Ausgabe 
30.4.1893 Erstes Blatt
 
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Das Curatorium,

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nntag den $0. April ct

Nachmittags 4 Uhr.

n der Turnhalle.

inmerfestlichkeiten.

Der Vorstand.

r Verein.

frttl, Adrrids 4 Uhr. 'm

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Geschäftsjahr 1892/93. isoren.

sowie der Ersatzmänner dafür. Voranschlages für das Geschäfts«

§ 51 der Statuten mindestens rmmlung dem Vorstande schriftlich Der Vorstand.

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MratlafftN- 5. 'Amt 1893.

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1893

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t*im täglich, e* entnahmt bei Montags.

*te Gießener yiBlCKaltilhl ««ricn dein Lnzei^r »Gchonllich dreimal

Lrigeltlt

Gießener Anzeiger

Kmeral-Anzeiger.

yterteltädrigcr IlmranUnttti 2 Mark 20 Psg.* vringerlohn.

Durch die Poft begoga» 2 Mark 50 W

Ärbartien, «flxMtU» und Druckerei:

»<.1e 61.

Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gießen.

ggt Tnnonccn-Vureaux des In- und Auslandes neßwa»

chratisbeikage: Hießmer Jamitienbtätter

entgegen.

U«>rige» für den

rlnsland.

gezeichnet.

Deutscher Leich-tag.

II.

a.

a.

Abg. lation. öffentlichen

'.85. Sitzung. Freitag, 28. April 1893.

Richter (freit.) begründet nachstehende 3" rpel- cvm Bereich des VII. preußischen ArmeecorpS soll nach Uättern bei den Frühjahrs-Conttolversammlungen. ein erlassen worden sein, welcher mehrfach zu dem Mtßver- . , < r . i . .r. VI a <T> a v i n n f n n P A 'n P -

»»nahm, eon An,ei,en |U der Rachmittags für d« Isigrntn- La, »rfcheiuenden Nummer bis Gor». 10 Uh«.

III. Stand der erweiterten Volksschulen nach Beginn des Schuljahres 1893/94.

Wo sich erweiterte Volksschulen befinden, ist ganz nach Schema I über dieselben zu berichten.

Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufaffen.

v- Gagern.

Zahl der Fortbildungsschulen. einklassig, b. zweiklassig, c. dreiklasstg rc.

Nach dem Bekenntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische, d. anderer Confession.

Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schul­periode 1892/93.

Aus London kommt die Kunde von einem Attentats­versuche auf den greisen Premier G l a d st o n e. Ein Mann feuerte aus die Wohnung deS Ministerpräsidenten in Downmg- street zwei Schüsse ab, infolgedessen der Attentäter verhaftet wurde. Der Verhaftete heißt Townsend und gehört dem Arbeiterstande an- in seinem Besitze wurde ein Notizbuch mit unzusammenhängenden Phrasen gegen Gladstone und den Home-Rule-Entwurf gefunden. Ob man es in dem Ver­hafteten mit einem politischen Fanatiker oder mit einem Geistesgestörten zu thun hat, wird die eingeleitete Unter­suchung wohl bald ergeben. Im Unterhause begann am Donnerstag die Budgetdebatte, bei der schon in genannter *isrsr8Mss ä i< k?äs» .......... m wm für die im Jahre 1895 stattsindende Ausstellung bereits

°"^Abg. Liebermann °°n Sonnenberg: Er b-b- mebr M feine Pflicht aethan und mit Auszeichnung gelösten ba*üt J.e' sondereAnerkennung erhallen. (Zuruf:

verehrter Herr, Sie sind ein unverschämter Patron. Rominm tote Mw doch vor die Pistole! (Präsident v. Levetzow ruft dm Redner iUr (Stntif.): Stadthagen habe '-'ne b-l-idtgend-

Aeußerung ausrecht erhalten. Wer einen Fehler gemacht habe, sollte auch den Muth haben, denselben einzugestehen, sonst sei et ein Feigling

Men hier von beiden Sellen die gröbsten ^Schimpfwörter gefallen, ohne daß der Präsident einge- fchritten^siü. ßcoc$on): $$ kann nur rügen, was ich höre.

