Ausgabe 
26.2.1893 Erstes Blatt
 
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Zeugen und Sachverständigen selbst -nhören. Honmtlich werd« die Novelle vorher rechtzeitig veröffentlicht- ,

StaatSsecretär v. Bötticher: Zu erwägen werde sein, ob nicht La» Schiedsgericht auch al» EtnigungSamt zu romen hab«.

Abg. Goetz (nl.) wendet fich «egen die Art, in der Wurrn gestern wieder einmal alle Unternehmerin die Pfanne grauen habe. Die Unternehmer hätten viel und ste hättm e» flern«

genossenschasten hätten sich der Ausgabe der Unfallverhütung mit Luft Unb m° (Socj führt Beschwerde darüber, daß den Arbeite^

häufig die (Erlangung der Rmte sehr erschwert werde. Die hau»- industriellen Arbeiter, besonder» die Hausweber, mußten unter da» ^^ayer. Bundetzbevollmächtigter Geh. Rath ßenbmonn: la» Reichsversicherungsamt gehe bei Bemesiung der Renten so wett als <8 ^Ab^Äner ?ltb°"wiederholt sein Derlangennach Ausdehnung der Altn»- und Invalidität-Versicherung auf selbständige kleine Land- Wkta6fl. Rösicke (ltb.) weist die Vorwürfe gegen die Berufsg«- nostmschasten wegen der Rentenseststellungen zurück. Nur «twa26^, aller von den Arbeitern angefochtenen Rentenbescheide wurden in

reichische Botschafter, am Montag Frecher v. Loe empfangen werden. ___

Depeschen de» Bureau .Herold^.

Berlin, 24. Februar. Der Kaiser hat dem Reichs­kanzler Grafen Caprivi zu seinem SeburiStage einen Ehrensäbel verliehen. .

Berlin, 24. Februar. Die Commission deS Reichstag» zur Borberathung der lex Heinze nahm heute da» Gesetz mit 13 gegen 8 Stimmen an. CS kann nach dem Gesetz bei der Berurtheilung, wenn die That von besonderer Roh­heit, Bosheit und Ehrlosigkeit zeugt, auf Verschärfung erkannt werden, die in harter Lagerstätte besteht, sowie in Nahrung von Wasser und Brod.

Wien, 24. Februar. Erzherzog Albrecht feiert am 4. April d. I. sein 30jährigeS Jubiläum als österreichischer Feldotarschall.

zweiter Instanz geändert. ..

StaatSsecretär v. Bötticher weift Wiper dmaus hin, daß die facultatioe JnvalidttätSverstcherung der landwlrthschastlichen Klein­gewerbetreibenden, soweit sie unter 2000 Mark Einkommen haben, bereit» auf dem Wege der Landesversicheruna zugelassm W-

Da» Kapitel RetchsoerficherungSamt und der Rest de» Lrdtna- rium» werden genehmigt. t l,.

Beim Extraordlnarium und zwar beim Titel A uSstattung de» RetchStagdgebäudes bedauert Abg. Zimmermann (Antis), daß da» zur Vergoldung de» Kuppelbaues des neuen ReichSiagSge- bäude» verwendete Blat^old vom AuSlande bezogen sei, die heimische Industrie hätte dasselbe ebenso gut liefern können.

StaatSsecretär v. Bötticher: Die Arbeiten seien an einen deut- schm Industriellen vergeben; die Reichsregierung kann nicht contro- Ihren, woher dieser sein Material beziehe.

Aus Anregung deS Abg. o. Staufsenberg (srs.) erklärt Staat»- secretär v. Bötticher, daß sich di- RetchStagsbaucommtssion setz nur auf da» Rothwendigste beschränken werde, um ^m Gebäude eine würdige Ausstattung xu geben. Der Reichstag werde dann über die weitere Ausstattung oe» Gebäude», zu welcher Künstler au» ganz Deutschland herangezogen werden sollen, noch zu beschlirtzen baben

Beim Nordostseekanal (7. Rate) bemängelt Abg. Cassel­mann (nl) die Verwendung ausländischen Material».

StaatSsecretär v. Bötticher erwidert, daß, wenn den Untn- nehmern der Bezug schwedtschm Granit» versagt worden wäre, sie erheblich höhere Preisforderungen hätten stellen müssen.

