Ausgabe 
25.7.1893 Erstes Blatt
 
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Neueste Nachrichten.

Depeschen des Bure«u .Herold*.

Loudon, 24. Juli. An Bord des auS Manilla ein­getroffenen DampfersAllmira" war ein Cholerakranker. Das Schiff muhte in Quarantäne gehen.

Newyork, 24. Juli. Der Arbeiterstrike in den Berg­werken der Wear City CanfaS artete in eine offene Revolte aus. Arbeiter, welche am Slrike nicht theilnahmen, wurden mit Waffen angegriffen, viele verwundet, einige getödtet. Biele Verhaftungen wurden oorgenommen und die Ruhe wieder hergestellt.

Pari-, 22. Juli. Eine Versammlung socialisti- scher Studenten nahm eine Resolution an, wonach der SocialiSmuS gegen die Regierung und das Parlament kämpfen soll, um die Fäulnih an beiden Körperschaften zu beseitigen.

Pari«, 23. Juli. Wie amtlich bekannt gemacht wird, find die legislativen Wahlen auf den 20. August an- beraumt. , r ., .

Madrid, 22. Juli. Die Polizei verhaftete fünf Individuen in dem Augenblick, als dieselben eine Dynamit- Petarde legen wollten. Bier schon vorbereitete Petarden wurden gleich hinterher aufgefunden.

Stockholm, 22. Juli. Nacb dem Bericht deS ersten Stadtarztes, Profeffor Dr. Linroth, sind hier im vorigen Jahre 246 Personen an Influenza gestorben.

Cocoles rrnd provinzieller. '

Gießen, 24. Juli 1893.

Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 19.Juli den ordentlichen Profeffor Dr. Pasch zum Rector der Landes- Universität für die Zeit vom 1. October 1893 bis dahin 1894 zu ernennen.

** Militärdienstnachrichten. v.NordeckzurRabenau, Brüel, Vicefeldwebel vom Landwehrbezirk Gießen, zu ©ec.» Lts. der Reserve des Jnf.Rgts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess. Nr. 116) befördert.

* Rudersport. Ein neues Blatt im Ehrenkranze der Gießener Ruder-Gesellschaft bildet der 23. Juli, die Kaiser- Regatta zu Bad Ems. Herr Albert Rübsamen siegte auch dort wieder im Ersten Einer in einer bei ihm jetzt fast zur Gewohnheit gewordenen überlegenen Weise über Herrn A. Meixner von der Frankfurter Ruder-GesellschaftGer­mania", Herrn Dr. Brockhoff und Herrn H. Crone, beide vom Bonner Ruder-Verein. Die bewundernswerthe Taktik des Herrn Rübsamen, die ihn dieses Jahr stets zum Siege führte und die bei manchen Zuschauern früher Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit vorübergehend aufkommen ließen, be­steht darin, daß er seine Körperkraft in richtiger Maßhaltung /Ulf die ganze Strecke zu vertheifen versteht und im letzten Theile der Bahn, durch seinen bekannten Tribünenspurt und sein ruhiges schwungvolles Rudern sich bis jetzt als unüber­windlich erwiesen hat. Hoffentlich läßt es sich ermöglichen, wie wir unlängst schon anregten, daß Herr Rübsamen im nächsten Jahre bei dem hervorragendsten deutschen Rennen, bei der Meisterschaft von Deutschland, mitconcurriren kann. Nach seinen diesjährigen Erfolgen erscheint cs nicht unmöglich, daß er auch bet diesem von den besten Straften bestrittenen Rennen sich ehrenvoll behaupten könnte. Die Gießener Ruder- Gesellschaft darf stolz darauf sein, daß sie in dem Sohne ihres Begründers ein Mitglied besitzt, welches den Namen Gießen im Rudersporte zu früher nie geahntem Ansehen zu bringen verstand. Möge er in seiner ruhigen und be­scheidenen Weise fortfahren, den Anforderungen, welche seine Gesellschaft an ihn stellt, stets gerecht zu werden, dann wird er die edlen Ziele, die der Rudersport verfolgt Kräftigung deS Körpers, Stählung der Willenskraft und Gewöhnung an DiSciplin zum eigenen Wohle an sich selbst empfinden.

