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ulte Gänschen mit einer Mark pro Stück. Gänseeier von guten Rassen zum AuSbrüten werden mit 20 Pfennigen pro Ei bezahlt. Wir können die Gänsezucht, welche sich in der Wetterau einen guten Namen bis auf weite Entfernungen gemacht hat, Denjenigen, die Interesse daran haben und sich die notwendigen Erfahrungen zu sammeln vermögen, bestens empfehlen.' Was den Stand der landwirthschaftlichen Cultur- pfianzen in unserer Gegend betrifft, so läßt sich darüber Folgendes sagen: Die Zuckerrüben fangen an aufzugehen, müßten aber jetzt Feuchtigkeit haben, denn der Boden ist gar starr, krustig und trocken. Die Sommergetreidearten gehen zu vereinzelt auf und bestocken sich nicht, an manchen Stellen bekommt der Boden Risse. Den Wintergetreidearten schadet das trockene Wetter am wenigsten, sie stehen gut. Mit Klee und Futterstoffen sieht es Übel aus, sie wollen gar nicht weiter. Die Aepfel- und Birnbäume blühen prachtvoll. Das Gartenge pflanze steht schon Tage lang still; Massertragen und Gießen hilft nicht viel. Der Wald ist an den südlichen Abhängen schon ganz grün, die Eichen sind noch zurück. Für die Städter und Spaziergänger ist das Wetter herrlich und unübertrefflich- der Landwirtdschaft wäre aber ein zweitägiger warmer Regen von Nöthen.
Friedberg, 26. April. In diesem Jahre soll das 350jährige Jubiläum der hiesigen Realschule gefeiert werden und sind schon vorbereitende Schritte in dieser Hinsicht geschehen. So hat sich u. A. auch ein Cornite von hiesigen Damen gebildet, welche beabsichtigen, der Schule eine Fahne zu stiften.
N. Nidda, 24. April. Der hiesige Gesangverein „Gemischter Chor", unter Leitung des Herrn Pfarrers Werner, hielt gestern Abend im großen Saale des „GambrinuS" ein Concert ab, welches sowohl von hier, rote auch aus den umliegenden Orten zahlreich besucht war. Das Concert wurde besonders durch Mitwirkung des Fräulein Sophie Fritz, Schülerin des Hoch'schen Conservatoriums zu Frankfurt a. M, sowie einiger Musikfreunde verherrlicht. DaS Programm bestand aus 16 Nummern, wovon die Nummern 4, 12, 15 und 16 zwei resp. drei kleine Unterabtheilungen hatten Es wurden Claviervorträge, gemischte Chöre, Soli für Sopran, Tenor, Baß und Piston geboten, welche mit großem BeisaL ausgenommen wurden. Selbstverständlich verdienen die Solisten und unter diesen wieder Fräulein Fritz an erster Stelle hervorgehoben zu werden, welche durch ihre prächtige Stimme und ihre gute Schule die Zuhörer entzückte. Die übrigen Solisten wetteiferten mit der Gästin und trugen zum Wohlgelingen des Concertes wesentlich bei. Die gemischten Chöre bildeten den Rahmen, in welchem sich das gelungene Concert gruppirte. Was das Programm als solches anbelangt, so sind die Namen Auber, Menoelssohn, Rossini, Haydn, Beethoven, Schumann, Brahms, Silcher, Weber ein Beweis dafür, wie sehr der Verein bezw. dessen Dirigent, Herr Pfarrer Werner, bestrebt ist, das Beste zu bieten; er macht sich um das Musik- und Kunstleben unseres Städtchens sehr wohl verdient. Hoffentlich wird uns bald wieder ein ähnlicher Kunstgenuß geboten. Nach dem Concerte fand ge« müthliches Zusammensein statt. Erst in sehr vorgerückter Stunde trennte man sich. Die Theilnehmer waren tn jeder Hinsicht befriedigt.
