** Was kostet eine Reise jur WellauSstelluug i« Chicago ? Die gewiß jedem Leser unserer Zeitung schon aufgetauchte Frage beantwortet unS die Direktion der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast wie folgt: Wir haben mit dem bekannten VerkehrS-Jnstitut deS Hauses Thomas Cook & Sohn eine Uebereinkunft geschlossen, wonach in Anschluß an unsere Schnelldampfer- führten nach New-Dork die Firma Cook die Veranstaltungen für die Reise nach Chicago und den sehenSwerthesten Orten der Vereinigten Staaten unternimmt. Der ProspectuS über die sogenannte kleine Reise, welche etwa fünf Wochen in Anspruch nimmt, ist bereits fertig gestellt und soll in Kurze veröffentlicht werden, während über eine größere Tour von sieben Wochen die Bekanntmachungen Anfang März erfolgen dürften. Die Kosten für die fünfwöchentliche Reise stellen sich auf 1530 Mark. Für diese Summe erhalten die Reisenden Beförderungen in erster (Kajüte mit einem unserer Doppelschrauben - Schnelldampfer nach New-Dork und zurück, ferner 1. Klaffe Bahnfahrt, eventl. mit Schlafwagen, nach Washington, Chicago, den Niagara-Fällen, Toronto, Montreal, Boston und zurück nach New-Aork. Der Aufenthalt ist für New-Kork auf drei Tage, für Chicago auf fast eine Woche berechnet, auf die anderen Plätze entfallen je nach Bedeutung meistens zwei Tage. In dem genannten Preise von 1530 Mk. sind außer freier Dampfschiffs- und Cisenbahnsahrt völlig freies Logis und Verpflegung in erstklassigen Hotels, die Entrees zur Ausstellung und den Sehenswürdigkeiten in den anderen Orten, Besichtigungsfahrten, Trinkgelder in den Hotels, kurzum, mit Ausnahme der Auslagen für Spirituosen, alle Kosten einbegriffen. Die Abfahrten der Schnelldampfer der Hamburg Amerikanischen Packetfahrt-Actien - Gesellschaft finden jeden Donnerstag Mittag von Hamburg (Cuxhaven) aus statt. Im Falle die Cholera wieder auftreten sollte, wird die Expedition der Hamburger Schnelldampfer nach Wilhelmshaven verlegt.
*♦ Etwas zum Nachdenken! Im deutschen Reiche flieht es gegenwärtig ungefähr 50 Spielkartenfabriken, die zumeist sehr gute Geschäfte machen' In dem Jahrzehnt von 1881 bis 1891 hatten sie einen Absatz von 48,198,100 Spielen. Die Gesammtausfuhr betrug im letzten Jahrzehnt 11,264,300 Spiele, also den vierten Theil des Gesammt« absatzeS der deutschen Kartenfabriken. Abnehmer sind hauptsächlich die Niederlande und daneben Belgien, Dänemark, Brasilien und Britisch Ostindien. Eingeführt wurden dagegen 1881 bis 1891 vom Auslande, besonders von Frankreich und von Nordamerika, 243,700 Spiele. Der Gesammtver- brauch in Deutschland stellt sich dar in der Summe der in den genannten zehn Jahren „versteuerten" Kartenspiele- es waren 37,177,500, also durchschnittlich im Jahre 4 Millionen und 1 Spiel jährlich auf etwa 12 Personen. Der Verbrauch ist, wie die neueste Statistik nachweist, beständig in die Höhe gegangen, er hat in zehn Jahren 22,5 pCt. zugenommen. Das Reich hat infolge deffen in der gleichen Zeit 11,566,300 Mk. an Kartenstempelsteuern vereinnahmt, in den letzten drei Jahren jedesmal Über eine viertel Million.
Nachweisung
über den telegraphischen Verkehr der im Kreise Kietzen telegenen, zum Ober-PostdireciionSbeztrk Darmstadt gehörigen Post- bez. Telegraphenanstalten im Jahre 1892.
