Ausgabe 
4.7.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zwecke bis jetzt noch nicht zurückgenommen ist und bringen wir die bezügliche Bekanntmachung nachstehend wiederholt zur Veröffentlichung.

Gießen, den 3. Juli 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.

Bekanntmachung.

Nachdem Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen sich in Folge erheblicher Steigerung des Wasserverbrauchs genöthigt gesehen hat, die Abgabe von Waffer aus der Wafferleitung einzuschränken, untersagen wir hiermit auf Gründ der Polizei­verordnung vom 25. Mai 1893, betr.: die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der städtischen Quellwafferleitung, die Verwendung von Wasser aus der Wafferleitung seitens der Privaten zum Speisen von Springbrunnen, zum Be­sprengen von Gärten und Trottoirs, sowie zu gewerblichen Zwecken bis auf Weiteres unter Androhung von Bestrafung im Nichtbefolgungsfalle.

Gießen, den 19. Mai 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

Deutsches Reich.

NN. Darmstadt, 2. Juli. Der Besuch des Königs von Sachsen am Großh. Hof zu Darmstadt. Heute Morgen um 8 Uhr 27 Minuten traf Seine Majestät der König von Sachsen zu einem zweitägigen Besuche am hiesigen Hofe ein. Zu seinem Empfang hatten sich Seine Königliche Hoheit der Großherzog, Prinz Wilhelm von Hessen, Staats­minister Finger, Finanzminister Weber, Provtnzial-Director v. Marquardt, Oberjägermeister Muhl, sowie Polizeirath Fey am Main-Neckar-Bahnhof eingefunden. Als der aus sechs Wagen bestehende Extrazug in den Bahnhof einfuhr, präsentirte die unter dem Commando des Hauptmanns von Lochow stehende Ehrencompagnie des 115. Regiments das Gewehr und die Musik intonirte die Königshymne. Leichten Schrittes entstieg der schon bejahrte König seinem Salonwagen und begrüßte den auf ihn zueilenden Großherzog aufs herzlichste, indem er denselben mehrmals auf Mund und Wange küßte. Nachdem Brigade-Commandeur von Schmidt dem König den Frontrapport überreicht hatte, schritt derselbe mit dem Großherzog und Gefolge die Ehren-Compagnie ab und be­grüßte das ebenfalls im Bahnhof versammelte Offizier­corps der Großh. Garnison. Nach gegenseitiger Vorstellung Gefolges und einem Parademarsch der Ehrencompagnie begaben sich der König und der Großherzog zu dem bereit- stehenden Wagen und nahm der König, welcher seinen grauen Militärmantel angelegt hatte, zur Rechten des Großherzogs Platz. In vierspännigem Wagen ä la Daumont mit zwei Spitzenreitern vorauf und escortirt von Theilen der 3. und 5. Escadron des 23. Dragoner-Regiments unter Führung des Rittmeisters Steina 'von Steinrück fuhren die hohen Herrschaften unter jubelnder Begrüßung eines nach tausenden zählenden Publikums durch die festlich geschmückte Stadt direct ins Großh. Residenzschloß, woselbst der König von der Groß­herzogin auss herzlichste begrüßt wurde. Heute Mittag findet Galatasel statt.