Abg. Molkenbuhr (Soc.) beklagt die Beschränkung der Schift- fahrt auf dem Etderkanal, wodurch viele Neine Schifter geschädigt würden. Man möge diese entschädigen, wozu Million Mark au»-

StaatSsecretär v. Bötticher erklärt, e» sei möglichste Rücksicht auf die kleinen Schifter genommen worden.

Der Rest de» Etat» des Innern wird genehmigt.

Der Präsident bemerkt, daß der Etat des Innern in 18 Sitzun­gen erledigt sei. (Heiterkeit.)

Morgen: Antrag Rtntelen betr. Verjährung in Strafsachen, Postdampfernovelle, Wahlprüfungen.

Neueste Nachrichten.

Wolff» telegraphische« Eorrespondmz-Bureau.

Berlin, 24. Februar. Dem von dem StaatSsecretär Bötticher veranstalteten Abendessen wohnte der Kaiser, der um 68/< Uhr erschien, bei. ES nahmen u. A. Theil: StaatSsecretär Stephan, Knltusminister Bofte, der Präsident deS Reichstages und deS Abgeordnetenhauses, der Vicepräsident b>.4 Herrenhauses, v. Manteuffel. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den Anwesenden. Die Festlichkeit währte bis zum späten Abend.'

Berlin, 24. Februar. Die Militärcommission trat heute in die Specialberathung des Antrages Richter über die sinanziellen Lasten der Militärvorlage ein und erörterte die einmaligen Ausgaben. Richter beantragt, 104 Millionen Mark als Kosten für die Unterbringung der Truppen cinzustellen. Oberst Erfflin g erklärte, von der hierfür zu fordernden Summe würden innerhalb der nächsten fünf Jahre nur wenige Hunderttausend Mark zu Vorarbeiten gebraucht werden, der Rest werde erst innerhalb 20 Jahren nöthig. Der Antrag Richter wurde in einer von Dr. Lieber vorge- schlagenen Fassung angenommen, wonach die Heeresverstärkung neben den einmaligen Ausgaben 104 Millionen Mark für die dauernde Unterbringung der Truppen erfordern würde, deren Verwendung nach zwei Jahren beginnen und etwa in 20 Jahren vollendet sein würde. Ferner wurde ein Antrag Richter angenommen, wonach die Casernirung noch nicht casernirter Truppen 37 Millionen erfordern würde. Sodann beantragte Bennigsen, in § 2 der Militärvorlage statt 711 Bataillone Infanterie zu setzen 538 Bataillone und 173 unvollständige Ersatzbataillone und letztere nur so lange formircn, als die zweijährige Dienstzeit festgesetzt bleibt. Fortsetzung morgen.

Berlin, 24. Februar. Ahl warbt ist heute aus dem Gefängniß entlaffcn worden und zwar zwei Stunden früher, als man erwartet hatte, so daß eine Anzahl junger Leute und deutscher Studenten, die ihn empfangen wollten, zu spät kamen. Er wurde dann in die Germaniasäle geleitet, wo eine Versammlung seiner Anhänger ihn erwartete. Musik begrüßte ihn mit einem Ahlwardt-Marsch. Man trug ihn auf taS Podium, wo ihn Rechtsanwalt Hertwig und der Reichstagsabgeordnete Werner in Empfang nahmen und zu feiner dort aufgestellten Familie sührten.

Liegnitz, 24. Februar. Amtlich festgestelltes Ergebnis der Reichstags-Ersatzwahl. ES wurden23,579Stimmen abgegeben, davon erhielt Rentner Iungfer-Liegnitz (frei- sinnig) 10,667 , Rechtsanwalt He r twig- Charlottenburg (Antisemit) 6586, Kühn (Socialdemokrat) 4956, v. Roth- kirch (conservaliv) 1363. Der Rest der Stimmen war zer­splittert. Demnach Stichwahl zwischen Jungfer und Hertwig.

Paris, 24. Februar. Der Cassation»Hof wie» nach langer Berathung die von den Angeklagten Charles Leffep», Fontane und SanS-Leroy eingelegte Beschwerde gegen den Beschluß der Anklagekammer ab und verwies die Angeklagten vor die Geschworenen.

