Ausgabe 
5.8.1894 Erstes Blatt
 
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Was ihm nicht alles von diesenlieben Freunden" vngedichtet wurde! Er verläßt Deutschland, macht gemeinsame Dache mit den Deutsch Nationalliberalen Oesterreichs, ver­zichtet auf sein Mandat im Reichstage und kehrt seinem Daterlande den Rücken.

Was man wünscht, das glaubt man gern, und so hat denn die judendienerische Presse ihrem unbequemen Gaste alles Mögliche angedichtet, selbst ein Landhaus in Steiermark dabet nicht vergessen. Deßhalb ist es nöthig, daß wir dem Gejubel der Juden und Genoffen einen kleinen Dämpfer aufsetzen.

Von allen durch die jüdische Preffe gegangenen Mit­theilungen ist nur das Eine richtig, daß Dr. Böckel mit seiner Druckerei nach Berlin übersiedelt. Er hat keineswegs die Absicht, sich seiner parlamentarischen Thätigkeit zu ent­ziehen ; der von ihm gegründete Mitteldeutsche Bauernverein mit allen seinen Institutionen bleibt bestehen, er bleibt nach wie vor wenigstens vorläusig der Leiter desselben. Ob in Marburg, oder in Berlin, das ist zur Sache ganz gleich­gültig. Neben demReichs-Herold," der weiter erscheinen wird, ist beabsichtigt demnächst in Berlin eine neue große antisemitische Tageszeitung zu gründen. In einer am Dienstag den 24. v. Mts. abgehaltenen Vorbesprechung hervorragender antisemitischer Führer wurde die Nothwendigkeit der Grün­dung einer solchen Zeitung anerkannt, indeß dies Project vertagt, bis mit verschiedenen anderen in Berlin zur Zeit noch erscheinenden antisemitischen Zeitungen ein entsprechendes Abkommen getroffen worden sei. Die Hauptsache sei zunächst, wie verschiedene Redner betonten, die wirthschaftlichen Ver­hältnisse des Dr. Böckel, welche aus verschiedenen Gründen in letzter Zeit einen steten Niedergang erlitten haben, zu heben, so daß er endlich etwas weniger sorgenvoll seiner politischen Thätigkeit in und außerhalb des Reichstages nach­kommen könne. Die Hauptfrage des Abends sei also, welche Maßnahmen sofort zu treffen seien, um denlangbewährten und berühmten Parteiführer Dr. Böckel" politisch und wirth- schaftlich der Partei zu erhalten und da sei der beste Weg: Uebernahme der Druckerei des Dr. Böckel und großstädtische Gestaltung derselben durch eine Aktiengesellschaft, besonders, da in Berlin schon lange eine große, rein antisemitische Druckerei fehle. Dort könnten alsdann die gegenwärtig in Berlin und in der Provinz bestehenden Zeitungen antisemi- ttscher Richtung, welche keine eigene Druckerei besitzen, gedruckt werden und dadurch werde schon allein die Rentabilität ge­sichert, so daß die Aktionäre gar kein Risiko eingingen.

Dr. Böckel selbst sprach sich in der Versammlung dahin aus, daß die finanzielle Hülfe, die früher von Berlin aus nach Hessen dirigirt worden sei, in den letzten Wahlkämpfen schon sehr gefehlt habe, und in der letzten Zeit immer spär­licher geworden sei. Das hessische Kleinbauernthum sei aber wenig bemittelt und so sei gegenwärtig die Consequenz ein­getreten, dort die unhaltbare Position aufzugeben und in Berlin neu und stark zu sundiren. Die Sachlage in Hessen habe sich gegenwärtig so weit verschlechtert, daß er es satt sei, sich weiter wirthschaftlich so bedrängen zu lassen, und daß er sich zurückziehen werde, wenn die Berliner nicht die Hessische als Deutsche Bewegung übernähmen und er selbst wirthschaftlich so gestellt werde, daß er endlich etwas weniger sorgenvoll seiner politischen Pflicht in und außerhalb des Reichstages nachkommen könne.

