Nation des Handwerks begegnen der „B. B.-Ztg." zufolge in zunehmender Weise lebhaftem Widerspruch der Interessenten. Zu den Protesten aus Preußen gesellen sich solche, und zwar ziemlich zahlreich, aus den übrigen Bundesstaaten. Die Einwände kommen im Wesentlichen darauf hinaus, daß man in maßgebenden Kreisen in den Vorschlägen eine Beschränkung der freien Bewegung und des Gewerbes erblickt, welche man für schädlich erachtet. Diese Wirkung der Vorschläge deö Ministers v. Berlepsch hatte man im Schooße der Regierung nicht vorausgesehen und ist davon sehr unliebsam berührt.
— Vorschriften über den Verkehr mit Sprengstoffen. Der „Reichs-Anzeiger" meldet: AuS Anlaß eines an die Bundesregierungen gerichteten Ersuchens des Bundesraths haben die Minister des Innern und für Handel und Gewerbe beschlossen, die Vorschriften über den Verkehr mit Sprengstoffen anderweit gleichförmig zu regeln und auf Grund deS § 136 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Gesetz Sammlung S. 195) für den Umfang des gesammten preußiichen Staatsgebiets unter dem 19. Octobcr eine darauf bezügliche Polst zeioerordnung erlassen, welche in der heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers" veröffentlicht wird.
Potsdam, 28. October. Herzog Alfred vou Coburg- Gotha ist um 10 Uhr Vormittags in der Wildparkstation eingetroffen und vom Kaiser herzlichst empfangen worden. In der Ehrencompagnie standen der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich.
Köln, 28. October. Socialdemokratischer Parteitag. In der gestrigen Nachmittagssiyung reserirte Bebel über Antisemitismus und Socialdemokcatie in zweistündiger Rede, scharf gegen den Antisemitismus losziehend. An Hand des antisemitischen Programms beleuchtete er viele darin enthaltene Widersprüche und führt aus, der Antisemitismus werde stärker werden und später ganz dem Socialismus zutreiben, heute polemisire er schon nicht mehr allein gegen die Juden, sondern auch gegen das Junkerthum. Der einseitige Kampf der Antisemiten müsse erfolglos sein, weil die Ausbeutung der Menschen keine speciell jüdische, sondern eine der bürgerlichen Gesellschaft eigenthümliche Erwerbsform sei, die erst mit dem Untergang der bürgerlichen Gesellschaft endtge. Die Antisemiten würden niemals einen maßgebenden Einfluß auf die Gesetzgebung erlangen, und wenn letzteres geschehe, würden sie nur für einen reactionären Staat eintreten. Das Antisemitenprogramm sei ein wunderbares mixtum compositum. Die bereits bekannte Bebel'sche Resolution wurde einstimmig angenommen. Hierauf schritt man zur Erledigung des achten Punktes der Tagesordnung: „Anträge zu Programm und Organisation." Ein Deleginer befürwortete folgenden Antrag : den Punkt, Religion ist Privatsache, zu streichen und dafür zu sagen: „Die Religion und deren Lehren sind überall dort zu bekämpfen, wo dieselben dem Fortschritt und der Wissenschaft entgegentreten oder die nach Erlösung aus wirthschaft. sicher und politischer Knechtschaft ringende Menschheit an der Erreichung dieses Zieles zu hindern suchen." Dieser Antrag fand nicht die Unterstützung der Versammlung. Desgleichen wurde der Antrag eines Elberfelder Delegirten abgelehnt, den Parteitag fernerhin alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Man entschied sich dafür, denselben auch fernerhin jedes Jahr abzuhalten und zwar im nächsten Jahre in Nürnberg. Heute geht der Parteitag zu Ende mit der Discussion über den letzten Punkt der Tagesordnung: „Das allgemeine Wahlrecht und die Wahlrechte zu den Landtagen". Die Versammlung beschäftigte sich in der heutigen Vormittagssitzung zunächst mit dem Antrag der Parteigenossen in Ostrowo, demzufolge nach Ablauf der Amtszeit des Parleivorstandes höchstens drei von diesen in die neue Parteileitung gewählt werden dürfen. Kein Genosse dürfe länger als zwei Jahre hintereinander dem Vorstande angehören. In der Debatte über diesen Gegenstand forderten verschiedene Delegirten, es müsse junger Nachwuchs in den Vorstand kommen. Es wurde indeß über diesen Antrag mit knapper Majorität zur Tagesordnung übergegangen. Ein Antrag, in allen Provinzen und Landestheilen mit überwiegend ländlicher Bevölkerung ÄgitationScomitos zu wählen, welche vom Parteivorstand materielle Unterstützungen erhalten sollen, wird dem Vorstand zur Erwägung übergeben. Ueber die Resolution der Brüsseler Parteigenossen, man solle nicht alle radicaleren Elemente vergewaltigen, wird auf Antrag Bebels zur Tagesordnung übergegangen. Ein Antrag, in dem der Parteivorstand aufgefordert wird, die Frage einer die Erwerbslosigkeit jeder Art betreffenden Reichsversicherung zu prüfen, wird abgelehnt. Bebel wendete sich bei der Debatte wiederum heftig gegen den Canossagang einzelner Genossen zum Socialcongreß nach Frankfurt. Wenn das nicht aufhöre, werde der nächste Parteitag einen diesbezüglichen Beschluß fassen müssen. Sämmtliche sechs bereits früher angefochtenen Solinger Mandate wurden für ungiltig erklärt.
Rendsburg, 28. October. Am Nordostseecanal sind vier Arbeiter an der Cholera erkrankt. Ein Fall verlief tödtlich.
Aurlarrd.
Toulon, 28. October. Im Augenblick der Abreise empfing der Präsident Carnot nach einer Mittheilung der „Agencc HavaS" das folgende Telegramm: „Gatschina 27. October. An den Präsidenten der französischen Republik in Paris. In dem Augenblick, wo das russische Geschwader Frankreich verläßt, liegt mir daran, Ihnen zu sagen, wie dankbar gerührt ich 'von dem warmen und glänzenden Empfang bin, den die russischen Seeleute überall auf französischem Boden fanden. Diese neuerlichen, so beredten Beweise von lebhafter Sympathie werden den Banden, welche unsere beiden Länder vereinigen, neue hinzusügen und, wie ich hoffe, zur Befestigung deS allgemeinen Friedens beitragen, welcher hauptsächlich der Gegenstand der Bestrebungen und der beständigen Wünsche unserer Länder ist." Unterschrift: Alexander.
— Mit den Abschiedsfestlichkeiten in Toulou am Freitag hat der russische Flottenbesuch in Frankreich seinen I
Abschluß erreicht. Zur Theilnahme an der Abschiedsseier war Präsident Carnor in Begleitung mehrerer Minister nach Toulon gekommen. Carnot besichtigte zunächst daS russische Geschwader und stattete im Anschluß hieran dem Admiral Avellan an Bord des „Kaiser Nicolaus" einen offiziellen Besuch ab; auch an Bord des ^Nahimoff" erschien Carnot. Später wohnten der Präsident und die Minister, sowie Admiral Avellan und die russischen Offiziere dem Stapellaufe des neuen Panzerschiffes „Jaur^guberny" bei Dann war großes Abschiedsbanket mit den üblichen DerbrüSerungSreden.
Madrid, 28. October. Das zwischen Deutschland und Spanien bestehende HandelS-Provisorium ist bis zum 31. December d. I. verlängert worden.
Chicago, 28. October. Der Bürgermeister von Chicago, Carter Harrison, wurde heule m dem Amtsgebäude von einem unbekannten Manne durch einen Revolverschuß getödtet.
CocoXes unö provinzielle-.
Sieben, 30. October 1893.
