Ausgabe 
28.10.1893 Erstes Blatt
 
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bittet den Parteitag, er möge seine Sympathie mit der Gewerkschaftsbewegung aussprechen und legt den Genossen die Pflicht auf, unermüdlich für die Bedeutung der gewerkschaft­lichen Organisation zu wirken und mit aller Straft für deren Stärkung einzutreten. Eine zweite Resolution bezeichnet es als Pflicht eines jeden Parteigenossen, wenn nicht zwingende Gründe ihn hindern, einer in seinem Gewerbe bestehenden gewerkschaftlichen Organisation anzugehören. Die Gewerk­schaften bildeten geschloffene Reihen, um welche sich die Maffen schaaren müßten behufs Erringung befferer Arbeitsbedingungen. Jeder Erfolg hierbei bedeute einen Fortschritt in der socia- listischen Bewegung. Referent Legien plaidirte in längerer Rede für die Unterstützung der gewerkschaftlichen Organi­sation, die als eine Erziehungsanstalt betrachtet werden könne, in welcher die Genossen unterrichtet und reif für die politische Organisation gemacht werden sollen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung befürwortet Referent Legien die Annahme eines Antrages, wonach jeder Genosse einer Gewerkschaft angehören müsse, wenn nicht zwingende Gründe ihn davon abhielten. Redner ergeht- sich in scharfen Ausfällen gegen den Delegirten Auer, welcher in seiner Erwiderung versichert, daß er ein Freund der Gewerkschaftsbewegung sei.

Köln, 26. October. Nach Mittheilung der hiesigen BolkSzeitung" wurde Pfarrer Kneipp zuWörrishofen zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt.

Lemberg, 26. October. In politischen Blättern wird fortgesetzt der Gesundheitszustand General Gurkos als besorgnißerregend bezeichnet.

Paris, 26. October. Gestern traf Großfürst Sergius von Rußland mit seiner Gemahlin in Paris ein und stattete dem Präsidenten Carnot einen Besuch ab. Groß­fürst Alexis erwartet in Biarritz die Abfahrt der russischen Schiffe, alsdann begibt er sich nach der Riviera.

Paris, 26. October. Die Regierung beschloß, in der den Namen des Marschalls Mac Mahon tragenden Straße ihm ein Denkmal za errichten.

Paris, 26. October. Da mehrere russische Offi­ziere infolge der durch die fortgesetzten aufregenden Fest­lichkeiten hervorgerufenen Uebermüdung erkrankt sind, konnten dieselben nicht mit Avelan abreisen und mußten zur Pflege zurückbleiben.

Paris, 26. October. Der russische Finanzmini ft er telegraphirte an den französischen Handelsminister, allen Be­amten für die herzliche Aufnahme der russischen Offiziere zu danken und fügte persönlich die besten Wünsche für das Wohl­ergehen Frankreichs bei. Der Handelsminister antwortete in sehr herzlicher Weise.

Paris, 26. October. Heute Vormittag wird die Leiche Gounods hierher gebracht und Mittags im Orgelsaale des Hotel Malesherbes aufgebahrt. Morgen Mittag findet der Leichendienst in der Madeleinekirche statt. Die Freunde Gounods veranstalteten eine Subscription zur Errichtung eines Denkmals.

Lyon, 26. October. Avelan und seine Offiziere wurden gestern auf dem Wege nach dem Stadthaufe von einer großen Menschenmenge begrüßt. Der Maire empfing die Russen mit einer herzlichen Ansprache, alsdann wurden ihnen Ge­schenke überreicht. Das Dejeuner fand in der Präsectur statt.

Lyon, 26. October. Um 2 Uhr 15Min. Nachts fuhren die Russen nach Toulon ab- Feuerwehrleute mit Fackeln bildeten bis zum Bahnhofe Spalier.

Aeußerungen von Partei-Rednern über die Tabakfabrikationssteuer.

Angesichts der beabsichtigtenTabakfabrikatsteuer" dürfte es von besonderem Jntereffe sein, die Ansichten berufener Volksvertreter verschiedener Parteirichtungen kennen zu lernen, ausgesprochen in den Reichstagösitzungen vom 10., 17. und 12. Mai 1878, in welchen über das TabakenquZtegesetz be­lachen wurde.

