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Auf der anderen Sette lagen aber böhmische Zetten relativ fest und bet einzelnen Nebenwertben find sogar aniebnliche Gewinne erzielt worden. Schweizer Actien scheienn indessen unter der Kündigung deS Handelsvertrags mit Frankreich dauernd zu leiden. , . _

Im Montanmarkt bleiben Eisenactien etwa« schwerfällig, obschon fie edenfaUL höher find alS am Schluß der vergangenen Woche. Der Kaufbegehr für Kohlen- actten erhält fich indessen unverändert und hat zu einer zwar mäßigen, aber doch anhaltenden Steigerung derselben grfübrt.

Die Rcichsbavk hat ihren Dt?contsatz um ein volle« Procent ermätz'gt, ob­wohl ihr Statu« noch nicht die Stärke des vorjährigen wieder erreicht hat. Bei der Geldsülle deS offenen Marktes und dem günstigen Stand der Wechselcouric kann dieser Schritt aber kein Bedenken erregen, und er hat daher allgemeine Billigung erfahren.

Die Rentencourse habm bei dielen finkenden ZknSfätzm weiter angezogen; namentlich bei deutschen Anleihen ist die« der Fall, da die neuen Emissionen ver» muthltch noch einige Zeit aus fich warten lassen werden, und da ;u gleicher Zett auch Paris eine etwas berubialere Haltung zur Schau trug, fo find auch die inter­nationalen Rentenwerthe gebessert.

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Dienstag den 24. Januar, 8 Uhr Abends

im Saale des Cafe Balzer:

Vortrag des Herrn Reuter,

Secretär der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe,

über.

Die Einheitszeit nach Stundenzonen" nnii spkliell überDie Mitteleuropäische Zeit".

Auch Nlchtmitglieder des Gewerbvereins sind zu diesem Vortrag freundlichst eingeladen.

Coursbericht

vou E. Wasserschieben, Bankgeschäft.

Frankfurter Börse vom 23. Januar 1893.

Schlußes mit 1 Uhr 15 Mtn.

Börse»wothe«deriche

von E. WasserNehleben, Bankgeschäft.

In der Erwartung einer baldigen Veröffentlichung der Prospecle für die österreichisch - ungarischen Convei sionen hat die Börse ihre feste Haltung in der abgelaufenen Woche fast ohne Einschränkung bewahrt. Der Kaufbegehr trat nament­lich in den btiben ersten Tagen stark hervor nnb führte zu einer weiteren Erhöhung ber Courfe von speculativen Actien. Man hat tiefen Kaufbegehr vielfach mit Deckungen zu erklären gesucht, unb in ber Thal werden diele wohl auch eine Rolle dabei gespielt haben, daS beweisen schon die bekannt gewordenen Zwangsdeckungen der vergangenen Woche. Indessen scheint dieses DeckungSbedürfntß doch einiger­maßen überschätzt zu werden, denn die vorhergehenden Liquidationen mit ih en finkenden Deportiätzen hatten doch unzweifelhaft eine starke Verminderung der Baisseengagements nachgewiesen, und wenn jetzt die Course so nachhaltig in die Hohe gehen, so liegt die Dermuthung nahe, daß Metnungskäufe eine bedeutende Rolle dabei spielen. Ob das Eine ober bas Andere ber Fall ist, wirb für die Be- urtheilung der Stabilität des Eoursntveaus nicht ganz bedeutungslos sein, denn naturgemäß würden die Course bei dem gegenwärtigen hohen Stand um so leichter wieder rückgängig werden, je mehr die Hausseengagements überwiegen. Jedenfalls ist indessen das Eine erfichtltch, daß die Beweflung wieder vollkommen speculaliv ist. Man treibt die Course aus ein einzelnes Geschäft hin, von dem man sich günstigen Einfluß auf Factoren verspricht, die zu ändern bisher nicht in der Macht Der Börse lag. Die wirthschastltchen Verhälmisse aber, auf welche zuletzt doch Alles ankommt, haben sich keineswegs gebessert, sondern ber unglückliche Strtke in ben Kohlenrevieren hat sie jebenfalls weiter verschlechtert unb bei ber beftänbig drohen­den Gefahr eines erneuten Ausbruchs der Cholera ist wenig Gutes für sie zu et hoffen. Die gefürchtete Seuche ist ganz plötzlich mit großer Gewalt in einer Irrenanstalt bei Halle aufgetreten. Wenn das bei20° R. pafsiren kann, welche Aussichten blühen uns bann, wenn bte Temperatur erst roteber ebensoviel über ben Nullpunkt gestiegen ist ? Der Strikc in ben Kohlenrevieren ist fast vollkommen beigelegt unb im Montanmarkt war bte Stimmung daher fortgesetzt fest. Die ungewöhnliche Kälte, die einen starken Kohlenoerbrauch bedingt, bat bieselbe weiter begünstigt, unb in der Thal scheinen sich auch die Kohlenpreise für sofortige Liefe­rung etwas gebessert zu haben. Ob indessen der Str'ke irgendwelche wesentliche Verschiebungen der Adsatzverhältnisse hervorgerufen hat, wird sich erst in einigen Tagen feststellen lassen. Die Wahrscheinlichkeit spricht dcttür, baß bieS nicht ber Fall ist, baju war ber Strike zu kurz unb nicht ausgedehnt genug und so wird vermuthlich Alles beim Alten bleiben.