9tam, 24. Februar. Der Papst muß wegen einer leichten Erkältung aus Anordnung deS Arzte» heute und morgen da» Zimmer hüten. Sonntag werden wieder die Audienzen beginnen. Am Sonntag wird der öfter-

DerLoldatenhandel" im vorigen Jahrhundert.

Gießen, 24. Februar.

Dor überfülltem Saale hielt Herr Hauptmann Weimer in der gestrigen Sitzung des Oberhessischen GeschichtS- Vereins seinen angekündigten Dortrag über den sogenannten Soldatenhandel des vorigen Jahrhunderts. In der Einleitung gab Redner zunächst einen Ueberblick über die verschiedenen Stimmen in der Literatur, die denSchacher mit Menschen- fleisch" aufs schonungsloseste verurtheilten, und führte dann in kurzen Zügen die Entwicklung des Heerwesens vor Augen. Dadurch, daß da» Volksheer deS beginnenden Mittelalters allmählig zum Söldnerheer wurde, schwand auch das National­bewußtsein der Truppe. AlS schließlich die Heere zu stehenden wurden, bestanden sie immer noch zum größten Theil auS geworbenen Soldaten und nur zum geringsten Theil auS Landeskindern. Infolge deffen focht der Soldat im allge- meinen nicht für sein Vaterland, sondern nur für den Fürsten, zu deffen Fahne er geschworen. Von diesem Standpunkt auS betrachtet, gewinnt derSoldatenhandel" ein etwas ver- ändertes Aussehen. Er war eben ein Kind seiner Zeit und will als solches beurtheilt sein.

Die meisten Subsidientracte, wie man jene Ver­träge nannte, schloß England mit deutschen Staaten. In Deutschland kannte man die Lage Englands, das immer viel Geld, aber keine Truppen hatte, sehr gut; deshalb machten die deutschen Fürsten ein gutes Geschäft, als England beim Ausbruch des nordamerikanischen Befreiungskampfes auf die Suche nach Hilfstruppen ging. Redner beschränkt sich der Größe des vorhandenen Stoffes halber auf die Darstellung der Verträge, die zwischen England und Braunschweig und vornehmlich zwischen England und dem Landgrafen Friedrich II. von Hessen - Cassel geschloffen wurden. Der Herzog von Braunschweig verpflichtete sich, 3964 Mann Jnsanterie und 336 Dragoner auf seine Kosten auszurüsten. Dafür erhielt er für jeden Fußsoldat 30 Kronen, außerdem so lange der fljicg dauerte, jährlich 139000 Kronen, die auch noch eine gewisse Zahl von Jahren nach Friedensschluß gezahlt wurden. Der Führer der Braunschweiger war der Freiherr Friedrich Adolf von Riedesel-Eisenbach, über deffen sowie seiner Truppen Schicksale in Amerika Redner einen kurzen Ueberblick gab.

Mit Hessen-Cassel hatte England schon seit 1687 Sub­sidientracte geschloffen. Der Vertrag, den Georg III. zur Führung des Kampfes in Amerika mit Friedrich II. einging, bestimmte die Zahlung von 450000 Kronen für 12 000 Mann. Er durfte erst dann gekündigt werden, wenn die letzten Truppen nach Hause zurückgekehrt waren, auch blieb ein­jährige Kündigungsfrist Vorbehalten. Die hessischen Unter­händler hatten diese günstigen Bedingungen erlangen können, weil der Landgraf Geld hatte und warten konnte, die Eng­länder aber Truppen brauchten und nicht warten konnten. Die Form des Vertrags war ein Schutz- und Trutzbündniß. Im Ganzen gingen 17 000 Mann heften - caffelischer und 2400 Mann hessen-nassauischer Truppen (in Hanau regierte der Erbprinz von Caftel) nach Amerika. Auf dem Schlacht­felde bewährten sie den alten Ruf der hessischen Armee; ihre Verluste waren bedeutend.

