Ausgabe 
23.12.1893 Erstes Blatt
 
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Geh. Commerzienrath Thieme-Leipzig, Generalconsul de Bary- Antwerpen, in den geschäftsführenden Ausschuß Freiherr v. Asche Hamburg'Harzburg, Commerzienrath Lüdecke-Berlin, Commerzienrath Mey Berlin, L.-Plagwitz, Geh. Baurath Schneider gewählt. Zum geschäftSsühreoden Delegirten wurde Herr Carl Romen-Charlottenburg ernannt und sind an den­selben alle auf die Ausstellung bezüglichen geschäftlichen An« fragen, Mittheilungen, sowie Anmeldungen u. s. w. zu richten.

Wien, 21. December. Im Ministerium deS Aeußern tritt heute die österreichisch-ungarische HandelS- uud Zollconferenz zusammen, um eine Antwort auf die letzte russische Note betr. den Abschluß deS Handelsvertrages festzusetzen.

Wien, 21. December. In Budweis findet am 24. d. M. die Eröffnung des Congresses der czechischen So- ctaldemotraten Oesterreichs statt- derselbe wird drei bis vier Tage währen und in der Hauptsache die Frage der Tactik für Einreichung der Vorlage eines allgemeinen directen Wahlrechtes zur Erörterung bringen.'

Prag. 21. December. Nachdem nunmehr das Dynamit­attentat gegen Dr. Wolf bekannt geworden, erfährt man noch, daß vor einigen Tagen auch der gleichfalls in Rakonitz wohnende Dr. Cohn einen Drohbrief erhalten hat, welcher die Aufforderung erhielt, unverzüglich 300 Gulden für den czechischen Schulverein zu hinterlegen, widrigenfalls man ein Attentat gegen ihn ausführen werde.

Belgrad. 21. December. Die Skupschtina nahm den russischen Handelsvertrag ohne Debatte an. Die Meldung, Ristic sei gefährlich erkrankt, ist unbegründet.

Geut, 21. December. Dem Studentencongreß, der heute Nachmittag eröffnet wurde, wohnten 80 Delegirte von deutschen, französischen, italienischen, schweizerischen und belgischen Studentenvereinen bei.

Paris, '21. December. DieDebats" bezeichnen die durch die hiesigen Zeitungen verbreitete Nachricht, daß die französische Regierung dem Lager von Malmödy ein be­festigtes Lager bei Givet 'gegenüberstellen wolle, als jeder Begründung entbehrend.

Paris, 21. December. Ein heftiger Südsturm wüthet an der ganzen französischen Küste. Zwischen Brest und Calais sind zahlreiche Schiffsunfälle vorgekommen.

Marseille, 21. December. Madame Remy erhielt gestern sechs Monate Gefängniß, weil sie in Versammlungen zum Mord aufgefordert hatte.

Sitzung -er Stadtverordneten

am 21. December 1893.

Anwesend: Herr Beigeordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Emmelius, Flett, Habenicht, Helfrich, Heyligenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Simon, Schmall, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Herr Beigeordneter Georgi eröffnete die Sitzung mit der Mittheilung, daß er an Stelle des erkrankten Herrn Oberbürgermeisters den Vorsitz führen werde. Er theilte zu Punkt 1 der Tagesordnung hierauf mit, daß Herr Profeffor Honstein in Chicago durch Herrn Heyligenstaedt der Stadt Gießen ein Werk über die Entwickelung Chicagos zum Ge­schenk gemacht habe. Die Versammlung nimmt mit Dank von dieser Gabe Kenntniß- ein weiteres, von der Stadt Worms gestiftetes Werk betrifft die dortigen Hafen- und Uferbauten. Weiter gibt Herr Beigeordneter Georgi Kenntniß von den bei der Verloosung von Kunstgegenständen auf die Stadt Gießen gefallenen (in Nr. 293, 1. Blatt des Gießener An­zeiger erwähnten) Gewinnen (Kupferstiche).

