Ausgabe 
29.10.1893 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Clt "'n 1*^1»,

1898

Sonntag den 29. October

M. 254. Drittes Blatt

8-

chratisöeitage: Hießener Kamilienötätter.

rnpistr H.

e

; Win- I

1 ter=

E

L

B

Q

«9

1 <3

i ®

Roggen

Spelz

Wetzen

14

4

I 17 17 15

1.6 4 -

Kreis

3

2,5

3

2

ff

18

2,2 3,4 | 2,3

3 |

2.5

2

3

2

1

2,5 '

1

2

2

4_

2

w

2,5 i 1,2 | 17 ; -

I 2 | -

Durchschnitt

2,4 Ü 1,2 | 17 ü 17 || 17

2

Feuilleton

V

w»;-

2

2

Som- mer-

3

2

2

2

3

Ii*0at een Anzeigen zu der Rachmittag» für dm f^ßmdm Lag erscheinmdm Nummer bi» Benn. 10 Uhr.

1

2

Som- mer-

s s Z

19

18

4

3

3

4

3

Wtn- ter-

1

2

5

Z

16

22

20

16

17

16

20

12

16

16

10

15

18

20

16

20

18

14

20

10

24

10

10

Alle Lnnoruen-Vureaux de« In- und lu«(uM nchmm Anzeigen für den ^»ießenrr Anzeiger- entgegen.

Win­ter:

s B o 'N

-Sporn: mer-

! 2 2 2 2

2

8

9

10

11

12

1:

1,5

I 2

li 15

16 1

18 li 2i

21 2'

2i 21 25

Ernteertrag in 100 kg pro ha

Darmstadt.......

Dieburg.......

Erbach........

Groß-Gerau......

Heppenheim......

Offenbach.......

Durchschnitt sür Starkenburgs

Provinz Oberhessen.

Alsfeld........

Büdingen.......

Friedberg.......

Gießen........

Lauterbach.......

Schotten......_

Durchschnitt für Oberhessen

an Wichtigkeit und Bedeutung übertrifft alle andern die in Aussicht genommene Tabakfabrikat- resp. Facturenwerthsteuer, weil sie im Falle ihrer Annahme durch den Reichstag für das Erwerbs- und wirtschaftliche Leben eines großen Theiles unseres Volkes von den verderblichsten Folgen begleitet wäre. Mit vollem Rechte macht sich deshalb eine starke Gegen-

Sie hörte nicht auf die Worte deS Herrn Hornick, der als gewandter Weltmann vom Wetter zu sprechen begann.

Herr Hornick hatte soeben seine einzigen Zuhörer, die Wände, mit der gediegenen Bemerkung erfreut, daß schönes Wetter doch immer angenehmer sei als schlechtes, als der Schlaffer eintrat.

Vermittels einer der zahlreichen Theodoriche (vulgo Dieteriche), die er bei sich trug, gelang es ihm bald, den Secretär zu öffnen.

Mit der Begeisterung eines Agitators, der von der Politik lebt, begann Alma jetzt zu wühlen.

Wohlgeordnete Papiere flogen nach rechts und links, nichts war vor den wirtschaftlichen Händen der jungen Frau sicher, und doch fand sich das Loos nicht.

Zufällig verschob Alma dabei das Schreibzeug auf dem Tische um einen halben Zoll, sie stellte es jedoch sofort wieder gerade. Einen solchen Verstoß hältte ihr echt weiblicher Ord- nungssinn nie geduldet.

Nochmals wirbelte sie jetzt die Papiere durcheinander sie flogen wie die Blätter im herbstlichen Sturm und wieder ohne Erfolg.

Da entdeckte sie ein geheimes Fach.

ES zeigte sich ebenfalls verschloffen.

Glücklicherweise war der fein lächelnde Schlaffer noch zur Stelle- er besiegte auch diesen Widerstand, ward dann hono- rirt und ging mit zufriedenem Schritte ab.

ES gehört nicht streng zur Sache, verdient jedoch bew

Provinzen und ErhebungSbezirke.

für

/)\ *

Provinz Starkenburg, ftreifl Bensheim......

Antlitz Herrn Hornick ein, näherzutreten und Platz zu nehmen.

Davon wußte ich gar nichts, daß mein Mann spielt!" rief sie dann sehr heiter.Aber irren Sie sich auch nicht? Ist eS gewiß, daß wir gewonnen haben?"

