Ausgabe 
4.8.1894 Erstes Blatt
 
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local in Butzbach, Georg Lohnes am Haftlocal in Grün- f lich verletzt aus den Trümmern gezogen,' an ihrem Aufkommen berg, Dictorian Fortnagel am Haftlocal in Herbstein, ' wird gezweifelt- andere wurden leicht verletzt.

Wilhelm Christian Volz am Haftlocal in Lich, Ludwig Diehlmann am Haftlocal in Nidda, Johann Gertmann Vollbracht am Haftlocal in Ortenberg, Johann Konrad Jost n. am Haftlocal in Ulrichstein, Ernst Heinrich Friedrich Worm am Haftlocal in Vilbel.

** 68 soll auch von den Producenten der Gegend gekauft werden. Betreffend die diesjährigen Manöver wird von den zuständigen Behörden darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorstände der zu errichtenden Manöver-Proviantämter ange­wiesen worden sind, sämmtliche Verpflegungsgegenstände, welche von Producenten angekauft werden können, wie Heu, Stroh, Kartoffeln, Hammel, Ochsen rc. auch von den Producenten der Gegend zu entnehmen.

** Postanweisungen. Seitens einzelner Handelskammern wird ein Gesuch an den Staatssecretär im Reichspostamt vorbereitet, dahingehend, daß für Postanweisungen biß zum Betrage von 10 Mark fortan nur eine Gebühr von 10 P fg. erhoben werden möge. Begründet wird dies Gesuch damit, daß für alle kleineren Geldsendungen an preußische Behörden, die vordem mit Postwerthzeichen beglichen werden konnten, feit dem Inkrafttreten des neuen Aversional- abkommens Postanweisungen benutzt werden müssen, weil die betreffenden Behörden die Annahme von Postmarken nunmehr verweigern.

** Zur Abschaffung der Offiziersschärpe. Die Nachricht, daß die Offtziersschärpe bei den unteren Offiziersklassen ab­geschafft und bei den Stabsoffizieren über die Schulter ge­tragen werden soll, wird von Berlin aus als unrichtig be­zeichnet,- man denke nicht an eine Abschaffung der im preußischen Heere seit Friedrich Wilhelm I. eingeführten Schärpe.

* Berlin, 2. August. Das Schwänzen der Vor­lesungen wurde in Berlin gerade vor einem Jahre von den Professoren Gneist und Schmoller mit schärfsten Worten

setzte es an den Standorten fort, an die er später versetzt wurde. Seine Dienstbehörde, die seine Beschäftigung mit der Medicin kannte, übte die Rücksicht, ihn immer in Städten zu lassen, wo sich eine Facultät befand. Er wußte die An­forderungen des Truppendienstes gleichzeitig mit denen seines Studiums zu befriedigen und brachte das letztere regelrecht durch die Erwerbung des DoctorgradeS an der Pariser Facultät zum äußeren Abschluß. Ausgeübt hat General Dr. Canonge die Heilkunst natürlich nie.

* Was Trinkgelder tragen können. Die Stadt Paris hatte jüngsthin ein großes Grundstück in der Rue de Vaugi- rard anzukaufen und bezahlte dafür den ansehnlichen Betrag von 600,000 Franken. Der glückliche Grundbesitzer ist Niemand anders als der einstige Kammerdiener des ver­storbenen Professors Ricord, der sich aus den Trinkgeldern der Patienten seines Herrn so viel bei Seite legen konnte, daß er sowohl dieses Grundstück, wie auch einen ausgedehnten Landsitz und etliche Renten erwarb.

