eine auf — 200 Grad geschätzte Kälte, und dabei gefror der Alkohol zu einer crystallhellen festen Masse, welche die Eigen- thümlichkeit zeigte, daß sie beim Aufthauen nicht plötzlich flüssig wurde, sondern erst eine zähe, glycerinähnliche Maffe bildete, die wie Oel aus dem Kolben ausfloß. Bei der Vorlesung, in welcher Profeffor Dewar diese Versuche anstellte, wurde die Luft in der Nähe des Experimentators so abgekühlt, daß die Luft beständig mit Schnee erfüllt schien, indem der Wasserdampf der Luft sich als solcher niederschlug.
Universität» - Nachrichten.
Marburg, 2. August. Am 31. Juli starb auf seinem Gute Neuenhain der älteste Professor an der hiesigen Universität, Prosessor Dr. Glaser.
Berl in, 2. August. Der „Reichsanzeiget" meldet: Der Kaiser verlieb anläßlich des UniversitätSjubtläums in Halste den rotben Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub dem Professor der Medicin Theodor Weber und dem Professor der philosophischen Aacultät Julius Kühn, die große goldene Medaille für Wissenschaft dem Professor der philosophischen Facultat Rudolf Haym.
Citeratar und Kunft
— Die gewaltige Begabung Emile Zolas offenbart sich besonders in der Bewältigung großer Massen, jer konnte daher für diese Sette seines Talentes keinen günstigeren Stoff finden als Lourdes mit seinem Wallfahrtsgetriebe, das den Schauplatz seines neuen gleichnamigen Romans bildet. „Lourdes" ist kein Roman im gewöhnlichen Sinne des Worten, es ist eine Reihe von Schilderungen und Gemälden, die unter sich durch die Geschichte ibe§ Helden und der Heldin verbunden sind. Aber wie packt und fesselt das Werk dennoch — mehr als es eine noch so geschickt ersonnene, spannende Handlung erreichen könnte — welch ein farbiges, anschauliches Bild der ganzen geistigen Bewegung, die sich an den Namen Lourdes knüpft, entrollt es vor dem geblendeten, fast verblüfften Leser. Soweit „Lourdes" jetzt in ,tlu6 fremden Zungen" (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) vorliegt, gehört es zu den großartigsten Schöpfungen Zolas, zu den erhabensten und originellsten Schöpfungen der modernen Weltliteratur überhaupt. — In einem wohlthuenden und künstlerisch interessanten Gegensatz zu diesem großen Freskencyklus stehen die beiden anderen Romane, die augenblicklich tn der genannten Halbmonatsschrift laufen. „Eine Sommergeschichte" von der berühmten, leider so früh verstorbenen schwedischen Schriftstellerin A. Eh. Leffler (Herzogin von Eajanello) gibt ein in den hellsten Farben gehaltenes Lrebestdyll zwischen einer stark geistigen Malerin echt modernen Genre« und einem kernigen, vollsafligen norwegischen Dolksmann, „Niobe" von JonaS Lie, ein Familiendrama, in welchem die Anschauungen der modernen Jugend und der absterbenden alten Welt erschütternd aufeinanderftoßen und zu einem tragischen Ende drängen.
— Das große Unternehmen einer kritischen Gesammtausgabe von »Schillers Briefen" (herausgegeben von Fritz Jonas, co. 95 Lieferungen b 25 Pf. oder 8 Bände L Mk. 3.— ; gebunden in Halbfranz & Mk. 4.80, Deutsche Verlags - Anstalt in Stuttgart)
ist nunmehr bis zum Abschlüsse deS vierten Bandes und somit etwa zur Hälfte seines UmfangeS gediehen. Nach beiden Richtungen hin kann fein Werth kaum hoch genug angeschlagen werden. Schiller ist Inniger als irgend ein anderer unserer großen Dichter mit dem Fühlen und Denken unseres Volkes verbunden, und keiner gewährt uns so wie er in den an seine Angehörigen, seine Freunde und Bekannten gerichteten Mitthetlungen einen Einblick in sein eigenes Inneres. Eine aufrichtige, lautere, im edelsten Menschenthum wurzelnde Natur, die in ihrer Hingabe an alles Gute und Schöne verehrungswürdia sein würde, auch wenn sie nicht mit der Persönlichkeit des großen Dichters verknüpft wäre, wirkt mit ihrem ganzen Zauber auf uns ein, wenn wir die Reihenfolge der Briefe durchfliegen, und je mehr wir uns in ihren Inhalt vertiefen, desto anziehender und feffelnder gestaltet das sich uns darbietmde Bild.