-e- Coucertvereiu. Elftes Concert (102. Vereiiitzjahr) am 29. October 1893. Ausführende: Frau Marie Schmidt- Kühne (Sopran), Herr Charles Gregorowitsch (Violine), Herr Fritz Masbach (Clavier) aus Berlin. Den Haupt- antheil an dem Erfolge des gestrigen Abends sprechen wir ohne Bedenken Frau Schmidt-Kühne zu. Durch den Vortrag einer Reihe von Liedern, deren Auswahl ihrem künstlerischen Empfinden zur Ehre gereicht, hat sie den Zuhörern ungetrübten Genuß dargeboten. Uns hat aber besonders noch gefallen, daß man dem Gesänge von Frau Schmidt anmerkt, daß er von Herzen kommt, und daß die Interpretin, so oft sie auch diese Lieder schon gesungen haben mag, doch immer wieder von denjenigen musikalischen Empfindungen geleitet wird, die dem Componisten das betr. Lied eingegeben haben. Von ihren Vorträgen haben uns das tief empfundene Franz'sche Lied „Zwei welke Rosen" und Brahms „Vergebliches Ständchen" am besten gefallen, doch mögen andere Hörer andere der vielen Lieder, die uns Frau Schmidt- Kühne vorsang, als Perlen des Abends bezeichnen. Darin werden sie alle wohl einig sein, daß sie sagen, die Erinnerung an den 29. October wird durch die Leistungen von Frau Schmidt-Kühne eine dauernde sein. Warum Frau Schmidt-Kühne das herrliche Cornelius'sche Lied „Komm wir wandeln zusammen" mit so wentg musikalischem Feuer vor- getragen hat, können wir im Hinblick auf die übrigen Leistungen nicht verstehen. — Herr Gregorowitsch spielte den zweiten und dritten Satz des Mendelssohn'schen Diolin- Concertes, wobei uns der Vortrag des Mittelsatzes besser gefiel, als der des Finale, das uns in seiner Ausführung etwas strack vorkam. Mit dem Vortrage der Faust-Fantasie von Sarasate zeigte der Künstler seine glänzende Technik. Der Ton, den er seinem Instrumente, daS nebenbei bemerkt, dem leider |0 früh verstorbenen Prof, de Ahna gehörte, entlockte, war edel und groß, namentlich aber auf der §-Saite entzückend. Der Beifall, welcher dieser Nummer folgte, veranlaßte Herrn Gregorowitsch zu der Zugabe einer Mazurka von Zarzhcki. — Herr MaSbach halte zugleich als Solist und als Begleiter der übrigen Solonummern zu fungiren. Mit der Auffassung seiner Solovorträge konnten wir manchmal nicht einverstanden sein. So glauben wir kaum, daß die Interpretation von Webers „Aufforderung zum Tanze" im Sinne Webers gespielt war. Die beiden letzten Stücke für Clavier („Kamenoi Ostrow" von Rubinstein und „Rhapsodie XII." von Liszt) können trotz des guten Klanges der 9famen der betr. Componisten auf ein musikalisches Gemüth keinen Eindruck machen, sie boten aber Herrn Masbach Gelegenheit, feine gediegene Technik zu zeigen. Das Publikum ließ es nach deckt Vortrage dieser Nummern nicht an Beifall fehlen und Herr Masbach gab zum Dank hierfür die LiSzt-Schubert'fche „Forelle" zu. Die Begleitung der übrigen Solonummern durch Herrn Masbach war sehr discret, ja zu discret. Denn durch die allzu zurückhaltende Begleitung kommt Herr Masbach dazu, undeutlich zu spielen und die Harmonien zu verwischen. Besonders in der „Elfe" von Rietz, das Frau Schmidt wiederholen mußte, machte sich dieser Mangel geltend. Andererseits aber begleitete Herr Masbach einige andere Lieder mit großer Feinheit. — Das zahlreiche Publikum zeichnete die Künstler durch starke Best fallsäußerungen aus.
