Ausgabe 
28.4.1893 Erstes Blatt
 
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Die

am Freitag den 28. April, von Nachmittag- 5 Uhr an, vor- genommen werden. Zuerst werden die Glocken aus dem Stadt- kirchthurme 5 Minuten lang geläutet, danu eine Viertelstunde lang die neuen Glocken, endlich werden nach einer Pause ebenso lange die Glocken beider Kirchen miteinander gelautet werden.

* Neues Theater. Da- stet- gern gesehene und seit einer Reihe von Jahren nicht zur Aufführung gelangte wirksame SchauspielMutt er leg en" oderDie Perle von Savoyen" gelangt morgen zur Aufführung und wird gewiß allen Theater­freunden eine angenehme Gabe sein. Frau Director Baar- zählt die weibliche HauptrolleMarie" zu ihren besten Par» tieen und hat die anmuthige' Darstellerin ferne Rivalin in dieser Rolle zu scheuen. Die NovitätZwei glückliche Tage" wird in allernächster Zeit gegeben und haben, wie man un- mittheilt, die Proben dazu schon begonnen.

* DaS am Montag in die hiesige Klinik gebrachte schwer verletzte Mädchen a°8 Shriugkhausen ist, wie wir er. fahren, dadurch verunglückt, daß es in Ehringshausen au» dem Zuge steigen wollte, ehe derselbe zum Stehen gebracht war. DaS Mädchen glitt auS und fiel mit solcher Gewalt aus die Steinfließen des Bahnsteige-, daß ihm sofort da- Blut aus Mund und Nase drang. Dieser Unfall predigt zugleich eine beherzigende Mahnung vor übereiltem Berlaffen der Züge.

(srueauung. Der vortragende Rath in der Groß« herzoglichen Ministerialabtheilung für Schulangelegenheiten, Geheimer Oberschulrath Sold an, ist für die Zeit vom 1. Mai 1893 bi- dahin 1895 zum Mitglied der Reich-- Schulcommijsion berufen worden.

Cotalts rin- provinzielle».

iefcen, 27. April 1893.

♦♦ Die neuen Kirchenglocken. Da» Probegeläute der Glocken aus dem Thurme der Johanne»kirche soll

** Ter Braud in Horbach bei Herborn hat da- ganze Dors (ca. 60 Häuser und 28 Scheuern) vernichtet. Gestern Nachmittag paisirre den hiesigen Bahnhof eine Adtheilung von Mannschaften des 11. Pionierbataillon- (Castel), welche nach Hörbach beordert worden, um dort Baracken zu errichten. Die Pioniere führten einen Waggon Barockenbaumaterial, Zelte u. s. w. mit sich. In dem Zuge befand sich auch der Regierungspräsident der Provinz Hessen-Nassau, v. Tepper- LaSki, welcher sich ebenfalls nach Hörbach begab. Dre Ab­gebrannten, die leider nur zum kleinsten Theile versichert sind, mußten bisher im Freien zubringen. Der gestern weiter gemeldete Brand hat nicht in EibelShauien, sondern in Straßebersbach gewüthet, woselbst 18 Wohnhäuser und Nebengebäude zerstört wurden. Gestern Abend tras mit dem 11 Uhr 21 Min. hier eintreffenden Personenzuge eine weitere Adtheilung Pioniere ein, welche sofort mittelst Extra­zuges nach Herborn befördert wurden, um für die Abge­brannten in Straßebersbach Baracken zu errichten. Aus der Gegend von Bürbach und Dillenburg werden eben- fall- größere Brände gemeldet.

** Die furchtbaren Brände, welche in den letzten Tagen von überall her gemeldet werden und die mehrere Städte und Ortschaften in unserer Nähe, wie Altenkirchen, Hörbach und Straßebersbach, in wahrhaft schreckenerregender Weise heimgesucht haben, sollten Jedermann dazu veranlaffen, in dieser für die jetzige Zeit fast beispiellosen Dürre bei dem Gebrauche von Feuer in jeglicher Form die äußerste Vorsicht zu bewahren. Namentlich gilt die- für die Landorte, wo nicht nur die Bauart vieler, ja der meisten Häuser, sondern auch die Vorräthe der Scheunen bei ausbrechenden Bränden der Verbreitung des verheerenden Elements häufig Vorschub leisten. Aber auch unterwegs und namentlich beim Aufenthalt in Wäldern sollte umsomehr die gleiche Vorsicht angewendet werden, da auch die Waldbrände sich in bedrohlicher Weise mehren. Im Uebrigen verweisen wir auf die an der Spitze dieses Blattes befindliche Polzeiverordnung.

