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Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Giefren.
chralisbeitage: Gießener Kamisienökatter
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Neueste Nachrichteir.
Wolffs telegraphisches Corresponden,-Bureau.
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denkenden Deutschen.
— Als einen Vorläufer der parlamentarischen Winter- seision im Reiche kann man gewissermaßen die am 19. September eröffnete neue Tagung des Colonial rathes be- NaLten. In derselben sind eine ganze Reihe specieller Fragen jlir die deutschen Schutzgebiete zur Berathung und Erledigung gelingt, außerdem stellte der Colonialrath die neuen Colonial- etais fest. Von allgemeinerem Interesse war die Eröffnungsrede des Chefs des Colonialamtes, Dr. Kayser, dadurch, daß m ihr Dr. Kayser ebenfalls der Ueberzeugung von dem Tode Emin Paschas Ausdruck gab und dem berühmten Afrikaforscher einen warmen, ehrenden Nachruf widmete.
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Innobmc von Anzeigen zu der Nachmittag« für den Agenden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. l0 Uhr.
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sbildung und ^rtheilung voi
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Bierteljädr»ger A-onnementspretO I 2 Mark 20 Psg. mtt Brengerlohn.
Durch die Post dtzoge» 2 Mark 50 Plg.
«edacnon. Expediti« und Druckerei:
Ausland.
Wien, 21. September. Die Ausnahmemaßregeln in Böhmen haben auf die radicalen Elemente des Czechen- volkes offenbar noch keinen besonderen Eindruck gemacht, fln der Hauptstadt Prag selbst wie in anderen überwiegend I iober ganz czechtschen Bezirken des Landes finden fortwährend größere und kleinere Exceffe statt, welche von der gereizten Stimmung unter den Czechen hinlänglich zeugen. Es geht -daher das Gerücht von der bevorstehenden Abberufung des I Statthalters Grafen Thun und seiner Ersetzung durch einen -energischen activen General, so daß also eine Art Militär- I dictatur für Böhmen in Ausficht stünde.
Paris, 21. September. In den schäumenden Freuden- ^brcher der Franzosen über den bevorstehenden russischen! Flottenbesuch in Toulon sind die ersten Wermuthstropfen gefallen. Bon Petersburg aus sind durch Vermittelung des °m'sischen Botschafters Baron Mohrenheim, den Pariser offi- ciellen Kreisen wie den privaten Comitös für den Empfang - der russischen Gäste deutliche Winke ertheilt worden, daß der -6zar und seine Regierung durchaus keine lärmenden größeren Zeitlichkeiten anläßlich des Besuches des russischen Geschwaders | in Frankreich wünschten. Hiermit decken sich auch die in- .zivischen bekannt gewordenen Dispositionen des Petersburger Cabinets für die neueste russisch-französische Verbrüderungs- . stier. Die russischen Geschwadermannschaften werden während ihres Aufenthaltes in Frankreich Toulon nicht verlassen, die Offiziere des russischen Geschwaders dürfen außer Toulon nur Paris besuchen, aber nicht in corpore, sondern nur cruppenweise. Auch heißt es jetzt, der Großfürst Alexis werde weder bei den Empfangsfeierlichkeiten in Toulon, noch bei denen in Paris zugegen sein. Schließlich soll der Botschafter Mohrenheim noch deutlich zu verstehen gegeben haben, die russische Flotte würde sofort ihren Aufenthalt in Frankreich abkürzen, wenn es während ihres Besuches zu irgend einer bedenklicheren politischen Demonstration kommen sollie. Infolge dessen ist in der bisherigen Ruffenbegeisterung in Paris eine merkliche Abkühlung eingetreten, wozu auch die Wahrnehmung beiträgt, daß die Landessammlungcn für die Empfangsfeierlichkeiten zu Ehren der Russen unvermuthet spärlich fließen, es sollen zu diesem Zwecke bis jetzt erst 60000 Francs eingegangen sein. — Der Bergarbeiter- Ausstand in Nordfrankreich soll auf schiedsgerichtlichem Wege wieder beigelegt werden.