** Das vomhessischen Fechtverband Waisenschuh" gestern Nachmittag auf derSchönen Aussicht" arrangirte Volks­fest war so zahlreich besucht, daß Mangel an Platz herrschte. Die Extra-SehenSwürdigkeiten, Schießbude u. s. w. erfreuten sich zahlreichen Zuspruchs, so daß diese sowohl wie daS Fest im Allgemeinen einen hübschen Ueberschuß zu Gunsten deS von dem Verein befolgten Zwecks abgeworfen haben dürften.

** Diejenigen Etudireudeu der Theologie, welche sich um eines der am 1. October l. I. frei werdenden Stipendien der hessischen Luther st iftung bewerben wollen, werden aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 10. August l. I. bei dem Schriftführer des Vorstandes, Herrn Dekan Wahl in Wieseck, einzureichen. Die heff. Lutherstistung ist bestimmt, solche Studirende der evangelischen Theologie, weche sich ver­bindlich machen, der hessischen Landeskirche zu dienen, und sich durch erwiesene Tüchtigkeit würdig gezeigt haben, durch Stipendien bei ihrem Studium, vorzugsweise bei solchem auf bei: Landesuniversität zu Gießen, zu unterstützen. Die ©t'pendten betragen 850 bezw 700 Mk. und werden in der Regel auf zwei Jahre verliehen.

** p® W hundebefitzer wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß das Umherlaufcn von Hunden auf den städtischen Anlagen strafbar ist, zumal die Anlagen sich durch die ein» getretene feuchte Witterung etwas erholt und solche auch theil- weise frisch eingesäet worden sind.

M,Ieate unb Äscher. Heute früh wurde ein Mtlchfahrer in Folge Außerachtlassung der Iah rord- n un g von einem hiesigen Kutscher angefahren und an Kopf unö Hand verletzt. ES kommt in letzter Zeit nicht selten vor, daß Leute durch die Unvorsichtigkeit verschiedener Kutscher, wie zu raschcS Fahren, Trabsahren um Straßenecken und Außerachtlassung der nölhigen Vorsicht, beschädigt werden. ES sei deshalb bemerkt, daß in solchen Fällen der Fahrer, neben der etwa verwirkten Polizeistrafe, von den Verletzten wegen fahrlässiger Körperverletzung zur Verantwortung qe- zogen werden kann.

Verhaftet. Gestern wurde ein Handwerksbursche ver­haftet, welcher vorgestern aus der.Herberge zu Wetzlar einem anderen Reisenden den Berliner gestohlen hatte.

Zur Beachtung. Im Mainthale werden allenthalben Klagen laut über die Ueberhandnahme des MäusevolkS. Die bisherige Trockenheit begünstigte ungemein die Ver­mehrung dieser Nimmersatten Nagethiere. Die Landwirthe beeilen sich mit der Einheimsung ihrcS Getreides und laffen eS nicht erst in Hausen auf freiem Felde sitzen, damit eS nicht der Vertilgung durch das verheerende Mäusevolk anheimfällt. Gleichwohl findet man zuweilen ganze Büschel zernagter Garben auf den Getteidefeldern.

** Chemische Prüfung«. und AuSkunstrstation für die Gewerbe in Darmstadt. ES dürfte noch nicht allgemein be­kannt sein, daß die genannte Stelle die Ausführung chemischer Untersuchungen, sowie Auskünfte, Gutachten, Rath und Be­lehrungen über alle chemisch-technischen Fragen nicht nur auf Antrag einzelner Gewerbtreibender gegen mäßige Vergütung, sondern, wenn solche Untersuchungen re. im allgemeinen In­teresse ober bemjenigen einzelner Gewerbezweige liegen, auf Veranlaffung der Großh. Centralstelle für die Gewerbe auch unentgeltlich übernimmt. Wir wollten daher nicht verfehlen, unsere Leser, insbesondere die Mitglieder der Gewerbevereine, hierauf aufmerksam zu machen.

