Ausgabe 
25.7.1893 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Barometer: min.744nnn, liXoR4

AgrEttrstand: TOgungf. itoi. 'Bettet'. G-wttterbildüng.

Mittlerer Barometerstand bet MR. 744,7 mm.

Witterungs aussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

* Leipzig, 20. Juli. Ende dieser Woche feierte eine der ältesten Schankstättcn Neu-Leipzigs, die ehrwürdige Ober­schänke in Gohlis, das Jubelfest ihres 300jährigen Bestehens. Die seit dreihundert Jahren von Bürgern, Studenten und Bauern stark besuchte Gohliser Oberschänke ist auch von den hervorragendsten Dichtern, von Lessing, Goethe und Schiller, besucht worden und hat bis zu seinem Tode auch einem unserer besten Lustspieldichter des 19. Jahr­hunderts, dem biederen Roderich Benedix, als Stammkneipe gedient- der von Benedix allabendlich benutzte Stuhl in der Gohliser Oberschänke wird noch heute von den Freunden des tcrftorbenen Dichters, der Benedix StammgesellschaftHumor", in Ehren gehalten.

Stettin, 20. Juli. Einem ruchlosen Verbrechen sind auf dem Dominium Groß - Schönfeld bei Fiddichow «Regierungsbezirk Stettin) vier Menschenleben zum Opfer gefallen. Dort war in einem Familienhause eine Anzahl polnischer Schnitter mit ihren Familien untergebracht. Einer dieser Schnitter hatte am Sonntag Abend einen heftigen Zank mit seiner Frau gehabt, der dazu führte, daß er beschloß, das Haus in Brand zu stecken, um sich seiner Frau zu ent­ledigen. Er führte sein Vorhaben in derselben Nacht aus, legte Feuer an, wodurch das Gebäude vollständig eingeäschert wurde. Seiner Frau gelang es, sich zu retten, dagegen fand die Frau eines anderen Schnitters mit ihren drei Kindern den Tod in den Flammen. Ein Schnitter, der noch einmal in das brennende Gebäude drang, um eine ersparte Geldsumme von 146 Thalern zu retten, wurde unter den Trümmern des einstürzenden Daches begraben. Er wurde noch lebend, aber mit schweren Verletzungen hervorgezogen. Das gesuchte Geld hatte er noch erlangt und in den Schaft seiner Stiefel gesteckt. Der Brandstifter, gegen den sich sofort der Verdacht gelenkt hatte, war entflohen, er wurde aber durch einen Gendarm festgenommen, als er im Begriffe stand, sich auf einem Dampfer einzuschiffen, um seine Flucht fortzusetzen. Er wurde gefesselt in das Amtsgerichtsgefängniß zur Bahn gebracht. Seine ruch­lose That hat er bereits eingestanden.

* Nach fünfundzwanzig Jahren. Ende der 60er Jahre wohnte in der Klosterstraße in Berlin ein Fleischermeister F.,

Mengen von Kühlwaffer bisher ausgeschloffen oder doch wenig

Interessenten, welche die Anlage persönlich in Augenschein nehmen wollen, ist von Seiten der Direktion der Actwn- brauerei der Zutritt gerne gestattet und wird fachkundige Auskunft wie auch Führung bereitwilligst geleistet. fr.

Vermachter

Kastel, 21. Juli. Die seit Kurzem in Wilhelmshöhe weilenden kaiserlichen Prinzen werden, wo sie sick, nur zeigen, von Neugierigen so sehr umdrängt, daß hiesige Blatter bereits Veranlassung genommen haben, vor derartiger Zu- dringlichkeit zu warnen, um nicht erneute Sperrmaßregeln herbeizuführen. ES ist in der That ein widerwärtiges Schau- spiel, wenn man das Nachlaufen und Begaffen beobachtet, dem die Kinder des Kaisers ausgesetzt sind.