* Eine fin de siecle-2)ie6c86anbe. Schon seit ge­raumer Zeit waren bei der Sicherheitsbehörde in Paris unzählige Klagen über Taschendiebstähle eingelaufen, welche in gewissen Zeitabschnitten auf den Bahnhöfen, in den Kirchen, überhaupt in starken Menschenansammlungen verübt worden waren. Trotz der eifrigen Nachforschungen konnten die ge­wandten Diebe nicht ertappt werden. Vor einigen Tagen gewahrte ein Geheimpolizist des Lyoner Bahnhofs eine Frau, welche sehr geschickt die Tasche eines Reisenden leerte, indeß drei andere Frauen dieMauer" machten und ein Mann den Aufpasser spictte. Die ganze Gesellschaft wurde fest­genommen und nach dem Posten gebracht. Hier wurden zahlreiche leere Geldtäschchen, eine Menge Schmuck und ein Betrag von mehr als 5000 Francs bei ihnen gefunden. Die Diebesbande verweigerte jede Auskunft, bis Dr. Bertillon in der anthropometrischen Abteilung des Polizeidepots in ihr lauter alte Bekannte entdeckte. Der Mann, ein Spanier- Namens Antonio Aobars, ist das Oberhaupt der Gesellschaft, der die zwei Schwestern Marie und Augustine Brocard und die mehrmals vorbestrafte Octavie Fustemberg und Pauline Ramonet angehören. Die Verhaftung der Bande böte kein weiteres Interesse, wenn man nicht in Erfahrung gebracht hatte, daß diese eine eigenthümliche Doppel-Extstenz führte. Indeß sie in Paris in der beständigen Angst vor einer Ver­haftung lebte, genoß sie in der Provinz, wo sie ihren stän­digen Wohnsitz aufgeschlagen hatte, als eine reiche und wohl- thättge Bürgerfamilie die allgemeine Achtung. Ybars be­wohnte mit den vier Frauenzimmern einen prachtvollen Landsitz in Chateau-du-Loire, einem kleinen Orte des Sarthe- Departements, überdies zwei Villen und drei kleine Land­häuser an dem romantischen Ufer der Loire, welche Besitz­ungen durchweg gegen baares Geld gekauft worden waren» Hier hatte die Bande Pferde und Wagen und eine stattliche Dienerschaft, welche das Lob ihrer Dienstgeber in der ganzen Gegend verbreitete. Von Zeit zu Zeit unternahmen sie eine Reise nach Paris. Als der Staatsanwalt von Saint- Calais auf dem Herrschaftssitze eine Haussuchung vornahm> wurde eine ganz gewaltige Menge geschmuggelte Maaren, Tabak, Spitzen, Seidenstoffe u. s. w., Schmuckgegenstände und Werthpapiere zu Tage gefördert. Die Untersuchung wird lange Zeit in Anspruch nehmen, da die Bande weit verzweigt war und ihre Spießgesellen in allen Gegenden des Landes besaß. Die Schloßleute von Chateau-du Loire sitzen nun im Schatten, aber nicht in demjenigen ihrer Land­häuser längs der Loire.

gerügt. Schmoller hat auch jetzt wieder beim Schluß seiner volkswirthschaftlichen Vorlesung, die von 11 bis 1 Uhr dauerte, die seltenen Gäste kräftig abgefertigt. Als diese Herren Punkt 12 Uhr mit dem Vorlesungsbuche erschienen, erklärte der Gelehrte:Ich werde erst um 1 Uhr abtestiren, damit die Faulenzer Gelegenheit haben, auch einmal eine Vorlesung zu hören."

* Berlin, 2. August. In der Bülowstraße fand ein Einbruch statt. Einer der Einbrecher schoß auf einen Schutzmann, den er im Rücken verwundete, traf aus Ver­sehen auch den zweiten Einbrecher und erschoß sich dann selbst. Der zweite Einbrecher wurde gefaßt, die Personalien beider sind unbekannt.

* Halle a. d. S., 1. August. Der elfjährige Knabe des Formers Probst hier gab sich heute Vormittag den Tod, mdem er sich nahe der elterlichen Wohnung in der Süd- ftadt, unmittelbar vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof, von einem Zuge der Thüringer Bahnlinie überfahren ließ. Es wurde ihm der Kopf glatt vom Rumpfe getrennt. Der Knabe soll die That infolge Zurechtweisung wegen einer geringfügigen Veruntreunng ausgeführt haben.

London, 2. August. Unweit Barmouth in Nord« Wales kenterte gestern Abend ein Vergnügungsboot- zehn Insassen ertranken.

