Abg. Richter: Die von Liebermann am Schluß gemachte Andeutung beweise, daß er Ahlwardt völlig gleichweribtg sei.
Abg. Ahlwardt: Alle Welt wisse, daß die Löwe'schen Gewehre nichts taugten. Richter werde ihn (Redner) nicht dt-credtttren: hinter ihm ständen Millionen von Deutschen.
Nach längeren persönlichen Auseinandersetzungen zwischen dm 2lbgg. Richter, Liebermann von Sonnmberg und Ahlwardt wird die GmeraldtScussion geschlossen.
Weiterberathung trorgtn.
Neueste 2lac6ricbictt»
EolffS telegraphische« Torresponden--Bureau.
Berlin, 20. März. Heute Vormittag wurde der Grundstein der katholischen PiuSktrche in Gegenwart deS gesammten katholischen (LleruS und Vertreter der Stadt gelegt. Propst Jahnel hielt die Weiherede.j
ArvSberg, 20. März. In der Reichstagswahl Olpe-Meschede wurden bis 10% Uhr Abends gezählt für FuSangel 5746, für Boese 2006 Stimmen.
Hamburg, 20. März. An Bord deS Dampfers „SchleS- to^9/z ist gestern die Maul- und Klauenseuche constatirl worden. ES wurde daraufhin eine ganze Ladung Rinder und Schweine sofort geschlachtet. Eine Sperre gegen die Einfuhr dänischen Viehes ist hier bisher nicht erfolgt.
Paris, 20. März. Ein im „Figaro" veröffentlichter Brief schildert die Lage in Dahomey als eine sehr gefährdete. Die Sterblichkeit unter den Truppen sei sehr groß.
Depeschen M Bureau .Herold'.
Berlin, 20. März. In der gestrigen Versammlung der Mitglieder des Centralcomitss der nationalliberalen Partei Deutschlands wurde über die politische Lage be- rathen. Es habe sich die volle Einmüthigkeit in der Be- rathung derselben ergeben, sowie bezüglich deS Verhaltens gegenüber den Eventualitäten der nächsten Zukunft.
Berlin, 21. März. In der von dem Abgeordneten M enz e r und Genoffen eingebrachten Interpellation wird an den Reichskanzler die Anfrage gerichtet: „Beabsichtigen die verbündeten Regierungen angesichts des in den letzten Jahren überraschend zu Tage getretenen Rückganges des deutschen Tabakbaues demnächst gesetzgeberische Maßregeln vorzuzuschlagen, die geeignet sind, diesen Rückgang und den damit unabweisbar verbundenen Ruin weiter Kreise unserer deutschen Tabakbauern aufzustellen?"
Berlin, 21. März. Die vor etwa vier Wochen wegen Geheimbündelei verhafteten Socialdemokraten wurden bis auf zwei aus der Haft entlaffen. Gegen mehrere derselben wird die Untersuchung wegen Vergehens gegen § 128 fortgeführt.
Königsberg, 21. März. Der Eisgang auf dem Pregel ist glücklich verlaufen- derselbe versuchte bei Pillau das Eis des Haff zu durchbrechen, jedoch bisher ohne Erfolg.
München, 20. März. Der Großherzog von Hessen trifft morgen zum Besuch deS hiesigen Hofes hier ein und steigt in der Residenz ab. Ihm zu Ehren findet Mittwoch eine Galatafel start. Eine Deputation des 5. Infanterie- Regiments in Bamberg wird sich bei dem Großhcrzog melden.
München, 20. März. Gestern Nachmittag verhaftete der StationScommandant Witt - Schwaben im Einödhof Erharting einen des Salmdorfer Raubmordes dringend verdächtigen 21jährigen Dienstknecht Weidinger aus Straßkirchen.
Wien, 21. März. Galizische Bauern, welche nach Rußland auswandern wollten, wurden beim Uebergang über die Wcichselbrücke von der russischen Grenzwache ausgehalten und nach blutigem Kampfe zurückgeschlagen. Mehrere Bauern ertranken dabei in der Weichsel.