An deutschen Hilfstruppen waren inSgesammt ca. 30000 Mann nach den englischen Colonien eingeschifft worden, 17 000 kehrten davon zurück. Aber die hohe Verlustziffer wird durch den Umstand gemindert, daß sehr viele der AuS- gerückten freiwillig in Amerika zurückblieben und tüchtige Bürger der Vereinigten Staaten wurden. Die Summe, die England für alle diese Hilfstruppen zahlte, belief sich nach heutigem Geld auf 720 Millionen Mark.

Die Geschichte hat wegen diesesMenschenhandels" hauptsächlich den Landgrafen Friedrich II. von Heflen-Caftel verurtheilt. Der Vortragende suchte nachzuweisen, daß dieser Fürst das Odium, das auf ihn gefallen ist, in nicht höherem Maße verdient, als alle anderen der kleinen Landesherren, die dieselben Verträge geschloffen haben. Im Gegentheil, wenn man für einen der Betheiligten Entschuldigungsgründe finden kann, so für Friedrich II. Abgesehen davon, daß die Heere großentheilS geworbene Heere waren und den Fürsten daS Recht zustand, KriegSbündnifte zu schließen, mit wem sie wollten, war der Landgraf bei Abschluß dieses Vertrags im Einvcrständniß mit seinen Ständen. Außerdem war er der Schwager Georgs III. von England, deffen Schwester er zur Frau hatte. Neid und Mißgunst haben daS ungünstige Unheil über Friedrich II. gefällt, wozu nicht wenig die übenriebenen, oft unwahren Schilderungen Seume» beige- tragen haben. Der schwere Vorwurf, Friedrich habe feine Offiziere angewiesen, die Truppen möglichst inö Feuer zu führen, weil für Tobte und Verwundete mehr gezahlt wurde, beruht auf einem gefälschten Brief. Der in vorzüglicher Form gebotene, hochintereftante Vortrag fand laute Aner­kennung. Daß die Meinungen über den behandelten Gegen­stand noch sehr getheüte waren, bewies die lebhafte DlS- cusfion, an der sich außer dem Vortragenden vorzugsweise

die Herren Profeffor Buchner, Dr. Ebel, Professor Franks Dr. Matthaei, Dr. Reßling und Gutsbesitzer Schlcnke be- theiligten und in der die Geister heftig aufeinander platzten. Wir glauben, daß der Vortragende seine Absicht, den Land» grafen Friedrich II. nicht weiß zu waschen, sondern nur gerecht beurteilen zu lassen, erreicht hat. Denn thatsSchlick bat dieser nichts anderes gnhan, als waS viele andere deutschen Fürsten auch gNhan haben warum also ihn ganz bc- onderS veruNheilen? Dann aber hat er von demSünden­geld" den besten Gebrauch gemacht. Er erließ seinen Unter- thanen größere Steuern und machte sein Land schulden-

ret, zur großen Befriedigung seiner Stände. Den Ueber- chuß verwendete er zur Hebung des Gewerbefleißes, der Wiftenschasten, der Künste. Bon ihm rühN die Bermehruug der heute ziemlich bedeutenden Bildergallerie und die Er­bauung deS Museums in Caftel her. Ueberhaupt war, wie ein hessischer Geschichtsschreiber hervorhebt, seine Regierung wohlthätig und auch beliebt. .

Von unserem heutigen Standpunkt ist natürlich der Abschluß einesSubfidienttactateS-, wie er vor hundert Jahren geschah, durchaus zu verwerfen. Tempora mutentur et dos mutamur in illie. DaS Kriegswesen hat den Kreis­lauf vollendet, daS Söldnerheer ist wieder zum VolkSbeer geworden, wenn auch in anderer Form, wie e» ehedem war. Die Zeiten, da der Deutsche für fremden Gold blutete, sind Gott sei Dank vorüber; wenn er heute zu den Waffen greift, so thut er'S nur noch zum Schutze deS eigenen HerdeS, zum Schutze de» geeinten Vaterlandes. y<

Localer unö ^provinziellem

Ließen. 25. Februar 1893.

* Ständchen. Die König!. Hofopernsängeriu Frau Marie Wittich aus Dresden traf gestern Abend in ihrer Vaterstadt ein, um in dem morgen stattfindenden Concert des ConceN-Bereins mitzuwirken. DerSängerkranz" be­nutzte gerne diese Gelegenheit, um der so gefeierten Künstlerin am gestrigen Abend ein herzliches Willkommmen durch ein wohlgelungenes Ständchen entgegen zu bringen.

