Wien, 21. Februar. Die rumänische Regierung schloß mit hiesigen Fabrikanten einen Vertrag ab wegen Lieferung von Patronen mit rauchlosem Pulver.
Rom, 22. Februar. Tanlongo legte ein umfassen- r eS G eftänbniß ab- er bestätigte dem Untersuchungsrichter, daß die römische Bank Gelder an zwei Ministerpräsidenten, an zahlreiche Politiker, an Minister und frühere Minister gezahlt habe. Gr nannte die Namen und versprach, Enthüllungen in vollständigem Umfange vor Gericht machen zu wollen. Angeblich stehen neue Anträge auf Strafverfolgung zu erwarten.
Rom. 21. Februar. Heute hatten tausend irische Pilger Audienz bei dem Papste, deren Adresie der Papst nur kurz beantwortete. Mocenni verla- eine längere Antwort.
Warschau, 21. Februar. Im „Hotel de St. PeterS- bourg" brach die Cholera aus. Die Hotelgäste wurden auSquartiert.
Berlin, 22. Februar. (ReichStagSwahl in Lieg- nitz.) Die „Staatsbürgerzeitung" meldet aus Liegnitz: Bisher gezählt: Hertwig (Antisemit) 6276, Jungfer (freisinnig) 10,238, Kuhn (Sozialist) 4814, Rothkirch (cons.) 1153 Stimmen. Stichwahl zwischen Hertwig und Jungfer sicher.
Coeofcs und provinzielle».
Siehe», 22. Februar 1893.
• * Der Voranschlag der KreiSkaffe des Kreises Sieben für 1893/94 beläuft sich in Einnahme und Ausgabe aus je 277 341.69 Mk., gegen 268190.38 Mk. im lausenden Jahre. An Beiträgen der Gemeinden nach dem für die Gemeinde- Umlagen giltigen Gesammtsteuercapital find vorgesehen 155000 Mk., an Beitrag aus der Provinzialkasie zu den Unterhaltungskosten der KreiSstraßen 44 443.18 Mk., an sonstigen Beiträgen zu der Erbauung von Kreisstraßen 23162.50 Mk. — Unter den ordentlichen Ausgaben find die hauptsächlichsten Posten: Unterhaltung der KreiSstraßen 01 800, Erbauung von Kreisstraßen 31 500, Beitrag zur Provinzialkasse 61 OOO Mk., Besoldungen und Pensionen 14 300, Belohnung des Polizeiaufsichtspersonals 4010, Kosten deS Landarmen - Verbandes 11000, Kosten der Unterbringung jugendlicher Uebelthäter 5500, Naturalverpflegungsstationen 4500, die sog. außerordentliche Armenpflege (Geisteskranke) 12000 Mk. Unter den außerordentlichen Ausgaben befinden sich 31 500 Mk. für Erbauung einer Zkreisstraße von Wieseck nach Trohe und Rödgen, 6000 Mk. für den Umbau der Lumdabrücke bet Odenhausen im Zuge der Straße Grünberg- Odenhausen.
* # $on der Universität. Das Vorlesungs-Ver- zeichniß für daS Sommer-Semester 1893 ist im Verlage von C. v. Münchow dahier erschienen.
* * Aus der Garnison. Der Vicefeldwebel der Reserve Kallenbach vom Landwehr-Bezirk Colmar ist zum Second- lieutenant der Reserve des Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm ernannt worden. An Stelle des in Ruhestand versetzten Zahlmeisters Kronbauer wurde der Zahlmeister Schramm vom 3. Batailloü Infanterie-Regiments Nr. 94 als Regiments - Zahlmeister zum Infanterie - Regiment Kaiser Wilhelm versetzt.