Die Neugründung, bezw. Uebersührung der Böckel'schen Druckerei wurde sodann einstimmig beschlossen. Die noch am selben Abend zahlreich erfolgten Zeichnungen lassen es zweifel­los, daß die Aktiengesellschaft zu Stande kommt.

Nerreste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondery-Bureru.

Halle, 3. August. Universitätsjubiläum. Vor­mittags 10 Uhr fand ein Festactus in der Kirche zu Unserer lieben Frauen statt, wohin sich die Festtheilnehmer von der Universität aus in glänzendem Festzuge begaben. Rector Beyschlag hielt die Festrede. Hierauf erfolgte die Verkündung von 36 Ehrenpromotionen. Nach dem Festacte brachte die Studentenschaft dem Rector Beyschlag und dem Oberbürger­meister Staude vor deren Wohnungen lebhafte Kundgebungen dar. Um 2 Uhr Nachmittags begann das Festmahl der Universität' mit den Ehrengästen im Stadlschützenhause. Abends findet allgemeiner Commers statt. Die medicinische Facultät ernannte zu Ehrendoctoren u. A. den Oberregierungs­rath Naumann-Berlin, den Curator der Universität Schrader- Halle, den Zoologen Dohrn-Neapel, den Chemiker Ostwald- Leipzig, den Botaniker Pfeffer-Leipzig, den Chemiker Soxleth- München- die philosophische Facultät den Staatsminifter v. Goßler, den Maler Franz v. Lenbach, den Buchhändler Max Niemeyer-Halle, den Mathematiker Meier-Halle, den Rittergutsbesitzer Rippau und Major v. Wißmann. Sämmt- liche Diplome find in deutscher Sprache ausgestellt.

Halle, 3. August. Die theologische Facultät ernannte folgende zehn Ehrendoctoren: Cultusminister Dr. Bosse, Pastor Gebhard-Gotha, Consistorialrath Goebel- Halle, Consistortalrath Renner-Wernigerode, Kirchenrath Resch- Zeulenroda, Bibliothekar Theodor Schott-Stuttgart, Missions- mspector Zahn-Bremen, Profeffor Robinson-Cambridge, Senior Baerwinkel-Erfurt, Superintendent Schirlitz Querfurt. Die juristische Facultät ernannte zu Ehrendoctoren: Geh. Ober-Justizrath Küntzel-Berlin, Oberlandesgerichts-Präsident Werner-Noumburg, Regierungspräsident Walther-Anhalt und Wirkl. Geh. Rath Dr. v. Helmholtz-Berlin. Außerdem wurden noch folgende Ausländer zu Ehrendoctoren ernannt: von der juristischen Facultät der Senator Prof. PaSquale Villari in Florenz und Bibliothekar der juristischen Facultät der Universität, Prof. Victor Horsley in London- von der philosophischen Facultät die Custoden der Handschriften­sammlung des britischen Museums in London, F. G. Kenyon und Harry Ward, der Archäologe Baron Barraco in Rom, der Secretär der Asiatischen Gesellschaft für Bengalen, Georg Grierson, der Director der Nationalbibliothek in Paris, Leopold Delisle, der Präsident des ethnologischen Instituts

von Massachusetts, Amasa Walker, die Gräfin Lovatelli- Cantani in Rom, der Prosessor der Mathematik Eugenio Beltrami tn Rom und Prof. Walter Skent in Cambridge.

BreSlau, 3. August. DerMorgenzeilung" zufolge ist das Gebäude des Eisenbahnbetriebsamts in Oppeln voll­ständig niedergebrannt. Eine Beamtenfrau mit zwei Kindern wird vermißt- man befürchtet, daß sie verbrannt seien.

