führte Discusfion, daß man ein wenig 'gar zu viel von dem Parteivorftande verlange und wenn nicht allen Wünschen entsprochen werden könne, so solle man sich hierüber nicht wundern. Er vertheidigt in ausführlicher Weise die gegen die Redactiou des „Vorwärts" geschleuderten Angriffe und sagt bezüglich deS neugegrüuderen Centralwochenblattes, die Ausgestaltung desselben müsse eine derartige sein, daß eS speciell allgemeine Parteifragen erörtere- zur Agitation auf dem Lande könne dieses Blatt nicht benutzt werden. Bei einer späteren Abstimmung über diesen Punkt entschied die Versammlung in diesem Sinne. — Fell Leipzig führt den Vorsitz. Reichstagsabgeordneter Singer gibt einen Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Fraclion, welchen er mir den Worten einleitete: ES sei zu verlockend für die heuchlerische Thätigkeit des CentrumS, wenn er einen längeren Vorttag halte. Er beschränkt sich deshalb und mit Rücksicht auf den bereits bekannten und im Druck erschienenen Bericht auf eine kurze Fassung, welche in kurzen Umrissen die Thätigkeit der Fraction bespricht und nach dessen Schluß eine Resolution angenommen wird, worin der Fraction das Vertrauen des Parteitages ausgesprochen wird. Die Versammlung habe keinen Anlaß, gegen die Thätigkeit der Fraction Einwendungen zu machen, letztere soll? fortfahren, mit allen Kräften für die Interessen deS Proletariats einzutreten, geleitet von dem Grundsatz, daß die parlamentarische Thätigkeit Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck sei. Im weiteren Verlauf wird ein Antrag eingereicht, die Fraction solle im Reichstage die Regierung auffordern, eine Arbeitslosenstatiftik aufnehmen zu lassen. Der Antrag wurde der Fraction zur Berücksichtigung überwiesen. Ein Antrag um Beseitigung des Impfzwanges, sowie ein Antrag, den Reichstag zu ersuchen, für die obligatorische Einführung des Achtstundenarbeitstages einzutreten, werden abgelehnt. Desgleichen spricht man sich gegen einen Antrag betreffs Verstaatlichung des Getreidebaues und des Getreide- Handels aus. Ein Antrag der Frankfurter Genossen, die Fraction zu beauftragen, für die einheitliche Regelung deS Gewerbeinspectorats und die Anstellung von weiblichen In- spectoren zu sorgen, wird der Fraction zur Erwägung überwiesen.
Graz, 25. October. Gräfin Hartenau, die Gattin des ehemaligen Fürsten Alexander von Bulgarien, wurde von einem gesunden Töchterchen entbunden.
Paris, 25. October. Die Gala-Vorstellung in der großen Oper ist auf daS glänzendste verlaufen. Beim dritten Acte des „Faust" besuchte Avellan Carnot in der Loge- auch Canrobert kam hinzu. Dieser sagte, er sei durch das Fest sehr gerührt, welches ein franco-russisches Bündniß bedeute. Carnot begleitete selbst Canrobert an seinen Platz und war von dem Besuch sehr gerührt. Während des folgenden Actes erhob sich Avellan und zollte Beifall, worauf iämmtliche Anwesenden, Orchester und Künstler inbegriffen, eine Ovation darbrachten. Bei der Schlußscene sah man eine Allegorie, bestehend in einem schwarzen Adler, welcher unter seinen Fittigen russische jnb frQnaöfifdje Soldaten beschützt und sich über einer Figur, Rußland und Frankreich darstellend, erhob. Avellan sandte Kußhände nach allen Richtungen, was unbeschreiblichen Enthusiasmus hervorrief. Um 12*/2 Uhr war die Vorstellung beendet. Auf der Hinfahrt zum Bahnhof riefen die Russen: „Es lebe Paris, auf Wiedersehen!" Am Bahnhofe waren etwa 10000 Personen anwesend. Die Frauen umarmten und küßten die Russen ab. Um 1 Uhr 45 Minuten nahm Avellan von den Notabilitäten Abschied. Als er den Admiral Gervais noch erblickte, umarmte er denselben. Sodann brachten zwei Züge die Russen nach Toulon.