* Weltausstellung in Chicago. Die Abrechnungerr der Weltausstellungsverwaltung sind jetzt beinahe abgeschlossen- Aus dem Bericht des Schatzmeisters geht hervor, daß von Concesfionen" aller Art die Gesammtsumme von 3 887 602 Doll, eingtng. Die höchsten Einnahmen lieferten die Restaurationen^ Hagenbecks Circus 125 000 Dollar- für Candyverkauf gingen 26 781 ein, das Restaurant von Henderson Hayward brachte 61 399, die Kairostraße 158 231, Dahomey-Village 27 787. Das deutsche Dorf zahlte 114 929 und Alt-Wien 96 394* Die elektrischen Boote warfen einen Gewinn für die Aus- stellungskasse von 112 370, das chinesische Dorf 15 287, das türkische Dorf 38 966 Dollar ab. Für Kaugummi beliefen sich die Abgaben auf 19 214, der Maurische Palast mit Re­staurant brachte 110 706 und das Ferris Rad 127 795 Dollar. Don einem neuen verheerenden Brande sind letzter Tage die noch vorhandenen Gebäude derWeißen Stadt", deren Schönheit und Pracht letztes Jahr von Millionen bewundert wurde, heimgesucht worden. Der verderbliche Brand brach gegen Abend in der ehemaligen Endstation der electrischen Hochbahn aus. Ehe die ersten Spritzen zur Stelle waren^ befand sich bereits die benachbarte Maschinenhalle, sowie das bereits halb niedergebrannte Ackergebäude in hellen Flammen- Da ein starker Wind wehte, stand auch bald das Verwaltungs­gebäude in Flammen nnd nach Einsturz der gewaltigen Kuppel derselben setzten die Funken und brennenden Trümmer auch die Marine- und Electricitätsgebäude in Brand, die ebenfalls bald in Asche lagen, lieber die Entstehung des Riesenbrandes hat sich bisher nichts ermitteln lassen. Daß eine Brandstiftung vorliegt, ist außer Frage. Der Schaden, den das Feuer anrichtete, fällt allein auf die Gesellschaft, welche die noch stehenden Gebäude seinerzeit von der Südpark- behörde für 78,000 Dollar kaufte.

* Alkohol war bisher die einzige Flüssigkeit, welche selbst durch die größte bisher künstlich erzeugbare Kälte nicht zum Gefrieren zu bringen war- erst neulich ist dies dem englischen Professor Dewar, welcher durch seine Versuche mit festem und flüssigem Sauerstoff, gefrorener Luft u. s. w. in Eng­land und auswärts so viel Aufsehen erregte, gelungen, diese Aufgabe zu lösen. Dewar brachte, wie das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz berichtet, zu dem Zwecke ein kleines, mit absolutem Alkohol gefülltes GlaSkölbchen in ein Metallgefäß, welches von außen mit einem Gemisch von fester Kohlensäure und Aether abgekühlt wurde, während gleichzeitig dadurch auf diese Temperatur abgekühlter Aether in das Gefäß getropft und dieses durch

, . 2' August. In vorvergangener Nacht wurde

in dem benachbarten Weidenau ein frecher, räuberischer £? ! berübt Vier Männer mit geschwärzten Ge­sichtern suegen gegen Mitternacht mittelst einer Leiter durch XiÄen 3. $Cnfter in die Wohnung des ehemaligen Gerichtsschöffen Zimmermann, knebelten den an Gicht leidenden Mann, ebenso einen im selben Hause wohnenden Uhrmacher und nahmen 500 Mk. Baargeld, sowie zahlreiche Werth- gegenstande nut. Don den Thätern fehlt jede Spur.

* Köln, 2. August. Gegen 9 Uhr Vormittags stürzte in dem benachbarten Ehrenfeld an einem Neubau das Gerüst zusammen, wobei mehrere Arbeiter aus der Löbe der zweiten Etage hinabfielen. Zwei Arbeiter wurden tödt-

1 Chicago, 2. August. Eine Feuersbrunst zerstörte 40 Morgen Bauholzhö.fe an der Blue Island Avenue, Lincolnstreet und Ashland Avenue. Der Schaden wird auf über anderthalb Millionen Dollar geschätzt. Eine Person wurde getödtet und mehrere sind verletzt worden.

