Ausgabe 
22.1.1893 Erstes Blatt
 
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Verhandlungen geführt für die Vorbereitung von bacterio« logischen Untersuchungs-Stationen für einzelne Städte, wo solche erfahrungsgemäß zweckmäßig erscheinen. Ferner sei beabsichtigt, eine große Anzahl Physiker zu Cursen bei geeig­neten Specialisten über die Cholera vom epidemiologischen Standpunkt zu vereinigen.

Saarbrücken, 20. Januar. Die abgelegten Bergleute beabsichtigen, ein Gnadengesuch beim Kaiser einzu­reichen. Die Lieferungen wurden wieder ausgenommen. Der Vorstand des Rechtsschutzvereins wurde aus der Haft entlaffen, Marken und Berwanger jedoch nichr.

Essen, 20. Januar. Der Strike ist als erloschen zu betrachten. Es fehlen noch 4644 Bergleute. Es find dies jedoch nicht Strikende, sondern Bergleute, die von den Zechenverwaltungen für einige Tage von der Arbeit zurück­gewiesen wurden. Die Mehrzahl der am Strike Betheiligten dürfte wieder angelegt werden.

Halle, 20. Januar. Ein Extrablatt derHalleschen Zeitung" meldet, Professor Kochs Untersuchungen in der Irrenanstalt Nietleben haben den Verdacht verstärkt, daß in dem benutzten Wasser der Grund der Erkrankungen zu suchen ist, weshalb das Trinken und Kochen des Halle'schen Leitungswassers verboten wurde. Heute erfolgten mehrere schwere Erkrankungen.

Nielleben, 20. Januar. In der Irrenanstalt erfolgten heute Nacht drei Todesfälle und eine Erkrankung an Cholera asiatica.

Mannheim, 20. Januar. Es herrscht große Bestürzung in hiesigen social'stischen Kreisen infolge der Verhaftung des socialdemokratischen Führers Süßkind, dessen Verhaftung in Verbindung mit den Unterschlagungen des socialistischen Agitators Häusler steht.

München, 20. Januar. Der Prinzregent überwies dem Magistrat infolge der anhaltenden Kälte 5000 Mark zur Beschaffung von Heizmaterial für die hiesigen Stadtarmen.

Wien, 20. Januar. DemFremdenblatt" wird bestätigt, daß sich die Königin Natali e von Serbien mit Milan aus Mutterliebe versöhnt hat.

London, 20. Januar. Cornelius Herz wurde heute früh in seinem Hotel verhaftet.

Paris, 20. Januar. In der gestrigen Aussage Stephanes nahm der Untersuchungsrichter den Beschluß, die Untersuchung gegen einzelne Angeklagte niederzuschlagen, zurück. Clemenceau beharrt bet seiner Aussage, die Neinach'sche Liste nicht empfangen zu haben. Das ausdrückliche Wieder­erkennen der photographischen Abzüge der Liste der Bestochenen durch Stephane rief in der Kammer große Bewegung hervor. Die Enquetecommission lud sofort Clemenceau und Andrieux vor. Es werden Enthüllungen sehr gravirender Art befürchtet. Der Untersuchungsrichter beschloß die Strafverfolgung mehrerer früherer Deputirten, namentlich Boulangisten. Die Ver­folgung einer Anzahl jetziger Abgeordneter wird in der Kammer beantragt. Graf d'Haussonville veröffentlicht imSoleil" einen Brief, welcher ein monarchisches Manifest darstellt. Es heißt darin, Frankreich fordere Männer. Die Regierung habe das Vertrauen des Landes getäuscht durch die Republik, welche durch die Panamaaffaire und die Vorkommnisse in Carmaux eine starke Korruption enthüllte, welche die Besitzenden alarmirte. Die Regierung sehe unthätig zu in dem that- sächlichen, gegenwärtigen Kriege gegen das Capital. Alle Besitzenden fühlten die Gefahr. Die Monarchisten müßten die Leitung der Bewegung übernehmen, es liege im Interesse der öffentlichen Ehrlichkeit, sich gegen die socialen Gefahren zu vertheidigen. Die gegenwärtige monarchistische Organisation, welche den Zuständen gegenüber völlig bereit sei, genüge, falls sie erweitert würde, durch Heranziehung aller Konservativen und Liberalen. Die Aufstellung eines Programms sei als verfrüht abzulehnen. Die Frage der Regierungsreform sollte den Wählern nicht gestellt werden, zumal die Konservativen uneinig sind. d'Haussonville fordert eine schweigende Vor­bereitung zum Entscheidungskampf. Man möge Unvorher­gesehenes erwarten, der Graf von Paris halte Wort, er werde im entscheidenden Moment bereit sein.

