darunter (in der Hauptsache 5 - Pfennige - Cigarren) und auf nur 10 pCt. Cigarren in höheren Preislagen stellt.
Im Jahre 1878 hat nach den Resultaten der Tabak- enquete von 1878 in Deutschland der Lonsum an Tabak nach dem Facturenwerth der Fabrikanten bei 43 Millionen Einwohnern 235 000 000 Mark betragen, daS macht pro Kopf der Bevölkerung 5,47 Mk. Nach vorstehender Berechnung beträgt der Consum gegenwärtig bei rund 51 Millionen Einwohnern 287 000000 Mk., also pro Kopf der Bevökerung 5,63 Mk. Es ergiebt sich sonach für einen Zeitraum von 15 Jahren eine Erhöhung deS ConsumS um jährlich P/15 Pfg., es ist sonach der Werthbetrag deS auf den Kopf der Be- völkerung entfallenden Tabakverbrauchs fast genau derselbe geblieben.
Eine Erhöhung der Tabaksteuer würde eine entsprechende Verminderung des Consums und demzufolge eine Verminderung der Eigarrenfabrikation zur Folge haben, welche bei den be» kannt gewordenen Steuer absichten für die UebergangSzeit des ersten JahreS von Fachleuten auf 50 pCt. geschätzt wird und die dauernd mindestens auf 30 bis 33'/, pCt. zu ver- anschlagen sein dürfte. Dies würde aber eine Arbeiter« entlassung von zunächst 75000 und dauernd von 40 bis 50000 Personen bedeuten mit einem entgehenden Arbeitsverdienst von zunächst annähernd 30 Millionen und dauernd 20 bis 25 Millionen jährlich, wobei nicht zu übersehen ist, daß noch überdies durch den Druck der frei werdenden Arbeits- kräfte die Löhne der bleibenden erheblich sinken werden.
ES ist anzunehmen, daß auch die übrigen Zweige der Tabak-Industrie durch eine Mehrbelastung deS Tabaks einen Rückgang deS ConsumS erleiden werden. Dieser Rückgang würde zusammen mit der Abnahme der Cigarrenfabrikatton dauernd aus ca. 20 pCt. des jetzt verarbeiteten RohtabakS in der Höhe von 1500000 Ctr. des ungefähren Durchschnitts der letzten 5 Jahre, also auf einen Minderverbrauch von annähernd 300000 Ctr. im ungefähren Werthe von 18 Millionen Mark zu bemessen fein, welcher Ausfall den Tabakhandel und den Tabakbau schwer schädigen wird.
Zu Alledem ist noch zu erwähnen, daß die oben geschilderten Folgen einer Mehrbelastung des Tabaks neben den zahlreichen, in den HülfSgewerben thätigen Unternehmern und Arbeitskräften, auch die Hunderttausende mit Tabakfabrikaten im Detail Handel treibenden empfindlich treffen und theilweise geradezu deren Existenz untergraben würden.
Sitzung -er Stadtverordneten
am 21. September 1893.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Bei- 1 geordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Faber, Flett, Habenicht, Helfrich, Homberger, Heß, Jughardt, Keller, Löber, Dr. Ploch, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Schmall, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.
Die erste der auf der Tagesordnung stehenden Mittheil« ungen bezieht sich auf den Umbau des Bahnhofs Gießen. Nachdem in dieser Angelegenheit der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten in einer früheren Zuschrift an Großh. Ministerium zwar die Erweiterung des Gießener Bahnhofs für nöthig erachtet, aber das Projeet seines das öffentliche Bedürfniß überschreitenden Umfanges, der geforderten hohen Geldmittel und des für unzulänglich erachteten Zuschusses der Stadt Gießen wegen nicht genehmigt hat, /iegt eine weitere Mittheilung des genannten Ministers vom 6. September d. I. vor. Danach ist der umgearbeitete Entwurf genehmigt worden und soll derselbe zur Ausführung gelangen, sobald die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. — Die zweite Mittheilung bezieht sich auf die geplante Haltestelle der M a i n - W e s er- Bahn am Rodberg, um welche s. Z. die Bürgermeisterei unter Hinweis auf die Ausdehnung der Stadt und des Be« bauungSplaneS nach dem Nordende hin und unter der Bereitwilligkeit zur Leistung eines Zuschusses und Herstellung einer festen Straße vorstellig geworden war. Unterm 14. August hat die Königl. Eisenbahn-Direction Hannover die Mittheilung an Großh. Bürgermeisterei gelangen lassen, daß sie das Gesuch abgelehnt habe. Der zwischen der projectinen Haltestelle und dem bebauten Stadttheile befindliche große Zwischenraum würde zwar der Bauspeeulation Anstoß geben, indeß liege ein öffentliches Bedürfniß nicht vor. Auch die Rücksicht auf die großen Kosten verbiete die Willfahrung deS Gesuches. Eine Haltestelle am Rodberg sei selbst dann nicht nöthig, wenn die Stadt in ihrer Bebauung bis an den Rodberg sich ausgedehnt habe, da der größte Theil der Stadt dem alten Bahnhofe dann immer noch näher liege.