Die großartige Prachtserie Wien mit der Mufik- und Theaterausstellung übt im Kaiser Panorama eine große Anziehungskraft aus, so daß Herr Schmidt diese Ausstellung noch bis Donnerstag Abend verlängert hat. E» ist auch leicht erklärlich, bei dieser Serie liegt eben daö Großarttge in der natürlichen Darstellung de» großstädtischen Leben» und Treibens, welches sich in den Straßen Wien» und aus der MusikauSstellung bietet. Dieselbe ist in solcher Gesammtheit eben einzig, cS sollte Niemand versäumen, sich in deren Anschauung zu vertiefen, zumal da- Panorama seine Saison hier bald beendigt.

Die Kalte nimmt im Norden wieder zu und scheint auch uns näher zu rücken. In Danzig herrschte vorgestern 7 Grad Kälte, in Memel bereit» wieder 21, ebensoviel in Moskau; Kopenhagen meldet 14, Stockholm 18, Petersburg 22, Haparanda 25 Grad Celsius. Hamburg hatte 14 Ctm. Schneehöhe.

Die 18. Generalversammlung deS Deutschen Verein» für öffentliche Gesundheitspflege findet definitiv in der Pfingst- woche vom 24. bis 28. Mai in Würzburg statt.

Die Wortgebühr für Telegramme aus Deutschland nach Kamerun beträgt 10 Mk. 10 Pfg.; die Beförderung findet über England, die Eastern-Kabel und St. Vincent statt.

Der Hauptgewinn der Kölner Tombau Votierte (75,000 Mk.) fiel auf No. 304 306. An dem Gewinn sind nicht weniger wie 100 Personen beteiligt, da daS L00S aus. Antheilscheine gespielt wurde.

* » Der Aussichtsrath der Bank für Süddeutschland hat beschlossen, der auf den 21. März einzuberusenden General Versammlung der Actionäre die B e r t h e i l u n g einer Dividende von 3,70 pEt. oder 11.10 Mk. per Actie für daS Geschäftsjahr 1892 gegen 4,75 pCt. für 1891 vorzuschlagen.

Auszeichnung. Dem Grohh. Bürgermeister Feldmann zu Lauter wurde auS Anlaß seine» am 7. d. MtS. stattge­habten 25jährigen Dienstjubilaumö da» allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" verliehen.

nn. Darmstadt, 24. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Verhandlungen werden um l/t 10 Uhr er­öffnet. Aus der Tagesordnung steht zunächst die Petition de» WohnungSauSschusseS der Arbeiterschaften deS Hauses Cornelius Hehl zu WormS, die poli- zeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnungen und Schlafstellen betreffend. Nach der Annahme der Gesetzesvorlage in gleichem Betreff in der zweiten Kammer beantragt der Ausschuß, die Petition für erledigt zu erklären, welchem Anträge da» Hau» beitritt. ES folgt der Antrag de» Abg. Haa» auf Erbauung einer Nebenbahn Gernsheim, bezw. dem Gern»- Heimer Hafen über Hahn und Eschollbrücken, so­wie unter thunlichster Berücksichtigung von Crumstadt nach Pfungstadt im Anschluß an die bestehende Nebenbahn Eber stadt-Bahnhos Pfungstadt alsbald die nöthigen Vermessungen und Veranschlagungen vornehmen und an die Stände dem nächst und jedenfalls noch in der gegenwärtigen Landtag»- periode wegen der Ausführung eine Vorlage gelangen zu laften. Seitens der Kammer wurde einstimmig defchloffen, Großh. Regierung zu ersuchen, da» beantragte Bahnproject daldthunlichst zu prüfen und je nach dem Ergebniß der Prüfung Vorlage an die Stände gelangen zu laffen. Der Abg. Hermann hat einen Antrag auf Errichtung eine» Amtsgericht» in Reichelsheim i. O. eingebracht. Der Ausschuß beantragt Ablehnung. Der Antragsteller begründet seinen Antrag in eingehender Weise und hebt die Mtßstände und Fährlichkeiten hervor, welchen die Qdenwälder Bewohner