* Die Garde Cavallerie-Regimenter machen zur Zeit auf der Havel Schwtmmübungen mit voller Ausrüstung. Bei denselben werden eigens dazu construirte Kähne auS präpariertem Segeltuch verwendet. Diese Kähne, welche zusammengelegt werden können, werden in Wagen an Ort und Stelle gefahren, doch sind dieselben derartig eingerichtet, daß sie auch aus die Pferde verpackt werden können. Vor dem Gebrauch werden die Seitenwände der Kähne mit Luft gefüllt - die Mannschaften, die in denselben Platz nehmen, ziehen die tm Wasser schwimmenden Pferde an den Zäumen nach. An verschiedenen Stellen der Havel haben mit diesen Segeltuch- kühnen Flußübergänge stattgefunden.

* Ein Strafprozeß von allgemeinem Jntereste wurde dieser Tage vor der Liegnitzer Strafkammer verhandelt. Der Agent einer Feuerversicherungsgesellschaft war wegen Betruges und Anstiftung zur Ueberversicherung angeklagt, da er angeb­lich eine Anzahl Personen veranlaßt haben sollte, ihr Mobiliar über den wirklichen Werth hinaus zu versichern. Außer dem Agenten befanden sich auch die Versicherten auf der Anklage­bank. Der Agent wurde schließlich freigesprochen, well er nachweisen konnte, daß er bei der Ausnahme der Versicherungen lediglich nach den Angaben der Versicherten gehandelt hatte und daß die Höhe der Versicherungssumme ohne Einfluß auf seine Provision war. Dagegen wurden sieben der Versicherten wegen Ueberversicherung zu je dreißig Mark Geldstrafe oder sechs Tagen Gesängniß verurtheilt. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß Ueberversicherungen keine praelische Be­deutung haben, da im Falle eines Feuerschadens nur der wirklich erlittene Schaden von der Versicherungsgesellschaft vergütet wird.

Berlin, 21. Juli. Ein alter Militärstrafltng macht gegenwärtig bei seinen früheren Kameraden die Runde, um Mittel zur Gründung eines Geschäftes zu sammeln. Es ist der ehemalige Sergeant H. von der zweiten Compagnie deS brandenburgischen Füsilier-Regiments Nr. 35. Er stand utt Jahre 1862 in Luxemburg und trat dort zu einer Wäscherin in Beziehungen. Als er eines Tages auf Kasernen­wache war, bemerkte er, wie seine Geliebte einem Offizier ihre Aufmerksamkeit zuwandte. Er stellte feinen Vorgesetzten zur Rede. Der Osfizier zog seinen Degen- der Sergeant entwandte und zerbrach ihm die Waffe und wurde außerdem noch thätlich. Der Offizier mußte aus der Armee ausscheiden, H. sollte in Untersuchungsarrest genommen werden. Auf dem Wege dorthin wußte er seinen Begleiter zu überreden, mit ihm zusammen fahnenflüchtig zu werden, und H. fand Aus­nahme in der französischen Fremdenlegion. Zehn volle Jahre diente er in der fremden Armee. Im Jahre 1872 nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er verhaftet und durch ein Kriegsgericht zu zwanzig Jahren Festungsstrafe verurtheilt. Diese Strafe hat er in Spandau verbüßt und hält sich jetzt Her in Berlin auf. Seine Sammlungen sollen ihm bereits die Summe von etwa 1000 Mark eingebracht haben.