Hierauf wird in die Einzelberathung eingetnten.

Abg. Frhr. v. Buol (6tr.) beantragt eine puffere Fassung für die Bestimmungen über die Recbnungslegung. Dieselben sollen reine Anwendu^ sinden, wenn das Schuldverhältniß auf nur emem während des abgelaufenen Gefchästsiahres abgeschlossenen Rechts- geschäfte beruht, über dessen Entstehung und Ergebnis dem Schuldner eine schriftliche Mittheilung behändigt ist.

Abg Träger (bfr.): Auch mit der vom Vorredner beantragten ^afiuna werde das nicht getroffen, was man im Auge habe.

5 Abg. Büssing (nl.) empfiehlt einen Antrag seines Freundes Dr. Osann: außeröffentlichen" auchunter oventllcher Aufsicht stehenden Banken, Leihanstalten unb bergl. von der Pflicht b er

me4T6rS8TeTummrI%)'unb*. N°th Gu.brobt °-r- nelnCVeieaintra8 bes Abg. Frhrn. von Buol wirb angenommen bet ^bg®D?.Ki nt e Un^tr.) empfiehlt eine neue F°ff"nS für die aus seinm Antrag in zweiter Lesung angenommene Bestimmuns gegen Wucher mit Vieh und länblichen Grunbstucken. Dcmach^sollen de? gewerbsmäßige Betrieb bet Diebpacht, bes Vichhanb s unb b* Hanbels mit länblichen Grundstücken concessionspstlchtig gemacht roerbe2Ib0. Schrader (bfr) bekämpft ben Antrag.

Der Antrag Rintelen wirb angenommen, ebmso bet Rest bei ^^Motgen: Vorlage bett. Etsshvettheilung, Nachtragsetats, Ab­zahlungsgeschäfte.

ÄüffSn' w®" Ä« t werben

cvt. von der Frau eines foclolbem. Abgeorbneten Material

2® den elben ang?botm worben; et habe basselbe entrüstet.urück- aewiesen zu solchen Gemeinheiten geben sich bie Antisemiten nicht her- Bei den Socialbemokraten müsse es lehr bergab gehen, wenn sie an­statt mit aeistiaen Waffen, mit solchen Mitteln kämpfen.

* Abg StadtHagen bleibt dabei, baß bie Antisemiten nach Aeußerungen ihrer Führet nut ben jüdischen Wucherer treffen wollten, unb dast die Zahl bet Wucheret bei ben Juben relativ nicht großer fti als bei den Christen. Worüber sich Böckel heute so sehr entrüste, bie Beschimpsung bet Vorfahren, bas lei eS gerabe, was di- Aitti- femiten trieben. Wmn Liebermann, wie er sage- aus dem Schlacht- felbe gefochten, so habe er nur seine verfluchte Pflicht und Schulbigkell

fOrt6äbg. St-dtbag-n (Soc.) beruft f.« auf Mbere AuSW- runaen bes Abg. Liebermann v. Sonnenberg zum Beweise bafur darbte Antisemiten nicht ben Wucher im Allgemeinen, ^"dern einen speciell jübischen Wucher bekämpften Et «nerkmne, baß Lie^r- mann v Sonnenberg allerbings mit bet an ihm gewohnten Ge­wissenlosigkeit , gestern seinen früheren Stanbpunkt verleugnete. (Vicepräsibent Dr. Baumbach ruft ben Redner wegen bes Ausbrucks Gewissenlosigkeit" zur Crbnung.) Es sei rhm nicht eingefallen, zu behaupten, baß Liebermann v. Sonnenberg ,ubischer Abkunft sei. Es könne keiner Religionsgemeinschaft angenehmer sein ibn zu ben °lhriaen iu zählen. Er habe auch keine Ursache, die Acten Der Ltebermann'schen Vorfahren durchzustöbern; es seien Acttn.in^die em Hause niedergelegt worden, die sich auf Den tttzigen Zrafler bteleö Ramens bezögen und die ihm genügten. Wmn die Statistik eine relativ aroße Zahl von jüdischm Wucherern ergebe, so erkläre sich das daraus, daß es eine relativ große ^.ahl jüdllcher Kaufleute gebe^. Ein Vergleich zwischen jüdischen und christlichen Kaufleuten falle hinsichtlich der Zahl der Wuchersälle noch etwas zu Ungunsten der

Deutsche- Reich.

