Brüssel, 19. December. Wie die Zeitungen melden, find tie Verhandlungen der Poftverwaltungeu von Belgien mit denen von Deutschland wegen einer telephonischen Verbindung zwischen Brüssel und Köln nunmehr in der That wieder ausgenommen worden.
Brüssel, 19.December. Trotz gegentheiliger Behauptungen der franzöfischen Blätter melden heute auch die hiefigen Zeitungen, daß Frankreich ein Gegenstück zu den Befestigungen von Malmedy zu schaffen die Abficht habe, indem eS bei Givet ein gleich großes Lager eröffnet.
Petersburg, 19. December. Der Russifizirung S- termin des Polytechnikums zu Riga ist wegen Mangel von Lehrkrästen biß zum Jahre 1898 verschoben worden. Jedoch har diese Verzögerung auf die Rujsifizirung der Universität Dorpat keinen Einfluß, dieselbe muß biß zum nächsten Schuljahre stattgefunden haben. Die theologische Jacultät ist von der Maßregel befreit.
Konstantinopel, 19. December. Aus Angora in Kleinasien kommt die Meldung von einem Aufstand. Die muhamedanische Bevölkerung hat sich dort gegen den Gouverneur erhoben. Letzterem, einem geborenen Griechen, wird vorgeworfen, die Christen zu begünstigen. Eine Anzahl von Christen ist gerödtet worden. ________
Localer und provinzieller.
Gießen, 20. December 1893.
Die für das Museum des Oberhesfischen GeschichtSvereinS im alten Raihhaus erworbenen und bei dem Castrum Altenburg bei Arnsburg ausgegrabenen Gegenstände sind nun zum größeren Theil hier angeiangt und sollen zwischen den Jahren so übersichtlich, als es der höchst beschränkte Raum gestattet, ausgestellt werden. Namentlich die Herren Pfarrer Fertsch in Muschenheim und Lehrer Wagner in Lich haben sich bei der Erwerbung dieser alten römischen Geräthschaften die größten Verdienste erworben und ,st der Verein beiden Herren zu ganz besonderem Dank verpflichtet. Daß von den etwa 1800 Jahre im Boden steckenden Thonwaaren nicht wenige beim Ausgraben zerbrochen, einige wohl auch schon in zerbrochenem Zustande in die Gräber eingelegt wurden, macht erklärlich, daß -eine größere Menge von Scherben, als von ganzen Gegenständen gefunden wurden. Zusammengehörige Stücke zusammen zu finden und wieder zu vereinigen, ist aber eine sehr zeitraubende Geduldprobe. — Sonntag den 24. und 31. December bleibt'das Museum geschlossen.
** Aus dem Justizdienst. Wir haben unserem gestrigen Berichte über die in der letzten juristischen Staatsprüfung bestandenen und zu Assessoren ernannten Gerichtsaccessiften noch nachzulragen, daß auch Herr Ernst Rosenberg aus Gießen zum Gerichts- Assessor ernannt worden ist.
** Die „Mil.-Polit. Corresp." bemerkt, daß an ein Verbot des Tragens von Extra Unisormen nicht gedacht wird,- im Gegentheil sei der amtliche Entwurf der Bekleidungsordnung Seitens des Kriegsministeriums bereits im Druck erschienen, deren zweiter Theil § 3 die Überschrift trägt: „Eigene Sachen der Mannschaften." Es heißt darin: 1) Auch denjenigen Mannschaften, welche nach § 4 der Bekleidungs- ordnung 1) Bekleidung und Ausrüstung vom Truppentheil in Natur empfangen, kann im Frieden Seitens der Compagnie- usw. Chefs gestattet werden, sich außerhalb des Dienstes eigener Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke zu bedienen. Den Regiments- usw. Commandeuren ist es unbenommen, in dieser Hinsicht auf Grund besonderer Verhältnisse einschränkende Bestimmungen zu erlassen. 2) Derartige eigene Uniformstücke dürfen von feinerem Stoff sein, müssen aber in Schnitt und Ausstattung den Vorschriften entsprechen. 3) Den Mann- schäften der Fußtruppen kann daß außerordentliche Tragen der für Unteroffiziere vorgeschriebenen Schirmmütze, den Mannschaften der berittenen Truppen das Tragen einer Mütze von derselben Form, aber ohne Schirm gestattet werden.