** Fallobst muß, da es wurmstichig ist, täglich aufge­sammelt und nach Ausschneiden der von dem Jnsecte beschmutzten Stellen zu Essig, Gelde rc. verwerthet werden. Wer solches Obst sorglos unter den Bäumen liegen läßt, schafft dadurch einen neuen Herd für die Larve deS schädlichen ApfelwicklerS, welcher nach feiner Entwickelung sich hinter der Rindenfchuppe des nächsten Baumes verpuppt, um im Juni des folgenden Jahres als Schmetterling von Neuem fein Unwesen zu beginnen. Die älteren Bäume jeder Obstart müssen schon jetzt aus- geputzt werden, wobei man darauf zu achten hat, daß die Früchte keinen Schaden nehmen.

** Der Getreidemarkt. Auf die Haltung dcS Getreide- Marktes beginnen die Ernteberichte ihren Einfluß allmählich mit zu äußern. Die ersten dieser Berichte haben eine Festi­gung des Getreidemarktes zur Folge gehabt, die besonders auf die Meldungen hin eintrat, denen zu Folge im Westen die Ernte unter Regengüssen begonnen hat. Auch die Mel­dungen über vielfach eingetretenes regnerisches Wetter haben an den meisten Plätzen ein Anziehen der Weizen- unb Rvggen- preise gezeitigt, da die Speculativn auf eine die Ernte schä­digende anhaltende Nässeperivde rechnet. Ob sich aber die Speculanten hierbei nicht täuschen, das ist noch die Frage, denn einige Tage Regenwetters würde wohl in den aller- meisten Gegenden ganz erwünscht fein, selbst da, wo die Ernte bereits im Gange ist. Am Berliner Platze wirkten speciell auf Roggen staple russische Angebote etwas drückend ein, während sich in Hafer eine Baiffefpeculation nicht ohne Erfolg bemerklich machte. Es notirten bei Abschluß dieses Berichtes an der Berliner Productenbörse: Weizen 153 bis 165 Mk. pro 1OOO Kilogramm, Roggen von 139144 Mk., Gerste von 123170 Mk., Hafer von 175190 Mk.

** Biehaukänse. Nachdem bas Königlich Preußische Kriegsministerium den Ankauf größerer Mengen vonSchlacht» Vieh (nicht über 7 Jahre alte Ochsen, junge Kühe unb Hämmel) behufs Conservierung des Fleisches angeordnet hat, werden demnächst, wie dieDarmst. Ztg." meldet, solche Ankäufe von Seiten der Königlichen Intendantur des 15. Armeecorps in Straßburg durch zu bildende Commissionen auch im Großherzogthum in denjenigen Gegenden statlfinden, in denen ein besonders großer Nothftand infolge Futtermangels vorhanden ist und daher ein starkes Angebot von Vieh erwartet werden kann. Voraussichtlich werden diese Ankäufe auf den nächsten'regelmäßigen Märkten in den nördlichen unb östlichen Theilen ber Provinz Oberheffen und im südöstlichen Theil der Provinz Starkenburg stattfinden.

** Depeschen an Reisende im Cisenbahnzuge. ES dürste noch nicht allgemein bekannt fein, daß die Eisenbahnstationen angewiesen sind, den Inhalt eines bei ihnen einlaufenden Telegramms, welches die die betreffende Station passirenden Reifenden angeht, denselben während des Aufenthaltes des Zuges mitzutheilen. Dies geschieht dadurch, daß ein Beamter den Zug entlang geht unb ben Namen ber Person laut auS- ruft, um ihr alsbann von bem Telegramm bie nöthige Mit­theilung zu machen. Diese Einrichtung kann in einzelnen bringenben Fällen von großer Bebeutung sein.

** Hebet das richtige Verhalten bei einem Gewitter herrschen noch bie verschiebensten Anschauungen. DaS Wich­tigste bei einem Gewitter ist, Zugluft in ben Wohnungen ab» zuschneiben, also bie Klappen zu ben Schornsteinen unb bie Thüren zu schließen unb nur in jebem Zimmer einen oberen Fensterflügel offen zu lassen. Zugluft hat schon in nicht seltenen Fällen ben Blitz, sogar am Blitzableiter vorbei, in Gebäube hineingelenkt. In jebem bewohnten Raume ist der Zutritt ber freien Luft nicht nur ber Regenerirung ber At» mosphäre wegen, fonbern auch barum anzurathen, weil ein in ein geschloffenes Zimmer hcreinfahrenber Blitzstrahl ben betäubten Bewohnern leicht ErstickungSgefahr bringen kann. Zn ber Regel hinterläßt ber Blitz in ben Orten, wo er ein» schlägt, einen starken schwefeligen Qualm, unb Leute, bie vor Schrecken ober aus Betäubung ohnmächtig geworben sind, können bann leicht ersticken, wenn nicht irgenb eine Stelle zum Abzug offen gelassen ist.

