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Bandes, g und Entlastung des Rechnut.
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Erstes Blatt.
Freitag den 28 April
1893
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
VierteljShrtger
2 Mark 20 Psg. mA vrmgerlohn.
Durch die Post deA»O»
2 Mark 50 W
Äebaction, und Drucker«:
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Fernlprechrr 5L
Anrts- und Anzeigeblutt für den Kreis Giefzen.
Hratisöeikage: chießener Aamikienbkätier
Amtlichev Thcil
In parlamentarischen Kreisen wird
Summe 439.44
zu übertragen 326.44
Alle Amuncen-Bureaux d«S In- und Auslandes nehm« Anzeige» für den .Gießener «eitlgtf mtgege«.
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verliehen. Diese hohe Auszeichnung des verantwortlichen Leiters der vaticanischen Politik deutet darauf hin, daß dem Monarchen bet seiner vertraulichen Unterredung mit dem Papste ehr befriedigende Eindrücke geworden sind.
3.16
1.70
21.22
Polizeiveror-nung,
betreffend Verhütung von Waldbränden.
Mit Rücksicht auf die große Zahl von Woldbränden, welche in Folge der zur Zeit bestehenden außerordentlichen Trockenheit entstanden sind, bestimmen wir auf Grund des Art. 79 der Kreis« und Provinzialordnung das Folgende:
1. Bis auf Weiteres ist das Rauchen von Cigarren, Cigarretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und auf Haiden außerhalb der chauffirten Ortsverbindungswege verboten.
2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft.
Gießen, den 27. April 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
linge des von Nonnen geleiteten Waisenhauses San Giuseppe hatten beim Herannahen des Kaisers vor dem Kloster Aufstellung genommen. Die Kaiserin besichtigte die Kirche San Pietro in Vincoli und verweilte längere Zeit vor der Statue des „Moses" von Michel Angelo. Später begab sich die Kaiserin nach der Kirche Santa Maria Maggiore und besichtigte unter Führung des Erzbischofs Sambucetti die Sehenswürdigkeiten. Beim Verlassen der Kirche sprach die Kaiserin dem Erzbischof ihren Dank aus.
Rom, 26. April. Der Kaiser traf um 9 Uhr 6 Min. auf dem festlich geschmückten Bahnhofe von Albano ein, wo eine große Volksmenge sich angesammelt hatte und wurde unter Salutschüssen von den Behörden, Vereinen und Schulen empfangen. Er bestieg einen Vierspänner und fuhr durch die geschmückte Stadt Albano über Ariccira nach Genzauo und besuchte die Villa Sforza Cesarini. Auf dem ganzen Wege wurde er von der zahlreich herbeigeströmten Bevölkerung enthusiastisch begrüßt.
Rom, 26. April. Auf der Rückfahrt von Genzano wurde der Kaiser in Ariccia und Rocca-di-Papa von Vereinen, Schulen und einer jubelnden Menge herzlichst begrüßt. Es erfolgte dann die Weitersahrt nach Grotta-Ferratos und Frascati.
Rom, 26. April. Bei Sopiarciarelli, einem Vorwerk von Grotta-Ferrata, hatte der kaiserliche Zug einen kurzen Aufenthalt, da ein Wagenpferd an einer schmalen Wegstelle stürzte, ohne Schaden zu nehmen. Niemand wurde beschädigt. Da die Wagendeichsel gebrochen war, bestieg der Kaiser mit dem General Desounay einen anderen Wagen. Gegen Mittag erfolgte die Ankunft in Frascati, wo der Kaiser jubelnd empfangen wurde. Mittelst Sonderzugs kehrte der Kaiser von Frascati nach Rom zurück, wo er um halb 1 Uhr eintraf.
Rom, 26. April. Der Bürgermeister theilte heute Abend der Bürgerschaft in einer Bekanntmachung den Dank des italienischen Königspaares für die enthusiastischen Ovationen der letzten Tage, außerdem den Dank des Kaisers Wilhelm für den warmen Empfang mit. Er hebt dabei hervor, daß der Kaiser die Municipalität zum Jahrestage der Gründung Roms beglückwünscht und daß auch die Stadtvertretung von Berlin ihre Glückwünsche übermittelt habe.
Ausland.
— In Belgien ist als Niederschlag des jüngsten großen Arbeiterausstandes noch ein partieller Strike, derjenige >er Bergarbeiter im sogenannten Borinage, zurückgeblieben. Es handelt sich um Lohndifferenzen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern; da hierüber in einer am Dienstag zu MonS stattgefundenen Versammlung der Arbeiter« delegirten, welcher auch Vertreter der Arbeitgeber beiwohnten, eine Einigung nicht erzielt wurde, so nimmt der Strike seinen Fortgang.