** Die Klagen über das ungemein starke Faulen der Kartoffeln nehmen immer mehr zu. In der That tritt die Fäulniß der Knollen in einem ungewöhnlich starken Grade auf. Ganze Körbe voll fauler Kartoffeln werden auß den Kellern gelesen und weggeworfen. Zweifellos liegt die Ursache dieser starken Fäulniß in dem späten Wachsthumc der Kartoffeln, wodurch eben die Schale zu dünn und widerstandslos geblieben ist. Auch mag das Einbringen von Knollen bei nassem Wetter mit Schuld daran sein. Ein häufiges aufmerksames Um- und Durchlesen der Kartoffelvorräthe ist in diesem Winter unbedingt erforderlich, soll der Schaden anders nicht noch größer werden.
-r- Büdingen, 20. December. Gestern Abend fand im Gasthaus „zum Stern" zu Ehren des nach Gießen versetzten Herrn Amtsrichters Seeger eine Abschiedsseier statt, die von Personen aller Stände zahlreich besucht war und in schönster Weise verlief. — In Herrn Seeger, der auch Director der Büdinger Sparkasse war, verliert der hiesige Bezirk einen ebenso tüchtigen, als beliebten Beamten, der sich während seines Hierseins die allgemeine Sympathie erworben batte und dessen Scheiden nur bedauert wird. Die besten Segenswünsche begleiten den Scheidenden in seinen neuen Wirkungskreis- die hiesigen Gerichtseingeseffenen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Büdingen, 18. December. Herr Fabrikant Feyerabend auf dem Hammer bei Büdingen, der lebhaft für Beschaffung electrischer Beleuchtung jilr unsere Stabs thätig ist, für welche die Triebkraft dem Seemenbach entnommen werden soll, hat nunmehr die electrische Beleuchtung für sich auf dem Hammer eingerichtet und die Besichtigung derselben Jedem frei gestellt — offenbar der beste Weg, um für sein Project Anhänger zu finden. — Die zur Beschaffung einer neuen Kirchenorgel abgehaltene Lotterie hat 3000 Mark ergeben und werden wir jetzt ein neues Orgelwerk bekommen.
D. Ztg.
Laudach, 18. December. Heute Mittag 2 Uhr verstarb ker hiesige Großherzogliche Decan Karl Draudt. Derselbe war schon seit mehreren Wochen beurlaubt wegen eines schweren nervösen Leidens. Der Verstorbene erfreute sich wegen der Biederkeit und Reinheit seines Characterß der allgemeinen Werthschätzung und Verehrung. Eine zahlreiche Familie betrauert den liebevollsten Vater. Der Geschiedene stand im 52. Lebensjahre.
A Mainz. 19. December. Der in weitesten Kreisen bekannte practische Arzt Dr. Carl Gaßner, der Senior der hiesigen Aerzte, ist heute im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Verschiedene, der eine sehr bedeutende Praxis hatte, zeichnete sich sowohl durch tiefes Wissen, als äußerst joviale Umgangsformen aus, wodurch er sich in allen Kreisen der Stadt sehr beliebt gemacht hatte. — Dem vor 14 Tagen verstorbenen Obergerichtspräsidenten Freiherrn von I u n g e n f e l d ist verflossene Nacht seine Gattin im Tode nachgefolgt. Die Verstorbene war eine geborene von Sachs und entstammte aus einer altadeligen Familie von Wetzlar. — Für den im Anfang dieses Jahres verstorbenen Professor Dr. Ludwig Linden schmitt, den weltberühmten Mit- gründer und vieljährigen Leiter des Römisch-Germanischen Central-Museums wird gegenwärtig im hiesigen Museum in Form einer Büste ein Monument aufgestellt. Die Lüste ist von Anton Scholl hier entworfen und nach dessen Tod von Prof. Eberle in München in Marmor außgeführt worden.
Verim-sch-er.
