Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphische« Korrespondenz - Bureau.
Coburg, 23. August. Herzog Alfred befindet sich in ReiohardSbrunn, Prinz Alfred, feie Sohn, in Oberhof.
ReiuhardSbruuo, 23. August. Der Kaiser ist bald nach seinem Eintreffen von der verwittweten Herzogin empfangen worden und drückte derselben sein inniges BeUeid auS. Hierauf begaben fich die Herrschaften an daS Sterbelager des Herzogs, woselbst fie eine halbe Stunde verweilten.
ReiuhardSbruuu, 23. August. Der Kaiser wohnte heute auf besonderen Wunsch des Herzogs Alfred von Sachfen- Coburg-Gotha der Eidesleistung des Herzogs auf die Berfaffung bei, die in feierlicher Weise vor dem versammelten Staatsministerium erfolgte. Minister Strenge dankte am Schluß dem Kaiser für seine Theilnahme an der Feier.
Friedrichroda, 23. August. Der Kaiser reift heute Abend den früher getroffenen Dispositionen entsprechend von Reinhardsbrunn nach Schwerin.
Friedrichroda, 23. August. Der Erbprinz Alfred wird morgen hier erwartet. Heute war auch Prinz Wilhelm von Baden anwesend. — Nach einer amtlichen Mittheilung wird die Leiche des Herzogs am Freitag 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends ausgestellt werden. Die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser haben Trauerfahnen ausgesteckt- es sind bereits viele Kranzspenden eingetroffen.
Duisburg, 23. August. Laut Bekanntmachung des hiesigen Bürgermeisteramtes ist der im Ruhrorter Kaiserhasen beschäftigt gewesene Baggermeister Erbel auS Duisburg gestern im Duisburger EpidemienhauS an asiatischer Eholera gestorben.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 23. August. Das Reichspostamt erklärte dem , „Geschäftsfreund" zufolge, auf eine Anfrage hin, eine A b« Änderung deS Packetporto-Tarifes sei nicht beabsichtigt ; die diesbezüglichen Gerüchte entbehrten der Begründung.
Berliu, 23. August. DaS „Berliner Tageblatt" lobt die Entschlossenheit, womit die italienische Regierung die Angelegenheit betr. AigueS^MorteS zu Ende geführt hat- dagegen hätten die französischen Minister Develle und Dupuy nickt Energie genug besessen, den Pflichten der internationalen Höflichkeit Genüge zu leisten, sie müßten es sich daher gesagt sein lassen, daß die Regierung trotz deS Erfolges bei den Wahlen eine schwache sei.
Berliu, 23. August. Der „Reichsanzeiger" meldet, der königliche Hof legt für den verstorbenen Herzog Ernst eine dreiwöchige Trauer an.
Berlin, 23. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Blättermeldung, es bestehe die Absicht, mit bedeutenden Marineforderungen an die gesetzgebenden Factoren heran- zurreten, als völlig unrichtig.
Berlin, 23. August. Eingeweihte Kreise wollen wissen, der Rücktritt deS KriegSministerS v. Kaltenborn- Stachau werde erst nach Beendigung der durch das neue Militärgesetz hervorgerufenen organisatorischen Anordnungen erfolgen.
Posen, 23. August. In Kolo werden drei Cholera- baracken errichtet. Ohne vorherige DeSinficirung darf Niemand die Stadt verlassen. Der Gouverneur hat die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln bis zur preußischen Grenze angeordnet. In Galizien beträgt die Sterblichkeit an der Eholera 80 von 100 Erkrankungsfällen.
No», 23. August. Die Arsenalarbeiter von Venedig überreichten dem Marinemintster einen Brief, worin sie bedauern, daß sie nicht mehr unter der österreichischen Verwaltung arbeiten, welche sie besser behandelt als ihre Landesleitung. Damals betrugen die TageSlöhne 1.75 Lire und jetzt nur 1 Lire.