nn. Darmstadt, 26. April. Die Erste Kammer der Hessischen Stände trat heute zu einer kurzen Tagung nochmals zusammen. Nach Bekanntgabe einer Reihe neuer Entwürfe trat das Haus in die Berathung der Regierungs- Vorlage, die polizeiliche Beaufsichtigung der Miethswohnungen und Schlafstellen. Freiherr v. Hehl zu Herrnsheim spricht sich, weil zu tief einschneidend in die Rechte Privater, gegen den Erlaß eines Gesetzes aus und wünscht, daß diese Frage von Reichswegen geregelt werde. Die Kammer beschließt dem Ausschußantrag gemäß, Großh. Regierung zu ersuchen, vor Erlaß eines definitiven Gesetzes eingehende Erhebungen nach dieser Richtung hin anzustellen und dem nächsten Landtag dann entsprechende Vorlage zu machen. Im Weiteren genehmigte die Kammer consorm mit den Beschlüffen Zweiter Kammer Bewilligung eines Betrags zur Förderung des Torfstreubezugs, den Gesetz Entwurf, betr. Grundeigenthum und Hypothekenwesen in Rheinhessen, sowie Verwilligungen von Summen für bauliche Herstellung am Arbeitshaus zu Dieburg, den Hoftiocalen zu Darmstadt und Oppenheim. Auch die Eingaben einer Anzahl älterer Gerichtsschreiber auf Berechnung ihrer Vordienstzeit, sowie der Polizeicommissär Aspiranten wegen Verwendung im Staatsdienst nach bestandenem Examen wird nach dem Beschluß Zweiter Kammer genehmigt. Bezüglich des Antrags Metz-Darmstadt auf Aufhebung der Verordnung vom 10. November 1886, den Betrieb von Wirthschaften und den Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus betr., beschließt die Kammer Ablehnung der Beschlüsse Zweiter Kammer, insbesondere, weil das Gesetz von sehr wohlthätigen Folgen bis jetzt begleitet gewesen sei. Die Petition der Mainzer Katholiken ^Versammlung auf Aufhebung des Jesuit en gesetzes und des Ordensgesetzcs von 1875 giebt zu einer längeren Debatte Veranlassung. Die Ausschuß- Majorität beantragt Ablehnung, während eine Minorität sich für Aufhebung der Gesetze ausspricht. Bischof Haffner wünscht im Interesse des kirchlichen Friedens die Aufhebung aller Ausnahmegesetze und die Zulassung neuer Ordens- congrcgalioncn. Prälat Habicht spricht im Interesse der evangelischen Kirche gegen eine Aufhebung. Gras Solms- Laubach wünscht der Staatsregierung das Recht anheim gestellt, gewisse, dem Staat und der Gemeinde nützliche Orden zuzulassen. Die Abstimmung ergtebt, daß mit 12 gegen 11 Stimmen der Antrag abgelehnt wird. Der Antrag auf Einführung der facultatioen Feuerbestattung in Hessen wird, nachdem Staatsminister Finger, Bischof Haffner, Prälat Habicht, sowie Fürst Ysenburg Birstcm, Gras Erbach-Fürstenau und Graf Solms-Laubach sich mit Entschiedenheit gegen Einführung der Feuerbestattung in Hessen
Unglück entstanden fei.
* Kreuznach, 26. April. In Simmern (Hunsrück) ist gestern ein ganzes Stadtviertel (11 Wohnhäuser und viele Nebengebäude) abgebrannt. Wassermangel und Hitze begünstigten die Ausdehnung, der Feuersbrunst.
* Kreuznach, 25. April. Bei Idar brannten gestern die Waldungen des Rotgesberges ab, angezündet durch leichtsinnige Kinder.
* Siegen, 26. April. Südlich vom Agnesenhof stehen seit heute Morgen 7 Uhr die Hauberge in Flammen. Das Feuer schreitet in der Richtung von Westen nach Osten fort. Der Hochwald steht in Gefahr, ebenfalls von den Flammen ergriffen zu werden.
* Amberg, 26. April. Im Orte Breitenwinn hat eine. Feuersbrunst 8 Firsten total zerstört, auch Vieh ist umgekommen. Der Schaden ist sehr beträchtlich, da die Leute schlecht versichert sind.
