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*893

Freitag den 24. Februar

Nr. 47

A,nts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.

Hratisbeikage: chießener Jamitienökätter

Amtlicher Theil

1.

Feuilleton

8ierttljLhri«cr J^xemtebinttei 2 Mark 20 Pfg. vringerlohn.

Durch die Post be,»,« 2 Mark 50 PK

Redaction, 8y|>tbHt«e und Druckerei:

-ch- ßratze Mr A.

F-ruKrecher 51

ganebrnt von «nzeigea ,u der NachmiNa§« für bei ^gmben leg erscheinen den Nummer bil Bonn. 10 Uhr.

Bekanntmachung,

betreffend die Maul- und Klauenseuche.

Zu Hof Marienborn und Eckartshausen, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft­sperre angeordnct worden.

Gießen, den 21. Februar 1893.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

v. ©tigern.

straße.

Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß: der Antrag der Großh. Bürgermeisterei Gießen vom

Bekanntmachung

betr. die Eröffnung der Stephanstraße, hier die Enteignung von Gelände.

Zum Zweck des Ausbaues der Bleich-, Göthe- und Bis- marckstraße, je von der Ludwigs- bis zur Stephanstraße, und der Stephanstraße von der Bleichstraße bis zur Bismarckstraße hat die Großh. Bürgermeisterei Gießen Antrag gestellt auf Enteignung:

1. von 323 m (wovon 37 Qm zur Göthestraße, 286 0 m zur Stephanstraße entfallen) des Grundstücks Flur XXVII Nr. 125 Wiese in der Stephansmark im Grundbuch zugeschrieben dem Franz Senner und dessen Ehe­frau, geb. Noll dahier,

2. von 438 0m des Grundstücks Flur XXVII Nr. 231 Wiese in der Stephansmark im Grundbuch zugeschrie- bcn dem Heinrich Noll IV. und dessen Ehefrau, geb. Herbert dahier, zur Stephanstraße,

3. von 691 0m des Grundstücks Flur XXVII Nr. 230 Wiese an der Stephansmark im Grundbuch zu­geschrieben der Jacob Wißner Wittwe dahier, zur Stephan-

ÄQc Umronem-Burcaix be« In» und WullanM nehmn gnjtigen für btnGießener »«»tiger" entgegen.

Sfi

14. Februar 1893,

2. die Meßbriefe nebst geometrischem Plane und Grund­buchsauszug,

3. der Plan nebst den Längen- und Querprostlen

in der Zeit vom 27. Februar bis 13. März d. I. auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen zu Jeder- manne Einsicht offen liegen.

Zur Verhandlung über den Plan und dre zu leistende Entschädigung wird Tagfahrt vor der Local-Commission auf Mittwoch den 15. März d. I., Vorm. 8 Uhr auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Gießen an­beraumt.

jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die «rotzh. Bürgermeiftereie» des «reifes.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auslage vom 7. d. M. noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir an Erledigung derselben mit Frist von acht Tagen.

v. Gagern.

Brr -tzeßrr *i|rte<r erscheint täglich, pH Lu-nahme bei Kontag«.

Die Gießener

toben dem Lnzngrr »lchenlliL dreimal LeigdegL

Unzeit gekommen und raubte dem Manne die gewiß kost- | bare Zeit.

Lange wollte ich nicht mehr verweilen. Das nahm ich mir in der Stille vor. Jetzt öffnete der Director eine ziem­lich wohlverwahrte Zelle, in deren Thür der Schlüssel steckte, und sagte verbindlich:

Das Innere dieses Gemaches müssen Sie sich näher ansehen."

Neugierig ging ich voran. Als ich aber eingetreten war, warf der Mann die Thür zu und schloß sie blitz­schnell ab.

So !" rief er höhnisch durch die nach außen zu öffnende Nevidirklappe und der Helle Wahnsinn war aus dem einzigen Worte z'u erkennen.Wenn Sie glauben, der Minister­präsident zu sein, so will ichs Ihnen nur sagen: ich bin der Kaiser in eigener Person!"