* Altetthnmsfrenuben diene zur Nachricht, daß der sogenannte Taufstein, welcher seit Jahrhunderten bei Bürgeln in der Ohm liegt, w'eder sichtbar ist. Der Sage nach soll BonifaciuS an dieser Stelle die Heiden getauft haben. Herr Gastwirth Theis zu Bürgeln ist gerne bereit, über den Platz, wo der Stein liegt, nähere Auskunft zu geben resp. einen Führer zu beschaffen. Der niedrige Wafferftand würde z. Z. eS verhältnißmäßig leicht ermöglichen, dem Zeugen einer alten Cultursitte einen würdigeren Platz zu verschaffen.

Der hessische GustavAbolfBerein begeht in der ersten Hälfte des Juli gleichzeitig mit der Jahresversammlung in Friedberg sein 50jährigeS Jubiläum. Der Aufruf, welchen der BerwaltungSrath wegen Einsendung besonderer Jubiläums­gaben für die Festfeier erlassen hat, beginnt seine Früchte zu tragen. Der evangelische Kirchengesangverein in Bingen hat ein Taufbecken von plattinem Silber mit eben solcher Kanne un Werthe von 90 Mark gestiftet- ein oberhessischer StandeSherr hat einen erheblichen Geldbeitrag einsenden lassen, wie denn auch vermögende .Kirchengemeinden, Private rc. bereit- Beiträge geliefert haben. Bei der hohen Bedeutung der Feier darf man auf weitere Unterstützung wohl mit Grund hoffen.

» Eiskalte Getränke. Folgende Warnung vor dem Genuß eiskalter Getränke erläßt das Berliner Polizei- Präsidium:ES ist in früheren Jahren die Wahrnehmung gemacht worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineralwässer, wie Selterser-, Sodawasser rc. rc., an die Abnehmer meist eiskalt verabfolgt werden. Da der Genuß so kalten Wasser-, welcher schon in normalen Zeiten leicht ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich zieht, für den Fall de» erneuten Drohens der Eholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen noch befördern müßte, so wird das Publikum bei dem Beginn der wärmeren Jahre»- zeit vor dem Genuß eiskalter Getränke überhaupt, besonders aber der Mineralwässer in derartigem Zustande, hierdurch gewarnt."

* Neuerdings werden nach Oesterreich bestimmte Post- fenbnngen schon von 50 Gramm an zollamtlich behandelt. ES muß bei Aufgabe von Briefen von diesem Gewicht an den Schaltern angegeben werden, ob der Inhalt de» Briefes nicht zollpflichtig, andernfalls nähere Angabe ent'

(Kin Blick des Technikers in die Zukunft.

Ueber dieses Thema hielt in Prag Prof. Friedrich Steiner, der als hervorragende Autorität im Jngenieurfach bekannt ist, einen Vortrag. Er sagte nach derPresse" folgendes: ,