Paris, 21. März. Der Unterrichtsminister beschloß die Schließung aller Schulen, Lyceen und Universitäten am B e- gräbnißtage Ferrys als Zeichen der Trauer.
Paris, 21. März. In der politischen Welt glaubt man an den bevorstehenden Sturz des CabinetS Ri bot. Allgemein wird angenommen, daß Constans die neuen Wahlen vorberciten wird.
Paris, 21. März. Der Urtheilsspruch in dem CorruptionSproceß wird für heute Nachmittag erwartet. Es werden 38 Fragen an die Geschworenen gestellt.
Laudon, 20. März. Die „Daily News" sagen, der Wunsch FerryS, in den Vogesen begraben zu sein, sei die Antwort auf die Anklage der Gegner Ferrys gewesen, welche behaupteten, er sei Germanophile. DaS Blatt sagt, Ferry sei der vortrefflichste französische Staatsmann gewesen.
Sidney, 20. März. Ein Chclon richtete auf Numea (Neukaledonien) großen Schaden an- derselbe wird auf drei Millionen geschätzt. Der Hafen Sandwich ist vollständig zerstört.
totales rrnd prooittjicll^,
Gießen, 21. März 1893.
** Herrn Dr. Dietz, Vorsitzenden des Vorstandes der Jnvaliditäts- und AlterSversicherungS-Anstalt zu Darmstadt, wurde von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog der Charakter als RcglerungSrath ertheilt.
^'-^efientliche Prüfung der obligatorischen Fortbildung«, schule. D,c Fortbildungsschule bot dieses Mal sowohl bezüglich ihrer äußeren Gliederung als auch in Hinsicht aus ihren inneren Ausbau ein völlig verändertes Bild dar. Bei der früheren Organisation konnte, da alle BerufSarten ver- einigt waren, folgerichtig auch nur eine Ausbildung in allem für das practifche Leben erforderlichen W.ffen angestrebt werdende Trennung nach BerufSarten dagegen ermöglicht es, eine an den betreffenden Beruf sich eng anschließende, also mehr fachgemäße Bildung inS Auge zu faffen. Der Kaufmann lvill anders unterrichtet sein als der Bauhandwerker, eine Thatsache, die eine Reorganisation dieses Unterrichts gebieterisch forderte. WaS die Leistungen im Allgemeinen betrifft, so darf man ihnen mit gutem Gewiffen das ehrende
Zeugniß ausstellen, daß sie eine ernste, angestrengte Thätig- feit zur Voraussetzung haben. Die erreichten guten Resultate lasten sich aber wohl auch zum Theil auf die bestere Unterrichtszeit zurückführen. Denn wenn man vom Schüler vor Allem eine gewiffe geistige Frische für den Unterricht fordern muß, so ,st diese Forderung mit allem Nachdruck doch nur dann mit Berechtigung an ihn zu stellen, wenn dieselbe von deS TageS Lasten nicht allzusehr in Anspruch genommen, auch noch in Wirklichkeit ungetrübt vorhanden ist. Bezüglich deS Lehrplans wäre es wünschenSwenh, und hat auch die Prüfung ergeben, eine noch etwas kürzere und präcisere Fassung der einzelnen DiSciplinen anzustreben. Auch dürfte es sich empfehlen, für die Folge weniger Klassen zur Prüfung zuzulassen, einmal, damit derselbe Gegenstand nicht doppelt vorgeführt wird und dann im Interesse der Abkürzung der dafür anzusetzenden Zeit. Auf einen wirklich wunden Punkt bei den Schülern wollen wir jedoch noch Hinweisen, wir meinen das Betragen. Leider konnte hier in manchen Klassen ein scharfer Tadel für Einzelne nicht zurückgehalten werden. Wir glauben, daß die resp. Eltern und Lehrherren hier noch mehr von ihrer Autorität Gebrauch machen sollten, da eS ohne dies wohl so leicht nicht besser werden wird. Den Schluß bildeten, wie alljährlich, Prämiirungen einzelner braver Schüler durch die resp. JnnungSmeister.