Pari«, 21. Januar. Perville Reache legt der Enquete- Kommission einen Gesetzentwurf vor, wonach alle aus der Panamakasse ungerechtfertigt empfangenen Gelder zurück zu erstatten sind und allen beteiligten Personen die freie Disposition über ihr Vermögen, ihre Grundstücke und ihren Actienbesitz untersagt wird. Andrieux kündigt neue Ent­hüllungen an durch Veröffentlichung der Herz'schen Papiere in den heute erscheinenden Blättern. In der Kammer und im Senat herrscht große Aufregung, man erwartet neue Kompilationen, eine Krisis erscheint unvermeidlich. In der Untersuchungs-Kommission wurden durch die Vernehmung Klemenceans und Andrieux die gravirendsten Enthüllungen herbeigesührt. ES wurde festgestellt, daß die Liste von 104 bestochenen Parlamentariern sich in den Händen Delahayes befindet, welcher sofort für heute zwecks Ablieferung der Lifte vorgeladen wurde. Arton besitzt gleichfalls eine Liste, weshalb bisher seine Verhaftung nicht gewagt wurde, obwohl man seinen Aufenthalt kannte. Andrieux weist nach, daß Rouvier auS RegierungS-FondS und Panama-Geldern 100,000 FrcS. an dieKanternc" zahlte, um deren Kampagne gegen ihn persönlich zum Schweigen zu bringen. Die Verhaftung ArtonS gilt nach den Aussagen, die Klemcnccau gemacht, als unmittelbar bevorstehend. Die nöthigen Anordnungen wurden in der Nacht in einer Besprechung, welche der General- Procurator, der Polizeipräfcct und der Untersuchungsrichter zusammen hatten, getroffen. Amanteux erklärte zu wissen, Areux und Clemenceau hätten bei Andrieux Schritte gethan, damit dieser nicht Documentc veröffentliche. Die formellen Einwände BaihautS gegen datz Zuchtpolizeigericht werden einen Aufschub deS Prozesses von drei Monaten zur Folge haben. Das Elysse dementirt die Nachricht, daß die Er­nennung Cornelius Herz' zur Ehrenlegion von ihm fanettonirt worden sei, die Beförderung sei unter Grevh erfolgt.

Darmstadt, 21. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheit Prinzeß Alix reifen am Sonntag früh nach Berlin. Die Rückkehr erfolgt am 29. Januar.

Sitzung -er Stadtverordneten

am 19. Januar 1893.

(Schluß.)

Der Voranschlag für die bauliche Unterhaltung und für außerordentliche Anschaffungen in der Realschule und dem Realgymnasium wird genehmigt. WaS die laufende Unterhaltung betrifft, so sind vorgesehen 1500 Mk. (für Ein­führung der Wasserspülung in die Pissoirs, Bekiesung des Hofes, Weihbinderarbeit :c.), während die Anforderungen für außerordentliche Anschaffungen sich belaufen auf 7600 Mk., veranlaßt durch die beantragte Ausstattung der Schul­räume mit neuen verstellbaren Subsellien, deren Beschaffung in demselben Maße für nöthig erachtet wurde, wie bezüglich der übrigen Schulen.

Von den für die bauliche Unterhaltung und für außerordentliche Ausführungen in der Stadt- mädchen schule bestimmten Voranschlagssummen von 1) 2500 Mk. für die Weißbinder- und Schlofferarbeiten rc. (laufende Ausgaben), 2) von 2800 Mk. für Wandvertäfelungen in den Schulzimmern, 3) von 1000 Mk. für Gaseinrichtung auf Treppen und Gängen und in der Turnhalle, und von 400 Mk. für Anbringung von Schneefängen wurden zu 1) und 2) je die Hälfte behufs Einstellung in den Voranschlag für 1894/95 abgelebt, zu 3) die Gaseinrichtung für die Turnhalle zurück- gestellt, die 400 Mk. für die Schneefänge voll bewilligt.

