CocaUi unb Peovinzlelles.
tzießeu, den 28. October 1893.
** Oeffeatliche Hnerfeitnung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Grogherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. October dem Badehalter Franz Joseph Schell zu Mainz in Anerkennung der von demselben am 25. August L I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der Helene Ost von da vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen.
** LaudtagSwahl. In einem Theil der vorigen Nummer konnten wir das Ergebniß der gestrigen Nachwahl eines Abgeordneten zur Zweiten Kammer für den Bezirk Gießen- Land mitcheilen. Es fanden zwei Wahlhandlungen statt. In der ersten fielen auf Herrn Bähr (Reformpartei) 14, auf Herrn Drbig (Soc.) 9 Stimmen, auf Herrn Bürgermeister Leun in Großen-Linden (natl.) 6 Stimmen und auf Herrn Bürgermeister Geißler in Lollar (natl.) 4 Stimmen. — Im zweiten Wahlgange erhielt Herr Orbig 15, Herr Bähr 14, Herr Geißler 3, Herr Leun 1 Stimme. Da bei Stichwahlen die einfache Mehrheit genügt, so ist Herr Orbig als gewählt zu betrachten.
** Auf „Oswalds Garten" Hierselbst ist H. Witlgers Pauopticum für einige Tage zur Ansicht aufgestellt. Wie wir den Berichten auswärtiger Blätter entnehmen, ist es das größte transportable Geschäft dieser Art und enthält eine wirklich reichhaltige Sammlung sehr getreu ausgeführter, von den ersten Künstlern Verfertiger Wachsfiguren und sonstige Gegenstände. Sehr viel berühmte Persönlichkeiten sind porträtähnlich in Wachs aufgestellt- unter vielen Anderen Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. mit seinem ältesten Sohne, dem kleinen Kronprinzen, Kaiser Wilhelm I. im ungefähren Alter von 60 Jahren, Kaiser Friedrich als damaliger Kronprinz, Fürst Bismarck, Graf Moltke, Papst Leo XIII. und andere mehr. Besonders schön soll eine Gruppe „die Löwenbraut" sein, ausgesührt nach dem berühmten Bilde von Gabriel Max, wo eine Braut im weißen Atlaskleid, mit dem Brautschleier und dem Myrthenkranz im Haar, vor den Augen des entsetzten Bräutigams von einem Löwen zerrjfien wird. Zu erwähnen ist noch eine ganze Collection Völkerrassen und deren Waffen, viele in- und ausländische Thiere, Vögel und Amphibien, Rothkäppchen mit dem Wolfe, Schneewittchen, Aschenbrödel und viele andere mehr. In der zweiten Abtheilung sind die Original-Richtwerkzeuge des früheren Scharfrichters Julius Krauts aus Berlin ausgestellt: das Richtbeil, Richtblock, die Srreckbank u. f. w. lieber die Echtheit dieser Sachen sind viele Atteste, Schreiben von Staatsanwälten u. dergl. zur Einsicht des Publikums ausgehängt. Es mangelt uns der Raum, um alle dort ausgestellten Sachen anzuführen, wir bemerken nur, daß das Panopticum des Herrn Wittgers wirklich sehenswerth und interessant ist und die reichhaltige Ausstellung wohl jeden Besucher befriedigen wird.
** Der Kutscher-Verein Gießen, welcher von hiesigen bediensteten Kutschern, dem Vorbild anderer Gewerkschaften gemäß, sich constituirte, feiert morgen Sonntag fein erstes Stiftungsfest im „Cafv Leib". Der Verein bezweckt die Unterstützung der Collegen in Krankheit#-, Unglücks- und sonstigen bic Interessen der Kutscher berührenden Fällen. — Zahlreiche Einladungen zu dieser Feier sind an Prinzipale und Vereine ergangen. (S. Inserat.)
** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zotzenbach. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Dem Herrn Grasen zu Erbach Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Niedernhüusen mit einem jährl. Gehalte von 910 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rüffelsheim mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1300 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Moos
merkt zu werden, daß er auf dem Vorsaale mit feinem rechten Zeigefinger schnell, aber zart EuphrosinenS runden Hals berührte.
Die Holde stieß einen kurzen, fetten Schrei aus und lächelte wie ein ausgeschnittener Kürbis, dann schloß sich die Thür hinter dem siegesbewußten Eisenmanne. •
Inzwischen hatte Alma das verborgene Fach geöffnet. Ein Päckchen Briefe fiel ihr in die Hand.
„Mein theurer, innig geliebter Hermann!" begann der erste. „Mit qualvollen Seufzern, mit zerriffenem Herzen sehne ich die überseligen Stunden herbei, wo ich wieder in Deine Arme fliegen kann, wo ich wieder in Deinen sanften treuen Augen den Himmel finden werde. O, Du mein Ideal, wie oft tönt das Echo meiner Seele Deinen Namen zurück, den ewigtreuen, süßen Namen Hermann Zwisterbill —"
Der Bries entsank Almas Hand.
Doch sie raffte sich auf und las weiter, hingerissen, wild, zornig, alles andere um sich vergeffend. Die Briefe waren ja einige Jahre alt, aber diese Bertha, die sie ge- schrieben, ha, diese Bertha vielleicht liebte er sie noch. Solche Gluth, wie sie diese Briese athmeten, vergißt sich nicht, und niemals hatte er ihr, seinem armen Weibe, etwas davon gesagt.
Bei dem Gedanken, eine unglückliche, verrathene Frau zu sein, konnte sich Alma nicht länger halten: sie schluchzte lau: und brach in einen heftigen Thränenstiom auS.
Hornick war schon längst von dcm Gebiete der Meteors- logie aus daS der praktischen Philosophie übergegangen. Mit der Ruhe eineß Weisen hatte er AlmaS Hast, ihren Zorn und ihre Verzweiflung gesehen, jetzt aber erhob er sich, murmelte etwas von „nicht stören wollen", nannte laut und deutlich seine Adreffe und empfahl sich mit höflicher Verbeugung.
(Schluß folgt.)
mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Cantoren und Lectorendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Groß-Eichen mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist OrganistenNenft verbunden.
♦* Schuldienst - Nachrichten. Am 7. October wurde der SchulamtSaSpirantin Anna Keller auS WormS eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Oder-Roden, — am 15. October wurde dem SchulamtsaSpirauten Franz Schmalbach aus Gau-Bickelheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Aschbach, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Carl Boxler zu Mosbach eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, — an demselben Tage wurde dem SchulamtsaSpiranten Wilhelm Mayer aus Spachbrücken eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Escholl- brücken übertragen.
** Schankwirlhschaflen im Großherzogthum Hessen. Im Großherzogthum giebt eS im Jahre 1893 1974 Gaftwirth- schaften, 5466 Schankwirthschaflcn mit, 234 ohne Branntweinausschank, außerdem sind noch 2304 Branntwein - Kleinhandlungen vorhanden. Im Jahre 1878 — also vor 15 Jahren — zählte man 1639 Gastwirthschasten, 5365 Schankwirthschaften mit Branntweinausschank und 583 ohne BranntweinauSfchank und 2117 Klcinhandlunzen mit Branntwein. Im Jahre 1878 hatte das Großherzogthum 906 000 Einwohner, heute zählt eß 1000 800 Einwohner. _'-wÜ Säi
** Der Getreidemarkt. Die weichende Tendenz, welche die Berichte vom amerikanischen Getreidemarkt consequent bekunden, ist auf den deutschen Getreidemarkt nicht ohne Einfluß geblieben. Wenigstens macht sich derselbe im Weizen- geschäft durch eine Verschlechterung der Preise ziemlich deutlich geltend, eine Erscheinung, welche in der abgelausenen Berichts- Woche die allermeisten Plätze aufwiesen. Roggen hat sich dagegen wieder einigermaßen erholt und Hafer blieb vorwiegend recht fest, namentlich scheint an den maßgebenden Plätzen das Hausse-Engagement für October in letzteren Artikel sehr energisch vertheidigt werden zu sollen. Berliner Notirungen : Weizen per 1000 Kilogramm von 136 bis 147 Mk., Roggen von 121 bis 127 Mk., Hafer von 152 bis 188 Mk., Gerste von 125 bis 190 Mk.