Name der Telegiaphenanstalt
§ nach dem Reichs- Telegraphengebiet £* SS
6) nach Sagem, Bürt trau ® 'S fx berg und dem Aullande e ® öf —------ o- ;
5 Zusammen
Qi
£! Eingegangene Telegramme g (in- und ausländische)
Telegrammgebühren
© Zahl Der im Betrieb ci befindlichen Apparate
Bemerk
ungen
Allcndois a. b. Lumda (Hessin) ....
Beuern (Hssen) . .
Gießen 1 . . . .
Gießen 2 . . . .
277
207
16156
8916
15
5
2034 nie
292
242
18190
10026
371
18519
8140
189
112
10923
6775
1
1
19
2
Gießen
25072 3144
28216
26659
17698 21
Großen-Buseck. . . Großen-Linden . . Grünberg (Hessen) . Hungen.....
Langgöns .... Langödorf .... Lick......
Lollar .....
Londorf.....
Reiskirchen.... Steinbach (Hessin) . Tret» (Hessen) . . Pillingen (Hessen) . Wiesick (Hessen) . .
227
167
864
1639
115 102 901
1194
293 ,92 115
88
60
169
4
2
30
100
10
2 52 87
5
6
1
1
12
! 231
1 169 894 1739
। 125
104
1 953
1281
298 98 116 88 61 181
238
900
1777
193
160
1186 1334
518
83
78
49
207
124 2
93 1
499 1
1155 2
66 1
61 1
595 2
1012 2
197 1
60 1
60 1
46 1
34 1
95 1
Summa
3158213476 35058
34138
22096 41
— Parlamentarisches. Der Zweite Ausschuß hat an der Regierungsvorlage, betr. die Einführung eines einheitlichen Verfahrens der Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege, nur wenige Aeuderungen borge- nommeii und beantragt Annahme der Vorlage. — Der Dritte Ausschuß beantragt, der Petition der Mainzer Katholiken- Versammlung, betr. die Aufhebung des Jesuiten- gesetzeS, des Ord enSgcsetzeS vom Jahre 1870 und die Reform deSVolkSschulgesetzeS vom Jahre 1874, keine Folge zu geben. Die Großh. StaatSregierung hat sich in einem Schreiben an den Vorsitzenden des dritten AuS- schuffeS hierüber dahin geäußert, „daß eS dermalen nicht in der Absicht der Großh. Regierung liegt, eine Revision des Gesetzes vom 23. April 1875, betr. die religiösen Orden und orden-ähnlichen (Kongregationen bezw. des Gesetzes vom
16. Juni 1874, das Volksschulwesen im Großherzogthum betr., vorzunehmen." — Der Erste Ausschuß beantragt betreffs der Vorstellung und Bitte deS hessischen Landes-Lehre r- vereinS und der Ludwig- und Alice-Stiftung um Erhöhung der Pensionen der Lehrerwittwen und um Ge- Währung von Waisengeldern für minderjährige Lehrer-Halbwaisen, mit Rücksicht auf eine Erklärung der Regierung, daß sie nach verschiedener Richtung Erhebungen über diesen Gegenstand habe eintreten lasten und erforderlichen Falls eine Vorlage für die nächste Finauzperiode machen werde, die Vorstellung für erledigt zu erklären. — Gegen den Antrag deS Abg. Pfannstiel auf Anhalten deS von Alsfeld Nachmittags 3 Uhr 10 Min. abgehenden Zuges Nr. 6 auf der Haltestelle Ehringshausen und auf Erweiterung der Räumlichkeiten dort hat sich das Finanzministerium ablehnend verhalten- mit Bezug hierauf beantragt der Erste Ausschuß, den Antrag Pfannstiel für erledigt zu erklären. — Da über die grundlegenden Artikel des KunstftraßengesetzeS und der Kreis- und Provinzialordnung eine Verständigung zwischen der Zweiten Kammer und der Regierung nicht erfolgt ist, steht die Zurückziehung des Gesetzes und der Verwaltungsgesetze bevor.
