Ausgabe 
24.11.1893 Erstes Blatt
 
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ttner besonderen Periode, Franciade genannt, zusammengefaßt und avgeordnet, daß jedeSmal das dritte Jahr einer Franciade ein Schaltjahr sein sollte, doch sollte von Zeit zu Zeit eine Franciade nur vier gemeine Jahre und kein Schaltjahr ent' halten. Die Wochen fielen ganz weg. Jeder Monat wurde in drei Thelle und jeder Theil wieder in zehn Tage ein- getheilt, indem man alle Eintheilungen auf das Decimaliystem gründete. Die Wochentage verloren ihre bisherigen Namen und erhielten die Tage einer Dekade einfach die Bezeichnung der erste, der zweite Tag usw. So entstanden die Namen Primidi, Duodi, Tridi, Quartidi, Quintidi, Sexti di, Septidi, Octidi, Nonidi, Decadi. Der letztere Tag war der all­gemeine Ruhetag. Neben diesen einfachen Zahlenbezeichnungen hatte jeder einzelne Tag im Jahre seinen besonderen Namen, der aber nicht, wie in dem alten Kalender, der Zahl der Heiligen entnommen war, sondern mit dem Landbau zusammen» hing. So führte z. B. der siebente Tag des Monat» Ven- demiaire, nach der alten Zeitrechnung der 28. September, den Namen Carottcs, d. h. Möhren (gelbe Rüben), und sollten durch diese Bezeichuung die Landleute daraus auf­merksam gemacht werden, daß es jetzt Zeit sei, die Möhren aus der Erde zu nehmen und für den Winterbedarf einzu- kellern.

In Bezug auf die Namen der Monate ging man theil- weise zurück zu den Zeiten M Kaisers Karl des Großen. Schon dieser Monarch hatte es versucht, die uns von den alten Römern überkommenen Monatsnamen, welche ja theil- weise widersinnig sind, indem z. B. die vier letzten Monate September bis December ganz falsche Bezeichnungen tragen, durch deutsche Namen zu ersetzen. Er wollte für die römischen Bezeichnungen die Namen Wintermonat, Hornung, Lenzmonat, Ostermonat, Wonnemonat, Brachmonat, Heumonat, Ernte­monat, Herbstmonat, Weinmonat, Windmonat, Christmonat einführen. Der neue republikanische Kalender theilte nun'die Monate in folgender Weise ein: I. Herbstmonate vom 22. September bis 22. December: Vend6miaire (Weinlese- monat), Brumairo (Nebelmonat), Frimaire (Retfmonat); II. Wlntermonate vom 22. December bis 22. März: Nivdse (Schneemonat), Ventöae (Wmdmonat), Phividse (Regen­monat)- III. Frühjahrsmonate vom 22. März bis 22. Juni: Germinal (Keimmonat), Floreal (Blüthenmonat), Prairial (Wiesenmonat)- IV. Sommermonate vom 22. Juni bis 22. September: Messidor (Erntemonat), Thermidor (Hitze­monat), Fructidor (Fruchtmonat). Da nun jeder Monat gleichmäßig 30 Tage hatte, so mußten, wie schon gesagt, um das Sonnenjahr auszusüllen, fünf bis sechs Tage zugelegt werden. Diese ErgänzungStage (jour complementaires oder sansculottides) schlossen sich als allgemeine Festtage ans Ende deS Jahres an den Monat Fructidor an. Der erste, der 17. September, hieß la fete du genie, der 18. September la fete du travail, der 19. la fete des actions, der 20. la fßte des recompenses, der 21. la fßte delopinion. i In Schaltjahren trat als sechster Festtag la fSte de la re- volution hinzu. Dieser Kalender wurde seit dem 24. No­vember 1793 von der republikanischen Regierung in allen öffentlichen Angelegenheiten gebraucht. Das Volk und besonders die Geschäftsleute konnten sich aber nur schwer von dem alten Kalender, der bei allen anderen Völkern im Gebrauch blieb, trennen. Man half sich daher damit, daß man den alten Kalender beibehielt und das neue Datum darunterschrieb. Gar bald mußten die französischen Machthaber aber selbst zu der Einsicht kommen, daß, wenn es ihnen auch gelungen war, die Karte von Europa einer ganz bedeutenden Revision zu unterziehen, ihnen doch die Macht fehlte, ihrem republikanischen Kalender Eingang zu verschaffen. Als daher Napoleon den Gipfel seiner Macht erstiegen hatte, genügte ein einfacher Befehl, den französischen Senat am 9. September 1805 zu dem Beschlüsse zu veranlaffen, daß der republikanische Kalender aufgehoben und vom 1. Januar 1806 an der allgemein christ­liche (Gregorianische) Kalender in ganz Frankreich wieder ein» geführt werde. Hat diese neue Zeitrechnung somit auch nur 13 Jahre bestanden, so erscheint doch die hundertjährige Wiederkehr bei Einführung derselben es werth zu sein, sich dieses Versuches, eine neue Zeitrechnung zur Geltung zu bringen, zu erinnern. Dr. W.