** Der Einfluß heller Wohnräume für die Gesundheit wird allseitig anerkannt, ohne daß man bis jetzt einen positiven Grund dafür erkannt hätte. Bakteriologische Untersuchungen haben nun gezeigt, wie der „Arbeiterschutz" berichtet, daß die verschiedensten Arten von Bazillen, die der Cholera, des Typhus und anderer Krankheiten, im Licht nicht leben können. Es ist dies u. a. durch einen sehr hübschen Versuch experimentell nachgewiesen worden. In eine flache Glas- schale, auf deren Boden, auS schwarzem Papier ausgeschnitten, das Wort „Typhus" geklebt war, wurde Fleischpeptonagar, der beste Nährboden für Bazillen, welcher mit Bazillen erfüllt war, ausgegoffen. Nach dem Erkalten wurde die Schale umgekehrt, so daß die Buchstaben aus schwarzem Papier oben waren und dem Sonnenstich ausgesetzt. Dadurch waren alle Bazillen, welche unter den schwarzen Buchstaben waren, im Schatten, und nach 24 Stunden sah man, daß an den vom Sonnenlicht getroffenen Stellen die Bazillen fämmtlich zu Grunde gegangen waren, während sie sich an den dunklen Stellen sehr üppig entwickelt hatten, so daß sie das Wort Typhus scharf begrenzt Wiedergaben. Wir haben also in dem Sonnenlicht einen trefflichen Verbündeten in dem Kampfe gegen die Bazillen und wir wissen jetzt, weßhalb Helle, sonnige Wohnungen der Gesundheit zuträglicher sind, als dunkle. Da auch gleichzeitig festgestellt wurde, daß die bazillentötende Kraft des Sonnenlichtes beim Durchgang durch Wasser keine Einbuße erleidet, so findet auch die schnelle Selbstreinigung der Flüffe hierdurch theilweise ihre Erklärung.
— Die Ueberficht der oriSanwesettdeu Bevölkerung im Großherzogthum Hessen am 1. December 1890, nach Geschlecht und 5jährigen Altersklaffen zusammenge.stellt, gestaltet sich nach den Mittheilungen der Centralstelle für Landes- statistik folgendermaßen:
Altersklassen.
Jahre unter 5
5—10 10-15
Zahl der Einwohner.
Auf je 1000 Einw. kommen überhaupt 118 109 112
männl. 58862 54141
56482
roeibL 57971 53722 55011
zusammen 116833 107863 111493
15—20
51593
51445
103038
104
20—25
48634
44215
92849
94
25-30
36786
37151
73937
74
30—35
31393
32440
63833
64
35-40
27999
28876
56875
57
40—45
26545
28541
55076
56
45-50
25145
26599
51744
52
50—55
22080
24279
46359
47
55-60
17265
19133
36398
37
60-65
12570
14610
27180
27
65-70
9948
11750
21698
22
70-75
7142
8146
15288
15
75—80
3647
4285
7932
8
. 80-85
1651
1791
3442
3
85-90
418
508
926
1
90-95
50
55
105
0,1
95—100
7
7
14
0,1
Zusammen 492348
500535
992883
1000
Von den 982883 Einwohnern des GroßherzogthumS entfallen auf die Provinz Starkenburg 419642 (207359 mann« kiche, 212283 weibliche), auf die Provinz Oberheffen 265912 (131203 männliche, 134709 weibliche), auf die Provinz Rheinhessen 307329 (153786 männliche, 153543 weibliche). Der Ueberschuß deS weiblichen Geschlechts über daS männliche im Großherzogthum beträgt also 8187 Köpfe. Wie auß der Zusammenstellung ersichtlich, beginnt der Ueberschuß des weiblichen Geschlechts aber erst in der fünften Altersklasse, während bis dahin daS männliche Geschlecht überwiegt. Personen über
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95 Jahre gab eß in Starkenburg 5 (1 männliche, 4 '
lidje), in Oberheffen 5 (3 männliche, 2 weibliche!, in Hbea heflcn 4 (3 männliche, 1 weibliche). Im 2. Quartal 18g« betrug die Einwohnerzahl Heffenß 1,011,600, daß ,ft Zunahme gegen 1. December 1890 um rund 18700 wohner.