Der Name Ihres Herrn Gemahls, gnädige Frau, ist so selten, daß ein Jrrthum ausgeschloffen ist. Nachdem ich den Namen im Adreßbuch gefunden, eilte ich sofort hierher. Wie ich mir bereits zu bemerken erlaubte, habe ich den Be­trag gleich mitgebracht. Es sind siebzigtausend Mark. Frei­lich eine Provision"

Die sollen Sie haben!" jubelte Alma. e

Ich darf Sie wohl bitten, mir das Loos Nr. 42 aus­zuliefern? Es ist dies Bedingung."

Schön! Ich will es sofort suchen. Mein Mann hat es jedenfalls in seinen Schreibsecretär gelegt. O schade, er ist verschloffen. Doch einerlei! Euphrosine!" rief sie zur Thür hinaus dem soeben zurückgekehrten Dienstmädchen zu.

Euphrosine, eine kugelrunde Person mit speckglänzendem Gesicht, erschüttert das Zimmer mit ihren Elephantenfüßen.

Laufen Sie schnell zum Schlaffer, er soll einen Schreib- secretär öffnen. Aber schnell!"

Siebzigtausend Mark! In Almas Kopf wirbelte es: Neue Kleider, neue Loge im Theater, Bälle, Reisen, vielleicht eine Equipage, alles wirbelte in ihrem Haupte durch­einander.

Nachrichten über den Saatenstand im Grostherzogthum Heffen UM die Mitte des Monats Oct ober 1893. Zusammengestellt bei der Großh. Oberen landwirthschastlichen Behörde.

1

2

3

4

5

6

7

Saatenstand

Note 1 = sehr guter, 2 guter, 3 mittlerer, 4 geringer, 5 sehr geringer Stand.

15

18

20

14 ||

jöl Miges

MM Eintritt

----

WM

Ach M N

.MWI

bewegung gegen die erwähnte Mehrbelastung des Tabaks geltend und zwar nicht nur in den zunächst betheiligten In- tereffentenkreisen, sondern neuerdings auch in den breitesten Volksschichten, vornehmlich aber bei Tabak- und Cigarren- arbeitern, die ganz besonders schwer darunter zu leiden hätten. Ueberall im ganzen deutschen Reiche, wo Tabak gepflanzt und verarbeitet wird, werden Protestversammlungen abgehalten, in denen Resolutionen zur Annahme gelangen, wonach der Tabak eine Mehrbelastung überhaupt nicht mehr vertrage, wenn nicht die ganze Tabakindustrie und damit viele Tausende von Existenzen einer folgenschweren Schädigung ausgesetzt werden f Angesichts dieser drohenden Gefahr ist es nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht aller derer, die sich in ihren vitalsten Interessen gefährdet fühlen, mit aller Entschiedenheit gegen das neue Steuerproject Front zu machen und dasselbe zu bekämpfen.

Dieser Kampf, der nicht mehr lediglich ein Interessen- kamps, sondern für Viele ein Kampf ums Dasein ist, kann mit um so größerer Aussicht auf Erfolg ausgenommen werden, weil unwiderlegbar nachgewiesen werden kann, daß man von Seiten unserer ReichSsinanzverwaltung von falschen Voraus­setzungen ausgeht und daß es wiederum die wirtschaftlich Schwachen, d. h. die weniger Bemittelten wären, auf die der Hauptantheil bei Aufbringung der Mehrkosten entfallen

Wenn man berücksichtigt, daß nach sorgfältigen Erheb­ungen die Cigarren bis zu 5 Pfg. incl. ca. 75pLt., d. t. 3/ des Gesammtconsums ausmachen, während auf die b Pfg - Cigarren 15pCt. und alle übrigen über 6 Pfg. hinaus ins- gesammt nur 10pCt. entfallen, so kann es keinem Zweisel unterliegen, daß aus den Cigarren über 6 Pfg. und dem Rauchtabak über 1.30 Mk. das Pfund allein die doppelte Einnahme an Steuer gegen bisher nicht aufgebracht werden kann.

Die unausbleibliche Folge der erheblichen Verteuerung durch die Facturenwerthsteuer, die nach osficiösen Erklärungen bei Cigarren 33>/spEt. und bei Rauchtabak 66V, pCt. deS Werthes beträgt, wäre ein Rückgang des ConsumS dauernd um ein Drittel. Da nun in der Tabakindustrie ca. 161000 Arbeiter beschäftigt sind, so wäre die weitere Folge, daß bei i/g Consumrückgang auch Vs dieser Arbeiter arbeitslos und damit brodloS werden würden.

Aus diesen Gründen liegt es aus der Hand, daß der Gesetzentwurf unmöglich zur Annahme gelangen kann. Der Tabak kann nicht mehr bluten. Es blutet ja nicht der Tabak selbst, der theoretisch ein vortreffliches Steuerobject sein mag, es bluten vielmehr Hunderltausende von Existenzen, die heute in der weitverzweigten Tabakinduftrie den Lebensunterhalt für sich und ihre Familienangehörigen verdienen.