* Marburg, 19. December. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten läßt zur Zeit Ermittelungen anstellen, welche Steinarten am widerstandsfähigsten gegen ! Zeit und Witterungseinflüsse sind und somit am besten zur Verwendung bei öffentlichen Bauten sich eignen dürsten. Zu , diesem Zwecke sollen von den ältesten Baudenkmälern des Landes, namentlich von Kirchen, Proben der Steinarten und des Gemäuers durch eigens dazu beorderte Fachleute entnommen und in der für solche Untersuchungen bestehenden Station in Charlottenburg bei Berlin untersucht worden. Verschiedene Pfarrer, an deren Orten sich sehr alte Gotteshäuser befinden, sind schon ersucht worden, diese Entnahme gestatten zu wollen.
Ms. Kassel, 19. December. Im Dienst verunglückt. Auf entsetzliche Weise kam der Eisenbahn-Zugführer Schulz aus Rothenditmold gestern Abend ums Leben. Derselbe begleitete den Nachtzug von Thüringen nach Hagen^ Elberfeld und stand, auf dem Bahnhofe in Scherfede angelangt, im Nebengeletse, um am Zuge etwas zu reoidiren, als ein Güterzug von Holzminden etnfuhr. Die Maschine ergriff Schulz, der nicht mehr rechtzeitig ausweichen kannte, er wurde überfahren und auf der Stelle getödtet. Schulz war schon fett 30 Jahren im E>s«-nbahnvienst und ein erfahrener Beamter. Er hinterläßt eine Frau und fünf erwachsene Kinder.
* Frankfurt a. M.. 19. December. Heute Nachmittag trug sich an einem Neubau in der Arndtstraße der Einsturz eines Gerüstes zu, wobei 7 Maurer vom 3. Stock in die Tiefe stürzten und theils schwere Verletzungen erlitten. Zwei der Verunglückten sind bis zur Stunde noch nicht bei Besinnung.
Ms Von der Rhön, 19. December. Unglücksfallauf der Jagd. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich vorgestern Nachmittag im Staatswalde bei Geiersnest. Der Kgl. Forstamts-Assessor Sack zu Geiersnest, ein eifriger Jäger, kam bei einem Pürschgang zu Fall, sein Gewehr entlud sich dabei und die Kugel zerschmetterte ihm den Fuß. Der Unglückliche mußte nun in hülfloser Lage im Walde längere Zeit liegen bleiben, bis er ausgesunden und nach Haus transportirt wurde. Sein Zustand soll bedenklich sein.
* Köln, 19. December. Heute wurde der Doppelmörder Am Winkel, der am 9. October seine Braut vorsätzlich mit Ueberlegung, die Ehefrau Nelles mit lieber» legung tödtete und den Ehemann NelleS ohne Ueberlegung zu tödten versuchte, wegen des ersten Verbrechens zum Tode und wegen der beiden letzten Anklagen unter Verneinung mildernder Umstände zu 10 Jahren Zuchthaus und 7 Jahren Ehi Verlust verurtheilt. Der Angeklagte erklärte sich mit dem Unheil einverstanden und lachte cynisch vor sich hin.
* Berlin, 19. December. W e der „Localanzeiger" erfährt, erhielt die Erzieherin in der Familie des Bankiers Friedländer, die bei der Oeffnung des an Friedländer gelangten Packeis mit Explosivstoff verwundet wurde, einen Brief, worin eine weitere ähnliche Sendung an Friedländer in Aussicht gestellt wird. Die Erzieherin wird vor Oeffnung der Packete gewarnt.
* Hamburg, 19. December. Das Strafgericht verur- theilte den 17jährigen Bäckerlehrling, welcher am 8. October ein sechsjähriges Mädchen in einen unbewohnten Keller lockte, daselbst ein Sittlichkeitsverbrechen beging, bann baß Kinb erdrosselte und dessen Kopf in daß Wassercloset steckte, wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit und TodtschlagS zu 12 Jahren Gefängniß. Daß Gericht nahm an, baß ber An« geklagte im Affect gehandelt und daß Kind ohne die Absicht, eß zu tödten, gewürgt habe.