Berlin, 2. Juli. Kaiser Wilhelm hat noch kurz vor Antritt seiner Nordlandsfahrt einen Act edler Hoch­herzigkeit ausgeübt, er hat die Begnadigung der in der Festung Glatz internsten französischen Offiziere Pegouy und Delguey ausgesprochen. Wie erinnerlich, waren dieselben wegen Spionage vom Reichsgericht am 16. December 1893 zu 6, resp. zu 4 Jahren Festungshaft verurtheilt worden, sie haben also nur einen kleinen Theil ihrer Strafe verbüßt. Die Mittheilung von der Begnadigung der beiden Offiziere wurde dem französischen Botschafter Herbette seitens des Reichskanzlers unmittelbar nach dem am ^Sonntag in der katholischen Hedwigskirche in Berlin für den Präsidenten Carnot abgehaltenen Requiem gemacht. Die gleiche Mittheilung übermittelte der deutsche Botschafter in Paris, Graf Münder, dem Ministerpräsidenten Dupuy und dem Minister des Auswärtigen, Hanotaux, während der Trauerfeierlichkeit für Carnot, und Dupuy setzte den Prä­sidenten Casimir Perier von der Nachricht sofort in Kenntniß. Was dem Gnadenacte des Deutschen Kaisers einen besonderen Werth verleiht, daS ist der Zeitpunkt, zu welchem er erlassen worden ist. Angesichts der erschütternden Ereignisse in Frank­reich und speziell am Tage des feierlichen Begräbnisses Carnots ist den zwei Häftlingen von Glatz durch die Huld des Kaisers die Freiheit wiedergegeben worden, es bekundet sich auch hierin die echt ritterliche Haltung Kaiser Wilhelms gegenüber Frankreich anläßlich der dortigen Vorgänge. Darum hat denn auch dieser hochherzige Act des deutschen Herrschers ebenfalls einen so tiefen, ja vielleicht noch größeren Eindruck jenseits der Vogesen gemacht, als schon die Beileidsdepesche des Monarchen au Madame Carnot. Sehr rasch verbreitete sich die Nachricht von dem Gnadenacte des Deutschen Kaisers unter den Theilnehmern an der Beisetzungsfeier Carnots und rief allenthalben tiefgehende frohe Bewegung hervor, ebenso im Publikum. Von den Pariser Blättern wurde sie mit an erster Stelle gebracht undLa Jour" veranstaltete sogar eine Extra-Ausgabe, in welcher heißt:Jedermann wird davon durchdrungen sein, daß Seine Majestät der Kaiser Wilhelm edel gehandelt hat, und selbst Diejenigen, welche nichts ver­gessen können, werden sich vor der hochherzigen Initiative des Monarchen verneigen." Und die ZeitungLa Presse" schreibt:Der Deutsche Kaiser hat eine besonders ergreifende Form gefunden, um seine Gefühle der Werthschätzung und Bewunderung für Carnot zu bezeugen. Diese einem großen Andenken gewordene Huldigung bedarf keines Commentars. Der Act Kaiser Wilhelms wird einen ebenso gerechtfertigten als -nachhaltigen Widerhall erwecken." Präsident Casimir Perier ließ dem Kaiser Wilhelm den tiefgefühltesten Dank für die Gnadenhandlung ausdrücken, unter Hinweis darauf,

daß dieselbe an einem Tage ins Werk gesetzt worden sei, der den beiderseitigen Nationen zu Herzen gehen werde.

Berlin, 2. Juli. Bei der Hochzeit des Gr fürsten - Thronfolgers und der Prinzessin Alix von Hessen wird sich, wie dieEngl. Corresp." wissen will, der deutsche Kaiser durch den Prinzen und die Prinzessin Heinrich von Preußen und den Prinzen und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen vertreten lassen. Die englisch? Königsfamilie wird durch den Prinzen und die Prinzessin von Wales, den Herzog und die Herzogin von Koburg und den Prinzen und die Prinzessin Heinrich von Battenberg vertreten sein.

Fürst Bismarck empfing am Sonntag im Parke von Friedrichsruh etwa 200 Theilnehmer am Hamburger Journalistentage. Aus die Begrüßungsworte eines Oesterreichers erwiderte der Fürst mit einem Hinweise auf die Ereignisse von 1866 betonend, wie aus denselben die Freundschafts- und Friedensgenossenschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn entsprossen sei. Dann geleitete der Altreichskanzler seine Gäste nach dem Herrenhause, vor welchem Ches-Redacteur Petzet aus München eine weitere Ansprache an den Fürsten hielt, welche in gebundener Form die Verdicnste Bismarcks um die Einigung Deuschlands feierte. Nach wiederholten Hochs der Gäste zog ^sich der Altreichs­kanzler zurück.

