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Wolff» tekgrepbtfdKe ftottelponbcn^Sureau.
Berlin, 28. April. In der heutigen Sitzung der Ahlwardt'Tommission erstatteten zunächst die Referenten Bericht. Finanzminister Miquel widerlegte auf Grund von authentischem Material eines Reihe der Ahlwardt ichen Behauptungen. Die Referenten Porlch, v. Cunh und Bebel constatirten, daß das vorgelegte Aetenmaterial weder bezüglich deS JnvaltdenfondS noch bezüglich der sonstigen Behauptungen AhlwardtS irgendwelchen Beweis erbringe. DaS sogenannte Beweismaterial bestehe zum größten Theile auS Abschriften von Briefen, die vielfach unorthographisch geschrieben und nicht frei von Rasuren seien. Director Aschenborn gab ziffern- mäßige Auskunft über den Ankauf der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Prioritäten, welche mit einem Gewinne von 241,000 Mk. wieder veräußert feien. Die nächste Sitzung findet morgen statt.
Rom, 28. April. Morgen Bormittag wird der Papst den Bischof von Straßburg mit 320 elsässischen und alsdann den Bischof von Metz mit 200 lothringischen Pilgern empfangen.
Neapel, 28. April. DaS Kaiser- und das Königs-' paar, die Fürstlichkeiten und daS Gefolge begaben sich um 10 Uhr an Bord des „Lepanto", welcher, begleitet von „Umberton*, vier Kriegsschiffen und zahlreichen Privat« Kämpfern, um 10 Uhr 20 Min. den Hafen verließ. Wo der „Lepanto" vorbeifuhr, ertönten Hurrahrufe von den Matrosen, während die Kriegsschiffe den Ehrensalut abgaben. Eine ungeheure Menschenmenge war am Hafen und brachte die lebhaftesten Ovationen dar. DaS Wetter hat sich aufgeklärt.
Neapel, 28. April. Die Rundfahrt an Bord deS „Lepanto" hatte einen prachtvollen Verlauf. Später nahm daS italienische Panzerschiff die Richtung auf Pozzuolt und Eap Miseno und fetzte die Fahrt bis Capri fort, von wo die Rückkehr an Sorrento vorüber nach Neapel erfolgte. Der Kaiser begleitete die verschiedenen Manöver der Schiffe höchst aufmerksam.und drückte wiederholt dem Marineminister seine vollste Anerkennung aus. Während der Fahrt veran« stattete der vom Minister Brin erbaute Panzer „Humbert" ein Scheibenschießen mit schwerem Geschütz. Der Kaiser sprach dem Minister Brin seine Glückwünsche zu dem Gelingen des prächtigen Schiffes aus und schenkte ihm seine Büste in Marmor. An Bord des „Lepanto" wurde ein Dejeuner zu 24 Gedecken servirt. Der daS Geschwader commandirende Herzog von Genua überreichte der Kaiserin ein Bouquet, auf dem der „Lepanto" im Golf von Neapel dargestellt war. Abends geht das Geschwader nach Spezzia und wird dort zum Empfange des KaiserpaareS anwesend sein. Abends 8 Uhr kehrten das deutsche und daS italienische Herrscherpaar nach dem PalaiS zurück. Später fand Galavorstellung im Theater San Carlo statt.
Mailand, 28. April. Ein Landregen erquickte end« lich Oberitalien und beffert die Aussichten der Ernte.
Petersburg, 28. April. Die Gefahr für die Nischnyer Schiffe dauert fort, obgleich noch Hoffnung vorhanden ist, sie zu retten. Es wird mit vieler Anstrengung gearbeitet, die Wolga von Nowgorod bis Sormowo eisfrei zu halten. Mehrere Dampfer suchen die besonders großen Eisblöcke zu zerschmettern.
Newyork, 28. April. Nach weiteren Depeschen hat der Chclon in Oklahoma die Ortschaften Ransom und ßimarron zerstört, ChickasawimJndianerterritorium und Montagne in Texas verwüstet. Viele Personen sind ge- tödtet und andere, welche ohne Obdach waren, sind durch Hagelkörner verwundet worden. Eine Wasserhose hat in Illinois und Wisconsin tausende von Hectaren mit Getreide überschwemmt. Die Einwohner flüchten.