— r$et letzte Hieb". Eine Studentengeschichte von Hans Hopfen. Verlag der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachf., Stuttgart, Preis 2 Mk. 50 Pf. — Das Leitmotiv dieser in zweiter Auflage erschienenen Studentengeschichten ist: Schilderung des frisch- freien Studentenlebens. Eine Fülle ernster und heiterer Episoden aus dem Burschenleben bildet den Rahmen einer tragisch abschließenden Herzensgeschtchte, deren Held wohl geeignet ist, sich die volle Sympathie des Lesers zu erwerben. Diel Erzählung in ihrer trefflichen Abrundung, «ihrer scharfen lebenswahren Zeichnung ist ein Prachtstück des bestbekannten Verfassers und sei Allen, insbesondere der accademtschen Jugend, bestens empiohlen.
— DaS neue RathhauS in Hamburg ist ein stolzer Bau, zu dem selbst die reiche Hansestadt an der Elbe kein Seitenstück hat. Die bekannte illustrirte Familienzeitschrift »Zur Guten Stunde" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Dterzehntagsheftes 40 Pfg.) bringt eine doppelseitige Abbildung des Bauwerkes, das feine architectontsche Schönheit veranschaulicht und überall Interesse finden wird, wo irgendwie Beziehungen zu Hamburg bestehen, und das ist wohl in der ganzen Welt. Die Redaction hatte einen Zeichner nach dem „nordischen Venedig" gesandt, der seiner Aufgabe vorzüglich gewachsen war und so das beste Bild des Rathhausbaues geliefert hat, das bisher bekannt geworden ist. Der eigenartige Cbaracter Hamburgs spricht auch noch aus weiteren Bildern, die Gustav Kopal in einem anziehenden Artikel erläutert.
Sehiff-nachrichten.
Hamburg, 1. August. Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg - Amerika-Linie. Dampfer „Stubbenhuk" ist am 31. Juli, 6 Uhr Morgens, von Hamburg via Antwerpen in Montreal angekommen. Postdampfer „Rugia" hat am 31. Juli, 8 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Newyork fortgesetzt. ;Post- dampfer „Rhaetia", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, passtrte am 31. Juli, 12 Uhr Nachts, Lizard. Postdampfer „Holsatia" ist am ' 31. Juli von St. Thomas via Havre nach Hamburg abgegangen.
Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 3. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Luft 16°.
Rübsamen'schr Badeanstalt.
kirchliche Anzeige« der Stadt Giehen.
Evangelische Gemeinde. Gottesdienst.
Sonntag den 5. August. 11. Sonntag nach Trinitatis.
An der Stadttirche.
Vormittags 7®/4 Uhr: Frühgottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Markusgemeinde. Pfarrverwalter Dr. Grein.
Vormittags 9Vi Uhr: Professor Stamm.
Beichte und heil. Abendmahl für die MarkuSgemeinde. Anmeldungen hierzu werden Tags zuvor in der Wohnung des Pfarrers erbeten.
2« der Ioha««eSkirche.
Vormittags 9'/rUhr: Pfarrer Dingeldey.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinbe: Pfarrer Ding e ldey.
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 5. August. 12. Sonntag nach Pfingsten.