** Auch an dieser Stelle wollen wir noch einmal auf das Dienstag und Mittwoch dahier stattfindende ZahreSfest des Oberhesfischeu Vereins für innere Mission aufmerksam machen. Es ist gerade deshalb in diesem Jahre dafür eine andere Anordnung gewählt worden, um den Mitgliedern der evangelischen Gemeinde Gießens eine größere Betheiligung zu ermöglichen, als bei der seitherigen für sie unzweckmäßigen Einrichtung. Der Festgottesdienst ist darum auf den Abend verlegt, auch wird eine Abendversammlung veranstaltet werden. Den Auswärtigen ist dadurch freilich die Antheilnahme an sämmtlichen Festveranstaltungen erschwert. Umsomehr darf man wohl hoffen und erwarten, daß ein recht zahlreicher Besuch des Gottesdienstes, in dem zudem ein früherer Gießener Geist licher, Herr Oberconsistorialrath Walz von Darmstadt predigt, sowie die Abendversammlung seitens unserer Gießener den Versuch rechtfertigen werden. Im Abendgottesdienst wird der Kirchengesangverein mitwirken, bei der Abendversammlung ein Männerchor und ein gemischtes Quartett. Außerdem sind bei letzterer interessante Ansprachen vorgesehen, u. a. von dem Reisepredtqer deS Centralausschusses für innere Mission in Berlin, Pastor Fritsch, und von Pfarrer Naumann auS Frankfurt a. M.
** Die Grundsteinlegung zum CorpShause des Corps „Starkenburgia" vollzog sich am Samstag Nachmittag 4 Uhr in derselben Form wie bei der Grundsteinlegung zu den Häusern der CorpS ^Hassia" und „Teutonia". Actioe I und Alte Herren, Vertreter der hiesigen und einiger auS- ’
traniger Corps zogen mit Musikbegleitung vom Schütz" auS nach dem Bauplatze, dem früher Möller Garren am Leihgesterner Weg. Die Einfügung der tg Urkunde enthaltenden Kapsel erfolgte nach einer Ansprache der Präsidenten und deS Schriftführers des Alt-Herren SBctfcanta, worauf nach Abstattung des DankeS der flennen durch thxtt ersten Chargirren von den Anwesenden die üdltchen Hamm«, schlüge auSgeführt wurden. Die Festversammlung wurde Schluffe der Feier an On und Stelle photographiich genommen. DaS neue CorpShauS bietet eine schöne Miel auf dtc Stabt und deren Umgebung und ist besonder» zu bemerken, daß von dieser Stelle auS auch die det!-, anderen Corpshäuser gesehen werden können, bezw. die letzte:-, wieder Aussichtspunkte auf ersteres bieten.
♦ * Laudtagrwahl. Unseren Bericht in voriger müssen nur dahin verbessern, daß Bürgermeister e u n t*t nattonalliberal, sondern parteilos ist.
* ♦ Ein in einer hiesigen Gärtnerei gezogener Cella» köpf, welcher P/8 Pfd. wiegt, desgleichen eine FletfchM^ von 6/4 Pfd. auS der BuderuS'fchen Gärtnerei in i'tfa wurden uns heute gezeigt.
• * Feuer. Gestern Abend 6 Uhr brach in der Schevz deS Jacob Duill auf der Badenburg Feuer au-, das, ehe es größere Dimensionen annahm, glücklicher Weise geljitz werden konnte. Nur dem energischen Eingreifen der be:^, berittenen Gendarmen Heppner und Dietz war eS ju w» danken, daß mit nur wenigen Leuten ein größere» Sdiati» feuer verhütet wurde, da bereits Stroh und Gebälke in Flam», standen, und fast zu verwundern ist es, daß Frucht- un Futtervorräthe verschont blieben. Die gänzliche Adlösch^ nahm etwa zwei Stunden anstrengende Arbeit in flnfpn*
* * Patent Anmeldung. Dauerbrandofen für dackeick Kohlen mit nachgiebigen Füllschacht - Wandungen. ötfemrrf Hirzenhain, H. R. BuderuS in Hirzenhain, 17. Juni 18^1
Patent - Ertheilnng. Verfahren zur Herstellung :n Platten, Steinen und Wanddielen aus Kielelguhr, Stärken-! ! und Alkalilauge: Dr. Chr. Hemzcrling in Frankfurt a. M. und die Gewerkschaft Klaus tn Gießen, vom 4. Juni 1892
* * Seminaristen im Großhetjogthum Hessen. Nach ?
Mittheilungen der Centralstelle für die LandeSstansnk tc der Schülerbestand der drei Schullehrcr-Eemi? i rien in Hessen pro 1892/93: in Alzey 93, BenShe w 9» und Friedberg 118.