Paris, 25. October. Während seiner Anwesenheit in Paris erhielt Admiral A v e l a n nicht weniger als 17 000 Briefschaften, davon stammten 10000 von Frauen, welche ihn um Rendezvous, Locken und Autogramme baten. — Gestern stand eine Frau, welche sich aus russischen Fahnen Hemd und Kleider gefertigt hatte, an der Brücke von Clichy, wo sie den Vorbeizug der Russen nach Versailles abwartete. Beim Rahen derselben stürzte sich die allem Anschein nach Wahnsinnige mit dem Rufe: „Russen sehen und sterben! Es lebe Rußland!" in die Seine, aus welcher sie als Leiche herauSgezogen wurde.
London, 25. October. Die Königin richtete an den Herzog von Koburg das Ersuchen, die vom Prinzgemahl an den Herzog Ernst gerichteten Briefe, welche sich im Koburger Familienarchiv befinden, ihr zu überlassen. Die Königin beabsichtigt, diese Papiere ihrer Sammlung politischer Dokumente im Buckinghampalast einzureihen.
Petersburg, 25. October. Be>m Schluß ber Hy- giene-Ausstellung verlangte das in großen Massen in den Ausstellungsräumen angesammelte Publikum stürmisch, daß die Musik die Nationalhymne und die Marseillaise spiele, welchem Verlangen schließlich stattgegeben werden mußte.
Darmstadt, 26. October. Prinz Heinrich von Preußen trifft morgen zu längerem Besuche hier ein.
Berlin, 26. October. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, soll mit Einführung der Tabakfabrikatsteuer, zur Verhinderung einer ungemessenen Speculation, eine Nachsteuer für Tabaksabrikate in Aussicht genommen sein. Die Höhe dieser Nachsteuer stehe noch nicht fest.
CocaU* und provinzielle-.
Äiefcen, den 26. October 1893.
• * Milde Stiftungen in Gießen. Nach einem am 1. September d. I. abgeschlossenen Verzeickniß bestehen in Gießen 42 Stiftungen mit einem GesammtstiftungScap'tal von rund 400 000 Mk. einschließlich deS WertheS von Liegenschaften. Haben diese Stiftungen auch alle den Hauptzweck, mit ihren ZinSerträgnissen wohlthätig zu wirken, so sind ihre Bestimmungen bezw. die Erfordernisse der Bewerbung um sie doch sehr verschieden. Nachstehend führen wir die Namen der Stiftungen bezw. ihrer Stifter, die einzelnen Stiftung»«
Sittwe. 2756 Mk. 97 Pi. Für hiesige bedürftige Wittwen und sonstige Arme. — 2) Baist, Theophil. 185 Mk. 42 Pf. Kleidungsstücke für ein armes fünfjähriges Mädchen. — 3) v. Baumbach. 767 Mk. 58 Ps. Früher Brodver- theilung, nunmehr Baarunierstützung an Hülfsbedürfrige. — 4) Friedrich Bender sche Stiftung. 2000 Mk. An hiesige Arme ohne Unterschied der Gonfeffion nach Bedürftigkeit und Würdigkeit zu vertheilen. — 5) Friedrich Bücking- Stiftung. 43 477 Mk. 81 Pf. (Ende 1892/93). Zehn Gaben an bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen ohne Unterschied der Religion - insbesondere sollen Leute berücksichtigt werden, welche unerwartet und unverdient in Noth gerathen sind und einen tadellosen Lebenswandel führen, namentlich auch sogenannte verschämte Arme, welche öffentliche Armenpflege nicht in Anspruch nehmen. Eine Gabe an den Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, eine desgleichen an die Kleinkinder- Bewahranstalt. — 6) Curfchmann-Stiftung. 2394 Mk. Vollständige Bekleidung von einem oder mehreren armen Kindern der hiesigen Gemeinde. — 7) Ebel, Karl I. 17 142 Mk. 90 Pf. Anschaffung von Bekleidungsgegenständen für hiesige arme Kinder. — 8) Engel-Stiftung. 4285 Mk. 71 Pf. An zehn arme und würdige Familien. — 9) Felsing'sche Stiftung. 4285 Mk. 71 Pf. An zehn in Gießen geborene würdige Arme zu gleichen Theilen. 857 Mk. 14 Pf. Fünf würdigen Wittwen zu gleichen Theilen. — 10) Flinsch> Karl August. 500 Mk. An Stadtarme, meist an zwei bedürftige Personen. — 11) Gail, Georg Philipp Erben. 