*• Dekanat Gießen. 27. October. (Schluß.) Dw Sonn:u u Heiligung könnte vielfach eine bessere fein trotz Sonntag 57^ 8kfetz- Hie und da werden an Sonntagen WerktagSarbeuen, den Wohnungen vorgenommen und zu Notharbeiten gefump* Tief beklagenSwerth ist cß, daß am zweiten Pfingstfeieu^ auch wenn er ConfirmationS- und AbendmahlSeag ist, beluftigungen gestattet sind. Auch der Staat kann ein JniereL daran haben, daß der Segen dieser Tage für die fog,, wachsende Jugend erhalten bleibt. — Kirchen und Pfarr^t. raithen befinden sich in einem im ganzen guten Zustand.
D:ei geschieht in den Gemeinden, um durch gute Lrctin bie schlechte mehr und mehr zu verdrängen. Es wäre » wünschen, wenn dies völlig gelänge. Gute Sonntag blätter werden vielfach verbreitet und gelesen, daß Hemi^ das Stuttgarter, auch daß Kasseler, der „Nachbar-, x Gießen werden wöchentlich Predigten verthcilt. BolkSdib.». theken bestehen biß jetzt in Allendorf a. d. Lumda, Grohn und Klein Linden, Heuchelheim, Kirchspiel Kirchberg, Göns, Lang - GöiiS, Leihgestern, Pohl-GönS, ReiSkircher BukhardSfelden, Steinbach, Treiß und Wieseck. Dieie ~~ theken werden viel benutzt und ist zu wünschen, daß überall bestehen.
Kleinkinderschulen sind errichtet tu Gießen, Bur felbcn, Leihgestern, Lang - Göns unb Großen-Linden. brei zuletzt genannten wurden im letzten Jahre gegrünln Hoffentlich folgen andere bald nach.
Kirchengesangvereinc bestehen in Gießen, BnrkhardSselder, Beuern, Annerod, Klein-Linden. Ein Pofaunenchor, der k kirchlichen Festen bereitwillig mitroirft und gut geleitet rotrt. besteht feit längerer Zeit in Klein Linden, ein weiterer he: sich vor Kurzem in Lang-GönS gebildet.