* Karlsruhe, 26. April. Das Dorf Klengen, Amt Villingen, steht seit 12 Uhr in Flammen. 30 Häuser sind bereits niedergebrannt, da alle Dächer mit Schindeln gedeckt sind und großer Wasierrnangel herrscht.
♦ Papenburg, 25. April. Dem in den herzoglich Ar en berg 'scheu Forsten bei Lehe entstandenen Waldbrande fielen etwa 180 Hectare kräftigen Tannenbestandes und Über 40 Hectare Roggensaat zum Opfer. Ein in der Nähe des Waldes liegendes Oeconomiegebäude wurde ganz vernichtet. Der Schaden wird auf eine Viertelmillion Mark geschätzt.
♦ St. Johann a. d. Saar, 26. April. Durch einen Waldbran d sind bei Kempfeld etwa 300 Hectare im Werthe von über 100000 Mk. zerstört worden. Brandstiftung wird vermuthet.
* Iserlohn, 25. April. Das Sauerland wird in diesem Jahre von zahlreichen Waldbränden heimgesucht. Tag für Tag sieht man nach allen Himmelsrichtungen Rauchwolken aufsteigen. Gestern und vorgestern brannte es im hiesigen Kreise allein an neun verschiedenen Stellen. Gestern Abend noch wurde unsere Feuerwehr zu einem Brande gerufen, der feit Sonntag Morgen ununterbrochen wüthet.
* Rendsburg, 25. April. Infolge der großen Dürre finden fast täglich in Schleswig-Holstein Waldbrände statt. Viele Hectare Anpflanzungen sind vernichtet.
* Lohne (Oldenburg), 25. April. Bei einem Nachts hier ausgebrochenen Brande war während des Rettungswerkes das zweijährige Söhnchen des Eigenthümers im Hause vergessen worden. Kaum war der 25 jährige Bruder des Kindes opsermuthig in die Flammen gestürzt, als das Gebäude zusammenfiel, zwei Menschenleben vernichtend. Der verunglückte junge Mann wollte bald Hochzeit halten.
♦ Hamburg, 26. April. In ©affet (Holstein) sind der Volkszeitung zufolge 26 Gehöfte und Gebäude und viel Rindvieh verbrannt.
* Bremen, 26. April. Durch Brandstiftung ist ein Wagengebäude mit dreizehn Wagen der englischen Gesellschaft „Große Bremer Pferdebahn" niedergebrannt.
* Aus Sachsen, 24. April. Der Gemeinderath zu Löbtau bei Dresden, der vor Kurzem den ergötzlichen Beschluß gefaßt hatte, eine neuangelegte Straße Ahlwardt-Straße zu nennen, hat, durch die letzten Vorkommnisse im Reichstage gewitzigt, diesen Beschluß wieder aufgehoben und der Straße den harmlosen Namen Gohliserstraße beigelegt.
* Metz, 25. April. DaS Reich beabsichtigt, dem Staate Elsaß Lothringen bei Bitsch einen 10 Kilometer langen und 10 Kilometer breiten Wald abzukaufen, um einen neuen Artillerieschießplatz zu errichten. In dem Walde liegt ein Dorf, dessen Bewohner sich anderöwo ansiedeln müffen.
* Paris, 26. April. Aus Chaumont wird gemeldet, eine Fraü und ein Mädchen wurden auf offener Straße überfallen und get übtet; der Mörder begoß die Leichen mit Petroleum und steckte sie in Brand. Einem herbeigeeilten Zollbeamten versetzte der Mörder mehrere Stiche.
* Der in weitesten Kreisen bekannte Schachmeister Jean Dufresne ist in Berlin gestorben. Ursprünglich Jurist, wurde er bald Redacteur. Er ist einer der bedeutendsten Schachspieler Deutschlands gewesen. Bekannt ist den Freunden des Schachspiels wohl noch sein Sieg, den er über Prof. Andersen in Breslau 1868 in einem mehrere Tage währenden Match davontrug. Jahrelang rebignte er die Schachrubrik in „Heber Land und Meer". Seine geistreichen Probleme und sein „Kleines Lehrbuch des Schachspieles" haben seinen Namen weltbekannt gemacht. Infolge feiner Taubheit lebte er seit fast zwanzig Jahren von der Welt abgeschieden. Der Tod ereilte ihn bei der Abfassung eines größeren mathematischen Werkes.