Darmstadt, 28. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog unb Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Alix nebst Gefolge sind gestern Nachmittag in Venedig gut angckmnmen.^ ^pril. Die Zweite Kammer tritt am 2. ober 3. Mai zusammen. Der Landtags schluß erfolgt durch den Großherzog persönlich, voraussichtlich am 9. oder 10. Mai.

Nerlm, 28. April. Die Militärcommission des Reichstages beendete am Donnerstag die Tags zuvor be- aonnene Berathung der Vorlage übet die Etsatzvertheilung - die noch testitenden Bestimmungen derselben wurden nach den Vorschlägen der Subcommission genehmigt.

_ In der Militärfrage sind die kürzlich abge­brochenen Verhandlungen des Centrumsführers v. Huene mit der Regierung wieder ausgenommen worden, auf welcher Grundlage, ist jedoch noch nicht näher bekannt. Während aber dieNational-Zeitung" zu melden weiß, daß für den Fall des Nichtzustandekommens einer Einigung mit dem Reichs­tag dessen Auflösung feststehe, wird von anderen Seiten be­hauptet die Eventualität einer Reichstagsauflösung könne beinahe schon als zurückgedrängt betrachtet werden. In der That soll der Reichskanzler zu einem größeren Entgegen­kommen in Sachen der Militärvorlage, als tr es bis jetzt oezeiat hat, bereit sein.

___ In der Seuchengesetz-Commission deS Reichs­tages sprach Staatssecretär v. Bötticher gegenüber den verlautbarten Besorgnissen, ob es sich noch verlohne, in eine

Zahl der Schüler nach dem Bekenntniß: evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische, d. anderer Confession, e. im Ganzen.

5?a'ntrtUa3' TO ^äneetdebm"'' (W Böck-°su!n"Gm-tub-fI!

J , 9hl* bie Sertbeuerung der Lebensmittel gehöre

barunter/ Jebe Ausbeutung der Nothlage, gleichviel ob einzelner «utorität auf bem ffli?hiete des Wuchers, habe in seinem bekannten Briese an Herrn ero n aefaat, ba6 »Dn benan, bf. fhn b-wuch-,1 batten , Edris en mb nn? 's Juden feien. Derfelde AHIwardt wäre übrigen«^au» gern einmal Soclalbenwtrat geffl^^otben, vorausIge efcl*^1 e n , . IS, ben ^brtacn zu machen. Damit habe man aber tein Glück. , Rach Meinet Meinung gehörten bie Antisemiten in ein EorreciionS-

ernstliche Berathung der Vorlage einzutreten, die bestimmte Erwartung aus, daS Gesetz werde noch zu Stande kommen.

Amtlicher Theil.

Gießen, den 28. April 1893.

Betr.: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen im Kreise Gießen.

Die

Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Wir sehen Ihren Berichten in rubr. Betreff innerhalb

8 Tagen entgegen über:

[. Stand der einfachen Volksschule nach Beginn des Schul­jahres 1893/94.

a. ohne Schulgeld, b. mit Schulgeld.

Zahl der Schulkinder:

Nach dem Geschlecht:

a. im Ganzen, b. Knaben, c. Mädchen.

Das Gr. Steuer-Commissariat Gießen

an die Grosth. Ortsgerichtsvorfteher des Bezirks.

Wir ersuchen Sie die, Ihnen dieser Tage zugesandten, Bau. und Cultur-Veränderungs-Verzeichniffe 4 Wochen lang offen zu legen und sodann, mit der, am tochluffe derselben ru ertheilenden, Bescheinigung versehen, anher zurückzusenden.

Gießen, den 28. April 1893.

_________ Süssert.

Gesunden: 2 Schraubenzieher, 1 Paar und 3 ein­zelne Handschuhe, 1 Taschentuch, 1 Haarband, 2 Armbänder, 1 Taille, 1 Shlips, 1 Laterne, 1 Stuhl, 1 Taschenmesser, 1 Handkorb.

Gießen, den 29. April 1893.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

F r e s e n i u s.