Münzeuberg, 19. Februar. Der hier im Ruhestand lebende frühere Pfarrer Blumhof von Wohnbach ist daS Opfer eines bedauernSwerthen Geschickes geworden. Der 78jährige Greis stürzte gelegentlich eines Spaziergangs im Hausgarten infolge eines Anfalls zur Erde und unglücklicherweise mit dem Kopfe in ein in die Erde eingegrabeneß, theilweise mit Master angefüllteS Regenfaß. Von dem Anfall ober von dem Sturze betäubt, vermochte der zu Boden Gefallene sich nicht mehr zu erheben und fand so feinen Tod.
Ober-Wollstadt. 17. Februar. Auf bedauernswerthe Weise kam heute ein junger Mann in Nieder-Wöllstadt umS Leben. Der erst 20jährige Sohn des Lehrers Walter dahier war nämlich bei Errichtung der neuen Telegraphenlinie beschäftigt. Derselbe wurde dabei durch eine nieder fallende Telegraphenstange derart verletzt, daß ein Bruch deS Schädelbeiues und infolge dessen der sofortige Tod eintrat.
r. Büdingen. 20. Februar. Der hiesige Kaufmann Koppel M . . ., eine allgemein bekannte Persönlichkeit, ist heute wegen Verdachts des Meineids gefänglich eingezogen worden.
Aus Oberheffen. 18. Februar. Unter Vorsitz des Herrn Geh. OberfchulrathS Soldan fand in Butzbach die Schlußprüfung der die 1. Klasse der Realschule besuchenden Schüler statt. Sämmtliche 23 Abiturienten bestanden.
Darmstadt. 19. Februar. Der vor Kurzem in Falken- stein im Taunus verstorbene Herr Rentner Heinrich Künzel dahier, ein Sohn des früheren Lehrers an der höheren Gewerbeschule, Hofrath Dr. Künzel, hat fein beträchtliches, wohl 200000 bis 250000 Mark betragendes Vermögen nach Abzug verschiedener Legate testamentarisch seiner Braut, der Großh. Hofschauspielerin Frl. Ethel, vermacht, die Stadt aber als Nacherbin mit der Verpflichtung eingesetzt, ein Viertel der Erträge für die Armen, drei Viertel aber zu einer Stiftung mit dem Zweck der Ausbildung junger Leute hessischer Staatsangehörigkeit in Oper, Schauspiel und Musik zu verwenden, lieber dieses Ver- mächtniß ist, wie das „D. Tgbl." berichtet, den Stadtverordneten in deren letzter geheimer Sitzung Mittheilung ge macht, ein definitiver Beschluß hinsichtlich der Annahme aber bis zur Erledigung von Vorfragen außgesetzt worden.
Offenbach, 19. Februar. Einen schrecklichen Tod sand gestern das zweijährige SHnb deS Herrn Metzgermeisters Roos en. Das Dienstmädchen des Letzteren hatte am Freitag Mittag im Zimmer einen Znber voll kochendes Wasser zum Reinigen niedergestellt und war im Begriff, da das Wasser zu heiß war, kaltes Master zu holen. Als das Mädchen daS Ziüimer wieder betrat, war das Kind in daS kochende Master geraden und hatte sich furchtbar verbrüht. Gestern Abend ist dasselbe seinen Leiden erlegen.
A Mainz, 19. Febrnar. Das goldene Bischoss- jubtläum deS Papstes wurde heute hier besonders festlich begangen. Der Bischof fuhr mit feinem Hauscaplan um 9Va Uhr Morgens am Liebfrauportal des DomeS an, wo er von dem Domcapitel und einer Deputation der katholischen Vereine empfangen und in feierlicher Prozession nach dem Westchor geleitet wurde. Zu dem um 10 Uhr folgenden Pontifical-Amte waren auf Einladung deS Dom- capitels der Provinzialdirector mit särnmtlichen Regierungs- räthen, der Oberbürgermeister nebst den drei Beigeordneten, der Gouverneur und der Festungscommandant mit zahlreichen Stabsoffizieren, die Spitzen der Gerichtsbehörden, Vertreter der Handelskammer, ferner der größte Theil der Stadtverordneten erschienen und hatten, an dem Portal von dem Domcapitular Nostadt empfangen, auf refertiirten Sitzen neben dem Hochaltar Platz genommen. Nach dem Pontifical- amt, während welchem wie auch bei dem NachmittagSgolteSdienst der Dom zum Erdrücken gefüllt war, fand im bischöflichen Palais Gratulation statt, an welcher die Spitzen der Behörden wiederum theilnahmen. Der kirchlichen Feier folgte am Abend eine außerordentlich zahlreich besuchte Festverjammlung im „Frankfurter Hof", bei welcher der Rechtsanwalt Dr. Brentano auS Offenbach die Festrede hielt.