§ Burkhardsfelden, 22. Juli. Am vergangenen Freitag wurde der bisherige Bürgermeister, Herr Hoffmann, mit 83 von 95 abgegebenen Stimmen wiedergewählt.

Jagdschloß WolfSgarte», 21. Juli. Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Alix fuhren gestern, das Gespann selbst lenkend, in Begleitung der Hofdame v. Fabrice unb deS Großh. Oberstallmeisters Freiherrn Riedefel zu Eifenbach in ben Erzhäuser Wald. Dort begegnete Höchftdiesclbe einer armen Frau, welche im Begriff war, ihre Mutter nach Hause zu tragen, welche im Wald durch baß Sammeln von Holz

erschöpft, schließlich infolge eirreS Magenkrampfes ohnmächtig geworben war. Ihre Großherzogliche Hoheit, Höchftwelche sofort anhielt^ befahl, bie erkrankte Frau vorsichtig in ben Wagen zu bringen, und fuhr dieselbe nebst ihrer Tochter nach Erzhausen, um selbst dabei zu fein unb zu überwachen, baß bie Aermste gleich zu Bette gebracht unb ihr die nöthige Pflege sogleich zu Theil würbe. Gleichzeitig würbe der Arzt, Dr. Horn von Langen, benachrichtigt. Heute beabsichtigt Ihre Großherzogliche Hoheit nach Erzhausen hinüber zu reiten, um noch weiteres für die Patientin zu thun. Darmst. Ztg.

Von der Bergstraße, 18. Juli. Die Gurkenernte hat bereits begonnen und liefert trotz der seitherigen Trocken» heit im Durchschnitt gute Ernte. Auffallender Weise sind die Fruchtblüthen auf freiem Felde in größerer Menge vor­handen, als in den Gärten. Durchschnittlich werden 100 Stück Gurken zu 3,50 Mk. von meistens auswärtigen Käufern aufgekauft. Die Landwirthe, welche die Gurkenzucht in größeren Flächen betreiben, machen ganz bedeutende Einnahmen, die gerade bei jetziger Jahreszeit ben Leuten sehr zu statten kommen. Im benachbarten Biblis wurden in diesem Jahre ca. 225 Morgen mit Gurken bepflanzt. Der dort wöchentlich zweimal abgehaltene Gurkenmarkt wird von fremden Käufern, namentlich aus den benachbarten Großstädten, stark fre- quentirt.

Die neue mechanische Kälteerzeugung^- und Kühlanlage der Actienbrauerei (Ziehen.

Wir hatten vor Kurzem Gelegenheit, uns in hiesiger Actienbrauerei deren neue Eismaschine und Kellerei-Einricht- ungen anzusehen und glauben manchen unserer Leser einen Gefallen zu erzeigen, wenn wir eine kurze Beschreibung der Anlage im Nachstehenden mittheilen.

In der Actien-Bierbrauerei Hierselbst befindet sich seit kurzer Zeit eine mechanische Kühlanlage in Betrieb, welche wohl als ein Muster derartiger Einrichtungen gelten darf. In einem eigens dazu errichteten Gebäude ist der maschinelle Theil der Anlage, bestehend auS einer großen ca. SOpferbigen Ventil-Dampfmaschine unb ber eigentlichen Kühl» und Eis­maschine untergebracht.

