plane, in Rom für die dort weilenden deutschen Protestanten eine eigene Kirche zu erbauen, durch Anordnung einer einmaligen allgemeinen Kirchencollecte in Preußen zu einem baldigen Gelingen zu verhelfen. F»r diesen Zweck sind bereits 132 000 Mk. freiwillig beigesteuert worden.

Zürich, 4. Januar. Der deutsche Reichstagsabgeordnete Bebel sprach gestern in einer von Socialdemokraten und Anarchisten überaus zahlreich besuchten Versammlung. Bebel nannte das anarchistische Programm Blödsinn.

renzen zwischen den Spitzen der Reichsregierung und den Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem maßgebenden Persönlichkeiten im preußischen Cabinet sollen ' " - ~ ' 1 " 1 ' : mit dem Eintritt des neuen Jahres ihre Beilegung erfahren

haben, wie wenigstens von verschiedenen Seiten versichert ; wird. Vielleicht hängen mit diesem behaupteten Ausgleich die Audienzen zusammen, welche der Kaiser dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem Staatssecretär im Auswärtigen Amte Freiherrn v. Marschall zusammen am Dienstag, am Mittwoch aber dem preußischen Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg ertheilte. Ob hiermit die jüngste innere Krisis, deren Vor­handensein höchstens von den Olficiösen bestritten wurde, wirklich wieder beseitigt worden ist, werden ja wohl die nächsten Wochen lehren. Uebrigeus sand am Dienstag aber­mals eine längere Sitzung des preußischen Staatsministeriums

I statt, an welcher auch der Reichskanzler theilnahm.

Die Erinnerung an die Affaire Bismarck - \ Arnim wird jetzt wieder aufgewärmt, allerdings in höchst j überflüssiger Weise. Berliner Blätter enthalten eine Zu- < schrift des Grafen Arnim-Schlagenthin, des Sohnes des ehe- i maligen Botschafters Deutschlands in Paris, in welcher dem Fürsten Bismarck vorgeworfen wird, er habe gewußt, daß die in den kürzlich erschienenen Mittheilungen Dr. Hans Blums über angebliche Speculationen des Botschafters Grafen Arnim mit dem Baron Hirsch im Jahre 1873 unerhörte Ver­dächtigungen seien, trotzdem habe aber der Fürst geschwiegen. Zum Beweise dessen producirt Graf Arnim einen vom 8. December 1893 datirten Brief in der Angelegenheit an den Altreichskanzler, auf welche Zuschrift letzterer jedoch nicht geantwortet hat. Es bleibt abzuwarten, inwiefern der eigen-- thümliche Zwischenfall noch weitere Kreise ziehen wird.

Die Meuterei der eingeborenen Polizei­truppe tn Kamerun ist deutscherseits niedergeschlagen worden, ohne daß der Vorgang weitere bedenkliche Folgen nach sich gezogen hätte. Die in manchen deutschen Blättern aufgetauchte Befürchtung, als ob diese Revolte nur das Vor­spiel zu einem allgemeinen Aufruhr in der Kameruncolonie gewesen sein könnte, hat sich demnach als unbegründet er­wiesen, immerhin war der ganze Vorgang freilich nicht un­bedenklich. Inzwischen ist ein Theil der geflüchteten meu­terischen Polizisten, unter ihnen die Rädelsführer selbst, auf­gegriffen und dem kaiserlichen Gouvernement zur Bestrafung eingeliefert worden. Möglicherweise wird aber der Zwischen­fall doch einen Wechsel im Gouverneursposten von Kamerun nach sich ziehen. Es heißt, der gegenwärtige Gouverneur, Herr v. Zimmerer, der augenblicklich auf Urlaub in Deutsch­land weilt, werde zurücktreten und würde ihn entweder Lieutenant Morgen oder Frhr. von Stetten ersetzen. Die Nachricht, der zufolge der KreuzcrPrinzeß Wilhelm" nach ! Kamerun bestimmt worden wäre oder auch schon dorthin abgegangen sein sollte, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr wird der DampferAdmiral" mit 120 Mann Marine-Infanterie ; an Bord von Wilhelmshafen nach Kamerun absegeln.

Berlin. 3. Januar. Einrichtung von Land« wirthschaftskammern. Daß dem preußischen Landtage eine Vorlage über Einrichtung von Landwirthschaftskammern zugehen wird, steht jetzt fest. Die ganze Angelegenheit hatte mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen, deren Schwer- : punkt in der außerordentlichen Verschiedenheit der Verhält- ! nissechder einzelnen preußischen Provinzen ruhte. Ob und > inwieweit es gelungen ist, diese zu überwinden, läßt sich noch nicht absehen. So viel ist gewiß, daß eine obligatorische Einführung der landwirthschaftlichen Kammern geplant ist.

Loosungs-Schein vorzulegen.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Die­jenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden.

Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- Mnb Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet.

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.

Gießen, am 2. Januar 1894.

Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen.

Dr. Melior.

Gießen, den 3. Januar 1894.

Betr.: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Ver­kehr mit Nahrungsmitteln.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. Februar 1886 (Änzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsen­dung der vorschriftsmäßigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahre 1892 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegen- fiänden bis zum 15. Januar l. I. entgegen.

Sie wollen in der Tabelle auch angeben, bei welcher Stelle (z. B. dem chemischen Untersuchungsamte für die Pro- Vinz Oberhessen) die betreffenden Untersuchungen stattgefunden

Tabelle

über die in der Gemeinde........vom .... 18 .

bis .... 18 . . crepirten oder getöbteten Thiere.