Wir sind der festen Ueberzeugung, daß der Reichstag den Tabaksteuerentwurf nach Lage der Sache ohne Weiteres ablehnen wird. Die zur Deckung der Kosten der Militär- vorlage erforderlichen Mittel können und müssen aufgebracht werden, ohne daß die ärmeren Klassen so sehr belastet und so viele Existenzen ruinirt oder mindestens ernstlich gefährdet werden.

2|| 2

2 || 2

Provinz Rheinhessen. Landw. Vereinsbezirk Alzey . .

Bingen .

Pech in ))rima - Qualität.

Humoreske von Ad. Thiele.

(Nachdruck verboten.)

Eine Droschke hielt vor dem Hause an.

Alma eilte anS Fenster, um zu erspähen, wer denn da ausstiege, und sah zugleich mit anderen neugierigen Nach- darinnen, daß -in st°t,lich°r Herr den Wagen ner.

Gleich darauf klingelte es an der Vorsaalthur. Alma trotte daS Dienstmädchen ausgeschickt, sie mußte sich daher be- ^^^Kann^ich d1e°Ehr"'haben, Herrn Zwistebill zu sprechen?" fragte der fremde Herr.

Mein Mann ist leider ausgegangen.

Thut nichts, gnädige Frau! Mein Name ist Hornick, ich bin Lotteriecollecteur."

Frau Alma warf ihm einen mißtrauischen Blick zu und nSthigte ihn nicht zum Eintreten.

Wie gnädige Frau vielleicht wissen," fuhr der Fremde fort,spielt Ihr Herr Gemahl in der Lotterie."

AlmaS Züge wurden sehr unfreundlich.

Ich kann Ihnen nun die erfreuliche Mitteilung machen, daß Ihr Herr Gemahl einen Haupttreffer gemacht hat. Ich komme, um das Geld zu bringen."

Alma blickte erst verwundert, dann lud sie mit strahlendem

1,9 II 3,1

1,9 |i 3,5

| 12

30

24

16

16

12

[ 17

18

14

17

12

16

21

1,1 22

23

28

14

16

| 18

JerscW

1-

Eint0 J prospetf'

erbe $mn Ech/ad fieti angetauft (8

Keßler, BMich xvtMtthtümgibri im vlötzttn Md Nr l ttm-Sge-mfiiindmM

Actm, Htituvgtv, flihi j(rt, Gold- und WM m, vruchgold, oltra W\ , altmodischen PlNzck «ständen, alten etiir u s. w. u s lv

M ck W on Mobilim Mtd S-.

Louis Rothr

I 1.5 i ~ l! ~ 11 ~

II 1,7 | - || 2,5 h 3

* fiecka L Marsüy,

i -

1 1

- I 2

I 2 !

1.5

Kiesultate.___________________________________

Zur Tabaksteuerfrage

geht uns von fachmännischer Seite folgende Mittheilung zu:

Im Vordergründe aller socialpolitischen und wirthschaft- i'chen Fragen der Gegenwart stehen unstreitig die von der Aeichsfinanzverwaltung geplanten neuen Steuerprojecte. Aber

" ""d dauerh«i,

>»»«, W(l

HD Herden.

vMÜlicher 8edi^

N Ntztz

MkfmUo

S* Lindenp/s- bürgerlicher KWtii» 70 unb 90 Kfz.

BMard. - jhfltw, :lbst ein StttWtÄ m; IH vemüttzrn.

M. Leche«.

Flonheim .

Ingelheim .

Mainz . Nieder-Olm Oppenheim.

Osthofen .

Pfeddersheim

Wöllstein .

Wöristadt .

Worms .

für Rheinhessen

w Gichemr Anzeiger 8

«erden bem Anzeiger A p /^|A * Jte.lt

general-Anzeiger.**

Amts- unb Anzeigeblutt für den Areis <5tef$en>___

2 - II -

1,7 |l 2

Durchschnitt sür das Großherzogthum I 1,9 3

Remerkunaen' Die Wintersaatm, namentlich bei Weizen, sind noch im Gange. Die frühen Roggensaaten sind gut ausgegangen, °°d ihr Stand ist guVbts f-hr gu^ Die Kleefaaten waren im Frühjahr schlecht aufg-gangen. Die Nachsaatm zeigen gut«. Stand Die Lnnn Weizen und Svel, schwanken zwar nicht in den weiten Grenzen, wie wir dies im letzten Berichte bei Roggen confiatiren