— Die fast einen revolutionären Character tragende Strikebewegung der Dockarbeiter von Hüll hat zwar in den letzten Tagen keine größere Gewalttätigkeiten seitens der Strikenden mehr gezeitigt, bedrohlich bleibt die Situation noch immer. Augenscheinlich werden die Strikenden nur durch die starke militärische Machtentfaltung seitens der Regierung daran gehindert, neue Gewaltacte zu begehen. — Auch in Belfast auf Irland, wo die unionistisch gesinnten Orangisten und die Anhänger von Home Rule wegen der einstweiligen Annahme der irischen Home-Rule-Bill im englischen Unterhause hart aneinander gerathen sind, sieht es bedrohlich aus. Zur Verhütung weiterer Unruhen sind von den Belfaster Behörden die umfassenden Maßnahmen getroffen worden.
Detttscher Reichstag.
83. Sitzung. Mittwoch, 26. April 1893.
Eingegangen ist der Bericht der Mtlitarcommtssion und die Interpellation Richter betreffend die staatsbürgerlichen Rechte der Personen des Beurlaubtenstandes.
Der Gefetzentwurs betr. Nachtragsetat wird nach debatteloser erster Lesung an die Budgetcommtssion verwiesen.
Cs folgt der mündliche Bericht der Geschäftsordnungscommtssion über den Antrag Stadthagen betr. Genehmigung der Strafverfolgung des Abgeordneten Stadthagen wegen angeblicher Verletzung deS 8 352 des R.-Str.-G. B.
Die Commission empfiehlt die Annahme, desgleichen Abg. Singer (Soc.). Der Antrag wird angenommen.
Erste Lesung des Antrages Bartb-Rickert betr. Abänderung des Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag mit demselben Antrag Gröber. c ,
Abg. Barth (dfr.) begründet den Antrag. Der Entwurf bezwecke die möglichste Sicherung deS Wahlgeheimnisses.
Abg. Groeber befürwortet seinen mit dem Antrag Barth gleichlautenden Antrag und hofft, daß das Gesetz noch vor der nächsten ReichStagswahl zu Stande komme.
Abg. Blos (Soc.) empfiehlt die Wahl an Sonntagen vorzunehmen; er sympattsirt mit dem Anträge.
Nach Schlußbemeikungen Rickerts und GroeberS ist der Antrag und die erste Lesung erledigt.
Der Antrag Pie schel, betreffend Aufführung der zusiistelrenden Cabinetsordrks in den Bemerkungen des Rechnungshofes deS Deutschen Reiches zu den allgemeinen Rechnungen über den Reichshaushalt, wird angenommen. . ~
Der Präsident theilt das Ableben des Abgeordneten x. et tau (C°n*'®onner8ta0 Spionagegesetz, Wuchergesetz und Entwurf betr. Abzahlungsgeschäfte.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Berlin, 26. April. Der conservative Reichstagsabgeordnete Freiherr v. Tel tau ist heute gestorben. (Der Verstorbene, Alterspräsident des Hauses — er war 1810 geboren — gehörte mit Unterbrechung der Periode 1881/84 seit 1876 als Vertreter des ostpreußischen Kreises Eylau dem Reichstage an; seit 1866 war er auch Mitglied des preußischen Herrenhauses.)
Berlin, 25. April. Der Reichsanzeiger meldet: Staats- secretär v. Marschall hatte heute eine längere Unterredung mit dem italienischen Minister des Auswärtigen Brin. Die Audienz, die Herr v. Marschall gestern bei dem Papste hatte, dauerte V/2 Stunde.
Berlin, 26. April. Der Bankier Hugo Löwy wurde wegen Unterschlagung in sieben Fällen zu 23/4 Jahren Ge- fängniß unter Abrechnung von neun Monaten Untersuchungshaft verurtheilt. Der Gerichtshof beschloß ferner, Löwy wegen Bankerott dem Schwurgericht zu überweisen.
Brussel, 26. April. Der Generalrath der Arbeiterpartei forderte die Arbeiter auf, am 1. Mai eine Kundgebung zu Gunsten des Achtstundentages und der Amnestirung der anläßlich des letzten Strikes Verurtheilten zu veranstalten.
Rom, 26. April. Der Kaiser machte gestern eine Spazierfahrt nach der Villa Albani und besichtigte dort die Galleric und den Garten in eingehendster Weise. Die Zög-
tage zur Verhandlung.