Da ich hier gewissermaßen als Prophet stehe, so mug ich zunächst bemerken, daß eine sehr schwierige Sache ist, auf technischem Gebiet ein Prophet zu fein. Ein Blick in die Vergangenheit belehrt un-, daß viele technische Erfindungen, welche sich in der Zukunft glänzend bewährten, seinerzeit auf den größten Widerspruch erfahrener Fachmänner stießen und von solchen als unausführbar bezeichnet wurden. Ich will mich zunächst mit einer Erfindung befassen. Die Journale der letzten Tage haben sehr viel über die Erfindung einer kugelfesten Uniform berichtet. Wenn wir mit der wissenschaftlich kritischen Sonde an diese Frage herantreten, so ergibt sich Folgende-: Da- Geschoß unsere- modernen Mannlicher-Gewehres wiegt etwas über 15 Gramm und es verläßt da- Gewehr mit einer Geschwindigkeit von 530 Metern in der Secunde. In Folge dieser ungeheueren Geschwindig­keit besitzt das Geschoß eine bedeutende lebendige Kraft ober richtiger Arbeitsvermögen- dasselbe beträgt 227 Meter- Kilogramm. Dieses Arbeitsvermögen, welches, wie jede Kraft und Arbeit, nicht verloren gehen kann, drückt sich bei dem Geschosse in der durch dasselbe verursachten Zerstörung und in der Wärmeentfaltung au-. Wenn man sich nun die Frage stellt, wie viel Kilogramm eines feinen Drahtgewebes zerstört werden müßten, damit die Kugel vollständig zur Ruhe kommt, so ergtebt sich ein überraschendes Resultat. Ein Knbikcenti- meter Eisen braucht 1000 (Sentimcter-Rilogramm, um zerrissen zu werden. Mit 177 Kilogramm Eisendraht hätte ich also ihatsächlich schon eine Masse, welche, vollständig zerrissen, im Stande wäre, jene Arbeit von 227 Meter-Kilogramm, wie sie daß Geschoß enthält, aufzunehmen. Die Rechnung muß also im Dornhinein sagen: unmöglich ist eS dadurch nicht, daß mehrere hintereinander folgende Drahtgewebe thatsächlich im Stande sind, so viel Deformationsarbeit aufzunehmen, daß die lebendige Kraft des Geschosses dadurch vernichtet wird. Auch bas Schmelzen der Bleikugel ist nicht unmöglich. Damit sei nur gesagt, daß eS wissenschaftlich nicht undenkbar ist, ein solches Gewebe Herstellen zu können. Aber ich hüte mich, die Behauptung aufstellen zu wollen, daß diese Frage bereits gelöst sei. An eine Uniform dürfen wir selbstverständlich nicht denken, wohl aber wäre eine Art Schild oder Schutzwall als wirksame Gegenwaffe denkbar.

Eine andere Frage ist die, ob nicht möglich wäre, auf unseren Eisenbahnen rascher zu fahren. Zu Beginn war man stolz, als man eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern erreicht hatte, jetzt fahren wir mit einer Ge­schwindigkeit von 60, 70 und 80, ja selbst 90 Kilometern, und in Amerika hat man bei Probefahrten eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde erreicht. Eine weitere

Erhöhung der Geschwindigkeit ist so bald nicht zu erwarten I und würde auch mit großem Nachtheil verbunden sein. | Die Geschwindigkeit an sich ist für den Menschen nichts i Schädliches, wie wir z. B. mit einer Geschwindigkeit von 29,719 Metern pro Secunde durch baß Weltall fliegen und uns babei sehr wohl fühlen. Schädlich und gefährlich ist nur daß Versetzen in die Geschwindigkeit oder das plötzliche Aufhören derselben. Wenn sich ein Eisen­bahnzug mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern bewegt (wie unsere Eourirzüge) und dieser Zug würde momentan zum Stehen gebracht, so wäre daß gerade so, als wenn jeder Passagier 14,4 Meter, daß ist mehr als die Höhe eines dreistöckigen Hauses herunterfallen würde, und wir würden durch diesen Stoß ebenso zu Grunde gehen, als bei einem Fall. Würden wir aber einen Zug, der die doppelte Geschwindigkeit besitzt, also 120 Kilometer pro Stunde, plötzlich zum Halten bringen, so wäre das gerade so viel, als wenn der Zug von einer Höhe von 57,6 Metern herunterfallen würde. Daran- geht hervor, daß wir viel mehr Arbeit nothwenbig haben werden, um den allmählichen Uebergang zu bewirken, je mehr wir die Ge- schwindigkeit erhöhen.

Eine große Zukunft hat unsere Wasserwirthschast, die sich ganz ander» gestalten wird, alß dies heute der Fall ist. Noch vor 20 Jahren hätte man eine Erschöpfung unserer Kohlenlager alß einen furchtbaren Schlag für die Menschheit angesehen, heute können wir nlljn aussprechen, daß wir die Kohle entbehren können und doch unsere Beleuchtung, Beheizung, Eisenbahnbetrieb :c. sicherer und leichter bewerkstelligen und zwar durch Außnühung der Wasserkraft. Auch für den Transport wirb daß Wasser noch viel mehr außgenützt werden, da die Beförderungskosten per Wasser viel geringer sind als die per Eisenbahn. Die gegenwärtig geplante Schaffung eine- Donau-Elbe öanalß, die Verbindung der Oder mit der Donau, alle diese Ideen werden zur Verwirklichung kommen müssen, soll Oesterreich nicht hinter anderen Ländern zurückbleiben. Bei un- sagt man oft, wir sind nicht reich genug, um Derartige- zu schaffen, und vergißt dabei, baß wir nicht reich werden können, wenn wir nicht solche EommunicationSwege schaffen."