^Depeschen bei Bureau

Berlin, 3. August. DieNordd. Allgem. Ztg." theilt mit, daß die sich gegenwärtig an der amerikanischen West­küste befindenden KreuzerAlexandrine",Arcona" und Marie" den Befehl ^erhalten haben, sobald sie seeklar sind, sich zum Schutze der deutschen Interessen auf den ost- asiatischen Kriegsschauplatz zu begeben. MW KW Berlin, 3. August. Die Cholera-Commission hat ihre Aufgabe bereits erledigt. Es wurde anerkannt, daß bet Zeit gegen die Epidemie, welche schon bis an die Weichsel vorgedrungen, eingeschritten werden müsse, und schließlich wurde beschlossen, mit welchen Mitteln ein gefährlicheres Austreten dec Cholera verhindert werden soll. Die Ergeb­nisse der Conferenz wurden den Bundesregierungen zur Prüfung übermittelt.

Paris, 3. August. Der Soldat Leblanc behauptete in der heutigen Schlußverhandlung gegen Caserio, dtejer habe ihm den Plan zu der Ermordung Carnots vorher mit- getheilt. Caserio bestritt dies energisch. Der Bertheidiger suchte nachzuweisen, daß Caserio geliieskrank sei. In seiner Familie fei die Epilepsie erblich und auch Caserio leide daran. Derselbe sei insofern unschuldig, als sein geistesschwacher Zustand und sein hitziges Temperament von Londoner Anar­chisten ausgenutzt worden sei. Als der Anwalt die Mutter Casertos erwähnte, weinte dieser. Die Geschworenen beant­worteten beide Fragen, ob schuldig des Mordes und ob mit Vorbedacht gehandelt, einstimmig mitJa". Das Unheil lautete auf Todesstrafe. Der Präsident erklärte, das Unheil werde auf einem von der Stadtbehörde zu wählenden öffent­lichen Platze in Lyon vollstreckt werden. Caserio rief bei der Verlesung aus:Es lebe die Anarchie! Es lebe die sociale Revolution!" Als ihn die Soldaten abführten, rief er nochmals:Muth, Kameraden! Es lebe die Anarchie!" Der Anwalt legt Revision wegen der Rede des Präsidenten bei Eröffnung der Verhandlung ein.

Loudon, 3. August. Aus Tientsin wird derCentral News" gemeldet, der Vicekönig Li-Hung-Tschang sei in Ungnade gefallen, weil er die Japaner den Chinesen in der Mobilmachung habe zuvorkommen lassen.

London, 3. August. Vom Untergang des Dampfers Khowsing" wird noch gemeldet, daß sich 150 chinesische Soldaten auf einen Felsen retteten, von wo sie das deutsche KanonenbootIltis" ausnahm. Auch Capitän Hauneken wurde vomIltis" gerettet und sollte mit demselben gestern in Tientsin eintreffen.

Loudon, 3. August. Das Auswärtige Amt erhielt gestern Abend telegraphisch die Bestätigung, daß zwischen den Japanern und Chinesen in Korea ern st hafte Ge­fechte stattgefunden haben. Lord Kimberley fordert strenge Untersuchung bezüglich des Angriffs auf das englische Schiff Khowsing" und verlangt, daß der britische Consul dem Kriegsgericht zur Aburtheilung des japanischen Capitäns per­sönlich beiwohne.

Petersburg, 3. August. In hiesigen Hoskreisen circultrt das Gerücht, daß bei der Anwesenheit der Prinzessin von Wales mit Töchtern in Peterhof die Verlobung der Prin­zessin Maud mit dem Großfürsten Paul Alexandro- witsch und der Prinzessin Victoria mit dem Großfürsten Michael Nikolajewitsch erfolgen würden.

Petersburg, 3. August. Die hiesige Adelsbank erhielt Befehl, dem russischen Geburtsadel in,- den Gouvernements Wilna, Kowno, Minsk, WitebSk, Mohilew, Kiew, Wolhynien und Podolien Darlehen zum Ankauf von Grund­stück en, die sich in Händen von Nichtrussen befinden, bis zur Höhe von 75 pCt. des Werthes zu gewähren.