* Hamburg, 19. December. Schaffnerpr oze ß. Die Morgensitzung wurde durch die Reben ber Vertheibiger auSgefllllt. Die Vertheibiger bestreiten baß Vorhandensein der activen Bestechung und beß auSgeübten Betrugs im juristischen Sinne, obgleich unrechtmäßige Diyge vorlägen - man müsse unterscheiben zwischen Betrügen und Bemogeln. Letzteres sei in baß Volk cingebrungen. In ben meisten Fällen beantragten sie Freisprechung, überall erklärten sie sich gegen bie hohen Strafanträge unb für Ausschluß ber Zuchthausstrafe. Rechtsanwalt Friedemann plaibirt in erster Linie für Freisprechung ber Viehhänblcr, anbernfallS will er Ausschluß beS Gefängnisses unb Verhängung gelinber Geldstrafen. Die 1
PlaiboyerS ber Vertheibiger dauern auch Nachmittag- fort. | Das Erkennlniß wird voraussichtlich morgen gefällt.
* Ein Meßgebande in Berlin. Die „Bauztg." thellt mit, daß bie Commission für Errichtung eines M eßg ebäudeß in Berlin sich für ein Gelände entschieden bat, baß an der Alexandrinen- und Ritterstrahe liegt unb sich biß zur Alten Jakob straße erstreckt. Daß an 41/, Millionen Mark veranschlagte Gedäube soll Raum für 1000 Aussteller mit 20 000 Quadratmeter Ausstellungs-Räumen bieten. Mit letzteren stehen Gartenanlagen, Restaurationsräume, Säle aller Art 2C. in Verbindung. Die 1895er Frühjahrsmesse soll schon im neuen Gebäude abgehalten werden.
* London, 16. Decmber. Ein Selbstmord, den ein Deutscher Namenß Maaß in Sidcup (Kent.) verübte, erregt in diesem kleinen Orte nicht wenig Aufsehen. Maas, ein Berliner, erst 27 Jahre alt, lebte in Sidcup im Vergleich zu seinen Verhältnissen als HandlungSgehülfe in einem City- geschäste auf ziemlich großem Fuße. Er bewohnte sein ' eigenes HauS, hatte mehrere deutsche Dienstboten unb verkehrte mit ber besten Gesellschaft in der kleinen Stadt. Am letzten Dienstag fanden sich mehrere Geheimpolizisten in der Wohnung beß Maas ein, um ihn wegen Unterschlagungen zu verhaften. Maas geftanb auch feine Vergehen ein anb erbot sich, den Beamten bei ber Durchsuchung ber Bücher beizustehen. Zu dem Zwecke verließ er für einen Augenblick das Zimmer, um, wie er angab, sein Bankbuch hcrbeizuhalen. Maas eilte aber in ein Gemach, wo er Blausäure aufbewahrte, unb trank daS Gift. Seine Frau, auch eine Deutsche, fand ihn bewußtlos und sterbend. Mit dem Rufe: „Du sollst nicht allein sterben!" ergriff sie bie Giftflasche unb verschluckte den Rest der Blausäure. Die Polizisten fanben MaaS tobt. Man hofft, bie Frau am Leben erhalten zu können. Die von dem Selbstmörber veruntreute Summe soll mehrere tausend Pfund betragen.
* Eine Trauung ohne Bräutigam wird wohl selten Vorkommen. Der Bürgermeister btß Ortes Hugstetten (ber Name ist bekannt durch baß gräßliche Eisenbahnunglück im Jahre 1881) hat nach bem „B. T." ein solches standesamtliches Unicum fertig gebracht. Am Tage ber Hochzeit hatte ber Bräutigam nämlich schon in ber Frühe beß Guten so viel gethan, baß er zur Stunbe ber Trauung unfähig war, zu gehen ober zu stehen. Der Bürgermeister füllte einfach in Gegenwart der Braut allein bie SlanbeSbücher aus, ba er am anberen Tag verreiste. Die Unterschrift beß ©räutigamß würbe später nachgeholt. Auf erstattete Anzeige würbe nun ber practische Bürgermeister seines Amtes entsetzt unb hat sich vor bem Lanbgericht wegen Urkunbenfälschung zu verantworten.