* Zur Behandlung an Falffncht Leidender. Da beim Hinfallen an epileptischen Krämpfen leidender Personen in einer Straße oder auf einer Promenade selten gleich ein Arzt zur Hand sein wird, möchte es von Nutzen sein, hier ein nützliches Hilfsmittel wiederzugeben, daö Schreiber dieses seiner Zeit in einer französischen Zeitung warm empfohlen fand und welches den Vortheil bietet, den Anfall nicht nur rascher und milder verlaufen zu lassen, sondern auch die demselben immer folgende Abspannung und Entkräftung bedeutend zu verringern. Es besteht dies in der Ausbreitung eines schwarzen oder dunkeln Tuches über die Augen und das Gesicht, welches natürlich aber die Athmung nicht behindern darf. Da bei dergleichen Anfällen wichtige Theile des großen Gehirns entweder die erste Ursache abgaben, oder mindestens doch in Mitleidenschaft gezogen waren und das Auge mit seinen verschiedenen Tätigkeiten etwa 2/6 der gesummten Gehirnnerven für sich allein in Anspruch nimmt, begreift sich die Wirksamkeit jener Maßregel sehr leicht durch die Abhaltung jeder Aufregung und jedes Reizes von diesem Sinnesorgan. Ich selbst fand häufig Gelegenheit, die Wichtigkeit ähnlicher Maßregeln bei fiebernden Kranken zu erproben, zu denen ich in einem französischen Dorf ohne Arzt oft der ersten Anordnungen halber gerufen wurde, weil ich als Doctor nach Ansicht dieser Leute unbedingt auch Arzt sein mußte und dem ich Folge leistete, weil Ungefälligkeit mir dort als schlimmstes Vergehen angerechnet worden wäre. Mein erstes war dann die immer zahlreiche Corona von meist nur neugierigen und nutzlosen Gaffern zu entfernen, deren Anblick die Aufregung eines auf der Straße hingefallenen Krampfkranken ebenfalls nur erhöhen kann; das zweite war bann mit dunkeln Tüchern oder Kleidungsstücken die Fenster zu verhängen, worauf der Kranke gewöhnlich so rasch in einen ruhigen Schlaf verfiel, daß man mir später dieserhalb förmlich magnetische Kräfte angedichtet hatte. Bei Epileptikern ist diese Maßregel um so wichtiger, weil hier innere Arzneien höchstens auf Verordnung von Aerzten angewandt werden dürfen, also- nur etwa eine Einreibung eines leicht reizenden Mittels unter und hinter die Ohren, auf die Schläfe und Stirn übrig bliebe. Liegt der Erkrankte einigermaßen gut, so ist es wohl meist besser ihm nur etwas zur Erhöhung unter den Kopf zu geben und zu verhindern, daß er bei etwaigem Umsichscklagen während des Krampfanfalles sich verletze, den Transport zu einem bequemeren Lager aber erst vorzunehmen, nachdem der Hauptanfall vorüber ist. Dr. (Jm.il Pfeiffer.
* Wodurch der Brand im Sigmariuger Schloß entstanden ist, das „Neue Winterthurer Tagblatt" hats ergründet. Da steht zu lesen: „Der Brand ist durch Unvorsichtigkeit beim Löschen entstanden."
* Quid pro quo. Statt „Compromiß" sagt „pro Commiß", dann gibts gewiß kein Aergerniß!
Verkehr, £anfc* und VoLksrvirth schäft.
Limburg, 26. April. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 13.80, weißer Weizen A 00.00, Korn X 10.80, Gerste X 9.95, Hafer 7.95, Erbsen X —.—.
Gottesdienst in der Synagoge.
Sams tag den 29. April:
Vorabend 7 • Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4« Uhr, Sabbathausgang 8» Uhr.
Sottttdirnft der israelitischen Keligi-usgeseUschast.
Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Vormittag 8* Uhr, SamStag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 8” Uhr.