Vo« Rhein. 19. Februar. In den letzten Tagen der verfloffenen Woche wurden aus mehreren Stationen viele Waggons Kartoffeln verladen, welche nach Antwerpen befördert und dort für Amerika verschifft werden. Meistens wird die Sorte magnum bonum verlangt. Amerika als Abnehmer unserer landwirthschaftlichen Producte ist gewiß etwas Neues.
Dermifdytef.
* Jena. 17. Februar. Ein trauriges Ende fand heute Nacht der Doclor der Mcdicin Ernst Krüger aus
Neu-Brandenburg. Er hatte gestern fein Staatsexamen glucks lich beendet und sich darauf mit Freunden zur Feier des frohen EreigniffeS zusammengefunden. Nach der Trennung verließ er nochmals feine Wohnung, um noch einige Wirths- Häuser zu besuchen. Zuletzt gerieth er an die Saale, fiel in den Fluß und ertrank. Krüger war ein solider Mensch, den gestern die Freude über den AuSgang der Prüfung veranlaßte, mehr zu trinken als gewöhnlich. Bei der Leiche fand man eine Postkarte vor, durch die der Bruder Nachricht von dem Ergebniß deS ExameztS erhalten sollte.
• Wetzlar. 20. Februar. DaS seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern am 26. d. MtS. die Eheleute Walzendreher W. TheiS zu Bahnhof Wetzlar. Beide Eheleute sind noch körperlich wie geistig frisch und gesund. Der Ehemann versieht heute noch auf der Carolinenhütte seine Arbeit mit bewunderungswürdiger Pünktlichkeit. Dem Jubelpaar ist eS beschieden, auf einen Nachkommenkreis von 25 Enkeln und 2 Urenkel zu blicken.
* Marburg. 16. Februar. Der kleine Bittsteller. Wie auch die kleinsten Staatsbürger oftmals bei unterem kaiserlichen Herrn Gehör und Beachtung finden, daS beweist wieder einmal folgender rührender Vorfall am hiesigen Orte. Vor einigen Wochen erhält ein Familienvater, der mehrere Zünder hat, die Vorladung, mit einem feiner Jungen, der bestimmt benannt war, vor dem Herrn Landrath zu erscheinen. Darob war in der Familie unseres Mitbürgers gar große Beforgniß, denn man nntthmaßte allerlei Arges, was der zuerst in tiefes Schweigen sich hüllende kleine Verbrecher aus- geführt haben könnte. Und in der That war der ahnungslose Vater nicht wenig erschrocken, als ihm der Herr Land- ratb einen Brief vorlegte, den sein wiffenSdurstiger Junge dreist und vertrauensvoll birect an Seine Majestät den Kaiser gerichtet hatte. „Lieber Herr Kaiser!" begann der Brief, „ich mochte gern aufS Gymnasium, möchte Theologe werden, aber meine Eltern können daS nicht, denn sie baden mehr Kinder," und schließlich bat der Junge um kaiserliche Gnade, daß ihm geholfen werde. Der Herr Landrath mag dann festgestellt haben, daß eS sich um einen fleißigen Schüler und um brave Eltern handelt, denn dieser Tage traf auS dem Geheimen Cabinet die Freudenbotschaft ein, daß dem Vater deS Jungen eine ErziehungSbeihilfe refp. eine Erhöhung deS Gehaltes um 100 Mk. bewilligt wäre.