Abgeordneter Freiherr von Schorlemer-Alst (Gentrum):

Die Fabrikat st euer würde unsere Cigarrenindustrie und namentlich die Hausarbeit vernichten und die Pro- duction in einzelne größere Betriebe zusammendrängen, die dann um so leichter für die Zwecke des Tabak- Monopols expropriirt werden könnten, und wir würden auch auf diese Weise doch zuletzt zum Monopol kommen.

Ich möchte sagen, wenn man das Monopol bezeichnet als ,1a mort sans phraae* für die Tabakindustrie, so könnte man sagen, daß dieFabrikatsteuer" das Vorgehen jenes herzensguten Mannes ist, der es nicht über sich gewinnen konnte, seinem Schooßhündchen die Ohren und den Schweif mit einem Male abzuschneiden, sondern diese Operation in ein Dutzend zerlegte."

Jrn Weiteren warnt Redner dann, mit Bezug auf die früherenKafseeschnüfler" (Bezeichnung der Beamten, welche früher mit der Aufgabe angestellt wurden, zu controliren, daß nicht Kaffee, der nicht verzollt war, consumirt, resp. ge­brannt wurde re.)

Abgeordneter von Bennigsen (natlib.):

»Meine Herren, ich bin der Ansicht, daß eineFabrikat- steuer", die sich ein solches Ziel fetzte (hohe Erträge), ähnlich verderblich wirken müßte für die Tabakindustrie »und alles, was damit zusammenhängt, wie das Monopol.

Ja, ich möchte sagen, und soweit schließe ich mich an daö an, waSHerrvon Schorlemer gesagt hat, bis zu einem gewissen Grade wirkt sie noch verderblicher.

Wenn man so hohe Fabrikatsteuer erhebt, so wird von den zehntausend selbstständigen Tabakbetrieben in Deutsch- land nur ein geringer Theil in der Lage sein, sein BetriebScapital so zu vermehren, so viel Credit zu er­gangen, daß er gegenüber so hohen Fabrikatsteuern sein Geschäft fortsühren kann. Die Folge würde sein in einigen Jahren, daß die Tabakfabrikation sich auf wenige große Betriebe concentrnie, die bedeutende Capitalien an

ein Geschäft wagen können, zum Schaden aller Derer, die sich jetzt als Unt/rnehmer, Angestellte und Arbeiter mit dieser Branche befassen."

Abgeordneter von Kleist-Retzow (conL):

Jede Tabaksteuer hat ihre Grenzen in Bezug auf die Production und hat ihre Grenzen in Bezug auf die Fabrikation.

Es kann kein Product, kein Nawrproduct, ohne daß eine Fabrikation dazwischen tritt, so hoch besteuert werden, daß der Werth der Steuer dem Werthe des ProducteS g'e'chkommt (Anm.: heute bei Brasiltabak bereits der Fall), sonst ist das Risiko dabei zu groß und man unter» drückt die Production. ES kann die Fabrikation bei hoher Besteuerung nur betrieben werden von sehr großem Vermögen, sie muß die Steuer vorschießen und hat da- bet ebenfalls ein großes Risiko und oft Verluste. Das ist die nothwendige Folge, daß erst die kleineren und bann die mittleren Fabrikationen zu Grunde gehen."

Ferner im weiteren Verlauf der Rede:

Aber man sagt: eine Fabrikatsteuer! Sie haben ge- hört vorn BundesrathSttsche auS, es sei ein System der Defraudation und Denunziation! Wir haben hohe Tabak- steuer in Rußland, mit so drückenden Conttolen wie beim Monopol, darauf gehe ich auch nicht ein."

AuS der Rede des Herrn von Kleist Retzow ließen sich noch viele Stellen anführen gegen eine Fabrtkatsteuer, doch würde dies im Rahmen dieser Notiz zu weit, führen.

Inzwischen ist nun bereits 1879 eine bedeutende Tabak zoll- und Tabaksteuererhöhung eingetreten, so daß die (wie vorstehend angeführt) ausgesprochenen Bedenken heute in noch viel erhöhter Weise in Rechnung zu ziehen wären.