Paris, 23. August. Der italienische Gesandte Rebmann theilte den Ministern Dupuy und Develle mit, die italienische Regierung mache durch Maueranschläge bekannt, daß Frankreich Genugthuung gegeben, indem der Bürgermeister von-Aigues-MorteS abberufen worden und daß die Regierung bereit sei, die Opfer zu entschädigen.
Loudon, 28. August. Auf den Kohlengruben bei Blanelly kam eS gestern Abend zu einem blutigen Kampfe zwischen wallisischen und englisch-schottischen Bergleuten. Die Polizei war kurz vorher in der Meinung, daß die Ruhe nicht weiter gestört werde, abgezogen. Viele verwundete fielen in die Hände der zurückgekehrten Polizei.
Loudon, 23. August. Die Nachrichten auS dem Strikcgebiet sind heute günstiger. — Die Eonferenz der vereinigten Bergarbeiter Großbritanniens wurde gestern im Westminsterpalasthotel eröffnet. Die Debatten finden bei geschlossenen Thüren statt. Delegirte sind durchaus von der Versammlung ausgeschlossen.
Cocole* rend provinzieller.
Sieben, 24. August 1893.
* • UniverfitätS Nachricht. Zum Nachfolger des Professors Dr. Reitzenstein ist Prof. Dr. Gotthold Gundermann in Jena berufen worden.
• • Herbstmauover betreffend. In dem „Ein gesandt" (Gießener Anzeiger Nr. 192 erstes Blatt) über die bei den diesjährigen Herbslmanövern angeordnete Magazinverpflegung wollen wir zur Aufklärung bemerken, daß diese Anordnung nicht auS der Initiative der Militärverwaltung hervorgeht, sondern solche aus von den beiden Ständekammern übereinstimmend geäußerten Wunsch bestimmt worden ist.
• • Setzeilt. Der jungt Mann, welcher sich am Mittwoch voriger Wocke auf der Nordanlage zu erschießen versuchte, ist heute als geheilt auS der Klinik entlassen worden.
•• Petroleum zu« Feaeranzuaden ist schon oft die Ursache brllagenSwerther Brände geworden. Jetzt wieder in Schwan
heim bei Frankfurt a. M. Der „Franks. Gen. Aoz." schreibt: „Wie oft haben wir eS schon an dieser Stelle gepredigt, wie oft haben wir schon davor gewarnt, beim Feueranmachen Petroleum zu verwenden! Immer und immer wieder gewinnt der unverantwortliche Leichtsinn die Oberhand und ist dann bas Unglück geschehen, daun, ja dann wird die Leichtfertigkeit bitter bereut, wenn eS zu spät ist. Soll denn dieser sträfliche Unfug niemals ein Ende nehmen, soll die Zahl der Opfer, die er alljährlich fordert, immer noch wachsen? Ist denn daS bischen Beouemlichkeit von so unschätzbarem Werth, daß man, um der lieben Faulheit willen, daS Leben auf'S Spiel setzt? Hat daS Mädchen am Morgen zu lange geschlafen und will daS Feuer dann nicht rasch genug brennen, dann wird die Petroleumkanne geholt, womöglich gar noch erst das Holz entzündet und dann das Oel hineingegvssen. Passirt dann nichts, so ist eS ein Glück zu nennen, geschieht aber ein Unglück, dann ringt man die Hände, statt daß man vorher seine fünf Sinne zusammengenommen und sich die ungeheure Gefahr seine- Beginnens klar gemacht hätte. Wir sind wirklich weit davon entfernt, auf die arme unglückliche Frau, die gestern in Schwanheim auf solche Weise verunglückte, einen Stein zu werfen, aber möchten sich doch alle Anderen, die sich von unseren Worten betroffen fühlen, ihr trauriges Schicksal zu Herzen nehmen. (Am Montag Mittag kurz'nach 12 Uhr schüttete die 30 Jahre alte Ehefrau dr» in Frankfurt a. M. beschäftigten Schriftsetzers Theodor Gräser in ihrer im ersten Stock in der Borderstraße zu Schwanheim belegenen Wohnung auS einer Blechkanne Petroleum in» Feuer, um dasselbe zum Bügeln stärker anzusachen. DaS Petroleum explodierte, die Kanne flog der Frau an die Brust, und der brennende Inhalt ergoß sich über die Frau. Im Nu stand fie in hellen Flammen. Allein, wie sie war, lief sie nach dem Parterre des HauseS und rief um Hilfe- die dort wohnenden Leute schlossen aber die Thür und leisteten keine Hilfe, und so lief die brennende Frau zu verwandten NachbarSleuten. Holzwellen, welche im Hose aufgespeichert lagen, fingen sogar Feuer. Die leichte Kleidung der Frau war schließlich vom Feuer verzehrt und der ganze Körper verbrannt, ja gewissermaßen geröstet. Obwohl alsbald die beiden Schwanheimer Aerzte zur Stelle waren und den erforderlichen Wattenverband der Verletzten anlegten, verschied sie dennoch zwischen 4 und 5 Uhr bei vollem Bewußtsein unter den unsäglichsten Schmerzen.)