Die eingetretene außerordentliche Hitze lenkt den Blick auch wieder dem Stand der Choleragefahr in Europa zu. Zur Zeit macht sich die Cholera im westlichen und südwestlichen Rußland und in Belgien bemerklich, wo sie namentlich in Lüttich und Umgebung auftritt. In anderen Ländern kommen augenblicklich nur vereinzelte Cholera­fälle vor.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correfpondenz- Bureau.

Berlin, 2. Juli. DenPol. Nachr." zufolge gewannen die Minister v. Heyden und Miquel bei ihrer Informa­tionsreise in Westpreußen und Posen über den Fortgang der Arbeiten der Ansiedlungscommission und Rentengutsbildung einen sehr guten Eindruck. Die Behörden hätten aber künftig daraus zu achten, daß die Baulasten auf den Rentengütern nicht zu groß werden, da bei den Rentengutsnehmern die Neigung hervortritt, für Wohnung und Wirthschaftsgebaude zu viel Capital aufzu­wenden.

Berlin, 2. Juli. DasDeutsche Colontalblatt" ver­öffentlicht einen Runderlaß an die kaiserlichen Gouverne­ments und Landeshauptmannschasten in Südwestafrika, Kamerun, Togo und den Marschallinseln, wonach Beamte und An­gestellte, welche nach der Heimath beurlaubt oder entlassen werden, dienstlich anzuweisen sind, nach ihrem Eintreffen in Europa dem Auswärtigen Amte Über ihre Ankunft und ihren demnächstigen Aufenthalt Anzeige zu erstatten. Das Blatt veröffentlicht ferner eine Verordnung des kaiserlichen Gou­verneurs von Kamerun betreffend die Längenbezeichnung von Handelsgeweben und eine Verordnung desselben gegen die Verfälschung von zur Ausfuhr bestimmten Landeserzeugnissen.

Berlin, 2. Juli. DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Aussührungsgesetz zum Reichsgesetz betreffend Ab­änderung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 1. Mai 1894.

Berlin, 2. Juli. DieVoss. Ztg." meldet: Auf An­ordnung der preußischen Staatsbahnverwaltung sollen die Eisenbahndirectionen in den Hauptindustriebezirken die Handelskammern um Gutachten darüber ersuchen, wie vom Juli 1894 bis Ende März 1895 der allgemeine Han­delsverkehr voraussichtlich sich gestalten werde. Dadurch oll es den Directionen ermöglicht werden, sich rechtzeitig ein Bild von dem zu erwartenden Eisenbahnfrachtverkehr zu machen und die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen.;

Berlin, 2. Juli. DieKreuzzeitung" will wissen, daß Erbprinz Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen zum Oberstkämmerer als Nachfolger des Fürsten Stolberg bestimmt ist.

Kiel, 2. Juli. Das Kaiser paar trat 108/< Uhr an Bord derHohenzollern" die Nordlandreise an.

Wien, 2. Juli. Die klinisch en Vorlesungen an der Universität sind wieder, mit Ausnahme der Vorlesung Nothnagels, ausgenommen und verliefen ohne Störung, weil die Studenten die Schließung der Universität befürchteten. Das von den antisemitischen Studenten am Samstag ^über­reichte Memorandum wird jetzt den Gegenstand einer Dis- ciplinarverhandlung bilden.

Wien, 2. Juli. Heute begannen die Rettungs­arbeiten in den Karwiner Gruben des Grafen Larisch unter Anwendung größter Vorsicht. Zwei Partien fuhren bis zu 300 Meter Tiefe ein. Graf Larisch fuhr selbst mit ein. Die Rettungsarbetten mußten jedoch eingestellt werden, weil sich Kohlenoxydentwickelung zeigte, weshalb die Schächte abermals für einige Tage geschlossen wurden. Todte wurden nicht zu Tage gefördert.