Newyork, 29. April. Als Präsident Cleveland heute für den Beifall der ihn begrüßenden Menge dankte, stieß er mit dem Kopfe gegen die Decke des Wagens und erlitt eine Verwundung. Er war genöthigt, ins Hotel zurückzukehren und sich verbinden zu lassen. Später nahm der Präsident seinen Spaziergang wieder auf, wobei er den Hut vom Kopfe zog, um der Menge zu zeigen, daß die Verletzung keine ernstliche fei. Cleveland reifte gegen Mittag nach Chicago.
Depeschen de» Bureau ,£>crolb*.
Berlin, 28. April. Der „ReichSanzeiger^ bezeichnet die Form, in welcher die „Kölnische Volks Zeitung" die an den Cardinal LedochowSki gerichtete Aeußerung deS Kaisers wiedergiebt, als vollständig erfunden.
Berlin, 28. April. In der heutigen Sitzung der Ahlwardt-Commission erschien Ahlwardt in einem höchst unanständigen Aufzuge, so daß der Vorsitzende Gras Ballestrem ihn aufforberte, sich anständig zu benehmen. Ahlwardt gab zu, der gestern erwähnte Brief deS Senatspräsidenten Kalin- bero fei gefälscht. Er habe für feine Behauptungen bezüglich des JnvalidenfondS keine Beweise. Die übrigen Acten enthalten nicht» Belastendes.
Berlin, 28. April. Die „Zukunft" bringt ein Interview Maximilian HarbenS mit BiSmarck über ben AntisemitiS- muS. Der Fürst äußerte sich, infolge feiner Erziehung fei er kein Judenfreund, 1847 fei er sogar Gegner ber Juden« emanclpatlon gewesen. 1869 habe er ble Emancipation begünstigt, well er bei Dleichröber ein rascheres Verstänbniß für seine nationalen Pläne gesunden habe als bei ber Opposition. Das Ausflackern beS Antisemitismus nach ber Gründer« periobe fei dadurch veranlaßt worben, daß ber Jude für da» Volk ein erkennbarer Repräsentant ber Gelbherrschaft gewesen sei. Die Acra Ahlwarbt fei eine Folge ber jetz gen unproduktiven Politik, die feiernde Kraft suche eine Entladung in dem antisemitischen Sport. Mit Ahlwardt wäre man ohne Gericht und Commissionen fertig geworden. Durch daS Geheul gegen die Juden würden die Nothrufe des Volkes übertönt. Er fei weder Antisemit, noch deren Gegner. Gesetz« liche Mittel gegen die Juden seien zwecklos. Die Vermischung
und Kreuzung der Raffen werde daS ihrige thun. Die Beharrlichkeit, mit welcher bald Juden, bald Antisemiten als die gefährlichsten ReichSsemdc bezeichnet werden, während an der entscheidenden Stelle jede» BerantwortlichkeitSgefühl fehle, während Polenthum, Freibandel, Centrum und Socialdemokratie sich zu vergnügten Mahlzeiten rüsten, erinnere an die Männer, welchen eS vor den Raubthieren bange, und die ihren Heldenmuth an einem Mückenschwarm suStoben.
Berlin, 29. April. In den Kreisen deS Reichstages wird erwogen, ob es angängig sei, den Gesetzentwurf, betr. die Erfatzvcrtheilung, vor der Mil'tärvorlage zur Er- ledigung zu bringen, da anderenfalls dieses gänzlich unpolitische aber wichtige Gesetz bet ber Auflösung deS Reichstage» zu ben Acten gelegt werben müsse.
Berlin, 29. April. Die ReichStagS-Commtssion für bie Unterstützungs-Wohnfitz-Novelle hat ihre Aufgabe erledigt und daS Gesetz schließlich mit allen gegen eine Stimme angenommen.
Berlin, 29. April. Ahlwardt wird zur Erleichterung für die Referenten in den Sitzungen der Commifsion durch Schriftsteller Plack-FriedrichShagen unterstützt, um daS Ma« terlal zu fortiren. Heute findet um 10 Uhr vor der Sitzung der Commission noch eine Zusammenkunft AhlwardtS mit den Referenten statt.