** Nachdem die Mehrzahl von Handelskammern, die kaufmännischen Corporationen, Gewerbe-Vereine rc. die Verlegung der Post-Schalterstundeu an Sonn- und Feiertagen befürwortet hatten, war aus verschiedenen Kundgebungen der ReichS-Postbehörde zu entnehmen, daß die ausgesprochenen Wünsche Berücksichtigung finden würden. Die Reichs-Postbehörde scheint jedoch jetzt anderer Meinung geworden zu sein. Aus einer vorliegenden Kundgebung der ReichS-Post- behörde geht hervor, daß die gegenwärtige Dienstordnung (Schalterdienst am Sonntag Nachmittag) auch in Zukunft beibehalten werden dürfte. Nach den bisher angestellten Ermittelungen erscheint daS namentlich im Interesse des Kleingewerbes, deS Arbeiterstandes und der dienenden Klasse dringend geboten, da für diese die bisherigen Geschäftsstunden am Sonntag Nachmittag unentbehrlich erscheinen.
Rückfahrkarten. Dem Vorgänge Bayerns, Württembergs und Badens folgend, hat jetzt auch die Eisenbahnverwaltung Elsaß-Lothringens die zehntägige Gültig- keitSdauer für Rückfahrkarten eingesührt.
*♦ Frankfurter Obstmärkte. DaS Gönnte, welches in den letzten zwei Jahren in Frankfurt a. M. Obftmärkte mit sehr gutem Erfolge veranstaltet hat und welches in diesem Jahre durch Errichtung einer Centralstelle sür Obstvcrwerthung weiter bemüht war, zur Hebung deS Obstbaues beizutragen, wie sich schon jetzt sagen läßt, mit ebenso gutem Resultate, wird auch in diesem Jahre zwei Obstmärkte abhalten. Dieselben mußten früher als sonst gelegt werden, da daS Obst so früh zur Reife gekommen ist, und werden am 5. und 22. September, wieder m der von den Behörden zur Verfügung gestellten Stadthalle, stattfinden. Zugelaffen werden sämmtliche in Deutschland gezogene Obstsorten, sowie die verschiedenen Obstproducte, endlich, in diesem Jahre zum ersten Male, auch Verpackungsmaterial. Letzteres spielt eine so wichtige Rolle im Obsthandel, daß die Zulassung desselben gewiß allerseits Zustimmung finden wird. Alle Verkäufe auf den Märkten finden durch von dem Marktcomitö abgestempelte Schlußscheine statt. Die Vermittelung aller An- und Verkäufe findet auch in diesem Jahre wieder kostenlos statt. ES ist auch keinerlei Platzmiethe zu entrichten. Jede weitere Auskunft wird von dem Comits, das Gneisenau- ftraße 15, gegenüber dem Hauplbahnhos, seine Bureau hat, wohin auch alle Anmeldungen für die Märkte zu richten find, ettheilt.