Locale» unb provinzielle».

\ Meße», 23. November 1893.

** Militärdienstnachrichten. Graf zu SolmS-Laubach, Sec.-Lt. von der Res. deS Leib'Garde-Hus.-RegtS., comman- dirt zur Dienstleistung bei diesem Regt., ein Patent seiner Charge verliehen. Frhr. v. Kleydorff, ©ec. - Lt. vom 1. Großh. Heff. Drag.-Regt. Nr. 23, ein Patent seiner Charge verliehen. Krcuter, Pr. Lt. vom 2. Großh. Heff. Inf.- Regt. Nr. 116, unter Stellung A la suite deS RegtS., als Comp.-Führer zur Unteroff.-Vorfchuie in Jülich, v. BurSz - t i n i, Pr.»Lt. vom Füs.-Regt. von Steinmetz (Wests.) unter Belassung in dem Commando zur Dienstleistung bei der ©chloßgarbe-Comp., in das 2. Großh. Heff. Inf. Regt. Nr. 116 versetzt. Hahn, Pr. Lt. vom 2. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, zum überzähligen Hauptmann befördert. Den Pr.-LtS. v. Kropff vom 1. Großh. Heff. Inf. Regt. Nr. 115, Frhr. v. Gillcrn vom 2. Großh. Hess. Jnf. Regt. Nr. 116, ein Patent ihrer Charge verliehen, v. Hahn, See. Lt. vom Großh. Heff. Feldart.-Rgt. Nr. 25, zum überzähligen Pr.-Lt. befördert. Die Port.-FähnrichS Frhr. Reichlin, v. Meldegg, Keim vom 1. Großh. Heff. Inf.«Regt. Nr. 115, Frhr. Haller von Hallerstein vom 2. Großh. Heff. Drag. . Regt. Nr. 24, v. BoigtS-Rhetz vom Großh. Feldart.Regt. Nr. 25, zu ©ec.» LtS., © chwendy, Untcroff. vom 2. Großh. Heff. Jnf.Regt. Nr. 116, zum außeretatSmäßigen Sec.-Lt. befördert. Quast, Sec.-Lt. von der Ref. des 2. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, zum Pr.-Lt., Volckmar, Sander, Heiß, Pr.LtS. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw.-Bezirks I Darmstadt, v. Heffert, Pfaltz, Pr.-LtS. von der Inf. 2. Aufgebots desselben Landw.- Bezirks, zu Hauptleuten, Fritz, v. Hahn, Osann, Mund,

Sec.-LtS. von der Ins. 1. Aufgebots desselben Landw. - Be­zirks, Clemm, Sec.-Lt. von der Cav. 1. AufgehotS desselben Landw.-Bezirks, Göttclmann, Sec.Lt. von der Inf. 1. Auf­gebots deS Landw.-BezirkS Friedberg, zu Pr.-LtS., D i e f f e n - b ach, Pr.-Lt. von der Inf. 1. Aufgebots deS Landw.-BezirkS Gießen, zum Hauptmann, Geiger, Fritz, Sec.-LtS. von der Inf. 1. Aufgebots desselben Landw.-BezirkS, zu Pr.-LtS., GrooS, Vicefeldw. vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Sec.- Lt. der Res. deS 2. Großh. Heff. Jnf.RcgtS. Nr. 116, Scheel, Vicefeldw. von demselben Landw.-Beztrk, zum Sec.- Lt. der Res. des 3. Großh. Heff. Jnf.-RegtS. Nr. 117, Kraemer, Sec.-Lt. von der Res. des 2. Großh. Hess. Jnf.- RegtS. Nr. 116, zum Pr.-Lt. befördert. Krcuter, Major z. D., früher im damaligen Großh. Heff. 2. Jnf.-Regt., mit 'einer Pension und der Erlaubniß zum ferneren Tragen seiner bisherigen Uniform der Abschied bewilligt.