Prag, 2. Juli. Zwei des HochverrathS angeklagte Handelsschüler wurden zu 4 bezw. 5 Jahren schweren Kerkers verunheilt.

Rom, 2. Juli. Die Ermordung Ban dis in Livorno macht in ganz Italien einen tiefen Eindruck. Bandi hatte der Expedition der Tausend nach Marsala angehört. An­läßlich der Ermordung Carnots hatte derselbe mehrere Artikel gegen die Anarchisten veröffentlicht.

Paris, 2. Juli. Casimir Perier empfing heutig Nachmittag die zur Beisetzung der Leiche Carnots gesandten außerordentlichen auswärtigen Vertreter. Er empfängt morgen das gesammte diplomatische Corps.

Paris, 2. Juli. Die Blätter erklären einstimmig, das großartige Begräbniß Carnots sei eine würdige Be­zeugung der nationalen Dankbarkeit.

Depeschen de« Bureau .Herold".

Breslau, 2. Juli. Der hiesigeGeneralanzeiger" trer* öffentlicht eine Unterredung eines preußischen Offi­ziers mit den beiden begnadigten französischen Offi­zieren auf der Reise von Glatz nach Breslau. Die Franzosen waren von der Hochherzigkeit des Deutschen Kaisers tief gerührt. Sie bezeichneten den Commandeur von Glatz, General Buchholz, als wohlwollenden, liebenswürdigen Mann, lieber die deutsche Marine sprachen sie sich sehr anerkennend aus. Die Unterhaltung wurde in deutscher Sprache geführt, die die beiden in der Festungshaft gelernt haben.

München, 2. Juli. Heute Vormittag begannen die Ver­handlungen in dem Prozeß wegen Diebstahls Lenb ach'scher Bilder. Zunächst sitzen auf der Anklagebank der langjährige Hausmeister Lenbachs, Wagner, als Stehler und der Kunst­maler S t a n k l, der Vergolder und Porzellanmaler B u b e n i ck und der Antiquitätenhändler Deininger als Hehler. Sechs weitere als Hehler angeklagte Kunsthändler traten im letzten Moment den Entlastungsbeweis an, fo daß ihre Sache von derjenigen der Vorstehenden getrennt werden mußte. Der Angeklagte Wagner befindet sich auf freiem Fuße, während die übrigen drei verhaftet sind. Stankl galt als die Seele und der Leiter der ganzen Diebstahlsaffaire. Wagner gibt an, auf Veranlassung Stankls Bilder aus dem Keller und dem Speicher gestohlen zu haben, die er für werthlos ge­halten und sie an Bubenick und Deininger abgegeben habe. Für die Verhandlungen sind drei Tage angesetzt.

Wien, 2. Juli. Gestern hat in der französischen National- kirche ein Traueramt für Carnot stattgefunden. Der Kaiser und die Kaiserin hatten Vertreter entsandt.

Prag, 2. Juli. Die Omladinisten veranstalteten auf dem Wolschauer Friedhof anläßlich des Gräberfestes eine Demonstration. Mehrere Verhaftungen wurden vor­genommen. Die Verhafteten trugen Dolche bei sich.

Paris, 2. Juli. In einer Seitengasse in der Nähe der Wohnung des Präsidenten Casimir Perier wurde ein Mauer­anschlag gesunden, in dem Casimir Perier die Er­mordung durch die Anarchisten angedroht wird. Ein anderer Maueranschlag enthielt die fett gedruckten Worte: Am 25. Juli wird Frankreich abermals trauern." Die Polizei entfernte sofort die Plakate.

Paris, 2. Juli. Sämmtliche Morgenblätter besprechen die Begnadigung der beiden französischen Offiziere, die sie als einen Act hochherziger Ritterlichkeit und Courtoisie des Deutschen Kaisers bezeichnen.