Samstag:
NachmtttagS um 41;2 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag:
Vormittags von 6*/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6i/a Uhr erste hl. Messe;
„ um 7Vs Uhr AuStbeilung der hl. Communion;
Vormittags um 8 Uhr zweite hl. Meffe;
„ um 9‘/a Uhr Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagofl?.
Samstag, den 4. August.
Vorabend 7«- Uhr, Morgens 8»° Uhr, Nachmittags 4«> Uhr Sabbathausgang 8" Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Freitag Abend 7” Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 855 Uhr.
— Schwächliche, Nervöse, Blutarme, Bleichsüchtige, Wöchnerinnen, stillende Frauen mögen Küppers Kraftbter trinken, das durch ein neues, gesetzlich geschütztes Verfahren von der Bergischen-Brauerei-Gesellschaft lediglich aus Hopsen und Malz hergestellt, auf kleinem Raum einen großen Procentsatz von leicht verdaulichen Nährstoffen enthält, in Folge geringen Gehaltes an Alkohol jede unliebsame Aufregung des Nervensystems verhütet und als ein Stärkungsmittel ersten Ranges überall wirkt, wo es gilt, gesunkene Kräfte zu heben, vorhandene Kraft zu wecken oder neue Kraft zu geben. Erhältlich in allen besseren Droguerien, Delicatessen- und Colonialwaaren-Handlungen. — En gros zu beziehen durch die bergische Brauerei - Gesilldraft vorm. G. Küpper, Elberfeld. 4183
BekaWAtmachrmg
Betreffend: Grummetgrasernte.
Nachdem der Wiesenvorstand auf Grund des Art. 20 der Wiesenpolizei-Ordnung Bestimmung dahin getroffen hat, daß die Aberntung solcher Wiesen der hiesigen Gemarkung, auf welche der Wiesenbesitzer unmittelbar (d. h. ohne den Grundbesitz anderer zu betreten) nicht gelangen kann, erst vom 15. August ab vorgenommen werden darf, bringen wir dies zur Kenntniß der betreffenden Wiesenbesitzer.
Gießen, den 2. August 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
6417] Gnauth.
Bekanntmachung.
In unserem Gesellschaftsregister, Nro. 17 Seite 116, Actiengesellschaft ,Buderus'sche Eisenwerke zur Main- Weserhütte bei Lollar" wurde heute folgender Eintrag vollzogen:
Die eingetragene Zweigniederlassung Hirzenhainerhütte zu Hirzenhain bei Ortenberg wird hiermit gelöscht 2c. ic.
Gießen, am 1. August 1894. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. _________Gebhardt. 6401
Merhesfische Eisenbahnen.
Anstrich von Dachpappdücher«.
Der Anstrich von co. 3000 qm. Dach» Pappdächer tm hiesigen Bahnhof soll im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Bedingungen sind auf dem Bureau des Unterzeichneten, Frankfurterstraße 24, bis zum Eröffnungstermin Mittwoch de« 8. August, Bormit« tagS 10 Uhr zur Einsicht offen gelegt. 6410) Roth
Großh. Eisenbahnbaumeister.
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Gießen, den 18. Juni 1894.
Gr. Bürgermeisterei Gießen.
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Danksagung!
Meine Frau litt seit 4 Monaten an einem schlimmen Fuße. Hierzu gesellte sich noch die Blatterrose, so daß sie längere Zeit nicht gehen konnte und noch dazu mehr als eine Woche im Bette liegen mußte. Trotzdem wir alle möglichen Arzneien und Mittel anwendeten — es blieb wie es war. Schließlich wandten wir uns an Herrn Dr. med. Volbedlng, Homöopath. Arzt in Düsseldorf, welcher meine Frau in der tunen Frist von zwei Wochen vollständig wieder herstellte.
Dies bezeugt mit dem innigsten Dank Drüsidau bei Seehausen, Altm.
4631] Wilhelm HsrmS.