Bei der folgenden Ausloofung der zur Tilgung bestimmten Obligationen des 1893er 3>/zproeentigen AnlehenS wurden gezogen: Lit. L (ä 2000 Mk.) die Nrn. 31 49 127 203 205 223. Lit. M (ä 1000 Mk.) die Nrn. 9 30 192 215 217 308 313 354. Lit. N (ä 500 Mk.) die Nrn. 8 111 117 125 132 221 239 310 442 557 563 669 575 581 587 595. Lit. 0 (ä 200 Mk.) die Nrn. 85 156 169 210 216 276. Lit. P (i 100 Mk.) die Nrn. 103 222 227 267 272 277 321 344.
Die Rechnung derPlock'fchen Stiftung für 1892/93 und der Voranschlag derselben für 1894/95 wurden genehmigt. Die ordentlichen Einnahmen betrugen in 1892/93 4863.05 Mk., für 1894/95 sind vorgesehen 5083.05 Mk., die außerordentlichen Einnahmen 3934.49 Mk., für 1894/95 2813.33 Mk., einschließlich der beiderseitigen Kassenvorräthe von 825.18 Mk. bezw. 2530.76 Mk. Die ordentlichen Ausgaben in 1892/93 betrugen 4534.20 Mk., für 1894/95 sind vorgesehen 5083.05 Mk. (die Hauptsumme von 4190.40 bezw. 4604 Mk. erfordert die Unterhaltung der HoSpitalpfründner). Die außer ordentlichen Ausgaben (auszuleihende Capitalen) betrugen in 1892/93 1500 Mk., für 1894/95 sind 2813.33 Mk. vor- gesehen.
Die ebenfalls genehmigte Löber'sche Stiftung-, rechnung für 1892/93 weift nach: Einnahme 18811 Mk. (einschl. 15 700 Mk. zurückempfangene Capitalien), Ausgabe
18 584.79 Mk. (einfchl. 16 697.13 Mk. auszuleihende Capi- talien). Der Voranschlag über Einnahme und Ausgabe für 1893/94 gleicht sich aus mit 2449.08 Mk.
Die Herren Chr. Lony und S. Rosenbaum haben im Schoorgraben an der Westanlage kleine Pumpen angelegt, ohne um die Genehmigung dazu nachgesucht zu haben. Auf dies- bezügl.'nachträgliche Gesuche wird den Genannten gestattet, diese Pumpen bis auf Widerruf und gegen Entrichtung einer jährlichen AnerkennungSgebühr von je 50 Pfg. zu belassen.
Dem Gesuch der Herren Brüder Schmivt um Er- laubniß zur Entnahme von Wasser aus dem Schoorgraben an der Südanlage wird unter der Bedingung widerruflich zu- gestimmt, daß Gesuchsteller ebenfalls eine Anerkennungsgebühr entrichten und an betr. Stelle eine Treppe anlegen.
Herr Karl Leib beabsichtigt einen Theil de» Stadt- bacheS an der Kirchstraße zu überbrücken. Dem Gesuch wird stattgegeben und die Bedingungen gestellt, daß Gesuchfteller eine jährliche Anerkennungsgebühr von 3 Mk. leistet, die geplante Uederbrückung innerhalb drei Monaten auSführen und das nutzbare Gelände vorschriftsmäßig einfriedigen läßt, daß er außerdem für allenfalls durch die Absperrung bezw. Bauausführung entstehenden Schaden haftet und vor Errichtung von baulichen Anlagen auf der Ueberbrücfung die erforderliche Genehmigung einholt.