** Alle einstigen Besucher deS früher Andreas', dann Carl WeidigS Local in der „Sonne" machen wir auf zwei soeben erschienene Aufnahmen, von außen und innen, deS jetzt abgebrochenen HauseS aufmerksam. Diese Bilder werden allen Gästen dieser urgemüthlichen ächten Gießener Kneipe eine angenehme Erinnerung sein und sind, zusammen für 1 Mk., in der Ferber' sch en Uni- versitätS-Buchhandlung dahier zu erhalten- nach auswärts gegen portofreie Einsendung in Briefmarken.
** Statistik der Doctor Dissertationen in Deutschland. Nach den gegenwärtigen Einrichtungen ist eß sehr schwer, genaue Angaben darüber zu erhalten, wieviel Studirende an den deutschen Universitäten alljährlich die Dvctvrwürde erwerben. Dagegen existirt seit 1885 auf Veranlassung der Berliner Bibliothek eine jährlich erscheinende Uebersicht über die Zahl der Doctorarbeiten, die während des Jahres durch den Druck veröffentlicht werden. Diese Zahlen decken sich keineswegs mit der Zahl der Doctvrprvmvtivnen selbst, weil, wie überhaupt im ganzen PromotionSwesen, so auch bezüglich der Verpflichtung, die Dissertationen drucken zu lassen, sehr verschiedene Bestimmungen obwalten. Sa besteht z. B. an den Universitäten Heidelberg, Jena und Leipzig kein Druckzwang für die juristischen Dissertationen. Trotz dieser Nichtübereinstimmung ist immerhin die Thatsache sehr bemerkens- werth, daß im Jahre 1891/92 (van August zu August gerechnet) zum ersten Male die bis dahin regelmäßige Zunahme der Dissertationenzahl unterbrochen erscheint - diese Zahl betrug von 1885 ab 1491, 1685, 1892, 1971, 2043 und 2130, dann aber ein kleiner Rückschlag auf 2086. ES scheint also, daß die seit Jahren rückläufige Bewegung der allgemeinen Studentenzahl sich auch bei der Zahl der Promotionen bedenklich zu machen ansängt. Eine weitere Steigerung der gedruckten Dissertationen auch noch im Jahre 1891/92 zeigt nur die juristische Facultät (von 38 auf 128 in den sieben Jahren), die einzige Facultät, bei der auch die Studentenzahl bis auf den heutigen Tag immer noch anwächst- bei der medicinischen und philosophischen Facultät ist die Zahl von 1128 und 875 im vorletzten auf 1099 und 850 im letzten Jahre zurückgegangen- bei der Theologie sind nur neun Dissertationen verzeichnet.
— Der Besuch der Weltausstellung in Chicago dürfte für Landwirthe von Mitte August ab am lohnendsten sein, weil dann die großen Thierschauen stattfinden, vom 21. August bis 21. September die Schau für Rindvieh und Pferde, vom 25. September bis 14. October für Schafe und Schweine und vom 16. bis 28. October für Fettvieh.
— Zur LimeSforschung in Hessen. Wie die „N. Hess. VoltSbl." berichten, nahmen die diesjährigen Untersuchungen in Hessen bereits am 20. März ihren Anfang und cS wird Herr Ko fle r-Darmstadt in dem vor einigen Jahren von ihm mit Mitteln des historischen Vereins sür Hessen gefundenen großen Castelle auf der Warte bei Ober- Florstadt das Prätorium und die Lagerstraßen aufsuchen, während Herr Professor Dr. G. Wolff in Frankfurt einen Theil der römischen Straßen der Wetterau untersuchen wird.
t LangSdorf, 20. März. Im letzten Winter hat die heimtückische Krankheit DiphtheritiS in unserer Gemeinde wieder zahlreiche Opfer gefordert. So sind einem Manne seine drei Kmder und einem anderen Manne von seinen vier Kindern drei dieser Seuche erlegen.
t Lich, 20. März. Mittwoch, den 29. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, findet im „Holländischen Hof" dahier eine Versammlung des hiesigen BezirkölehrervereinS statt, in welcher Herr Realgymnasiallehrer Dr. Pitz aus Gießen einen Vortrag über „Die Methode der graphischen Darstellung" halten wird. Außerdem wird Lehrer Wagner von hier über das bei Emil Roth in Gießen erschienene Werk „Künzel-SoldanS Geschichte von Hessen" referiren.