Ueber die Herstellung des Feldweges in der Licht enau wurde der Voranschlag in Höhe von 12700 Mk. vorgelegt und genehmigt. Für diesen Betrag soll die 1050 Meter lange Wegstrecke hochwasserfrei und mit möglichst günstigen Steigungsverhältnissen ausgebaut werden, während die Reststrecke bis zur Landesgrenze bei Wismar für späteren Ausbau vorgesehen und danach die ganze Strecke als Kreis­straße in die Unterhaltung des Kreises übernommen werden würde.

Das Baugesuch des Herrn Gottlieb Nauheimer für die Bleichstraße wird nochmals an die Baudeputation zurückoerwiesen.

DaS Gesuch des Herrn Kaspar Hetnzerling für den Schiffenberger Weg (Heinzerling beabsichtigt, hinter seinem Hause eine Werkstätte zu errichten) soll beanstandet werden, sofern der geplante Werkstättebau nicht ganz hinter das Vordergebäude zu stehen kommt. Der Anbau würde, wenn er wie geplant zur Ausführung käme, nach Ansicht der Bau­deputation mißständig für das dortige Straßenbild werden.

In die Verhandlung über den folgenden Gegenstand der Tagesordnung:Ausführung der Feuerlöfchordnung", wird nicht eingetreten, da derselbe sich auf dem Verwaltungs­wege erledigt hat.

Dem Gesuche des Oberhessischen Geschichts­vereins um Gewährung eines Jahresbeitrags wird, nachdem dessen ausführliche Begründung zur Kenntniß der Versammlung gebracht und von Herrn Dr. Schäfer die ersprießlichen, dabei selbstlosen Bestrebungen des Oberhess. Geschichtsvereins bargelcgt worden, stattgegeben, der Jahres­beitrag auf 100 Mk., entsprechend dem Beitrage, mit welchem die Stadt auch Mitglied des Kunstvereins ist, festgesetzt. Jngleichen wird stattgegeben dem Gesuche desselben Vereins umpho tographischeAufnahme von alten Häusern und Straßenzügen. Die Aufnahme soll zu dem Zwecke erfolgen, um der jetzigen und späteren Generationen durch Bild zu vergegenwärtigen- die in Folge der fortschreitenden Ent­wickelung und Erweiterung der Stadt beseitigten alten Häuser und Straßenzüge, gleichzeitig sollen diese Bilder, welche nach der Darlegung des Gesuchstellers einen regen Absatz finden würden, in je einem Exemplar dem städtischen Archiv einver­leibt werden. Die Versammlung bekundete durch einstimmige Genehmigung des Gesuches ihr Einverständniß mit dem von Herrn Oberbürgermeister Gnauth geäußerten Bedauern darüber, daß nicht schon früher alte, im Interesse der Straßen­erweiterung u. s. w. beseitigten Gebäude im Bilde fixirt wurden.