Die Kühl- und Eismaschine, nach dem bewährten und meist verbreiteten SystemLinde" gebaut, besitzt zwei auf einem gemeinschaftlichen Fundamentgestell ungeordnete Ammo­niak Compressoren, welche birect von ber Kurbelwelle ber Dampfmaschine aus angetrieben werben. Gleichzeitig werden durch bie Dampfmaschine auch sämmtliche Apparate und ArbeitSmaschinen deS SubhauseS unb ber Mälzerei re. be­trieben, sobaß ber gesummte muschinelle Betrieb ber Bruuerei von einer Centrulstelle uuS erfolgt. Um letzteres ermöglichen zu können, ist buS neue Kühlmufchinen-Gebäube mit bem burch ben Hof ber Bruuerei getrennten Mälzerei- unb SubhuuS- Gebäube mittelst einer uuSgebehnten soliden TrunSmission in Verbindung gebrucht.

Die Leistungsfähigkeit ber KÜHlmaschme ist eine sehr bebeutenbe unb zwur entspricht bieselbe, bei .Benützung beiber Ammoniuk-Compressoren, einem EiSersutze von eu. 800 Ctr. täglich.

Die probucirte Kälte wird zum größten Theile birect zur Kühlung ber zahlreichen Gähr- unb Lagerkeller ber Brauerei, sowie zur Abkühlung ber Bierwürze und deS auf Gährung stehenben Bieres benützt. Zu ersterem Zweck sind an ben Gewölben unb Decken ber Keller uuSgebehnte Rohr- systeme angebracht, burch welche mittelst einer befonberen CirculationSpumpe eine von ber Kühlmaschine auf einige Grad unter Null ubgekühlte Soole (Salzlösung) in beftänbiget (Siiculation erhalten wirb. Die Lust in ben Kellern kühlt sich hierbei an den kalten Wandungen der Rohrsysteme ent­sprechend ab, indem sich an den letzteren gleichzeitig ein Theil des Feuchtigkeitsgehaltes ber Luft in ber Form von Schnee nieberfchlägt. Es finbet auf biefe Weise neben ber Kühlung ber Kellerräume auch in einem gewissen Grade eine Aus­trocknung derselben statt, was als ein besonderer Vorzug der künstlichen Kühlung gegenüber der seither gebräuchlichen Kühlung mittelst Natureises anzusehen ist.

Zur Abkühlung der Bierwürze und deS Bieres während des GährungSprozesscS wird gewöhnliches Brunnenwasser benützt, das in einem besonderen Apparat ber Kühlmaschine, dem SüßwasserkÜhler, immer roieber auf eine Temperatur von etwa 1° C. zurückgekühlt wird. Mittelst einer zweiten CirculationSpumpe unb besonderen Rohrleitungen wird daß gekühlteSüßwasser" zu ben verschiebenen DerwendungSstellen in ber Brauerei unb von da wieder zurück nach dem Süß» wasserkühler gebracht.

Eis wird infolge der directen Verwendung ber Kälte zum eigentlichen Brauereibetrieb nicht mehr benöthigt, wie letzterer durch die Kühlmaschine Überhaupt vollständig unab­hängig von Jahreszeit unb Witterung geworden ist. Gleich-- wohl ist die Kühlmaschine auch eingerichtet, um mit derselben eine nicht unbeträchtliche Menge Kunsteis zu anderen Zwecken erzeugen zu können.

BemerkenSwerth bei ber Anlage ist schließlich noch bie Construction beS Ammoniak-CondensatorS der Kühlmaschine, welche erlaubt, letztere mit einer verschwindenb geringen Menge frischen KühlwasserS zu betreiben. Ermöglicht wird eine so bedeutende Reduction der sonst gebräuchlichen Kühl- wassermengen dadurch, daß bei erwähnter Construction ein unb dasselbe Wasser immer wieder zur Verwendung kommt, wobei, an den Ammoniak-Rohrschlangen deS CondensatorS herabriefelnd, die aufgenommene Wärme an die umgebende freie Luft theilS birect, theilS durch Verdunstung eines kleinen TheilS der Waffermenge, abgibt. ES findet hier also in ein­fachster Weise eine continuirliche Wiederabkühlung beß er­wärmten Kühlwasserß an der freien Luft statt und ist diese Neuerung in der Betriebsweise der Kühlmaschrnen insofern von großer Bedeutung, als von der künstlichen Kühlung nunmehr auch da überall Gebrauch gemacht werden kann, wo der Betrieb einer Kühlmaschine Mangels genügender

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