der ein gut gehendes Geschäft besaß. Eines Tages vermißte derselbe einen 500-Thal er schein, den er kurz vorher einem Nachbarn eingewechselt und welchen er im Drange ber Geschäfte auf den Tisch gelegt hatte. Trotz allen Suchens blieb der Schein verschwunden, und der Verdacht de Be­stohlenen lenkte sich auf seine Ladenmamsell, welcher er kurz vorher den Dienst aufgekündigt hatte. Das fahrige Mädchen wurde verhaftet und verblieb in mehrwöchentltcher Unter­suchungshaft, aus welcher es schließlich, da der Verdacht nicht aufrecht erhalten bleiben konnte, entlassen wurde. Spater gab der Fleischerrneister sein Geschäft auf, kaufte eme Villa im Thiergarten und zog mit den ©einigen dahin. Vor etwa acht Tagen befand sich die einzige Tochter des Rentiers, die zur Zeit der Diebstahlsaffaire fünf Jahre alt gewesen sein mochte, zu Besuch bei ihren Eltern und half ihrer Mutter beim Aufräumen einer Bodenkammer. Zufällig fiel ocr jungen Frau ein kleiner Wollenknäuel in die Hände, an dem der Zahn der Zeit arg genagt hatte. Mechanisch wickelte sie denselben auf und entfaltete das Papier, auf welches die Wolle gewickelt gewesen. Zu ihrem Erstaunen entdeckte sie in bemfelben einen preußischen SW-TH-tlerschein!. J-tzd wurde der Dame klar, daß sie seiner Zeit den Schein selbst bei Seite gebracht haben mußte- denn auf demselben hatte sie damals Schreibversuche mit einem Bleistift gemacht. Als kleines Mädchen hatte sie, allein in der Stube anwesend, den 500-Thalerschein vom Tisch genommen, beschrieben, die Wolle darauf gewickelt und nach Kinderart die Sache ver­gessen, vielleicht auch aus Furcht vor Strafe den wahren Sachverhalt verschwiegen. Die junge Frau machte natürlich den hochbetagten Eltern sofort Mittheilung von dem Funde, und nun versuchte der reiche F. Alles, um seine frühere Verkäuferin ausfindig zu machen. Nach vieler Mühe gelang ihm dies- die damalige Ladenmamsell lebte als Wittwe in einem Hause der Barnimstraße in recht schlechten Verhältnissen. Dieser Tage besuchte sie ihr ehemaliger Brodherr, der ihr unter vielen Entschuldigungen die Summe von 1500 Mart als Schmerzensgeld auszahite. Den 500 - Thalerschem aber hat F. zum ewigen Gedächtniß seinem Geldschrant

einverleibt. _ .

* En merkwürdiger Reisender ist am Freitag voriger Woche auf der Eisenbahnstation Amsee (Posen) festgehalten worden. Es war ein Knabe von acht Jahren aus einem Dorfe bei Memel, der auS Furcht vor Schlägen seiner Mutter entlaufen war. Er hat die weite Reise zurückgelegt, indem er unter der Locomotive sich festhielt. Wenn der Hunger ihn quälte, verließ er sein fahrendes Versteck und erbettelte sich in den an der Eisenbahn gelegenen Ortschaften Brod, von dem er bei seiner Ergreifung noch einen Vorrath in seinen Taschen hatte. An jenem Freitag war er von Graudenz ab mitgefahren. In Amsee wurde er von einem Stationsbeamten bemerkt, als er eben seinen Platz unter der Locomotive wieder einnehmen wollte. Auf die Frage nach dem Ziele seiner Reise antwortete er, er hätte so weit mitfahren wollen, wie die Eisenbahn überhaupt führe. Von dem Rauch und Ruß der Locomotive war der Knabe schwarz wie ein Mohr und hatte nur um die Augen Helle Ringe. Seiner Gesundheit schien die Reise nichts geschadet zu Haden.

* Eine practische und originelle Neuerung in Festzugen wurde bei dem Sängerfest zu Heddernheim zu Wege ge­bracht. Hatten sich daselbst sämmtliche unverheirathete junge Leute des festgebenden Vereins vereinigt und beschlossen, den Fest­zug als solche in besonderer Abteilung und unter Bekannt­gabe ihres noch ledigen Standes zu Nutz und Frommen aller liebenden Mädchenherzen, verherrlichen zu helfen. Gesagt, gethan und am Sonntag bildeten sie unter Vorantragung eines großen Schildes mit der AufschriftJunggesellen des festgebenden Vereins" als stattliche Schaar, die würdige und viel bewnnderte und belachte Schlußnummer des Festzuges. Vielleicht wird jetzt diese Neuerung bei allen Festzügen auch anderwärts Eingang finden und den Mädchen das Heirathen nicht unwesentlich erleichtern.