* Auf dem deutschen Turnfest in Breslau war ein Hauptanziehungspunkt, wie wir doch noch berichten müssen, das Turnen der Damenabtheilung des Alten Breslauer Turnvereins. Am Dienstag kurz vor 7 Uhr Abends, als die Sonne einem zarten Teint nicht mehr zu gefährlich werden konnte, traten 50 junge Damen auf den Plan. Das Publikum war kaum zu bändigen, so ungestüm drängte es an den Ausstellungsplatz heran und fröhliche Gut Heil-Rufe schollen den jugendlichen Turnschwestern ent­gegen. Auch diesen war für die Tracht eine gewisse turnerische Einfachheit und Gleichmäßigkeit vorgeschrieben - schwarzer Rock und weiße Blouse bildeten die kleidsame Uniform. Leiter der Hebungen war der Turnlehrer Baumann. Zunächst wurden Marschübungen und Hantelübungen vorgenommen und dann von einem Thetl der Damen ein Reigen'aufgeführt- weiterhin thellte sich die Schaar in drei Gruppen, die im Rundlauf, in Hangübungen verschiedener Art am Reck und im Schwebe- I 9Qn9/ verbunden mit Stab- und Hantelübungen, ihre Leist- I un9en zeigten. Dieselben waren, wie man selbst unter | Beiseitelassung jeder Galanterie anerkennen muß, durchweg trefflich- es wurde mit großer Exactheit geturnt, und besonders beim Hanteln und beim Reigen trat viel jugendfrische Grazie und Gewandtheit zu Tage. Jedenfalls dürfte dieses öffent­liche Auftreten der jungen Damen wesentlich dazu beigetragen I haben, die bisher noch vielfach herrschenden Vorurtheile gegen das Damenturnen zu beseitigen- trotz der Mannigfaltigkeit ! der Hebungen war nirgends auch nur das geringste Vor- kommniß wahrzunehmen, das zu irgend welcher Einwendung ! moralischer ob er, ästhetischer Art hätte Anlaß geben können.

* Ein enthülltes Hotelgeheimmß. Don einer Dame aus Norddeutschland haben dieDresdener Nachrichten" folgende lehrreiche Zuschrift erhalten:Zu Nutz und Frommen aller der unerfahrenen erwartungsvollen Reisenden, die das erste Mal nach Italien gehen, möchte ich ein nicht gerade sehr amüsantes, aber lehrreiches Erlebniß erzählen. Wir befanden uns, mehrere Damen und meine Wenigkeit, mehrere Male in Italien und logirten stets in den besten Hotels. Bei unserer Ankunft fiel es mir auf, daß die Hotelangeftellten, sowie sie unser Gepäck gewahrten, sich flau und übel gelaunt zeigten, dasselbe auf das Zimmer zu expediren, trotz meines Bittens blieb dasselbe einfach bis zuletzt liegen unter mir unverständlichen Bemerkungen. Befremdlich war außerdem, daß unsere Koffer außer den bekannten Hoteladressen noch mit so und so vielenKreide-Kreuzen" versehen waren. Wir ärgerten uns, wie häßlich beschmiert Alles aussah ahnten aber nicht, welch schlechtes Signalement wir vor Aller Augen mit diesen Kreide-Kreuzen mit uns führten. Ein geschwätziges Zimmermädchen auf Capri löste mir endlich mit Hohnlächeln das geheime Räthsel.Sie brauchen fich doch nicht zu wundern", meinte sie,wenn Sie nirgends gut und schnell bedient werden- wenn Jemand mit soviel Kreuzen ins Haus kommt, da weiß Jeder von uns Bescheid, was er zu thun unb zu lassen hat. Ein solches Kreuz ist die stumme Empfehlung des letzten Hausdieners für den nächsten, wenn auch unbekannten Collegen, dem das Gepäck wieder in die Hände kommt. Die Zahl und Größe der Kreuze bedeutet die Unzufriedenheit mit dem Trtnkgelde und die geheime Aufforderung für die, denen bas Gepäck gehört,bemühe dich nicht sehr rc., sie zahlen schlecht." Später hörte ich noch öfter von diesem Hotel-Geheimniß. Wer nicht ein Gleiches erleben will, dem ist zu rathen, nicht mit Trinkgeldern zu kargen überhaupt ein Erforderniß ersten Ranges für eine italienische Reise und andererseits wenigstens die jeweiligen Kreuze, die sich mitunter sogar auf dem Kofferboden befinden, schleunigst wieder zu entfernen. Noch besser scheint es, bei der Abreise auf sein Gepäck zu achten und bei der Wahr­nehmung solcher Schmierereien sich sofort an die Hotel­verwaltung zu wenden, die in jedem anständigen Hause Remedur schaffen wird. Freilich darf man nicht bis zehn Minuten vor Abgang des Zuges im Bett liegen bleiben."