DaS Gesuch deS Herrn Emil Kalbfleisch um Er- laubniß zur Errichtung eines HühnerstalleS hinter der Werkstätte am Schiffenbergerweg wird ausnahmsweise und auf Widerruf genehmigt, desgleichen
das Gesuch deS Herrn Fritz Schreiner um Erlaub- niß zur Errichtung einer Gartenhütte in der Schwarzlach.
Das Angebot des Herrn L. Seuling, das zum Ausbau der L ö b e r st r a ß e für feinen Antheil in Bettacht kommende Auffüllungsmaterial zum Preise von 60 Pf. für den Cubik- meter zu liefern, wird angenommen, ebenso dem
Gesuch deS Herrn Bezirksbauaufsehers Senßfelder um Vergütung für Auffüllung in der Stefanstraße unter Bewilligung des geforderten Preises von 90 Pfg. per Cubik- meter zugestimmt. Nach Beendigung der Auffüllung, mit welcher die Verbindung der Stesanstraße mit der Gartensttaße her- gestellt ist, soll das der Engelbach'schen Besitzung entlang führende Gäßchen geschlossen werden.
Herrn I a e o b H e l s e n b e i n soll für geleistete Straßen- auffüllung in der Wesersttaße, die derselbe s. Z. auf mündliche Vereinbarung mit Herrn Stadtbaumeister ©tief auS- sührte, eine Abfindungssumme von 200 Mk. gezahlt werden; ferner erhält die Genehmigung eine von Herrn Helfenbein gestellte Rechnung über Herstellung eines Spaliers am ehemals Koch'schen Garten in der Schottstraße (Betrag 89 Mk. 90 Pfg.).
Für die Dachdeckerarbeiten am alten Rathhause sind dem Voranschläge in Höhe von 592 Mk. entsprechende Angebote nicht gemacht, vielmehr der Voranschlag so überschritten worden, daß das niedrigste Angebot auf 820 Mk. lautet, daS höchste auf 1039 Mk. ES wird beschlossen, die (inzwischen ausgeführten) Arbeiten an den Min- destsordernden zu vergeben und den den Voranschlag überschreitenden Credit von 228 Mk. zu bewilligen.
Nach erfolgter Anzeige hat Herr Herrn. Schäfer durch Errichtung eines Baues in den Elchgärten daS Eigenthum der Stadt um einen 4 Quadratmeter messenden Streifen überschritten. ES wird, nachdem Herr Schäfer sich zur Erwerbung des in Rede stehenden Geländestreifens bereit erklärt, beschlossen, den Preis hierfür auf 3 Mk. per Quadratmeter festzusetzen, vorausgesetzt, daß die Kosten für die Grenzregn- lirung vom Käufer getragen werden.
Die Berathung über den 17. Punkt der Tagesordnung, Herstellung der Senckenberg st raße, wird ausgesetzt.
Zudem Gesuch um Pflasterung eines lieber» ganges auf der SD ft a n I a g e vom LaSpeyreS'schen nach dem Hahn'schen Hause wird beschlossen, einen von der beantragten Richtung etwas abweichenden Uebergang provisorisch herzustellen, da später die ganze Straßenkreuzung gepflastert werden soll.
Verschiedene Sch lamm sänge in der KaplanSgasse, Bahnhofstraße, Neue Däne, die mißständig, bezw. für die Passanten gefährlich geworden sind, weil ihre Roststäbe längslausend zur Straße liegen und durch Fuhrwerke verbogen worden, sollen entfernt und durch Einfallschächte ersetzt werden. Die Kosten für sechs Einfallschächte (ä 60 Mk.) werden bewilligt.
Das städtische Waaghäuschen am Neustädter Thor ist infolge AnsammelnS des von dem Eisenbahndamm herab- kommenden Regenwassers und Schnees der Feuchtigkeit in so hohem Grade auSgesetzt, daß nicht nur daS Holzwerk des Gebäudes, sondern auch die in demselben befindlichen Utensilien anfaulten. Die Baudeputation hat Anlage eines neuen Waag- Häuschens empfohlen. Es wird beschlossen, ein solches nach dem Voranschläge von 1200 Mk. zu errichten.