Der letzte der zur Verhandlung in öffentlicher Sitzung bestimmten Gegenstände der Tagesordnung:Die Durch­führung des Reichsgesetzes über die Gewerbe - gerichte, hier Erlaß eines Orts st atuts", veranlaßte eine bis gegen !/29 Uhr währende Debatte. Dieselbe drehte sich um Die von den Herren Grünewald und Orbig beantragte Aenderung der §§ 3 und 5, sowie den von Herrn Grünewald zur Aenderung vorgeschlagenen § 12. Die im Entwürfe (s. Nr. 293 desGießener Anzeiger") in § 3 auf drei Jahre festgesetzte Wahlperiode der Vorsitzenden, der Stell« Vertreter und der 24 Beisitzer sollte nach den Anträgen der Herren Grünewald und Orbig aus verschiedencn, von beiden Herren sehr eingehend bargelcgten Gründen auf ein Jahr fest­gesetzt werden. Weiter sollte der § 5 eine Vervollständigung dadurch erfahren, daß die für die Wahl der Beisitzer bestimmte Tageszeit auf die Stunden von 12 bis 2 Uhr gelegt werde. Zu § 12 war beantragt worden die Bestimmung, daß 1) die Sitzungstage für das ganze Jahr im Voraus festzusetzen und zu veröffentlichen, 2) bte Beisitzer mindestens 24 Stunden vor den Sitzungen durch den Vorsitzenden zu laben ftnb. ES wirb beschlossen: Zu § 3 Beibehaltung ber im Entwürfe vor­gesehenen breijährigen Wahlperiobe, zu § 5 Einfügung beS Satzes:Als Zeit bes Wahlactes werben bie Stunben von 12 Uhr Mittags bis 6 Uhr Abenbs bestimmt." Der § 12 erhält, nackbem beschlossen worben, von ber Festsetzung ber SitzungStage für baS ganze Jahr im Voraus abzusehen, folgenben Zusatz:Die Beisitzer sind, sofern sie nicht Ersatz« männer sinb, vom Vorsitzenden unter Hinweis auf bie gesetz« lichen Folgen beS Ausbleibens zu laben. Zwischen ber Labung unb ber Sitzung muß eine Frist von 24 Stunben liegen. Da für bie übrigen Paragraphen beS Entwurfs, besten knappe und präcife Fassung fast sämmtliche an der Debatte bethei­

ligten Herren Stabtverorbneten anerkannten, Abänberungs" anträge nicht gestellt waren, beantragte Herr H ey lig en- ftaedt en dloo-Annahme bes ganzen Entwurfes. Die Versammlung erhob bieten Antrag zum Beschluß.

Cocafcf unb provinzielles.

Gießen, 21. Januar 1893.

Vorträge im Sewerbevereiu. Nächsten Dienstag, 24. b. M., wirb der für ben laufenden Winter erste der von dem Gewerbe- Verein alljährlich veranstalteten Vorträge ftattfinben und zwar wird ber Secretär der Großherzogl. Centralstelle für bie Gewerbe, Herr Reuter, sprechen über: Die Einheits­zeit nach (Stunbenjonen unb speciell über bie Mittel europäische Zeit. Der Gewerbeverein hat mit biefem Vortrag einen Gegenftanb gewählt, ber für Jedermann heutzutage von um so größerem Interesse ist, als bie Mittel­europäische Zeit, bie bisher nur im inneren Verkehr ber Eisenbahnen angeroenbet wurde, ja auch bei uns, vom April an, im bürgerlichen Verkehr allgemein an Stelle der gegenwärtig maßgebenden Ortszeit treten wird. Fast Jedermann spricht heutzutage von ber mitteleuropäischen Zeit ober hört bavon sprechen, wenige aber werden viel andere- davon wissen, al- baß dieselbe in ben verschiebenen Stäblen so unb so viel Minuten von ber seitherigen Zeit abweicht, wenige wissen, worin biete wichtige Neuerung begrünbet ist, worauf sie eigentlich beruht, was das System ist, auf bad diese, für ben Weltverkehr so sehr wichtige Aenberung sich aufbaut. Eine Belehrung barüber ist für alle Kreise vom höchstem Interesse unb wir wünschen, baß recht viele bie Gelegenheit, sich biefe Belehrung zu erwerben, nicht ungenützt lassen.