Wladiwostok, 3. August. Acht russische Kriegsschiffe haben den hiesigen Hafen mit zahlreichen Soldaten an Bord und versiegelten Befehlen verlassen.

Chicago, 3. August. Die Eisenbahnwagenfabrik Pull­mann hat gestern die Arbeit wieder aufgenommen­es waren indeß nur 250 Arbeiter erschienen.

Shaughai, 3. August. Der DampferUwchang" ist hier eingetroffen. Au Bord befindliche Personen haben er­klärt, daß die chinesische Flotte am 31. Juli bei der Mündung des Weiharflusses gesehen worden ist. Mehrere bei dem Untergange des DampfersKhowsing" Gerettete, darunter auch einige fremdländische Offiziere, treffen am Samstag hier ein.

Tieulsin, 3. August. Alle eingefangenen Deserteure der chinesischen Armee wurden enthauptet.

G. Darmstadt, 4. August. Die Uebersührung der Leiche des Prinzen Alexander nach Schloß Heiligenberg hat heute früh 4J/2 Uhr stattgefunden.

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Gießeu, den 4. August 1894.

** Vom Feuerwehrfest. Die Vorbereitungen zum sechs­zehnten Verbandsfest Hessischer Feuerwehren schreiten rüstig vorwärts und läßt der Festplatz mit seinen Hallen ringsum und dem mächtigen Eingangsthor schon erkennen, daß der Festausschuß bemüht ist, den eingeladenen Gästen, wie nicht weniger den Bewohnern Gießens etwas zu bieten. Wie wir erfahren, soll außer dem großen Musikpavillon links vom Haupteingang noch ein zweites, kleineres Musikpodium vor der großen Wirthschaftshalle an der Aliceschule errichtet werden und vor demselben ein oder zwei Tanzböden. Der

ganze Platz wird durch mächtige Bogenlampen, sämmtliche j Wirthschaftshallen :c. durch Glühlichter electrisch beleuchtet werden. Für Unterhaltung wird außer den Uebungen der Feuerwehr durch Musik- und Gesangsvorträge, lebende Bilder, Reigen, Feuerwerk?c. Sorge getragen werden und verspricht das Fest sonach recht hübsch zu werden. Für die damit ver­bundene Ausstellung von Feuerlöschgeräthen sind von 20 Firmen Anmeldungen ergangen. An Fe st kart en sollen zur Aus­gabe gelangen Dauerkarten für Familien und für einzelne Personen zum Preis von 3 Mk. und 1,50 Mk., während das Eintrittsgeld am Samstag 30 Pfg., am Sonntag und Montag jeweils 50 Pfg. für einmaligen Besuch des Fest­platzes betragen wird. Die in Uniform erscheinenden Mit­glieder der hiesigen und der fremden Feuerwehren haben zu allen Festlichkeiten freien Zutritt, außerdem erhalten die An­gehörigen der hiesigen Feuerwehrmänner weitgehende Ver­günstigungen, wie auch die beim Feste mitwirkenden Mitglieder hiesiger Vereine für ihre Person am Tage ihrer Mitwirkung vom Eintrittsgeld befreit sein werden. Besonders interessant verspricht auch der Festzug zu werden, da, wie verlautet, auch eine historische Gruppe, die Entwickelung des Feuerlösch­wesens darstellend, im Zuge vertreten sein wird. Wünschen wir dem Feste zum Gelingen gutes Wetter und einen schönen Verlauf.

** Feuerwehr-Uebungen. Wle wir erfahren, wird beim Feuerwehrfest, im Anschluß an die Fußübung beider hiesiger Feuerwehren, auch cm Brandangriff dargestellr werden und ist dafür das Mer che Haus in der Bahnhofstraße in Aus­sicht genommen. Ein Probeangriff ist für Sonntag früh 7 Uhr anberaumt worden, da die Stunden nach Feierabend dafür zu ungünstig find und die Mitglieder der Feuerwehren während der Woche Tages über ihrem Beruf nachgchen müssen.