Der Versuch des jungen Khedioen von Egypten, einmal auf eigene Faust zu regieren, hatte am Mittwoch eine kleine Abschwächung zur Folge, bte aber bald überrounben würbe, weil man roteber bte Dalutaregultrungsoperattonen in bas Treffen führte unb auch bte Nachricht verbreitete, die österreichische Crebitanstalt würbe eine Filiale in L'onbon errichten. Die Letzteren stiegen baher nochmals auf ben höchsten Cours ber Woche, aber bte deutschen Actten konnten schon nicht mehr folgen, und alS am nächsten Tage die Verhandlungen über bte Börsensteuer im Reichstag begonnen, würbe bte Tendenz allgemein roteber schwächer. Die Verband langen zeigen jebenfalls, rote ungemein populär bte Vorlage ist, unb baß bte Mehr­zahl ber Herren Abgeorbneten mit einer burch keinerlei Sachkenntniß getrübten Un­befangenheit wie Singer richtig bemerkt, sich darüber vernehmen lassen, so wird die Vorlafle jedenfalls Gesetz roerben. Die Börse mag sich baher bei Zetten auf die veränderten Verhältnisse einrichten. Sie zeigt freilich hierzu noch kemerlei 'Jteifluna, denn die geringe Abschwächung, die an den beiden letzten Tagen sich vollzog, kann der Wichtigkeit ber Vorlage nicht angemessen erscheinen. Vorläufig erweisen sich bie bevor- sichenben Finanzgeschäfte unb die dunklen Anbeutungen über ben russischen Handels­vertrag als viel zu starke StimulationSmittel für die speculativen Kräfte der Börse, als bah besonnene Stimmen dagegen Gehör finden könnten. Je länger man indessen die Rücksichtnahme auf die kommenden Verhältnisse dinauSzögert, um so einschneidender wird die endlich nothwendige Reaction weiden. Die Abschwächung der letzten Tage bat die anfänglich erzielten Avancen nicht gänzlich verwischen können. DiSconto find zwar von ihrem höchsten Stand etwa % wieder zurückgegangen, schließen aber immer lVs% über dem vorwöchmtlichen "Niveau. Die übrigen deutschen Banken sind wieder auf ben Vergleichs,.ours zurückgesunken, unb nur bei Tarm- ftäbter ist batüber hinaus ein kleiner Verlust entstauben. Crebit zeigen aber noch 4 fl. Gewinn, unb auch bie übrigen Wiener Actien schließen burchweg besser.

Der Markt bei TranSpoitwert.e bleibt etwa« vernachlässigt, vielleicht auS Anlaß der Verkehrsstockungen, welche die scharfe Kälte mit sich bringt. Buschtherader Haden von dem oorwöchenttichen Gewinn einen kleinen Theil wieder abgeben müssen.

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