Dem Gesuch deS Männerturnvereins um Ueber- lassung der Realschulturnhalle zur Abhaltung von Turnabenden bis Mitte Februar wird unter den bereits im Januar d. I. bei

mit Schwierigkeit auf den Füßen zu stehen, als ich mich er­hoben hatte. Wo mein Kopf gelegen hatte, war der Fuß­boden naß von Blut. Schwindelig und verwirrt, lehnte ich mich gegen die Wand und versuchte zu denken.

Vor allen Dingen, wo war ich? Offenbar in keinem Theile des Gefängnisses, dem ich entflohen war. Dort war alles Stein und Eisengitter, hier waren nur geweißte Wände von Fachwerk mit Mörtel. Ich mußte mich in einer Kammer deS kleinen Wachthauses befinden, vermuthlich in einer oberen Kammer. Wo waren denn die Soldaten? Wo war Gasparo? Besaß ich Kraft, nach jenem Fenster hinaufzuklimmen? Und wenn das der Fall war, nach welcher Richtung ging daS Fenster hinaus? Ich stahl mich nach der Thür und fand, daß sie verschlossen war. Ich horchte mit angehaltenem Athem, konnte aber weder oben, noch unten einen Laut vernehmen. Als ich wieder zurückkroch, sah ich, daß daS kleine Fenster doch mindestens vier Fuß über meinem Kopfe sich befand. Der ebene GypS bot mir keine Hervorragung, auf welcher ich mich hätte erheben können, und es war nicht einmal eine Feuerstelle vorhanden, von welcher ich eine Stange hätte loS- reißen können, um für meine Hände und Füße Löcher in die Wand zu bohren. Halt, da war mein lederner Gürtel und an demselben der eiserne Haken, welcher meine Kette zu tragen pflegte, wenn ich nicht an der Arbeit war. Ich riß den Haken ab und klopfte an drei oder vier Stellen den Mörtel heraus, kletterte hinauf, öffnete daS Fenster und schaute ge­spannt hinaus. Vor mir, in einer Entfernung von nicht mehr als dreißig Fuß, erhob sich der rauhe Fels, unter dessen Schutz das WachthauS erbaut war- zu meinen Füßen lag ein kleiner Küchengarten, welcher von der Basis des Felsens durch einen schlammigen Graben abgetrennt war, und. dieser schien durch die Schlucht zu lausen, recht- und links, so viel ich es beurtheilen konnte, lag der felsige Weg, auf welchen unser Lauf gerichtet gewesen war.

(Fortsetzung folgt.)

Stellung deS gleichen Gesuchs vereinbarten Bedingungen statt- gegeben.

Das Ergebniß der Rechnung der Gymnasial-Bor- schule für 1892/93 befindet sich in Uebereinstimmung mit dem in einer früheren Sitzung erstatteten Bericht und wird darauf der Fehlbetrag von 517,33 Mk. auf die Stadtkasse übernommen.

Nach der Abrechnung über das in diesem Jahre abge­haltene Jugendseft beträgt die Einnahme 2404,03 Mk., die Ausgabe 2469,16 Mk.: daS Defizit von 64 Mk. soll, wie bereits vor dem Feste beschlossen worden, auf die Stadt­kasse übernommen werden. Herr Beigeordneter Georgi bemerkt hierzu, daß der Stadtvorstand auch gleichzeitig Ver­anlassung nehme, dem Festausschuß den Dank für seine Mühe­waltung abzustatten.