** Vernichtetes Fleisch. Das Fleisch des vor einigen Tagen im hiesigen Schlachthause verworfenen und nach Wieseck verbrachten Kalbes wurde vom Großh. Kreisveterinäramt als ungenießbar erklärt und dem Wasenmeister zum Ver­scharren übergeben.

** Aus Reichssteuern vereinnahmte die Großh. Haupt­staatskasse im Rechnungsjahre 189293 zusammen 412 420 Mk. Hiervon entfielen auf Zölle 32 383 Mk., auf Tabaksteuer 15 876 Mk., auf Salzsteuer 9 664 Mk., auf Zuckersteuer 10969 Mk., auf Branntweinsteuer 171053 Mk., auf Brau- steuer 163 550 Mk., auf Stempelsteuer für Spielkarten 7 659 Mk., auf andere Reichsstempelabgabe 1262 Mk.

** Schuldienst Nachrichten. Dem Schullehrer Jacob Flath zu Vielbrunn wurde die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Falken - Gesäß , Kreis Erbach , dem Schullehrer Georg Kochhafen zu Ober Hainbrunn wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Haisterbach, Kr. Erbach, dem Schullehrer Adam Schäfer zu Londorf wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichels­heim i. d. W., Kr. Friedberg, dem Schullehrer Johannes Geib el zu Butzbach wurde die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Unter-Schmitten, Kr. Büdingen, dem Schul­lehrer Heinrich Winter zu Butzbach wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Holzmühl, Kr. Lauterbach, dem Schulamtsaspiranten August Nelius aus Groß-Umstadt wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wendels­heim, Kr. Alzey, dem Schulamtsaspiranten Georg Müller aus Ockenheim wurde eine Lehrerstelle und der Schulamts­aspirantin Eva Klassen aus Bensheim eine Lehrerinnen­stelle an der kathol. Schule zu Bensheim, dem Schul­amtsaspiranten Wilhelm Kratz aus Wohnbach wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rodheim ;ö. d. H., Kr. Friedberg dem Schulamtsaspiranten Anton Kaiser aus Spachbrücken wurde eine Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Nieder Ramstadt, dem Schulverwalter Heinrich Daniel Schmidt zu Heuchelheim wurde eine Lehrerstelle da­selbst, dem Schulamtsaspiranten Jacob Sch unk aus Hillesheim wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, Kr. Mainz, dem Schullehrer Friedrich Bopp zu Eichelhatn wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rhein-Dürkheim, Kr. Worms, dem Schullehrer Peter Winter zu Ebersheim wurde eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Marienborn, Kr. Mainz, dem Schul­verwalter Wilhelm Heinrich Klaus zu Bermersheim wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen,-. die Schulverwalter Albert Faulstroh am Gymnasium und an der Realschule zu Worms, Heinrich Will am Realgymnasium und an der Realschule zu Gießen und Johannes Bumann an der Realschule und demProgymnasium zu Alzey wurden zu Lehrern an diesen Anstalten, unter Be­lassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt.

** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Zotzenheim, Kreis Alzey, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten­dienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Essenheim, Kreis Mainz, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden.

** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Barbiergehilfe Heinrich Alexander aus Nieder - Ohmen, zuletzt in Köln, vom Polizeiamt Gießen wegen Diebstahls und Betrugs- Bahnarbetter Manin Frank aus Fichtelberg in Oberfranken von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Körperverletzung- Taglöhner Heinrich Frank aus Neu-Isenburg von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Bäcker Heinrich Kreiker ans Laubach von derselben Behörde wegen Körperverletzung. Bäcker Hermann Müller aus Etzelbach in Sachsen-Altenburg und Metzger Karl Richter aus Klein-Elgeda vom Amtsgericht Fürth i. O. wegen Betrugs- die Taglöhnerin Martha Orth aus HerS- feld vom Amtsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung- ein angeblicher Curt v. Schenk aus München vom Polizeiamt Darmstadt wegen Zechprellerei und Unterschlagung- Schiffer