Ich war starr vor Schreck. Daß ich auch gar nichts Verdächtiges an meinem Begleiter gespürt! Eigenartig war mir der Mann ja ein paarmal vorgekommen, aber lange nicht wie ein Geistesgestörter. Und mit einem solchen hatte ich es unzweifelhaft zu thun. Der Mensch war so sorgfältig und anständig gekleidet. Dazu bewegte er sich frei und un- genirt in der Anstalt und auch seine Manieren waren die eines Cavaliers. Jetzt hieß es also vor allen Dingen, die Geistesgegenwart nicht verlieren.

Was machen Sie denn für Späße!" ries ich dem Hohn­lachenden zu.Sie wissen doch, daß es mir ein Leichtes ist, aus dem Fenster zu springen."

Von oben herunter?" fragte der Tolle.

Ja, von oben herunter!" gab ich zurück,weil das einfach gar nichts ist. Aber wenn ich unten bin, springe ich von unten wieder herauf, und das machen Sie mir im Leben nicht nach."

Von unten wieder heraufspringen?" rief der Närrische, der jetzt ein ganz anderes Wesen angenommen hatte,das sollen Sie wohl bleiben lassen."

Wir können sofort den Versuch machen," gab ich pro- vocirend zurück.Gehen wir zusammen in den Park und dann springe ich nach oben hinauf-"

Sie dürfen sich aber keiner Leiter oder einer sonstigen Hilfe bedienen," verlangte der Kranke.

Fünf Flaschen Sect gebe ich, wenn ich das Stück nicht mache," sprach ich bestimmt.Schließen Sie mal auf und Sie sollen sehen."

Als mein Gefangenwärter noch zögerte, mich heraus- zulafsen, sprach ich mit Nachdruck:Na, so gehts natürlich nicht- aber ich trage pneumatische Gummistiefel, mit deren Hilfe ich den Sprung nach oben vollführe!"

Der Schlüssel im Schloß wurde jetzt hastig herumgedreht und eilig wanderten wir die Treppe hinunter. Fünf Minuten später steckte der Unglückliche in dem Gefängniß, das er mir in seinem Irrsinn zugedacht.

Vom Director erfuhr ich nun auch, wer mein Führer gewesen. Der Arme besaß früher ein Rittergut. Bei einem Wettrennen war er vom Pferd- gestürzt und hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen, von der er nicht wieder ganz curirt wurde. Wenigstens kamen oft Perioden über ihn, in denen er offenbar Geistesgestörtheit zur Schau trug. Dann aber wieder hatte er auch ganz vernünftige Stunden. Traten diese ein, so pflegte er sich im Bureau des DirectorS mit Schreiben zu beschäftigen. Und bei solchen Gelegenheiten hatte er auch Kenntniß von meinem Briefe erhalten. Wahr­scheinlich schmeichelte es seinem Ehrgeize, daß ich ihn, den Geisteskranken, sogar für den Anstaltschef hielt, und deßhalb ging er auf die Sache ein.

Begreifen konnte ich es später immer noch nicht, daß ich mich so hatte anführen lassen.

So ist's mit den Menschen! Ich bin aber nicht der erste und auch wohl nicht der letzte Arzt gewesen, der von einem Irren hinters Licht geführt wurde.

vorzubringen.

Wenn dritte Personen als dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung be­teiligt sind, 'so muß sie der Eigentümer sofort nach Zu­stellung der Bekanntmachung uns bezetchnen, andernfalls bleibt er für diese Ansprüche verantwortlich. Räumt der Eigentümer einem Anderen von dem Zeitpunkte der Zustellung an ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundstücke ober ein persönliches Recht auf deffen Benutzung ohne Ge- nehmigung des Unternehmers ein, so steht jenem Anonen an den Unternehmer ein Anspruch auf eine besondere Ent­schädigung nicht zu. _ r , r-, m

Sofern die Betheiligten vor der Tagfahrt sich über Be- ftellung der Sachverständigen einigen und dieselben der Eonv Mission bezeichnen, wird in dem genannten Termin zugleich über die Höhe der Entschädigung und die mit ihr zusammen­hängenden Fragen verhandelt werden. Andernfalls werden die Sachverständigen in dem Termin von der Local-Comnuftion ernannt werden.

Gießen, den 21. Februar 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Ueberiistet.

Erzählt von Hermann Robolsky.

(Schluß.)