Von den im Voranschlag für 1892/93 vorgesehenen S'traßenbauten konnten verschiedene nicht auSgeführt werden und ist deren Uebertragung auf das nächste Rechnungs­jahr der Rechnungsstellung wegen erforderlich. Es werden darnach die hier bezeichneten Summen für die noch restirenden Arbeiten an nachfolgenden Straßen in daS Rechnungsjahr 1893/94 übertragen: Fußgängerpfad zwischen Frankfurter Straße und Bahnhof- Voranschlag 26 000 Mk., aufgewendet 17 251,38 Mk., zu übertragen 8748,62 Mk. Theilstrecke der Liebigstraße von der Ludwigstraße bis zur Stephanstraße - Voranschlag 9800 Mk., aufgewendet 8897 Mk., zu übertragen 1303 Mk. Ausführung der Bleichstraße - Voranschlag 2700 Mk., aufgewendet 1586 Mk., zu übertragen 1114 Mk. Stephanstraße - Voranschlag 15 000 Mk., aufgewendet 6397 Mk., zu übertragen 9163 Mk. Straße vom Brand nach der Licherstraße - Voranschlag 26 000 Mk., aufgewendet 18 546 Mk., zu übertragen 7854 Mk. Wetzsteinstraße Kirchenplatz - Voranschlag 7000 Mk., aufgewendet 3532 Mk., zu übertragen 3468 Mk.

Die Grabstätte des Wolf von Todtenwart befindet sich in schlechtem Zustande. Die Versammlung beschließt Be­willigung von 20 Mk. für die erstmalige Herstellung und unter Berücksichtigung des Umstandes, daß v. Todtenwart Stifter eines Capitals zu wohlthättgen Zwecken ist, die dauernde Unterhaltung der Grabstätte auf Kosten der Stadt.

Nach Mittheilung des Kaiserlichen Postamts sind die Bewohner der Gartenstraße und des Schiffenberger Weges um Aufstellung eines Briefkastens in bezeichneter Gegend vorstellig geworden. Kaiserliche Postdirection hat sich bereit erklärt, diesem Wunsche zu entsprechen und will nach Her­stellung des Bürgersteigs am Hause Schiffenberger Weg 14 einen Briefkasten anbringen lassen. Das darauf gerichtete Gesuch wird nicht beanstandet.

Ueber das Bau- bezw. DispensationSgesuch deS Corps Teutonia wird, da dasselbe noch nicht spruchreif, nicht verhandelt, "aus gleichem Grunde wurde Punkt 11 der Tagesordnung: Düngung der städtischen Wiesen, abgesetzt.

Zufolge einer von Seiten des Großh^ KreisamtS er­gangenen Verfügung hat eine neue Festsetzung des durch- schnittlichen JahresarbettSverdtenftes der in land- und forst- wirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen stattzufinden. Es wird beschlossen, die im Laufe des vorigen Jahres von der landwirthschaftlichen Commission in Vorschlag gebrachten und genehmigten Tagelohnsätze in ihrem 300fachen Betrage Großh. Kreisamt zu unterbreiten. Diese Jahreslohnsätze gestalten sich wie folgt: 540 Mk. für erwachsene männliche Personen über 16 Jahren, 330 Mk. für erwachsene weibliche

Personen über 16 Jahren, 270 Mk. für jugendliche männliche

Personen unter 16 Jahren, 250 Mk. für jugendliche weibliche

Personen unter 16 Jahren.

Den bei der diesjährigen außerordentlichen Viehzäh­lung behilflich gewesenen 4 Schutzleuten sollen je 10 Mk. Remuneration bewilligt werden. Nach dieser Viehzählung wurden am 1. December innerhalb der Gemarkung Gießen gehalten: Rindvieh unter 2 Jahre alt 88- über 2 Jahre alt 345 433 gegen 439 Stück bei der vorigen Zählung - Schweine 445 Stück gegen früher 499 Stück.

Zu dem Gesuch des Herrn G. Löhr um Concession zum Wirthschastsbetrieb in der bisherigen WirthschaftZur Traube" in der Kaplansgasse ist vom Großh. Kreisamte die Angabe der Begründung zu der von der Stadtverordneten- Versammlung erfolgten Befürwortung eingefordert worden. Die Commission hat beantragt, den Beschluß damit zu be­gründen, daß es sich um Uebergang einer bestehenden Wirth- schäft auf einen neuen Inhaber handele.