Ober Schmilen, Kr. Schotten, 16. März. Heute Morgen ereignete sich hier ein recht bedauernSwerther Unglücksfall. DaS zweijährige Söhnchen des Gastwirtes und MetzgermeisterS Kirchhof spielte in der Nähe eines Hackklotzes. Plötzlich fiel der schwere Klotz um und so unglücklich auf den Kopf deS KnäbleinS, daß derselbe stark gequetscht wurde. Infolge dessen trat der Tod deS unglücklichen Kindes sofort ein. Die Theilnahme für die schwergeprüfte Familie ist eine allgemeine, um so mehr, da auch daS ältere Kind an einer Gehirnentzündung schwer krank barnieberliegt.
-f- Düdelsheim. 20. März. Ein hiesiger Fortbildungsschüler, welcher nach beendigtem Unterricht auf der Straße allerlei Unfug trieb, insbesondere seine Mit
schüler belästigte und dem Lehrer auf dessen Ermahnungen freche Antworten gab, wurde durch daS Gericht mit siebe» Tagen Hast bestraft. Möge dies andern Fortbildung«- schülern zur Warnung dienen.
Groß-Gerau, 20. SRärj. Dem Rangirer Philipp Neumann von der Hessischen LudwigSbahn, aus Nauheim, wurden beute Nachmittag im hiesigen Bahnhofe beide Beine abgefahren. Der Schwerverletzte starb alsbald.
• Frankfurt a. TO., 19. März. DaS Glasdach de» Hauptbahnhofes, 18,000 Ouadratmeter Fläche, wird gegenwärtig gereinigt. Nach Angabe eine« Localblotte» erfordert die Reinigung sechs Wochen hindurch 20 Arbeiter.
* Frankfurt a. TO., 20. März. Eine Erbschaft von 3—4 Millionen Mark ist an die Verwandten eine« Manne« aus Schmalbach (im Tounu«), der nach England auSwanderte und dort em große« Vermögen erwarb, nach Frankfurt und der Umgegend gefallen. E« sind laut „Rass. Boten" etwa 40 Familien daran betheiligt.
* Dresden, 19. März. Große« Aufsehen erregt Hierselbst die Verhaftung einer ganzen Reihe von Personen, fast sämmtlich sehr angesehene und begüterte Leute, wegen Wuchers und Wechsel fälsch un gen in größerem Maß. stabe. Die Verhaftungen erstrecken sich nicht nur auf Dresden, sondern auch auf die Umgegeub, auf Pirna, Döbeln u. s. w. Der Hauptschuldige, ter Getreidehändler Nagel, hat balb nach seiner Verhaftung seinem Leben durch Erhängen im Gefängnisse ein Ende gemacht, nachdem er vorher em umfassende« Geständniß abgelegt hatte. Entdeckt wurde die ganze Gesell- schast dadurch, daß einer der Wucherer einen seiner (Sumpane wegen Betrugs anzeigte.
* Berlin, 16. März. Der wegen Raubmorde« zum Tode verurtheilte Mörder Kühn wurde am Mittwoch nach Verkündigung deS Ur theil« durch den Präsidenten befragt : „Angeklagter, haben Sie noch eine Erklärung abzugeben ?" — Der Verurtheilte sagte leise: „Nein, aber meine Mutter möchte ich gern noch einmal sprechen!" Der Präsident ertheilte die Erlaubniß dazu, und die Begegnung zwischen Mutter und Sohn fand in einem dem Publikum unzugänglichen Corridor hinter dem Sitzung«saale statt. Die Begegnung war characteristifch: „Mein armer, armer Sohn!" so schrie die Mutter so lange, al« sie am Halse de« Verurteilten hing, bis sie endlich von den Gerichtsdtenern entfernt wurde. Wie bei allen früheren Besuchen, so auch bei diesem letzten: Nie hatte die Mutter ein Wort de« Tadel« für die schwere That, nie ein Wort de« Bedauern« für das Opfer ober beffen Familie, stets nur zeigte sich grenzenloser Schmerz herüber, baß bie Menschen grausam genug sinb, bie Sühne für bie Schuld zu fordern. Der Berichterstatter deS „Berliner Tageblatts", der Zeuge dieser Scene war, erinnerte sich dabei eine« Vorfall« au« feiner Kindheit. Ein Mörder sollte hingerichtet werden. Kurz vorher erhielt er den Besuch seiner Mutter. Sie wollte ihm an den Hals fliegen, er aber wies sie zurück mit den Worten: „Mutter, hättest Du mich geprügelt, al« ich Dir das erste gestohlene Ei ins HauS brachte, würde ich jetzt nicht meinen Kopf verlieren!"