* Wittelsberg. 16. Februar. Vor einiger Zeit theilte die „OberhessischeZeitung" mit, daß die Gemeinde HeSkem auf daS Einfangen von Sperlingen eine Geldprämie gesetzt habe. Dies veranlaßte auch einen hiesigen Knaben, mit vieler Mühe ein Dutzend deS genannten Schädlings lebend einzufangen und mit ihnen nach HeSkem zu marfchiren in der Hoffnung, dort den versprochenen Lohn in Gestalt einiger blanken Nickel einzuheimsen. Aber o weh, dort angelangt, erklärte man ihm, daß nur für HeSkemer Spatzen eine Fangprämie bezahlt werde, nicht aber für solche auS der Gemarkung Wittelsberg. DaS verdroß unseren kleinen Vogelfänger aber skhr, er ging kurz entschlossen von bannen, versäumte aber nicht, vorher auf dem Hofe deS Vicebürger- meisterS fein Taschentuch zu öffnen und die gefangenen Sperlinge davonfliegen zu lassen. Ob dieselben wieder nach Wittelsberg zurnckgekehrt sind ober nunmehr in Hcökcui ihr Standquartier aufgeschlagen haben, weiß der Einsender diese» nicht anzugeben.
* Hamburg. 19. Februar. Im Vororte Eimsbüttel erdrosselte in der vergangenen Nacht der 35jährige Kutscher Meggers, Vater von drei Kindern, in einem plöy- lichcn Ansall von Wahnsinn seine junge Frau. Dann stürzte sich MeggerS aus feiner Wohnung, die im zweiten Stockwerk des betreffenden Hauses liegt, auf die Straße. Er blieb, wie der „Köln. Ztg." gemeldet wird, sofort tobt.
* Bremen. 17. Februar. Die Polizei hat ein schwindel- Haftes Unternehmen, genannt Einkaufsverein Bremer Butter-Grossisten, aufgedeckt und mehrere Personen verhaftet.
* Karlsbad, 20. Februar. In dem Braunkohlenwerke „RudolfSfchacht" bei Putschten drang plötzlich Wasser ein, so daß die Bergleute bis auf sechs, welche ertranken, nur mit größter Noth sich retten konnten.
♦ München. 16. Februar. AuS dem Soldatenleben berichtet die „Münchener Post" nach Privatbriefen folgenden Fall: Der Soldat Thomas Gebrank aus Owingen in Hohen- zollern mußte im vorigen Jahre als Rekrnt beim achten bayerischen Jnsanteneregirnent in Metz einrüden; eS passirte ihm daS eigenthümliche Unglück, daß ihm fein Unteroffizier eine thalergroße Wunde mit einer Platzpatrone in den Rücken schoß. Anstatt G. an daS Lazareth abzuliefern, bestimmte der Unteroffizier den Mann, zu schweigen, was dieser leider auch that. Ein Lazarethgehilfe, den der Unteroffizier in» Vertrauen zog, lieferte heimlich Verbandzeug. DaS geschah am 23. December 1892. Am Sylvesterabend jagte der Unterosfizier seine Leute zum Jackenwaschen an die Mosel. DaS EiS mußte erst aufgehackt werden, ehe man überhaupt diesem Befehle Folge leisten konnte. Bei dieser Gelegenheit, bei welcher der Unteroffizier wohl sehr gut gethan hätte, den durch seine Schuld verletzten Mann zu Hause zu laßen, erkältete sich G. derart, daß Wundstarrkrampf eintrat, dem der arme Mann am 12. Januar erlag.
• In einem Dorfe bei Schkeuditz hat ein Occonom bei einem anläßlich feines Geburtstages abgehaltenen „Hasen- schmause" feinen Gästen statt des saftigen Hasenbratens das Fleisch von Katzen vorgesetzt. Nach Schluß deS Mahle» machte er die „Festester" mit dieser Thatsache bekannt, begegnete aber ungläubigen Gesichtern und holte darauf zur Bekräftigung die frisch abgezogenen Felle der Katzen herbei. Unter den Zeichen stärksten Ekels sind darauf einige Theil- nehmer nicht unbedenklich erkrankt und eS ist Anzeige erstattet worden.
* ES gibt zwei Zeitungen, die ganz in Versen geschrieben sind. Die eine, die m Athen erscheint und von GeorgioS Soun» rebigirt wird, sühn den Namen „Roo- moiS" und erfreut sich in der griechischen Hauptstadt großer Beliebtheit. In diesem Blatte sind auch die Anzeigen, ja