Herr Carl W e i d i g hat um Concession zum WirthschastS- betrieb in seinem Neubau in der Sonnenstraße nachgesucht. Bezüglich dieses Gesuchs wird die Bedürfnißfrage mit der Begründung bejaht, daß im alten, an Stelle deS Neubaues stehenden Hause bereits Wirthschaft betrieben wurde. Die Gesuche der Herren Wilhelm Reinhold (Restauration Ein­horn) und Heinrich Schmidt (Grünberger Straße) werden befürwortet unter Hinweis darauf, daß es sich bei ihnen um Uebergang bestehender Wirtschaften auf andere Inhaber handele.

totales und provinzielles,

Gießen. 22. December 1893.

♦♦ Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht: Am 15. December dem Vorsitzenden des evangelischen Kirchenvorstandes zu Gießen, Pfarrer Dr. Carl Wilhelm Naumann daselbst, daS Ritterkreuz erster Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.

** B-l. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt gestern Abend imFrankfurter Hof" ihre zweite General-Ver­sammlung ab. Da die letzte General-Versammlung nicht ganz statutengemäß abgehalten wurde, mußte eine nochmalige Wahl deS Hauptmanns und der Obleute re. vorgenommen werden. DaS CorpS war in der Stärke von 89 Mitgliedern vertreten. Der erste Hauptmann, Herr Grün, erstattete vor Eintritt in die Tagesordnung einen kurzen Bericht über

die inneren CorpSangelegenheiten. Als erster Punkt ftanfr auf der Tagesordnung die DorftandSwahl. Zum ersten Haupt­mann wurde Herr Grün mit 52 gegen 34 Stimmen, die auf Herrn Möhl fielen, wiedergewählt. Zum zweiten Haupt­mann wurde Herr Gail fast einstimmig gewählt. Zu Ob­leuten der verschiedenen Geräthe rc. wurden die Herren Neuling, Wigandt, Walther, Nagel, König, A. Dickore und Friedrich, zu Beisitzern die Herren Heck und Peter mann, zum Rechner Herr Weinert und zum Schriftführer Herr Troxel gewählt. Zu Stell­vertretern der Obleute wurden die Herren K. Tränkner, Wack, Kaeß, Bourgeois, Bender, I. DickorL und Dechert gewählt. Zum Schluß wurden noch einige An­träge rc., welche der Genehmigung der Generalversammlung bedurften, erledigt.

* Zur Warnung Die Ursachen häufig vorkommender Ofen-Explosionen in Folge V erb rennens von Weihnacht»- bäumen wurden dieser Tage in einer Sitzung der Poly­technischen Gesellschaft zu Berlin erklärt. Tanne und Fichte find in Stamm, Zweigen und Nadeln sehr harzreich. Da» Harz enthält Kohlenwasserstoff. Wird der Baum verbrannt, so entströmt der Kohlenwafferstoff in großer Menge - geschieht daS Verbrennen in einem Ofen oder Herd mit starkem Zug, so verbindet sich der Kohlenwasserstoff mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft und eS entstehen Gase sehr explosibler Art, denen der Kachelofen nicht Stand hält. Wie bedeutend der in den Nadeln des BaumcS enthaltene Kohlenwasserstoff ist und wie kräftig er unter der Einwirkung der Hitze ausströmt, läßt sich erkennen, wenn man einen mit Nadeln besetzten Zweig einer Kerzenflamme nähert. Die Ausströmung de» Kohlen­wasserstoffes aus den Nadeln, die im Innern eine Röhre besitzen und porös sind, ist so stark, daß die Flamme der Kerze oft ausgelöscht oder ausgeblasen wird.

* * Winter-Manöver? Infolge berauch beim 11. Armee­corps befohlenen Winterübungen werden die Truppen nach den Festtagen ein Winter-Manöver abhalten, daS etwa zehn Tage dauern wird.