* Von einem Ehedrama in Venedig erzählt man der Frkf. Ztg.". Dort pflegte ein Ehepaar, das dem Arbeiter­stande' angehört, sich häufig mit Eifersuchtsscenen zu quälen. Bei einer solchen Gelegenheit, als es einmal wieder sehr heftig zuging, drohte der Mann, die Frau zu tobten und diese erklärte, sie wolle sich lieber selbst zum Fenster hinaus­stürzen. Als der Mann dies spottend aufnahm, eilte sie dem offenen Fenster des ersten Stockwerkes zu und sprang mit einem Satz hinab. Entsetzt rief der Mann:Meine Frau hat sich umgebracht und ich bin schuld daran!" und eilte in den Hofraum hinab, um die Glieder der Unglücklichen auszulesen. Anstatt ihrer findet er seine Frauvoll und ganz" aus Matratzen und Polstern sitzend und aus vollem Halse lachend über den Schreck, den sie ihm verursacht. Ste hatte mit gutem Bedacht ihr Bettzeug zuvor in den Hofraum geworfen. o ...

London, 24. Juli. Infolge einer Gasexplosion wurde das Gebäude der Nationalprovinzialbank in Dover bemolirt, wodurch vier Arbeiter gelobtet wurden.

Literatur und Aunft.

- Eine klassische Länderkunde. In dem vom Bibliographischen Institut in Leipzig und Wien ver­legten, alle Erdthetle in fünf Bänden umfaffenben Sammelwerk -Allgemeine LLnderkrmde" ist rum erstenmal der Versuch einer Kusammenfaffung unserer heutigen gesammten Kenntniß von der Erdbeschreibung in einheitlicher, übersichtlicher Form, gemeinverständ­licher Darstellung und bildlicher Anschauung unternommen und praktisch gelöst worden. Dem epochemachenden Verlagsunternehmen verdankt die einschlägige Literatur somit ^r erstes populärE licheS geographisches Gesammtwerk. In dieser"Alla-mein^ künde" besann kürzlich als dritter selbständiger Theil amertra zu erscheinen, dessen Bearbeitung der alS Autorität aus geog^phischmi Wissensgebiet weit bekannte Gelehrte und Reifende W. Sievers in Gemeinschaft mit Dr. E. Deckert und Pros. Dr W Kükenthal übernommen hat. Der Anlaß, gerade jetzt dm Band d-r .Mg-m-tn-n L-nd°rkund." -rlch-'n.n

iU lassen, lag für die Herausgeber auf der Hand. Es war in der Morgenfrühe des 12. October 1492, als die feetüchtigen Sudeuropaer

und luerei Gieren, töt/ uns in hiefiotr Kellerei,EiL ' unsrer Leser ein« ltie Beschreibung der dst. befindet sich seit e m Betrieb, welche chlungen gelten dars. ibe ist der maschinelle stoßen ca. 80pflr-igen !chen Kiihl- und Eis- dem bewährten und aut, besitzt zwei aus :ll angeordnete Ammo- der Kurbelwelle der i- Gleichzeitig werden etliche Apparate und der Mälzerei zc. be« Betrieb der Brauerei m letzteres ermöglichen Aebäude mit dem durch üzerei- und Sudhaus« liiefi Zranßtnijfion in

Mine isi eine sehr bei Benützung beider atze von ca. 800 Ctr.

größten Theile direct und Lagerkeller der erwürze und des auf u ersterem Zweck sind in ausgedehnte Rohr- . tttlft einer besonderen Mine aus eiche Grad lösung) in beständiger st in den Kellern kühlt n der Rohrsysteme ent- :en gleichzeitig ein M der Form von Schnee eise neben der Kühlung rissen Grade eine AuS- besonderer Sorzug der : qtbiüuWn*6 d des Bieres mhrend rlickeS Brunnenwasser llQt der KühlmasäM, auf eine Temperatur Mm» m« iohrleitungen wu -r-s»

hi E unafr- t chupt :

19 < b«fel6"

,fi Jt Ä[tion 111 °h°>« w*

Men ^gebende

Ä5

.1-L» *** fS#»3,nüä

Temperatur der Lahn und Luft nach R.aumur g-Mtfim «m 24!» SRlH.aJ i «IW« 11 und 12M-! Wasser 16, Luft 16 Grad. ..