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Berlin, 21. September. Noch während des Manöver- «uflnthaltes des Kaisers Wilhelm in Güns hat der officiöse । Telegraph von dort eine bedeutsame und für alle deutschen Patrioten hochersreuliche Kunde gebracht. Sie besagt, daß llriser Wilhelm, welcher erst nachträglich von der schweren Erkrankung des Fürsten Bismarck in Kissingen Nachricht dem Altreichskanzler telegraphisch seine Thetlnabme evsaesprochen und ihm in Berücksichtigung deS ungünstigen tzlmaS in Friedrichsruhe eines der Kaiserlichen Schlosser als Wohnung angeboten habe. Fürst Bismarck habe in einem längeren Telegramm sofort lebhaft gedankt, jedoch auf die rtiuahme deS Kaiserlichen ÄnerbietenS verzichtet, da von Prof. Schweninger jeder Aenderung des gewohnten Aufenthalts des Fürsten widerrathen worden sei. — Nur mit lebhaftester Befriedigung wird man in den weitesten Kreisen des demschen Volkes von diesem Telegrammwechsel zwischen Kaiser Willielm und dem Altreichskanzler hören, deutet der Vorgang .bot darauf hin, daß die Wolke der langen schweren Verstimmung zwischen dem Kaiser und dem eigentlichen nationalen Helden des neuen Deutschen Reiches endlich zu weichen beginnt. Hoffentlich darf man in der teilnehmenden Depesche, .........- - - -
welche der Kaiser so unvermuthet dem Mrsten Bismarck • ^Verbringung, Erziehung und Versorgung der befreiten zugchen ließ, den Ausgangspunkt einer baldigen, vollständigen« • • "" x,e
Aerföhnung zwischen dem kaiserlichen Herrn und seinem ehemaligen Berather erblicken, in dieser Richtung bewegen sich wenigstens die heißen Wünsche aller wahrhaft patriotisch
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Kiel, 21. September. Die hier wegen Verdachts der Spionage verhafteten Franzosen wurden heute nach Berlin übergesührt, wo die Voruntersuchung stattfindet.
Wien, 21. September. Die hiesige Regierung hat für den Grenzverkehr mit Futtermitteln nach Deutschland in ähnlicher Weise Erleichterungen vom österreichischen Futter- aussuhrverbot bewilligt, wie solche deutscherseits früher von dem von Deutschland erlaffenen Futterausfuhrverbot für den
Erstes Blatt. Samstag deu 23. September
Kautabak Schnupftabak Rauchtabak Cigarretten Cigarren ___
Zusammen 287 Mill. Mk.
An Arbeitskräften für die Herstellung dieser Fabrikate
Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegen.
5 500000 „
Berlin, 21. September. Der Colonialrath beschloß in seiner heutigen Sitzung eine Resolution über die Frage
Giehmer Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
110 000 „ 600 000 „
Berlin, 21. September. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der bisherige Stellvertreter des Gouverneurs von Deutich- Ostafrika Oberst Schele, ist zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt worden. .
Berlin, 21. September. Der „Reichsanzeiger schreibt. Unter Vorsitz des Unterstaatssecretärs Rottenburg traten gestern Vertreter des Reichsamts des Innern, des preußischen Handelsministeriums, einiger Bundesregierungen, Arbeitgeber und 18 Arbeiter zusammen. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden, denen er für ihr Erscheinen dankte, und sprach die Hoffnung für Gewinnung einer festen Grundlage zur Durchführung der Sonntagsruhe aus. Der Referent des Reichsamts des Innern entwickelte die für den Entwurf der Ausnahmebestimmungen leitenden Gesichtspunkte. Hierauf wurde tn die Spezialdiscussion eingetreten, wobei auch die der Regierung seit Fertigstellung des Entwurfs zugegangenen Abänderungsvorschläge vorgetragen und erörtert
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Sklaven. Vor und nach der Plenarsitzung, in welcher die Berathung des Etats für die Schutzgebiete begonnen wurde, tagte die Commission für die Berathung des Entwurfes einer Enteiqnungsverordnung für Deutsch-Ostafrika.