In denErläuterungen zu dem Gesetzentwurf, bttreffenb das Reichstabakmonopol", wird gesagt:

Auch dieFabrikatsteuer", welche in den Ver­einigten Staaten von Amerika große Beträge abwirft, scheint auf die ganz anders gelagerten Verhältniffe im Deutschen Reiche sowohl aus finanzpoltttschen, als auch volkswirthschaftlichen Rücksichten nicht anwendbar, wie in dem Berichte ber im Jahre 1878 nach Nordamerika entsendeten Commission in eingehender Weise bargelegt worben ist. Es barf nur auf bie nachgewiesene außer- orbentlich hohe Steuerbelastung bes Tabakconsums ohne Rücksicht ans bie Waaren Bezug genommen werben."

Eine so gleichmäßige Verurtheilung ber geplanten neuen Besteuerungsform seitens hervorragenber Führer so ver- schiebener Parteien ist für letztere wohl geeignet, Veranlassung za werben, baß bem erneut austauchenden Vorschlag allseitig mit aller Kraft entgegengetreten wirb.

Cocains ttnö provinzieller.

Gießen, ben 27. October 1893.

** Landtagswahl. Bei ber heute stattgehabten Nachwahl bes Wahlkreises Gießen-Land würbe Herr Stabtoerorbneter Karl Orbigs-Gießen mit 15 Stimmen gewählt.

** Theater - Verein. Für bie erste Aufführung am 2. November hat Herr Intendant Cl aar seine vorzüglichsten Strafte zur Verfügung gestellt. Die Titelrollen liegen in den Händen der Damen: Gündel, Keller-Frauenthal und Landori, ber Herren: Wallner, Hermann, Diegel­mann unb Meyer. Wir bürfen ohne Zweifel auf eine Darbietung rechnen, wie sie uns in so künstlerischer Vollenbung hier noch nicht geboten worben ist.

** Der erste Conveutionstag deutscher Gastwirthe-Berbände findet am 7. November d. I., Vormittags 10 Uhr, im Hotel zum deutschen Haus" in Leipzig statt, um eine Einigung sämmtlicher deutscher Gastwirthe zu erzielen. Es bestehen in Deutschland ca. 500 Gastwirthevereine mit ca. 40 000 Mit­gliedern, die zum großen Theil in Landes- bezw. Provinzial- Verbände und Vereine organifirt sind und soll nun eine Conventton gebildet werden, welche alle bestehenden Gastwirthe- verbände unb Vereine umfaßt, um in Reichs- unb allge­meinen A ngeleg enheit en einheitlicher unb erfolg» versprechenber wirken zu können. Angesichts ber vielen Miß. ftänbe, welche sich im WirthSgewerbe herauSgebilbet haben, unb unter welchen gerabe ber gebiegene, folibe Theil leibet, erscheint bieses Zusammenschließen alS sehr berechtigt.

Eine sehr wichtige Entscheidung für Zeugen vor Gericht hat bas Oberlanbesgericht in Darmstabt gefällt. Ein orbnungs- mäßig gelabener Zeuge hat sein Nichterscheinen vor Gericht burch ein ärztliches Zeugniß entschuldigt, doch traf bas Zeugniß erst am Tage seiner Vernehmung vor Gericht baselbst ein. DaS Landgericht verurtheilte barauf ben Zeugen, weil derselbe sein Ausbleiben nicht rechtzeitig entschuldigt hatte, zu einer Geldstrafe und in bie entftanbenen Kosten. Gegen bieseS Urtheil würbe von bem Beklagten Revision an bas OberlandeSgericht in Darmstabt ergriffen, baSselbe entschieb aber, baß bie Strafe gegen ben Beschuldigten aufzuheben sei, da nirgends bestimmt sei, daß ein Zeuge wegen nicht rechtzeitiger Entschuldigung, in Strafe genommen werben könne, nur könne berselbe zu den burch seinVersäurnniß entftanbenen Kosten verurtheilt werben.

* ernannt würbe ber Canzleidienergehilfe Heinrich Nicolai in Gießen zum AmtsgerichtSbiener bei bem Amts­gericht Hungen. In ben Ruhestanb würbe versetzt ber Gefangenaufseher am LanbeSzuchthauS Marienschloß Johann Anton Dem auf sein Nachsuchen unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste.