* * Kaiser Panorama. Seit einigen Tagen ist eine neue Serie zur Ausstellung gelangt, welche, großartig in der künstlerischen Ausführung, reizvolle Darstellungen von Wien und seiner vorjährigen großen Theater- und Musikausstellung giebt. Wer jemals die herrliche Kaiserstadt an der Donau gesehen, für den werden diese Bilder eine angenehme Wiederbelebung seiner Erinnerungen an dieselbe sein, ebenso für die Besucher der fraglichen Ausstellung. Ganz prachtvoll sind da die Ansichten deS Parkes und Schlosses zu Schönbrunn, der Theseus-Tempel, die Innenansichten der Hofkirche mit dem größten Kunstwerk, das aus Canovas Meisterhand hervorgegangen, dem Christinen-Denkmal. Weiter sehen wir da die Denkmäler der Kaiser Joseph II. und Franz, Maria Theresias, sowie deS Prinzen Eugen und des Erzherzogs Carl, die Hofburg, daS kaiserliche Belvedere. Um das lustige Wiener Volksleben kennen zu lernen, begeben wir uns in die Pratcrstraße, wo allerhand Schaustellungen einladcn. Bon der Großartigkeit der Theater- und Musik- auSstellung geben eine große Anzahl ungemein plastisch wirkender Naturaufnahmen einen Begriff. Hochinteressant sind da die malerischen Darstellungen von Alt-Wien. Die gegenwärtige Serie des Kaiser-PanoramaS kann somit nur warm dem Besuch empfohlen werden.
* * Zur Sonntagsruhe. Nach uns gewordener Mittheilung hat in ihrer gestrigen Sitzung die von der Stadtverordneten- Versammlung eingesetzte Sonder - Commission einen Antrag der Herren Stadtverordneten Löb er und Vogt angenommen, nach welchem die Verkaufszeit an Sonn- und Festtagen für alle Geschäfte auf die Stünden von 8—9 Uhr Vormittags und V»!2 bis 3 Uhr Nachmittags (jetzige Zeit) gelegt werden soll. Die Mehrheit der Commission ist der Ansicht, daß dieser auf VerglcichSwege zwischen den Vertretern der Eolonialwaarenbranche unb denjenigen der Manusacturwaaren- branche mit Stimmenmehrheit zu Stande gekommene Antrag (einige Mitglieder stimmten, theilö weil sie um 4 Uhr, thellS weil sie um 2 Uhr Schluß der Verkaufszeit wünschten, dagegen) Annahme in der auf morgen anberaumten Stadt- verordneten-Sitzung finden wird. — Die zum Zwecke einer Bcschlußfaffung über eine an die Stadtverordneten-Versamm- lung zu richtende Eingabe vom Vorstand des Kaufmännischen Vereins auf gestern Abend einberusene Bersamm- lung der Jntereffcnlen (im Cafs Ebel) war so schwach besucht, daß sowohl von der Entgegennahme eines Referats wie von der beabsichtigten Eingabe abgesehen wurde. So viel aus der stattgehabtcn Besprechung geschloffen werden kann, ist die Ansicht, daß die für den Vormittag festgesetzte
BerkaufSstunde sowohl für ft auf er wie Verkäufer entbehrlich sei, eine besonder« in Gehilfenkreisen fast allgemein verbreitete, während auch ein großer Theil von Geschäftsinhabern auf demselben Standpunkt steht und einer zusammen- hängenden 4 t/,ftündigen Verkaufszeit den Vorzug giebt. Nach den über die letzten Verhandlungen der Stadtverordntten-Ber- sammlung veröffentlichten Berichten scheint daS Jntereffe an der endlichen Regelung der vielerörterten Sonntagsruhe am geringsten bei den „Jntereffenten" selbst zu sein, sonst wäre jedenfalls die gestrige Versammlung zahlreicher besucht gewesen. Die Gehilfen der offenen Ladengeschäfte, welche die Sache doch besonders angeht, fehlten gänzlich, trotzdem die Versammlung auf vorgerüctte Zeit anberaumt roctr-ltitic
EntbrnchSversuch. In der verfloffenen Nacht wurde der Versuch gemacht, in ein Haus der Gartenstraße einzusteigen. Der jedenfalls geübte Einbrecher hatte sich auf einem benachbarten Bauplatz eine Leiter gestohlen und war mit Hilfe derselben auf daS Fenstergesims gestiegen, hatte dann mit einem Centralbohrer in die Fensterbekieidnng drei Löcher gebohrt und durch diese, jedenfalls mit einem Draht, den Verschluß deS Fensters von außen geöffnet. Gestohlen ist nichts, offenbar ist der Einbrecher in seinem Thun gestört worden- also Vorsicht und Nachts die Fenster gehörig schließen.