Die meisten der Unglücklichen beachteten uns gar nicht, wenn wir zu ihnen eintraten. Einige brüteten stumm vor sich hin, andere schrieben eifrig, einer schnitzte sogar in Holz. Wieder andere kamen mir entgegen und baten um ihre Ent­lassung, da sie sich zwischen lautet Verrückten befänden. Der Sie da begleitet," sagte ein junger Mann,ist der Allerverrückteste!"

Du kommst wohl, mich zur Trauung zu holen?" trat ein schon etwas ältliches Mädchen auf mich zu.Mein Hein­rich läßt mich dock gar zu lange warten und alle Hoch- zeitSgäste sind schon geladen."

Heinrich wird morgen selber erscheinen," wich ich der Armen aus,halte Dich nur bereit dazu."

Dann setzte sich die wahrscheinlich verlassene Braut wieder an ihren einfachen Tisch und zerschnitt mit einer Scheere Zeitungspapier in lauter kleine Fetzen.

Das sind die Blumen, welche auf unserem Hochzeits- juge gestreut werden!" meinte sie, als ich ihre Zelle verließ.

Das arme Wesen that mir herzlich leid.

Mein Begleiter sagte zu alle dem nicht ein Wort. Wahr­scheinlich hatte ihn das menschliche Elend, das ihm täglich vor Augen stand, so ernst und einsilbig gemacht.

Nun wollen wir nach oben gehen," sagte er plötzlich. Dort im Gebäudeflügel, der nach dem Park zu führt, will ich Ihnen noch ganz etwas Absonderliches zeigen."

Zehn bis zwölf Zellen hatten wir freilich erst in Augen­schein genommen. Ein paarmal schien mein Führer zerstreut und unaufmerksam zu sein. Ich war doch am Ende zur

des Gesetzes über die Enteignung des GrundeigenthumS vom

26. Juli 1884 hierdurch aufgefordert:

a) Einwendungen gegen den Plan bei Meldung des Aus­schlusses und Annahme der Einwilligung in die bean- spruchte Abtretung oder Beschränkung,

b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des Angebots, c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meldung des Ausschlusses mit solchen,

d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meidung des Ausschlusses mit solchen,

e) Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Gründstücke ober im off ent- lichen Interesse zur Sicherung gegen Gefahren und Nachtheile nothwendig sind,

f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an die zu enteignenden Grundstücke

in dem oben erwähnten Termine

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Bere*«^ld* e, j° nMh. l-eber Sehu1' . A«shlld* Dir««*1- ecte.

Bekanntmachung.

betreffend den Oberhessischen Obstbauverein.

Sonntag, 2«. Februar, Nachmittags 2 Uhr | zu Weitershain im Saal von Theiß Vortrag des Herrn

Hte Anzeigen.

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G ünberperfira^ 10. tchttgiö §tenstmädchtu ker, Grünber-erstr. tt- iraotl MWftA Diwst- ilniang März gesucht. tirchenplatz 21,1. Stock. braves tüchtiges jungt? n zum 1. März gesucht.

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«ranstalt- rffltoe8*lt'utb

Bekanntmachung,

betreffend die Ernennung von Feuervisitatoren.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der seitherige Feuervisitator Heinrich Winn dahier um Entbindung von dem Amte eines Feuervisitators nachgesucht hat und daß wir mit der Vornahme der Feuervisitation in den Gemeinden Burkhardsfelden, Eberstadt, Ettingshausen, Hattenrod, Lich, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Öber-Hörgern und Oppenrod den Maurermeister Heinrich Uhrhan III. zu Lich beauftragt und denselben als Feuer- visitator verpflichiet haben.

Gießen, den 21. Februar 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

_____v. Gagern._____________

Gießen, den 21. Februar 1893.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien Burkhardsfelden, Eberstadt, Ettingshausen, Hattenrod. Lich. Münster, Nieder - Besfiagen, Ober Besfiagen, Ober-Hörgern und Oppenrod.

Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen.

v. Gagern. ______________

Gießen, am 23. Februar 1893.

Belr.: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestüts- deschäler nach den Landgestütsstationen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

au die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreises.

Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten, daß die Landgestütsbeschäler für die Land­gestütsstationen Berstadt, Butzbach u. Grünberg abgegangen sind.

v. Gagern.

" 99 mjr 1893 Die Eigenthümer des obenveczeichneten Geländes und

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1891 über die Arbeitsbücher und die Beschäftigung