Io«, 28. April. Es verlautet, es habe ein Meinungs­austausch zwischen dem Kaiser und dem Papst über den SocialiSmus ftattgefunben. Der Besuch de- Kaisers werde der Politik des Papste» keine andere Rtchtung geben.

P«riS, 26. April. Nach demEcho de Paris" wirb die deutsche Feldartillerie umgewandelt, neue Kanone, welche eingesühtt werben soll, soll mit einer Ladung von 775 Gramm rauchlosem Pulver ein Geichoß von 6 Kilogramm 700 Gramm aus 7 Kilometer schleudern.

halten, mit solchen langen auch bereit» die Briefe au6 Oesterreich an.

In Amerika verstorbene Hessen. Newyork ütty, N. U.: Jakobine S lauter, geb. Weimar, 53 Jahr, alt, auS Sprendlingen. Louis Darmstadt au» Badenheim. Earl Müller, 45 Jahre alt, ou» Eberftadt. Brooklyn, N. U.: Georg Sctmidt, 59 Jahre alt, aufl Friedberg. Gannelton. Jnd. - Philipp Kau, 103 Jahre alt, an» Hessen Darmstadt. St. Loui», Mo.: Katharina Kam­merer, geb. Weber, 49 Jahre alt, au» Lich.

Am 13. d. M. hat die Kieder-Wölltzidter «miferenz ihre FrühjahrSversammlung tn derRosenau" zu Franksun abgehalten. Nach einer erbaulichen Ansprache de» Herrn PsarrerS Eckstein von AlSdach gab der Borstvende den üblichen Jahresbericht, worauf Herr Pfarrer Friedmann von Goddelau die Begründung der von ihm über da» Apostoltkum ausgestellten Thesen vonrug. Der Referent war sichtlich bemüht, die oielbeftrittene Frage mit Besonnenheit und Gerechtigkeit zu behandeln. Nach dem mit Zusttmmung aufgenommenen Referate entwickelte sich eine lebhafte, thcil- principielle, theilS einzelne Sätze des Apostolikums betteffende DiScufsion. Dabei vertrat Herr Pfarrer Schlosser au» Gießen die Stellung der modernen Theologie, und legte dar, wie diese nicht durch außerbiblische, philosophische Gesichtspunkte bestimmt sei, sondern lediglich durch die au» der Bibelforschung selbst, und dem LebenSttteb dev evangelischen Glauben- er­wachsenen Fragen, daß sie darum keineswegs mit einer durchaus positiv gläubigen, christlichen und kirchlichen Ge­sinnung und Haltung in Widerspruch stehe. Im Uebrigen gab die Versammlung zu den Thelen in nachfolgender Fassung und Reihenfolge ihre Zustimmung: 1. Da» Apostoltkum ver- dankt sein Ansehen und seine Geltung in der evangelischen Kirche nicht sowohl seinem vermeintlich apostolischen llr-prung ober seiner Oekumeuizuät, alß vielmehr seinem durchweg biblischen Charakter. 2. Biblisch begründet sind insbesondere auch die neuerdings angefochtenen AuSfagen desselben. Selbst diejenigen, die einer späteren Zeit entstammen, können bmh sämmtlich als Schriftwahrheiten verthcibigt werden. 3. So wenig aber ein Angriff aus da» apostolische Symbol berechtigt ist um deswillen, wa» e» sagt, so wenig ist eS zu beanstanden um deswillen, maß darin angeblich fehlt. Daß HeilandSbild der Evangel.cn ist hier zwar nur in wenige knappe, aber ausreichende Züge zusammengefaßt. 4. Die evangelische Kirche, die auf dem Schriftprincip steht, kann daher baß Apostolikum nicht aufgeben, ohne ihre eigene Örunblage auf zugeben. Hinsichtlich der Feuerbestattung war ein Antrag eingebracht worben. Nachbem an bie Vorgeschichte der Frage burch Verweisung auf eine gemeinsame Eingabe der Nieber-Wöllstädter unb ber lutherischen Conferenzen an­dern Jahre 1888, bie ben Erlaß Großherzoglichen Ober« consistoriumS vom 8. December 1888 mit veranlaßt batte, erinnert worben war, sprach sich die Conserenj ein­stimmig für die Aufrechterhaltung der bestehenden Sitte de- christlichen Begräbnisses auß. Leider wird der große Eintlutr der kirchlichen Sitten für die Bewahrung de» christlichen Glauben» und Lebenß vielfach unterschätzt oder gar verachtet. Die Conferenz äußerte ihre hohe Freude darüber, daß Seine Ercellenz Herr Staat-mtnifter Finger bei den Verhandlungen der Zweiten Kammer entschieden für bie Beibehaltung bet christlichen Begräbnisse eingetreten ist und fühlte sich ge- brungen, dies Sr. Excellenz in einem besonderen Dankschreiben mit dem Ausdruck der Hoffnung außzusprechen, daß feine Bemühungen von Erfolg gekrönt fein möchten.