Die Beetanlagen um die JohanneSktrche sollen, dem Vorschläge des Architecten entsprechend, mit niederen eisernen Umwehrungen umgeben werden. Der auf die Stadt entfallende Antheil dieser Umwehrungen schließt 380 lfd. Meter zum DoranschlagSpreise von 820 Mk. in sich. Ferner har die Deputation für daS GaS- und Wasserwerk im Anschluß an die für die Kellerräume der Kirche bestimmte Wasser- leitung die Ausstellung eine« Gartenhhdranten in den bezeichneten Anlagen empfohlen, was einen Aufwand von 280 Mk. erfordern würde. Die Anttäge auf Anschaffung der eisernen Beetumwehrungen und Errichtung eines Gartenhydranten werden zum Beschluß erhoben, dagegen die Errichtung eine« Feuerhydranten Himer der Kirche im Hinblick auf die bereit« in der Nähe derselben befindlichen Hydranten abgelehnt.
Die neu errichtete DeSinfectionSanstalt betreffend, tbeilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß dieselbe am 1. October eröffnet werden könne. Die dem noch zu ernennenden Sttaßenmeiüer zu unterstellenden beiden DeS- infectoren sind in Berlin auf Kosten der Stadt ausgebildet
worden, der Transport der zu deSinficirenden ©egetntfiabr auS den Wohnungen nach der Anstalt und von da zurück w besonder« zu diesem Zwecke angeschafften Wagen soll Herrr Fuhrmann Bender probeweise übertragen werden, die Höhe der Vergütung hierfür soll festgesetzt werden, wenn y, nügende Erfahrungen gesammelt sind. DeSmsectionSgerfithr und Kleider für die DeSinsectoren (drei Drillanzüge für jede», sollen nach Berliner Muster beschafft werden. ES werd«» unter Genehmigung der gestellten Anträge die 315 Mk. 60 Hf. ! betragenden Kosten für die Ausbildung der DeSinsectoren um .* 113 Mk. 38 Pf. für die Anzüge derselben bewilligt.
E« ist gesetzlich vorgeschrieben, daß der Betrieb v„ Feldbahnen nur nach besonderen polizeilicherseit« zu erlassenden Reglement- zu erfolgen hat. Großb. Polizei»», hat deßhalb für den Betrieb der Gail'schen Feldbahn fe Schiffenberger Thal ein Reglement der Stadtverordnete» Versammlung vorgelegt. Daffelbe wird nicht beanstandet.
Unter den zurBerathung stehenden sechs Gesuchen ut Ertheilung der WirthschajtSconcession befinde» sich vier, bezüglich deren e» sich nur um Uebergang bereits bestehender Wirthschaften in andere Hand handelt - dieselbe» wurden durch Bejahung der Bedürsnißfrage über den Ao«, schank von Branntwein befürwortet. Gesuchfteller fivs Heinrich Jochem, Winhschast Schloßgaffe 9, J,g Gonter, Wirthschaft im Pfaff'schen Hause in der BahchM ftraße, Ferd. Harnikel, Wirthschaft im Hause Marktstr. Ä, Peter Rehm, Röhrle sche Winhschast an der Nordanlage. Die weiteren auf der Tagesordnung stehenden Gesuche vor Carl Dräbing Wtwe. um Ertheilung der Concejfion zu» WirthschastSbetrieb für da« Hau- Ludwigftraße 28 und Georg Hebstreit (derselbe besitzt bereits Concesfion zu» Ausschank von Bier und Wein) um Concesfion zum Ausschank von Cognac und L'iqucur im Hause Wallthorsttaße 46 werden, dem Anträge der Commission entsprechend, ebenfalls befür» wartet, bezw daS Bedürfniß zum Ausschank von Branntwe» als vorliegend erachtet.
Cocalc» «nd provinzielle-.
«'eßen. 22. September 1898.