** Mitteleuropäische Zeit und Gasverbrauch. Man schreibt der „F. Z." auS Heidelberg, 21. August: Ueber eine seltsame Wirkung der Einführung der mittel- europäischen Zeit, die in Baden bekanntlich schon am 1. April 1892 erfolgte, spricht sich der soeben erschienene „Bericht über den Betrieb deS städtischen GaSwerkS Heidelberg im Jahre 1892" auS. ES heißt dort: „Die Ein- fährung der mitteleuropäischen Zeit im bürgerlichen Leben, welche am 1. April 1892 stattfand, hat allen Gaswerken, westlich vom bestimmenden Meridian einen um so größeren Ausfall im Gasverbrauch verursacht, je weiter westlich von ihm sie gelegen sind. DaS öffentliche Leben richtet sich, verschwindende Ausnahmen abgerechnet, mit dem Beginn und Schluß seines Tagewerks und also mit seinem GaSbedarf, wie früher, so auch jetzt, lediglich nach der Uhrstunde, nicht nach der Sonnenzeit, zwischen denen für Heidelberg bekanntlich ein Zeitunterschied von fast einer halben Stunde besteht. Der Effect für unS ist also der, daß eS sozusagen eine halbe Stunde länger, als sonst der Fall war, Tag bleibt, und wenn auch sreilich daS Tageslicht Morgens um eben so später einttttt, so har dies dock, weil Handel und Wandel
in der Hauptsache erst viel später beginnen, auf den GaSver» brauch wenig oder gar keinen ausgleichenden Einssuß. So haben wir noch in den ersten drei Monaten des Berichtsjahre» eine sehr erfreuliche Zunahme deS Gasverbrauchs gegen da» Vorjahr verzeichnen können, während vom 1. April ab sofort ein Minderverbrauch ein trat, der erst im Herbst und Winter wieder in eine geringe Zunahme überging- dieselbe beträgt im JahreSdurchschnstt nur 2,27 pEr gegen 5,70 pCt. im Jahre 1891." _
C AuS dem Kreise Allfeld, 23. August. Endlich sind nach langem Hoffen und Harren der Landleute die von der NothstandScommission besorgten Fütterungsartikel, wie Mais, Palmmehl :c. eingenoffen und unter die zahlreichen Besteller zur Vertheilung gelangt. Obwohl der Funernoth- stand gegenwärtig als beseitigt zu benachten ist, indem da» Grünfutter eben reichlich wächst, so ist doch damit der Ausfall der FütterungSvorrathSartikel, wie Heu und Futterstroh, nicht ausgeglichen. Eben deshalb kommen die Lieferungen der NothstandScommission den Landwirthen sehr erwünscht. Ueber die Güte der gelieferten Maaren ist nur Gutes zu vernehmen. Ueber den Preis derselben werden die verschiedensten Gerüchte laut, welche wohl olle nicht ernst zu nehmen sind, da der Preis der Maaren behördlicherseits noch nicht bekannt gegeben ist.
Groß Umstadt, 21. August. Ein Act unglaublicher Rohheit wurde vergangene Woche von einigen hiesigen, noch schulpflichtigen Jungen verübt. Dieselben fingen auf dem Felde eine verwilderte Katze, zwei hielten daS Thier an Kops und Hinterbeinen, wähend die anderen zuerst die Beine und den Schwanz abschnitten und dann dem verstümmelten Körper den Bauch aufschlitzteu. Der Anstifter nahm al» Trophäe den Schwanz mit nach Hause und rühmte sich noch der scheußlichen That. Hoffentlich wird die gerechte Strafe die Schuldigen neffen, umsomehr, als einer der Thäter bereits vor längerer Zeit einer lebenden Ente den Leib aufschnitt. Bei dieser erschreckenden Rohheit unserer Jugend must man sich besorgt fragen, was wird auS solchen Kindern werden!?