* Aus dem Kreise Malmedy, 18. Decemver. Der große Truppenübungsplatz für das 8. ArmeecorpS, der in unserem Kreise angelegt werden soll, hat die Vernichtung ber Lanbgemeinbe Eisenborn zur Folge. Sammtlichc Grimbstücke mit ben Häusern, so erfährt die „VolkSztg.", werden vom Militär» fißcus erworben. Angeblich soll schon im Frühjahr die Bestellung der Accker nicht mehr gestattet sein. Die Häuser des Dorfes und die Kirche sollen vorläufig stehen bleiben und von ben Truppen benutzt werden. Noch drei andere Gemeinden verlieren einen großen Theil ihrer Ländereien.
* Die scheinbare Große deS Vollmonds. Sv sehr der Mensch seinen Augen vertrauen zu können glaubt, ein Vertrauen, das bei Manchem so weit geht, daß er nur glaubt, maß er sieht, so sind wir doch vielfachen Täuschungen hinsichtlich unsereß Sehorgans unterworfen. Ein sehr bekanntes Beispiel hierfür ist bie anscheinende Wölbung beß Himmelß. Daß cß kein Himmelsgewölbe glebt, baß sich wie eine Glasglocke auf unsere Erde herabsenkt, weiß jedes Kind. Und trotzdem wir baß wissen, sehen wir immer wieder den Himmel über uns sich wölben, einfach deshalb, weil wir eben vermöge des Baues unseres Auges nicht ander» sehen können. Eine andere optische Täuschung haben wir in den jetzigen Mondnächten zu beobachten Gelegenheit. Diese Täuschung beruht darauf, daß wir nur bann entfernte Gegenstände richtig nach ihrer Größe abzuschätzen verstehen, wenn rohr sie entweder aus Erfahrung kennen oder, falls unß ihre Maße unbekannt sind, wenn wir sie mit den Größenverhältnissen anderer uns bekannter Gegenstände zu vergleichen im Stande sind. Es wird gewiß schon Diesem ober Jenem aufgefallen sein, baß, wenn ber Dollmonb in jetzigen Monbnächten über ben Horizont emportaucht, seine Scheibe unenblich größer erscheint, als wenn er höher gestiegen ist unb im Scheitelpunkt steht. Woher kommt baß ? Die Erklärung für biese Erscheinung ist sehr einfach. Wenn ber Monb über ben Horizont emponchwebt, so vergleichen wir unwillkürlich seine Größe mit betjenigen ber Bäumc unb ber Häuser, zwilchen ober über benen er fleht. Wir kennen die Größe bieser Gegen- stänbe unb im Vergleich bazu erscheint unß ber Monb riesengroß. Ist aber ber Monb höher gestiegen, so verlieren wir alle Anhaltepunkte zu einem Vergleich unb beShalb erscheint er unß jetzt winzig klein. Würbe unser Auge keinen Täuschungen unterliegen, so müßte er gerade rann, wenn er am höchsten, also im Scheitelpunkt steht, uns am größten Vorkommen. Denn durch die Constellation ber Gestirne sinb rotr ihm fast um einen Erdradius näher gerückt. Für gewöhnlich dünken unß ja bie Gegenstände desto größer, je nähe/ sie unß sind. Hier aber tritt baß Gegentheil ein, weil wir armen Erbgeborenen eben mit unserem ganzen Sinnen unb Denken an ber Scholle haften unb unser irdischer Maßstab unß in ben himmlischen Weiten tm Stick läßt.
• Gat gemeint. Alter Herr (auf ein Brautpaar toastend): „Ich habe den Bräutigam von Stinbeßbemen an gekannt - ich war zugegen, als er getauft wurde, ick wohnte der Feier feiner Großjährigkeit bei; ich bin auch heute Zeuge seine» Glücke» und hoffe, auch bei feinem Leichenbegängnisse zugegen zu fein ! In diesem Sinne bitte ich Die, mit mir in den Ruf einzustimmen: Da» verehrte Brautpaar lebe hoch!"
• AnS dem Londoner Highlife. Am 14. December Nachmittag» fand in der zur Westrninsterabtei gehörenden Margarethen-Kirche — ber officiellen Parlamentskirche — die