* Decanat Gießen, 27. October. Am 5. October tagte in Gießen unsere bieSjäh rige DecanatSsynobe, beren Verhanblungen ein GotteSbienst vorausging, in welchem Pfarrer Walz »Langgöns über 1. Cor. 3,9 prebigte. Nach- bem bie Verhanblungen mit Gebet bes Decans eröffnet worden waren, verlas biefer bie Bescheibe Großh. Ober» consistoriumS auf bie Beschlüsse ber vorjährigen Decanatsynobe, woran sich bic_ Vorlesung deS Rechenschaftsberichtes beS DecanatSauSschusseS über bie kirchlichen unb religiSS-sittlichen Zustänbe beS DecanatS in 1892 schloß. Pfarrer C 1 otz zu Hausen würbe vom 1. Mai penfionirt, bem Kirchenrath

Ritsert zu Kirch GönS ein Bicar beigegeben. Verwaltet wurde noch bis in dieses Jahr hinein bie Pfarrstelle iq Reichskirchen, bie dem seitherigen Pfarrverwalter Gomde! definitiv übertragen wurde. Die evangelische Gemeinde Gieße« wurde in vier Parochien eingekeilt, als 4. Geistlicher wurde am 23. Oktober Pfarrverwalter Dr. Grein in seinen Dien« emberufen. In Kirch»GönS starb Lehrer Johann (^org Rahn, der 54 Jahre mit Segen dort gewirkt. Schülern. Weihungen sanden statt in Beuern, Kirch-GönS, Trohe und Lollar. In Gießen wird eine neue Kirche, deren Grundster» legung im vorigen Jahre stattfand, in diesem Herbste roch eingeweiht werden. Das DecanatSmissionSfeft wurde b PohlGönS gefeiert, die Festcollecte betrug 103 Mark. Ta» Jahresfest deS Gießener ZweigvereinS der Gustav-Adsis. Stiftung, obgleich es an einem Sonntage in ReiSkirche» p. feiert wurde, war nicht so stark besucht, alS jenes. Hoffers werden auch diese Feste in Zukunft besser besucht.

Jahresfest des j^derhessischen Vereins für innere Mtssb, wurde am 16. JRooember in Gießen gefeiert. Verbandest wurde über das Thema:Unsere Stellung zu den bäuerl ler Vereinen".

Die Zahl der Kirchenbesucher an den drei Zählsonntager betrug 1349 weniger als im vorhergehenden Jahret m 1891: 37754 und in 1892: 36405. Der Kirchenbesuch ch ein im allgemeinen befriedigender, in mehreren Gemeinden ch er ein guter, auch recht guter, in einzelnen Gemeinden wirtz es mit ihm langsam besser. Geklagt wird im Bericht darüber, daß in allen Gemeinden solche vorhanden sind, die sich de« kirchlichen Leben entziehen und die Kirche wenig ober an nicht besuchen. In verschiebenen Gemeinden sind ChristveSpem. Sylvester- unb PassionSgottesbienste, in wenigen Bibelstunda eingeführt. Gern werden diese gehalten, wo sich ein ernste» Verlangen darnach zeigt. Altarliturgien bestehen in mehrer«, Gemeinden, in anderen ist ein Derständniß für dieselben noch nicht vorhanden. Manches ist hie unb da geschehen zur würbigen Ausschmückung der Kirchen, durch Anschaffung v« Altarbekleibungen, Silbern unb begleichen.

Die Theilnahme am h. Abendmahl ist sich im Ganzen gegen früher gleich geblieben. Fast alle Erwachsene nehmen in ben meisten Gemeinben on bemfelben Theil, die Zahl der notorischen SacramentSverächter ist gering. Die Zahl der Abendmahlsgäste hat gegen daS Vorjahr um 3523 zugenommen, in 1891: 31033 unb in 1892: 34 556. ES ist zu wünschen als Alte unb Gebrechliche sich in manchen Gemeinden bal hei,. Abendmahl mehr in ihren Wohnungen reichen (affen.