Berlin, 29. April. Anläßlich des ersten Mai finden am Montag eine große Anzahl Versammlung e^n und Festlichkeiten statt. In der Umgebung Berlin» sind für Sonntag große Maifeiern angefünbigt.
Mannheim, 28. April. In ben pfälzischen Orten Neustabt unb Pirmasens verbot bie Polizei die von den Soclalisten zur Maifeier geplanten öffentlichen Umzüge.
Reichenberg, 28. April. Eine Versammlung der Industriellen beschloß, am ersten Mai in den Fabriken arbeiten zu lassen. Die Arbeiter, welche an diesem Tage ohne triftigen^Grund von der Arbeit fernbleiben, werden entlaffen und nicht wieder angestellt.
Brussel, 29. April. Die Presse fordert die Regierung dringend auf, Maßregeln gegen ben AuSbruch von Epibe- mten zu ergreifen.
Kopenhagen, 29. April. Die Influenza nimmt hier toleber zu, in ber letzten Woche erfolgten 101 Erkrankungen.
Berlin, 29. April. Die Berliner Morgenblätter erklären über bie gestrige Reichstagssitzung, solche Radauscenen seien nur möglich, nachbem Ahlwarbt mit ben parlamentarischen Gepflogenheiten gebrochen. Die Blätter erwarten strammere Hanbhadung ber Disciplinarbefugnisse von Seiten beS Präsidenten.
totale* und Provinzielles.
Gießen, 29. April 1893.
** Das gestern stattgehabte Probeläulen in ber Johannis« kirche lockte eine große Menschenmenge in die Nähe berfelben, sobaß es nicht gut möglich war, sich in diesem Trubel ein annäherndes Unheil im Vergleich zu dem Geläute auf unferm alten Stadtthurm zu bilden. Doch können wir schon jetzt behaupten, daß letzteres, welches außerdem viel höher und dadurch günstiger hängt, dem neuen Geläute gegenüber an Wohllaut unb Klangfülle nichts verloren hat.
*• DaS morgen in Steins Garten fiattfinbenbe Concert ber hiesigen Regimentscapelle ist bas letzte, welches bie Capelle vor Antritt ihrer Concenreife nach Hamburg giebt.
♦♦ Neues Theater. „Muttersegen", Characterge- mälbe von W. Friebrich. DaS gestrige Stück behandelt ein Thema, welches in Romanen früherer unb jüngster Zeit zum Ueberfluß erörtert unb reicher aufgeroärmt worben ist, einen jener rührseligen Stoffe, an benen unsere moberne Anschauung feinen Gefallen finden kann. Dabei wimmelt eS in bemfelben von Unmöglichkeiten aller Art, burch beren Existenz bann schließlich eine gewisse bramatische Wirkung erzielt wirb. Eine arme Savoyarbentockter, bie, um ben Schlingen eine« alten abligen Wüstlings zu entgehen, nach Paris gebracht wirb, bleibt bort ehrenhaft in Folge bes Segens ber Mutter unb heirathet schließlich ben Neffen jenes Marquis, nachbem er auf eine ganz eigenthümliche Weife sich feiner Braut zu ent- (edigen gewußt hat. Diese ganz simple Hanblung wirb burch 5 Acte hingezogen unb wenn sie zu Enbe ist, verläßt ber Zuschauer gelangweilt bas Theater, selbst wenn bie Darsteller ihr Bestes gethan haben. — Die Wiebergabe beS Stückes war eine recht mittelmäßige. Nicht soll damit gesagt sein, baß alle Mitwirkenbe ihrer Pflicht nicht nachgekommen wären, im Gegentheil, es waren einzelne recht tüchtige Leistungen geboten, aber bas Ensemblespiel ließ so viel zu wünschen übrig, baß ber Gefammteinbruck nicht sehr günstig sein konnte. Herr Thiemann als „BoiSfleur" unb Herr Hertzog als „Lonstalet" waren recht gut. Frau Schlegel (Maria) unb Frau Hertzog (Margarethe) genügten schauspielerisch eben- falls allen Ansorberungen, nur beinträdjtigten sie burch ihren Gesang ihr Spiel derartig, daß dem Zuschauer an den tragischen Stellen das Lachen kam. Der einzige, der neben tüchtigem Spielen auch als Sänger seine Aufgabe zufriedenstellend löste, war Herr Beermann (Pierrot). Herr Hobö wußte die undankbare Partie deS „Artbur* durch seine vorzügliche Bühnengewandtheit wenigstens einigermaßen möglich zu machen. Frl. Schuhmacher als „Cbonchon" war recht niedlich. DaS Orchester vermißte augenscheinlich bie leitenbe Hanb beS Herrn CapellmeisterS Fr enzel. DaS Hau» war ziemlich schwach besetzt.