Briefkasten.
Mehrere Stammgäste bei M. Weiner. Wir können Ihnen über die 101- Jahr alte Leichenkofie keine Auskunft geben; wenden Sie sich an den Vorstand derselben. D. Red.
ausgesprochen, und diese als eine heidnische Sitte bezeichnet | haben, mit 12 gegen 9 Stimmen und entgegen dem Beschluß Zweiter Kammer abgelehnt. Die weiteren Punkte der umfangreichen Tagesordnung finden sodann einstimmige Annahme. Morgen früh 9 Uhr Sitzung.
A Mainz, 26. April. Das hiesige Landgericht wies heute die Berufung des Oberbürgermeisters Küchler in Worms gegen ein Unheil des Schöffengerichts Mainz ab, welches daö Wormser Stadtoberhaupt wegen Beleidigung der hessischen Kreistechniker zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurtheilt hatte. Gelegentlich des letzten hessischen Städte-' tagg hatte Oberbürgermeister Küchler die Kreisiechniker heftig angegriffen und denselben Bestechlichkeit vorgeworfen.
A Mainz, 26. April. Der Verlauf der sich zu Ende neigenden diesjährigen Frühjahrsweinversteigerungen hier war durchgängig ein Überaus günstiger und zeigte sich für gute in dem Handel verwendbare Weine immer eine große Kauflust. Ein von Jahr zu Jahr steigendes Interesse finden bei den diesseitigen Weinversteigerungen die Niersteiner Weine, für welche dieses Mal wiederum sehr hohe Preise bezahlt wurden und zwar theilweise Preise, welche dem Erlös für Rheingauer Weine nur wenig nachstehen. Die interessanteste Versteigerung von Niersteiner Weinen, bei der sich alljährlich die ersten Weinfirmen und die Vertreter der ersten Gasthöfe ein Rendezvous geben, ist noch im AuSstand, nämlich die am 3. Mai stattfindende Auction der 1890er Crescenz aus dem bekannten Philipp Fink'schen Weingute, dessen glücklicher Eigenthümer alleiniger Besitzer des weltberühmten „Niersteiner Glück" ist. Diesesmal kommen 19 ganze und 27 halbe Stück zur Versteigerung, worunter neun Faß „Glöck" und ! ein Faß „Glöck Auslese".
Mainz, 25. April, lieber die Thätigkeit des Gewerbegerichts der Stadt Mainz in dem abgelaufenen Rechnungsjahr hat soeben die Bürgermeisterei eine umfassende Uebersicht veröffentlicht. Im abgelaufenen Jahre wurden danach 98 Sitzungen abgehalten, und zwar 52 unter und 46 ohne Zuziehung von Beisitzern, und kamen in denselben 326 Sachen zur Verhandlung; außerdem sind 62 weitere Streitsachen von der Gerichtsschreiberei kurzer Hand und ohne förmliche Klage erledigt worden. Von den anhängig gewordenen Sachen wurde der größte Theil, nämlich 234, durch Vergleich, Verzicht u. s. ro. erledigt, während in 84 Sachen Endurtheile erlassen wurden, unerledigt sind am Schluffe des Geschäftsjahres 8 Sachen geblieben. Kläger I in den Angelegenheiten waren 18 Arbeitgeber und 308 Arbeit- I nehmer / die Klagen waren gerichtet in 136 Fällen auf Lohnzahlung, in 166 Fällen auf Zahlung einer Entschädigung I und in 24 Fällen auf Rückgabe oder Ausstellungen von 1 Zeugnissen u. s. ro. — An Gerichtskosten (Gebühren und I Auslagen) kamen 257,95 Mk. zum Ansatz, während an Bei- I sitzer-,- Zeugen und Sachverständigen-Gebühren 270,80 Mk. I ausgezahlt wurden. __
Vermischtes.
* Altenkirchen, 25. April. Der Kaufmann Simon, in dessen Hause der große Brand ausgekommen war, ist mit seiner Ehefrau in Untersuchungshaft genommen worden. Er gibt an, Del erwärmt zu haben, wobei das