1028 Mk. 57 Pf. Je 10 sl. an einen armen Wittwer ober eine arme Wittwe, 5 sl. an ben bravsten armen Lehrling. — 12) Commerzienrath Georg Carl Gail'sche Stiftung. Enbe 1892/93 25 394 Mk. 51 Pf. An zwei bebürftige da- hier wohnende Familien ober auch allein stehenbe Personen. — 13) Gaßner, Auguste, geb. Frech, Wittwe bes Notars Dr. E. Gaßner. 4000 Mk. Die nach Unterhaltung dreier Grabstätten erübrigenben Capitalzinsen sind je zu 300 Mk. anzusammeln, die bann an eine ohne Verschulden zurückgekommene Handwerkerfamilie gegeben werden sollen. — 14) Stabt Gießen. 150 Mk. Unterstützung bedürftiger Eheleute, welche ihre golbene Hochzeit feiern. — 15) Hast, Chr. Gerhard. 5142 Mk. 87 Pf. Gleichmäßig an zehn bedürftige Familien. — 16) v. Haxthausen, Freifräulein Minka. 2000 Mk. Gleichheitlich an vier der ärmsten und würdigsten Familienväter ober Mülier in Gießen. — 17) Heichelheim'sche Stiftung. 50000 FrcS. Abwechselnd an eine christliche und an eine israelitische würdige Familie ober Person, bie in Gießen wohnt unb besten bedürftig ist- solche Personen sollen bevorzugt werden, die in ihrem Berufe — sei es als Kaufleute oder Handwerker — unverschuldet in mißliche Verhältnisse gerathen und denen durch die Gabe nach menschlichem Ermessen geholfen werden kann. — 18) H e nr y, Kar o li ne. 5820 Mk. Nach Ableben ober Verzicht eines auswärts woh- nenben, besonbers benannten Fräuleins ist bezugsberechtigt eine Jndustrielehrerin, zunächst bie bebürftigftc. — 19) Hopfner, Geschwister. 413 Mk. 29 Pf. unb 124 Mk. Vertheilung nach ben für bie Schott'sche Stiftung (f. Nr. 35) gettenben Grund- sätzen. — 20) Hosmann'sche Stiftung. 171 Mk. 43 Pf. An eine arme Familie. — 21) Kirsch, Karl Lubwig. 2571 Mk. 43 Pf. An bebürftige, im Wittwenstanb lebende Gießener Bürger und Wittwen. — 22) v. Krug, Karoline und Vr. Carl von Nidda. 6000 Mk. An hiesige Stadt- arme.— 23) Labroisse, Louis. 857 Mk. 14 Pf. Fünfzehn Gaben Brennmaterial an arme Familien ohne Unterschied der Confeision. — 24) Rabbiner Dr. Levi'sche Stiftung. 2000 Mk. Ein Dritttheil an zwei Arme der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde, ein Dritttheil an zwei israelitische Arme der Provinz Oderhesten, ein Dritttheil an zwei hiesige christliche Arme. — 25) L ö b e r' s ch e Stiftung. 51458 Mk. 3 Pf. (Ende 1892/93). In vier Gaben an Wittwer und Wittwen, welche in Gießen geboren sein, einen guten Ruf besitzen, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel führen und wahrhaft dürftig sein müssen. Nur Handwerker oder Wittwen von Handwerkern sollen zu den Vortheilen der Stiftung zugelasten werden. — 26)Lony, Friedrich sen. 4129 Mk. 93 Pf. An die Armen der Stadt Gießen. — 27) Meyer, Geheimrath. 814 Mk. 28 Pf. An eine ober zwei arme Familien. — 28) Pistor, Emil I. 500 Mk. Für Stadtarme. — 29) Plock'sche Stiftung. 110910 Mk. (Ende 1892/93). Dem Hospital zur allhier gewöhnlichen Verpflegung armer in Gießen geborener MannS- unb Weibspersonen, welche burch kein lüberlicheS unb verschwenberisches Leben in
* • Ter Gewerbverei» wird in diesem Sinter ernt fr. hafte Thätigkeit entfalten. Dor Allem beabsichtigt er
Mitqliedern eine Reihe der interessantesten Dorträge zu die den verschiedensten Gebieten angehören. Den Reigen Herr Realgymnasiallehrer Geiger eröffnen mit bem «*. zeitgemäßen Thema: „Die Vorherbestimmung beS Settnr Gerabe eben, wo so viel von Falb» kritischen Tagen qtrttr unb geschrieben wirb, erscheint unS die Behandlung solchen Themas reckt angebracht. Darum verfehlen wir «ich unsere Leser jetzt schon darauf aufmerksam zu machen, uv», wehr, als hier von berufener Seite gezeigt werden wbA, was von den verschiedenen „Wetterprophezciungcn" zu halte» und von welchen Factoren bie Witterung abhängig ist.