* * Die Summe der Jnvaliditats- und Altersrenten, welche im Jahre 1892 von 187800 Personen bezogen wurden, belief sich auf 22,4 Millionen Mk., sodaß auf den Kopf 119,28 Mk. gezahlt wurden. Die von den Versicherungsanstalten seit dem 1. Januar 1891, also seit dem Inkrafttreten deS JnvaliditätS- und Altersversicherungs-Gesetzes, festgesetzten Renten repräsentiren bis Ende 1892 überschläglich ein DeckungScapital von rund 83 Millionen und mit Einschluß der an den Reservefonds abzuführenden Beträge ein Capital von rund 99,6 Millionen Mk. Dem steht nach Abzug der gesummten Verwaltungskosten eine Einnahme auS Beittägen im Jahre 1861 von rund 85,2 Mill., 1892 von 84,3 Mill., zusammen 169,5 Mill, gegenüber. ES verbleibt demgemäß ohne Berücksichtigung von Zinsen nach Abzug aller Verpflichtungen auS den Jahren 1891 und 1892 ein Heber» schuß aus Beiträgen von rund 69,9 Mill. Wenn übrigens die Einnahme aus Beiträgen im Jahre 1892 um fast 1 Million geringer gewesen ist, als im Jahre 1891, so liegt dies wohl ausschließlich daran, daß am 1. Januar 1892 der Allgemeine Knappschaftsverein zu Bochum eine eigene Kasse bildete und in Folge dessen gegen 13O OOO versickerungSpflichttge Personen aus den Bezirken der Versicherungsanstalt Rheinprovinz und Westfalen auSgeschieden sind.
♦ ♦ Für Eiseubahnreisende. Gemäß einer Ausführungsbestimmung zur Eisenbahnverkehrs-Ordnung steht dem Reisenden zur Aufbewahrung seines Handgepäcks nur der Raum über und unter seinem Platze zu. Diese Bestimmung wird wesentlich dazu beitragen, einer seitens des Publikums übel empfundenen Gewohnheit einzelnerReifenderEinhalt zu thun.
* * Die Errichtung einer Hypothekenbank in Darmpavt ist, wie dortige Blätter zu berichten wissen, in Aussicht genommen.
* ♦ Die Studierenden des Finanz- und des Forstsaches, welche sich zu Anfang deS Sommersemesters 1893 der Fach - Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre Meldungen unter Beifügung der erforderlichen Belege bis zum 14. April d. I. an den Vorsitzenden der Großh. kameralistischen PrüsungSeommifsion in Gießen einzureichen.
§ Herbstein, 19. Februar. Vor einigen Tagen besuchte die Wittwe des ehemaligen Bürgermeisters Kübel von hier die hiesige katholische Schulschwester. Auf dem Heimwege fiel Erstere so unglücklich vor dem Hause der Letztgenannten, daß sic am Oberschenkel eine schwere Verletzung davon trug und in daS HauS der Schulschwester getragen werden wußte. Heute ging eine andere Frau in die hiesige Apotheke, um Heilmittel für die verunglücke Frau zu holen. Als dieselbe vor dem Hause der Schulschwester angelangt war, fiel sie nahe an derselben Stelle hin und brach das Bein, so daß auch sie in daS HauS der Schulschwester getragen werden mußte. Beide auf fast gleiche Weise verunglückten Frauen werden im Hause der Schulschwester verpflegt.
§ An8 dem Kreise Alsfeld, 21. Februar. Die summarische Uebersicht unserer Kreiskasse für 1891/92 ist jetzt öffentlich bekannt gegeben. Hiernach beträgt die Einnahme 126,579.51 Mk., die Ausgabe 111,683.67 Mk., mithin bleibt Rest 14,895.84 Mk. Die Beiträge der Gemeinden betrugen 80,000.05 Mk., die der Provinzialkaffe zu den Kosten der Straßenunterhaltung 32,956.33 Mk., Kaffenvorrath vom vorhergehenden Jahr 5063.51 Mk. Die Hauptposten der Ausgabe sind : für Unterhaltung der Kreisstraßen 69,317.42 Mk., Beitrag zur Provinzialkaffe 26,304.82 Mk., Kreiöunter- stützungen 7353,01 Mk., Besoldungen 3230 Mk., Diäten und Gebühren 1543.90 Mk. — Der Voranschlag der Kasse für 1893/94 balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 141,640.28 Mk. Vorgesehen sind an Beiträgen auS Gemeinden 83,000 Mk., Beitrag auS der Provinztalkaffe zu den Kosten der Unterhaltung der KreiSstraßen 32,250 Mk., Beitrag auS der Provinzialkaffe zu den Kosten des Neubaues von KreiSstraßen 8550 Mk., Beiträge der Gemeinden zu den Kosten des Neubaues von Kreisstraßen 4275 Mk., Kaffen- vorrath 8050.17 Mk. In der Ausgabe befinden sich als Hauptposten vorgesehen: für Unterhaltung der KreiSstraßen 67,500 Mk., Beitrag zur Provinzialkaffe 27,500 Mk., Neu- bau von KreiSstraßen 17,100 Mk., für Kosten der Unterbringung jugendlicher Uebelthäter und verwahrloster Kinder 8000 Mk., Capitalzinsen 3340 Mk.