♦♦ Die Festschrift jur Einweihung der Johauoeskirche ist nunmehr erschienen und kann von morgen an bei Herrn von Münchow und von allen Buch- und Papierhandlungen für 1 Mk. bezogen werden. Sie enthält nach einem ein­leitenden Wort des Herrn Pfarrer Dr. Naumann folgende Darlegungen: 1. Die alten Kirchen Gießens. 2. Die ersten Schritte zutn Neubau der JohanneSkirche. 3. Bauplatz, 4. Geldmittel zum Bau, 5. Bauplan und Baumeister, 6. Ausführung des Baues, 7. Beschreibung der Johannes« kirche. Sodann noch ein Wort über die Einweihung selbst mit der vollständigen Fest- und Gottesdienftordnung, letztere auch mit den Gesängen, sodaß die Festschrift zugleich als Gesangbuch im Gottesdienst dienen kann. Endlich ist beigefügt ein Verzeichniß aller für die neue Kirche gespendeten Stiftungen und Gaben.

** Abänderung des Unterstütznngswohufihgesehes. Der BundeSralh hat vorgestern dem Gesetzentwurf über Abände­rung des UnterstützungSwohnsitzgesetzeS seine Zustimmung er* * theilt. Der Entwurf hatte schon in der Session von 1892/93 vorgelegen und war damals in einer Commission durch- berathen worden, im Plenum aber nicht mehr zur zweiten Lesung gelangt. Die wichtigste Aenderung an dem bestehenden Gesetz ist, daß als Altersgrenze für die Fähigkeit zum selbst- ständigen Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes das zurückgelegte 18. Lebensjahr, statt deS bisherigen 24., festgesetzt wird. Dieser Vorschlag ist aus der durch eine langjährige lebhafte Bewegung unterstützten Wahrnehmung hervorgegangen, daß bei der bisherigen Vorschrift die Heimath- gemeinden, namentlich deS platten Landes, bei dem maffen- haften Abströmen der jugendlichen Bevölkerung in die Industrie­städte vielfach in unbilliger Weise zu langdauernden Armen- Unterstützungen herangezogen werden. Die bisherige Alters­grenze entsprach auch keineswegs mehr dem Lebensjahr, in welchem in der Regel, namentlich bei der Arbeiterbevölkerung, die wirthschaftliche Selbstständigkeit und die uneingeschränkte Wahl deS Aufenthaltes und Erwerbes eintritt. Im Allge meinen sand die Vorlage mit ihrem Grundbestreben, berech­tigten Klagen deS platten Landes über unbillige Heranziehung zu Unterstützungen anderwärts, namentlich in den Industrie­städten, hilfsbedürftig gewordener Personen abzuhelfen, im Reichstage viel Anklang. Man wird erwarten dürfen, daß die langerörterte Angelegenheit jetzt endlich zum Abschluß ge­bracht wird.

Durchsuchung der Gefangenen. Da es in der letzten Zeit wiederholt vorgekommen ist, daß verhaftete Personen infolge unzuretchender Visitation und Revision Gegenstände, wie Meffer, Schecren ober Waffen :c., im Besitz behalten haben und diese Gegenstände nicht selten zum Selbstmord, Selbstmordversuch ober zu Angriffen gegen Gefangenauf­seher zc. brauchen, so ist nunmehr von bem Großherzoglichen Ministerium auf eine ältere Bestimmung entschieden aufmerk­sam gemacht worben, daß nachlässig vorgenommene Visitationen und Revisionen unnachsichtlich disciplinäre Bestrafung zur Folge haben.

Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 11. ArmeecorpS. Dietz, Bürgermeisteramt, Bureaugehilfe, 600 Mk. Dillenburg, Königl. Berginspection, Kanzleigehilfe, 810 Mk. jährlich. König!. Eisenbahnbetriebsamt (Main- Weser Bahn) vier Telegraphenaspiranten, beim Dienstantritt je 1020 bis 1200 Mk. Jahresbesoldung. Mainz, Bau- und Betriebsverwaltung der hessischen Nebenbahnen im Privat­betrieb, Weichensteller, 758.40 Mk. Gehalt und 80 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Kaiserlicher Ober PostdirectionSbezirk Cassel, zwei Landbriefträger, je 650 Mk. Gehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß. Schupbach (Oberförsterei Runkel), Gemeindesörster, AnfangSgehalt 1132 Mk. Im Bezirk der Großh. hessischen Division. Wimpfen, Großh. Ober-StaatSanwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Haftlocal zu Wimpfen, 500 Mk. jährlich, freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung.