* * Dem auf Rundreisehefte reisenden Publikum dürfte von Interesse sein, zu erfahren, daß bei gleicher Hin- und Rückreise nur die Hinreise aufgestellt zu werden braucht. Die Kilometer und Beträge für dieselbe werden addirt und unter die Summe wird diese noch einmal mit der Bezeichnung:und denselben Weg zurück" gestellt und danach die ganze Summe gezogen. Da die Bahnsteigkarten ohne Tagesstempel ausgegeben werden, ist e» zulässig, gleich größere Posten zu entnehmen und dieselben nach und nach zu ver­brauchen.

* Lebensmittel-Preise Ende November 1893. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes» stattsttk kosteten:

Ochsensleisch per Pfund

Rindfleisch per Pfund

Kalbfleisch per Pftmd I

H B«* e t 9 ö-

Hammelfleisch per Pfund

Gemischtes Brod

h

Butter per Pfund

Milch 1

1 Liter 1

5'0

Städte mit Octroi Darmstadt

72

66

60

70

60

13

n

109-117

19

6-9

Mainz

68

50

60

70

55

13,5

12

109-128

21

5-7

Offenbach

70

56

60

70

60

13,5

13

120-130

21

7-10

Worms

66

56

66

68

52

12

10,5

108-120

18

6-10

Gießen

67

55

55 1

69

45

12

11

101-109

18

7-8

Städte ohne Octrot

Bingen

65

50

50

70

50

12

10

101-116

19

7-9

Bensheim

60

50

60

60

60

12,5

11

110-120

17

67

Alzey

55

50

60

60

60

15

10

104-115

17

9-10

Friedberg

70

60

55

60

55

12,5

11,5

90-100

18

7-8

Alsseld

55

40

45

58

12,5

10

100-105

20

6-7

Lauterbach

50

50

50 |

60

45

12

9

120

16

6

Der Zweigverein Lauterbach des Vogelsberger Höhen-Clnbs stellt seinen Mitgliedern Schneeschuhe zum Probiren zur Verfügung.

Friedberg, 21. December. Gleich wie voriges Jahr, fo haben sich auch dieses Jahr die hiesigen Colonialwaarenhändler dahin geeinigt, Weihnacht-- und Neujahrsgeschenke an Kunden, Dienstboten rc. nicht mehr zu verabfolgen. Vertrag»- mäßig haben sich die Kaufleute verpflichtet, für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine Conventionalstrafe von 600 Mark zu bezahlen.

BorSdorf bei Nidda, 20. December. Gestern ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der bei Landwirth Widdersheim bedienstete Taglöhner Seibert wollte in der Scheune ein Gerüst ablegen, daS Tags zuvor zum Zweck deS Aufziehens eines geschlachteten RindeS gemacht worden war. Er glitt dabei in nur mäßiger Höhe von der Leiter ab und stürzte herab. Bis man ihn aufhob, war er schon verschieden. Seibert war 52 Jahre alt und verheirathet,- seine Kinder sind bereits erwachsen. D. Ztg.

m. Wermertshausen (Kr. Marburg), 20. December. Daß der seit mehreren Wochen vermißte, 74 Jahre alte Lehrer Trusheim aufgefunden wäre, ist nicht zutreffend. Derselbe ist auf seinem vier Stunden wetten Wege auf der Straße zwischen Roßdorf und Kirchhain gegen Abend von einer Frau noch gesehen worden. Er hätte auf dieser Strecke keinen Wald mehr zu passiren gehabt. Die Straße geht jedoch an manchen Stellen nahe an der Ohm vorbei, weßhalb drei Wochen lang jeden Tag die zahlreich aufgebotenen und freiwillig herbeigeeilten Leute in dem Waffer suchten. Auf Betreiben der untröstlichen fünf Söhne des Vermißten wurde ein Kahn herbeigeschafft und durch einen Taucher nachgeforscht. Auch die Polizei blieb nicht unthätig und eine namhafte Be­lohnung wurde ausgesetzt. Bis jetzt ist aber noch keinerlei Aufklärung erfolgt.