nn. Darmstadt. 20. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Verhandlungen beginnen um f/t 10 Uhr. DaS HauS ist heute schwach besetzt. Auf der Tagesordnung
steht die Regierungsforderung im Betrag von 5 266 7 58 Mk. für Erhöhung undBerftärkung bezw. Verlegung der Deiche, (Landdämme) und Erweiterung deS Hoch- flmhprosilS deS RheineS, hier die Aufbringung der hierzu erforderlichen Geldmittel. Berichterstatter ist Abg. Schröder. Die Ansicht der Mrtglieder des AusschuffeS geben bei dieser Vorlage sehr auseinander. Abg. Mö Hing er beantragt die Vorlage unb den Gesetz - Entwurf anzunehmen, beides aber dabin zu vervollständigen, daß auch dic Mehrkosten der Deichverlegung bei Nordheim, welche auf 450600 Mk. berechnet find, verwilligt werden, womit die in der Vorlage zur Verwilligung angefonnene Summe von 5 266 758 Mk. sich auf 5 639 600 Mk. erhöht und demgemäß An. 1 des Gesetzes abzuändern fei. Dte Abgg. Theobald unb Wolfs- kehl beantragen, die Regierungsforderung anzunehmen, jedoch unter dem Vorbehalt, daß vor auSdrücktcher weiterer Verein- barung mit der Kammer keine Arbeiten unternommen werden dürfen, welche der von der Reichs- Eommiffion empfohlenen Dammverlegung bei Nordheim vorgreifen oder auf diese von Einfluß fein würden. Die Abgg. Schröder, GrafOriola und I ö ck e l beantragen, die Regierungsvorlage a l S G a n z e s nicht zu verwilligen, dagegen 2l/a Millionen für die Erhöhung und Verstärkung deS Deiches von Nackenheim bis Laubenheim, ferner deS Mombacher Deiches, deS HeideSheimer Deiches einschließlich deS linksseitigen Wildgrabendeichö, des Freiweinheimer Deiches und der sämmtlichen Deichstrecken deS Main-Ried-DeichverbandeS, sowie für Vorarbeiten zur Ausführung der Regierungsvorlage. Abg. HaaS beantragt, die Vorlage und den Gesetz-Entwurf abzulehnen bis Art. 14 des DammbaugeietzeS dahin geänbert fein roerbe,. daß für eine durch die gänzliche ober theilweisc Abtragung eines HochwafferdammeS bedingte AuSbeichung Entschädigung geleistet werbe. Zur Vorlage selbst ergreift Abg. Metz- Darmstadt daS Wort. Er freut sich, daß endlich einmal von der Regierung eine seit langen Jahren schwebende Frage zur Entscheidung gebracht werde. Er hält aber die Forderung der Regierung für zu weitgehend unb will nur stückweise vorgegangen haben. Er empfiehlt die Bildung weiterer Deich- verbande mit Heranziehung der Städte WormS und Mainz. Er kann sich jedoch nicht entschließen für die Regierungsvorlage zu stimmen, ebensowenig für den Antrag der Abgg. WolfS- kehl unb Theobalb. Minifterialrath Dr. Schäffer erklärt, daß die Detchverlegungen in der Gemarkung Nordheim nöthig geworden seien, daß aber die Großherzogi. Regierung auS verschiedenen Gründen diese Frage noch offen gelaffcn habe. Die Nothwendigkeit der Erhöhung und die Verlegung der Landdämme habe sich als unabweisbar herauSgestellt, wenn die betheiligten Gemeinden vor neuen Gefahren geschützt werden sollten. Diese Nothwendigkeit fei auch nicht bcunitai worden unb die Regierung sei vom Landtag und den betr. Gemeinden oft genug aufgefordert worden, dieser Frage näher zu treten. DieS sei jetzt geschehen. Nach jahrelangen