Paris, 2. Juli. Heber die gestrigen Zeremonien in der Notre-Dame-Kirche wird noch berichtet: Nachdem sämmtliche Geistliche von Paris, mit Kerzen in den Händen,- vom Chor herabgestiegen waren, defilirten sie,, vor Perier sich verneigend, der den Gruß erwiderte. Cardinal Richard hielt eine ergreifende Rede. Zuerst widmete er Zarnot einen warmen Nachruf, alsdann rief er, auf Madame Zarnot Bezug nehmend:Ehre den christlichen Frauen, welche der Ruhm Frankreichs und eine unserer festesten Hoffnungen für die Zukunft sind."

Rom, 2. Juli. Ein hiesiges Blatt meldet, daß in diesem Augenblick sowohl in London als auch in Paris und in Rom gleichzeitig sichere Spuren eines großen inter­nationalen Anarchisten-Complottes entdeckt worden seien. Die Verhaftungen von Hunderten von Anarchisten in Rom und Paris scheinen diese Meldung zu bestätigen.

Loudon, 2. Juli. Nach derTimes" steht der Aus­bruch des Krieges in Korea zwischen Japan und Zhina nahe bevor. Japan forderte den König von Korea auf, den Einfluß Zhinas abzuschütteln und sich unter japanischen Schutz zu begeben. Zhina soll darauf mit dem Befehl zur Ent­sendung größerer Truppenmassen nach Korea geantwortet haben.

Petersburg, 2. Juli. DerNowoje Wremja" zufolge soll am 9. Juli in Berlin eine internationale Eisen bahn- conferenz abgehalten werden. Zur Berathung werden Fragen gelangen, welche den russisch-deutschen Verkehr, sowie den Verkehr mit den französischen, belgischen und niederländi­schen Bahnen betreffen.

Konstantinopel, 2. Juli. Der König von Serbien erhielt vom S.ultan eine Rauchgarnitur aus Gold, mit Brillanten besetzt, zum Geschenk.

Cocalti unb prootmtettes«

Gießen, den 3. Juli 1894.

** Oeffeutliche Sitzung des Kreisausschuffes des Kreises Gieße« vom 30. Juni 1894. 1. Festsetzung der Büreaukosten- Vergütung des Großherzogl. Bürgermeisters zn Watzenborn-Steinberg. Bei Aufstellung des Gemeinde- Voranschlags für 1894/95 hatte der Bürgermeister für die Führung der Standesamtsgeschäfte eine Vergütung von 100 Mark für sich in Ansatz gebracht, welche demselben vom Gemeinderath aber nicht bewilligt wurde. Darauf stellte der Bürgermeister beim Kreisausschuß den Antrag auf Erhöhung feiner Büreaukosten auf 550 Mark. Bei der heutigen Ver­handlung erklärte der Vertreter der Gemeinde, daß es sich nur um die Erhöhung der Vergütung des Standesbeamten, nicht aber um diejenige der Büreaukosten an und für sich gehandelt habe, weshalb der Gemeinderath einen Beschluß in letzterer Hinsicht auch nicht gefaßt hätte. Bürgermeister Heß bemerkte, daß die derzeitige Vergütung von 326 Mark m keinem Verhältniß zur Dienstleistung stehe und auch hmtcr den Vergütungen anderer gleich großer Gemeinden wesentlich zurückbleibe. Der Kreisausschuß erkannte, daß die Verhand­lung und Entscheidung heute ausgesetzt und der Bürger­meisterei aufgegeben werden solle, zunächst noch eine Beschluß­fassung des Gemeinderaths über den Antrag aus Erhöhung der Büreaukosten des Bürgermeisters herbeizuführen. 2. Gesuch des Heinrich Knöß III. zu Weickarts- h'ain um Erlaubniß zum Betriebe einer Schank» wirthschaft. Das Gesuch war vom KrcisauSschuffe in der nichtöffentlichen Sitzung vom 26. Mai abschlägig beschieden