Rübsamen sche Badeanstalt.

247ZMMorge^WI^Züt^MmägS^E -in.744mm, max.746rnm min. 747mm, max^749mm

Kampfe- , ««« "ebst ibrJ *n den 1 und Jnt Mtet ^'chzeitia l bit

°. s* LSzS lotter $eJp 5ÄÄ die @5 ^°usern i'Ä

«SB

zum erstenmal amerikanischen Boden betraten. Seitdem find vier Jahrhunderte dahingegangen, eine Zeit der tiefgehendsten UmgeMltung und der rastlosen Kulturarbeit. Heute steht Amerika im ^orbc(.t8r"? des allgemeinsten Interesses. DaS Verlangen, von diesem ErdtheN im Ganzen etwas Übersichtliches zu erfahren undetwas Einheit, sicheres zu wisfen, als es von der verstreuten Einzel-Literatur gegeben werden kann, ist jetzt dringender und umfänglicher als je zuvor. Soweit nun die uns vorliegende erste Lieferung ein UrtbeU gestattet, wirdSievers Amerika" dieses Verlangen im vollsten Matze erfüllen; nach dem bisher Geleisteten verspricht bat> Ganze ein Werk von eminenter Bedeutung, eine Jubilaumsgabe würdigster Art zu werden. Eingeleitet wird das Buch mit einer lichtvollen Darstellung der Erforschung Amerikas von den Uranfängen bis auf die neueste ^eit. Der Inhalt de? ersten Heftes belehrt dann in dem Abschnitt »Allge­meine Uebersichi" weiter über den Aufbau des amerikanischen Conti- nents, feine Bodengestalt rc., während in dm folgenden Heften sich das Werk mit der Pflanzen- und Thierwelt, der menschlichen Ratur- und Culturbevölkerung, der Entwickelung und Zustände der Staaten und Colonien Amerikas beschästigen wird, um endlich mit einer Schilderung der alle amerikanischen Lander umschlstlgenden Formen des Verkehrs abzuschließen. Das erste Heft vonSievers Amerika ist illustrativ sehr reich ausgestattet; austerordentÜches Jntetefst be­ansprucht die Wiedergabe von Abbildungen aus der älteren Reise­literatur über Amerika. Eine prächtige Farbendrucktafel: der -pudall- gletscher im Whale - Sund, Nordwest - Grönland, verschont das Heft ehr wirksam, betgegeben ist dem letzteren auch eine interessante ftorte. Entwickelung des Kartenbildes von Amerika..Das Werk erscheint zunächst in 13 Lieferungen zu je 1 Mk. und im Herbst rn gebundener Ausgabe zum Preise von 15 Mk. __

Verkehr, Canb» tut* Volkrwirthschaft.

»rüuberg, 22. Juli- Frucbtpreise. Weizen 16.50, Korn X 16.30, Gerste X 15.20, Hafer ^.^^. Erbsen^L 21.00, Linsen v* 00.00, Wicken X---- Lein X 00.00, Kartoffeln X ö.3V,

Samen X. 24.70.__

- Die Fabrik von Friedrich Woesch in Würzburg leistet auf dem Gebiet der Herst« llung von FeuerwerkSkorpern Hervor, ragendes, wobei ausdrücklich betont werden mutz, daß bei ihren Artikeln dasSpielen mit dem Feuer" eine durchaus M Ehrliche Sache ist, da ihre sämmtlichen Feuerwerksgegenstände absolut keiner Selbstentzündung ober Explosion unterworfen find. Der Eatalo^ der Firma weist von den einfachen Schwärmern, Möfiyen uno Kanonenschlägen, von den verschiedenen Raketenarten bi«zu den Vertikal- und Horizontal-Sonnen, Feuerrädern und sonstigen Front- Nücken Alles auf, was das Herz des Pyrotechnikers zu erfreuen vermag. Eine ganz besondere Specialität der

sabrikation bengalischer Schellackfever und MaguefiumfackeM.