** Neues Theater. Am Sonntag gelangt Webers herrliche „Preciosa" zur Aufführung, ein Stück, welches von Alt unb Jung gleich gerne gesehen unb trotz seines respektablen Alters sich seine Jugendfrische erhalten hat. In demselben tritt Frau Director Flora Baars in der Titelrolle auf und dürfte somit in der Besetzung der äußerst schwierigen Hauptparthie eine vortreffliche Vertreterin ge- fttndeu sein; die übrigen Hauptrollen^ werden gespielt von den Herren Hertzog, HobL und Thiemann, welche
gewiß ebenfalls chr bestes Können einsetzen werden, um dem Meisterwerke gerecht zu werden: auch em hiesiger Gesangverein hat seine Mitwirkung bei den herrlichen Chören zugesagt und fügen wir noch hinzu, daß auch die AuS stattung eine solche sein wird, wie wir es von der Direktion Baars gewohnt sind, so dürfte die Aufführung eine Glanz- Vorstellung ersten Ranges werden. — Am Nachmittag wird für unsere liebe schaulustige Jugend eine Vorstellung arran« girt, in tvelcher es viel zu lachen giebt, nämlich da« Märchen vom „Tischlein deck dich, Eselein streck dich, unb Knüppel aus dem Sack". ES unterliegt keinem Zweifel, daß die lieben Kleinen Papa und Mama bestürmen werden, der Vorstellung beiwohnen zu können unb da der Eintritts- preis derartig gestellt ist, daß man den Lieblingen diesen Wunsch gewähren kann, so versage man ihitcn denselben nicht — desto freudiger wird der Schaffensdrang fein, wenn e» wieder zur Schule geht. — -r.-
♦ ♦ Die hiesige Tewerbebank bezog am 24. b. Mtü. eine feuer-, fall« unb diebessichere Panzerkaffe aus ber Fabrik be» Herrn Friebr. Ärogmann dahier, bereu Verfertigung dem Lieferanten alle Ehre macht, indem dieselbe nicht nur sehr exakt und maffiv gebaut ist, sondern auch in Bezug auf ihre praktische Einrichtung Nicht» zu wünschen übrig läßt. Man kann deshalb ben Herrn Fabrikanten Krogmann zu Arbeiten solcher Art auf» Angelegenste empfehlen.
• • Der Numpfkurrstler Pöbelten ist hier eingetroffen und in dem Zelt aus Oswald» Garten zu sehen. Kobelkoff ist ohne Arme unb ©eine geboren, er bringt e» aber fertig, ohne fremde Beihülfe zu effen, zu trinken, zu schreiben unb zu malen, Papier mit der Scheere zu schneiden, Nadeln einzu fädeln u. f. re. (S. Inserat.)
• * Anläßlich de» am 3. unb 4. Juni d. I. in Heppenheim a. d. B. ftattfinbenben Delegtrtentagc» der Krieger kameradschoft „Hasfia" hält morgen Sonntag ben 30. April ber Bezirk Gießen Nachmittag» 2 Uhr im Saale be» Lenz schen Felsenkellers hier eine Bezirksversammlung ab, worin u. a. bie TageSorbnung be» Delegiertentages und Bezirksangelegenheiten berathen und bie Delegierten gewählt werden sollen.
* * DaS Wetter ist im ganzen mittleren Europa kühl bei nörblichen bis östlichen Winben, dabei theilS wolkig und dunstig, theilS aufgeheitert und vorwiegend trocken. Friedrichshafen hatte am Donnerstag Nachmittag Gewitter. DaS Barometer ist in Deutschland noch weiter gesunken, auf den dänischen Inseln und über dem südlichen Skandinavien dagegen gestiegen. Der höchste Luftdruck liegt noch immer über Irland und in Großbritanien dauern die nördlichen Winde bei meist trockenem und heiterem Wetter fort, auch ist dort die Temperatur vielfach wieder etwas gestiegen.