schwierigen Vorarbeiten sei die jetzige Vorlage zu Stande gekommen. Die Regierung habe dieselbe im Anschluß an das Mainzer Gutachten fertiggestellt, müffe aber darauf bestehen, oatz die angeforderten Summen ganz bewilligt werden müßten, wenn hier nicht ein Stückwerk geschaffen werden solle. Die sämmtlichen beteiligten Gemeinden seien vorher gehört worden und hätten sich für die Vorlage geäußert. Auch vom technischen Standpunkt aus und nach den Katastrophen von 1881 —1882 müffe etwas geschehen und die Regierung habe hierzu die Hand geboten. Er bittet daS HauS, die RegierungS forberung anzunehmen. Abg. Dr. Schröder hält die Zeitdauer, welche für die Ausführung der Vorlage nöthig ist, für zu groß und wünscht, daß mit den Dammbauten und Verlegungen zuerst im unteren Stromgebiet des Rheins begonnen werde. Nur hierbei könne er sich für Bewilligung von Geldern entschließen. Im Allgemeinen bedauert er die Oberflächlichkeit, mit welcher die Regierung die Erhebungen für diese Vorlage gemacht habe. Abg. Möhn ist erfreut, daß die jetzige Vorlage zu Stande gekommen fei und die Regierung endlich den guten Willen gezeigt habe, etwas für die gefährdeten Rheingebiete zu thun. Die Gemeinden seien mit der Erhöhung und Verlegung der Dämme einverstanden gewesen, dann aber wegen der großen Kosten stutzig geworden. Er beantragt, für dit von den Gemeinden zu tragenden Kosten deS DammbaueS Capitalien zu dem Zinsfuß von 3 pCt. aus der Staatskasse zu gewähren und die Uederschüffe aus den Reparaturkosten den Gemeinden zu überweisen. Diese seien durch das Damm- baugesetz schwer belastet. Abg. Erk steht der Vorlage sehr kühl gegenüber, wünscht aber, daß nicht auf einmal die ganze Summe bewilligt wird. Abg. HaaS wird erst bann für die Vorlage stimmen, wenn Art. 14 deS DammbaugefetzeS (Entschädigung der Gemeinden im Falle der AuSbeichung) im entgegengesetzten Sinne als dem heutigen geregelt ist. Ferner erwartet derselbe vor jeder Anforderung für Damm- bauten Offenlegung der Pläne und Verständigung mu de» betr. Gemeinden, weil ihm daS von der Regierung beliebte Verfahren mit den beteiligten Gemeinden durchaus ungenügend erscheine und weil in vielen Bezirken Klagen laut geworden, daß sie den Gegenstand damals nicht genügend und ausreichend gekannt und nicht unterrichtet gewesen seien. Abg. Wernher erklärt sich ebenfalls gegen die Vorlage. Abg. Wolfs kehl spricht für die Regierungs-Vorlage. Er sieht keinen Grund auf Verwilligung der halben Summe. Hierdurch werde der Regierung die Hände gebunden, weil in organischer Verbindung mit dem RcgierungSproject auch die Verwendung der Summe stehe. Abg. Reinhardt erklärt sich für den Antrag WolfSkehl-Theobald. Er giebt dem Hause bekannt, daß die Stadt Worms für Dammbauten bereits eine Million Mark verausgabt habe. Abg. Hechler ist für den Antrag Schröder und Genoffen auf Bewilligung von 21/, Millionen. Abg. Hirsch ist gegen die ganze Dor- läge. Obcrbaurath Jrnroth sieht feine Veranlassung, die Vorlage in Stücke zu trennen. Es sei Zeit genug gewesen, sich mit der Vorlage bekannt zu machen, seitdem die Frage aufgeworfen wurde. Er bittet baß HauS bringenb um An-