** Militärische«. Die Militärbehörde lenkt neuerdings bie Aufmerksamkeit auf den Berus der Waffenmeister, b. h derjenigen Militärbeamten, die sich au« den intelligenten Schloffern rekrutieren, welche bei der Artillerie cingetrun sind. Nachdem sie hier genügend militärisch au-gebilde worden sind, werden diese jungen Leute in die Waffenmeister- i Werkstatt des betreffenden Regiments commanbirt und schließlich in bie Artillerie-Werkstatt gesanbt, wo sie ihre vollkommene I Ausbildung erklingen. Als Waffenmeister-Aspiranten kehren sie sodann, fall« sie daS nicht gar schwere Fachexamen bestanden haben, zum Regiment zurück, um in die erste beste vacant werdende Waffenmeisterstelle einberufen zu werden. Das Einkommen eines Waffenmeister- beträgt durchschnitttltch 150 Mk. monatlich.
Schotten, 18. September. Unsere Nachbarstadt Bübingen beabsichtigt, eine electrische Straßenbeleuchtung anzulegen und soll als Triebkraft der Maschinen ber Seemen’ bad) nutzbar gemacht werden. Büdingen ist eine der wenigeo Städte Oberhessens, die, wie man zu sagen pflegt, mit der Zeit gehen.
□ AuS dem Kreise AlSfeld, 21. September Die Preise für das Getreide sind gegenwärtig auf einer so tiefen Stufe angelangt, wie sie nicht häufig vorkommt. Der Centner Korn wird im Durchschnitt mit 7—7,25 Mk. verkauft. Der Weizen steht auf derselben Preisstufe, der Centner auf 7,30—7,60 Mark. Allerdings ist der diesjährige Weizen nicht erster Qualität, da er vielfach beregnet und auch gewachsen war. DaS Mehl aus dem vorjährigen Weizen über- \ trifft den diesjährigen entschieden an Gehalt. Auch bäckt fick letzterer nicht gut. Unsere Hausfrauen, bie ben diesjährigen Weizen zu Zwetschenkuchen verbackten, mußten die unangenehme Erfahrung machen, daß die Kuchen davon dicht und „knutsch-; — wie ber lanbSläufige Ausdruck lautet — blieben, bt Brodpresse, die in Alsfeld selbst 40 Psg. per vierpfücktztt Laib, auf den Ortschaften aber noch 42 und 43 Pfg. strhir dürsten nach solchen Preisen ganz gewiß billiger fein. Am für den Hafer zahlt man hohe Preise, bie selbst biejgnißtn f für den Weizen übersteigen, nämlich für den Centner im I Durchschnitt 8,25 Mk. — Aehnlich wie bie Brodpresse, sind I auf dem Lande auch die Preise für daS Rindfleisch im Ber» hältniß zu den Viehpreisen zu hoch. Man bezahlt hier für ; bad Pfund Rindfleisch 60 Pfg., alfo daS Doppelte, wie zur Zeit der Dürre. Dann müßten auch die Biehpreise um daS Doppelte gestiegen fein, da» ist aber nicht ber Fall.
Friedberg, 19. September. Se. Königliche Hoheit ttr Großherzog unb die hier anwesenden Höchsten Herrschaften begaben sich zu den heutigen Manövern über Lang-Gön« zunächst nach der Grüninger Watte und rocbmei im weiteren Verlauf der Hebung auS unmittelbarer Nähe den Kämpfen um bie Höhen bei Eberstadt und Ober-Hörgen bei, welche mit dem Rückzüge deS Ost-DetachementS über die Wetter endigten. Die Rückfahrt erfolgte zu Wagen über , Butzbach und Nauheim. Am Bahnhof in Lang-Gön« wäre» Se. Königliche Hoheit der Groß her zog von dem Bürgermeister, dem evangelischen OttSgeistlichen, dem Kriegervere« und der gelammten Bevölkerung empfangen und begrüßt worden. Seine Königliche Hoheit erwidetten huldvollst die Anfprachen deS Bürgermeisters und Pfarrers, sprachen out einzelnen Mitgliedern deS KriegervereinS und fuhren durch die fpalierbildevde Schuljugend nach GrÜningen.
A Mainz. 21. September. Infolge de« niedere» Was ferst an de« ist eben jeden Tag eine neue SchiffScal» mitfit zu verzeichnen. So fuhr sich heute Morgen da« Schraube» boot „Amsterdam VI* auf der Bergfahrt vor Weisenau aus einer Sandbank vollständig fest. Erst nachdem man bal Schiff zum größten Theil entladen hatte, war ein schwerer | Remonquettt mit vieler Mühe im Stande, da«selbe wieder flott