Der Platzcommandant von Marseille, General Canonge, an * *Ver Ztg." geschrieben wirb, Doctor der Medicin. Als er Hauptmann der Infanterie war und in Toulon stand, begann er sein Studium der Heilkunde und

Friedberg, 1. August. Am 29. Juli fand in unserer reich beflaggten Stadt unter Betheiligung zahlreicher Vereine von Nah und Fern der dritte Verbandstag der evangelisch en Arbeitervereine des Mittelrhein­kreis es statt. Aus ein an Se. König!. Hoheit den Groß- berzog gerichtetes Huldigungstelegramm traf am Montag folgende Rückantwort ein:Ich spreche Ihnen Allen meinen herzlichen Dank aus für die Versicherung Ihrer Treue unb Ergebenheit und, wo es in meiner Macht steht, werde ich Ihnen Schutz und Unterstützung gewähren. Ernst Ludwig."

8. W. Aus der südlichen Wetterau, 2. August. Wie einer hinein fallen Eqpii, wenn er baS Geschäft nicht versteht, oder ungünstige Verhältniffe antrifft, das hat dieser Tage ein Landwirth in Frankfurt erfahren. Für eine fette Kuh waren 400 Mk. geboten, aber nicht angenommen worden. Der Bauer ging nach Frankfurt, fand leider wenig Nachfrage, denn die Käufer aus Frankreich waren ausgeblieben und vieles Vieh war auf dem Markte erschienen, so daß der Kluge schließlich mit 350 Mk. froh war, nach Hause zu ge­langen. Im Obsthandel kommen derartige Rückschläge häufig vor- es sind uns eine ganze Reihe von mißglückten Speculationen bekannt. Die Ce nt ralgenossenschaf t für Obstverwerthung zu Frankfurt a. M., welche ihre Dienste unentgeltlich leistet, klagt darüber, daß von der nützlichen Einrichtung zu wenig Gebrauch gemacht wird und i erfüllt darum, dies in der Presse bekannt zu machen. ! Wer sich einmal dorthin wandte, einerlei ob als Käufer ober Verkäufer, hat erfahren, welch treffliche Einrichtung bieses | Institut ist. Wir rathen den Obstprobucenten bringenb, sich | mif dieser Stelle in Verbindung zu setzen, denn das ist besser als bei aller Schlauheit von rasfinirten Obsthändlern, die I die Schliche, Kniffe und Pfiiffe kennen und mit allen bösen Hunden gehetzt sind, sich abknüpfen zu lassen. Es könnte den Leuten gehen, wie dem Kuhverkäufer, der bei dem Verluste von 50 Mark auch noch die Transport- und Reise­kosten gratis hatte.

Mainz, 2. August. Außer den Unregelmäßigkeiten, I njehije sich zwei Mainzer Schützen, um Preise zu erlangen I zu Schulden kommen gelassen haben, hat das elfte deutsche I Bundesschießen noch einen weiteren Mißklang hinterlassen, I oeffen Gegenstand zur Zeit hier lebhaft discutirt wird. Bei I der Abrechnung der verschiedenen Ausschüsse bat sich nämlich I ergeben, daß einzelne Geschäftsleute, besonders Bauhandwerker, I bei Lieferungen und Arbeiten für das Bundesschießen I exorbitant hohe Rechnungen gestellt haben unb zwar derart, I ba§ sich der Centralausschuß in seiner letzten Sitzung heran» I laßt gesehen hat, die Uebervortheilung unb Prellerei öffentlich I jur Sprache zu bringen. Durch biese öffentliche Rüge des I Centralausschusses find die Ungeheuerlichkeiten bei verschiedenen I Rechnungsstellungen der Allgemeinheit erst recht bekannt ge- I worben unb haben einen wahren Sturm der Entrüstung I gegen bie betreffenben Lieferanten und Geschäftsleute hervor- I y\U\en; Allgemein wird verlangt, daß der Finanzausschuß I oie|e fabelhaften Forderungen nicht honoriren und die Rechnungs- I Neuer auf den Klageweg verweisen soll, damit solche vor |

$t örtlich gekennzeichnet werden. Dieses Verlangen I wirb oon den reellen Geschäftsleuten sehr unterstützt und I jWQr umsomehr, als sich bei früheren Veranlassungen derartige I Uebervortheilungen auch schon häufig gezeigt haben.