’* lieber eine folgenschwere Unsitte der Kindermäbch, schreibt ein Arzt: ES geschieht recht oft, daß der Arzi , das Shranfenbett von Kindern im Alter von einem halbe» bis zwei Jahren gerufen wird, die plötzlich von beltin Krämpfen befallen sind, ohne daß die Mutter bie Urfa* ju nennen vermag- ben forgfäliigen Fragen deS Arzu» gelingt eS aber bald, festzustellen, baß daS mit der AvGcki tetraute Kindermädchen burch häufige brehende Bewege."-; drs KinbeS bie Krankheit hervorgerufen hat. Daß not Beendigung beS Tanzes baS kleine Wesen das Köy'chn, hängen läßt, hat sie nicht bemerkt, bis bald barai; fr Krämpfe eintraten, welche daS Leben deS Kinde», rt-.t stets bei Krämpfen in diesem zarten Alter, bis auf kl äußerste gefährden. Ebenso verwerflich ist das Schänken mit kleinen Kinbern im Arme. Auch hier treten äbnlttfrr Symptome auf.
* * Besteuerung der Eisenbahn . Frachtbriefe k Eckon . i längerer Zeit hatte bie „Köln. Ztg." gelegentlich angt^.-r, daß zu ben Deckungsmitteln für bie burch bie HcereSvermedi.i?: entstehenben Mehrausgaben auch ein ReichSstempe! 'ur die Eisenbahn-Frachtbriefe in Aussicht genormt: Die „Köln. Ztg." frischt ihre frühere Mittheilung wieder c.. unb weist barauf hin, baß ein solcher Stempel längst in Frankreich, Englanb (6 Pence), Oesterreich - Ungarn 11 m b 5 Kreuzer) unb in anberen Staaten besteht.
* • Postanweisnngsgebühren. Auf Antrag de- Borstande» deS Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller an den Staatssecretär im Reichspostamt, belr. bie Derbilligun§ der Postanweisungsgebühren und des Poß^ a u f t r a g S p o r t o S, hat daS Reich-postamt ad'.ehnmd geantwortet.
* • Zn Amerika verstorbene Hessen. Lstoria: Jakco Freeß, 55 Jahre alt, aus Weinheim (bei Alzey)- Brooklnn: Valentin Lenz, 28 Jahre alt, auS Heppenheim a. d. B., New-Jork: Maria Wagner, geb. Millert, 36 Jahre alt, aus Mörlenbach- Fresch Pond: Friederika Vöber, geb. Fröhlich, 32 Jahre alt, auS Gießen.
-u- Lollar, 24. October. In Ihrer gestrigen Nummer brachten Sie eine Notiz auS Ruppertenrod über örilfm un gen in der Jnsectenwelt. Auch hier in Lollar liegt eine ungewöhnliche Erscheinung vor und zwar ia dem ganz außerordentlich massenhaften Auftreten einer fldhen Zfitgtv. art. DaS kleine — als Kornfliege erkannte—Znsect erschien vor einigen Wochen in den Räumen eines nicht direei am Felde liegenden Hauses und zwar in so enormen Massen, baß baburch eine wirkliche Plage entstand. Täglich wurden mit Hülfe von Insektenpulver so viele Fliegen vernichtet, daß ganze Schaufeln voll zusammengekehrt wurden, ohne indessen eine wesentliche Verminderung der Plagegeister herbeizuiühren. Ist einer der Leser im Stande, ein einfaches unb durch- greifenbe- Mittel gegen das Auftreten ber Kornfliege angebe» zu können, so wäre Einsender dankbar dafür.
L. Grüuiugea, 25. October. Am Sonntag ben 22. Cctobtr hatten wir bie Freube, ben Srcretär beS Obech. Obstbau- Vereins, Herrn Reich eit, Friebberg, in einem 2*/,stündigen
bedürftige evangelische Gießener mit je 1, 2 ober bochsten 3Mk. — 40) Wilson, Peter, Eheleute Kinder. 20000M» Für Bedürftige irgend welcher An, ohne Ansehen der Q™, fesfion, Staats- oder Stabtangehörigkeit, ober für bte von der Stiftungsverwaltung der Zuwendung der tungszinsen für bedürftig bekunden sind. — 41) Dolf Tobenwart, Antoniu». 2290 Mk. 20 Pf.