Die Zahl ber in rein evangelischen Ehen im Decanat geborenen Kinder betrug 1233. In Mischehen wurden 57 Stinbcr geboren, wovon 52 auf Gießen kommen. 201 Kinder würben außerehelich geboren. ES wurden im Decanat 904 Kinder confirmirt: gestorben sind 1018 Gemeindeglieder, die alle bis auf 220 Kinder unter 6 Jahren, und 133 Er­wachsene kirchlich beerdigt wurden. In den Landgemeinden geschieht dies bei allen Kindern biS auf die sog. Wochenkinder, was in Gießen nicht angeht.

Der religiös-sittliche Zustand ber Gemeinden ist ein te Ganzen befriedigender bezw. im Ganzen guter, eS findet sich recht viel Gutes, aber auch recht viel Schlimmes tritt m Einzelnen hervor. Bei Vielen fehlt ein wirklich ernste» religiöses Leben gänzlich. ES wird geklagt über Zunahme des LuxuS, über Mangel an Einschränkung au« falschem Skolz. über Zunahme des VereitttlebenS und deS damit verbundenen WirthShauSbefucheS, über daS wüste Treiben der Jugend an Sonntag-Nachmittagen und »Abenden, auch in den fogenaunrm Spinnstuben, die vielfach zu bloßen Tanz» und Drinfgritlb schäften ausgeartet seien. ES thut dringend Noth, daß be­hördlicherseits Einhalt geboten wird, daß die ber tm fort» bilbungsschulpflichtigen Alter befindlichen Jugend bisher leider zugestandenen Freiheiten eine zeitgemäße Einschrändn z erster Den jungen Leuten wird solches gewiß zum Segen bientr. Die Christenhäuser müssen auf bem rechten Grunde bei chnsi lieben Glaubens aufgebaut werben, sonst sind sie Häuser, die auf Sanb aufgebaut sinb. Wahre Gottesfurcht macht auch fleißig unb arbeitsam, macht treu, redlich und gewissenhaft im irdischen Beruf, macht auch genügsam unb jufrieben mit dem, waS Gott in seiner Weisheit barreicht. Eltern wachen oft nicht genug über ihre Kinder, erstere müffen diese hüten vor schlechten Gesellschaften, eS ist mit allen Mitteln dahin z, wirken, daß überall auf Zucht unb anstänbigeS, gesittete» Benehmen etwas gehalten wirb unb in den Gemeinden ein wahrhaft christliches Leben, ein lebendiges Christenthum zur Entfaltung kommt.

Bezüglich ber Wohlthätigkeit, bie im Decanat Gieß«, geübt wirb, fei bemerkt, baß mehrere Gemeinden im Wodl> thun unb im Gelbfpenden HervorragenbeS leisten. So wurde» u. A. für christliche Anstalten 5599.46 Mk. beigefteuert, wobei hervorgehoben werben muß: Allenborf a. b. Lda. mir 124 Mk., Beuern mit 648 Mk., Gießen mit 2300 |K» Großen Bufeck mit 165 Mk - Großen Linden mit 173 WU Klein Linden mit 201 Mk.; ftirdjberg unb feine Filiale mt 690 Mk., Kirch-GönS mit 117 Mk., Lang-GönS mit 4951RI, Leihgestern mit 356 Mk., Pohl GönS mit 272 Mk., mit 127 Mk. In TreiS wurden für äußere und tonne Mission 60.35 Mk. beigesteuert, in Wieseck für da» Aiauh« HauS unb Bethel nahezu 100 Mk., außerbern 59 Mk für i bie Nothleibenben in Hamburg in der Cholerazeit. In Alten- Bufeck gingen ein für eine zu gründende Kleinkinderbewahr- > anstatt 102.73 Mk., in Heuchelheim 64.60 Mk. unb m Beuern 145.12 Mk. In Beuern wurden für verschiedene kirchliche Zwecke beigesteuert 811.29 Mk. Viel Wohlthättß' keitSsinn findet sich in Gießen. Für die Armen wurden von ber Kirchengemeinde 1653 Mk. unb außerbem noch für kirch­liche Zwecke 5000 Mk. beigesteuert, 10 000 Mk. wurden von den Geschwistern Wilson den vier Sirchengemeinden zu be­liebiger Verwendung und 30000 Mk. für die Armen über­geben. (Schluß folgt.)

A Hattenrod, 26. October. Auch bem zürn dritten Wale gewählten Burgerrneifter-Candidaten ist wiederum btt

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