Aba Liebermann von Sonnenoerg

Socialbemokraten für diese Absage nun weibe man w-nigstmS bie Antisemiten nicht mehr mit den Socialbemokraten in einen ^.ops werfen können Stabthagen habe in großer Erregung gesprochen.

Auf einen groben Klotz gehöre ein grober Keil. Der scharfe Ton, S..X Ä1*®

GorpSbefebl «taffen worben fein, >u oe.u i ^L^ll^0^Qbgtobt6ay°n%aM anaefpielt, bie nach Art

SmubUnftanbe »SSÄftlSHSfÄ

gebung unterworfen wären Ich erlaube m r daher den Herrn n^ojne^^etgem^^ bu ?brengerid)te nicht zu sürchtm. Er sei beim bTijhÄn^Sachver"halts ber weiteren Verbreitung solch« Miß- Ehrengerich^ bester "-8^0^^^

«; s »«esfes'a K'Ät g,Ä5S.M8»S. »MS sammlungen theilzunehmen, in benen über militärische Angelegenheiten I verhandelt werbe unb Unterschriften in militärischen Angelegenheiten ,u sammeln ober zu geben. Man habe bas so ausgelegt, baß Per- I sonen des Beurlaubtenstandes verboten sein soll, Kundgebungen ür ober gegen bie MUiiärVorlage theilzunehmen. Die Bestimmung bes 8 IO® des Militär-Strafgesetzbuchs könne sich ^renr ganjen Sinne nach nur auf Angelegenheiten beziehen, bie ba8 militärifdje I Dienstverhaltniß betreffen; sie könne nicht den Sinn haben, den fonberbaren Zustanb herbeizufuhren, baß von ben 10 Millionen ®äblern bes Reichs bie 2 bis 3 Millionen Personen des Beurlaubten­standes Wähler 2. Klasse sein sollten. Er bitte bas Mißverstänbniß durch eine bestimmte Erklärung zu beseitigen.

I ©ripnaminifter v Kaltenborn: Der Sachverhalt sei, daß i in ^ge ewer Anfrage des württembergischen Kriegsministeriums anläßlich eines dort vorgekommenen Specialfalles eine erlauternbe Berfüauna zu 8 101 bes Militär-Strafgesetzbuchs an bie Corps- | Commanbo? erlassen worbm sei. Eine Person bes beurlaubtem stanbes hatte als Dorsitzenber eines Kriegervereins eine Versammlung zur Erörterung militärischer Angelegenheiten berufen, welche eine Eingabe an das Kriegsministerium richtete. Der Versammlung

I hatten auch Reservisten beigewohnt. Die erlassene Verfügung entbehre jeden polllischen Charakters unb habe keineswegs den Zweck, die

1 Personen des Beurlaubtenstandes in ber Ausübung ihrer staats- bürgerlichen Pflichten irgenbrote zu beschränken.

Damit ist bie Angelegenheit erlebigt.

Es folgt zweite Berathung des Nachtragsetats für I 1893 9 4. Die Forberungen für Erhebung ber beutschen Gesanbtt I schäft in Washington zu einer Botschaft unb für ben Ankauf eines Botschaftshotels in Madrib (Referent Abg. Prinz Aremberg) werden | debattelos angenommen. Bei der NachtragSforbcrung für bie Be I tbeiligung des deutschen Reiches an ber Weltausstellung Chicago I (Referent Abg. Scipio) wünscht Abg. G o lb s chmib t (freis.) die I Herausgabe eines Generalberichts über bie beutsche Betheiligung an der Ausstellung. Ein solcher Berichts würbe eine Fundgrube der I Belehrung sein. Staatssecretär v. Bötticher erwibert, baß alle Personen? bie von Reichswegen nach Chicago geschickt würben, ange­halten werben sollten, über ihre Wahrnehmungen Bericht -u erstatten Hb diese Einzelberichte zu einem Generalbericht verewigt werben I corrdn fei noch nicht entschieben; ein erschöpsenbes Material werbe I ein solcher Generalbericht nicht ergeben. Die Forberung für Chicago wirb ^rau^enehn ^^gth^ng ber Novellezurn Wuchergesetz