tz Aus dem Ohmthal. 22. November. Die unbeständige, gar zu häufig wechselnde Witterung verursacht namentlich bei den Kindern häufige Erkrankungen. Vor allem ist eS die DiphtheritiS, welche wieder in verschiedenen Orten ihre Opfer heischt. Nachdem dieser Seuche im Spätherbst mehrere Zünder zu Unter-Seibertenrod erlagen, traten auch wieder tödtlich verlaufene Krankheitsfälle in Ruppertenrod, Burg- gemünben unb anberen Orten aus. ES kann baher nicht genug vor ber Ansteckungsgefahr bieser gefährlichen Krankheit gewarnt werben, bie aber leider auf dem Lande immer nicht genugsam gewürdigt wird.

Wohudoch, 20. November. Bei ber heute babier ab­gehaltenen Bürgermeisterwahl würbe ber seitherige Bürger­meister Fatum mit 81 Stimmen wiedergewählt.

Nidda, 20. November. Der Bund der Landwirthe hielt gestern im großen Saale beflGambrinuS" hier eine öffentliche Versammlung ab, der auch ber zweite Vorsitzende deS Bundes der Landwirthe für ganz Deutschland, Herr Dr. Rösicke von GerSborf sowie ber Borsitzenbe desselben Bundes für Heffen, Herr Lucke von PaterShausen unb der Vorsitzende

für Oberhepeu, Herr Gras Criola von BüdeSbeim betwohvku Mit einer kurzen Begrüßungsrede wurde die wegen des \ günstigen Wetters nur mäßig besuchte Versammlung tinc den Vorstand der ©ection Büdingen, Herrn SReinert ge. EonradSdorf eröffnet. Hierauf verbreitete sich Herr Dr. |bitf in dreiviertelstündigem Dortrage über die wirthfchvi: . Lage im Allgemeinen und die Ziele deS Bunde» in sonderen, wobei er sich hauptsächlich an die Rleingrunbbc^. wandte, bereit Gebeihen bem Bunde von ebensogroßem Jmerfis, sei, als baS der Großgrundbesitzer und sie ermahnte, vom Beitritte zum Bunde nicht abhalten zu lassen u. j. Schließlich wurden zwei Resolutionen angenommen, von ttnn die eine sich gegen den mit Rumänien bestehenden, die ar:^ sich gegen den mit Rußland zu schließenden HanbelSvent» wandte. Darmst. Ztg.

Mainz, 21. November. Auch ein Gedenktag, «y 21. November 1803, Nachmittags 1 Uhr, also vor OORabre bewegte sich durch die Straßen ber ©labt Mainz ein traut Zug- auf 5 Leiterwagen, welche von Geistlichen der oerfc denen Religionen begleitet waren, saß eine Moib- unb Häufe banbe, welche Jahre lang bie ganze Gegend von Cobleaz * rechts- und linksrheinisch bi» nach Heidelberg zu, un^' gemacht hatte. Verbrechen der schänblichsten Art batte fe Bande unter ihrem Anführer, bem berüchtigten I o harrit, Bück l cr genannt Schinde rhanneS, zur AuSfichm- gebracht und wurde dieser mit 19 feiner Spießgesellen dem Richtplatz gefahren, um torten vorn Leben zum D;- gebracht zu werden. Die damalige Stadtverwaltung Im als Richtplatz ein Terrain vor bem Weisenauer Thore bt stimmt, welches heute zur'Heuen Anlage" gehört und , VolkSmunbe noch als SchinderhanneS-Platz fe zeichnet wirb.

Oppenheim, 20. November. Den Inhabern von eiarf. unb Tanzlocalen würbe burch baS KreiSamt strengster» unter sagt, ©chulkinber unb junge Leute unter 17 Jahren i ihren Localen zu bulben. Zuwiberhandlungen gegen d»s Verbot werben mit Entziehung ber Erlaubniß zur Äblilrurq von Tanzbelustigungen bestraft.