Zwingenberg, 21. August. Am SamStag Nachmittag wurden auf hiesigem Amtsgericht durch einen Auditeur und zwei Offiziere aus Mainz in Sachen des wegen Majestät»- beleidigung verhafteten Ca p ellm e ist erS Kern vom 118. Infanterie Regiment drei hiesige Herren, worunter ein Reserve-Offizier, als Zeugen vernommen. Dieselben sollten angeblich die strafbaren Aeußerungen Kerns, gelegentlich de» RegimentS-ExercierenS auf dem UebungS-Terrain bei Bickenbach im Vorjahre mit angehört haben. DaS Zeugniß der drei Herren soll aber derart sein, daß fie durchaus nicht» Gravirendes vernommen hätten.
Oppenheim, 22. August. Auf dem Marsch zu den lothringischen Kaisermanövern setzte gestern da» Dragoner- Regiment Nr. 24 über den Rhein und bezog hier und in der Umgebung Quartiere. Während drei Schwadronen unt die Bagage mit der fliegenden Brücke befürbert wurden, setzten die beiden anderen Schwadronen über den Rhein. Die Mannschaften und da» Gepäck wurden in Nachen übergefahren, die Pferde mußten schwimmen.
' vermischtes.
• Berlin, 23. August. Die zweite Compagnie des im Mannöver befindlichen zweiten Garde-Regiments z. F. hat in der Nacht zum Montag bei Perleberg ein arges Mißgeschick erlitten. In dem Dorfe Düpow war der Lieutenant der Reserve v. Seckendorff mit seiner Mannschaft bei einem Bauern einquartiert. In der Nacht zog ein Gewitter auf und der Blitz zündete in dem Gebäude, in welchem das Militär in tiefem Schlafe lag. Em Theil der Soldaten vermochte noch rechtzeitig mit der Ausrüstung in« Freie zu kommen, während dreizehn Mann und der Offizier nur mit Mühe da» nackte Leben retten konnten. Die betroffene Mannschaft mußte in dem Dors zurückbleiben und c« wurde sofort ein Eommando nach Berlin entsandt, um Ersatz an Montirung»- stücken zu holen. Auch da« Sattelzeug, da» der Offizier mit sich führte, wurde ein Raub der Flammen.
• LudwigSbnrg, 21. August. Lieutenant SchSnlein vom 3. Jnf.-Rgt., der in Untersuchung war, weil er sich mit blanker Waffe gegen die Sicherheitsorgane stellte, hat sich, nach der „Ulm. Ztg.", heute Bormittag erschossen. Die Schlußverhandlung gegen ihn war auf heute Früh 10 Uhr anberaumt.
• Saarburg, 21. August. Ein schweres Unglück meldet die „Str. P." von hier: Die Frau de« Steuerkaffenboten Matt ging mit ihren zwei Kindern zum Baden in die Saar- hier gerieth der neunjährige Knabe in einen sogen. Gumpen. Die Mutter und da« elfjährige Schwesterchen wollten ihn retten, aber alle drei ertranken. Der schwergeprüfte Mann hat noch vier Kinder.
* Zu Nab nach Konstantinopel. Gericht«assistent B. Kil- bin per in Höchst, der schon verschiedene größere Rad- sahtten unternahm, hat seinen diesjährigen Urlaub wiederum zu einer derartigen Reise benützt. Er fuhr mit der Bahn nach Wien und von da ging e« auf dem Zweirad über Preßburg, Kymorn, Pest, Semiin, Belgrad, Nijch, Slivnitzn, Sophia, Tatar-Bazarschick, Philippopel und Adrianopel nach der türkischen Hauptsiodt. Die ReHe verlies ohne den geringsten Unfall, auch in Räuberhände ist der unternehmende Radfahrer nicht gefallen, dagegen klagt er in den an seine Frankfurter Bekannten gerichteten Postkarten über die Beschwerlichkeit de» Wege« durch den Balkan, über die große Hitze und den dadurch erzeugten starken Durst, zu dessen Löschung sich nur selten Gelegenheit bot. Die Rückreise wird wegen de» Vordringen» der Cholera aus der Eisenbahn erfolgen.
• Eine „Etulleubörse" ist seit Kurzem in Berlin in» Leben getreten. E» werden auf ihr arme stellenlose Leute