arme Leute, welche in Gießen wohnend sind und sich einschreiben lassen, zu gleichen Theilen, soviel deren hauSan» Leute von einem guten, ehrbaren und unsträflichen Dandel sind. — 42) Zimmermann, Maria. 171 Mk. 43 «« An eine Wittwe ober Jungfrau.
capitalien und ihre Bestimmung an. 1) Arnstein, Sara
Armuth gerathen sind und unentgeltlich ausgenommen werben sollen. — 30) v. Rabenau, Frau, geb. v. Seiz. 1714 Mk. 29 Pf. An Arme unb siech barnieberliegenbe Kranke bürgerlichen Standes zu ihrer besseren Verpflegung. — 31) Reiber, Georg, Bürgermeister. 685 Mk. 71 Pf. Sinb für bie hiesigen Armen zweckmäßig zu verwenben. — 32) Schmib, Leopold, Professor. 700 Mk. Einem Armen ohne Unter- schied ber Religion. — 33) Schmib, Elisabetha. 7855 Mk. 89 Pf. Vier Gaben an bedürftige, unbescholtene, ledige Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre, sofern sie in Gießen (eben; dort Geborene erhalten den Vorzug. Vier Gaben an arme Wittwen, deren Ehemänner in Gießen gewohnt haben. 36 Mk. jährlich zum Ankauf von Schuhen für arme Schulkinder (derzeit durch Vermittelung der Curschmann-Stiftung). — 34) Schmidt, Philipp, Metzger. 2000 Mk. An arme Waisenkinder. — 35) Schott, Ph. Wilh. Heinrich. 17 142 Mk. 90 Pf. Unter bie anwesenben Armen - bedürftigen Verwandten soll em Ansehnliches in ihre Wohnung geschickt werden. — 36) Schulhof, Herz. 770 Mk. An die Armen der Stadt Gießen (derzeit in ben DispositionS- fonb ber Armenbeputation). — 37) v. Senkenberg, Karl, Freiherr. 1714 Mk. 29 Pf. An eine arme Familie. — 38) Ungenannt. 600 Mk. Für arme Angehörige der evangelischen Gemeinde Gießen, die erkrankt sind unb beson- berer Stärkung und Erquickung bebürfen. — 39) Weissen- bach. (Professor Dr.) Stiftung. 514 Mk. 29 Pf. An
Vortrage zu hören. DaS Thema beS Vortrag» lautete: „Was hat ber Obstbaumzüchter währenb be» Herbste», ft? WinterS unb bes Frühlings an seinen Obstbäumen zu :bun.' Referent wieS barauf hin, baß eS eben bte Zeit fei ober jtft bie Zeit beginne, baß man ben Boben um ben Odstkaum gehörig lockere, bamit der Sauerstoff ber Luft unb die Aoner- kälte ben Boden gehörig zersetze, um so bie unlöslichen HPK ben Wurzeln aufnahmefähig zu machen. Je größer, je tiefer bie Baumscheibe hergestellt werbe, desto bessere Dienste leiste man bem Baum. GraS- und Kleeboden unter dem Bau» nehme letzterem eine Menge nothwendiger Nährstoffe weg, sodaß er unter solchen Umständen nur spärliche örnten unb schlechte Früchte erzeugen könne. Wie ganz ander» gtttaltc sich jedoch daS Aussehen, wie reichlich seien die Ernten und wie herrlich die Früchte, wenn man der tiefumgearbeiteten Baum scheibe Jauche, Compost, Mist oder künstlichen Dünger — Chilisalpeter, Thomasmehl, Kainit re. — gebe, je mehr, desto besser, lobtbüngen könne man keinen Baum, aber einen lobe»* canbibaten wieder mit Dung zu voller Tragkraft bringen. Wolle man sich die Arbeit etwa» abkürzen, bann grabe man Dungringe — ipatenbreite Ringe von 60 bi» 70 cm. Tiefe unter ber Asttraufe »deS Baume» — und fülle sie mit Dünger, ober: man grabe al» Nothbehelf einige tiefe Löcher und sübre hierdurch den Wurzeln die nöthige Nahrung zu. Referent ermähnte die Anwesenden, sie sollten ihre werthvolle Jauche nicht auf Kleeäcker verschwenden, da der Klee >a allen nöthige»
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geregnet hat. \ Milder in Brand gei Obi ftQtten. Jacodi an a-s dem Felde. Den Fr.’ ;rjntnb; eS gal nen Sommer '
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