Neues Theater.Die bezähmte Wiberspenftige, Lustspiel in 6 Abteilungen von W. Shakespeare. Wir können, ba bas Stück schon in ber gestrigen Nummer hinlänglich besprochen würbe, uns heute auf bie Kritik ber Darstellung beschränken. Die Titelrolle lag in ben Händen ber Frau Director ReinerS, welche sich dieselbe für ihr Benefiz gewählt hatte. Fürwahr, die Wahl war eine sehr glückliche, noch selten sahen wir die Dame so gut, wie am gestrigen Abend. Zuerst bie wilbe, leibenschastliche Katharina, dann der Uebergang von diesem Extrem in eine dumpfe Der zweiflung, nachdem sie in die Ketten ber Ehe geschlagen ist, enblich bie Umstimmung, bas liebenbe, hingebenbe Weib, Allec verkörperte Frau Director Reiners mit solcher Natürlichkeit unb Wahrheit, baß sie die Zuschauer unbedingt mit fortreißen mußte. DaS Publikum geizte denn auch durchaus nicht mit dem wohlverdienten Applaus, zeugten doch auch eine ganze Reihe von Blumenspenden, worunter ein prächtiger Kranz bemerkt wurde, von der Sympathie, die die Dame hier in Gießen genießt. In gleicher Weise wurde Herr v. H oxar (Petruchio) mit seiner Partnerin wiederholt vor bie Rampe gerufen. Mit jener souveränen Sicherheit, bie nur bem wahrhaft großen Künstler eigen ist, wußte unser geschätzter Gast ben Petruchio zu einem energischen, zielbewußten, ja oft überaus harten Gemahl zu gestalten, ohne jedoch jemals auch nur einen Schein von Brutalität zu zeigen, sodaß biefe Figur niemals etwas Abstoßendes hatte, sondern im Gegentheil den Beschauer mehr unb mehr anzog. Der alte Vincentio (Herr Martiensen) gewannburchbie etwas humoristische Auffassung einen ganz eigenen Reiz, nur hätten wir bas Gleiche auch bei bem alten Baptisten (Herr Hantschack) erwartet. Frl. Brünner alsBlanko" unb ihr Freier Lurentio (Herr Stückel) ließen nichts zu wünschen, ebenso Herr Born als BiankaS anderer Verehrer Grumio. Herrn Ha Iper nsTranio" hätten wir lieber etwas komischer gesehen, als in diesem getragenen Tone. Herr Rupp alsGrumio" und Herr Direetor Reinerö (Schneider) waren köstlich. Die Aussührung fand vor leidlich besuchtem Hause statt. Am nächsten Sonntag beschließt Herr W.v. Hoxar seinen GastspielcykluS als Reif Reiflingen in Moser-SchönthanS LustspielKrieg im Frieden". Ist schon das Stück an sich eins ber besten biefer beiben Autoren, so bürste um so mehr ein amüsanter unb genuß­reicher Abend erwartet werben, als unser Gast in dieser Rolle sowohl am Berliner Resibenztheater, als am Stutt­garter Hoftheater unvergleichliche Erfolge erzielt hat. Hoffen wir deshalb, daß endlich einmal ein ausverkauftes HauS zu Stande kommt.

Neues Theater. Wir machen auf das morgen Sonntag den 22. Januar zur Aufführung kommende Lustspiel aller Lustspiele,Krieg im Frieden" ganz besonders aufmerksam. Das Werk ist seit dem Erscheinen so berühmt und beliebt geworden, daß eine besondere Empfehlung an dieser Stelle überflüssig erscheint. Der Stonigl. Württ. Hofschauspieler Herr Wilhelm v. Hoxar schließt mit der Rolle beö Reif Reiflingen sein diesjähriges Gastspiel.

DaS Panot ama, welches eine große Anzahl Abonnenten aufweist burch bie bis jetzt gezeigten herrlichen Werke, wird am morgigen Sonntag eine ganz neue Prachtserie, bie NorblandS fahrt Kaiser Wilhelms, auSstellen. Bon ben vielen herrlichen Darstellungen sollen besonbers hervorgehoben werben da» KaiserschiffHohenzollern" unb DampferNorbland" ,-c. Diese Ansichten sinb auf Wunsch ber Kaiserin gemacht unb ist bie Leipziger Panorama«Berbinbung allein tm Besitze dieser Aufnahmen. Der Besuch dieser Darstellungen kann sehr em« pfohlen werden, da dieselben deS Schönen und Interessanten umgemein Diel bieten.

Von bet Witterung. Nachbem anscheinenb bie bis­herige Külte in bet Nacht von Donnerstag auf Freitag ihren Höhepunkt überschritten hat, brachte unS bte vergangene Nacht unb ber heutige Tag nach 6orau6gegangenen starken Stürmen einen bichten Schnee, ber im Verein mit dem bereits feit Wochen liegenden nunmehr eine ziemlich fußdicke Decke über ben Erbboden breitete. Jedenfalls kommt diese Abwechselung in der Witterung insofern nicht unerwünscht, als damit gleich zeitig die Temperatur etwas angenehmer geworden, die grimmige Kalte hoffentlich für immer gewichen ist.