Berlin, 27. April. Die Antisemiten hielten gestern Abend eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Werner bemängelte das Verhalten des Reichstages Ahlwardt gegenüber und entwickelte das antisemitische Programm. Alsdann besprach Ahlwardt unter großem Jubel zunächst die vorletzte Sitzung des Reichstages, er sehe seine Verurtheilung, appellire aber an das deutsche Volk, dies solle der letzte Richter Jein. Gegen die letzten Angriffe sei er unempfindlich. Er halte seine Angriffe betreffs des Jnvalidenfonds aufrecht. Mit der Ermahnung an die Versammlung, die antisemitische Bewegung zu unterstützen, schloß Ahlwardt unter stürmischem Beifall und Hochrufen.
Verzeichnis;
Kreise Gießen in der Zeit vom 1. Februar 1892 dahin 1893 eingegangenen Waifenbüchsengelder.
französischen Bataillone seien.
Berlin, 27. April. I" , ‘
angenommen, der Antrag des Centrums wegen Aufhebung des Jesuitengesetzes komme nächsten Mittwoch im Reichs-
3.27
2.78
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5 09 3 35
2*89
Bekanntmachung, betr. die Einsendung der für die Landes-Waisenanstalt zu erhebenden Collecten und Büchsengelder.
Im Kreise Gießen sind in der Zeit vom 1. Februar 1892 bis dahin 1893 in den einzelnen Gemeinden die nachstehend verzeichneten Beträge für die LandeS-Waisenkaffe eingegangen.
Man bringt dies mit herzlichem Danke für die Geber hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.
Gießen, den 25. April 1893.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. April. Kaiser Wilhelm hat dem Cardinal Staatösecretär R am pol la den Schwarzen Adlerorden
Uebertrag Lick
Lindenstruth Lollar Londorf Lumda Mainzlar Münster Mufchenheim Nieder-Besfingen Nonncnroth Obbornhofen Ober-Bessingen Over-Hörgern Odenhausen Oppenrod Queckborn Rabertshausen Reinhardshain Reitzki'chen Rodheim Rödgen Röthges Rüddingshaufen Ruttershausen
Saasen Stangenrod Staufenberg Steinbach Steinheim Stockhausen Trais-Horloff Treis a. d. Lda. Trohe Utphe
Weickartshain Weite» shain Wieseck
Bekanntmachung.
Wegen Herstellungsarbeiten an der Gasleitung ist der Verkehr durch die Neuenbäue und Schulstraße, von dem Neuenweg nach dem Marktplatz und umgekehrt, sowie durch die Sonnenstraße von dem Kreuzplatz bis zum Canzleiberg und umgekehrt für Fuhrwerke und Reiter bis auf Weiteres gesperrt.
Gießen, den 27. April 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Depeschen des Bureau „fccrolb-.
Berlin, 26. April. Die „Nordd. Allgem. Ztg." sagt anläßlich der gestrigen Ahlwardt-Debatte: „Unseres Erachtens legen die Blätter zu viel Gewicht auf die Person Ahlwardts, während der Ahlwardtismus allein eine erörternde Beleuchtung verdient. Der Giftstoff, den diese Agitation der Volksseele zuführt, hat zu lange Zeit gelassen bekommen zu wirken. Das Dersäumniß gut zu machen, ist sehr schwer. Die Erkenntniß ist wohl schon allgemein, daß der Antisemitismus, soweit er überhaupt ernst genommen werden kann, seinen verderblichsten Feind in Rector Ahlwardt hat."
Berlin, 26. April. Die „Post" meldet aus Petersburg: Die russische Antwortnote auf die deutschen Vorschläge, betr. den Handelsvertrag, sei nach Berlin abgegangen.
Berlin, 27. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt eine Anzahl Berechnungen richtig, welche in der „Freis. Ztg." über das französische und deutsche Budget nicht exact angegeben seien. Es sei unwahr, daß Deutschland im Frieden mehr Geschütze bespanne als Frankreich und Rußland. Es werde dabei verschwiegen, daß Frankreich und Rußland schon im Frieden viel mehr bespannte Muniticnswagen aufweisen wie Deutschland. Ferner werde verschwiegen, daß die italienischen und österreichisch-ungarischen Bataillone im Frieden viel schwächer als die im Vergleich angeführten russischen und
Villtngen
Watzenborn mit Steinberg 6.78
Albach
Allendors a. d. Lahn Allendorf a. d. Lda. Allertshausen Alten-Buseck Annerod Bellersheim Beltershain Bersrod Bettenhausen Beuern Btiklar Burkhardsfelden Climbach Daubringen Doif-Gill Eberstadt CttingShaufen Garbentetch Geilshausen Gießen Göbelnrod Großen-Buseck Großen-Linden Grünberg Grüningen Harbach Hattenrod Haufen Heuchelheim Hoftheim Hungen Inheiden Kesfelbach Klein-Linden Langd Lang-Göns LangSdorf Lauter Leihgestern