inj Au» ber östlichen Wetteran, 24. April. Die Zeit naht heran, wo die Städter sich nach Sommeraufentbalten umsehen. Wer eine liebliche Gegend, reine Luft, gute Bäder, herrliche Wälder, billige Preise unb idyllische Ruhe sucht, dem empfehlen wir S a l z h a u s e n. Wie bekannt, haben bie Land- ftänbe eine bedeutende Summe für Verschönerungen unb Ver­besserungen Salzhausens bewilligt. Die Verbesserungen werden zur Hebung des lieblichen Punkte» wesentlich beitragen. Gegenwärtig stehen bie Obstbäume >m reichsten Blüthen- schmucke. Daß Steinobst hat durch die kalten Nachte in ber Mitte beß April wohl gelitten. Inzwischen ist ober bie Blüthe ber Birn- unb Apfelbäume heraußgekommen unb zwar glücklicher Weife ganz unbeschädigt, bie eingetretene Stockung hat nichtß verborben. Nun zeigt sich eine Blüthenpracht ut Nibba, Salzhausen, Gei- Nibba, Dauernheim und ben näher gelegenen Dörfern, wie man sie selten schöner gesehen hat. Der gestrige Sonntag mit feiner herrlichen Witterung brachte viel Leben unb Bewegung. Eine kleine Tour in die hiesige Gegend wird Niemand gereuen, ein längerer Aufenthalt wäh­rend der Sommermonate erst recht nicht.

ö Bom westlichen Fuße bei 8ogel8bergl, 24. April. Bei unß sind bie Holz-, ©treu- und Futterpreise ebenfalls hoch und die Trockenheit des sonst so wetterwendischen Monat- April fängt nach und nach an, in Dürre au-zuarten. Ga­ble Kartoffelpreise anbelangt, so giebt e» bei un» und in die Wetterau hinein eigentlich gar keine, denn Niemand fragt nach Kattoffeln. Dafür machen wir um so bessere Preise mit unteren Ferkeln, Läufern und Springern. Auch ein anderer kleiner Nebenenoerbßzweig der Lanbwnthschaft, die Gänsezucht, steht diese- Jahr in großerBlüthe, denn daß warme trockene Wetter erlaubt, baß die jungen Thiere sick, täglich viele Stunden aut der Weide im Sonnenschein be­wegen, maß Wachsen und Gedeihen wesentlich fördert. Eine solche Masse von Gänsen wte in diesem Frühjahre hat Ein­sender noch selten gesehen. Selbst kleine Orte haben 1000 biß 1500 Stück ans der Weide. Schon um Ostern haben geschickte Züchter, welche für warme Stallungen im Winter zu sorgen wissen, ausgewachsene junge Gänse auf den Markt nach Frankfurt geliefert. Diese Thiere zeichnen sich durch seine», wohlschmeckendes Fleisch au» and werden daher aut 6 bi» 8 Mark, je nach Gewicht, verhältnißmäßig ober viel höher al- die Herbstgänse bezahlt. Die Gänfeeier werden häufig den Truthühnern, welche ausgezeichnete Brüterinnen find, untergelegt. Man bezahlt junge, kau« einige Tage