0. AuS Oberhefsen, 29. October. Münzen zlr hl unz im deutschen Reiche. In Ihrer heutigen Nummn 255 (erstes Blatt) bringen Sie^die Nachricht, daß ce 31. ds. Mrs. Abends nach Schalterschluß eine Münzenzählurq bei der Post stattfinden wird. Das ist ein Gebrauch, wellt er schon feit vielen Jahren nicht nur bei der Post, sondern l ■ allen staatlichen Kassen vorgenommen wird. Im Großhirn • thum Hessen ist das Resultat an die Großherzogliche staatskasse einzuberichten, welch' letztere Behörde es bei Beamten ungemein bequem gemacht hat. Jede KassensnL hat nämlich eine Postkarte erhalten, auf welcher die einzelne« Münzsortimente vorgedruckt sind. Der Kassebeamte nunc' den Bestand seiner Kasse auf, schreibt die Sorten mit ihrer Beträgen in die betreffenden Rubriken, unterschreibt die Pon- karte, welcher bereits die Adresse der Hauptstaatskasse aufae- druckt worden ist, und wirft diesen gewiß einsachen Beni: in den Briefkasten. Am folgenden Tage, dem 1. November empfängt die HauptstaatSkasse sämmtliche Berichte und stell: sie zusammen, waS auch nur ganz kurze Zeit in Anspruch nimmt, weil alles vorbereitet ist. Die ReichShaupckaffe in Berlin empfängt kurz darauf die Nachrichten von den Smtel' floaten und hat sofort einen Ueberblitf darüber, welche Geldsummen und Mllnzsorten in den Staatskassen de» »aoten deutschen Vaterlandes circuliren.
nn. Darmstadt, 29. October. Großfürst Se rgiu» von Rußland, sowie feine Gemahlin Prinzessin Elisabeth von Hessen und Großfürst Paul werden am nächsten Dienstag aus Paris am hiesigen Hofe wieder eintreffen. Dieselben werden noch einige Zeit die Gäste deS Großherzog» fein und auch der Geburtstag der Großfürstin, welche am 1. November 1864 geboren ist, soll in der Großherzogl. Familie festlich begangen werden.
nn. Darmstadt, 29. October. Bei dem heute bet Jagd- schloß Kranichstein stattgehabten Rennen deS Hessischen Reiter Vereins, denen auch Se. Königliche Hoheit der (^iop Herzog, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen im» Prinzeß Alix beiwohnten, ereignete sich leider ein doch« bedauerlicher Unglücksfall. Im schweren Jagdrennen stürzte kurz nach dem Start Prinz zu SolmS-HohensolmS Lich, vo> 24. Dragoner-Regiment beim Nehmen einer Hürde xc seinem Pferde und wurde anscheinend schwer verletzt voi Platz getragen. Später wurde der Gestürzte in em« Militär-KrankentranSportwagen nach Darmstadt beförbert, e» selbst ihm im Lazareth ärztliche Hilfe zu Theil rou* Sicherem Vernehmen nach soll Prinz SolmS einen BeinbwS erlitten haben.
A Mainz, 29. October. Zu der von den HatM kammern in Wiesbaden, Coblenz und Mainz auf den 13.> vember hierher berufenen Protest Versammlung gt|ti die projectirte Reichöweinsteuer bat die b:e*f Handelskammer die Weinhändler und Interessenten de» fettigen Handelskammerbezirks zu einer Vorbesprechung t* geladen, um denselben Gelegenheit zu geben, ihre Bedenk« und Einwände gegen das ReichSweinsteuerproject geltend machen und eventuelle Anträge für die HauptoersamiuloM vorzubereiten. Die hiesige Handelskammer, wie auch da weitaus überwiegende Mehrheit der Weinhändler und producenten Rheinhessens steht dem Weiafteuerproject gegeB* über auf einem vollständig ablehnenden Standpunkt. — Ter tollkühne Schiffer, der am verflossenen Donnerstag v« der schwindelnden Höhe der Mathildcnterrasse hier herabspraoz, ist feinen dabei erhaltenen Verletzungen erlegen.
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