Spielplan der vereinigten Prandsurter Ltadttheater- Opernhau».

Von Dienstag den 25. bis Sonntag den 30. Juli täglich r Flick und Flock (Amor)

Eingesandt.

Gießen, 24. Juli 1893.

Am tünfti8en Srdtag findet ,um ersten Male dte Wahl der Beisitzer des neuerrichteten Gewerbegerichts statt, 12 Arbeit­nehmer und 12 Arbeitgeber sind zu wählen. Wäre es nicht an der Qett, daß die hiesigen Gewerbetreibenden auf die Vorarbeiten für diese Wahl gingen? Soll denn das (Somit o . das oÜe Arbeit- nebrner zur öffentlichen Versammlung einlabet, um dieCandidaten aufzustellen, seine Absicht verwirklichen, alle die Beifitzerstellen, auch diejenigen der Arbeitgeber nur mit Socialdemokraten zu besetzen? Ein solchesComitö" war auch in unserer 3tachbarstabt Frankfurt bereits thätig, als alle anderen Gewerbetreibenden noch die Schlaf­mütze über den Ohren hatten und den Ausfall der Wahl dem Schicksal anheimgaben. Das Schicksal entschied wie immer zu Gunsten der Rührigen, thätigen, und streng geschlossenVorgehenden: alle Belfitzer- stellen wurden mit Socialdemokraten besetzt. Soll das bei uns auch geschehen? Wollen wir die Entscheidung über unsere Streitig­keiten in die Hände von Socialdemokraten legen? Bedenken wir, daß alle Urtheile des Gewerbegerichts in Sachen, deren Streitgegenstand den Betrag von 100 Mk. nicht übersteigt, unanfechtbar sind! Lernen wie aus den Erfahrungen, die man anderwärts gemacht hat und rütteln wir schnell die Gleichgültigkeit ab, dte durchaus nicht am Platze ist, es handelt sich um unter Recht, das wir nur Leuten in die Hände legen wollen, an deren strenger Unparteilichkeit wir ^^^Nach^schi^mnwn Vorbildern bei Stadtrathswahlen und dergl. ist jedoch zu befürchten, daß die bürgerlichen Stimmen sich auf zahl­lose^Candidaten zersplittern und so den Gegnern den Sieg erleichtern. Sollte es nicht möglich sein, sich auf eine Liste zu veremigen^ Einigkeit macht stark und Hilst zum Siege! Konnte ^cht der Ge­werbeverein sich der Sache annehmen? Er ist doch berufen jur Vertretung aller Gewerbe und feine Thätigkeit konnte hier gute drückte bringen. Warum stellt er keine Liste auf?*) Wir find übers zeugt daß es nicht schwer fallen würde, eine Liste von Mannern auszustellen, die sich des Beifalls aller Gewerbetreibenden zu erfreuen h°b°° "-«den. Wir h-b-n gewarnt. 3nlelfenten.

) Ist in vorliegender Nummer geschehen. Red.

Dem Einsender de« Artikels im Anzeiger vom Samstag gebührt

zu tragen- _____

UCC IUI CQQ M FR Baden, Frankfurt a. M. durch Placael II11111 tO Will altrenommirte Firma, kenntlich-

57881 Tausendfaches Lob, notariell bestätigt, über ^e>llLnd. Tabak oonB. Becker in «eesou a. Harz. 10 Pfd. fco. 8 Mk- hat d. Exp. d. Bl. eingesehen. _