* ♦ Die Tumerfchaft und der Tistanzmarsch. Zu dem geplanten Femmarsch Berlin-Wien veröffentlicht der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft in der „Deutsch. Turnztg." folgende Erklärung: In Berlin hat sich ein „Distanzmarsch. Verein Berlin Wien" gebildet, welcher, angeregt durch den heillosen Distanzritt deS Varjahre», nun den armen Pferden Concurrenz machen will. Der Vorstand des Vereins hatte die Mitwirkung deS AusschuffeS erbeten, um au« den Turnvereinen an der betreffenden Lauflinie die zur Beaufsichtigung nothwendigen Controlleure gestellt zu bekommen. Der Geschäftsführer hat im Einverständniß mit dem Vorsitzenden jede Mitwirkung bei biefem neuen Sport abgelehnt.
* ♦ Die ersten Kirschen, welche allerdings auS Süd- frankreich stammen, wurden in M a i n z mit 31/« Mark pr. Pfund bezahlt.
• • Der Bund der Landwirihe, Abtheilung Großherzog- thum Hessen, erläßt einen Aufruf an die hessischen Landwirthe, der die Frage: WaS will der Bund? in knapper allgemeinverständlicher Form beantwortet. Der Bundesvorstand besteht auS folgenden Herren: Karl Lucke • Patershausen, Dr. Dehlinger-Weilerhof, Otto G. Möllinger • Mühlheimer- Hof, S. Haffeibach, Bürgermeister-HeimerSheim, Graf Oriola- Büdesheim, R. Westernacher, Oberamtmann Lindheim. In dem Aufruf, der sonst die bekannten Forderungen des Bunde» der Landwirihe vorträgt, wird betont, daß die Abtheilung Großherzogthum Hessen sich gegen alle einseitigen Begünstig- ungen erkläre, „welche die Etsenbahnen, wie bei den Staffeltarifen durch Beförderung landwirthfchastlicher Produkte, gewähren, weil sie der natürlichen Preisbildung bei uns schaden." Ferner heißt efl „Bei den Fragen, bei denen die wirthschastlichen Jntereffen der Landwirthschaft in den einzelnen Theilen Deutschland« verschiedene sind, wollen mir von unseren Vertretern in ben Parlamenten unsere befonberen Interessen gewahrt reissen."
* ♦ An Jubiläums« Gaben zur 50jährige» Bestehe»»« feier be» hessischen Gustav Adolf» Verein» sind bisher eingelaufen: Kirchenkasse Röbbingen 10 Mk., Ktrchenkasse Büdesheim 25 Mk., Kirchenkasse Rainrod 20 Mk, Kirchenkasse Rüding»- hain 10 Mk., Oberamtsrichter Hille 5 Mk., Graf zu Solm» Laubach 25 Mk., Gutsbesitzer E. v. Helmolt in Fauerbach 10 Mk., Frau Kammerrath Trümpert 3 Mk., Gustav-Adolf»- Frauenverein Oppenheim 50 Mk., zusammen 180 Mk. Wie schon erwähnt, hat der evangeltsche Kirchengesangveretn in Bingen ein silberplattierte» Tausbrcken nebst gleicher Tauft kanne im Werthe von 90 Mk. gestiftet.
• • Daß ber Maikäferflng in diesem Jahre, obwohl einzelne Gegenden davon verschont oder weniger beimgefucht werden, ein ganz gewaltiger zu werden droht, gebt au« einer Zeitungsnotiz auS Langen hervor. Dort sammelten Arbeiter einer Fabrik binnen einer Stunde 25 Kilo Käfer, rea» einer Zahl von 26,000 Stück entspricht. Ferner wurden auf dem Rathhaufe 73 Kilo = 80,000 Stück Käfer abgeliefert, die durch Kinder gefammelt waren. Die Kinder erhielten dafür einen Betrag au» der Stadtkasse auSdezahlt.
Der (»etreibeearft. Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat die Haltung de» Getreidemarkte» ungemein befestigt unb demselben starke spekulative Raufanfträge zuge-