Hamburg, 21. September. Im Laufe des heutigen Tages waren die Kr a nk en t rans p ortw ag en starker benutzt als bisher. Die Medicinalbehörde hatte eine Anzahl weiterer Wagen bereitstellen lassen zur Vermeidung jeder Verzögerung. Vier verdächtige, mit der Eisenbahn eingetroffene Erdarbeiter wurden sofort isolirt und in einer Baracke untergebracht. Alt ona meldet zw ei Choleraerkrankungs- fälle. Die Sanitätswache am Hafen ist vorsorglich verstärkt, obwohl der Gesundheitsstand daielbst bisher vorzüglich Abschließung Dänemarks und gegen Hamburger Reisende wirkt sehr v e r -
iegt eben eine von 1100 Tabak-, Cigarren-, Cigarretten- Fabriken und Rohtabakhandlungen auf gewissenhafter, fachmännischer Schätzung beruhende Darlegung vor. Demnach ist die Production nach sorgfältigen Ermittelungen zu schätzen im Facturenwerthe der Fabrikanten auf:
80 000 Ctr. im Werthe
1 riesen, sollen wesentlich dazu beigetragen haben, den Kaiser zu veranlaffen, dem Auölande zu zeigen, daß auch ihm die Rücksichten auf die europäische Politik und die Gesammtlage über die persönlichen Empfindungen und Interessen geben. Auch der plötzliche Besuch des Prinzen Albrecht von Preutzen bei der Kaiserin Friedrich in Homburg wird mit der Ange-
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Verkehr an den Grenzen gewährt wurden.
Guus, 21. September. Das heutige Manöver wurde nach einem glänzenden Angriff des zweiten Armeecorps auf das dritte um 121/* Uhr beendet- damit ist die Manöverperiode beschlossen. Die beiden Kaiser und die übrigen Fürstlichkeiten kehrten um 1 Uhr nach GünS zurück.
Güns, 21. September. Der König von Sachsen ist um 5 Uhr 5 Min., der Deutsche Kaiser um 5 Uhr 15 Min. nach Mohacs abgereist unter brausenden Ovationen des Publikums, daS die scheidenden Monarchen auf der Fahrt zum Bahnhofe stürmisch begrüßte. Beim Abschiede sagte Kaiser Wilhelm zu Wekerle: „Ich nehme ein sehr angenehmes Andenken von Güns mit mir!" Der Kaiser von Oesterreich rief Kaiser Wilhelm ein Waidmannsheil zu. — Kaiser Franz Josef reiste um 6 Uhr 20 Min. Abends nach Wien. , „ . .
Paris, 21. September. Die Blätter thetlen mit, der Kriegsminister habe angesichts der Unmöglichkeit, anders für die Unterkunft und den Unterhalt der nach dem Strikegebiet entsandten Truppen zu sorgen, denselben das Requis itions - recht zuerkannt. In Carmaux werden die dorügenBergleute am Sonntag eine Versammlung abhalten, um über den etwaigen Anschluß an den Strike des Norddepartements zu berathen. Die Hüttenwerke Commentry stellten wegen Wassermangels den Betrieb ein. Tausend Arbeiter feiern.
Chicago, 21. September. Die Directoren der Ausstellung haben beschlossen, dieselbe am 31. October zu schließen.
Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 21. September. In Hofkreisen wird dem freundlichen Depeschen wechsel des Kaisers und Bismarcks eine persönliche und politische Tragweite zugeschrieben. Den unmittelbaren Anstoß dazu habe der Kaiser von Oesterreich und der König von Sachsen gegeben, welche sich täglich in Kissingen nach Bismarcks Befinden erkundigten- auch Erwägungen, welche die Geschehnisse der äußeren Politik wach-
legenheit in Zusammenhang gebracht. „
Berlin, 21. September. Der „Nordd. Allg. Ztg. Zufolge werden die Steuergesetzentwürfe sammt der Denkschrift dem Reichstage sofort beim Beginn vorgelegt. „
Berlin, 21. September. Der „Retchsanzeiger veröffen^ licht eine Reihe von. Ordensdecorationen anläßlich der Herbstübungen an die Offiziere des 14. und 15. Armee- C°rPS»etliB, 21. September. Amtlich. Heute wurden drei Choleraverdächtige in das Moabiter Krankenhaus ein-- geliefert. Sämmtliche Fälle betreffen Schifferfamilien.
Kissingen, 21. September. Dr. Schwemnger empfahl Bismarck eine Nachkur in Wiesbaden. Diedefinitve Entscheidung steht noch aus. Geeignetenfalls erfolgt die Abreise dorthin am Samstag.
Straßburg, 21. September. Heute wurden hier zwei Cholerafälle, wovon einer tödtlich verlief, constatirt.
Hamburg, 21. September. Heute wurde hier eine K^olcraertraniung, in Alton- eine Grhanfung und ein Todesfall gemeldet. . .
Wien, 21. September. Wie aus Güns gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm dem österreichischen Kaiser setne Befriedigung über den glänzenden Verlauf der Manöveraus^ gedrückt und ihn zu der vortrefflichen Führung und Haltung der Truppen beglückwünscht.
Wien, 21. September. Die © o ci al bemo traten beabsichtigen dem Vernehmen nach am Tage der ®roffnung des Reichsrathes in ganz Oesterreich für das allgemeine Wahlrecht zu demonstriren. Es sollen überall Volksversammlungen unter freiem Himmel abgehalten werden.
Triest, 21. September. Iu der Provinz Massa fand ein Cyclon statt, welcher große Verheerungen anrichtete. Viele Häuser sind eingestürzt, mehrere Personen wurden getödtet, viele verwundet.
lieber die Bedeutung der deutschen Tabak- Industrie
werden in ca. 5000 Betrieben beschäftigt:
mit einem jährl.
In der Rauch-, Kau-, und Arbeitslohn von
Schnupftabak-Fabrikation ca. 9000 Arbeiter 5Mtll.Mk.
In der Cigarretten-Branche „ 2000 „ 1 „ „
In der Cigarren-Branche „ 150000 „ 57 „ „
Zusammen 161000 Arbeiter 63Miü.Mk.
Die Zahl der Arbeitskräfte in der Cigarrenbranche weicht von den statistischen Angaben der Berufsgenoffenschaft mit ca. 95 000 Arbeitern deshalb ab, weil in der Berufsstattstik je 300 Arbeitstage jährlich für eine Arbeitskraft gerechnet werden, während in Wirklichkeit bei den eigenartigen Verhältnissen der Cigarren - Industrie eine Arbeitskraft durchschnittlich im Jahr nur 225 Arbeitstage erreicht. Hierdurch erhöht sich die Zahl der wirklich beschäftigten versicherten Arbeitskräfte auf ca. 126 500 Arbeitskräfte
wozu weiterhin noch die nicht versicherten Hausarbeiter hinzukommen und zwar „ 23 500_______lt
sodaß sich für die Cigarren-Branche
die Zahl von „ 150000 Arbeitskräften
ergiebt.
Was nun die Wirkung einer allensallfigen Steuererhöhung betrifft, so hat eine Umfrage bei einer größeren Anzahl von maßgebenden Fabrikanten das für die ganze Frage sehr bedeutsame Ergebniß gehabt, daß das in den Consum gelangende Quantum der Cigarrenfabrikate sich auf annähernd 90 pCt. Cigarren zum Detailverkaufspreise von 6 Pf. und