* Frankfurt, 21. November. Heute Mittag ih t. Zoologischen Garten ber große Elephant eingegungt . Wührenb er seiner seitherigen Hauptbeschäftigung, dem >rr oblag, stürzte er plötzlich, al» er nach einer mach!,gen < langte, tobt zusammen. Er war gegen 50 Iahte alt unb hat länger in ber Gefangenschaft gelebt, al» die» Slephameo in unseren Breiten zu thun pflegen. E« war das älteste Xbi-r im Garten, denn er war, al» ber Zoologische Garten in M fünfziger Jahren gegrflnbet wurde, angeschafft worden.

* Sonn, 22. November. Die Bonner Fahne.- f.'abrik in Bonn würbe neuerbing» burch Verleihung tii Königlich Bayerischen unb be« Königlich Rumänischen HostitO j ausgezeichnet. Die Firma, bie burch ihre Leistung*lahj,/.' in ben weitesten Kreisen bekannt ist, besitzt nunmehr 12 Hos- lieferanten-Präbikate.

* Wiesbaden, 21. November. Wie baS2Dielbabtn?r Tageblatt" melbet, hat baS Landgericht ben Einspruch bt» Amtsgerichts gegen ben Verkauf beS Ba d e - E t ablifie- ment fl an bie Frankfurter Baufirma Helfmann iür 1,105,000 Mk. aufgehoben. Der Verkauf wäre mithin per fett geworben.

* Schneidemühl, 21. November. Der RegierungSpra»!- bent v. Tiedemann und ber Oberberghauptmann Freund find wegen ber Brunnen-Angelegenheit hier anrorfenb. Letzterer orbnete an, so lange feinen KieS aufzuschüttm, bie Aufschüttung nachsinkt, wozu etwa 1000 Cubikmeter Änl erfvrberlich sinb. Der Brunnenmeister Beyer hat den obnm Quell burch vier Filterrohre abgefangen, denen nunmehr klares Wasser, ca. 100 Liter in der Minute, entströmt. Nach bem Einsturz beS Brunnenschachtes sinb keine weiteren Senk­ungen eingetreten.

ES kommt nicht oft vor, daß eine einzige Acne einer HanbelSgesellschaft für bie Summe von 94000 Pfunb Sterling 1 880 000 Mk. verkauft wird, wa- soeben in London geschehen ist. DieNew. River Company" wurde im Jahre 1619 gegründet. 72 Actien wurden aufgegeben. Die Einnahme ber Gesellschaft ist nie zurückgegangen, fonbern hat sich jähr­lich vermehrt. Sie beträgt jetzt 540000 Pfunb Sterling jährlich. Im Jahre 1873 war bie Divibenbe 1550 Pfvnf ©terling für jebe Acne, heute ist sie über 2600 Pfund Sterling.

* Konstanz, 18. November. Gestern Vormittag durcheilte eine schreckliche Kunde unsere Stadt. Die Frau de» DiceseldwebelS Schlüter sand, als sie vom Wochentnarktc heimkehrte, ihr einziges/< Jahre alte» Knäblein tobt m einem Waschzuber, ihr Mann war fort und in einem ^urüf* gelassenen Briefe zeigte er ihr an, daß er sich einer untc- baren Krankheit wegen da- Leben nehme, fein Kind tu* auch nicht mehr leben und er habe dasselbe deshalb gebracht, er bitte sie um Verzeihung. Im an Wahvn« grenzenden Schmerze durcheilte die arme Frau mit fr® tobten Kinde auf bem Arme die Wohnung, ihren tf- suchend, ber sich jedoch, wie gesehen wurde, gegen darf zu davon gemacht hatte. Bon sofort au#gd*^,tn Militär- unb Gendarmeriepatrouillen wurde bann Mittags deffw Leiche im See in ber Nähe ber Restauration Jakob ousge- funben, in voller Uniform, ben säbel itrngeschnallt Ha Mantel hatte er außerhalb abgelegt. Offenbar Legt eine rasch aufgetretene Geistesstörung hier vor, die die Beranlaffung zu diesem schrecklichen Ereigniß bildete, denn btr Obcleittc > lebten glücklich unb zufrieden unb war Schlüter einer der tüchtigsten Unteroffiziere de» Regiment» unb sehr beliebt Auf 1. December wäre er nach 12jähn'ger Dienstzeit in ber Civildienst getreten.

Für bie spiellustigen Besacher der Reitschule ,n Hannover dürfte eine Nachricht de»Niederschief. Anz.", für welche bem Blau allerbingS bie Gewähr bleiben muß, von Jnterefft

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