Drei Krankenpflegerinnen wirken in den Landgememtk- beß Decanats. Seit drei Jahren Schwester Büchsler m Großen-Bufeck, feit einem halben Jahr Schwester P-,/. in Annerod und Schwester Elis. Schäfer in Großen erstere ist in Kassel, letztere sind in Darmstadt (ölifabeibti stift) ausgebildet worden. Zu den Kosten der AuSdildarz wurden 400 Mark von der Spar- und Leihkasse Gießen gegeben. Pflegegelder werden gezahlt, von den Üirchenkassev wurde nach Maßgabe der Einwohnerzahl ein AuSschlag gezah.i von DecairatSmissionsfcsten an Collecten 148,53 Mark, zusammen in 1890/93 etwas über 2000 Mark. Dte irr Krankenpflegerinnen erfüllen den ihnen zugewieienen Berci mit großer Treue und gutem Erfolg. Gedruckte Satzung« und Dienstanweimng für die Schwestern liegen vor. Tt Oberleitung steht dem DecanatSausfchnß bezw. dem Ttcar, zu- Wenn Gemeindeglieder ihre Dienste begehren, so foUti sic ihr Gesuch durch ihren OrtSgeistlichen bei dem Vfanar: deS Wohnorts der Schwester stellen. Treten Schwierigkeit^ ein, so ist die Entscheidung des Decans einzuholen. In der Regel dürfen die Dienste der Schwestern nur für schwere Fälle, für Krankheiten mit epidemischem Character und für Operationen in Anspruch genommen werden. Die zu zahlenden Vergütungen — 1 Mark für jede Tag- und Nachtpflege - fließen in dte DccanatLkasse. Unvermögende Kranke sollen jedoch um ihrer Zahlungsunfähigkeit willen nie hinter Zahlung- fähigen zurückgefetzt werden. Ersatz der TranSponkosten, Unterkunft und Verköstigung ist von der Familie, in der 0:t Pflege geleistet wird, zu gewähren. Bei unvermögenden Kranken wird darauf gerechnet, daß die Nachbar« oder daß Pfarrhaus sich der pflegendeit Schwestern annehmcn. Die Landgemeinden dürfen sich freuen, daß nun auch in choen geschulte Gemeindeschwestern die Kranken, deren Pflege ent besondere Sorgfalt und besondere Kenntnisse erforberr, pnegeri können. Auch die in den Landgemeinden thätigen Aerzte begrüßen, wie man weiß, diese Einrichtung als eine große Wohlthat. Es ist gut, wenn in größeren Gemeinden Gemeindeschwestern ihren Wohnsitz haben, angestrebt wird, daß jede derselben ihre eigne Krankenpflegerin bat.
Auf den Rechenschaftsbericht deS DecanatSaußichussrS folgte der Bericht deS Pfarrer Bolz aus Allendorf in feinet Eigenschaft als Synodalvertreter für innere Mission. Er betonte die Wichtigkeit deS Arbeiter-, des Jünglings- uct MägdevereinS, dcß Feierabends in Gießen und empfahl die Einrichtung von Bibelstunden, damit daS Bibelverständn ß gefördert werde, ebenso bie Gründung von Tlännentereu tr in deren Versammlungen wichtige kirchliche und sociale Frag« besprochen werden könnten. Geeignete Blätter seien zu bannt, unter denen er „den Feierabend" und „die bume Stil* (beide illustriert und nicht theuer) besonders hervorhob.
Hieran schloß sich daS Hauptreferat des Pfarrer GoM auß Reiskirchen über die Frage: „Zu welchen kirchlM» Arbeiten können die Mitglieder deS Kirchenvorstandes beiortrl herangezogen werden?"
DaS Referat wie bic an baßfelbe sich anschlteßectr Diskussion boten viel BeherzigenSwerrhes. ES wird nairfnt- lief) gewünscht, daß die Kirchenoorfteher sich mehr, als d vielfach geschieht, an der kirchlichen Armenpflege bethciliüen Hierfür wird bie Eintheilung der Gemeinben in beftietn:t Bezirke empfohlen.
Golt helfe, daß auf bic Worte auch Thaten folgen, zur Hebung deS kirchlichen unb christlichen Lebens tn Gemeinben bienen, daß man überall recht viel wahrned»e von dem Glauben, ber in bet Liebe thärig ist.
Mit Gebet, geiprochen von Pfarrer Vogel au# Beuero, wurde die DecanatSshnode geschlossen.
Die Mitglieder beß DecanatsauSschufstS, Psarrn Schlosser, LanbgerichtSrath Kull man n I, bie Bürgermeister Geißler unb Bückel wurden mit großer Majornät wiebergewählt.
Darmstadt, 26. Dciober. DaS Comiti- für Verabreichung eine# warmenFrühstÜckS an arme schwächliche und
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