* Beuthen (Oberschlesien), 19. März. Der Hauptgewinn der Weseler Lotterie, 90,000 Mk wurde dem Arbeiter Breitkopf von JulienhÜtte gestern auSgezahlt.
* Schweidnitz. 19. März. DaS Schwurgericht verurtheilte den Uhrmacher Schrader wegen vorsätzlicher Erschießung seiner Ehefrau zu zwölf Jahren Zuchthaus.
* Braunschweig, 17. März, lieber da« Verbrechen auf der Eisensteingrube VolkmarSkeller bei Hüttenrode ist noch Folgende« zu melden. Der Vorarbeiter Behme, der Urheber der Explosion, früher ein ordentlicher Arbeiter, hatte sich feit einiger Zeit dem Trünke ergeben, lebte mit seiner Frau in Unfrieden und hatte wiederholt Drohungen ausgestoßen. Arn Dienstag hatte er sich aus feiner Wohnung entfernt und feiner Frau einen Brief hinterlassen de« Inhalts, daß er nicht länger leben wolle. Die Frau hatte indes die Sache nicht ernst genommen. Bei der Grube befand sich ein sogen. ZechenhauS, eine Bretterbude mit zwei Abtheilungen. Die eine benutzten in der Regel neun Bergleute, die andere Behme. Dort scheint er auch ohne Wissen der Bergleute in der Nacht zum Donnerstag übernachtet zu haben. In dem andern Raume hatten sich gestern früh mit einem fröhlichen „Glück auf" zum letzten Male sieben Bergleute begrüßt. Ihre Taschen an die Haken gehängt, wollten sie gerade daS Tagewerk beginnen, als Behme die Dynamit- explosion herbeiführte. In dem Behme zugänglichen Magazin sollen 5 kg Dynamit fehlen. Der furchtbare Knall trieb einen Bergmann, der sich verspätet hatte und dadurch der Explosion entgangen war, zu rascherm Gange an; bald zeigte sich ihm ein entsetzliches Bild. Da« Gebäude war verschwunden, starke Buchen sind entwurzelt, Aeste liegen in Masse am Boden, in den Bäumen hängen Westen, Jacken und menschliche Gliedmaßen aller Art. Zwei schrecklich ver- stümmeltc Bergleute fand man noch lebend- ein Vabetrunf wurde ihnen eingeflößt, aber bald schlossen sich auch bie Augen dieser Unglücklichen für immer. Sech« Bergleute waren in Stücke zerrissen - der über hohe Buchen wegge- schleuderte Leichnam der Urheber« lag ohne Kopf und Füße hinter einem Berge. Von den Tobten waren sieben ver heirathet. In dem achten verliert ein Barer sein einzige« Kind, einen 17jährigen Jüngling. Der letztere stammt au« Heimburg, die Übrigen waren in Elbingerode wohnhaft. Au« welchem Beweggründe Behme auch sieben seiner Kameradeu ein so entsetzliche« Ende bereitet hat, wird wohl unaufgeklärt bleiben.
» Mannheim, 18. März. Da« Grenadier - Regiment prüfte heute die epochemachende Erfindung eine« hiesige» Schneidermeister«. E« ist ein Küraß au« Stoff. Schießversuche mit dem Kleinkalibergewehr ergaben bie Verhütung ber Durchschlagskraft auf jebe Distanz und die durch-
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